Vorhin im Thai-Imbiss im Kaufland. Rundlicher Mann mit zwei leicht adipösen¹ Kindern tritt ein (Junge, ca. 8, Mädchen ca. 10): "Was wollt Ihr denn essen?"
Junge brüllt begeistert: "Nudeln mit FLEISCH!" Dabei betont er besonders das Fleisch. Und gleich noch einmal: "Nudeln mit FLEISCH!"
Mann zum Jungen: "Nerv nich..."
Feister Junge wiederholt eindringlich: "Nudeln mit FLEISCH!", wieder mit besonders inniger Betonung auf das Fleisch. Dabei sieht der Junge nicht nach Mangelernährung aus. Einseitig vielleicht - aber keinesfalls zu wenig.
Wenn man schon eine Weile in Berlin wohnt, denkt man sich sein Teil. Etwa, dass es sich hier wohl um den treulosen Sohn einer Erz-Veganerin handeln muss, der, sobald er der strengen Aufsicht seiner Mutter entschlüpft ist, riesige Mengen an Fleisch in sich hineinschaufelt.
Vielleicht verhält es sich aber auch ganz anders.
aus nie ganz zu klärenden Gründen kultivierte der Vater des Großen Bloguators™ früher immer die Spruchweisheit "Dummheit frisst - Intelligenz säuft!"
¹ der Ausdruck "adipös" ist neuhochdeutsch. Früher, als die Menschen noch herzloser waren, sagten sie "fett".
Im Büro ist es kalt. Draußen ist es warm. Damit es im Büro warm wird, müsste ich das Fenster aufmachen. Dann würde ich aber auch die ganze Zeit hören, wie der Wind durch die Bäume fährt und sie ordentlich durchschüttelt und rauschen lässt: "Der See ruft!" Er sagt mir, dass ich gefälligst kommen und mich auf ein Segelboot setzen und sinnlos Zeit mit dem Herumbrettern auf den Wogen verplempern soll. Doch ja, unser See sagt so etwas.
Wenn ich höre, wie der See ruft, kann ich mich nicht konzentrieren. Dann wird meine Arbeit fehlerhaft und ich muss außerdem leider den Kollegen auf die Nerven fallen, die für dieses Elend überhaupt kein Verständnis haben.
Tja. Jetzt sitze ich frierend am Schreibtisch. Ob meine Arbeit dadurch besser wird kann ich noch nicht sagen. Tja.
Wenn man alles richtig macht (heißt: Bei ordentlich Wind am Boot sein) kann das etwa so aussehen (die rote Mütze war anschließend weg):
Fotos bereits aus dem Jahr 2012 von der großartigen Äintschie
bevor irgendjemand auf kluge Ideen kommt und das Zauberwort "Heizung" sagt - es handelt sich um eine Nachtstromspeicher-Elektroheizung mit mittelalterlicher Steuerung. Bedeutet in der praktischen Anwendung: Man muss am Abend vorher wissen, ob es am nächsten Tag kalt zu werden gedenkt. Besonders schwierig, wenn montags gearbeitet werden soll.
Aber Autofahrer glauben ja auch besonders gerne, dass ausschließlich der
Sprit Kosten versursacht. Und dass nur das gefährlich ist, was aus dem Auspuff
kommt. Den letzten Werkstattbesuch haben sie verdrängt, Versicherung ist gaaaanz
billig, weil sie schon seit fast drei Jahren unfallfrei fahren und warum man den
lästigen Erste-Hilfe-Kurs machen soll können sich die meisten auch nicht
erklären.
Nun ja.
der Große Bloguator™ fährt übrigens durchaus selbst Auto. Besitzt aber kein eigenes.
Herausgegeben wird es von der Berliner Morgenpost aus dem Springer-Verlag, nicht unbedingt die bevorzugte Hauspostille des Großen Bloguators™…
… aber!
Am Beispiel dieser Buslinie werden die großen sozialen Unterschiede in Berlin deutlich gemacht – und zwar vollständig wie auch neutral (erwartet man ja von Springer-Veröffentlichungen nicht gleich).
Im Kopf der Seite sieht man die Aussicht aus der vordersten Sitzreihe oben und kann auch den gewünschten Streckenabschnitt anklicken.
Darunter kommen soziologische, ökonomische und heimatkundliche Betrachtungen zum Wahlverhalten, der Herkunft, dem Einkommen und der Altersstruktur. Und auch Mietsteigerungen, Einbrüche und Ferienwohnungen (eine simple Information, die die Berliner Verwaltung angeblich nicht darstellen kann).
Zu jedem Stichwort wird eine kleine Grafik zur Lokalisierung eingeblendet, d.h. wo entlang der Linie die jeweilige Haltestelle liegt und welche Verhältnisse dort herrschen. Damit sind endlich einmal die Möglichkeiten der interaktiven Darstellung zur Verständlichkeit des Lesers genutzt. An sich schade, dass man das so hervorheben muss, aber ist ja keineswegs selbstverständlich.
Letzte Woche hat der Große Bloguator™ getan, was er immer tut, wenn man ihn eine Weile nicht erreicht. Einen sinnvollen Überblick erhält man einerseits hier: Äintschie@Zenfolio (wähle F11 für Vollbild!)
Dazwischen, davor und danach geschah dieses, während ein Regenguss herniederging...
... sowie beim Strandfrühstück dieses - der Name der Ente ist Elsa:
Aber danach haben wir auch noch andere Sachen gemacht, nämlich das:
Das oben ist die Hauptstraße in Madonna di Campiglio – nicht, dass es dort irgendwo einen See gäbe…
… vom anschließenden Mendola-Pass haben wir keine Fotos. Die Abfahrt hinunter nach Bozen ist atemberaubend!
Und dann noch das Penser Joch, erwähnenswerte 2.211m hoch. Da wollte ich mit dem Boot schon immer einmal hin:
Das ist der ungefähre Zwischenstand, von dem Zeitpunkt, wo Der Große Bloguator™ noch Haare hatte hin zu dem Punkt, wo der Schwerpunkt auf dem Raufen liegt.
Fragt sich, ob sich darin eine Richtung erkennen lässt: Ob der Weg also zu einem immer raufeneren Leben führt, oder sich noch ein gänzlich neuer Zustand einstellt - in dem Haare einfach keine Rolle spielen.
Falls mich in den nächsten Monaten jemand vermisst (aktuell merke ich nichts): Die Segelsaison hat begonnen.
Endllich wieder hilflos eingesperrt in kleine Blechdosen tausende Kilometer herunterspulen, nur um an den entfernten Seen der Welt seine Freunde zu treffen, Unfug zu machen, Segelrennen zu segeln und die frische Luft das gesamte Wetter einschließlich aller Unbilden zu genießen.
Wenn man alles richtig macht, kann das etwa so aussehen:
Seestücke zur Verfügung gestellt + alle Rechte beim großartigen Seestücke-Fotografen Soeren Hese!
Wenn man Der Große Bloguator™ ist, so wie ich, dann hat man zuweilen eine Idee - und kurze Zeit später häufig die Einsicht, dass das eine ganz schön bescheuerte Idee ist. Also, vielleicht nicht bescheuert, aber, nasagenwirmal: Ungewöhnlich. Wenn man Der Große Bloguator™ ist, dann steht man auf dem Standpunkt, dass nicht alles gemacht werden muss, nur weil es gemacht werden kann.
Andere Leute haben ebenfalls Ideen, aber werden von hässlichen Einsichten verschont. Das muss ein dankbares Leben sein.
Auf dem Umweg über das Internet wieder einmal: Es gibt Leute, die IGEL züchten. Und demnach gibt es wohl auch Leute, die Igel halten. Als Haustier. Als Schnuffel-Streichel-Knuddel-Tierchen. Sooo süüüß!
