16 November 2012

Urberlin

Der Große Bloguator™ ist - wie jeder gute Berliner - ein zugezogener. In der Samstagsbeilage der Tageszeitung¹ gab es letztens einen hellsichtigen Artikel über die Ethnografie der Hauptstädter.

Der Autor kam zu dem zutreffenden Schluss, dass der nach Berlin Zugezogene irgendwann mehr oder weniger automatisch zum Urberliner wird. Diesen beschreibt er hier:


Und beim Lesen dachte sich Der Große Bloguator™:
"Verdammt - woher kennt der dich?!?"







¹ der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden: Die Tageszeitung heißt Tagesspiegel

15 November 2012

Hammersonntag (1)

Wenn ich dieses Jahr nicht schon ziemlich viele hammermäßige Sachen gemacht hätte, würde mir der letzte Sonntag als noch hammermäßigerer in Erinnerung bleiben.

Auf einem Umweg habe ich zuerst Freunde in den Kunstbunker an der Reinhardstraße gelotst. Und die mich anschließend in den me collectors room in der Auguststraße.

Schon im Kunstbunker waren sie atypisch nett, gemessen an der hiesigen Kunstszene - das Empfangspersonal meine ich.

Aber der me collectors room ist der ultimative Understatement-Hammer: Wunderschöne unprätentiöse moderne Architektur.

Das ist wieder eins dieser Oxymorone: "Moderne Architektur" und "unangeberisch" schließen sich aus irgendeinem Grund seit einer ganzen Weile gegenseitig aus. Nur hier nicht.

Und da drin dann .... tadaaa! ... Überraschung! ... zeitgenössische aserbaidschanische Kunst!

Aserbaidschan, das ist eins dieser kleinen Länder irgendwo am Kaukasus, die ganze Bündel aller denkbaren Erblasten mit sich herumtragen: Islamisch geprägte ehemalige Sowjetrepublik mit kleptokratischer Führung, die ständig mit einem der Nachbarländer im Zwist liegt. Falls gerade nicht, brechen sie notfalls halt einen neuen blutigen Zwist vom Zaun. Kriege, Pogrome, Verfolgung von Minderheiten. Habe ich etwas vergessen? Ach ja: Staatskorruption.

Ich möchte da natürlich trotzdem dringend mal hin.

Aserbaidschan, da denke nämlich ich an Seidenstraße, Kaspisches Meer, Kaukasus, Kaspisches Meer, Quadratkilometer große Ölplattformen, Kaspisches Meer, Baku. Habe ich das Kaspische Meer schon erwähnt?

Aserbaidschan also. Was für Kunst soll da wohl herkommen? Postsowjetischer Ethnokitsch. Präsidentenverherrlichungsmalerei. Gigantoskulpturalismus.

Ach was!¹ Sehr schöne geheimnisvolle Sachen bekommt man zu sehen: Gemälde, gegenständlich und abstrakt, phantasievolle Skulpturen, Assemblagen, alles da. Leider auch Videokunst, die genauso scheiße ist wie Videokunst überall auf der Welt seit Nam June Paik, seit der Erfindung der Videokunst. Aber da kann man locker drüber hinweg: Es gibt ja den ganzen Rest. Und vorne überhaupt am Eingang ein sehr schönes, wirklich wirklich schönes Cafe.

Hingehen!




¹ naja, wer seine Vorbehalte dann doch bestätigt sehen möchte, muss nur den Katalog der Ausstellung aufmerksam lesen. Jüngste "Teilnehmerin" ist eine Künstlerin namens Leyla Aliyeva, die auch das Grußwort schreiben durfte und im Nebenamt Vizevorsitzende einer Haydar-Aliyev-Stiftung ist. Die heißen doch bestimmt nur zufällig so ähnlich?

Genau: Haydar Aliyev war ihr Großvater.

Wenn man alt genug ist, hat man den Namen vom Opa auch schon mal irgendwo gehört. Sonst kann man ihn heute bei Wikipedia nachlesen, und dem ist dann nichts hinzuzufügen.

Bei der Enkelkünstlerin fragt sich nur, ob sie das Werk des Opas kongenial fortsetzt, oder einfach nur gewillt ist, die liebevoll zusammengestohlenen Reichtümer zum eigenen Ruhm großzügig zu verprassen.

Trotzdem: Die aserbaidschanische Kunst im me-collectors-room ist toll!

13 November 2012

Kreuzworträtsel

"Südsibirischer Fluss mit 32 Buchstaben?"

"Hm?"

"Fünfter Buchstabe ist ein TSCH..."


10 November 2012

Anagramm

Dritter bis sechster Vorname des Großen Bloguators™ lautet Unkalkulierbarer Humaner Anagramm Generator, die Koseform davon ist Unkhuag.

Mit so einer Bürde ist es kein Wunder, wenn die Taufnamen beim tastaturischen Tippen etwas durcheinander geraten.

Hm? Na, etwa so:
carsten ifshcbcah
Oijoijoi, Ameisen in der Fingern! Der Großen Bloguator™ kann das übrigens zuweilen auch handschriftlich, in Tinte, Schönschrift und mit furchtbar durcheinanderner Buchstabierung.


09 November 2012

Bitte

Aufforderung an einen Künstler südskandinavischer Herkunft:
Mal mir mal Malmö!

07 November 2012

Jonathan Richman (2)

Kürzlich ging es hier einmal um Jonathan Richman und der famose Peter P. Neuhaus hatte eine Art Verständnisfrage. Nämlich sinngemäß die, was denn an dem Jonathan Richman so besonderes sei? ¹

Ganz einfach - zum Beispiel das hier:


... man sieht J.R. nicht so direkt, aber ich bin mir sicher, er steckt vorne in dem Kamel.

Der Ansager ist übrigens Elton John, auch wenn er sich nicht besonders ähnlich sieht.





¹ meine Interpretation einer als Ausruf formulierten Unverständnisfrage

06 November 2012

Schicksal

Lokal in Schöneberg, abends. Am Nachbartisch Frau und Mann um die dreißig. Sie erzählt ganz atemlos und mit leuchtenden Augen von ihrem spannenden Leben voller Herausforderungen und Aufgaben.

Plötzlich gerät ihr Redefluss ins Stocken. Aber dann, ebenfalls mit leuchtenden Augen:
"Und - was hast du gestern Abend gemacht?"
Pause. Sie schaut ihn erwartungsvoll an. Nach einer Weile er:
"Auf der Couch gelegen und mit meinem Schicksal gehadert."


Schönes Schöneberg!


03 November 2012

Neu!

Ha!
Neue Schlittschuhe - und neue Reifen für die Inliner!
Jetzt mache ich euch fertig!
Ha!


Und die Heelys hab ich nur noch nicht abgeholt - bin sehr gespannt.



Zur Erläuterung einerseits eine Übersicht des stillgelegten Flughafens Tempelhof. Auf dem Kurs sind zwei Achten aufgezeichnet, eine Acht sind ca. 9,5km:


Die Grundlage der Geschichte ist die, dass Der Große Bloguator™ nicht gerne überholt wird, bei egal was. Falls es doch jemand versucht, gibt sich Der Große Bloguator™ auf jeden Fall Mühe mit dem Herausforderer.

Nun fühlten sich die Inliner letztens ziemlich langsam an. Die alten Reifen waren eh abgefahren und so langsam, dass die Investition in neue eine Überlegung wert war. Die neuen Reifen wurden über Ebay erworben, für nur ganz wenig Geld. Sogar neue Lager waren schon drin. Also wirklich sehr wenig Geld, der größte Posten war das Porto für den Versand, nicht der Kaufpreis.

Die neuen Ebay-Reifen hatten etwas Reibung in den neuen Lagern, was wohl auch daran lag, dass sie etliche angefangene Jahrzehnte im Lager gelegen haben müssen. Wenn man ihm genug Zeit lässt, verharzt das enthaltene Schmieröl. Deshalb waren sie ja auch so billig. Außerdem waren die Reifen sehr weich. Das macht spürbaren Rollwiderstand.

"Nicht schlimm", denkt sich der Große Bloguator™, "man muss nicht jeder Mode hinterher rennen und braucht nicht ständig das brandneueste Equipment."

Mit den billig bestellten neuen Reifen fühlte es sich aber nicht schneller an und tatsächlich wurde Der Große Bloguator™ erneut überholt. Er wurde sogar von einem Jogger überholt. Und von kleinen Mädchen!

Genau genommen nur von einer - aber die brummte mit hoher Frequenz und enormem Tempo ohne große Anstrengung vorbei. Mehrfach.

Hölle! Hölle! Hölle!

Die schmerzliche Niederlage führte zur Anschaffung eines weiteren Satzes, diesmal nahezu aktueller Reifen zum aktuellen Ladenpreis.

Und dies ist der Erfolg: Durchschnittsgeschwindigkeit +4km/h, Spitzengeschwindigkeit +6km/h.
Klingt vielleicht nicht berauschend, sind aber satte 30% mehr.

Ha!

Und jetzt könnt Ihr kommen!


