16 März 2013

Trampelpfade

Das hier ist hübsch: Olifantenpaadjes.

Elefantenpfad ist das niederländische Wort für Trampelpfad, in Englisch sagen sie angeblich desire lines, also "Wunschlinien".

Was macht den Trampelpfad aus? Er entsteht da, wo kein Weg ist. Allerdings kennen wir ihn hauptsächlich aus dem städtischen Raum - und Trampelpfade entstehen da, wo die Planer keine Wege vorgesehen haben. Das ist ein Unterschied. Gemeint ist: Die Planer hätten durchaus Wege vorsehen können, wenn sie nur nicht so entsetzlich hochnäsig oder unbedarft wären.

In der Stadt ist der Trampelpfad meist eine Abkürzung, die an einer Stelle entsteht, wo ein Weg sein könnte - aber unverständlicher Weise keiner ist. Wo sich die Planer über eine grundsätzliche menschliche Regung hinweggesetzt haben: Den Wunsch, Energie zu sparen¹. Dieses Verhalten ist wohl eine entscheidende Grundlage der Evolution, hat sich aber noch nicht überall herumgesprochen.

Man sieht sich die Bilder an und freut sich darüber, dass sich das Leben doch selbst organsiert, anstatt von bornierten Planern ins Nirgendwo geführt zu werden. (der Film ist da auch sehr aufschlussreich)


... allein schon dieses Foto, wo der Passant zusätzlich mit Hilfe einer rot-weißen Drohkulisse genötigt werden soll, dem abseitigen Wegeverlauf Folge zu leisten.




¹ wenn man sich als Planer in seiner allumfassenden Weisheit missachtet fühlt, kann man dieses Verhalten aber auch mit dem Stichwort "Faulheit" abwerten

...btw: Ein missgünstiges Schicksal sorgt dafür, dass in weiten Teilen Berlins die Radwege von Leuten geplant und unterhalten werden, die selbst am liebsten mit dem Auto fahren.

14 März 2013

Fühling

Es fühlt sich immer prima an
wenn man der Kundschaft ein Ergebnis verspricht

Es fühlt sich immer furchtbar an
wenn man den versprochenen Termin halten muss


Ebenfalls fernöstliche Weisheit, diesmal des Weisen Füh-ling, durch den Großen Bloguator™ in verständliche Worte übersetzt.

13 März 2013

Fernöstliche Weisheit


Wenn jemand sagen kann
"Ich liebe dich nicht mehr!"
dann war es auch vorher keine.


der Weise Kung Fu Tsö in der morgendlichen Standardunterweisung an den einen seiner beiden Schüler. Dsingdao, ca. 1.228v. Chr.


12 März 2013

Schöne...

...feld?

Andererseits müssen wir ja froh sein, dass Gerhard Schröder keine Zeit hatte. Der ist immerhin alter Parteigenosse von Platzek und Wowereit.

Sonst wäre als einzige die exklusive Oligarchenlandebahn fertig geworden. Sie reicht von Schönefeld bis zum Kurfürstendamm, damit seine Freunde nicht so weit laufen müssen.


08 März 2013

Personifizierter Supergau

Vorhin beim Frühstück bin ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen: Hartmut Mehdorn soll den neuen Berliner Flughafen fertigstellen!

Wenn man ein Projekt wirklich gegen die Wand fahren will - also wirklich wirklich! - und glaubt, dass man das alleine nicht schafft, dann ruft man Hartmut Mehdorn.

Wir erinnern uns: Die Bahn sollte dem Flugzeug Konkurrenz machen, die Bahn sollte privatisiert werden. Heute dauert eine Bahnreise mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Berlin nach München viermal so lange wie mit dem Flugzeug, aber dafür kostet sie nur doppelt so viel. Der Kunde erhält also einen echten Mehrwert.

Dafür wurde ein weitreichendes Netz von Hochgeschwindigkeitstrassen angelegt. Auf diesen fahren die Züge so schnell, dass sie in einigen Landeshauptstädten gar nicht anhalten können. Mittlerweile fährt die Bahn auf bestimmten Strecken selbst lieber Bus, als sich auf ihr Schienennetz zu verlassen.

