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12 März 2015

Unreinste Reime

Ich schätze die Musik, muss es aber dennoch tun. Muss ... muss! Muss einfach!!!

Bei Youtube findet sich unter dem Stück Flammende Herzen des berühmten Elektronikmusikers Michael Rother folgender Text:

Official Website: http://www.michaelrother.de/en/
Flammende Herzen kann nichts trennen,

da sie immer füreinander brennen.

Noch nicht mal Ozeane könnten sie abkühlen,

du kanst es selber bei dir spüren.

Flammende Herzen sind hoch oben übern Regenbogen

und ist es Nacht siehst du sie toben.

Mit Sternschnuppen geben sie sich Zeichen,

um sich jederzeit zu erreichen.

Sie tanzen eng umschlungen im Mondlicht

und machen ein glückliches Gesicht.

Und willst du das alles nicht glauben,

brauchst du nur nach oben zu schauen.

 

Tja. Das gehört ins Reimlexikon, finde ich.

 

 

 


nicht ganz zufällig wird das hier unter der Rubrik "Reim dich, sonst...!" abgelegt, die sonst eigentlich für eigene zweifelhafte Erzeugnisse des Großen Bloguators™ gedacht ist.

13 November 2013

Mondmond

zum Verständnis¹ siehe hier


 

und dann wenn

der mond vorbei ist

wird es nicht dunkel

sieht man die gelben lichter

die die dunkle brücke beleuchten

sieht man die lichter der autos

die die dunkle straße beleuchten

sieht man die leute in dunkler

kleidung nach hause stolpern

im zwischenlicht zwischen finsternis

und nacht.

 


¹ Verständnis!

11 November 2013

Wolf

Jetzt erst, erst jetzt, in einem fortgeschrittenen Lebensjahrzehnt, in einem Lebensjahr für Fortgeschrittene, entdecke ich Wolf Wondratschek. Ich habe mit dem Klassiker begonnen, "Früher begann der Tag mit einer Schusswunde". Da heißt es unter anderem - unter anderem, es stehen auch noch andere Sachen drin:

Die Beschreibung der Ewigkeit enthält nur die Wiederholung des Zufalls.

Ja. Jawohl, so ist es. Genau!

Etwa nicht?

 


ich habe nie behauptet, dass ich verstehe, was er da schreibt

23 Mai 2011

Sophia Loren macht Pizza

In Zusammenarbeit mit der Glaserei und dem dort als Kommentator nahezu ständig anwesenden AlphaGeek präsentiert Der Große Bloguator™: Sophia Loren - ein Superstar ihrer Zeit



schönste aller frauen im blassblauen kleid
vor blassblauen fliesen
die haare röter noch als die tomaten
jener pizza in deren teigmehl du
gräbst
wühlst
knetest
lustvoll staubst
schweinst
ferkelst
und andere anregende dinge tust
die man tun kann mit pizzateig
konzentriert
mit blassem teint
blasser noch als das mehl
der pizza deren tomaten du
mit roten fingern verteilst
aber nicht so rot wie deine lippen
nicht so rot wie der aufdruck
der schältomatendose
links im hintergrund


sicher kommt der
käse später.






zu ihrer Zeit wurde Sophia Loren in Deutschland sehr häufig auf eine Identität als "Busenwunder" reduziert und in dieser vermeintlichen Rolle ebenso gerühmt wie geschmäht. Dabei: Wer könnte sich eine größere Pizzakönigin vorstellen?

25 März 2010

mond mond

von meinem fenster aus kann ich den mond sehen
wenn ich nachts am schreibtisch sitze
dem tisch mit dem blick über die brücke
über den sbahngraben
über die ehemalige hauptverwaltung der bvg
und der himmel weiß
was da früher noch alles verwaltet wurde
die hauptverwaltung auf der immer eine flagge hängt
der himmel weiß weshalb
ein sogenanntes hoheitszeichen
hoheit ist wohl so
dass sie sich unwohl fühlt ohne flaggen

und hinter der hauptverwaltung
und ihrer flagge
geht der mond manchmal unter
hinter der keuzung unter der hauptverwaltung
mit ihrem reichlichen überfluss an ampeln
wo immer fünf lichter gleichzeitig
rot anzeigen, oder gelb oder grün
oder jede andere farbe
die der fahrende passant so braucht
oder der gehende damit er nicht
überfahren wird