02 November 2012

S-Bahn Berlin

Die S-Bahn quält ihre Fahrgäste weiter. Das sind ja immerhin die einzigen, die sie bei ihrer mühevollen Aufgabe stören. Und außerdem ist die S-Bahn unkündbar. Das möchte sie auch beweisen.
"Sehr geehrte Fahrgäste...

... wegen einer Störung am Fahrzeug...
... wegen einer Störung im Betriebsablauf ...
... wegen einem Ast auf der Strecke ...
... wegen einem Defekt am Bahnhof ...
... wegen Blitzeinschlag in einer Weiche ...¹

...muss der eine oder andere Zug leider leider entfallen. Aber auf jeden Fall bitten wir um Ihr Verständnis!"

Immerhin ist die S-Bahn in der Lage, die unerwartete Störung im Betriebsablauf jeden Tag zuverlässig zu reproduzieren.
"... wenn sie Glück haben finden sie vielleicht irgendwo einen Bus, der Sie trotzdem an Ihr Ziel bringt."





¹ was wir in Berlin gottlob überhaupt nicht haben sind "Personen im Gleis", vulgo Selbstmörder

01 November 2012

Nervtötung professionell

Die Behelfsmusiker aus den öffentlichen Berliner Verkehrsmitteln sind hier zuweilen ein Thema. Schon vor Jahrzehnten brachte der Berliner Zeichner TOM die Sache auf den Punkt:




... unauffällig hat der Zeichner dort noch einen zweiten Nervtöter mit eingeschmuggelt: Die PAECH-BROT-Werbung, die eine Zeit lang in jedem U-Bahn-Waggon hing und einen mit ihrer Allgegenwart und ihrer Dumpfheit Morgen für Morgen zur Verzweiflung trieb - der legitime Ahne der aktuellen CAR-GLASS-Kampagne.

29 Oktober 2012

Automat

Als Referenz ... ähm ... Relevanz .... ähm ... Firlefanz? ... naja, als kommentierende Ergänzung zu dem Artikel "Legendäre Automaten" beim Herrn frischerfischvonvorgestern kommt hier ein Bildchen. Ich habe sie endlich wiedergefunden, die markerschütternde Karikatur von Seyfried über angeblich zeitsparende Automaten, die doch nur eins können: Dem Anbieter Gehaltskosten zu sparen - ohne dass der Kunde davon irgendeinen Vorteil hätte.

Hier also: Fahrscheinautomat


(an dem Gerät da fehlt irgendwo noch "Ich habe eine einstweilige Erschießung gegen sie!")

Wie man sieht ist die Zeichnung von 1987, und die Automaten sind seither nicht einfacher geworden. Und schon gar nicht zuverlässiger.



Jahahaa, das Kopierecht liegt bei Gerhard Seyfried! Aber dafür, dass ich ihn unaufhörlich rühme und preise, wird er mir diese eine Privat-Kopie hoffentlich verzeihen.

27 Oktober 2012

Interview

Ich finde es irritierend, wenn mich Journalisten oder professionelle Interviewer zu einem beliebigen Thema interviewen, dabei die ganze Zeit erwartungsvoll ansehen und bei jeder Antwort mit dem Kopf nicken.

Dann frage ich mich andauernd: War meine Antwort etwa richtig?

Klischee und Erwartung

Großer Baumarkt in Kreuzberg, Riesentyp in voller Skinhead-Uniform: Springerstiefel, Glatze, Kniebundhose mit Hosenträgern, olivgrünes T-Shirt.

Und auf dem T-Shirt riesengroß die Aufschrift:  


ACH!






fällt mir auf: "Baumarkt in Kreuzberg" ist eigentlich eins der größeren Oxymorone...

25 Oktober 2012

Segelei virtuell

Ocean virtuel wieder mal: Beim Start in St. Malo gleich nach 500 Meter gegen die nächstgelegene Insel gekracht. Die liegt da aber auch wirklich blöd! Unglaublich gute Simulation - wie im richtigen Leben. Aber man kann dann gleich nochmal:


Für die der Hochseesegelei Unkundigen:
Das Reserve-Boot des Großen Bloguators™, die A-Trappe, wird symbolisiert durch ein kleines rotes Quadrat. Durch die hohe Geschwindigkeit hat das Boot die hässliche kleine Insel fast durchschlagen. Kein Wunder bei 19,5Knoten. Aber nur fast. Naja. Ich muss jetzt leider erst einmal in der Werft vorbei schauen.

Beim Anblick des traurigen Haufens fragt dann so ein Bootsbauer gerne:
"Was ist das denn?!?"
Und der Große Bloguator™:
"Naaa, das..."
Und der Bootsbauer:
"Ich meine: Was WAR das denn?!?"
Und der Große Bloguator™:
"Naaa, das ist die A-Trappe ..." 
Und dann lacht der Bootsbauer hämisch. Dabei sollte er sich freuen über so viel schöne Arbeit. Aber man kann es ihm nicht recht machen. Er würde das Geld auch ohne Arbeit nehmen.

...

So viel heute zum Sitzen in einer Kiste mit aufgemaltem Propeller Segel und zwei Stützrümpfen.

22 Oktober 2012

Reales Leben

Die Einsamkeit der Fische...



"Blubb?"


19 Oktober 2012

Rennen

Der Große Bloguator™ nimmt gern an Segelrennen teil. Zuweilen auch an virtuellen, da am heimischen Schreibtisch ein bedauernswerter Mangel an segelbarem Gewässer besteht. Sein Boot ist die Dampftrappe, nachgeborenes Schwesterschiff der berühmten A-Trappe. Sie ist die Ahnin aller wünschenswerten Schiffe, gleich, ob Segel~ oder Raum~.

Für virtuelle Segelrennen gibt es beispielsweise den Anbieter Oceanvirtuel aus Frankreich. Dieser schreibt verschiedene Routen aus, für die reale Wetterdaten und reale Geographie zur Verfügung stehen. Als Beispiel sei hier die klassische Strecke von St. Malo zu den Azoren genannt. Der Rest ist die reine Phantasie: Virtuelle Schiffe mit virtuellen Eigenschaften verfolgen Kurse, welche nur im Computer existieren.

Wer bei so einem virtuellen Rennen mitmacht, befindet sich in derselben Vorstellungswelt wie das Kind, das in einem Karton mit Flügeln und aufgemaltem Propeller sitzt und sich durchaus zufriedenstellend als Pilot fühlt.

Der Karton mit dem aufgemalten Propeller heißt bei Oceanvirtuel 60-Fuß-Trimaran. 60 Füße ergeben einen großen Haufen Boot¹. In der realen Welt entspricht das etwa der Stromliniendampflok oder dem Schienenzeppelin mit Propellerantrieb - irgendwie faszinierend, aber auch irgendwie monströs.

Beim Rennen geht es oft auch um das Gewinnen. Manchmal klappt es aber nicht so mit dem Gewinnen, und dann ist der Weg das Ziel, schließlich will man was von der Welt sehen:








¹ der Film wird erst bei 3:20' so richtig interessant: Dann sieht man den Größenvergleich zu dem winzigen Männchen, das den Renner ganz allein durch die Wellenberge prügelt 

17 Oktober 2012

Bildung

Mit einer abgeschriebenen Doktorarbeit ausgerechnet Bildungsministerin zu werden finde ich witzig ... na, sagen wir mal: Ironisch. Frau Bildungsminister Schavans treuherzige wie auch durchaus originelle Verteidigung zu den Plagiatsvorwürfen:
"Ich habe meine Diss sogar selbst getippt! Das hätte ich doch gemerkt, wenn die irgendwo abgeschrieben wäre!"
Mal ehrlich: Taugt eine, die ihr Publikum für so dämlich hält, zur Mitleidsträgerin?

15 Oktober 2012

Bluesgarage

Tresen mit vielen sehr unbekannten Leuten, alle ständig in Bewegung. Die Frage lautet: Wie merkt sich die Tresenkraft das?

Da ist der Große Bloguator™ mit seiner tunesischen Mütze. Sicher einprägsam. Aber wie macht sie es sonst? Wette!
"Auf dem Zettel steht 'Mütze'! Ich wette! Mütze!"
Meine beiden Freunde haben gar keine Idee, bestreiten aber vehement, dass es "Mütze" sein könnte. Tun sie immer. Ausnahmsweise haben sie da mal recht. Die Rechnung kommt:


Wooooooooo-haaaa-haaaa-haaaa: "2 Brillen. Kumpel"!


12 Oktober 2012

Frau

Schöneberg, Kneipe, Nachbartisch. Gedämpfte Musik, zwei Freunde unterhalten sich.
"Sage mal, warum klappt das bei dir eigentlich nicht mit den Frauen?"

"Weiß nicht."

"Du versuchst es doch andauernd! Du musst doch irgendeine Idee haben?"

"Schon."

"Und?"

"Ich verströme wohl irgendwas, das die Frauen glauben lässt, sie müssten als beste Freundin unbedingt einen heterosexuellen Single-Mann haben."

"Ach? Ah."


11 Oktober 2012

Standpunkte und ihre Festigkeit

Der Große Bloguator™ hat eine Kollegin, mit der er sich gut versteht. Kürzlich ergab es sich, dass aus Gesundheitsgründen ein größeres Bauteil - Dach - saniert werden musste. Es war mit giftigem Zeug kontaminiert.

