Den ganzen Tag Silberstreif am Horizont. Auch schön. Sogar Abendrot, ganz weit hinten. Nur direkt über mir, da ist nie klarer Himmel ...
... Mist!
Den ganzen Tag Silberstreif am Horizont. Auch schön. Sogar Abendrot, ganz weit hinten. Nur direkt über mir, da ist nie klarer Himmel ...
... Mist!
"Wenn der Schlagzeuger immer wieder so verträumt hochkuckt, dann denkt man, er geht im Geiste seine Steuererklärung durch. Ganz aufregender Typ."
"Oder er überlegt, was er seiner Freundin nach dem Gig für ein Essen kocht..."
"Also etwa gegen vier Uhr früh?"
"... in diesem Moment entwirft er eine verwegene Komposition aus Kartoffel, Ananas, Bohnen, Pepperoni, Kokosmilch und Petersilie."
"Aaah, ist das langweilig!"
"Genau ... lass uns noch einen Gregor trinken."
Wenn der Weihnachtsmann gar nichts bringt, dann bringt er vielleicht wenigstens eine Prise Tausalz für die vereiste verregnete Straße ... so wie hier in Russland:
Frohe Weihnachten an alle!
Falls sich irgendwer für die Musik interessiert - die Urheber sind in dem Video auch nicht weiter erwähnt - es handelt sich um "Awit Sa Trabaho" von Susie Ibarra
sorry, bisschen spät schon, aber ich muss es einfach tun...
Im Foto sehen wir, wie Obama um Mandela trauert. Also: Michelle Obama. Ihr Mann Barack Obama betrauert höchstens den Umstand, dass er seine Alte dabei hat. Wo er doch zu gerne das scharfe blonde Gerät aus Dänemark angraben würde.
Dass Genschman einen an der Waffel hat ahnten wir ja schon länger. Aber dass es ihm selbst im hohen Alter noch gelingt, auch Massen anderer in den Abgrund der Ahnungslosigkeit zu zerren, das ist erstaunlich. Etwa nicht?
Da feiern sie zur Zeit den Umstand, dass Genschman an der Strafverschonung des russischen Oligarchen Chodorkowski beteiligt war. Seine Freilassung aus der Haft wird als Erfolg verkauft.
Ist es nicht vielmehr so, dass die anderen russischen Großbetrüger ebenfalls ins Gefängnis gehören? Die Haftentlassung Chodorkowskis ist kein Erfolg, sondern das stumme Eingeständnis, dass man mit den zahlreichen übrigen Verbrechern weiter Geschäfte macht. Leute, die sich unter Jelzins Regierung am Volksvermögen Russlands persönlich bereicherten, mit Wissen und Billigung des größten Alkoholikers seiner Zeit.
Dass sich damals windige Gestalten in zwei Jahren Milliardenvermögen aneignen konnten, stört bis heute im Westen kaum jemanden. Niemandem fällt auf, dass nur ein einziger dafür jemals zur Rechenschaft gezogen wurde: Chodorkowski. Solche Ungleichbehandlung wird im Westen beanstandet und als Ungerechtigkeit ausgegeben. Weil der aufrechte Mann Kritik am neuen Zaren Putin äußerte, wird seine Haftstrafe für unangemessen gehalten. Stimmt vielleicht auch, im Vergleich mit den anderen, die es nicht erwischt hat.
Würde man an ihn den Maßstab westlicher Rechtstaatlichkeit anlegen müsste man wohl feststellen, dass zehn Jahre Haft eigentlich ganz zutreffend waren. Nur dass er sie allein absitzen musste, ohne die Gesellschaft der übrigen Oligarchen und Schwindler, das ist ungerecht.
Zwischendurch hieß es immer mal, der Mann sei enteignet und um sein Vermögen gebracht worden. Jetzt ist er so arm, dass er sich nach seiner Haftentlassung nur noch das Hotel Adlon in Berlin leisten kann. Der arme! Heißt: Von den ehemals zwanzig Milliarden sind jetzt vermutlich nur noch wenige hundert Millionen übrig. Das ist natürlich ein Skandal.