Verkaufen kann man am besten Sachen, die funktionieren. Oder die wenigstens so aussehen als würden sie irgendwann. Deshalb hat man das mit der Privatisierung der Bahn inwischen sein lassen. Mehdorn ist gegangen. Vermutlich haben alle übrigen Beteiligten in diesem Moment erleichtert durchgeatmet.

Teilerfolg des Privatisierungsversuchs ist aber immerhin, dass die Berliner S-Bahn - eine DieBahn-Tochtergesellschaft - nicht mehr zum Personentransport sondern nur noch als Konversationsthema taugt.

Dann kam die Air-Berlin-Episode: Mehrdorn wurde Chef einer maroden Fluggesellschaft. "Prima", konnte man sich denken, "dann wird endlich weniger geflogen!" Kaum ist Mehdorn da, wird auch bereits ein Mini-Gewinn ausgewiesen... Erfolg! ... weil ein wesentlicher Teil des Geschäfts verkauft wurde, und der Erlös auf den Verlust angerechnet werden kann. Nach nicht ganz so langer Zeit war Mehdorn wieder weg.

Jetzt also der sogenannte Hauptstadtflughafen. Damit kann die Bahn vielleicht am Ende doch noch mit dem Flugzeug konkurrieren: Weil man von Berlin aus mit dem Zug Bus eher in Frankfurt ist als draußen am Flughafen Schönefeld.



UPDATE!

Es hat nochmal geschneit, 5cm in drei Tagen, anderswo keine Katastrophe. Der Tagesspiegel hat zum aktuellen Wintereinbruch einen Bericht geschrieben, eigentlich über den Berliner Verkehr - aber es liest sich wie eine Aufzählung der größten Erfolge von Hartmut M.

Wir beachten die Stichwörter "S-Bahn" "Schönefeld" oder "Hauptbahnhof". Der Hauptbahnhof mit seinem halben Dach gilt nämlich auch als Erfolgsgeschichte des Spitzenmanagers. Die andere Hälfte ist produziert,  liegt aber bis heute auf Halde und wird nicht eingebaut.


06 März 2013

Intermezzo und Zwischenspiel

Für einen kreativen Menschen gibt es ja viele Gründe, nicht lukrativ und gewinnträchtig zu arbeiten, owbohl man am Schreibtisch sitzt die ganze Zeit. Einer könnte sein - rein hypothetisch - dass das Internet so interessant ist. Rein hypothetisch!

Ein anderer könnte sein - ganz unhypothetisch - dass das Mailkonto der Kollegin gehackt wurde. Ganz unhypothetisch! ... und dass von dort zuerst noch eine täuschend echte Bettelspammail an das gesamte Adressbuch verschickt wurde, sodann alle dort vorhandenen Mails an einen unbekannten Empfänger umgeleitet und anschließend im eigentlichen Mailaccount gelöscht wurden. Wichtige, bedeutende, aber auch einige wenige unmaßgebliche.

Was zur Folge hat, dass zuerst etwa das halbe Adressbuch im Büro anruft und darauf aufmerksam macht, dass ihm eine Bettelspammail zugeschickt wurde. Auch Behörden, Auftraggeber, ehemalige Auftraggeber, ehemalige, gegenwärtige und zukünftige Auftragnehmer sowie der eine oder andere Kollege und ein paar private Bekanntschaften. Wer nicht anuft, schickt eine Antwort per Mail.

Anschließende Folge ist, dass der Mailaccount überhaupt erst wieder unter Kontrolle gebracht werden muss und bis ins Detail umkonfiguriert. Schwierig natürlich nur, wenn unterdessen das Telefon andauernd klingelt und man die Tragweite des Problems wie auch eventuelle Lösungswege noch gar nicht kennt.

Erweiterte Folge ist, dass auch alle Sicherungseinrichtungen und Speicherstände überprüft werden müssen, damit dort im Dunkeln nicht weiteres Ungemach lauert, Viren- und Trojanersuchprogrammme abgefahren werden, und dass neue Sicherungen den bereits bestehenden hinzugefügt werden müssen.