von meinem fenster aus sehe ich im mondlicht
die nachtschwärmer heimkehren
über die brücke herauf zur insel
bevor sie sich unten an der ecke
voneinander verabschieden
geräuschvoll und innig
um sich morgen ganz früh
mit derselben freude
wieder zu begrüßen
oder spätestens
übermorgen
ganz früh

von meinem fenster aus sehe ich unter dem mond
blaubelichterte fahrzeuge zu tatorten eilen
zu unfallstellen
zu anfallstellen
zu vorfallstellen
oder wo immer jemand mit blaulicht
gerade gebraucht wird
so dringend gebraucht wird dass
ein blaulicht gerade so ausreicht
um gerade noch reichtzeitig zu kommen
und manchmal
trotzdem
zu spät

von meinem fenster aus sehe ich
wie sich wolken vor den mond schieben
und wieder verschwinden
ihn manchmal in zarten dunst einhüllen
und manchmal in reines schwarz
finsternis die das melancholische leuchten des mondes
schlagartig ausschaltet
aber ebenso schlagartig
auch wieder erscheinen lässt
wie es ihr beliebt

von meinem fenster aus sehe ich den mond zuweilen
strahlen wie einen kugelrunden diamanten
so dass jede facette
beinah jede furche
mit bloßem auge zu erkennen ist
aber auch wie
kurz vor dem erreichen des horizonts
zwischen schornsteinen
und rotierenden mercedessternen
und ganz unhoheitlich herabhängenden flaggen
in dunkles rot getaucht
verblassen und versinken eins sind

aber bevor das noch geschieht
zieht der mond gemächlich seine bahn
mit einem blassen schimmer
in der feuchten luft
mit einem heiligenschein
mit einer krone aus dunst
oder hochnebel
oder sehr hoch schwebenden eispartikelwolken
oder irgendeiner anderen poetischen
erscheinungsform des wassers

der mond hat einen hof
wir werden regen kriegen



auf diesem sonst höchst authentischen foto leider kein hof um den mond. andere fragwürdige witze über hof aber bei bedarf hier.

13 Januar 2010

Pösie im weitesten Sinne

Zuerst den Dank an das von mir hoch geschätzte Weblog Glaserei. Dort werden die meisten Dinge abgehandelt, die den Großen Bloguator™ interessieren. Immer wieder geht es dort um Poesie, in Wort und Bild, aber auch um die Poesie, die Dingen, Ereignissen und Vorgängen innewohnt. Themen, die hier zuweilen auch diskutiert werden, aber vermutlich weniger tiefsinnig.

Eigentlich kann jeder der hiesigen Besucher auch selbst Glaserei lesen - aber dann habe ich ja niemanden mehr, der her kommt. Deshalb hier eine kleine Zusammenstellung von Literatur, Lyrik und Poesie im weitesten Sinne:

Alles beginnt mit den Vorschlägen, die einem die fortgeschrittene Informations- und Sinn-Such-Technik heute macht. Ob man will oder nicht. Die Glaserei hat einen hellsichtigen Artikel namens Vorschläger, der in einer leicht nachvollziehbaren Tirade über die Handy-Buchstabierhilfe T9 gipfelt.

Es gibt das vertiefende englischsprachige Blog Questionsuggestions, das einfach die Vorschläge sammelt, die Google einem macht, nachdem man ein paar Zeichen getippt hat. Der Autor der Glaserei hat daraus die Kunstform des Googledichtens entwickelt¹.

Und in den Kommentaren zum letzteren wiederum wird auf Searchrequest verwiesen, wo man erstaunliche Suchanfragen an Suchmaschinen sammelt. Ein Thema, das auch hier immer wieder einmal Resonanz findet, wenn aus Mangel an tragfähigen Ideen wieder einmal die Blogstatistik ausgewertet wird. Bei Searchrequest sind insbesondere die Beiträge vom Autor Simon zu empfehlen.

Und genau hier kommt der Moment für einen schönen redundanten Selbstbezug zu den Artikeln im Goldfisch-Blog, die sich ebenfalls bereits mit diesen Themen befasst haben: Ein Text namens "Besucher", die gesamte Rubrik "Helferlein Rechtschreib" und alles mit dem Stichwort "Statistik", beispielsweise der hier.


Meine Freunde sagen, dass niemand Lust hat, so lange Einträge zu lesen. Sehe ich ein. Schade.

Na gut, dann muss ich die Pointe leider auf den nächsten Beitrag verschieben.