Wahrscheinlich hat sie hier recht: Die meisten Menschen haben eine Liste mit vor ihrem Tode abzuhakenden Punkten... abgehakt zu werdenden ... ? ... seienden ... ? ... ach, egal, am Ende sollen halt ein paar Wunschträume erledigt sein.
In meinem Fall waren das ein paar Bands wie Blink 182 und die Aeronauten, sowie ein paar Berge, nämlich der Berg Ararat und der Monte Baldo. Ich wollte auch mal eine Regatta gewinnen. Einige ungenannte Punkte sind noch offen. Andere Leute haben andere Träume.
Aber falls wirklich irgendjemand den Wunsch hegt, in einer Badewanne voll grünem Wackelpudding zu sitzen, soll er/sie sich bei mir melden: Das wäre mal ein schönes Projekt und mich würde weniges mehr freuen, als bei so einer Idee behilflich zu sein. Ja.
gab es da nicht mal den Hit "Lass mich dein Badewasser schlürfen!" ? So weit muss es meinetwegen nicht gehen, jedenfalls nicht bei jeder, wäre aber ebenfalls eine ausbaufähige Idee
heute: Grundrecht und Busfahrt
manchmal jerate ick mit mein bus in eene demo.
... nee, entschuldijunk, dit is nich richtich, ick muss dit jenauer formulieren, heute solls mal um jenauichkeit jehn...
also: manchmal überlappen sich die route von meine buslinie und die route von eene demonstration. für uns beede is denn keen platz. und weil demonstriern ja so eene art grundrecht is, muss ick mit mein bus in so eenem fall entweder warten. oder ick muss außenrum fahrn.
dit is nich schlimm. die meisten demonstrationen in berlin sind ja nich groß, oft nich mehr wie fünfundzwanzich jestalten. dit polizeiaufjebot is meistens dreimal so jroß, damit die demonstranten ooch sicher an ihr ziel kommn.
bei so kleene sachen warte ick einfach zehn minuten, bis die vorbei sind und denn jeht et weiter. bei größere aufzüje muss ick ne ersatzroute fahrn, nich weit außenrum. die haltestellen liejen nicht weit ausnander, und wenn ick außenrum fahre ham die leute oft ooch nich weiter zu loofen als so.
aba denn hab ick manchmal so touristen im bus. von auswärts. oder aus die außenbezirke, die sind noch schlimmer. die verstehn denn die welt nich mehr. bis klar is, ob ick umleitung fahre oder warten soll, bleibe ick manchmal een paar minuten stehn. nach kürzeste zeit kommt denn eener anjedackelt und fracht uffjerecht nach. seltsamerweise reden die denn von mir immer in die dritte person, besonders die jebildeten hansels aus der provinz, die tun denn immer besonders besorcht.
"Ist etwas passiert? Warum fährt denn der Bus nicht weiter?"
solche typen liebe ick besonders. um dit jespräch in gang zu bringn frage denn erstmal scheinheilich zurück:
"welcher bus?"
"Na, dieser Bus hier?"
"der in dem sie und ick jerade sitzen?"
"Ja, genau!"
"der bus hier fährt nich weiter, weil ick den lenke. und ick fahre nich weiter, weil da vorne ne demo is."
denn sind se janz erstaunt, dass solche busse heute anscheinend noch nich automatisch fahrn.
"Aber sind wir denn dann noch pünktlich?"
die sind tatsächlich überrascht, dass son großer bus wie meiner nich ne schöne schneise durch ne menschenmenge zieht. ick liebe solche typen.
"schon einstein sacht: pünktlichkeit is relativ!"
dit wolln die natürlich überhaupt nich hörn.
"Aber, können wir denn dann noch unsern Fahrplan einhalten?"
"wir komm wohl n paar minuten später an als die fahrplanprognose vorhersacht, schätze ick."