Neulich beschäftigte sich der Große Bloguator™ zugunsten von Patenkind 2.1 mit dem Internationalen Congress Centrum Berlin, dem sogenannten ICC.
Dieses liegt am Messegelände und daher gerieten Abbildungen vom Messegelände in den Blick. U.a. folgende:
"Hm," dachte sich da der Große Bloguator™, "woran erinnert dich das nur?" und verfiel in heftiges Grübeln.
Nach kurzer Denkpause war es auch bereits so weit: "Ach das!" fiel es ihm wie Schuppen von den Haaren.
Das Vagina-Motiv in der Architektur ist natürlich so alt wie die Architektur selbst. Vermutlich sogar älter. Die Zeichnung oben stammt aus den Jahren 1929-1930 und stellt das damalige erste Konzept zum Messegelände dar, welches sich einige damals besonders berühmte Herren ausgedacht haben. An sich wurden auch in dieser Zeit bereits Zeichnungen üblicherweise genordet, aber diese hier ist so abgebildet - Norden liegt unten. Na, dafür stimmt ja der Rest.
Der erste Entwurf wurde so nicht ausgeführt, es kam ein anderer Architekt zum Zuge. Aber irgendetwas muss ihn inspiriert haben, das Grundmotiv beizubehalten:
Und dabei ist es bis heute geblieben.
Das ist übrigens eine der wenigen Grundrisszeichnungen, die der Benutzer tatsächlich ohne großen Aufwand genau so erleben kann wie auf der Zeichnung abgebildet: Er muss dazu nur auf den Funkturm fahren und nach unten sehen.
Autofahrer wollen ihrem Auto ja oft gern ein total individuelles Äußeres geben. Dabei handelt es sich beim Gegenstand ihrer Hingabe um ein Objekt, das erst dadurch bezahlbar geworden ist, dass es trotz hoher Komplexität in allergrößten Stückzahlen identisch hergestellt wird.
Die gewünschte Individualität erreichen die einen dadurch, dass sie gleich ein exotisches Mobil kaufen, zum Beispiel aus dem Ausland, hysterisch getunt, ungewöhnlich motorisiert oder einfach nur das Coupé einer Familienkutsche, welches aber immer noch in zehntausender Stückzahlen produziert wird.
Der kleinere Geldbeutel beschränkt sich auf Anbauteile: Alu-Felgen, Spoiler. Oder eine *besonders* *aufregende* Lackierung. Heute gern als Folie, die man vor dem Verkauf wieder abziehen kann. Sie wollen alle etwas möglichst ungewöhnliches, aber dabei kein *Risiko* eingehen, heißt: Beim Verkauf ein paar hundert Euro weniger erzielen oder erst nach drei Monaten einen Käufer finden. Das ist heute die Definition von Risiko.
Die beinahe kostengünstigste Variante der Individualisierung von Autos ist das Kennzeichen. Gleichzeitig glauben wohl viele, dass ein “sprechendes” Kennzeichen irgendwie von Humor kündet. In Berlin fahren haufenweise die bekannten SMART-Kleinstwagen mit Kennzeichen wie B-IG oder B-OX herum, das soll vermutlich so etwas wie Fähigkeit zur Ironie zeigen. Oder auch Minis mit B-IG.
Die Berliner BMW-Niederlassung hatte angeblich lange Jahre die gesamte Serie mit B-MW für ihre Kunden reserviert. Wer das verlangt hat sicher Angst, dass sein Wagen nicht als BMW erkannt wird. Nun ja.
Gern genommen wird S-EX aus Stuttgart oder SE-X aus Segeberg. Kulmbacher fahren KU-LT, kürzlich auf einem tiefergelegten Geländewagen (sic!) gesehen: BÖ-SE.
Noch billiger wird die Individualisierung nur mit Aufklebern: “Baby an Bord” mit dem jeweiligen Namen des Sprösslings, Umrisse von Sylt, Rügen oder Sachsen-Anhalt.
Eins der wenigen subtilen Kennzeichen, die tatsächlich für Geschmack und Ironie zu sprechen scheinen, begegnete dem Großen Bloguator™ neulich in Prenzlberg, angebracht auf einer Allerwelts-Familienkarre:
Wir hier rennen gern bei Rot rüber. Das ist unser institutionalisiertes Aufbegehren gegen so ziemlich alles ... äh ... das System.
Vorhin auf der hiesigen Hauptstraße: Junge Frau, ca. 20, Designertasche, Designerrock, Designerhelm, fährt mit dem Nichtdesigner-Rad auf dem Bürgersteig. Wartet an der Fußgängerampel an der unbelebten Ecke geduldig auf Grün. Fahrrad auf dem Bürgersteig. Mit Helm. Weit und breit kein Auto. Nicht mal ein Kind, dem man Vorbild sein sollte.
Unerwünschte Werbesendung
Zu jedem Berliner Hausbriefkasten gehört inzwischen ein Mülleimer. Das liegt an den zahllosen Werbeflyern, Handzetteln, Zeitungsbeilagen und Bezirksanzeigern, die man täglich ungefragt in den Briefkasten gesteckt bekommt. Und man bekommt sie natürlich auch dann, wenn in Großbuchstaben KEINE WERBUNG! auf dem Briefkasten draufsteht.
Der Briefträger und der Zeitungsbote sind nämlich angewiesen, dass das KEINE WERBUNG! nicht gilt, wenn die Werbung in eine Art Zeitung gesteckt ist und einem erst beim Öffnen des Briefkastens entgegenfällt.
Der Werbeflyer- und Handzettelverteiler andererseits hat den Auftrag, möglichst schnell seinen Stapel Papier loszuwerden, egal wie. Wenn auf dem Briefkasten steht KEINE WERBUNG!, vielleicht noch mit einem höflichen BITTE versehen, dann übersieht er das entweder geflissentlich. Oder er hält sich daran und steckt die Werbung nicht in den Briefkasten, sondern legt einen ganzen Stapel seines Papiers lose auf die Treppe. Am besten neben den Stapel des Verteilers, der bereits eine Stunde vor ihm in ähnlicher Mission da war. So kann man beide gut sehen und sie liegen nicht als sogenannte "Werbung" im Briefkasten.
Schon vor geraumer Zeit zeigte sich das logische Ergebnis: Der Hausflur wird rasant vollgemüllt, all das unerwünschte Papier verteilt sich wie von selbst. Der Vorgang ist so unschön wie folgerichtig.
Der kluge Berliner Hausmeister stellte irgendwann einen Karton auf, in den er zuerst noch selbst das herumliegende Papier werfen musste. Nachdem sie den Sinn dieser bahnbrechenden Einrichtung verstanden hatten, taten es ihm die Besitzer der Hausbriefkästen nach und warfen sogar selbst die Werbung direkt aus dem Briefkasten in den dafür vorgesehenen Karton.
Kartons werden in Berlin heute nur noch in den herkömmlichen Bezirken verwendet. In den gentrifizierten Stadtteilen, wo sich hinter den Gründerzeit-Fassaden inzwischen ausschließlich die Eigentumswohnungen der anspruchsvollen Zugezogenen befinden, wurden im Zuge der Pinsel-Sanierung sogar fest installierte Papierkörbe direkt unter den Hausbriefkästen angebracht.
Der Hausbesitzer alter Schule vermeidet den fest installierten Papierkorb jedoch, weil er ahnt, dass den irgendjemand leeren muss. Und dass dieser jemand vermutlich Geld dafür haben will. Die Kartons muss natürlich auch jemand leeren. Aber da sie vom Hausmeisterservice ohne Absprache in Selbsthilfe und nur zur Erleichterung seiner Arbeit aufgestellt wurden, toleriert der Hausbesitzer diese Übertretung stillschweigend und muss für die Leerung selbstverständlich nichts extra bezahlen.