Ganz abgesehen von der Sorge, relevante Informationen könnten in die falschen Hände gefallen sein oder, ganz gegenteilig, ein beliebiger argloser Jemand könnte nun einen falschen Eindruck bekommen haben. Gerade das Sorgenmachen kann eine durchaus ergebnislose Beschäftigung sein.

Auch dies also eine Möglichkeit, nicht produktiv arbeiten zu müssen, während man doch den ganzen Tag rein körperlich am zuständigen Schreibtisch sitzt.


05 März 2013

Mix go Pogo!

Na, ich bin wahrscheinlich wieder einmal der letzte mit Internetanschluss, der diesen jungen Mann hier entdeckt - also den, der das zusammengemixt hat. Der heißt Nick Bertke und macht das anscheinend schon eine Weile:

Lead Breakfast ('Pulp Fiction' Remix)

Streckenweise bisschen heftig, aber auch lustig. So lustig wie der Original-Film jedenfalls.

Erinnert mich irgendwie ein wenig an Lemonjelly, obwohl die vordergründig überhaupt nichts miteinander zu tun haben:



04 März 2013

Werktag

Ich muss endlich aufhören, am Schreibttttisch zu essen - die Krümel verklemmen immer die Ttttastttttttttttttatttur.

So ... die geneigte Leserin ahnt es schon: Wenn ich meine Tastatur umdrehe, fällt eine vollwertige Mahlzeit heraus.


02 März 2013

Empörung


Letzte Woche war Pferdefleischskandal. Erinnert sich noch jemand?

Inzwischen war Legebatterieneierskandal und eben höre ich im Radio etwas von verunreinigtem Gertreide. Mal sehen, wie groß da die Halbwertzeit ist. Der Pferdefleischfund lieferte immerhin eine pferdammt große Anzahl an Kalauern.

Studios

Ich war ein wenig betrübt, weil neulich ein ganz schnuffiges Café an der Dudenstraße nahe beim Flughafen Tempelhof geschlossen wurde. Weiß gar nicht, was da passiert sein mag - der Laden schien gut zu laufen.

Genau gegenüber von dem früheren Café befindet sich ein Kosmetiksalon, mit der zusätzlichen Spezialdisziplin Tattoo-Entfernung. Und in den Räumen des früheren schönen Cafés hat jetzt - man ahnt es bereits - ein Tätowierungsfachbetrieb neu eröffnet. Der besorgte Tätowierer berät die Eltern minderjähriger Castingshow-Teilnehmerinnen:
"... und wenn die tochter ihr tattoo nich mehr brauch, denn könn se dit gleich da drüben wieder wegmachen lassen - heutzutage is dit janz einfach! Die nähen ooch piercing-löcher zu."

28 Februar 2013

Faszination Motor

Es ist ja doch nicht so, dass "Auto" immer gänzlich zwingend mit "Dummheit" einhergeht. Dieser direkte Zusammenhang ist zwar häufig zu beobachten, jedoch beim Fußball immer noch naheliegender. Aber hier scheint er ebenfalls vorzuliegen. Im folgenden Film fühlen sich viele Menschen gehalten, ihr Kraftfahrzeug in die salzige See zu fahren und dort auf Hilfe zu warten:

27 Februar 2013

Heilig heilig

Gibt der zukünftige Ex-Papst eigentlich weiter Audienzen? Ich kann es kaum erwarten, ihn mit seinem neuen Titel anzusprechen: "Eure frühere Heiligkeit".

Spannend ist auch die Frage, wie der dann gültige neu gewählte Papst und sein Ex sich gegenseitig ansprechen. Sagt der Benny dann vielleicht ein wenig boshaft "Eure gegenwärtige Heiligkeit"?

Schon interessant, einen amtierenden Stellvertreter Gottes zu haben, und außerdem einen, der noch ganz unerkannt unter uns wandelt. Also: Nicht unter mir...

26 Februar 2013

Inselgentrifiz 2013

Irgendwann ist auch der letzte dran. Auch die Rote Insel, da wo Schöneberg nicht ganz so schön ist, wird zuletzt genitrifiziert.