Für die Sanierung gibt es zwei Wege: Reparatur, Reinigung und Verkapselung der bestehenden Teile oder Abbruch und Neubau.

Aus praktischen Gründen war anfangs der Große Bloguator™ für Reparatur, da war weniger Aufwand und Komplikationen zu erwarten. Während die Kollegin aus gesundheitlichen Gründen pauschal den Austausch befürwortete.

Wegen der Größe des Bauteils - Dach - wurde die Entscheidung genau geprüft und abgewogen. Die Sache zog sich.

Der Große Bloguator™ hatte in dieser Frist Zeit, sich an den Gedanken des Abbruchs und Neubaus zu gewöhnen. Das wäre konsequent und wirksam. Zum Schluss war er von der Notwendigkeit der Neubaulösung vollkommen überzeugt.

Es stellte sich heraus, dass der Austausch genau fünfmal so teuer werden würde wie die Reparatur. Mal ganz abgesehen von den unvorhersehbaren Komplikationen. Die Kollegin änderte ihre Präferenz unter diesem Aspekt zügig von Austausch in Reparatur.

Und so kam es, dass nach einer gewissen Zeit beide Beteiligten ihre Positionen um 180Grad vertauscht hatten.

10 Oktober 2012

Betreff

Die Kollegin aus der Weltstadt schickt gerade eine Mail mit einem längeren Betreff, welcher mit "nicht lesen" beginnt.

Es steht auch nichts drin.


Unterschied

Aus dem unerschöpflichen Weisheitenschatz des Großen Bloguators™:
Es ist ein Unterschied, ob man sich vor der Arbeit gedrückt
oder aber
die ganze Zeit
etwas anderes "auch interessantes" gemacht hat!

05 Oktober 2012

Wetter

Gestern Abend im Bus in einer etwas abgelegenen Gegend. Dreckwetter, Regen, Dunkelheit, und in Haselhorst wird in besonderem Maße an Straßenlaternen gespart. Der Bus ist fast leer. Der Fahrer erzählt
"Sie glauben ja nicht, was mir gerade passiert ist - mir ist eben ein Baum vor den Bus gefallen!"
"Was? Kann nicht sein, ist doch fast windstill draußen."
"Doch, vorhin war Sturm!"
"Öcht?"
"Wenn ichs doch sage! Und ich bin fast in den umgefallenen Baum gefahren!"
Draußen ist zwar Dreckwetter, aber damit Bäume umstürzen braucht es normalerweise neun Windstärken. Draußen sind höchstens drei.

Auf dem Rückweg lustigerweise genau der selbe Busfahrer. Er ist immer noch bei dem Baum. Der Große Bloguator™ will es genau wissen und zückt das smarte Fon. Die Webseite WIND-Berlin hält die vergangenen Wetterereignisse fest und zeichnet Messwerte auf.

Auf der Übersichtsseite steht etwas von 4/10 - damit ist der durchschnittliche Wind und die Böen in Beaufort gemeint. Das wären also durchschnittlich 4 und in Böen 10! Aber nur auf der Station in Tegel und am Müggelsee. Tempelhof zeigt gar nichts mehr an und die anderen sind so bei 3/5, was eine normale Spreizung wäre.

Glaubt mir jetzt wieder keiner? Hätte ich  mir auch nicht geglaubt


Die Übersichtskarte vom Tag danach:


In Tempelhof wird noch nicht wieder gemessen. Da muss der Orkan das Gerät weggefegt haben.

04 Oktober 2012

Word!

Wo fange ich an? Hm?

Gut, also da: Es geht um Erfindung, Kunst, Grafik und Sprache.

Erfindung ist selten etwas völlig neu ausgedachtes, das es absolut noch nie auf der Welt gab und das sich auch bis dahin keiner vorstellen konnte. Sondern.

Erfindung ist häufig die Kombination bereits bekannter Tatsachen und die Optimierung des Ergebnisses. Mit Kunst verhält es sich ganz ähnlich. Der durchschnittliche Erfinder erfindet gar nicht, sondern kupfert ab, sortiert und denkt dazwischen darüber nach. Daran ist nichts schlechtes. Die Welt würde sich ohne das überhaupt nicht weiter entwickeln.

Im Internet gibt es viele interessante Erscheinungen. Hier wird zuerst auf die Webseite WORDLE hingewiesen, die Texte zu grafischen Gebilden anordnet und damit Wörtern ein ganz anderes Gewicht zuweist.

Ohne irgendeinen Zusammenhang damit veröffentlicht die Schriftstellerin Monika Rinck unter der Überschrift Begriffsstudio regelmäßig Sammlungen mit interessanten Wort... hm ... schöpfungen? Meist handelt es sich nämlich eben um die oben beschriebene Neukombination bekannter Elemente, Wörter, Redewendungen. Das sind keine echten Erfindungen, aber sie bringen einen zu neuen Einsichten im Zusammenhang ihrer Bedeutung. Wofür das dann auch immer gut sein mag.

In der hier vorgestellten Versammlung sind Gemützzustand, Undreiheit und Tandhaschen die Favoriten meiner bedeutenden Unwenigkeit.

Und nun kann man diese Sammlungen nehmen und in Wordle daraus eine Grafik werden lassen, um der geneigten Leserin eine Reihe besonders unsinniger, aber schöner Wörterketten nahezubringen:


Ja.

03 Oktober 2012

Americas Cup - Newport

Das hier ist schon ein paar Monate alt, aber weiterhin sehr hübsch. Es illustriert, was an der Segelei so spannend sein kann. Andere würden es vielleicht nervenaufreibend nennen. Sieht anfangs nicht so spektakulär aus - wird aber.


Wir setzen ein bei Minute 00:35:00:
Superstar James Spithill hat vor all den anderen Superstars einen halben Bahnschenkel Vorsprung herausgefahren. Das ist schon unter normalen Umständen eine ganze Menge, aber zwischen den ganzen anwesenden Segelgöttern eine bemerkenswerte Leistung. Zumal sich die anderen sicher auch Mühe geben, aber Spithill andauernd Spitzenergebnisse erzielt.

Also, James Spithill liegt einen halben Bahnschenkel vorne, muss nur noch die letzte Tonne runden und im Hintergrund sieht man bereits das Ziel winken. Zwischen der letzten Tonne und dem Ziel ist Überholen fast unmöglich. Doch da setzt der Wind aus.

Jedenfalls an der Stelle, wo sich Spithill und seine Jungs gerade befinden. Je näher sie an die letzte Tonne kommen, desto langsamer wird der Katamaran. Als drei Bootslängen davor der Wind völlig einschläft müssen sie den Wing mit der Hand ins sein Profil drücken. Der Renner rollt aus und kommt zum Stehen.

Aber nicht überall auf dem See ist es windstill: Von hinten kommt die Konkurrenz drei Boote hoch im Gleitflug angefeuert, geschätzte siebzehn Knoten. Und der ganz vorne steht.

Wenn man auf dem vorderen Boot sitzt, kostet genau so etwas Nerven. Die eigene Schüssel bewegt sich nicht, aus dem Nichts kommen die Gegner angebrettert und pulverisieren einem in Sekunden den gigantischen Vorsprung. Der sicher geglaubte Sieg wird so ein wenig in Frage gestellt, kann man sich ausmalen.

Dann muss man die Nerven behalten. Am besten man überlegt inzwischen einen Plan B oder C - aber tut gar nichts. So wie Spithill. Mit dem ersten neuen Windhauch rundet er die Tonne und kann gelassen zusehen, wie den Verfolgern die Luft ausgeht und sie sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Er fährt aber sicherheitshalber den Bogen noch mit.

Man kann es aber auch so bunt treiben wie der andere Segelgott Dean Barker, der es vom vorletzten über einen sicheren dritten oder vierten Platz schafft, innerhalb von hundert Metern fast noch ganz letzter zu werden.

Genau: Deshalb ist Segelei spannend!




Exkurs: Erst vor kurzem hatte der Große Bloguator™ auch bereits einmal genau diese Situation. Auf dem Neusiedler See so um 2009 herum. Sich auf einem sicheren zweiten Platz wähnend zogen auf dem letzten Vorwindkurs alle (!) Konkurrenten innerhalb von 50m auf allen Seiten vorbei. Auf der Zielkreuz noch einen eingeholt, sicherer Vorletzter geworden - so schnell kann das kommen. Exkurs ex.



bei genauem Hinsehen parkt ja jeder in diesem Rennen einmal. Interessant ist dann die hocherfreute Mimik der Leute, die gerade fahren in Großaufnahme und der lippenkauende zähneknirschende Gesichtsausdruck von denen, die stehen (so um 21:55 und 22:25 herum)


02 Oktober 2012

Segelanschlag

Von wegen "seit über zwanzig Jahren im Geschäft" ... bei der Segelei auf dem kleinen Renner ist der Große Bloguator™ diesen Herbst seit genau dreißig Jahren dabei.

In Worten: 30!