Was allerdings passiert, wenn den unbewacht herumstehenden Karton zufällig jemand anderer dringend braucht, sieht man in folgender Abbildung, es handelt sich um die Stelle, wo der Karton bis vor einigen Monaten (!!!) stand:
Ist das nicht großartig? Die Bewohner verfahren weiter so, als wäre der Karton da – obwohl er das - bei genauer Betrachtung - gar nicht ist!
Was sagen die Verhaltensforscher dazu? Ist das noch Konditionierung oder schon Instinkt?
ach, es glaubt ja doch niemand oder kann sich keiner vorstellen.
Hier ein Beispiel für das, was der Postbote Zeitschriftenvertrieb jede Woche wieder unter "Keine Werbung" versteht:
Kürzlich fand irgendwo bei den Antipoden ein Segelwettrennen auf den kleinen Flugzeugen statt, die hier hin & wieder bewundernd erwähnt werden (in zeitgemäßer Hochsprache: International Moth Dinghy). Die Ortschaft heißt Sorrento und liegt nicht etwa in Italien, wie der Name schon sagt. Sondern.
Sondern es handelt sich um eine Nachricht aus Tralien nämlich, Süd~, und ist ein Vorort von Melbourne. Sorrento war auch der Austragungsort der letzten Motten-WM. Aus irgendeinem Grund fand dort einige Wochen nach der WM ein Spaß-Rennen *der* *internationalen* *Segelelite* *schlechthin* statt.
Beim Lesen der Teilnehmerliste wird einem schwindlig: Annähernd die Hälfte sind Americas-Cup-Teilnehmer, multiple Medaillengewinner und zigfache Weltmeister in irgendwas. Die andere Hälfte sind einfach nur Weltmeister. Hilfe! Alles beginnt damit, dass sie Loick Peyron als Co-Kommentator engagiert haben. Puuuh!
Die meisten von ihnen können überragend segeln, haben aber nur wenig Erfahrung mit der Motte: Schön zu sehen, dass von den Segelgöttern jeder mal abstürzt.
Worum es bei dem "Bangin' The Corners Cup" eigentlich geht - außer ums Segeln natürlich - konnte ich nicht herausfinden, also WER das veranstaltet etwa, und WARUM. Ist ja aber auch egal.
Das sind die Paradoxa unserer Zeit: Schnellere Verkehrsmittel führen nicht zu Zeitersparnis, sondern nur dazu, dass über größere Entfernungen gependelt wird.
Schnellere Kommunikation führt nicht zu schnelleren Entscheidungen, sondern nur dazu, dass mehr kommuniziert wird.
Der Fortschritt geht nach hinten los. Aber: Mit Volldampf!
#varoufake und andere Kleinigkeiten - irgendwie wird dieser griechischen Nervensäge damit viel zu viel Ehre zuteil
Es handelt sich beim Titel um eine Fernsehshow, die kürzlich durch einen Mediencoup einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, nämlich dadurch, dass sie behaupteten, eine ... ohgottohgott, wie formuliert man das verständlich?
Also: Ein kurzes Video im Rahmen einer sogenannten "politischen Diskussionssendung" ¹ zeigte den amtierenden Finanzminister des EU-Landes Griechenland, wie er einen Stinkefinger zeigt und es wurde behauptet, er meine ausdrücklich und generell Deutschland und die Deutschen². In der Tat war der Ausschnitt total aus dem Zusammenhang gerissen und der Film lange vor der Erringung des Amtes als Finanzminister entstanden. Ein ziemliches No-Go im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen, welches unter anderem der neutralen Information verpflichtet ist.
Der betroffene überrumpelte griechische Finanzminister Varoufakis nun wiederum behauptete daraufhin unbedacht, es handele sich bei dem Video um eine Fälschung. Das wäre ebenfalls ein ziemliches No-Go im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen, welches sich selbst der irgendwiegearteten Information verpflichtet sieht. Fälschung - welch böse-böse Unterstellung!
Das Video nämlich war zwar ein spekulativ gewählter Ausschnitt, aber immerhin keine Fälschung. Die Jauch-Leute hatten es wohl kurz vorher im satirischen Varoufakis-Video des Neomagazins gesehen und 1:1 übernommen, ohne Fragen zu stellen, allerdings nicht ohne es mit einem eigenen Kommentar zu versehen. Dementsprechend behauptete die kleine gebührenfinanzierte Satireshow, das Neo Magazin Royale, sie hätte es selbst gefälscht und der großen politischen "Diskussionssendung" geschickt untergejubelt. Satireshow! Etliche Medienschaffende fielen darauf herein und bemerkten nicht, dass das Hauptanliegen einer Satireshow wohl Satire ist.
Damit wurde der Bildungsnotstand in Deutschland wieder einmal wunderbar illustriert³: Medienschaffende sind hier in der Regel Menschen mit Abitur und abgeschlossenem Studium. Sie beschäftigen sich täglich und hauptberuflich mit Information. Etliche stellen dabei nicht die Frage nach der Herkunft einer Information, sondern erkennen Ironie und Satire nicht einmal dann, wenn es ausdrücklich drauf steht. Sie beeinflussen mit ihrer Arbeit aber die Einstellung von Millionen von Menschen.
Der "Beweis", den das NeoMagazin Royale vorlegte, war aber zumindest eine erhellende Arbeit darüber, wie leicht so eine Fälschung tatsächlich anzufertigen wäre. Demonstriert wurde es witzigerweise am Gegenteil - sie hatten vorher in den bewussten Filmausschnitt eine normale Hand hineinmontiert und zeigten nun sehr anschaulich, wie der Stinkefinger hineinkommen könnte.
So weit, so lustig. Erwähnt wird das hier deshalb, weil die bewusste Show inzwischen zuverlässig jede Woche im Gewand des Klamauks und der Satire eine unterhaltsame und dabei tiefgründige Betrachtung zu politischen oder gesellschaftlichen Fragen auf die Beine stellt. Gemeint sind dreiminütige Filmchen wie der folgende:
Photoshop-Philipp! (ersetzt durch den Ausschnitt aus der Show)
Jeder, der einmal mit Photoshop gearbeitet hat und zuweilen aufmerksam Zeitung liest, fällt ob der konzentrierten Wahrheit, die in diesem Film steckt, vom Stuhl.
¹ "Wer glaubt, Günther Jauch sei ein politischer Journalist, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten!" (Volksmund)
² zum Vergleich: Hier der gesamte relevante Teil des Vortrags (Stinkefingerteil ab 1:41min., Filmlänge 5:59min). Dafür muss man natürlich ein wenig Englisch können und aufmerksam zuhören wollen, Jauchs Leute konnten sich ja darauf verlassen, dass das ohnehin bei den wenigsten Deutschen der Fall ist ...
... und hier das, was deshalb bei Günther Jauch daraus geworden ist: Einspieler ab 24:00min
³ volle zwei Wochen später titelt die BILD-Zeitung immer noch mit dieser Provokation, die rein juristisch wohl keine Fälschung ist - lustig, dass man das bei einer Sendung im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen inzwischen ausdrücklich betonen muss:
Und da nun wieder ist es entlarvend, wie geschmeidig sich Günther Jauch lieber in den Dienst der BILD-Zeitung stellt, nur um nicht zugeben zu müssen, dass seine Leute Scheiße gebaut haben.
All diese Erkenntnisse verdanken wir dem NEO MAGAZIN ROYALE (welchem ich aber die Natascha-Kampusch-Witze immer noch nicht verzeihe!)