Man merkt das spätestens daran, dass jetzt in der Leberstraße, einer der gottverlassensten Straßen unter der Sonne, ein Café nach dem anderen aufmacht.







real life: die Leberstraße ist die Sorte Straße, in der Lokale gerne einmal ganz naheliegend "Leberfleck" heißen. Nicht anders.

25 Februar 2013

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (Epilog)

Sprachwissenschaft - EPILOG speziell für Nic

"Käptn, ich wage nicht, mir vorzustellen was passiert, wenn wir mit diesem Übersetzungscomputer tatsächlich auf eine außerirdische Zivilisation treffen sollten."

"Glauben sie jetzt an Außerirdische, Doc?"

"Wieso glauben? Natürlich! Sie etwa nicht? Das erfahre ich erst jetzt?"

"Doch schon, natürlich. Sonst wäre ich vielleicht nicht mitgefahren."

"Na bitte!"

"Und?"

"Wenn wir mit diesem Übersetzungscomputer den Außerirdischen Gedichte vortragen, glauben die womöglich, wir wollten ihnen den Krieg erklären. Tod durch Birkenrinde!"

"Sie wollen jetzt auch noch
den Außerirdischen Gedichte vortragen?"

"Na, ein Gespräch fängt man doch immer erst einmal mit Smalltalk an. Wie wollten sie denn anfangen?"

"Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht..."

"Was? Wirklich nicht?"

"Nein. Um ehrlich zu sein: Nein."

"Ja, aber man braucht doch einen Einstieg in das Gespräch..."

"... mit Außerirdischen ..."

"Naja, wen wollten sie denn sonst hier treffen? Ihre Schwester?"

"Ich habe keine Schwester."

"Also ihre Schwester treffen wir hier schon einmal nicht. Gut. Schade."

"Äh, Doc...?"

"Naja, aber wen wollten sie denn hier treffen? Sie müssen sich doch vor dem Abflug Gedanken gemacht haben? Irgendeine Vorstellung..."

"Oh, ich wusste nicht, dass wir hier verabredet sind, hundertzwölf Lichtjahre von der Erde entfernt. Da hätten wir doch auch bei uns daheim in ein Café gehen können mit den Außerirdischen."

"Was?"

"Für Außerirdische ist es doch auf jeden Fall weit, egal wo sie hin fahren."

"Das wissen sie doch gar nicht!"

"Vielleicht. Aber ich vermute es."

"Was? Sie vermuten darüber?"

"Das sind eben die Gedanken, die ich mir zu dem Thema so mache."

"Gedanken nennen sie das?"

"Dann eben Vorstellungen! Sind wir hier in einer Semantikvorlesung?"

"Aber egal wo sie auf die Außerirdischen treffen - mit diesem Übersetzungscomputer werden die sie nicht verstehen!"

"Das ist doch gar nicht gesagt."

"Oh doch! Sie wollen den Außerirdischen ihre Kochrezepte erläutern und ..."

"Was will ich?"

"Ein Einstieg in das Gespräch. Das macht man so. Man fängt mit unwichtigen Dingen an, um erst einmal eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Man nennt es Smalltalk."

"Mit Außerirdischen?"

"Ja sicher, wovon reden wir denn hier die ganze Zeit?"

"Atmosphäre? Die haben doch sicher wichtige Dinge zu besprechen ... da brauchen die doch keine Atmosphäre."

"Aber sie können die doch nicht sofort nach den existentiellen Sachen fragen!"

"Kann ich nicht?"

"Sie fallen doch nicht mit der Tür ins Haus und fragen als erstes, wie ihre Zivilisation den Geiz und das Fastfood besiegt hat. Oder ob sie ein wirksames Rezept gegen Spam oder
vielleicht Liebeskummer haben. Und ob sie unterwegs Gott getroffen haben. Nicht einmal sie würden das tun, so direkt."

"Da haben sie recht. Ich ... würde ... so ein Gespräch ... vermutlich ... anders beginnen, vermutlich."

"Sehen sie! Dann wollen sie denen beispielsweise ihre Kochrezepte vorstellen und übersetzen das mit unserem Computer und die Außerirdischen denken, sie wollen ihnen drei verschiedene Arten Auflauf von Birkenrinde erläutern."