Das hindert ihn natürlich nicht an Dummheiten jeglicher Art, es scheint sie sogar zu befördern. Neulich an einem frischen windischen Tag an Land noch forsch in die Runde erfahrener Segler geworfen "Vor Euch stehen fast siebzig Jahre Jollenerfahrung!". Der zu diesem Zeitpunkt zuständige Mitsegler ist nämlich noch ein wenig länger dabei und entsprechend routiniert.

Wir sind zweihundert Meter weit gekommen - Manöver - platsch!

... mir fehlte ein wenig der Applaus ...



Vergleiche auch hier.


01 Oktober 2012

Bauantrag

Der Große Bloguator™ und die Kollegin sind beide seit über zwanzig Jahren im Geschäft. Kürzlich ergab es sich zum ersten Mal in diesem nicht unerheblichen Zeitraum, dass ein Bauantrag als "nicht bearbeitbar" von der Behörde zurückkam.

So etwas bedeutet Verzug. Verzug kostet im Bauwesen eigentlich immer Geld und der Arschitekt bekommmt in diesem Fall graue Haare.

Als Gerücht schwebt die Möglichkeit der Zurückweisung immer über dem Arschitekten. Aber in zwanzig Jahren Praxis ist uns das eben noch nie begegnet. Normalerweise läuft die Sache so, dass ein Bauantrag bei der Behörde eingereicht wird, mit der Eingangsbestätigung erhält man eine Erinnerung, dass noch das eine oder andere fehlt und das reicht man halt nach.

Es ist ohnehin fast unmöglich, auf den ersten Versuch einen vollständigen Antrag einzureichen, irgendetwas fehlt immer - Bescheinigung vom Vermesser, Bescheinigung vom Brandschutz, Bescheinigung vom Schornsteinfeger, Bescheinigung zum Energieverbrauch oder ein simpler Statistikbogen, den man in all dem anderen Wust vergessen hat.

Wenn man all diese Unterlagen endlich vollständig beigebracht hat, bleiben aber aus Sicht der Behörde immer noch jede Menge offene Fragen. Deshalb enthält eine normale Baugenehmigung eine Liste von durchschnittlich zehn bis zwanzig Punkten mit Auflagen und Einschränkungen.

Man merkte dem zurückgewiesenen Antrag allerdings an, wie sehr sich die Behörde Mühe gegeben haben muss, Fehler zu finden. Er war unter den beschriebenen Umständen an sich ziemlich vollständig. Aber irgendjemand im Amt wollte, dass zurückgewiesen wird. War gar nicht so einfach. Dafür musste der Sachbarbeiter buchstäblich nach Kommafehlern und anderen wichtigen Versäumnissen suchen.

Es gab im behördlichen Schreiben zur Zurückweisung sogar eine oder zwei gänzlich unrichtige Behauptungen sowie die mutwillige Fehlinterpretation eines behördeneigenen Formulars.

Wenn es zu einer Verzögerung kommt, will der Bauherr allerdings solche Entschuldigungen nicht hören. Sondern richtet in der Regel gleich die ultimative Frage an den Arschitekten, wer ihm den Ausfall bezahlt. Dieser ist daher bestrebt, unklare Verhältnisse erst gar nicht aufkommen zu lassen. Liegt nahe: In erstaunlich kurzer Zeit war unser Antrag wieder eingereicht.

Dann im Büro in den ersten Wochen zynische Kommentare, ob er wohl noch einmal zurückgewiesen wird. Aber es kam nichts außer einer ordentlichen Eingangs­bestätigung. Dann wieder eine Weile Ruhe. Der Verdacht, dass jetzt sogar der Staatsanwalt auf die Arschitekten gehetzt wird, wegen groben Unfugs oder so. Aber keine Post vom Staatsanwalt. Also vielleicht nicht.

Am letzten Tag der zulässigen Bearbeitungsfrist kommt dann tatsächlich eine Baugenehmigung. Diese liest der Arschitekt immer - IMMER! - mit einer Mischung aus Erleichterung und Argwohn: Einerseits ein Erfolg. Der Teufel wohnt im Kleingedruckten, nämlich in den Auflagen, üblicherweise zehn bis zwanzig Punkte, von denen einige sehr teuer oder sehr lästig werden können. Oder beides.

Diese Baugenehmigung enthielt aber nur einen einzigen Punkt: Der Baum im Garten und der davor sind während der Bauarbeiten zu schützen.


29 September 2012

Samstag im Supermarkt

Schöneberg, Samstagmittag im Supermarkt. Junge Mutter gibt ihren Kindern Anweisungen ausschließlich in der Form rhetorischer Fragen:
"Stella und Marlin, steigt ihr vom Fahrrad ab?"

"Marlin, legst du das zurück?"
Ist das Waldorf-Didaktik? Jedenfalls: Die rote Insel wird gentrifiziert.





so lange es nicht zu viele werden bleibt es beim schönen Schöneberg

26 September 2012

Jonathan

Beim sowieso sehr großartigen Herrn Glumm a.k.a. 500beine bin ich auf dieses Video gestoßen. Schon etwas älter, macht aber nix. Es handelt sich um einen der großen Helden: Der Jonathan Richman ist heute bestimmt noch genauso frisch wie 1992 - ich hab ihn neulich leider verpasst, als er hier vorbei kam:


Aber ich habe ihn ja ca. 1982 schon mal gesehen...


25 September 2012

Bauleitung

Lustisch! Bin so richtig in Fahrt! Irgendjemand, der noch nicht sein Fett weggekriegt hat?

18 September 2012

Real

Im realen richtigen Leben erhält man hin und wieder Post, die man nicht will, und solche, die man nicht so recht versteht. Das folgende zählt eher zum zweiteren. Dennoch trägt ein solches Angebot zur Verschönerung des Arbeitstages bei.

Und irgendwann ertappt man sich bei der Überlegung, ob man seine Firma nicht doch einmal waschen müsste. Oder ob man nicht doch eine Art von Zart-Leihgabe aus Bahrain braucht:
esterad
Investment Company BSC
38th Floor, Al-ivloayyecl Tower
P 0 Box 1080, Manama
Kingdom of Bahrain
Tel:+ 973 16198585
Fax:1- 973 16198823

Zum: CEO
zu Händen von: S. und F.

Wir schreiben Ihnen diesen Brief um unsere Firma an sie vorzustellen oder zu praesentieren. Wir sind eine intemationalle Einsatz-Firma, die sich im Mittel-Ostern befindet. Unser Haupt-Fokus ist auf Firmen im Mittel-Ostern mit ueber €50 Milliarde Euros im privaten als auch korporativen Investierung Aktentasche und  konzentiert.

Unsere Firma EIC (Esterad Investment Company) ist bereit Ihnen zu helfen heim Waschen Ihrer Firma und auch bei Finanzierung im Gestalt oder Art von Zart-Leihgabe als wir auch den Wunsch haben unseren Firma-Name international zu verbreiten.

Als wir schon bemerkt haben, dass Sie als eine Architekturbüro arbeiten, haben wir dann die Entscheidung geschlossen mit ihnen zu besprechen ueber wie wir Ihnen in Finanzierung helfen koennen.

Wir haben ein legales Leihrecht und fuehren deshalb ein sehr gutes Verhaeltnis mit Baenken die zu unserer Verfuegung immer stehen.

EIC hat auch ein Team von Professionals die sehr innovativ und engagiert sind zu dem Fortschritt des Bau-Geschaeft, Kuesten-Urlaub Verleih, Strand-Wohnhuette, Immobilien Verkauf und Management.

Bitte melden Sie sich bei uns bald nach dem sie schon ihre Entscheidung getroffen haben. Nach Ihren Wunsch koenen wir uns persoenlich treffen um weitere Diskutionen darueber zu fuehren.

Für weitere Informationen, setzen Sie sich bitte mit mir unter folgender Telefon-, Faxnummer oder meiner privaten E-mail Adresse in Verbindung:
mail@esteradic.com

Mit freundlichen Gruessen,.

(Krakelunterschrift, unleserlich)
Mr. Hemant Bhadra,
Head of Research & Analysis

Halt! Nein, habe ich mich für den Küsten-Urlaub Verleih entschieden! An Mittel-Ostern!




16 September 2012

Tanzspaziergangstheater

Urbanscapes - Berlin

Da ist der Große Bloguator™ gestern in ganz was großartiges hineingeraten. Früher einmal wohnte er mehrere Jahre lang an einem Ort namens Innsbrucker Platz. Der Name dieses Platzes ist das unschlagbare Synonym für "Städtebauliches Notstandsgebiet". Kaum eine Stelle der wahrlich nicht schönen Stadt Berlin ist noch vermurkster als der Innsbrucker Platz.

Dort treffen mitten in der City verschiedene Autobahn- und Eisenbahntrassen mitsamt Zufahrten hilflos aufeinander, mehrere Stadtteile grenzen sich desinteressiert voneinander ab, es gibt trotz der zentralen Lage viele Brachen und außerdem etliche Sackgassen. Tunnels, Brücken, Hochhäuser, U-Bahn-Schächte und über allem dröhnt ununterbrochen ein immenser Lärm. Die angrenzende Architektur ist die dritte Potenz von "furchtbar".