Und wie auf Bestellung kommt die Bestätigung: Gestern lagen sie noch vorne, es handelt sich um das Dongfeng-Team mit dem orange markierten Boot. Zur Abwechslung haben sie als einzige versucht, etwas besonders-besonders Kluges zu machen - und schon ist es vorbei mit dem Vorsprung.
Wobei, bei diesem Rennen können sich die Boote in der Regel nicht gegenseitig sehen, oder nur sehr aus der Ferne. Wenn sie - wie in diesem Beispiel - dicht an dicht segeln, sind immer noch einige Seemeilen dazwischen, so dass man jedenfalls nicht gleich erkennt, was der Gegner so treibt.
Außergewöhnlich an der hier abgebildeten Situation ist übrigens, dass sie sich tausende Kilometer von jeder Küste entfernt abspielt, die dünne blaue Linie markiert die südliche Treibeisgrenze, die bei diesem Rennen nicht überschritten werden darf. Als Überblick noch eine weitere Karte:
Einführung für den Laien: Beim Segeln ist der gerade Weg in der Regel nicht der schnellste, je weiter man vom direkten Weg abweicht, desto schneller wird das Boot sogar. Aber dann fährt man halt nicht mehr den kürzesten Weg.
Wo wir schon einmal beim Segeln sind, hier noch eine verbreitete Erscheinung. Man trifft sie auch im übrigen Leben an – nur das Beispiel aus dem Segeln zeigt die Situation besonders anschaulich:
Auf der Abbildung sieht man oben vier Boote, die einen Umweg gemacht haben und unten ein Boot, das einfach geradeaus gefahren ist und jetzt vorne liegt. Am Anfang dieser Sequenz waren sie vorletzte.
Es handelt sich um eine typische Situation, wenn man unter Spannung steht, aber auch den eigenen Fähigkeiten zu sehr vertraut. Man verstrickt sich in den eigenen taktischen Überlegungen.
Die Überlegung geht etwa so: Wenn man sich absetzen will, muss man irgendetwas anders machen als die Konkurrenz. Logisch. Außerdem hält man sich selbst für den überlegenen Auskenner. Was die anderen versuchen, erscheint trivial: “Das sieht so einfach aus – das kann nur falsch sein!”
Ist es nicht.
Hier haben vier Boote versucht, einen Umweg zu fahren, aber dabei schneller zu sein. Sie haben wohl auf diesem Kurs mehr oder Wind aus einer günstigeren Richtung erwartet. Das orange Boot unten drohte den Anschluss zu verlieren und lag vorher am Ende des Feldes. Auch sie hätten auf die Idee kommen können, etwas *besonders-besonders* kluges zu machen, um nicht noch mehr abgehängt zu werden. Stattdessen haben sie das naheliegendste getan und sind geradeaus gefahren.
Letztlich ist der Vorteil auf dem nördlichen Kurs nicht eingetreten und man sieht, dass die Gruppe der anderen wieder zurück kommt auf den alten Kurs.
So ist das ja immer wieder einmal.
Im richtigen Leben versucht man oft, sich mit taktischen Überlegungen einen Vorteil zu verschaffen. Die taktische Überlegung besteht dabei aus der Kombination mehrerer Maßnahmen, von denen schon bei jeder einzelnen der Erfolg fragwürdig ist. Die Kombination führt dazu, dass ein großer Erfolg eintreten kann, aber die Berechnung unbeherrschbar kompliziert wird.
Unbeherrschbare Komplexität wiederum geht in der Regel schief und führt nur in seltenen Ausnahmefällen zum Erfolg. Hinterher ist man schlauer. Dann tröstet man sich damit, dass man es mit allen Mitteln versucht hat – aber muss die Schuld immer bei sich selbst suchen.
Hat man das naheliegendste getan und dieses nicht zum Erfolg geführt, kann man gut “Die Verhältnisse”, Mutter Natur oder ein missgünstiges Schicksal dafür verantwortlich machen. Dabei führt das naheliegendste jedoch signifikant häufiger tatsächlich zum Erfolg, oder mindestens an einem gründlichen Misserfolg vorbei. Und wenn nicht hat man immerhin ein gutes Gewissen.
Die Szene stammt vom Volvo-Ocean-Race 2014/15, bei dem in 9 langen Etappen um die ganze Welt gesegelt wird.
Wer's nicht glaubt, hier noch der Spielstand ca. 8 Std. vorher:
Die Saison beginnt - hier geht es endlich wieder einmal ums Segeln, konkret: GPS-Tracking
Wie die meisten Menschen glaubt auch der Segler an Wundermittel. Das wird hier besonders erwähnt, weil Segelei eine höchst naturwissenschaftliche Angelegenheit ist. Das einzig unverständliche ist der Wind. Man weiß zwar genau, woher er kommt, wohin er unter bestimmten Umständen weht und wie das Boot in jedem Einzelfall zu behandeln ist. Es gibt für beinahe alles Rechenwerte. Aber in der Praxis kommt es meist ganz anders.
Inzwischen werden Boote in identischen Formen hergestellt oder wenigstens auf der Grundlage einer Computerform. Die Segel werden auf der Grundlage einer Computerzeichnung mit winzigen Fertigungstoleranzen hergestellt. Ebenso Masten und Zubehör. Das Material ist also durchaus vergleichbar (wenn man in einer Klasse segelt, wo Vergleichbarkeit gewünscht wird, das sind längst nicht alle). Dennoch gibt es in Rennen immer wieder große Unterschiede und der Segler fragt sich, woher diese wohl stammen.
Früher dachte man, dass es an der Einstellung des Bootes läge. Damit begann der Siegeszug der Trimmtabelle: Wenn man gleiche Boote unterschiedlich einstellt, sollten sie unterschiedlich schnell sein. Wenn man sie alle "richtig" einstellt, sollten sie alle optimal schnell sein.
Es wurden "optimale" Einstellungen für alle unterschiedlichen Bedingungen ermittelt und diese werden heutzutage in Form einer Trimmtabelle weitergegeben. Wenn man sie genau befolgt hat, bemerken einige überrascht: Es funktioniert dennoch nicht. "Dabei haben wir doch alles richtig gemacht!"
An dieser Stelle kommt der menschliche Faktor ins Spiel. Wenn man gleiches Material optimal einstellt, aber unterschiedlich behandelt, ergeben sich unterschiedliche Geschwindigkeiten, der Gedanke ist naheliegend. Derzeit ist der Segler auf der Suche nach dem menschlichen Faktor und hier kommen Tracking-Systeme ins Spiel.
Tracking bedeutet, dass man die Position des Bootes im Sekundenabstand feststellt und kartiert. Besonders hohen Erkenntniswert hat es, wenn auch alle anderen Boote getrackt werden und außerdem der Wind in Stärke und Richtung bekannt ist.
Nun kann man vergleichen, welches Boot den kürzesten Weg genommen hat, welches am schnellsten war und sehen, was besser ist.
Theoretisch.
Praktisch nicht.
Rein praktisch sollte der Quotient aus gesegelter Strecke und durchschnittlicher Geschwindigkeit eine Zeit ergeben, und wer am wenigsten Zeit gebraucht hat kommt als erster ins Ziel.
Ist aber nicht so.
Die entsprechenden Werte bekommt man inzwischen in Echtzeit auf den Bildschirm, auch wenn man selbst in Mitteleuropa sitzt und sich das Rennen auf der Südhalbkugel ereignet:
Die Tabelle links zeigt angeblich gesegelte die Strecke und Durchschnittsgeschwindigkeit nach dem Zieldurchgang.
