…oder die Kunst, einen Kurzfilm anzusehen.
VOLLBILD!
Adrift von Simon Christen auf Vimeo
Eine herunterfallende Kontaktlinse ist echt leise. Wenn man bedenkt, dass eine herunterfallende Kontaktlinse vielleicht weniger als ein Zehntel Gramm wiegt, kann man ermessen, wie viel Geräusch beim Herunterfallen so eines weichen Gegenstandes zu erwarten ist: Nämlich gar keins.
Man hört aber doch etwas.
… vielleicht bin ich aber auch nur besonders empfindlich.
Der Große Bloguator™ kann von seiner Wohnung aus die Hochhäuser am Breitscheidplatz sehen, lebt also nicht allzu weit entfernt davon. Am Montag fuhr hier in Berlin ein LKW auf dem Weihnachtsmarkt in eine Menschenmenge und tötete oder verletzte zahlreiche Besucher.
Seither geht es hier zu wie in einem Monty Python Film. Oder als ob Seehofer, der schamlose Hetzer von der CSU, persönlich die Ermittlungen leitet.
Ein LKW fährt in eine Menschenmenge. Die Menschen reagieren besonnen, leisten erste Hilfe, bewahren Ruhe. Der Fahrer des LKW ist am Tatort nicht auffindbar. Ein anderer Mensch liegt erschossen in der Kabine. Weniger als eine Stunde später wird ein Verdächtiger verhaftet. Unbewaffnet, weit weg vom Tatort.
Sofort heißt es, dass es sich um einen Anschlag gehandelt habe. Und selbstverständlich ist damit ein islamistischer Anschlag gemeint. In Nizza gab es im Sommer ein ähnliches Attentat mit einem LKW auf eine Menschenmenge.
LKW, Menschenmenge - sofort schließen aus diesem eindeutigen Muster einige Politiker auf islamistischen Anschlag.
Während die islamistischen Attentäter aber häufig Märtyrer werden wollen und zu diesem Zweck noch eine Weile wild um sich schießen ist in Berlin der Attentäter abgehauen.
Zufällig sickert dann durch, man habe einen Flüchtling als Tatverdächtigen gefasst, pakistanischer oder afghanischer Herkunft. Dies war deshalb so schnell möglich, weil ein Zeuge ihn verfolgt habe.
“Pakistanisch-afghanisch” - also ein Moslem, alles klar! “Früher schon wegen kleinerer Delikte aufgefallen” - war ja absehbar! “Bestreitet die Tat” - na sicher!
“Wer sich verteidigt klagt sich an!” Alte Erkenntnis der spanischen Inquisition. Oder von Seehofer, weiß man nicht so genau. Der Verdächtige wird mit dem Hubschrauber nach Wiesbaden zum BKA geflogen und dort verhört.
Erst als die Spuren überhaupt nicht zu dem Verdächtigen passen wollen - keine Schmauchspuren, Fingerabdrücke, DNS - wird der Zeuge und Denunziant noch einmal befragt:
“Sagen sie mal - haben sie den Verdächtigen eigentlich aus dem LKW aussteigen sehen?”
“Nee. Aber der sah doch so verdächtig aus! Ich habe den doch bis in den Tiergarten verfolgt!”
Da darf man sicher fragen, ob sie dem nicht mehr Verdächtigen auch für den Rückweg einen Hubschrauberflug spendiert haben? Oder ob er nun selbst zusehen musste, wie er die 600km von Wiesbaden bis nach Berlin zurücklegt.
Heute, mittlerweile zwei Tage später, wird bekannt: Da lag ein Ausweispapier im LKW.
Chef der Ermittlung so: “Wieso findet ihr das erst nach zwei Tagen?”
”Naja, Chef, wissen sie doch, Spurensicherung, Fingerabdrücke und so…”
”ZWEI TAGE FÜR EINE KLEINE LKW-KABINE!”