Demzufolge ist also alles interessant, das sich in irgendeiner Weise mit diesem Ort beschäftigt. Da wird dem Großen Bloguator™ eine Postkarte mit der Ankündigung einer Tanztheaterveranstaltung in die Hand gedrückt, welche am Innsbrucker Platz stattfinden soll. Treffpunkt: Am frühen Abend unter der Brücke.

Dort sind auch tatsächlich Leute. Man bekommt ein paar Kopfhörer ausgehändigt sowie eine Anweisung, wann sie ein- und auszuschalten sind, und dann gehts los: Es beginnt ein Spaziergang mit Darstellendes-Spiel-Multimedia-Dingens.

Bereits durch die Musik aus den Kopfhörern verändert sich die Wahrnehmung: Der allgegenwärtige Lärm wird ausgeblendet und der tiefe Brummton erleichtert die Konzentration auf die optische Wahrnehmung. Man sieht die Stadt mit anderen Augen.

Ein relativ großer Pulk von Zuschauern folgt den Guides der Veranstalter. An verschiedenen Stellen hält die Zuschauer-Gruppe an und es findet eine Aufführung statt, im weitesten Sinne. An jeder Stelle allerdings etwas anderes. Die Genres reichen von modernem Tanz über Performance, atmosphärische Musik und Geräuschcollagen bis hin zu klassischem Theater, welches beim Laufen inmitten der Zuschauergruppe aufgeführt wird. Die Musik und Geräusche werden größtenteils ebenfalls während der Aufführung erzeugt und in die Kopfhörer eingespeist.

Die ganze Sache ist aufwändig inszeniert und der jeweils nächste Schritt völlig unvorhersehbar.

Lustige Höhepunkte sind die Stelle, wo die Inszenierung auf eine zufällige Mädchentanzgruppe trifft, die auf dem Bürgersteig vor einem Lokal in der Dominicusstraße auftritt. Sonntags finden in demselben Lokal Treffen der Aquarienfreunde statt. Die Veranstalter des Spaziergangs integrieren geistesgegenwärtig diese Gruppe. An diesem Samstag stehen also auf der einen Seite der Ampel ein paar Dutzend neugieriger Kunstfreunde mit Kopfhörern und auf der anderen Seite fünf minderjährige Mädchen, die zu Balkanmusik eine Castingshow-Liza-Minelli-Choreografie aufführen.

Kurz darauf konfrontieren die mitgereisten Schauspieler auf der Straße unschuldige Passanten mit den abgehobenen Texten der Inszenierung, ganz ohne den Passanten irgendetwas zu erklären. Die sind verblüfft, reagieren aber erstaunlich positiv. Das ganze wird live über die Kopfhörer übertragen, so dass der Teilnehmer wirklich was davon hat.

Im Ergebnis hat der Große Bloguator™ viele bekannte Stellen rund um den Innsbrucker Platz mit ganz anderen Augen gesehen oder völlig neu entdeckt. Ein größeres Lob kann man einem Künstler kaum machen.

Super Sache, das! Hingehen!

Nur noch wenige Aufführungen: Urbanscapes

... und ja: Man sollte wirklich reservieren!

 
Im Vordergrund das mitreisende Schallmobil

 
Im Bild: Große Mauer. Nicht im Bild: Mädchentanzgruppe an Balkanmusik

 
Szenische Bespielung einer Trafofläche

15 September 2012

Verständnis - Technolekt

Wenn Techniker reden, insbesondere Computerfritzen, kommt regelmäßig so etwas dabei heraus:
XML-RPC (Extensible Markup Language Remote Procedure Call) ist eine Definition zum Methodenaufruf (oder auch Funktionsaufruf) durch Verteilte Systeme. ¹
Das soll wohl eine Erklärung sein. Ich kenne jedes einzelne Wort, die fremdsprachigen kann ich übersetzen - aber ich habe nicht die geringste Ahnung, was dieser Satz aussagt.







¹ aus der Wikipedia

14 September 2012

the day after ... HMBC

Wenn man in einem ziemlich entlegenen Teil der Provinz aufwächst ... sorry, das ist Großstadtsprech ... also, wenn man sich in seiner Jugend arg langweilt, dann kann man die Zeit totschlagen mit Saufen und mit Üben auf seinem Instrument. Das schließt sich nicht einmal aus.

Die Jungs von HMBC haben wohl beides getan, aber letzteres mehr. Dieses Jahr habe ich etliche Konzerte auf hohem musikalischem Niveau gesehen, die Erdmöbel, die Aeronauten, Knorkator, und auch Blink182 in gewisser Weise. Aber die HMBC sind nicht nur halb so alt, sondern auch musikalisch der totale Hammer, sehr virtuos, wirklich. Und sie sind eine echte Boygroup - im Publikum stehen jedenfalls überproportional viele junge Mädels.

Nun sprechen die einen Dialekt, der nicht nur in Berlin sehr selten ist. Immerhin ein Viertel des Publikums kann auf Aufforderung ALLE Texte mitsingen. Der Bregenzer Wald ist ca. 700km weit weg. Die Refrains singen dann fast alle mit, wobei das ein wildes Kauderwelsch aus Vorarlbergisch, Englisch und noch verschiedenen anderen Sprachen ist.

Und noch nie bei einem Konzert habe ich erlebt, dass wirklich das ganze Publikum glücklich strahlte. Ich auch.

Nehmen wir zur Veranschaulichung doch noch die Edelweißsache:





Werktag

Freitag Vormittag, 11.15h: Ich sitze ohne Schuhe, aber mit Mütze im Büro.
"Der Himmel könnte mir auf den Kopf fallen!"
Außerdem kommt die Kollegin gleich zurück.


Bücherei

Über Facebook kann man denken, wie man will. Kritisch, beispielsweise, wie Der Große Bloguator™. Und das ist nicht besonders schmeichelhaft. Aber es gibt dort auch eine Seite wo jemand Fotos von Büchereimobilen aus aller Welt sammelt. Das ist ein Lichtblick.

Mein Favorit ist die Sache mit dem Kamel.¹







¹ also, dem Aussehen nach ist das eher ein Dromedar. Aber auf dem Koffer steht Kamel - und diese Leute müssen es ja wissen.

13 September 2012

HMBC! Cooooooool!

Diese coolen Jungs treten genau HEUTE in Berlin auf, und zwar im Frannz-Club:


Kommt jemand mit ...?

Ach egal, es kommt doch eh wieder keiner mit - geh ich halt allein! So!

Phantasie

AMAZON hat manchmal komische Ideen:


Ich überlege noch, ob es wirklich genügt, den Erwerb der billigen Stapelbox aus Plastik nur auf Twitter und Facebook einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.





und es widerstrebt mir wirklich wirklich, Phantasie mit F zu schreiben.

12 September 2012

Überraschung am Werktag


Die Kollegin überschüttet mich derzeit mit überschäumendem Lob...

... hm, damit kann ich dann auch wieder nichts anfangen ...


Americas Cup - San Francisco

Jeder Regattasegler kennt das: Die Startlinie ist manchmal an einem Ende bevorteilt, und wenn es die rechte Seite ist, bildet sich dort ein Pulk. Aus diesem Pulk kommt nur der beste gut weg, und nicht mal der immer. Zu meinen, man könne in so einem Fall mit Anlauf am Startschiff starten, ist ein Kinderglaube - er funktioniert nur so lange, wie keine anderen Segler am Start sind. Sonst versuchen die nämlich dasselbe.

In der Praxis kommt es zuweilen vor, dass es trotzdem funktioniert, dann bildet sich am Startschiff unvorhersehbar eine Lücke, weil die übrigen guten Segler bereits weg sind, oder weil sie den Start etwas ruhiger angehen lassen und nicht von Anfang an auf den letzten Zentimeter geiern. Aber das ist die absolute Ausnahme. Ein auch nur mittel erfahrener Segler weiß, dass das planmäßig nicht klappen kann.

Beim AmericasCup sind alle Boote voll mit Olympiasiegern und Weltmeistern im Segeln. Auf buchstäblich jedem Boot sitzt nicht nur einer, sondern mehrere. Eine große Anzahl von Segelgöttern beisammen, der Segelolymp fährt Boot. Alles Leute, die es wirklich können, und von denen ist Russel Coutts einer der allerbesten.

Genau deshalb wird im folgenden Film so auf seinem kleinen Missgeschick herumgehackt und die Situation etwa 30 mal wiederholt: Die Lücke will sich einfach nicht öffnen, Coutts will es nicht glauben und kracht mit seinem Hochleistungsrenner und seiner hochwertigen Crew von Edelhelfern mit über siebzehn Knoten stumpf ins Startschiff. Sehr schön, wie die Bugkamera des Renners nur noch Blau zeigt. Hier:





... und immer, wenn ich mir sowas im Vollbildmodus ansehe, dann bemerke ich zufrieden, dass sich der 27"-Monitor wirklich gelohnt hat.

11 September 2012

Sieh mal....

... ich musste es einfach tun! Länger schon habe ich mir ein ordentliches Türschild gewünscht, sinngemäß. So eins wie das hier, einsachtzig mal nullkommafünfzig, und zwar Meter! Meine Freunde und Gäste kommen zum größten Teil über die Brücke, da sollten sie wenigstens wissen, wo sie hin müssen.