"Aber dann sind wir doch zu spät!"
die tun denn immer besonders besorcht. aba sorjen machen die sich nur um ihre eigene bequemlichkeit.
"Ja, ist denn so etwas überhaupt erlaubt?"
die feurije empörung in ihre stimme kann ick jar nich authentisch wiederjeben.
"demonstration. meinungsfreiheit. dit is een grundrecht. da müssen andere zurückstehen."
"Aber diese Leute können doch nicht den Verkehr aufhalten!"
so denkt der jeborene autofahrer vom land. da frage ick mich, ob unser staat wirklich jenuch für bildung ausjibt. oder ob sich die schulversager in jeschichte und politik immer bloß mein bus aussuchen.
"türlich, sehe ick ooch so: die sollen lieber im spandauer forst demonstriern, da störn se keenen. genkartoffeln, atommüll, leiharbeit, allet ideale themen für den spandauer forst."
da schwillt mir der kamm!
"Genau! Diese Chaoten müssen doch nicht hier in der Innenstadt den Verkehr aufhalten!"
ick gloobe, an solchen idioten war selbst dit bisschen schule, wat die jenossen haben, schon verschwendete mühe. und dit konzept von ironie verstehn se ooch nich.
"und wat denken sie, wer denen im spandauer forst zuhört? die hirsche und die biber?"
ick weeß nichmal, ob et da biber jibt. aba in spandau is allet möglich.
"wissense, wat se machen könn?"
"Was denn?"
"sie könn in zukunft rechtzeitich losjehen. dit hilft am besten. denn sind se ooch pünktlich!"
wenn ick so antworte sind solche typen oft beleidicht. wenn se nüscht mehr sagen, bin ick zufrieden. aba wenn se nach meine identifikationsnummer fragen und sich beschweren wolln, ooch. denn hab ick se nämlich richtich tief jetroffen.
mein fahrdienstleiter lacht denn immer, wenn er wieder so ne beschwerde kricht. ick brauche bloß dit zauberwort "demonstration" zu benutzen und er weeß schon, wat vorjefallen is.
"Die Idioten sterben nicht aus."
"nee, einreiseverbot für provinzler!"
"Und für Autofahrer aus den Außenbezirken!"
"mann, dit is doch dit selbe!"
jerade in solche sachen sind wer uns sehr einich.
Die Fahrer der Linienbusse gelten auswärts immer noch als eins der typischsten Beispiele für den Berliner: Muffelig, unfreundlich, aber mit einem schnellen gnadenlosen Mundwerk gesegnet.
Das ist lange vorbei.
Abgesehen von einigen Buslinien, die der BVG offenbar als Straflager dienen, sind die Busfahrer heutzutage freundliche und sehr hilfsbereite Menschen, die sogar noch weitere charakterliche Vorzüge bergen, die anderen Menschen sehr gut zu Gesicht ständen. Geduld zum Beispiel:
Letzten Freitag, gegen Feierabend, Dreckwetter draußen. Ein vollbesetzter Doppeldecker kommt an die Haltestelle. Ein Trio von älteren und offensichtlich wohlhabenden Touristen will beim Fahrer irgendeine dieser Mehrtageskarten mit komplizierten Nutzungsbedingungen erwerben. Theoretisch ist das möglich, die vollelektronische Kasse kann so eine Fahrkarte drucken und der Busfahrer weiß auch von der Existenz eines solchen Angebots, er kann also die Bestellung eintippen.
In der Praxis aber kauft *niemand* solche Fahrkarten bei einem Busfahrer. Das liegt am Wechselgeld und an der Dauer der Bestellung: Es kann sich niemand den exakten Namen der Karte merken und daher auch nicht ohne weiteres seine Bestellung aufgeben. Der Preis dafür liegt im zweistelligen Bereich, aber der Busfahrer hat normalerweise nur Münzen als Wechselgeld. Heißt: Wenn man nun mit einem Schein bezahlt, bekommt man einen großen Haufen Münzen zurück. Und es dauert sehr lange - jedenfalls deutlich länger, als die etwa hundert anderen Fahrgäste in dem vollbesetzten Bus an einer Haltestelle warten möchten.
