18 August 2021

Interview

Interview im deutschen Fernsehen, am Tag, nachdem auch die afghanische Hauptstadt Kabul von den Taliban überrannt und eingenommen wurde. Die afghanischen Helfer der Deutschen fürchten nun um ihr Leben.

“Herr Laschet, sie haben gesagt, dass sie den vom Tode bedrohten Afghanen lieber vor Ort helfen wollen als sie nach Deutschland zu lassen?”

”Ja.”

”Wo soll dieses ‘Vor Ort’ sein - in Afghanistan?”

”Ja.”

”Wollen sie mit den Taliban verhandeln…”

”JA! Das sind religiöse Menschen.”

”...damit sie unsere Verbündeten dort erst später umbringen?”

”2015 darf sich nicht wiederholen.”

”...wenn die ausländische Presse weg ist?”

”2015 darf sich nicht wiederholen!”

”Oder wollen sie mit dem Nachbarland Iran verhandeln?”

”Ja.”

”Mit den Mullahs die dort regieren?”

”NEIN!”

”Dann lieber mit dem Nachbarland Pakistan...”

”Ganz genau!”

”...das die Taliban aufgebaut hat und seit Jahrzehnten unterstützt?”

”2015 darf sich nicht wiederholen!”

”Herr Laschet, sie sind ein erbärmlicher Wicht, aber wir danken ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch.”

04 Mai 2021

Seit der Antike!

Spiegel-Artikel: Ever Given-Eigner legen Bergungskosten auf ihre Frachtkunden um 

Oder jedenfalls möchten sie das gern. Kann man ja verstehen.


Ihr erinnert Euch noch an das lustige Schiff, das vor einigen Wochen die Durchfahrt durch den Suezkanal komplett blockierte, weil es quer lag? Die Ever Given, auf der in riesigen Lettern EVERGREEN stand? Ja, oder?

Die Webseite Vesselfinder hat den Vorgang umfassend dokumentiert.

Ausgangslage: Da lag ein riesiges Schiff quer, blockierte tagelange den Kanal, hinderte dessen Eigentümer am Geldverdienen und die wollen jetzt Schadenersatz.

Weil es um eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt geht, handelt es sich auch um eine hohe Summe: 900.000.000 Dollar. Als schönes Pfand haben die Eigentümer der Wasserstraße einfach das lustige Schiff beschlagnahmt. Es ist um die 400m lang und sollte zusammen mit der Ladung dieser Summe entsprechen.


Die Reederei namens EVERGREEN möchte wohl ihr Schiff zurück haben, aber die 900 Millionen reuen sie trotzdem, auch wenn sie sie hätte und bezahlen könnte. Daher setzt sie die Geschichte von der Havarie-grosse in die Welt¹. Dieses “Seit der Antike!”, seit Jahrtausenden, soll den Juristen ganz subtil sagen: Gewohnheitsrecht.

Das Verfahren läuft angeblich (also laut SPIEGEL-Artikel) seit der Antike so, dass bei einem Verlust eines Schiffes durch außergewöhnliche Situationen die Nutznießer entsprechend dem Wert ihrer Ladung am Schaden beteiligt werden. Angeblich.

Die Reederei versucht ziemlich unverschämt, die Spediteure an ihrem Versagen zu beteiligen. Die Spediteure streiten natürlich weniger gerne mit einer finanzstarken Reederei als mit einem kleinen Einzelhändler aus der Vorstadt.

Und vielleicht weiß der Einzelhändler ja gar nichts von dem Quatsch, den die Reederei da verzapft hat …und sein Anwalt vielleicht auch nicht? So kommt es dann ganz zuuuuuufällig zu vermeintlich unterhaltsamen Artikeln im Nachrichtenmagazin Der Spiegel, die Geschädigte Stück für Stück auf ihre Rolle als Zahlungspflichtige vorbereiten.

Die treue Leserin weiß es: Der Große Bloguator™ ist kein Jurist und schon gar nicht für Seerecht. Aber!

Jeder kennt die Versicherungsbedingungen, die Schäden durch Kernkraft, Krieg und Höhere Gewalt ausschließen. Also jeder “sollte” sie kennen, denn genau das steht in so ziemlich jedem Versicherungsvertrag.

Nur, dass der Schaden der Ever Given halt gar nicht durch ein unvorhersehbares Ereignis, durch Höhere Gewalt ausgelöst wurde - sondern durch Grobe Fahrlässigkeit - und das ist etwas ganz anderes.

Klingt komisch? Tja.

Einige Tage nach dem Lockdown im Suezkanal hieß es, der Kapitän habe ja vorher Penisbilder ins Rote Meer gemalt! Und sowas kommt ja wohl von sowas! Viele haben Abbildungen des geplotteten Fahrweges gesehen. Beweis!

Das Penisbild mag ein Beweis für den etwas kauzigen Humor des Kapitäns sein, aber es beweist vor allem eins: Das Schiff hat auf die Einfahrt in den Kanal gewartet. Die voraussichtliche Wartezeit war jedoch nicht lang genug, dass es gelohnt hätte, einen Parkplatz zu suchen und den Anker zu werfen.