Und weil dieses Jahr das Jahr ist, in dem Der Große Bloguator™ so einige Dinge regelt und in Gang bringt, musste das eben jetzt sein. So:

10 September 2012

Zeichen

Die Welt ist voller Zeichen. Aber man muss sie auch deuten können. Ich weiß wirklich nicht, wen der Zeichner Flix damit¹ meint, leider. Mit mir hat er das jedenfalls nicht abgesprochen:


Blubb?







¹ der Textlink führt zur Originalgröße. Wahrscheinlich noch besser lesbar. Noch besser.
² Serie Schöne Töchter von Flix im Tagesspiegel.
³ Andere Serie: Heldentage.

09 September 2012

Mütze

Ich werde hin & wieder auf Kleidungsstücke angesprochen. Vorhin im Theater:

"Darf ich sie einmal kurz um ihre schöne Mütze beneiden?"

"Dürfen sie. Mir gefällt sie auch."

"Und ... gibt es eine Adresse, wo man ...?"

"Sicher gibt es die. Liegt aber in Tunesien."


Lage der Dinge


Beim Frühstück, wenn die Sonne auf die Butter scheint, dann weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Meist tue ich beides nicht.

06 September 2012

Hoch

Argh! Die Monumentenstraße hat insgesamt nur fünf Querstraßen. Aber eine davon ist die Hochkirchstraße und die andere die Hohenfriedbergstraße. Die verwechsle ich auch andauernd.¹ Argh!

... immerhin vielleicht nicht so schlimm wie Redundanz und Rekursion.





¹ lästig wenn man den Weg zur Bluesgarage beschreiben will
² die einzige Kirche weit und breit befindet sich an der Hohenfriedbergstraße, der größte Friedhof wiederum an der Hochkirchstraße. Der gute Protestant ruft in diesem Falle: Es ist ein Kreuz!

04 September 2012

Re-

Um Rekursion zu verstehen
muss man erst einmal
Rekursion verstanden haben!


Mit der Kamera das Bildbetrachtungsprogramm auf dem Bildschirm ab­foto­grafieren, welches gerade die letzten Ergebnisse der Kamera darstellt. Immer wieder verwechsle ich Rekursion und Redundanz.

02 September 2012

Drink


Der Besuch hat gerade meine Blumenvase ausgetrunken.

Ist aber auch eine sehr schicke Blumenvase, ich betone.

31 August 2012

Bohrloch Ohrloch

Okay, da habe ich mich geirrt: Es gibt noch dämlichere als die Fußballfans. Sogar in einem Ausmaß, dass es durch eine einfache Tracht Prügel nicht mehr herauszubekommen sein wird. Aber die sind nicht so viele wie die Fußballfans.

Zur Sache: Eine Familie hat ihre dreijährige(!) Tochter überredet - sie nennen es "erlaubt" - sich Ohrlöcher stechen zu lassen. Dann sind sie ganz überrascht, dass das dem Kind weh tut. Also verklagen sie das Tätowierstudio auf Schmerzensgeld.

Wer sich das auf der Zunge zergehen lässt: Da steckt also außer dem Tätowierer auch noch ein vergleichbar debiler Anwalt mit drin. Wie dumm und unverschämt können Menschen im zeugungs- oder gebärfähigen Alter sein?

Der Richter, vor dem die Sache landet, lässt allerdings tatsächlich einmal den gesunden Menschenverstand walten. Er droht den besorgten Eltern mit einer Untersuchung wegen Körperverletzung, oder welcher Paragraph auch immer für diese Dumpfbacken zuständig ist. Dabei wäre eine vorsorgliche Tracht Prügel für alle sicher ein guter Anfang.

29 August 2012

Finanzkrise reloaded

Bin gerade nochmal über dieses hier gestolpert, inzwischen ein knappes Jahr alt, aber trotzdem - das ist so traurig und so wahr, die nächste Krisenlösung kommt bestimmt:



Chin Meyer erklärt für einfache Bürger wie der Handel mit nicht vorhandenem Geld funktioniert. Leute, die sich damit auskennen, behaupten, das sei eine ziemlich genaue Darstellung.

28 August 2012

Fußball


Letztes Wochenende. Beim Warten auf das Bier fällt der Blick auf die Zeitung¹ auf dem Tresen, Sportseite, also: Fußball. Sie berichtet über den ersten Saisonsieg der frisch abgestiegenen Hauptstadtmannschaft in der zweiten Liga. Und wie sie berichtet, stehen hinterher irgendwelche Fans am Zaun und skandieren "Wir wolln euch kämpfen sehn! Wir wolln euch kämpfen sehn!"

Heißt, die Fans haben sowieso nichts besseres zu tun, als sinnlos am Zaun herumzustehen. Und da verlangen sie ultimativ Leistung, die sie selbst nie im Leben bringen werden. Anspruchshaltung in Höchstform.

Gleich nach Nazi-Dumpfbacken sind Fußballfans die urdämlichste biologische Erscheinungsform unter der Sonne.








¹ die bewusste Zeitung hat den Artikel bereits im kostenpflichtigen Bezahlarchiv versenkt, kann ich hier leider nicht verlinken
² ah, nach weiterer Recherche stellt sich heraus: Fans fast aller Fußballvereine pflegen diese Haltung, nicht nur die vom abgestiegenen Hauptstadtverein. Da muss ich mich jetzt fast schon entschuldigen, was?


23 August 2012

Saison

Die Kollegin hat mir eine Ladung schwer proteinhaltiger Pflaumen geschenkt. Heißt: Die sind bewohnt.

Marmelade anyone?







keine Sorge, die bewohnten Pflaumen werden vorher abgesammelt, für Marmelade werden nur unbewohnte verwendet

21 August 2012

Supermarkt

Vor ein paar Tagen habe ich mich im Supermarkt fast zu Tode erschreckt. Da stand an den Tomaten doch tatsächlich "aus Deutschland"!

Wo wir ja alle ganz genau wissen, dass in Deutschland gar keine Tomaten wachsen - immerhin nur deshalb nehmen wir in Kauf, dass in Spanien die Landschaft zerstört wird und die empfindlichen Gemüse anschließend tausende Kilometer transportiert werden.

Und überhaupt werden Tomaten durch das lange Liegen und den mühsamen Transport immer besser.

Und jetzt kommen dahergelaufene Bauern aus Deutschland und wollen hier Tomaten verkaufen... die haben echt Humor.

20 August 2012

Captcha

Wenn der Große Bloguator™ sich wieder mal darüber beklagt, dass primitive Selbstverständlichkeiten nicht funktionieren, bekommt er regelmäßig zu hören, dass er sich nicht so haben soll, wegen so einer Kleinigkeit.

Dabei sollte es doch gerade bei primitiven Selbstverständlichkeiten besonders einfach sein, sie zu lösen?

Eine weiteres Erschwernis des täglichen Lebens ist das gesteigerte Sicher­heits­bedürfnis kleiner Bloganbieter wie beispielsweise Google. Die quälen einen seit einiger Zeit mit Sicher­heits­abfragen, welche dadurch funktionieren sollen, dass man Zahlen abliest und eintippt, die für Maschinen unlesbar sind. Nur sind sie es für Menschen dann leider auch.

Das eigentlich nervige an der Sache ist, dass dann immer irgendein Klugscheißer¹ kommt, der einem herablassend sagt: "Hab dich nicht so!" im Sinne von "Du bist zu dämlich dafür, nicht das System." Seit langem verfolgen mich solche Leute, die sich zu Wort melden, obwohl sie noch nicht einmal das Problem verstanden haben.

Aus gegebenem Anlass schleudere ich diesem Klugscheißer entgegen "LIES VOR:"

Das in dem Foto rechts sind übrigens Zahlen.


²



¹ der gespielte Witz, den sich bitte jeder merkt, der mit dem Großen Bloguator™ öfter zu tun hat:
"Du bist also Carsten, der Klugscheißer?"
"Besserwisser, um genau zu sein!"


² ...aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarrrghhh! Nachdem ich mich seit etwa zwei Jahren über den Captchaismus von Google ärgere stelle ich heute fest, dass man dieses Verhalten tief in den Kaldaunen der Einstellungen abstellen kann. Jetzt also sollte es weg sein. ...aaaaaaaaaaaaaaaarrrghhh! Röchel...

19 August 2012

Gar nichts


Was ich tue, wenn ich nichts tue:


... ich meine die wuchernden Kürbisstauden im Balkonkasten links, die jetzt die Blüte verweigern.





sorry, Bildqualität ist wieder mal furchtbar, ist mit dem smarten Fon aufgenommen, das ist halt keine Hochleistungskamera, wirklich nicht

Naturgesetz


Natürliche Dummheit ist durch nichts zu ersetzen.



Hm? Och, nur so...

16 August 2012

Wörter

Zur Zeit sind wir hier bei der Sprachbetrachtung. Die Dudenredaktion hat eine Art Trostseite im Internet eingerichtet. Das finde ich sehr menschenfreundlich. Die Seite heißt Schwierige Wörter¹ und funktioniert so: Falls man nicht selbst merkt, dass ein Wort ein wenig schwierig ist, kann man dort nachschlagen und - voilà! - hat man eine Antwort!