”Naja, Chef, das war wohl unter den Sitz gerutscht, irgendwie…”
Kein Witz, das haben sie tatsächlich so gesagt. Niemand würde beispielsweise unter dem Sitz nachsehen, wenn er einen Erschossen findet und im Auto nach der Waffe sucht.
Dass das Papier nicht zu dem ersten Verdächtigen passte, interessierte mittlerweile keinen mehr. Hätte man sowieso nicht so schnell überprüfen können, dafür sind Ausweise ja da. Aber jetzt hat man einen neuen Verdächtigen! Der, damit man ihn wirklich effektiv verdächtigen kann, seine Duldungspapiere da gelassen hat und dann abgehauen ist. So sind sie nun mal, die islamischen Märtyrer.
In der Zwischenzeit konnte Horst Seehofer, schamloser Hetzer von der CSU, wieder pauschal alle Flüchtlinge in Europa sowie ihre Schirmherrin, die Kanzlerin, für den Anschlag verantwortlich machen.
Und man wäre nicht sehr erstaunt, wenn als Attentäter und Fahrer des LKW irgendwann in ferner Zukunft ein Nazi aus Freital ermittelt wird. Der aber leider nicht gefasst werden kann, weil er gerade nicht zu Hause ist, als die Polizei bei ihm klingelt, um ihm höflich ein paar kurze Fragen zu stellen.
An sich ist die Idee nahliegend … unausweichlich … absehbar …irgendsowas eben. Nämlich, dass nach und nach die Originaltexte der Weltliteratur im Internet zu finden sind. Jedenfalls die rechtefreien. Also: Klassiker.
Für die interessieren sich zwar weniger Leute als für aktuelle Texte. Deshalb fehlt der, hm, “Verwertungsdruck”, also jedenfalls der Vortrieb und das Interesse irgendwelcher Leute.
Wenn man beispielsweise Songtexte unter der Rubrik Poesie einordnet, ist zahlreiche Gegenwartsdichtkunst im Internet zu finden¹. Die kommt einerseits aus Interesse der Fans da hin - andererseits aber auch, weil sich damit Werbung verkaufen lässt, und demnach doch: Verwertungsdruck.
Hm, ähm, wo sollte diese umfassende Einleitung nun wieder hingehen? Ach egal: Jedenfalls gibt es ein deutschsprachiges Portal mit jeder Menge Original-Texten namens Textlog². Es ist zum Zeitpunkt dieses Blogeintrages in mehrere Rubriken unterteilt: Philosophie, Medizin, Belletristik und Wörterbücher.
Und dort finden sich gleich mehrere Favoriten des Großen Bloguators ™ in digitaler Form, d.h. auch leicht nach Zitaten durchsuchbar: Tucholsky, Shakespeare, Poe, Ringelnatz. Und Morgenstern!
Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.Wie war (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
möglich, wie dies Unglück, ja -:
daß es überhaupt geschah?Ist die Staatskunst anzuklagen
in Bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?Oder war vielmehr verboten
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln - kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht -?Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!Und er kommt zu dem Ergebnis:
Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil, so schließt er messerscharf,
nicht sein kann, was nicht sein darf.
² der Betreiber wohnt(e) übrigens gleich um die Ecke vom Großen Bloguator ™
³ das sehr umfangreiche Archiv wurde ziemlich genau 10 Jahre vor diesem Blogeintrag zum letzten mal aktualisiert. Sehr schade!
Der Herr GedichtderherrschendenKlasse Philip Saß soll hier nicht ohne kleine Einführung verlinkt werden: Er verfasst eigene erhellende Gedanken in Reimform. oder verbreitet andere weiter. Als Einstieg hier die Verknüpfung zu einem Poem über die AfD
Andererseits natürlich so überraschend wie bedauerlich, dass sich AfD und Poesie nicht gegenseitig ausschließen.
Der ganze Blog hier oder ab jetzt rechts in den Links unter der Rubrik “Fremdes”.