"Bitte?"

"Oder sie wollen die Tiefen ihres Verständnisses von Lyrik darstellen und die Außerirdischen denken, sie wollen ihnen etwas von der selbstlosen Hingabe zur Baumrinde erzählen."

"Aber..."

"Schließlich beeindrucken sie die Fremden mit ihrer höchsteigenen Version der Zeitrechnung auf verschiedenen Trabanten der Planeten unseres Sonnensystems..."

"Doc!"

"... unter besonderer Berücksichtigung der Sonnenfinsternisse auf dem Mond! Aber die Außerirdischen müssen denken, sie haben überhaupt kein anderes Thema als öde blöde Birkenrinde. Und dann empfinden diese hochentwickelten Fremden die menschliche Zivilisation nach einer kurzen Konversation als überflüssig und sie zetteln einen hässlichen galaktischen Krieg an."

"Die ... Außerirdischen?"

"Oder ihnen wird einfach nur langweilig wenn sie sich andauernd über Birkenrinde unterhalten sollen, weil dafür haben sie den langen Ausflug ja vielleicht nicht gemacht. Und sie reisen wortlos wieder ab. Wenn sie Glück haben, lassen sie ihnen noch einen Zettel da, auf dem
in sauberer Außerirdischen­schönschrift steht:
Fuck Birkenrinde!
So werden sie, Käptn, nie erfahren, ob die unterwegs Gott getroffen haben. Und wo er gegebenenfalls wohnt."

"... aber ich ..."

"Und das alles nur, weil unser Übersetzungscomputer ein bisschen schief justiert war. Welch ein schmerzlicher Verlust! Was für eine verpasste Chance!"

"Na gut."

"Käptn, wo wollen sie hin? Wollen sie sich aufhängen? Das ist sinnlos, wissen sie doch! Ich stelle sie aus dem Backup wieder her!"

"Nein, ich gehe nur ein paar Keile suchen, mit denen ich den Computer neu ausrichten kann."


Weitere Ideen

Der Einfallsreichtum, den ich am meisten bewundere - außer meinem eigenen selbstverständlich - kommt von den Leuten, die mir täglich Viagra- und Penis­vergrößerungsspam schicken und sich dafür jedes mal neue Absendernamen ausdenken.

Heute frisch in meinem Junk-Ordner: Abbey Rosendorn - Sonja Rebhuhn - Detox Pflaster - Mina Ahavah - Nina Jehoshaphat - Hanna Solarz - Gitta Bufmann - Rilley Ribeisen - Adelheid Rabinovitch und Nikki Eibenschitz.

Gibt es Programme für sowas? Also zum Erfinden von klingenden Namen? Oder ist das einfach das Telefonbuch von Ramallah, aber in einer sehr böswilligen Übersetzung?

Dann hat die Übersetzungs­computer-Fachkraft vielleicht nur nicht bemerkt, dass im Arabischen von rechts nach links geschrieben wird?

Fragen über Fragen.





Edit, kurze Zeit später:
Aber zwischen all den Porn-Spammern mit den klingenden Namen ist doch tatsächlich einer, der sich Charles Vögele nennt und für Frühjahrsmode wirbt. Da weiß man jetzt nicht, ob Lachen oder Weinen unangebrachter wäre.


24 Februar 2013

Muss

Tut mir leid, ich muss das hier verlinken, Gemüsemusik nämlich:

Wofür auch immer.

Hab ich bei Frau Vogel gefunden.

Und weil es da um Tango geht, und weil das ein ganz schöner Tango ist, noch der Link zu einem weiteren Stück vom selben Künstler

22 Februar 2013

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (9)


Heute: Sprachwissenschaft (9)



"Der dritte Baum enthält übrigens einen Kalender."

"Einen ... Kalender?"

"In der Tat: Der Übersetzungscomputer zeigt regelmäßig wiederkehrende Ereignisse in unterschiedlichem Rhythmus."

"Und ... wo gilt dieser Kalender: Hier? Oder auf der Erde?"

"Ähm, nun ja, ich fürchte weder - noch."