¹ zum Selbstnachkochen: "Was ist m" in die Googlesuchzeile eingeben und ab dafür

22 September 2009

Dieser Sommer


anlässlich der eindrucksvollen gewittersaison

ein gewitter zieht herüber
und es kracht.
die sicht wird trüber
und die hölle öffnet ihren schlund,

überall blitzezucken.
rumpeln ringsumher, es macht
dir sehr was aus
wie nahe einer einschlägt und
schwerer regen lässt die welt beinah ertrinken
sturzbäche schießen jetzt vom dach
selbst die laternen fangen an zu sinken
und du denkst über eine arche nach

ein kleines schlauchboot wenigstens
das dich ein weilchen
auf den fluten hält
dann hast du noch ein wenig zeit
darüber nachzudenken
über dein ende
über langsames versinken
über ertrinken und über den
ungerührten fortbestand der welt.

musik - zwo - drei - vier:
es fährt ein boot
nach nirgendwo...

15 April 2008

Ruhm des Reims, zwei

warum sollte man nicht
in reimen einen film erzählen?
märchen, geschichten oder einen witz?
oder ist dieser gedanke einfach
schlicht zu schlicht?

ist er nicht.

was spricht dagegen, wörter, sätze
auf homophone endungen zu quälen
das klingt doch angenehm und deshalb
kann es ruhig dichten:

das reimen in gedichten von berichten.

man hört dann lieber zu, wenns nur
ein wenig interessant ist
und sich nicht ewig zieht

und dafür braucht es
nicht einmal
im hintergrund musik.
sehr treffend! denn sonst wär es ja
ein lied.

30 März 2008

Haiku


fernöstliche Kampfsportart

Einsames Auto auf Chaussee -
ein Montagmorgen.


Mist. Vergeigt.
Dann eben was anderes:

auf der bahnhofsuhr ist es
die ganze zeit sechs uhr.

die ganze zeit
und immerzu

auf der kaputten uhr
auf dem verlassenen bahnhof
von golßen, niederlausitz.

26 März 2008

Ruhm des Reims, eins


warum sollte man nicht
die welt in reimen sich erklären
in konstruierten wörterenden über
ihren zustand sich beschweren?

wer länger hin & her sie wendet
die schließenden vokabeln
findet vielleicht viel sicherer die richtung
bei zweifelhaften zielvorgabeln?


wer wörter knetet tut zumal
nichts schlimmes
egal ob es denn sinnvoll ist

das ist es eher meistens nicht
schlimmstenfalls beleidigungen
eines jeden sinnes
wenn er in abgegriffenen reimen pisst
... ? ... äh: spricht.

wer immer endlos an den wörtern kaut
sie biegt und beugt und glättet und poliert
kommt ab vom eingeschlagenen weg
auf einen pfad der schneckenförmig oder
in schlangenlinien hin zur einsicht führt.


naja, vielleicht auch nicht.
 

18 Oktober 2007

Mondwohnung

 
Ich wünsche mir eine wohnung
von der aus ich den mond sehen kann.
die ganze zeit.

den halbmond und
die zunehmende sichel und
den vollmond wie er in der abenddämmerung
riesig über der stadtautobahn aufgeht.
die ganze zeit.

die ganze zeit
wünsche ich mir das
und die ganze zeit
möchte ich den mond sehen

ich wünsche mir eine wohnung
von der aus ich den mond sehen kann

 

10 September 2007

Rechtschreibreform


erotisches Gedicht... so'ne Art von...

jenseits von Gut und Böse
jenseits von Glut und Möse
jenseits von Kuss und Hose
- das ist doch Quatsch mit Soße!

 

29 Juli 2007

Gedichte über schlimme Gerüche


die wilmersdorfer strasse nachts um halb drei

work in progress
nachts gehst du durch die wilmersdorf-
er straße und du sinnierst
"dieser geruch ist schorfer noch als schorf"
nach fisch scheint es zu riechen, totem fisch
nach siechem tier, für deiner
gierigen zeitgenossen tisch.

die laster halten dort und sie entladen
zu andrer laster stillung
auf eis verpackten fang.
so manches davon tropft dann auf die straße
des fisches dunst befreit sich aus der kühlung
und zieht passanten durch die nase
grau-grüner duft begrüßt hier tages gang.

nach gully riecht es manchmal
genau: nach abfluss und kloake
du bist genervt und fragst dich:
ist das wieder einer dieser tage?
wenn oben kalte luft liegt
und der warme dunst der gülle
aufsteigt und anschwillt und
heraufzieht aus der tiefen röhren hölle
die rohre leiden mangelndes gefälle
das wasser schwemmt den schmutz nicht fort
diesem kanal wär reinigung ein labsal.