Während der Fahrzeit, die es für das Penisbild brauchte, hat das Riesenschiff mutmaßlich etliche Tonnen teuren Treibstoff verbrannt. Sowas macht kein Kapitän, der es bis zur Führung eines solchen Riesen gebracht hat, nur aus Langeweile. Sondern beispielsweise, weil er auf die Einfahrt in den Kanal warten muss und nicht weiß, wann es losgeht.

Da waren nämlich noch andere, kleinere Schiffe, die auch passieren wollten. Und vor allem herrschte überaus starker Westwind². Man konnte ihn sogar auf den Wetter-Apps in Deutschland bequem verfolgen. Dieser starke Wind war dem Team der Ever Given mit Sicherheit bekannt.

Die Ever Given ist voll beladen etwa so groß wie 8 handelsübliche Hochhäuser und dadurch sehr empfindlich gegen Wind von der Seite. Der Suezkanal verläuft im Wesentlichen von Nord nach Süd, Westwind bedeutet: Wind genau von der Seite.

Gegen Seitenwind gibt es in der Seefahrt eine einfache Maßnahme, um  auf dem vorgesehenen Kurs zu bleiben: Vorhalten. Das heißt, man dreht die Nase des Schiffes dem Wind entgegen. Je mehr Wind, desto größer muss der Vorhaltewinkel sein, ist klar. Außerdem haben so große Schiffe lange Reaktionszeiten. Wenn also eine heftige Bö einfällt, dauert es eine Weile, bis das Schiff den entsprechenden Vorhaltewinkel eingenommen hat. Auf hoher See, mit viel Platz drum herum, ist das kein Problem. Nun hat ja jeder gesehen, dass im Suezkanal sehr wenig Platz ist, quer passt so ein Riese da gar nicht rein.

Je schneller das Schiff fährt, desto kleiner kann aber der Vorhaltewinkel sein. Hätte die Ever Given mit Vollgas durch den Kanal brettern können, wäre vermutlich gar nichts passiert.

Konnte sie aber nicht. Da waren nämlich noch andere Schiffe. Man sieht in den Logfiles sehr schön die Perlenkette von Fahrzeugen. Die meisten kleiner und daher deutlich langsamer als die Ever Given.

Nun hatte der Frachter auch Lotsen an Bord. Die wissen alles über ihre Region der Welt, kennen jede Untiefe und jedes Seezeichen, könnten auch so ein Riesenschiff selbst steuern - und lehnen jegliche Haftung ab. Schon weil der Kapitän immer noch besser weiß, wie es sich bei sehr starkem Seitenwind verhält.

Der Käptn wird all diese Risiken gekannt haben. Sonst wäre er nicht der Käptn geworden. Und weil das Risiko wirklich groß war, wird er seine Chefs angerufen haben und gefragt haben, was er denn tun soll? Mit Sicherheit hat er das.

Und die Chefs werden geantwortet haben “Herr Kapitän, SIE können die Lage doch viel besser einschätzen als wir. Tun sie, was ihnen richtig erscheint … ABER UNTER ALLEN UMSTÄNDEN MÜSSEN SIE DEN TERMIN EINHALTEN!!!” Und dann haben sie ihm vielleicht noch einen kleinen Vortrag über die Vertragsstrafen bei verspäteter Ankunft sowie Auslastung und Amortisierung so großer Schiffe gehalten. Und dann war dem Käptn vermutlich klar: Er soll  losfahren.

Nun gibt es in der Seefahrt eine ungeschriebene Regel, die wichtigste von allen: “Tu nichts, was schiefgehen kann!” Anders ausgedrückt: Wenn es schiefgehen kann, lässt man es sein. Oder trifft Vorkehrungen, damit es nicht schiefgehen kann. Immer.³ Man hätte einfach warten können, bis der Wind nachlässt. Es war von vornherein klar: Länger als 12 Stunden würde das auch nicht dauern. Aber so-ooo lange will in der modernen Welt niemand warten, auch nicht bei einer 6-wöchigen Seereise.

12 Stunden Verzögerung hätten womöglich mehrere Tausender gekostet, für das Umdisponieren in den Häfen der Welt oder als Vertragsstrafe bei einem der Empfänger der Ware. Der jetzige Schaden, die aktuell geforderte Summe, beträgt 900 Millionen.

Wir lassen das alles einen Moment sacken.

Und fassen zusammen: Dass es schiefgehen kann, war zweifellos bekannt. Vorkehrungen hat man nicht getroffen. Und das, liebe Leser, ist der Unterschied zwischen Höherer Gewalt und grober Fahrlässigkeit. Jeder Richter wird das verstehen.

 


¹ im Wikipedia-Eintrag dazu heißt es wörtlich “sofern nicht ohnehin der Schädiger diese Kosten zu erstatten hat.”
² die Webseite Meteomatics weist es sogar rechnerisch nach und kommt zu dem Schluss, dass die beiden Bugstrahlruder jedenfalls nicht ausgereicht hätten, um den Kurs zu halten
³ Ausnahme ist die Regattasegelei: Da wird das Risiko gesehen, kalkuliert und dann macht man es trotzdem

18 November 2020

Sambalolekaufstrichkopie

Ja, ganz recht, gemeint ist die Kopie eines Sambal-Olek-Aufstrichs und ihre Bearbeitung. Wenn man Der Große Bloguator™ ist, liebt man Wörter mit mehr als zweiundzwanzig Buchstaben.