Durch einen Zufall geriet Der Große Bloguator™ gestern in eine sehr schöne kleine italienische Bar am Ende der Monumentenstraße, right gegenüber dem Kreuzberg a.k.a. Viktoriapark.
Oder um die Ecke zum Eingang vom Golgatha … ach, der oder die interessierte Besucher\in findet es schon. Liegt in der Monumentenstraße 21 und heißt INCIBUS
In die Rubrik Neid. Gier und Geiz fällt vermutlich auch der regelmäßig wiederkehrende Pilotenstreik. Also: Nicht der Streik selbst, sondern die Empörung darüber. Gegenwärtig geht es um die Lufthansa, die sich als Premium-Fluglinie ausgibt.
Viele Mitbürger halten offenbar inzwischen Flugreisen für ein Grundrecht. Einige halten sogar extreme Billigflüge für ein Grundrecht.
Als vor einigen Wochen eine Billig-Fluglinie bestreikt wurde, wurden erregte Menschen als Zeugen herangezogen, die für ein paar Euro einen 600km-Flug gebucht hatten. Man könnte diese Strecke auch ganz bequem mit der Bahn fahren - ein solches Bahnticket kostet aber aus irgendeinem Grund erheblich mehr.
Dass bei bestehender Nachfrage nach Dumping-Angeboten clevere Kaufleute auch ein entsprechendes Angebot machen, scheint ja klar. Es gibt dann auch regelmäßig die Prestige-Frage, wer denn nun den Flug am aller billigsten gebucht hat. Das ist reine Angeberei, hat aber jeder von uns schon erlebt.
Unternehmen können auf Dauer nicht von Dumping-Angeboten leben. Neben den Angebern sitzen wahrscheinlich auch in jedem Flugzeug genug Leute, die einen regulären Preis bezahlt haben. Außerdem werden beim Anbieter Ausgaben gesenkt - koste es was es wolle. Die Technik wird extern scharf geprüft, sonst würden allein wegen technischer Defekte viel mehr Flugzeuge vom Himmel fallen. Aber am Personal kann der Anbieter durchaus sparen - das ist viel schwerer zu kontrollieren: Die Frage, wie viele Personen man für einen Job braucht, und wie ihre Arbeitszeiten dann aussehen.
Das interessiert natürlich den Kunden der Billigflieger nicht. Er regt sich über die absehbaren Folgen auf, die entstehen, wenn die Airline seinen Geiz ans Personal weitergibt.
Im Hinterkopf behalten wir dabei immer, dass die meisten Füge entbehrlich sind: Die Zeitersparnis ist minimal, die Kostenersparnis existiert hauptsächlich wegen versteckter Subventionen. Die Umweltbelastung wird generell ignoriert oder schöngeredet: Leise Düsenflugzeuge.
Nun ist die Lufthansa nicht ganz so ein Billigflieger und daher eben ein Anbieter für Leute, denen Bahnfahren zu volksnah ist. Eine Prestigesache, nichts lebensnotwendiges. Hier ein Kommentar mit dem suggestiven Titel Die Zeit der Privilegien ist vorbei. Dort rechnet ein Journalist den Piloten ihre Gehaltsforderung vor (Journalist-Hochschulreife-Hochschulabschluss. Ihr wisst noch was ein Oxymoron ist? Genau: Wenn ein Journalist rechnet).
Zitat “Die Piloten fordern für die vergangenen fünf Jahre insgesamt 22 Prozent, die Lufthansa bietet 2,5 Prozent. Das passt nicht.” Dass das nicht passt, sieht wohl jeder. Aber jeder, der nicht ganz so verblendet ist, sieht das schwere Auseinanderklaffen der beiden Seiten bei Forderung und Angebot.
Genau diese Haltung, die Schuld für den Ausfall entbehrlicher Fliegerei allein bei den Piloten zu suchen, passt sehr gut in unsere Zeit von Neid, Gier und Geiz.