"Sondern? Was haben sie denn noch untersucht?"

"Er gilt auf dem Mond."

"Ach, auf dem Mond!"

"Äh, ja."

"Einem Mond von hier oder dem der Erde?"

"... der Erde."

"Bestimmt nicht Io oder Callisto? Das haben sie doch geprüft, oder?"

"Ja."

"Ich gehe doch recht in der Annahme, dass sie alle 20 Jupitermonde untersucht haben?"

"Die größeren, ja."

"Die sieben großen von Saturn und die drei von Neptun und auch alle anderen Monde in unserem heimischen Sonnensystem?"

"Ähm, ja."

"Und letztlich hat der Kalender zum Mond der Erde gepasst?"

"Ja. Den habe ich leider zuletzt geprüft."

"Sie hätten doch jeden einzelnen Brocken der Saturn-Ringe probiert, wenn es für ihre abseitigen Theorien nötig gewesen wäre!"

"Vielleicht. Mag sein."

"Wie sind sie überhaupt auf die Idee mit dem Kalender ... ach, ich frage schon gar nicht mehr!"

"Na, Muster ... regelmäßig ... das ist doch naheliegend?"

"Das ist überhaupt nicht naheliegend!"

"... da habe ich eben etwas wiedererkannt. Astronomie gehört immerhin zu den Grundlagen unserer Raumfahrerausbildung."

"Allmählich wünschte ich, es wäre nicht so."

"Doch, das ist nützlich für die Raumfahrt!"

"Und ich wünschte, unsere Raumfahrtbehörde wäre weniger wählerisch."

"Was?"

"Sie könnten Raumfahrer auswählen, die deutlich weniger intelligent sind, keine durchgedrehten Übergenies. Sondern am besten total stumpf. Aber die ihre Arbeit machen ohne zu fragen."

"Ich nenne es Kreativität!"

"Sicher. Und wozu sollte man auf dem unbewohnbaren Mond einen Kalender brauchen?"

"Man kann damit Jahreszeiten bestimmen, zum Beispiel."

"Jahreszeiten? Auf dem Mond?"

"Nur so ein Beispiel. Warum nicht? Oder man kann damit Sonnenfinsternisse vorhersagen."

"Natürlich, das ist doch völlig klar: Mit diesen Angaben kann man auf dem Mond jahreszeitlich abgestimmte Gerichte kochen. Und wenn es plötzlich dunkel wird hört man kurz auf."

"Was meinen sie?"

"Naja, Wurzelgemüse im Winter, Früchte im Sommer und Wild im Herbst..."

"Ich bin Vegetarier!"

"... meinetwegen vegetarisches Wild ... genau das ist es doch, was man auf dem Mond wollen würde. Wenn man da wohnen würde und kochen könnte.
Und wenn es dunkel wird hört man kurz auf."

"Nehmen sie mich auf den Arm, Doc?"

"Niemals würde ich es wagen!"

"Oh doch! Sie sind zynisch. Unromantisch!"

"Ich? Finden sie?"

"Allerdings!"

"Na gut: Auf einem Baum hier auf Frankensteins Zoo steht also, im Muster der Rinde verschlüsselt, ein Kalender, der auf dem Mond unserer Erde gilt, für Sonnenfinsternisse, zum Beispiel. Außerdem ein Kochbuch und ein Gedichtband?"

"Ganzer Gedichtband weiß ich nicht, dafür müsste ich noch weitere Bäume untersuchen."

"Himmel bewahre! Aber also mindestens ein einzelnes Gedicht?"

"Ja. Genau. Das ist mein Ergebnis."

"Also Käptn, wenn das das Ergebnis ihrer Arbeit mit dem Übersetzungscomputer ist..."

"Ja?"

"Käptn, dann, fürchte ich, müssen wir unseren Übersetzungscomputer ganz neu justieren."





- over and out -

21 Februar 2013

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (8)

Heute: Sprachwissenschaft (8)


"Aha. Sogar noch mehr."

"Genau. Der eine Baum war mit Lyrik beschriftet, der andere mit einem Kochbuch. Also mit Rezepten."

"Mit Kochrezepten?"