Beim Veganozahn MajorKoryu stolperte kürzlich der Große Bloguator über das Experiment zu einem veganen Brotaufstrich. Dieser war ursprünglich auf der Basis weißer Bohnen.

Um sich die Arbeit etwas einfacher zu machen und weil der Schnellkochtopf gerade belegt war, gab es beim Nachmachen eine Abwandlung¹: Statt selbst gekochter weißer Bohnen einfach vorgekochte Kichererbsen aus der Dose. Und damit man was frisches zu beißen hat, noch gehackte Zwiebel zum Schluss. Das geht in <10min. ab und ist sehr lecker:


Sambal Olek Aufstrich

Zutaten

  • kleine Dose gekochte Kichererbsen
  • Olivenöl
  • Sambal Olek
  • Tomatenmark
  • japanische Sojasoße
  • Kräuter der Provence
  • Salz
  • Zwiebel

Die Mengenangaben habe ich entfernt, alle Mengen nach Augenmaß zugeben. Und nicht zu sparsam! Auch den Sambal Olek!

Die Kichererbsen ordentlich schütteln², in ein Glas abgießen und das Kochwasser aufbewahren. Alle Zutaten außer der Zwiebel miteinander pürieren. Wenn das Püree dann zu fest ist, die Geschmeidigkeit einstellen, indem man einen Teil des Kochwassers wieder unterrührt. Die Zwiebel kommt zum Schluss gehackt rein.


Joh, so weit, das wars schon. Und noch zur Kritik:

Olivenöl, Kräuter der Provence und Kichererbsen vertragen sich so schon sehr gut miteinander. Der Sambal Olek und die Sojasoße sind säuerlich, das passt ganz gut zu den sehr unpikanten Kichererbsen. Das Tomatenmark macht alles wieder ein wenig süßer, aber auch tomatiger. Weil Tomaten kalt ihren Geschmack verlieren, schmeckt der Aufstrich am besten, wenn er nicht direkt aus dem Kühlschrank gegessen wird.

 

 


¹ naja, und weil der Große Bloguator™ nichts einfach so hinnehmen kann, wie es ist. Insbesondere Empfehlungen. Oder Kochrezepte. Aber nicht nur, natürlich.

² in einigen Dosenkichererbsen lassen die Hersteller die Trübung vom Kochen drin, die sich dann als Schleim unten absetzt. Das ist erstmal irritierend, aber gar nicht schlimm.
Misstrauisch werde ich seit einiger Zeit, wenn da kein Schleim ist: Keine Ahnung, warum und wie sie den entfernen, wahrscheinlich durch Waschen. Aber vermutlich werden dann aus kleinlichen Erwägungen auch schon wieder ursprünglich vorhandene Nährstoffe weggespült. Oder anderweitig verscherbelt.

02 Oktober 2020

Weltraumwumme

englisch: Hypergun⁴
 
Während des Wettlaufs zum Mond bemerkten die Amerikaner, dass ihre Kugelschreiber im Weltraum nicht schreiben. Die NASA beauftragte daher die Entwicklung eines Kugelschreibers, der auch ohne Schwerkraft funktioniert, zum Preis von 1 Million Dollar. Das entsprach damals dem Gegenwert eines voll eingerichteten Vororts...
 
...die Russen benutzten einen Bleistift.¹
 
Die Geschichte der exotischen Raumfahrt­utensilien ist damit aber nicht zu Ende: Die Sowjets beispielsweise ließen eine sehr leichte Pistole mit sehr großem Kaliber entwickeln² und nahmen sie mit in den Weltraum.
 


 
Wer in einem handelsüblichen Raumschiff mit so einem Ding schießt, zerstört zuerst das Raumschiff und gleich auch sich selbst. Die Kosmonauten wussten das. Niemand kann heute mehr sagen, wen sie im All wirklich anzutreffen erwarteten.
 
Gemäß offizieller Auskunft sollte daher die neue Pistole nur nach der Landung in der Tundra zur Verteidigung gegen Wölfe und Bären dienen. Es kam nämlich vor, dass das Bergungsteam die landende Kapsel aus den ... Augen ... verlor und trotz geballter Sowjetmacht, Hubschraubern und Universalfahrzeugen erst geraume Zeit nach dem Wiedereintritt am Landeplatz auftauchte. Die Amerikaner hatten die Anweisung, in diesem Fall einfach noch eine Weile in der Kapsel sitzen zu bleiben. Sie sollten die Tür erst auf ein vereinbartes Klopfzeichen hin freigeben.
 
Von den russischen Bären und Wölfen allerdings erzählte man sich, dass sie mit ihren überragenden Fähigkeiten und Schweißbrennern so eine fragile Raumkapsel in dreißig Minuten öffnen könnten. Das beunruhigte auch die abgebrühtesten Kosmonauten.
 
Und deshalb brauchte es eine moderne, superleichte, großkalibrige Pistole für die sowjetischen Helden der Raumfahrt.
 