Nein, natürlich nicht so, mit Trost hätte das ja wenig zu tun.

Eher so: Falls einem die elektronische Rechtschreibhilfe die Wörter aggressiv oder asozial ständig aggressiv und asozial mit einer roten Unterkringelung dekoriert, dann hat man sie wohl falsch buchstabiert. Oder Annalen. Und dann kann man dort nachschlagen und herausfinden, dass es sich wohl um ein schwieriges Wort handelt und dass die Duden-Redaktion das auch so sieht. Das ist doch ein Trost, nicht wahr?

Demnach ist ³eigentlich³ ein kubik-schwieriges Wort, hochdrei. Jedenfalls taucht es gleich dreifach in der Liste auf. ²weiß² und ²nämlich² sind nur quadrat-schwierig, hochzwei. Aber das ist gar nicht so aufregend. Nähmlich ziemlich uninterressant eingentlich.




¹ ja, ich ahne es: Schmierige Wörter wären sicher noch interessanter...

2 ... und? Was ergibt die freie Assoziationskette zum Stichwort Annalen?



15 August 2012

Ethnologie

Gestern ging es hier um Reime auf Flammschutzmittel und Bansumiter. Und schon wieder war die Aufmerksamkeit des Großen Bloguators™ abgelenkt geweckt: Bansumiter?

Fragezeichen? Zwistfreudige zweistromländische Ahnen der Hethiter, Erfinder der unstimmbaren Ein-Saiten-Harfe und im Reimlexikon Nachbarn von Porsche-Dieter? Fragezeichen?

Ah, da:

Bansumiter

29. Mai 2012 – Die Bansumiter stammen von den Sumurrern ab, die schon im Gebiet der heutigen Narkramar lebten
Ach so!



14 August 2012

Schutz und Flamme

Internetsuche bei der großen Suchmaschine. Auf die Suchbegriffe "Flammschutzmittel Knittel" (letzterer wurde als Hersteller genannt) schlägt die Suchmaschine die Webseite Reime auf Flammschutzmittel vor.

Überraschung! Die Suchmaschine verfügt über einen assoziativen Algorithmus mit tiefenphilosophischem Ansatz!

Da die große Suchmaschine jedoch gleichzeitig auch souverän, vollständig und endgültig arbeitet, hat sie damit eine Webseite genannt, die sogar reine UND unreine Reime kennt¹. Besonders faszinierend dabei, wie unrein Zahlungszielen ² und abzudichten auf Flammschutzmittel reimen.





¹ "Wir spielen hier beides: Country UND Western!"

² Zahlungszielen, das, Subst. n.: Eine Zahlung so punktgenau leisten, dass der Gerichtsvollzieher gerade noch so von seinem Vorhaben absieht und beim Abschied mittelfreundlich grüßt.

³ und über die Bansumiter muss ich voraussichtlich noch eine ganze Weile nachdenken


08 August 2012

Musik und Tön (24)

VII. Staffel - Parkplatznot - was bisher geschah


24. Fiiinaaale, oh-oh!


jetz weeß der limousinenidiot wenichstens, wat er seinem billijen schatzi wert ist. die wartet zu hause und hat vorhin am telefon noch die eifersüchtije markiert. der hat bestümmt sehnsucht. aba die karre steht immer noch da unten und muss weg.

dit is der punkt, wo der idiot nach ne kurze bedenkzeit beschließt, doch den nie-wieder-abschlepper anzurufen. der is nach zehn minuten wieder da. die sache mit die vorkasse is inzwischen ooch klar. der falsch jeparkte idiot hat vom letzten besuch am automaten noch restkohle einstecken, jerade so ausreichend.

kostenmäßich sind wer inzwischen bei die zweite alufelge anjekomm. für den preis von jede felge könnte son knallkopp een janzet jahr lang taxe fahrn. seine übrijen scheine wechseln den besitzer.

ick an seine stelle würde so langsam mal nach nem stammkundenrabatt fragen. würde ick tun, der abschlepper rückt ja von sich aus keen nachlass raus. weil et nüscht kostet jehört dit bei die lieber zum service, diss man denn auf dem abschlepper mitjenomm wird, wenn man liejenjeblieben is.

nach weitere fünf minuten is die elende schleuder aufjeladen und der zujehörije knallkopp steicht schon mal in den abschlepplaster ein. er muss doch jenau anweisen, wo seine karre hin kommt.

wenn ne vierköpfije familie von stütze leben muss, denn hat se im monat wenijer, als der idiot da unten heute für een mal falschparken verbrannt hat. aba weh tut dit solche autofahrer wie dem trotzdem - die paar groschen fürs parkhaus hat so eener nich. nie.

jednfalls sitzt der knallkörper schließlich im abschlepplaster und is glücklich, diss sein auto wieder in freiheit is.

wie die polizei sieht, diss jetz allet seinen jeregelten gang jeht, rückt se endlich ab. der abschleppfahrer läuft nochmal um sein auto und sichert alle möglichen kleinichkeiten. jerade bei so nem kritischen kunden will er ja ordentliche arbeit abliefern. ruhe kehrt ein in unsere straße.

dit is unser einsatz, hacke wie wir von dem janzen wein sind. wir ham schon ne weile hinter die haustür drauf jelauert.

susanne eiert leicht schwankend zu unserm auto, schließt et mit schwierichkeiten auf und setzt sich rin. ick schließe schwankend den büjel auf und klappe ihn runter. dabei muss ick mich n paarmal an dem büjel festhalten.

susanne parkt kichernd und sehr unsicher mit zwanzich mal hin und zurückfahren unser auto auf unsern parkplatz, den mit dem büjel. die hat überhaupt keene scheckung, wat sie da macht. ick ooch nich. deshalb weise ick sie ein. also, ick rudere wild mit die arme in die luft und susanne macht irjendwat mit unserm auto bis et völlich schief in dem parkplatz steht.

der idiot sitzt in dem abschlepplaster, den er heute mit ner vierstellijen summe großherzich jefördert hat, und sieht uns mit offenem mund fassunglos zu bis der abschlepper mit ihm drin davon fährt.




- FIN -


07 August 2012

Musik und Tön (23)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von hier


23. Familientreffen


ohjee, jetzt hat der tieferjelechte schwachmat mit der limousine seinen freund ran telefoniert, und nu sitzt der ooch in der tinte. bloß weil der falsch jeparkte idiot schon wieder dit jeld für den abschlepper sparen wollte.
"Wir hatten dem Herrn extra gesagt, dass er einen nüchternen Helfer rufen soll."

"Sie haben WAS? Wieso?"


"Selbstverständlich. Am Samstagabend ist es doch nicht unwahrscheinlich, dass jemand ein Gläschen getrunken hat."


"Ja, haha, aber doch nur ein Gläschen!"


"Das werden wir sehen."
denn steijen die drei in den dienstwagen von die polizei. kurze zeit später höre ick die erlösenden worte
"Ihren Führerschein müssen wir leider einbehalten."
war anscheinend een gläschen sekt zu viel. nu stürzt der nüchterne freund auf den idioten mit der limousine zu und brüllt den an
"Was hast Du mir da eingebrockt?"

"Wieso?"

"Die haben mir die Pappe abgenommen!"

"Ehrlich?"

"Ich hatte dir gesagt, dass ich etwas getrunken habe!"


"Das hab ich irgendwie ... überhört ..."
sicher doch: als der abschlepper so laut den preis sachte
"Die haben dir vorher noch ausdrücklich gesagt, dass dein Helfer nüchtern sein muss!"

"Ich dachte doch, die sind längst weg, wenn du kommst!"


"ICH HABE ES DIR GESAGT!"


"Ich dachte doch, die sind längst weg..."
die wärn ooch längst weg, wenn er nich immerzu alle so jewaltich auf die nerven fallen würde. aber so erkennt ooch sein juter freund schließlich janz zutreffend
"Du bist ein verdammtes Arschloch!"

"Na hör mal...!"


"Ich will Dir helfen! Ich mache mich mitten in der Nacht auf den Weg! Und die haben mir jetzt die Pappe abgenommen!"


"Na, du hättest ja auch aufpassen können, dass sie dich nicht sehen."


"Du bist so ein dummes Riesenarschloch! Du wusstest, dass die hier warten! Du hast direkt daneben gestanden!"


"Ja, tut mir ja auch leid, irgendwie."
ick höre , wie da unten een haufen porzellan zerbricht
"...und du hast mich trotzdem herbestellt!"

"Nun hab dich nicht so!"
der spielt sein bedauern nich sehr überzeugend. damit sollte er sich echt mehr mühe jeben
"Du bist so ein dummes Mega-Arschloch! Und ich habe noch die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen, weil ich deine Alte gefickt habe!"

"Was?"


"Die Hure! Die schmeißt sich jedem an den Hals! So billig!"