Der Große Bloguator™ hat sich einmal die Mühe gemacht, den entsprechenden Quotienten auszurechnen und siehe: Direkt nach dem ersten Boot kommt das vierte ins Ziel. Dann das zweite und das dritte. Danach das sechste und dann schon das fünfte. Den siebten trifft es besonders arg, er kommt erst nach dem zwölften und dreizehnten ins Ziel.
Jedenfalls dann, wenn man solchen Wundermitteln wie dem Tracker kritiklos Glauben schenkt.
Zeichenerklärung: dist ist die zurückgelegte Strecke laut Tracking, kts die vom Tracker angegebene durchschnittliche Geschwindigkeit in Knoten (das sind nautische Meilen je Stunde) und t ist die errechnete Zeit aus Entfernung und Geschwindigkeit, rank ist die Reihenfolge in der die Ziellinie überquert wurde. Die Tabelle ist jedoch nach errechneter Zeit sortiert.
rank
dist (m)
kts (nm/h)
t (min.)
1
11567
7,34
51,0546
4
11874
7,48
51,4287
2
12608
7,87
51,9017
3
11572
7,21
51,9976
6
11528
7,13
52,3811
5
11970
7,40
52,4050
9
11671
7,19
52,5883
13
12042
7,36
53,0067
12
11969
7,25
53,4848
7
11349
6,87
53,5194
11
11872
7,16
53,7182
14
11544
6,96
53,7350
8
11002
6,61
53,9238
10
11336
6,81
53,9291
18
11977
7,08
54,8056
19
10943
6,45
54,9651
15
11500
6,77
55,0325
20
11085
6,52
55,0806
16
11538
6,77
55,2144
21
11729
6,88
55,2310
17
11141
6,49
55,6147
24
10776
6,26
55,7691
22
10881
6,32
55,7779
23
11275
6,52
56,0247
25
11161
6,40
56,4980
26
11034
6,27
57,0132
27
11208
6,25
58,0976
In der realen Wirklichkeit war es aber auch bei diesem Rennen ohne Vergütung zwischen identischen Booten so, dass nach dem ersten der zweite ins Ziel kam, dann der dritte und dann erst der vierte.
Woran das liegt, darüber kann man nun grübeln, es ergibt sich nur die Erkenntnis, dass ein gesundes Maß an Zweifel durchaus angebracht ist.
Die Daten stammen vom führenden Anbieter solcher Daten, SAP Sailing Analytics, hier die 505-Weltmeisterschaft 2015.
sorry, bei den Minuten ist das hinter dem Komma eine Dezimalzahl und keine richtige Sekunde - DAS umzurechnen war mir wiederum zu aufwändig
Das Internet steckt ja voller Überraschungen. Kürzlich suchte der Große Bloguator™ nach dem Umtauschkurs einer konkreten Summe von GB-Pfund in Euro. Im Internet der Gegenwart geht das so: In der Suchmaske von Google gibt man
Als erstes Ergebnis erhält man eine fünstellige Zahl. Inzwischen weiß der kritische Medienbenutzer allerdings, dass man dem ersten Ergebnis nicht trauen soll, weil es standardmäßig von Google manipuliert ist.
Die wirklich echten wahren Ergebnisse tauchen erst auf der zehnten oder zwanzigsten Seite auf. Also klickte der Große Blougator™ auf das zweite Ergebnis, offenbar eine Ortsangabe,
schon deshalb, weil die Postleitzahl 10415 einen Stadtteil von Berlin markiert - Hochoest aber sicher nicht. Man erhält dann folgende Information, welche ein weiteres mal unkommentiert stehen bleiben kann:
Hochoest 10415
843 84 Wittibreut
Zusammen mit 500 andere immobilien auf Hochoest 10415 in Wittibreut ist Hochoest 10415. Manchmal haben wir Zugriff auf erweiterten Information über die Heimat, wie Betriebskostendriftkostnader, Gebühren, Postleitzahl, und Erzeugerpreis bisherigen Verkaufs. Diese Information ist oder war das Publikum bei der vorherigen Verkauf des Hauses, jedoch können solche Informationen veraltet oder falsch sein, so sehen es mehr als ein Hauch. Der Wert wird auf vergangenen Ausgangspreis und dem Verkaufspreisförsäljningspris im Bereich basiert.
Nun ja, genau deshalb erscheint dieser Blogeintrag, Wörter wie Betriebskostendriftkostnader oder Verkaufspreisförsäljningspris jagen dem Großen Bloguator™ nunmal wohlige Schauer über den Rücken.
... hm? Ach ja: £10.415,- wäre der Preis für eine komplett ausgestattete International Moth¹ a.k.a. Kleines Flugzeug.
Protest gegen eine unbedeutende kleine Zentralbank - zu Ehren von Blockupy
Bereits Lenin wusste: "Eine Revolution ohne Blutvergießen taugt nichts!" Dass es wahrscheinlich bei dem Blutvergießen bleibt, auch wenn die Revolution erfolgreich beendet ist, weiß man ebenfalls. Seit Lenin, beispielsweise.
Die sogenannte "Macht" hat nun einmal das Bestreben, mit aller Gewalt an der Macht zu bleiben. Sei es, weil sie ihre eigene Regierungsform für die beste überhaupt denkbare hält, sei es, weil die vorhandene Struktur den Teilhabern der Macht erhebliche materielle Vorteile beschert. Und das eine schließt das andere nicht aus. Das ist menschlich: So etwas gibt man nicht gerne wieder her, insbesondere dann, wenn die Dreckarbeit andere machen müssen.
Wenn eine Revolution ausnahmsweise einmal unblutig abgeht, dann stimmt etwas nicht: Die alten Mächtigen sind entweder selbst nicht mehr von ihrem System überzeugt. Oder sie erwarten, in dem neuen System mehrheitlich ebenso viele Vorteile zu haben wie im alten. Es gibt natürlich Ausnahmen und Einzelfälle, aber man kann kein neues Staatsgebilde ganz ohne die Fachleute des alten aufbauen.
In Deutschland haben wir ein gespaltenes Verhältnis zu Revolutionen, weil alle diese Mechanismen weithin bekannt sind, sowie wegen des deutschen Temperaments. Der Deutsche meint, dass eine Revolution vorher festgelegten Regeln zu folgen habe und dass Vorfahrt immer noch Vorfahrt bleiben muss. Damit wirklich niemand benachteiligt wird, muss es von diesen Regeln jedoch noch Ausnahmen für Minderheiten und besondere Anlässe geben, welche ebenfalls vorher festzulegen sind.
Insbesondere schätzt der Mensch keine Veränderungen, das betrifft nicht einmal nur die Deutschen. Veränderung und Unbekanntes beunruhigt den Menschen. Daher die Sache mit den Regeln. Der Deutsche ist andererseits auch großzügig, er meint, gegen Revolutionen sei im Grunde gar nichts einzuwenden, sofern sie unblutig verlaufen und sich im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegen.
Nun wurde gestern wieder einmal gegen ein Herrschaftssystem demonstriert. Die Umstände waren sonderbar, aber dabei eigentlich so wie immer. Das Herrschaftssystem ist nämlich nominell gar keines, sondern es handelt sich um nur eine Bank, so wird es genannt. Aber nur wer das Geld verwaltet lenkt wirklich die Geschicke.
Bei den Protesten floss auch kein richtiges Blut, stattdessen wurden einige Autos angezündet. In Deutschland ist das Auto ein Heiligtum und ein brennendes Fahrzeug ist ein viel schlimmeres Fanal als wenn einige abgeschlagene Köpfe von Bankmanagern über den Vorplatz gerollt wären: "Die armen Autos haben doch niemandem etwas getan!" Mit Bankmangern hätten die Leute aus gegebenem Anlass deutlich weniger Mitleid.