Nach dem Ende ihres Abenteuers und Erfüllung ihrer Pflicht als aufrechte Kommunisten durften die sowjetischen Raumfahrer diese außergewöhnliche Pistole als Andenken behalten und mit nach Hause nehmen, sogar mit dem hübschen Aufbewahrungs­köfferchen. Einer schoss sich später beim Reinigen versehentlich einen Finger ab. Einem anderen erschlug die Pistole beinah seinen Hund, als sie im Schlafzimmer der 2-Zimmer-Plattenbau-Wohnung vom Schrank fiel.
 
 
 
 

¹ diese Anekdote ist - wie das meiste hier im Blog - eine urbane Legende: Fisher Space Pen Co. für Astronautenmissionen

² angeblich sogar zwei. Die eine ist der hier abgebildete Revolver TOZ-81 Mars, welcher mit einem ähnlichen Gerät namens TP-82 um den Platz in der Raumkapsel konkurrierte. Und übrigens verlor. Weitere Geschichte hinter dem Link

³ lustig ist, dass man überhaupt meinte, so ein Gerät durch den Weltraum bis zur Landung mitschleppen zu müssen:

"Durch die gewaltigen Mengen an Treibstoff ist das Verhältnis von Startgewicht zu Nutzlast bei einer Rakete extrem ungünstig: Es liegt für die europäische Rakete Ariane 5 bei 2,8%, für das amerikanische Spaceshuttle gar nur bei 1,3%."

Das zusätzliche Gewicht von ca. 2kg muss also mit dem etwa 50-fachen Gewicht an Treibstoff erkauft werden. Wie man unter dem Wikipedia-Link zu ² nachlesen kann, war offenbar der extrem unwahrscheinliche Fall tatsächlich bereits einmal eingetreten, in dem man so eine Pistole brauchte. Aber AKW-Unfälle sind ja auch extrem unwahrscheinlich.

⁴ Ausdruck für ebendiesen Blogbeitrag erfunden. Aber *es könnte* so sein.

07 Januar 2020

Verfolgungsjagd

Gestern abend bin ich in Berlin in eine Verfolgungsjagd geraten.

Ja, klar, die Leute, die nicht in Berlin wohnen, denken ja nicht nur, dass wir unseren Flughafen nicht fertig kriegen. Sondern auch, dass hier andauernd Verfolgungsjagden stattfinden. Dem ist nicht so¹.

Es handelte sich auch um eine deutsche Verfolgungsjagd², keine amerikanische. In einer amerikanischen fahren Bruce Willis oder Jake und Ellwood Blues in einer riesigen, stark motorisierten Limousine mit schlechter Straßenlage und haben zwanzig weitere riesige Limousinen mit Blaulicht und Sirene am Hacken.

In einer deutschen Verfolgungsjagd brettert ein silberner Opel Corsa im zweiten Gang mit heulendem Motor an einem vorbei - menschenleere Straße, aber ca. 90 Stundenkilometer - und mit etwas Abstand dahinter kommt *ein* betagter Polizei-Kombi aus deutscher Produktion mit Blaulicht.

Der Corsa gerät beim Abbiegen aus der Spur und kommt zum Stehen. Vom Polizei-Kombi wird er vorne blockiert. Ein weiterer Kombi trifft ein, bevor der Corsafahrer den Rückwärtsgang gefunden hat, und platziert sich dahinter.

Die Tür des ersten Kombis wird aufgeworfen. Nun erwartet man eine Dienstperson mit gezückter Waffe und energischer Stimme. Aber bevor es so weit kommen kann, findet der Corsafahrer wenigstens den Vorwärtsgang und fährt in elegantem Schwung einfach vorne an dem ersten Kombi vorbei und dann weiter. Das Rennen ist wieder offen!

Ja, natürlich sind deutsche Beamte gehalten, die Verhältnismäßigkeit der eingeleiteten Maßnahmen zu beachten. Und auf keinen Fall Menschenleben zu gefährden. Nein, auch nicht das des Flüchtigen!

Der erste Sheriff springt hektisch wieder in den Wagen und die beiden Fahrzeuge machen sich auf die Nacheilung. Sie geraten schnell außer Sichtweite.

In den Augenblicken danach hört man überall aus den umliegenden Straßen weitere Martinshörner und sieht weitere Fahrzeuge mit Blaulicht, auch mehrere, die sich in krass entgegengesetzter Richtung bewegen. Das ist dann doch ein wenig wie im amerikanischen Verfolgungsjagdfilm.

Der berlingeschulte Beobachter stellt sich den Beifahrer des ersten Polizei-Kombis vor, wie er den Fahrer mit quietschenden Reifen fahren lässt, mit den Hinterrädern um die Ecken driftend, sich mit einer Hand oben an dem Griff festhält und ungerührt seiner Rennleitung Kreuzung um Kreuzung die aktuelle Position durchgibt:

“Sind jetz Breite Straße Ecke Leipzijer, dit is der vierte Rotlichtverstoß in sechs Minuten, zählt jemand mit? Biecht jetz links ab, da kommt ne Baustelle, weeß ick. Und denn Einbahnstraße - hm? Nee, richtichrum, musste nich mitzähln. Jerät vorüberjehend außer Sicht, ham wer gleich wieder. Ach, da vorne, biecht links ab in die Markgrafen, Rotlichtverstoß Nummer fünf …”

…wir blenden allmählich aus. Irgendwann später wird der Flüchtige von einer anderen Funkwagenbesatzung ausgebremst und zusammen mit Fahrzeug und Papieren eingezogen.