Es wird ohnehin zu viel geflogen.
Wie ich gestern erst erfahre, feiert meine bevorzugte Radiostation Radioeins heute das 40. Jubiläum des Punk. Also übermorgen. …ach, egal!
Gegen so Feiern ist eigentlich nichts zu sagen - aber alles formale widerspricht halt der Grundidee des Punk, gegen ALLES zu sein.
Ein kleiner Lichtblick dabei: In Kürze will Joe Corre Punk Devotionalien im Wert von 5Mio. verbrennen - ob €, $ oder GBP spielt dabei keine Rolle: Jedenfalls hat das Zeug hypothetisch enormen GELDwert.
Nun hat beispielsweise Der Große Bloguator™ noch nie von einem Typen namens Joe Corre gehört und wird aufgeklärt: Es handelt sich um den Sohn genau der Leute, die mit Punk am allermeisten Geld gescheffelt haben, nämlich Malcolm McLaren und Vivienne Westwood.
Dem Vernehmen nach hat auch Joe Corre bereits ein ziemliches Vermögen erworben. Dabei hat ihm seine Herkunft und allein der Name seiner Eltern sicher sehr geholfen. Außerdem kann einer, der selbst Millionär ist, nur schlecht beweisen, dass er auf alles scheißt, wenn er ein paar hypothetisch wertvolle Dinge verbrennt. Danach ist er immer noch Millionär.
Aber sicher ist das Zerstören von Devotionalien näher an der Idee des Punk als ein Festbankett an der Themse mit Champagner und anschließendem Feuerwerk.
Einige Protagonisten des Punk gehören nämlich längst selbst zum Establishment: Vivienne Westwood hat sich von der Queen adeln lasen. Das ist dieselbe Queen wie in “God save the Queen - the fascist regime”. Nun ja.
Heute, 40 Jahre später, funktioniert das Aufbegehren nicht mehr so einfach. Ein paar abgerissene Klamotten und Sicherheitsnadeln in der Backe hauen niemanden vom Hocker: Jeder zweite ist gepiercet, tätowiert und die Mehrheit trägt stylisch zerrupfte Designerjeans. Wir werden am laufenden Band mit schockierenden Meldungen und Bildern bombardiert. Wer Aufmerksamkeit will, muss daher am besten offensiv menschenfeindlich argumentieren, stumpf rechte Parolen verbreiten oder mit Enthauptungsvideos arbeiten.
Unter diesem Aspekt erscheint der alte Punk als eine geradezu romantische Zeiterscheinung, die leider lange vorbei ist.
Neinnein, gaaanz anders!
Neben all den freudlosen Predigten muss es hier im Blog hin & wieder doch auch etwas schönes geben. Auf Colossal ist soeben ein wunderbarer Artikel mit wunderbaren Zeitrafferaufnahmen wuchernder Pilze erschienen.
Die sehen sich die geneigte Besucherin und der zufällige Besucher am besten dort an. Hier nur ein eindrucksvoller Teaser:
aus diesem Anlass noch der Hinweis auf einen Typen aus Japan, der wunderbare Pilzleuchten herstellt, die so zerbrechlich sind, dass er sie nur in seiner Umgebung verkaufen kann: Yukio Takano
…und an dieser Stelle muss die Berichterstattung leider abgebrochen werden, weil Colossal ganz offensichtlich ebensolche Begeisterung für Pilze hegt wie Der Große Bloguator™
Ich™ denke, dass es gut ist, wenn das VOODOOSCHAAF ab jetzt in der Linkliste erscheint.
…verdammt, ich finde das Schäfinnen-Bonmot nicht! Muss es erstmal so gehen …
Ein großer Teil der Dinge, die in Deutschland zur Zeit so schief laufen, lässt sich mit diesen drei Stichwörtern beschreiben: Neid - Gier - Geiz.