Den Protestniks wird außerdem vorgehalten, ausgerechnet sie selbst trügen ja Markenkleidung, ausgerechnet im Kampf gegen ein Ausbeutersystem. Ausgerechnet! Inzwischen spricht sich herum, dass gerade die Marken auf ihren guten Ruf achten und deshalb bei der Ausnutzung von Kinderarbeit nicht erwischt werden wollen. Den No-Name-Herstellern erscheinen solche Überlegungen abwegig - schließlich sind sie ja an ihrem Namen ohnehin nicht wiederzuerkennen. Bei No-Name-Herstellern ist die Chance, dass für deren Kleidung Frauen und Kinder in Sweat-Shops bluten müssen also viel größer. Deshalb ist gediegene Markenkleidung bei der Tätigkeit des Protest gegen das Establishment auf jeden Fall das kleinere Übel.
Wie stellt sich der Deutsche nun Protest vor? (von Revolution ganz zu schweigen, obwohl die meisten Bürger Einwände gegen die herrschenden Zustände haben)
Gewaltfrei auf jeden Fall, das bedeutet: Vor allem ohne Gewalt gegen Sachen. Zur ordentlich angemeldeten Demonstration erscheint der namentlich bekannte Demonstrant pünktlich am festgelegten und behördlich freigegebenen Ort und bringt seine Unzufriedenheit mit dem aus seiner Sicht undemokratischen System zum Ausdruck. Er trägt dabei sein gut leserliches Schild und selbst genähte Protestkleidung aus nachhaltig erzeugten und fair gehandelten Stoffen in gedeckten Farben, welche den einzelnen einfach kenntlich machen und andererseits das Auge des Aufsichtspersonals nicht beleidigen.
Habe ich etwas vergessen?
Gut. Jetzt, wo wir wissen, wie Protest und Revolution in Deutschland durchzuführen sind, können wir endlich energisch gegen alle Missstände vorgehen!
Beim Durchforsten des Blogs fiel auf, dass der Link zu diesem wunderbaren Film nicht mehr funktionierte weil das Youtube-Konto aufgelöst worden war.
Der Musikfilm mit Jazz aus den 1940er Jahren mit einer Animation aus den 1990ern ist aber dermaßen wertvoll, dass es hier unter allen Umständen weiterempfohlen werden muss: Shizuko Kasagi - Kaimono Boogie
nicht ganz zufällig wird das hier unter der Rubrik "Reim dich, sonst...!" abgelegt, die sonst eigentlich für eigene zweifelhafte Erzeugnisse des Großen Bloguators™ gedacht ist.
Das folgende bedarf keiner weiteren Kommentierung durch den Großen Bloguator™ – es satirt sich völlig selbst:
Sehr geehrter Kunde PayPal,
On March 02 2015 Wir haben vor kurzem festgestellt, dass verschiedene Computer in Ihrem PayPal-Konto angemeldet.
Und mehrere Kennwortmisserfolge vor dem Logo der Gegenwart. Wir brauchen Sie jetzt erneut bestätigen Sie Ihre Account-Informationen an uns.
Wenn dies nicht von 08, 03, 2015 fertig gestellt, werden wir gezwungen, Ihr Konto auf unbestimmte Zeit auszusetzen.
Fall-ID Nummer PP-00-633-9177
Um Ihr Konto zu wiederherzustellen, Bitte laden Sie das beigefügte Formular aus, um Ihre Profilinformationen zu überprüfen und Wiederherstellung Ihrer Kontozugriff.
Achten Sie darauf, die Informationen genau zu geben, und nach den Formate erforderlich. Füllen Sie alle Felder aus.
Es ist in der Regel recht einfach, sich um Dinge wie diese zu nehmen. Die Mehrzahl der Zeit, wir müssen nur ein wenig mehr Informationen über Ihr Konto oder neuesten Transaktionen.
Um uns dabei zu helfen, und sehen, was Sie können und was nicht mit Ihrem Konto zu tun, bis das Problem behoben ist, melden Sie sich in Ihrem Konto und gehen Sie zu der Konfliktlösungen. Mit freundlichen Grüßen,
PayPal
Nicht wahr?
Selbstverständlich hat der Absender PayPal die Mailadresse skyid@skymail.sky.com und nicht irgendeine unsichere Herkunft von PayPal.com oder so.
Außer von der Arbeit gibt es hier derzeit nicht so viel zu berichten: Schreibtisch - Bett - Schreibtisch - Bett - Schreibtisch - Bett und dazwischen höchstens mal Baustelle oder Bier. Das kann auch ganz schön sein, wenn es den ausreichend vergütet wird.
Trotzdem kommt ein wenig Abwechslung natürlich immer recht. Wo der Große Bloguator™ sich dann fragt, welche Drogen man nehmen muss, um solche Videos wie dieses hier auszubrüten?
Oah, das hier gefällt mir auf Anhieb: Knackige junge Mädels kann jeder - sieht der meiste Mann natürlich gerne, ist aber auch schnell langweilig. Hier hat jemand eine andere Idee - so cool!
Nackige Männer, die auch nicht mehr sooo ganz frisch sind (genau: Das Glashaus - die Steine!)
deffwesterkamp.photographie Ich hab leider noch nicht herausgefunden, wie man an diesen Kalender kommt - halte die werte Leserschaft aber gern auf dem Laufenden.
Ach, der Große Bloguator™ ist so leicht zu begeistern. So leicht! Außer durch charmante Personen weiblichen Geschlechts beispielsweise auch durch irgendwie kryptische Botschaften. Beim Zappen durch Youtube tauchte kürzlich diese Botschaft auf:
Kasai Allstars filmed in Kinshasa during the recording of the album "In the 7th moon, the chief turned into a swimming fish and ate the head of his enemy by magic"
Es handelt sich um einen Albumtitel, in der groben Roh-Übersetzung etwa:
"Im 7. Monat verwandelte sich der Häuptling in einen schwimmenden Fisch und fraß durch Hexerei den Kopf seines Feindes".
Aaaah, warum gibt es solche Albumtitel nicht auch bei uns?!?
ist übrigens jemandem der Titel von dem Stück aufgefallen? "Ertrinkende Ziege". Hm.
Um zu meinem Arbeitsplatz zu kommen, der von der Wohnung aus genau 3km entfernt im Südosten liegt, laufe ich zunächst nach Nordwesten zur U-Bahn.
Dann fahre ich - in einer Schlangenlinie - nach Nordosten und steige um. Anschließend auf einer Geraden genau nach Süden. Und von dort gehe ich ein Stück nach Norden und dann wieder nach Westen.
Zurückgelegter Weg: Ziemlich genau 7km. Das ist wohl das berühmte "Leben in der Zivilisation". Aber alles besser als zu Fuß.
es gibt auch Busse, die näher entlang der Luftlinie fahren - die brauchen deutlich länger
Antiquare sind die letzten Dinosaurier. Deshalb schätzt man sie ja, und ihre Ware, die Bücher. Eben habe ich über ZVAB¹ ein antikes Buch bestellt und erhalte die Rechnung noch am selben Tag per Mail - als WORD-doc.
Pfffft, ich fasse es nicht ... ein ungeschütztes Word-Dokument! Preis kann man sich selbst einsetzen ... hihihi. Der Wahnsinn!
Selbstverständlich weiß ich es dabei sehr zu schätzen, dass meine Bestellung, nachdem sie per Mail beim Anbieter eingetroffen ist, noch in der nächsten Stunde bearbeitet wird. Unsereins kennt zudem auch noch handgeschriebene Quittungen, Stempelfarbe und selbstbeschriftete Ordneretiketten. Das alles hat duchaus auch heute noch seinen Wert, auch wenn längst Präge-Etiketten, Beschriftungsmaschinen und Computerausdrucke in jedem Haushalt verfügbar sind.