Ich betone: Wir haben das hier NICHT jeden Tag. Keineswegs.





¹ außer gestern übrigens: Gestern Abend waren gleich zwei.
² die Sache mit der Verfolgungsjagd wird hier sehr schön erklärt: “Für die Beamten handelt es sich bei der Verfolgung um eine Sonderform der Dringlichkeitsfahrt

05 Januar 2020

Sensationell simples Quitten-Schelee!

Ihr dürft meinetwegen auch Quitten-Gelee schreiben, Titel ist nur so, weil es so schön allitteriert

Auf Anregung von Äintschie kam Der Große Bloguator™ kürzlich ein Video über Quittensirup zu sehen: Jalea de membrillos bei Youtube.

Zusammenfassung:

  • 1kg Quitten
  • 1L Wasser
  • 1kg Zucker
  • 1h Kochen

Das klingt so simpel, dass es der interessierte Experimentator unbedingt ausprobieren muss. 

MUSS EINFACH!

Das beste daran ist aber, dass man mit den Quitten nichts weiter anzustellen braucht, sie kommen am Stück ins Wasser mit dem Zucker und werden eine Stunde lang gekocht.

Am Ende erhält man einen Liter Quittensirup. Und die gekochten Quitten kann man essen!

Weil im Haushalt des Großen Bloguators für Sirup nun leider gar keine Verwendung ist, kamen nach dem Abfischen der Quitten noch ein paar Gramm Alginat hinzu und es wurde noch einmal 5min. gekocht. Damit wird aus dem ohnehin zähen Sirup ein Gelee. Bingo!






habe ich Alginat geschrieben? Ich meinte natürlich AMALGAM.
Hm? Nee, doch Alginat, also Agar-Agar, klar.

27 November 2019

Verlegenheit

Farfalle kochen

Semmelbrösel anrösten
Butter
Zwiebeln
Kürbis*
Becher Schlagsahne
Salz
Ingwer
Kardamom
Teil vom Nudelwasser in die Pfanne




* Hokkaido oder Butternut - Hauptsache, die Schale wird beim Kochen weich

Farfalle habe ich eigentlich nur geschrieben, weil sie gerade da waren. Meinetwegen dürft Ihr auch andere Nudeln nehmen.




erneutes Experiment aus der Reihe "Man nehme ... was gerade da ist"

18 November 2019

Antike Ankdote

Wie Nero einmal nicht bekam, was er wollte. Und wie sein Haushofmeister voll der Verzweiflung war darüber, dass er seine Majestät nicht zufrieden stellen konnte und ausrief "Aber Herr, Gott unter Göttern, Einzigartiger! Im Januar wachsen nun mal keine Erdbeeren!" 

Und wie Nero daraufhin sich empörte: "Bin ich der Kaiser von diesem verkackten Riesenreich oder was? Wofür mache ich das alles hier überhaupt!"

Und wie der Haushofmeister darauf, nicht achtend möglicher Züchtigung, erhobenen Hauptes mutig entgegnete: "Trotzdem nicht."

Und wie Nero daraufhin nicht etwa Rom anzündete, und auch nicht den Haushofmeister vierteilen ließ und sogar nicht einmal ein paar Christen den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen. Sondern wie er mit gespitzten Lippen antwortete: "Na gut. Dann eben nicht."

09 September 2019

SUV-Melancholie

Der SUV ist das Symbol für ziemlich vieles, das in Deutschland derzeit so schief läuft: Auseinander­klaffende Einkommens­schere, Prahlerei, Rücksichts­losigkeit, Uneinsicht, aber auch Neid und/oder Lobbyismus.


Eigentlich braucht es keinen Grund für so eine Betrachtung, sie war ohnehin längst fällig, aber es gibt derzeit wieder einen konkreten Ausgangspunkt: In Berlin ist ein schwerer Unfall geschehen, bei dem ein Fahrer mit einem SUV vier Menschen auf dem Bürgersteig getötet hat.

Ich wiederhole: "SUV" - "vier Menschen" - "Bürgersteig".

Die üblichen Umweltschutzverdächtigen nehmen dies zum Anlass, ein Verbot von SUVs in Innenstädten zu fordern: Der Fußgängerverband, die Umwelthilfe, grüne Politiker.

Die üblichen Ignoranzverdächtigen nehmen diese Forderung zum Anlass, vom Problem abzulenken: Ein Einzelfall, Fahrer war womöglich krank, überhaupt sei es ja immer der unbedachte Fahrer, das SUV könne doch gar nichts dafür, Pietätlosigkeit, Thoughts & Prayers usw. Man kennt die ganze Argumentationskette von der amerikanischen Waffenlobby, wenn es wieder einen Amoklauf gegeben hat, und kann sie 1:1 hierher übertragen.