Das ältere Touristentrio tut es trotzdem. Nachdem es sich vom Fahrer des voll besetzten Busses umständlich hat beraten lassen kann es sich nach mehreren überschlägigen Berechnungen zu einer schweren Entscheidung durchringen. Die anderen Fahrgäste warten.
Nach der Entscheidung ist das Trio überrascht, dass es die Fahrkarte nun bezahlen soll, in bar. Der Mann zückt sein Portemonnaie. Darin ist nicht genug Geld für den niedrigen zweistelligen Betrag. Dann fragt er zunächst die eine Frau, ob sie einen Schein dabei hat. Sie könnte einen weiteren kleinen Schein dazugeben. Das gefällt ihm nicht. Also fragt er die andere Frau. Sie hat einen größeren Schein und der Mann möchte ihr seinen Schein sofort zurückgeben. Ein Streit entspinnt sich. Der Bus wartet.
Dann findet die Frau einen größeren Schein und will ihn dem Busfahrer aufdrängen. So große Scheine kann er nicht wechseln. Es sei denn, sie würde sich mit etwa einem Kilo Zwei-Euro-Stücke als Rückgeld zufriedengeben. Das will sie nicht. Ein weiterer Streit zwischen dem Trio entspinnt sich. Irgendwann haben sie sich geeinigt, wie und von wem das Ticket nun beglichen werden soll und wer welchen Anteil vom Rückgeld in welcher Stückelung bekommt. Es kann weitergehen. Der Busfahrer quittiert die Aktion dieser völlig lebensunfähigen Touristen nur mit "Wir könnten auch schon eine Station weiter sein..."
DAS ist GEDULD!
So etwas hätte es früher bei der BVG nicht gegeben. Eine Pöbelattacke mit Mutmaßungen über Herkunft und Bildungsstand der Fahrgäste wäre unausweichlich gewesen¹. Oder ein Wutausbruch des Fahrers. Er hätte den Motor ausgemacht und sämtliche Fahrgäste des Busses verwiesen, nur damit sie sehen, was sie davon haben. Anschließend hätte er mit dem leeren Bus seine Tour fortgesetzt, ohne an irgendeiner Haltestelle zu halten.
Heute ist das anders. Aber vermutlich weiß das BVG-Management nur nicht von seinen freundlichen, hilfsbereiten und geduldigen Busfahrern. Sonst hätten sie das längst abgeschafft. Und dann sind da ja noch diese neu zugezogenen Luxusberliner, die sich beschweren, wenn der Fahrer mal ihr Ticket nicht sehen will *obwohl sie bezahlen könnten!²*. Mannmannmann...
¹ bei einem solchen Vergleich wird dem Betreffenden erläutert, wie weit Akademiker im Punkt Lebenstauglichkeit unterhalb des Handwerkers rangieren
² immerhin eine neue originelle Form der überheblichen Schnöselei der Besserverdiener gegenüber den Hartzern. Wo arschkrampiger Kleinstadtmief auf eingesessenes Neukölln trifft: "Ha! Ich kann mein Ticket bezahlen und DU nicht!" Zahnarzttöchter at their best.
³ genau, und eigentlicher Anlass für diesen erschütternden Tatsachenbericht: Der Große Bloguator™ stand hinter dem Trio draußen, im strömenden Regen, und wollte in den Bus
Beim Öffnen des Briefs vom Finanzamt mit dem besonders scharfen Messer versehentlich die Pulsadern mit geöffnet. Schade, werde die Forderung voraussichtlich nicht begleichen können.
Beim Drücken auf den Sendeknopf fragt mich das Blogging-Tool im smarten Fon doch wirklich "Sind sie sicher?"
Wie ich einmal mein Telefon anschrie...
Na super, kaum habe ich den aufwändig organisierten Eislauf im Freien abgesagt - schon hört der angekündigte starke Regen schlagartig auf.
Meteorologen!