Auf einem Computer, auf dem Word läuft, würde sicher auch ein PDF-Drucker reibungslos funktionieren - aber das ist dem Antiquar wohl zu viel der Technik. Antiquar wird man dabei nicht einfach so, sondern, weil man irgendetwas unauskömmliches studiert hat, Germanistik vielleicht, oder Philosophie, oder einfach, weil man Bücher mag. Heißt: Einem Bücher-Antiquar sollten komplexe Gedankengänge nicht fremd sein. Andererseits.
... ich schmeiß mich weg!
¹ bevor irgendwer einem naheliegenden Reflex freien Lauf lässt: Think globally - buy locally! Der Große Bloguator™ kauft Bücher nur dann online, wenn sie antiquarisch sind oder aus dem Ausland kommen. Dann sagt der lokale Buchhändler (sic!) gerne mal: "Versuchs doch mal bei Amazon, da kann man sogar auf Rechnung bestellen."
Pegida bricht auseinander und die Pegidisten müssen demnächst ihr Elend wieder schweigend ertragen. Pegida gab ihnen das Sprachrohr für die nagende Angst, ihre Lebensziele nicht zu erreichen: Da haben sie jetzt zwar ein Haus, aber davor steht kein mächtiger SUV oder Lexus, und ihr Flachbildfernseher ist noch aus der letzten Generation. Daran muss irgendjemand schuld sein - beispielsweise ein Asylbewerber oder ein Kriegsflüchtling.
Jedenfalls nicht schuld ist ihrer Meinung nach der deutsche Kaufmann, der sie immer wieder über den Tisch zieht. Und schuld ist auch nicht der deutsche Unternehmer, dem der Mindestlohn immer noch viel zu hoch ist und der gerne Leute zu Dumpingpreisen ausbeutet. Ausgebeutet werden wollen die Tölpel auch nicht, so blöd sind sie dann doch nicht.
Am liebsten wären die Pegidisten selbst der deutsche Kaufmann oder der deutsche Manager, der vom Elend der anderen noch profitiert. Nur ist diese Nische bereits besetzt und jetzt nehmen sie allen übel: Der Politik, die diese Ungerechtigkeit nicht behebt, den Medien, die diese Ungerechtigkeit nicht anprangern, und den Einwanderern, einfach nur so, weil die sich wenigstens nicht wehren können.
Also, das Blog ist nicht besonders schön gestaltet, aber der Eigner macht sehr witzige Zeichnungen. Es gehört einem französischen Künstler namens Christophe Lautrette, der inzwischen in LA lebt.
Also, das Blog ist nicht besonders schön gestaltet, aber der Eigner macht sehr witzige Zeichnungen. Es gehört einem französischen Künstler namens Christophe Lautrette, der inzwischen in LA lebt.
Seit einiger Zeit nerven größere Webseiten mit dem Hinweis darauf, dass sie Cookies verwenden - also den Besucher beobachten, verfolgen und ... hrrrmmm ... hrrrmmm ... ausspionieren. Der Nutzer kann auf so einer Seite nur dann ungenervt weitermachen, wenn er diese Ausforschung akzeptiert.
Nein: ... wenn er einen Haken setzt oder OK klickt - mit Akzeptieren hat das ja nichts zu tun. Sagen wir mal "erzwungenermaßen zur Kenntnis nimmt".
Die entsprechenden Hinweise sind interessanterweise so gestaltet, dass sie auf zwei Drittel der Endgeräte des Großen Bloguators™ gar nicht vollständig angezeigt werden: Sie haben eine betonierte feste Breite, die die Bildschirmbreite der Endgeräte überschreitet. Der OK-Knopf liegt ganz rechts und damit außerhalb des Bildschirms - man kann ihn nicht anklicken.
Fragezeichen?
Am lustigsten ist das bei Google - eine Firma die ihre bloße Existenz dem Internet verdankt, über zehntausende von Mitarbeitern verfügt, genau alle davon Bildschirmarbeiter und Internetfachleute, schier endlose Resourcen und Kapital. Aber kein einziger kann mit gängigen Mitteln einen Hinweisbalken gestalten, der die Breite eines überaus großen Bildschirms einhält. Egal wie breit das Anzeigegerät: Der OK-Knopf liegt rechts außerhalb, so dass man ihn nicht anklicken kann. Das Anklicken läge sogar im Interesse von Google.
Nun ja: Kann man umfassende Inkompetenz schöner illustrieren?
Vor so einem Unternehmen muss man sich nicht fürchten.
(zum Größermachen ins Bild klicken - sonst erkennt man nix)
ja, sicher, es liegt nur daran, dass es in diesem Fall - dem Cookie-Balken bei Blogger - keinen Zeilenumbruch gibt, sehe ich doch auch. Nervt trotzdem, hinter dem Balken liegen nämlich einige Bedienungs-Elemente fürs Blog, etwa die Suche, oder Anmelden.
Das erinnert mich an den anderen Kunden, den ich mal vor mir in der Kassenschlange sah, mittags. Der legte vier Flaschen Shampoo aufs Band. Sonst nichts.
Montagmorgens ist da immer besonders exotische Kundschaft. Vor mir an der Kasse ein Riesentyp, so knappe 2m hoch. Trägt das vorgeschriebene "Heavy Biker"-Outfit, oder wie heißen die Leute, die für Hells-Angels gehalten werden wollen, ohne wirklich dabei zu sein?
Jedenfalls: Lederstiefel - Lederhose mit Schnürbindung - ultraschwere Kutte mit aufgenähten Stickern. Unter etlichen Stickern, die zur Bikerfolklore gehören, allerdings auch einer "Menschen helfen Menschen", eher unauffällig unter dem Arm versteckt.
Der Typ selbst hat statt schmieriger eher raspelkurze Haare und es fehlt die Angels-typische Wampe. Er ist einfach nur riesengroß. Als er dran ist legt er nichts aufs Band außer drei Packungen MonCherie.
Ganz lieber Kerl.
Draußen steigt er auf eine 1400er Suzuki, so ziemlich das schwerste¹, das der Motorradmarkt zu bieten hat. Mit tiefem Röhren tuckert er davon.
¹ zulässiges Gesamtgewicht: Knappe halbe Tonne. Leer etwas weniger.
§ 14 Brandschutz Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.
Man muss es den Leuten ja ausdrücklich vorschreiben. Von selbst kommen sie nicht drauf und freiwillig machen sie es nicht.
¹ Bauordnung für Berlin (BauO Bln). Vom 29. September 2005 (GVBl. S. 495), zuletzt geändert durch Gesetz vom 29. Juni 2011 (GVBl. S. 315, in Kraft getreten am 10. Juli 2011)
Was ist eigentlich
aus Dschingis Khans Horden
geworden?
Haben die sich irgendwann gesagt "Ach, Europa - langweilig" und sind dann entspannt nach Hause geritten, nun, da sie es wussten?
"Und auch so wenig Kamele" - auf Reisen vergleicht man ja doch immer mit der Heimat. Kamele hatte Europa damals wirklich nicht zu bieten. Bis heute eigentlich. Hatten sie nicht Grund, enttäuscht zu sein?
"Dauernd dieses Dreckwetter, Regen, wer braucht so was!" Das gefiel ihnen nicht, sie waren anspruchsvolle Reisende, aus einer Gegend wo man nicht jeden Tag vom Regen belästigt wird. Und wenn die europäischen Bauern sagten "Wir brauchen sowas, sonst wächst nix!", dann lachten die mongolischen Horden des Khan.