Grundlage von allem: Die Autoindustrie baut SUVs, weil sie sich in Deutschland sehr gut verkaufen. Es gibt nicht nur eine Nachfrage, sondern auch überraschend zahlreiche Leute, die sich so einen Riesen-Kasten leisten können und wollen. Offenbar wird an den "Geländewagen" sehr gut verdient, jedenfalls besser als an Kleinwagen, daher werden sie offensiv beworben. Für die Industrie gibt es überhaupt keinen Grund, davon abzulassen.

Dass die Verkaufszahlen dieser Geräte derzeit so rasant steigen, liegt einfach an der Einkommensschere in Deutschland: Mehr Leute können sich ein teures Auto leisten, wissen nicht mehr wohin mit ihrem Geld, und gleichzeitig können sich mehr Leute gar kein Auto leisten.

Die Nachteile der neueren SUV sind allgemein bekannt: Sie sind im Durchschnitt viel größer und schwerer als ein herkömmlicher PKW, brauchen mehr Platz, verbrauchen rundherum mehr Ressourcen, und zwar nicht erst während der Fahrt, sondern auch schon bei der Herstellung. Bei Unfällen mit SUV ist derjenige, der nicht im SUV sitzt, eigentlich immer der Unterlegene: Fahrer von Kleinwagen, Fußgänger, Radfahrer.

Und vorher auch, ein SUV ist ja nicht nur größer und schwerer, sondern notgedrungen auch stärker motorisiert und teurer als ein klassischer PKW.

Das hier ist keine wissenschaftliche Abhandlung deshalb lassen wir die wissenschaftliche Definition eines SUV einfach mal weg. Die geneigten Leser wissen schon, was gemeint ist: Nicht der poplige Lada Niva, nicht der kleine SUBARU des Revierförsters. Sondern über 2,00m breite Riesenkisten, halbe Tonne schwerer, breitbereift und tiefergelegt, Alufelgen und mit hunderten von PS, in denen aber auch nur 5 Personen mitfahren können. In der Regel sitzen maximal 2 drin und für Wege abseits asphaltierter Straßen sind solche Geräte denkbar ungeeignet. Man kann damit aber gut auf dem Bürgersteig parken, das ist die eigentliche Bedeutung von Off-Road.

Warum kaufen Kunden nun wohl diese monströsen Apparate? Hauptsächlich zwei Gründe, man kommt ja ganz schnell drauf: Prestige - sie wollen halt angeben mit dem unübersehbaren Monstrum. Und "Man sitzt ja so schön hoch und kann so gut sehen!", also schon ein irgendwie praktischer Aspekt. So bequem und so viel Platz - den man das ganze Jahr über nicht braucht.

Wer einmal mit einem PKW hinter einem SUV her gefahren ist weiß: Gut sehen kann nur der SUV-Fahrer - allen anderen raubt er die Sicht. Genauso verhält es sich mit der Sicherheit, betreffs Unfälle: Sicher ist nur der SUV-Fahrer. Genauso verhält es sich mit dem Verbrauch: Wer schon eine deutlich höhere Summe für das Auto ausgegeben hat, dem ist der Spritverbrauch, wie auch die Umweltbelastung, herzlich egal.

Aber ein SUV ist gut fürs Ego: Der Fahrer sitzt bereits höher, auf die meisten anderen Verkehrsteilnehmer kann er überlegen herabsehen. Einige der SUV-Fahrer (nicht alle) verhalten sich dann auch entsprechend rücksichtslos und fahren wie die Schweine. Beinahe jeder in Berlin ist schon einmal von einem SUV mit aufheulendem Motor überholt worden. Klar, wer so ein Auto zum Angeben gekauft hat, der will damit eben auch angeben. Und er will GENAU DIESEN Neid spüren, der jetzt wieder so heuchlerisch beklagt wird.

Die Vorteile des SUV gehen irgendwie immer auf Kosten der anderen. Das ist im besten Fall gedankenlos, im Normalfall aber einfach rücksichtslos. Und genau deshalb sind diese Kisten bei der Restbevölkerung so verhasst.

06 Juli 2019

Vergangenheit - Waldbad

Der Große Bloguator™ begibt sich gerne auf Zeitreise. Beispielsweise an Orte seiner Jugend. Beispielsweise in seine frühere Heimatstadt¹, aus der er vor langer, langer Zeit im Unfrieden geschieden ist.

Mittlerweile hat Der Große Bloguator™ jedoch seinen Frieden gemacht: Mit seiner Heimatstadt, mit den Verhältnissen und mit den meisten Menschen im Allgemeinen. Nicht mit allen, selbstverständlich.

...hm? Äääh, ja, es geht um einen Ort, an dem sich Der Große Bloguator™ in einer Zeitschleife wähnt, nämlich das Waldbad namens Langer Teich, ein wenig außerhalb der Ortschaft, mitten im Wald.

Früher, noch zu Zeiten der Mauer und des Eisernen Vorhangs, war dieses Waldbad eine der Top-Freizeitdestinationen der Bewohner dieser Kleinstadt am äußersten Rande Deutschlands. In den Ferien und an Wochenenden war es brechend voll, man musste sehr früh am Tag anreisen, um auf der Wiese einen freien Platz für sein Handtuch und den kleinen Rucksack zu finden. Über dem ganzen hingen ganz typische Gerüche: Holzschutzmittel, Grillimbiss, Wald, Gewässer.