der dunst von totem lamm
ein dönerladen an der ecke
triefendes fett und
tausend zwiebeln tag für tag
daneben kalte curry, pommes und boulette
am tag im brodelnd heißen öl und voller fett, genau
wie jeder schmerbauch sowas mag.

jetzt ist es nacht, ein wenig kühl
und du hast wirklich keinen Hunger und
strebst nach hause
mit voller blase und voll des guten Biers.
herzhafter dieseldunst zieht dir durch die Nase
am taxihalt steht einer und er lässt
den motor laufen und
da kommt schon wieder kundschaft und
jetzt endet deren Sause.

du bist schon froh, wenn sie dir nicht
jetzt vor die füße kotzen
das wär das letzte was dir heut noch fehlt, gehst
runter in die u-bahn, einfach
schnell nach hause, genau
das ist es, was jetzt zählt.

die u-bahn wo halbstarke pöbeln lärmen rotzen
noch zehn minuten bis sie kommt und
dann noch zehn minuten fahrt
in deiner wohnung ist kein stinker, der dich quält.

... musik - 2 - 3 - 4!
es fährt ein zug
nach nirgendwo...

... weiterweißichjetznich ... poet says: work in progress ...
 

04 Mai 2007

poemen

 
zuerst ein fernes sehnen und ein wollen
später folgt langes stöhnen
und dann grollen.

fragt sich ob wir von den problemen
den phänomenen
den ekzemen
und denen tränenreichen szenen
wirklich wissen wollen.

vielleicht.

die zeit, sie lässt sich dehnen und
hat doch ein ende
wie das meer zwischen den atollen
die liebe lebt in fernen theoremen
doch ihre gegenwart ist gähnen
und schmollen.

 

23 Januar 2007

Nach dem Fest (Vögelgedicht)


(in Erweiterung von Heinz Erhard)

Auf einem Baum, da sitzt ein Specht
Der Baum ist hoch - dem Specht ist schlecht.
Der Specht, er möchte motzen
doch leider muss er... ganz arg husten.

Und draußen in dem dunklen Forst
Erwacht die Gans im Adlerhorst.
Sie sieht sich um und spricht betroffen:
"Mein lieber Schwan, war ich besoffen!"


(weiß nich mehr wo ich den Rest geklaut habe, ist jedenfalls auch nicht von mir)

07 Januar 2007

3 - 2 - 1 - Humppa!


Spammer-Oratorium, klingt irgendwie auch nach "gaudeamus igitur"
Quadratur!
Volubilit!
get viagra
and other shit

quadraatuur
et aquavit
nen sixpack nehm'se
auch noch mit

quadraaatuuur
und dynamit
für schulen ein
massakerkit

quadratur!
volubilit!
der staatsschutz liest
schon lange mit...
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27 Oktober 2006

Gedichte über schlimme Gerüche (0,2)


manchmal kann man ja durchaus auch
seinen eigenen beobachtungen trauen

ab und an verfolgen mich
so manch schlimme gerüche
so dass ich schon beim denken dran
das bild allein verfl~che
die vorstellung wie widerlich es riecht
wenn dieser hammer diese feile
zu lang offen liegt.

ein penetranter ton von eisen
hängt dann in der luft
sofort ruft einer nein! das ist doch stahl!
man will ihn ebenfalls verfluchen diesen depp
den besserwisser diese nervensäge
aber man sagt sich scheiß drauf! ...ist ja auch egal...

dieser geruch von penetrantem eisen.

02 August 2006

Gedichte über schlimme Gerüche I

Also, im Kommentar zwei Punkte weiter unten haben einige schonmal gut vorgelegt. Ich denke, es ist an der Zeit, angemessen zu antworten.
Weil mir aber ohnehin nie Reime zur rechten Zeit einfallen wollen, soll es hier ein Haiku¹ sein. Der handelt definitionsmäßig von Naturbeobachtung und spielt in meiner nächsten Umgebung:


            mülltonne im hof
            ein wirt wirft fleisch hinein
            der geruch von verwesung





den Silbenfehler bitte ich zu entschuldigen
ist auch mein erster Haiku

¹ unsereiner wird ja auch von irgendwas inspiriert. Quelle hier.

23 Juli 2006

Fliesenklebegedicht

- anlässlich der Eröffnung der Reihe: Sinnfreie Limericks -


das verkleben der fliesen
im leben der riesen
ist überaus wichtig
und zudem ganz richtig
will man im bad keine wiesen


______________________________________
aua, aua, aua, ja, ich habe mit dem bau zu tun. merkt man das?

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