Sie verachteten das mühselige Hantieren auf dem Feld, nur für ein Paar Rüben, Kohl oder Körner Getreide. Was man zum Leben braucht, konnte man sich doch nehmen! Diese unorganisierten europäischen Bauern waren nicht einmal zu qualifiziertem Widerstand fähig. Dschingis Khans Horden hatten eine Redewendung dafür, "Qualifizierte Niederlage!" und dann lachten alle.
Gelangweilt kehrten sie um und machten sich auf den langen Weg nach Hause.
Auf dem Heimweg kamen sie durch die Gegenden, die sie auf dem Hinweg liebevoll leergeraubt und deren Einwohner sie entweder niedergemetzelt oder als Sklaven verkauft hatten. Wild ließ sich nicht blicken, die unbestellten Äcker waren kaum noch als solche erkennbar.
Ein paar besonders schöne Exemplare von Sklaven hatten sie jedoch behalten. Die fragten sie nun nach Essen. "Wenn wir jetzt gleich anfangen, dann wächst hier schon nächstes Jahr wieder was." Die Reiterkrieger waren entrüstet: "Seid ihr verrückt? Unser Proviant reicht noch bis übermorgen!"
Die ehemaligen Bauern fügten sich Gott ergeben in ihr Schicksal, so wie sie es schon seit jeher gewohnt waren.
Hier trifft uraltes und gepflegtes Handwerk auf die Segnungen der Sicherheit in der Moderne:
Ein nach jahrhundertealtem Rezept handgefertigter Stoßdämpfer aus bestem Schweinsleder direkt neben dem Hinweis auf hochtechnologische Videoüberwachung. Man findet dieses Ensemble an der Tür des Schöneberger Rathauses in Berlin, wo auch noch andere Sehenswürdigkeiten zu entdecken sind.
DieBahn konkurriert ja mit dem Flugzeug. Zu diesem Zweck mussten etliche Milliarden teure ICE-Hochgeschwindigkeits-Verbindungen geschaffen werden. Die Züge fahren so schnell, dass sie in einigen Landeshauptstädten gar nicht halten können. Deshalb bietet DieBahn jetzt die Reise von Berlin nach Hof an, 330km in 9h 7min.
Ich wiederhole: Neun Stunden und sieben Minuten für dreihundertdreißig Kilometer.
Der Preis von 29,-€ liegt unwesentlich über dem einer Busfahrt, aber der Bus würde auch nur 3h 25min. fahren.
Glaubt mir wieder keiner?
DieBahn, das ist übrigens das Unternehmen dem Harald Mehdorn eine ganze Weile vorstand.
Das folgende kann man völlig kommentarlos stehenlassen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Wir Nebenjobs24 GmbH – sind das Unternehmen für Suchen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Wir freuen uns, Ihnen unsere Dienste auf der Suche nach Arbeitsplätzen zu bieten. Bitte senden Sie Ihre CV als Antwort auf dieses Schreiben. Wir werden Sie in kurzer Zeit die beste aktuelle Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen finden. Wir arbeiten eng mit den größten Baustellen der Welt, wie z.B. monster.com, eurojobs.com.
Wir haben eine gemeinsame Basis der Arbeitgeber und Arbeitsuchende. Unsere Firma ist ein weltweit führendes Unternehmen bei der Suche nach Jobs und Arbeitgeber über das Internet und soziale Netzwerke.
Mit modernsten Technologien hat man die Möglichkeit die meisten genau die richtigen Leute für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu findn.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Wir sind glücklich, Ihnen helfen, geeignete Arbeitsplätze zu finden. Wir warten auf Antwort von Ihnen und warten auf Ihre CV.
Beste Grüße, Thomas Winckelmann Human Resource Management Nebenjobs24 GmbH Tel./Fax.: 021195987533
Ich hab da nicht dran gedreht, ich schwör! Nur auf meine Arbeitskraft werden sie wohl vorläufig noch verzichten müssen.
Wenn man die Webseite seines Bankinstituts an einem Montagmittag besucht, erwartet man nicht unbedingt Gutscheine:
ja, ja ja, schon gut! Zur Entlastung der Mitarbeiter der Commerzbank: Die Gutschein-Einblendung stammt vom automatischen Proxy, den Der Große Bloguator™ als Add-on im Firefox installiert hat.
Heimatkunde extended Im hiesigen Bioladen haben sie sich inzwischen an ihre anstrengende Kundschaft gewöhnt. Jetzt verachten sie dich, wenn du nicht 34 Gramm laktosefreien Käse oder Chlorreiniger aus kontrolliert biologischem Anbau kaufst. Oder wenn du nicht die glutenfreien Müsliriegel für dein Arschlochkind umständlich mit einer besonders exotischen Kreditkarte bezahlen willst.
Das ist nicht mehr ganz so schönes Schöneberg. Hat aber auch was. Wir sind hier tolerant.
weiteres Kennzeichen: Steigende Dichte von 50-jährigen Typen in Designerjeans. Mit Piratenkopftuch.
"Designer"-Jeans... pöööh ... das sind so liebevoll handzerfledderte oder zielgerichtet kaputtgewaschene Hosen aus blauem Baumwollstoff mit seltsamen Ornament-Stickereien drauf. Für den Preis einer solchen Hose bekam man hier bis vor kurzem noch einen maßgeschneiderten Anzug. Inzwischen leider auch nicht mehr.
Kürzlich, am Tag vor dem ersten Advent, haben wir nochmal etwas richtig bescheuertes gemacht: Wir waren segeln.
Wer sich von Dreckwetter abhalten lässt ist sowieso kein richtiger Segler. Aber an diesem Tag herrschten -2° Luft- und 8° Wassertemperatur, und zwar: Celsius. Und ordentlicher Wind. Wir haben gebadet. Aaaaaargh!
Der blöde Kahn ist auch gleich durchgekentert und die üblichen Verfahren zum Aufrichten und Weiterfahren funktionierten diesmal leider nicht so richtig. Ganz unnötig fiel er auch nochmal zur anderen Seite um.
Wie kalt es wirklich war wurde uns auf dem Heimweg so richtig klar: Erst zeigten sich Schneeflocken. Dann bildete sich Eis auf dem Deck. Jeder Wassertropfen gefror. Es spritzt viel auf so einem Boot. Auf einem spiegelglatten schaukelnden Boot kann man sich nicht mehr sicher bewegen. Es rutscht einem auch schon mal das Ruder durch die Hand, weil es gefroren ist. Aaaaaargh!
Irgendwie wollten die Trimmeinrichtungen nicht so richtig arbeiten. Nach einer Weile wurde uns klar: Alle Schoten und Leinen froren allmählich ein und wurden fest. Außerdem vereisten die Klemmen und dann geht nichts mehr, entweder nicht mehr auf oder nicht mehr zu.
Nachdem uns, der Mannschaft, auch alle Hände und Füße einfroren, waren wir froh, wieder an Land zu sein. "Glück ist ein Segelclub mit einer warmen Dusche!" Und: Wir haben wieder was zu erzählen!
Zur besseren Anschaulichkeit:
Das schlangenförmige Ding, das aus dem Deck kommt und nach oben läuft, ist ein Spanngummi fürs Trapez. Er ist in gedehntem Zustand eingefroren.
Leider bisschen unscharf: Die Pickel sind Eis auf dem Deck. Das Deck ist unter normalen Umständen glatt und spiegelt. Die dünne Leine ist die Spinnakerschot und normalerweie auch gespannt und gerade.
Die Schot, die da aus dem Kasten mit der blauen Rolle kommt, steht senkrecht nach oben. Der rote Seilschäkel bleibt in der Waagerechten in Form. Hier sieht man auch das Eis besser.