"Du hast meine Frau...?"
ick höre, wie da unten ziemlich vülle porzellan und eene schöne freundschaft zerbricht
"Du elender Drecksack! Du hast meine Frau gefickt?"
ab da wird dit schon sehr persönlich, privat irjendwie. aba allet auf der straße ausjetragen in der lautstärke von nem startenden fluchzeuch. und dabei so faszinierend schmutzich, diss sich nichmal die nachbarn bei der polizei beschwern, mit nem haufen wörter, die ick jar nich wiederjeben kann. die polizei greift jetzt allerdings von selber ein. dabei würden die nachbarn bestimmt lieber noch ne zugabe hörn.

nu müssen die polizisten aufn samstachabend doch noch streit zwischen besoffene schlichten. irjendwann zittert der nich janz nüchterne freund ab. sein auto lässt er einfach stehn, so sauer is der. dit muss jetz ooch noch ürjendwer wegräum. der idiot von unserm parkplatz, der ihn da rin jeritten hat, fühlt sich nich zuständich. immerhin hat ihn sein nüchterner freund doch mit seinem schatzi betrogen. interessante konstellation.


zum Finale

06 August 2012

Cartoons

Aus Anlass eines Beitrages über verschiedene Verkaufsautomaten beim Herrn Frischerfischvonvorgestern - oder weil der Große Bloguator™ irgendwie zu blöd ist, sich zusätzlich zu all dem anderen Online-Zeug noch einen Bilderaccount zuzulegen - hier ein einzelner Cartoon vom begnadeten Scherzbold Quirit:

Musik und Tön (22)

VII. Staffel - Parkplatznot vorheriger Teil


22. Finnisches Sprichwort
"Man ist nicht betrunken
so lange man auf dem Boden
liegen kann ohne sich festzuhalten."


der unfreundliche tüp is würklich unjeduldich. na, sonst hätte er ja ooch nich falsch parken müssen. aber jetz höre ick unten een motorenjeräusch, dit scheint sein nüchterner freund zu sein.

ein glück, dit wurde ooch zeit, ick hätte würklich nich jewusst, wat ick mich mit dem idioten noch unterhalten soll. der freund hält an und sieht anscheinend zu spät, diss die polizei ooch da is. die komm gleich zur sache:
"Guten Abend! Sie sind der nüchterne Bekannte von dem Herrn?"

"Was? Äh, wieso?"


"Der das Auto abschleppen soll?"


"Äh ja, ach so, ja genau!"
und die mein dit ernst
"Haben sie in den letzten 24 Stunden Alkohol getrunken?"

"Was? Wieso? Ich dachte, ich soll sein Auto abschleppen?"


"Wir hatten dem Herrn ja bereits gesagt, dass er darauf achten soll, dass der Helfer nüchtern ist."
ham se jesacht, dit habe ick jenau jehört.
"Was?"

"Und? Haben sie in den letzten 24 Stunden Alkohol getrunken?"


"Ich ... äh ... was? Nein."


"Dann haben sie gegen einen Test sicher nichts einzuwenden?"
dabei will der sicher nur sein kumpan abschleppen und wollte nich extra zum alkoholtest anreisen. nehme ick mal an, diss er dit so besprochen hat
"Was? Ja, äh, doch!"

"Also sie haben etwas einzuwenden?"


"Nein, äh, jetzt fällts mir wieder ein, ich habe etwas getrunken."


"So?"


"Ja, heute Nachmittag, zum Geburtstag meiner Frau. Ein Gläschen Sekt."


"Dann haben sie gegen einen Test sicher nichts einzuwenden?"
extra dafür hat er sich nu am samstach nach mitternacht nochmal rausquälen müssen
"Nur ein Gläschen Sekt. Müssen wir denn da gleich einen Test...?"

"Wir können sie auch zur Blutentnahme mitnehmen. Das ist dann noch genauer."
aba wer will dit schon so jenau wissen?
"Hören sie, ja, ich habe etwas getrunken!"

"Aha. Dann müssen wir einen Test durchführen. Steigen sie bitte aus."


"Wir können das doch vielleicht auch anders lösen?"

"Wie anders?"
da bin ick ooch jespannt
"Naja, ich meine, nur mal angenommen, dass sie da so einen Schein finden im Führerschein ..."

"Was?"

"Nein, ich meine: Ein paar Scheine..."

"Was? Wollen sie mich bestechen? Wissen sie, was das für Folgen für sie haben kann?"
aba noch mehr folgen brauch der mann sicher jar nich.


zum nächsten Teil

05 August 2012

Musik und Tön (21)

VII. Staffel - Parkplatznot voriger Teil


21. Ein Freund ein guter Freund


der idiot von unserm parkplatz schleicht son stücke weg und ick höre den ne janze weile leise telefoniern. wie er wiederkommt fracht ihn der polizist hilfsbereit
"Haben sie den Abschlepper gerufen?"

"Ja, hm, so ähnlich."

"Haben sie einen Bekannten angerufen?"


"Ja, äh, ja. Vielen Dank!"
er war anscheinend zu geizich für den abschlepper und hat lieber irjend nen hilfsbereiten freund raustelefoniert, der ihn mit seine tieferjelechte karre jetz abschleppen soll. mitten inne nacht. die polizei macht ihre arbeit, bloß irjendwie is ihm dit plötzlich nich mehr recht
"Das wars dann ja, nicht? Schönen Feierabend noch!"

"Wir werden sehen, wie schön der noch wird."
nu hat er n freund anjerufen, damit er den abschlepper spart und den rest kann man sich leicht denken: nen janz nüchternen freund hat er wohl nich erreicht. aba die Polizei will anscheind nich jehn.
"Äh, danke, ich denke, ich komme jetzt schon alleine klar!"

"Das werden wir auch sehen."
der denkt, diss er die jenauso nach hause schicken kann wie nen handwerker, der mit seine arbeit fertich is. nur wann die arbeit fertich is, bestimmt ja nich er.
"Ja, äh ... müssen sie denn nicht zurück zur Wache?"

"Nein. Nein, das hat keine Eile."
kann ick mir jut vorstellen. der hat die ooch jenuch jenervt.

der idiot fängt an zu stottern und schleicht wiedern stücke weg. ick vermute in mir, diss et jetz selbst bei dem langsamdenker dämmert: der muss seinem nüchternen freund zügich bescheid sagen, diss die polizei noch da is und diss er besser doch nich kommen soll, wenn er die nich in die arme loofen will.

da habe ick nen lichten moment und rufe ihn an. ick muss doch wissen, wat mit mein auto is. die nummer habe ick ja noch von vorhin. nur schade, wenn ick ihn anrufe, denn is sein telefon besetzt und er kann nich mit seinem freund telefonieren, den er aus sparsamkeit rausjeklingelt hat, weil er den vierten einsatz von dem abschlepper plötzlich nich mehr bezahlen möchte.

am telefon is der tüp jenauso unfreundlich wie immer
"Ja! Was ist?"

"ja, hallo, ick nochmal
"

"Was wollen sie?"
der is würklich unfreundlich. dabei sollte der mir dankbar sein, immerhin durften die unser auto umsetzen. vülleicht hat er dit ooch nur eilich.
"ja, also, wissense, sie müssten ja jetzt fertich sein, wa?"

"Ja."
"wir ham uns ja vorhin so schlecht verstanden..."

"Was ist! Ich habs eilig!"

"na, ick wollte nur mal hörn, wies meinem auto so jeht?"

"Ja. Ihrem Auto geht es gut. Wiederhörn!"
und lecht auf. ick rufe ihn sofort wieder an
"Was?!?"

"ick gloobe wir sind jetrennt worden."

"Ja und? Ich hab keine Zeit!"
dit kann ick mir denken.
"wir ham ja een janz schlechtet netz da vor unsere wohnung, wissense, und ..."
er lecht wieder auf. ick rufe ihn wieder an, wiederwahltaste.
"Was! Wollen! Sie!"

"na, sie wollten mir doch sagen, wies meinem auto so jeht?"

"GUT! ES GEHT IHREM AUTO SEHR GUT!"
der brüllt dermaßen laut. er sollte ma besser nich so laut sein. die polizei is ja noch da.
"sagen sie mal, unsere nachbarn, die sind ja janz empfindlich mit lärm..."

"UND?!?"
"stört die dit nich, wenn sie mitten inne nacht so rumbrüllen?"

"NEIN! WEISS ICH NICHT!"
ick sehe von oben wie een polizist uff ihn zu jeht und ihn mit dem zeigefinger ermahnt - er soll wohl nich so laut sein. er lecht wieder auf. ick rufe ihn wieder an.
"WAS!!!"
"und wat is nu mit unserm auto?"

"Wassolldamitsein!!!"


"ick meine, ham sie dit ooch wirklich vor dem büjel abjestellt und nich etwa dahinter?"


"Ja! Doch!"


"so wie ick ihn jesacht habe?"


"JA! DOCH!"


"oder muss ick lieber die polizei fragen?"

"NEIN!"

"und da is nüscht dran beschädicht?"


"NEIN!"

"ick meine, wenn da so menschen an nem fremden wagen rumfummeln, die sind ja nich immer so vorsichtich?"

"IHREM AUTO GEHT ES SEHR SEHR GUT!!!"

"sind sie sich da janz sicher?"

"JA! VERDAMMTE SCHEISSE! JA!"
der tüp is würklich unjeduldich.



zur Fortsetzung

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