Umziehen konnte man sich in einem hölzernen Gebäude, weiter hinten mit verschließbaren Schränken, weiter vorne mit Sammelumkleiden für die Kinder. Warum auch immer.

Wie in anderen Bädern auch gab es einen Kiosk mit Eis und Bratwurst. Der Geruch von Holzschutzmittel mischte sich mit dem von Sonnenöl. Aber im Gegensatz zu anderen Bädern auch mit dem Geruch von Wald. Und einem Hauch von Fischteich.

Eine sehr eindrucksvolle Kulisse.

Nun ergab sich an einem Sommertag im Jahr 2019 die Gelegenheit zu einem erneuten Besuch, mit etwas mehr als 40 Jahren Abstand. Aus der Presse war zwischenzeitlich zu erfahren, dass das Waldbad von einem Verein betrieben wird und nicht mehr kommerziell - wurde es vielleicht auch nie, keine Ahnung.

Eigentlich sollte es nur ein kurzer Blick von draußen werden, an der Hecke vorbei, über den Zaun der Badeanstalt: Um zu sehen, wie viel davon noch unverändert existiert². Und um nicht Eintritt zu bezahlen für das Recht, voll bekleidet zwischen lauter gestrandeten Walen herumzustolpern.

Nun ja, wie es so ist mit den Erwartungen: Die Hecke gibt es nicht mehr. Aber dafür kostet es auch keinen Eintritt. Und an einem Samstagnachmittag im Sommer kurz vor den Ferien herrscht erstaunliche Weite: Es gibt kaum Besucher!

Ein paar Dinge sind aber immer noch da: Der Steg aus Beton und der Sprungturm mit dem 3m-Brett. Das Nichtschwimmerbecken. Die Sammelumkleiden aus Holz, "Knaben" und "Mädchen", ohne ein einziges Fenster aus Glas und mit dem originalen Geruch nach Holzschutzmitteln von vor 40 Jahren. Der Kiosk, wo man immer noch NOGGER kaufen kann: "Nogger dir einen!"

(FLUTSCHFINGER stammt erst aus den 1980er Jahren, wird aber auch verkauft. Leider inzwischen auch MAGNUM³. Aber sie haben auch einfach Pommes und Schnitzel)

Neu hinzugekommen sind zahlreiche hübsche Kabinen aus Holz, mit Edel­stahl­duschen in der Mitte, über dem alten Becken. Und neu hinzugekommen ist eben die unfassbare Menschenleere dieses unspektakulären, wirklich schönen Ortes: Am Samstag der Ankunft des Großen Bloguators™ insgesamt nur ca. 30 Besucher.

Daher hier die klare Empfehlung an alle, die es im Sommer in den äußersten Nordosten Bayerns verschlägt: Geht ins Waldbad Langer Teich!


nein, es ist keine Wüste, am Tag des Besuches hatte es bereits eine Weile nicht geregnet



























¹ vgl. hier: Abrechnung mit einer Heimatstadt
² sehr hohe Wahrscheinlichkeit: Unveränderung ist eine der Kernkompetenzen der Ortschaft
³ über MAGNUM wird hier sicher noch eine eigene Litanei erscheinen

06 Mai 2019

Lernerfolg

….oder was auch immer. Na, jedenfalls, nach nur 18 Jahren eigener Webseiten ist es mir heute gelungen, das ˂⁰((( ~~˂ so zu substituieren, dass es von anderen Webseiten¹ nicht wegen der HTML-Tag-Klammer unvorhersehbar vermurkst wird.

ERFOLG!




¹ herkömmlichen Webseiten deutscher Sprache

31 März 2019

Sätze

Diesmal habe ich immerhin drei Sätze bis in die Mitte des Fettnapfes gebraucht.
Party. Junge Frau steht mir gegenüber und ich versuche ein Gespräch. 

Sie: "Ich bin kürzlich operiert worden."
"Ach ja? Zeig mal!"
"Da, schau."  sie zeigt auf eine Narbe am Hals, Höhe Kehlkopf, die bisher durch einen Schal verdeckt war.
"Oha, ziemlich groß. Das ist eine wunderschöne Narbe!"
"Schilddrüse..."
"Whoaa, sehr beeindruckend! Und so gerade - sehr stylisch, sieht total gut aus!"
"...ich habe Krebs."
"Oijoijoi... oh gott ... aaargh!"
Großer Bloguator™ beschämt ab. Der Rest des Abends verschwimmt im Alkoholdunst...

18 März 2019

Test! TEST!

Während Der Große Bloguator™ wegen der Sonnensegel so mit den antiken Nähmaschinen herumprobiert, entstehen unter anderem irgendwelche Dinge ohne direkten Nutzen.

Beispielsweise das folgende Teil, welches eigentlich nur eine Verpackung aus Tuchresten für einen Korb mit Blumenzwiebeln werden sollte. Beim Einfach-immer-weiter-Nähen hat sich das Projekt verselbständigt.