Überrascht stellt man fest, dass ungemein viele Leute, die wirklich alles haben, den Hals nicht voll kriegen können. Neulich die VW-Manager, deren Konzern wegen kriminellen Verhaltens Milliarden verliert, bestanden darauf, dennoch ihre Boni ausgezahlt zu bekommen - sie hätten ja persönlich fast nichts falsch gemacht. Gier.
Das sollte einmal eine Kassiererin im Supermarkt wagen. In demselben Konzern stehen aber ohnehin Leihsklaven neben Festangestellten und bekommen für dieselbe Arbeit die Hälfte.
Oder Neid: Menschen in gesicherten Beschäftigungsverhältnissen, Haus, Auto, die ein paar armseligen Flüchtlingen nicht die Butter auf dem Brot gönnen. Die PEGIDA-Demonstranten, die sich hinter irgendwelchen “Kultur-” und “Religionsargumenten” verstecken. Leute, denen der christliche Glaube zeitlebens völlig egal war und die meist wegen der Kirchensteuer ausgetreten sind, verteidigen nun angeblich das christliche Abendland.
Wenn “Der Islam” als Rechtfertigung nicht ausreicht, werden sie ehrlich und klagen “Die Flüchtlinge kriegen alles bezahlt!”
Oder eben Geiz: Dass man Dinge kauft, die man gar nicht braucht, weil sie vermeintlich “billiger” sind als normal. Sind sie ja nicht. Der prahlerisch beworbene großzügige Rabatt war von dem cleveren Kaufmann längst eingepreist. Oder für dasselbe Geld wurde die Packung kleiner.
Aber das Argument zieht trotzdem. Der meiste Kunde glaubt tatsächlich, dass er “die Mehrwertsteuer geschenkt” bekommt und erwirbt einen dritten Flachbildfernseher für seine jämmerliche Zwei-Zimmer-Eigentumswohnung, die er ebenfalls nur gekauft hat, weil es dafür Steuervorteil gibt.
Wann ist das so schief gelaufen? Warum schämt sich keiner von denen?
Der Große Bloguator™ kann sich an Zeiten erinnern, in denen man nur solche Sachen kaufte, die man auch wirklich brauchte. Und die man bezahlen konnte. Und an Zeiten, in denen ein Manager vielleicht doppelt so viel verdiente wie ein normaler Angestellter - und nicht das zwanzigfache. Zeiten in denen man zur Miete wohnte und sich nicht mit ebenso neidischen, gierigen und geizigen Miteigentümern herumstreiten musste.
Liegt es wirklich an der damaligen Parole aus der Fernsehwerbung “Geiz ist geil!” Haben das so viele Menschen als neue Ethik verinnerlicht, statt der hergebrachten Religion? Irgendetwas muss passiert sein, es hat in den neunziger Jahren begonnen und entwickelt sich immer noch weiter in der ungünstigsten Richtung.
Um das Blog vollzukriegen hier wieder ein paar Empfehlungen aus dem Checkpoint-Newsletter. Kenne beide noch nicht, klingt ganz gut finde ich - auch wenn ich die letzten noch nicht abgearbeitet habe:
Neu in Neukölln: Das Holy Flat in der Lenaustraße 10 (S/U-Bhf Hermannplatz). Kaum ist das vegane Fastfood des Dandy Diners versiegt, werden ein paar Straßen weiter neue vegetarische und vegane "Bowls" aufgetischt. Die Betreiber sind andere, das Ambiente netter und die Schüsseln voller. Zur "Holy Bowl" mit gegrilltem Gemüse und Kichererbsen oder zur "Viva Bowl" mit Süßkartoffel-Streifen, pochiertem Ei, Guacamole und Sour Cream (je 7,50 euro) gibt´s hausgemachte Limo - klingt vielversprechend. Mo-Fr 11.30-21 Uhr
Trinken Altbewährt ist hingegen die Filmkunstbar Fitzcarraldo in der Reichenberger Straße 133 (U-Bhf Kottbusser Tor). Der Laden ist Bar, Club, Videothek und Programmkino zugleich. Hier ist es nicht hip, eher ein bisschen schräg, wie man so unter ausladenden Girlanden sein Bier schlürft. Hat was! Tgl. ab 16 Uhr
Zur Einleitung, Entschuldigung & Begründung hier
Der Große Bloguator™ ist bekanntermaßen von der Ferne fasziniert - und vom Segeln. Für die Ferne mangelt es gegenwärtig aber an Zeit. Und die Segelsaison scheint beinahe vorbei.