Um angesichts der Nutzlosigkeit der Objekte dem Rechtfertigungsdruck aus dem Wege zu gehen, rangieren sie unter dem Codenamen →Kleine Kunstwerke.










16 März 2019

Zweite Kasse!

Wir liegen seit einiger Zeit im Gentrification Area. Unser Supermarkt ist klein und ein wenig verwinkelt. Es gibt zwei reguläre Kassen und eine Notkasse.

Die erste Kasse befindet sich direkt in der Sichtachse und Der Große Bloguator™ wählt diese Kasse meistens, weil davor in der Ecke auch die Chips liegen. Und weil es schneller geht.

Die andere Kasse ist nämlich die, wo immer die Cleverle hingehen. Sie wird zu Stoßzeiten besetzt¹ und mit den magischen Worten eröffnet: "Sie können auch zu mir kommen…"

Dann stürmen die aufmerksamen Cleverle aus der bestehenden Schlange los und bilden dort eine neue Schlange, weil sie sicher sind, dass es dort ja "schneller geht". Würde es vielleicht auch - wenn da nicht die ganzen Cleverkunden wären.

Nahezu jeder von ihnen möchte "mit Karte!" zahlen. Das Cleverle begreift aber erst, dass er am Ende bezahlen muss, wenn der Kassenmensch den Preis gesagt hat und eine gewisse Pause eingetreten ist. Regelmäßig erst dann beginnt der Cleverkunde, dem es vorher gar nicht schnell genug gehen konnte, seine Karte umständlich hervorzukramen.

Ein Teil der Karten erfordert eine Unterschrift. Man braucht dafür beide Hände und in dieser Zeit weiß der Kartenkunde nicht, wohin mit der offenen Geldbörse, die er in der einen Hand hält. Frauen ergänzen den Balanceakt gerne noch durch eine Handtasche über dem anderen Unterarm.

Andere Karten erfordern eine Geheimzahl, aber keineswegs jeder der aufmerksamen Cleverkunden kann eine vierstellige Zahl sicher reproduzieren.

Außerdem hat mindestens jeder zweite noch eine abwegige Frage, einen Sonderwunsch, oder mit sicherer Hand nach der einen Ware im Regal ohne Etikett und Barcode gegriffen.

Die zweite Kasse in unserem kleinen Supermarkt ist sozusagen ein Sieb, das zuverlässig die Trottel des Kiezes herausfiltert.

Wenn die magischen Worte ertönen, "Sie können auch zu mir kommen…" verteidigt Der Große Bloguator™ seinen Platz in der ursprünglichen Schlange und verfolgt kopfschüttelnd das würdelose Schauspiel.

Das andere Sieb mit ähnlichem Effekt ist übrigens der kleine Bio-Supermarkt gegenüber.



¹ ja, sie tun das seit langer Zeit freiwillig, wenn sich ein Stau vor der Kasse bildet. Das mit Kreissägenstimme vorgetragene "ZWEITEKASSEAUFMACHENBITTE!" kommt hier im Laden nicht vor und wurde nur als Teaser im Titel missbraucht

05 März 2019

Abwegige Umwege

Ich fasse es nicht! LibreOffice erstellt in der derzeitigen Version 6.2 Inhalts­ver­zeichnisse immer schreibgeschützt. Man muss die Verzeichnisse eigentlich immer von Hand anpassen, aber den Schutz kann man nicht einfach aufheben¹.

Also, man kann schon, aber auf einem dermaßen abseitigen Umweg, dass kein geistig gesunder Mensch drauf kommt (jetzt, liebe Leserschaft, ratet einmal, warum Der Große Bloguator™ es trotzdem herausgefunden hat).

Die Lösung ist folgende:
Man markiert das Verzeichnis. Dann fügt man einen Bereich ein “Einfügen → Bereich”. Dort bekommt man das Angebot, den neuen Bereich zu schützen. Und genau deshalb lässt man den Haken bei Schreibschutz weg und macht zusätzlich einen Haken bei “editierbar in schreibgeschütztem Dokument”. Und voila! während sich vorher der Schreibschutz ums Verrecken nicht aufheben ließ, geht es jetzt reibungslos.

Und das, liebe Freunde, ist der Grund, warum niemand, der halbwegs bei Verstand ist, IT-Leute ernst nimmt².


In der Abbildung wird der Vorgang zu Demonstrationszwecken wiederholt, der neue Bereich hat deshalb die Nummer 2. Den hierfür bereits eingefügten Bereich 1  finde ich anschließend übrigens nicht wieder.

… short time after …
… kurze Zeit später …

So weit war diese freudlose Predigt also fertiggestellt, als das Ärgernis mit dem schreibgeschützten Verzeichnis auch bei älteren Dokumenten plötzlich nicht mehr auftritt. Eigentlich sehr schön. Der Weg zur Beseitigung war aber jedenfalls definitiv nicht der, der in der offiziellen Hilfe jedweder Office-Version beschrieben wird. Wer verzweifelt ist, kann es ja einmal so versuchen.





¹ die Lösung in vorangegangenen Versionen war übrigens → Extras → Optionen → LibreOffice Writer → Formatierungshilfen → Geschützte Bereiche → bearbeitbar machen
² vergleiche auch hier

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