So mag es jedenfalls für den Laien aussehen. In der Praxis kann man in Berlin segeln, so lange das Wasser flüssig ist. Und wenn es richtig fest ist auch wieder.
Allerdings bietet Berlin nicht ganz so ein berauschendes Panorama dafür wie der Baikalsee. Ja, genau: Der Baikalsee in Sibirien.
Dort wird das Wasser viel gründlicher fest und lässt sich auf vielerlei Arten nutzen. Wir hatten einen Bericht bereits hier.
Heute wird auf diesen wunderbaren Film vom Eissegeln hingewiesen. HD und Vollbild, bitte:
via Segelreporter
Worum es beim Eis-Rennsegeln geht, beschreibt derselbe Autor hier:
Tja.
Türklingeln
"Guten Tag! Haben sie eben mein Kind geschlagen?"
"Den rotzlöffel der vorhin hier jeklingelt hat?"
"Sie haben mein Kind geschlagen?"
"Naja, dachte ick mir, so lernste die hirnfreien eltern von dem erpresser am sichersten kenn'."
"Das war doch nur ein Spaß!"
"Dit sehe ick anders."
"Das ist nur ein Kinderspaß!"
"Leute erpressen is spaß?"
"NATÜRLICH IST DAS SPASS! Es geht um Süßigkeiten!"
"Da muss mir wat entgang' sein, wie ick den sagen höre 'Sonst gibts saures!' "
"Sü-ßig-kei-ten!"
"Wenn mir jemand droht hört der spaß uff! Ooch wejen süßichkeiten. Die lern’ im kinderjarten schon wie erpressung jeht. Soll ick ihnen ooch eene feuern?"
"Wagen sie es nicht!"
"Wir ham ja noch jelernt diss man von fremde nüscht annimmt. Besonders nich süßichkeiten. Dit kenn sie jar nich, wa?"
"Das ist ein ganz harmloser Brauch zu Halloween!"
"Dit glooben sie. In unsere familie is erpressung keen brauch. Hier in unserm wohnhaus ooch nich."
"Pfft, für spaß sind sie einfach zu alt!"
"Ach ja, richtich, spaß. Ick bin jespannt, wann ihre blagen dit mit dem chili und die hundekacke rausfinden."
"WAS?"
"Wie ihre erpresserbrut unsere türklinke beschmieren wollte is meine frau doch noch weich jeworden und hat die wat jejeben."
"Was hat das mit Chili und... und...?"
"Na, die Bonbons sind selberjemacht mit vülle chili. Dit werden die Kinder sicher bald merken."
"Und ...und... was ist mit ... mit ... Hundekot?"
"Na, die Pralinen ham wer ausjewickelt und in Hundekacke jewälzt, damit die een würzijet aroma kriejen."
"Sie ... sie können doch nicht unsere Kinder vergiften!"
"An so hundekacke is nüscht giftijet. Die meisten hunde essen jesünder wie ihre herrchen."
"Sind sie wahnsinnig!?!"
"Ick sage doch: Kinder solln von fremde nüscht annehm. Bin jespannt, wie lange die brauchen, bis se dit rausjefunden haben.”
“Aber, aber…”
“… hallo? Wo wolln sie denn hin? Wolln sie sich nich nochn bisschen mit mir unterhalten? Und mir ooch meine zeit stehlen? WIE IHRE DÄMLICHEN BLAGEN?"