"Ja, auf dem nächsten steht

Nimm drei Klubel von dem Donnergraupel.
Zerbriesele sie.
Zu mittleren Orpseln!
Und blandiere sie 3min.10
in sehr weichem Wasser!"
"Das stand da?"

"Steht noch. Ich habe es nicht abgemacht."

"Was sind denn Orpsel?"

"Weiß ich nicht. Eine wotische Sättigungsbeilage vielleicht."

"Das wissen sie nicht?"

"Die wotische Küche ist anscheinend noch nicht so sauber digitalisiert. Ich bin kein Koch."

"Aber die interpunktion stand da so?"

"Sage ich doch."

"Sicher?"

"Ja doch. Sicher! Wieso?"

"In wotischen Kochbüchern wird man angeschrien?"

"Wird wahrscheinlich nötig gewesen sein."

"Und, äh, ist Donnergraupel eine Zutat von hier oder von der Erde?"

"Ich habe keine Ahnung.
Ich bin kein Koch. Das steht da nicht."

"Aber weiches Wasser, drei Minuten zehn?"

"So ist es."

"Erstaunlich."

"Nicht wahr?"


20 Februar 2013

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (7)


Heute: Sprachwissenschaft (7)



"Ich kann die Absurdität ihres Ansatzes in seiner ganzen Tragweite immer noch kaum erfassen, Käptn."

"Na, na!"

"Sie sprechen diese Sprachen gar nicht selbst, oder? "

"Ein paar hundert Sprachen? Sind sie wahnsinnig, Doc?"

"Ich nicht! ... aber wie können sie das Ergebnis kontrollieren?"

"Na, ich sehe es mir an und schaue, ob es einen Sinn ergibt. Ich konnte ja vorher nicht wissen, was die Bäume so zu sagen haben werden."

"Und ... dann haben sie sich aus den Ergebnissen herausgesucht, was ihnen gefallen hat?"

"Nun, so viel Auswahl gab es da nicht."

"Kein Wunder."

"Aber bei Kukkusi-Wotisch gab es schließlich ein paar Treffer. Wusste ich doch die ganze Zeit."

"Und? Was haben die Bäume mitzuteilen? Schamanische Melodramen aus Zentralsibirien? Also, dem Zentralsibirien auf der Erde? Oder einfach Name und Nummer der Parzelle auf der sie hier stehen?"

"Aber Doc, wer sollte denn hier auf Frankensteins Zoo Parzellen nummerieren?"

"Käptn! Und wer wohl sollte hier Bäume pflanzen, die uralische Botschaften von der Erde auf ihrer Rinde eintätowiert haben? Wer? Los, sagen sie es mir!"

"Werden sie schon wieder hysterisch, Doc?"

"Ach, es ist so sinnlos."

"Ist es nicht!"

"Also gut: Was steht da auf der Birken-Rinde?"

"Das fällt eigentlich sogar eher in ihr Fachgebiet."

"Meines? Medizin?"

"Lyrik."

"Das ... das überrascht mich."

"Mich auch. Sehen sie mal, das hat der Computer übersetzt:

haben zu sein,
ach
finsternis der trübsal gar,
weil.
hannibals zwerchfellgeposel.
"Aha."

"Aha? Eindrucksvoll, nicht?"

"Sicher, ja, irgendwie."

"Irgendwie?"

"Ich staune, dass sie das als Lyrik erkannt haben. Sie sind doch Ingenieur..."

"Warum sollte ich nicht auch meine feinfühligen Momente haben?"

"Ja, sicher. Warum auch nicht."

"Eben!"

"Die Interpunktion stand da auch so?"

"Ja."

"Der Zeilenumbruch auch?"

"Nein."

"Schade. Mich hätte sehr interessiert, wie westwotischer Zeilunumbruch aussieht."

"Kukkusi!"

"Meinetwegen kukkusischer Zeilenumbruch, transuralisch."

"Von da, wo meine Großmutter wohnte, war es cis-uralisch."

"Sie wollen nur das letzte Wort haben, oder?"

"Keineswegs nur."

"Sondern?"

"Sondern nichts. Ich habe sogar noch mehr entdeckt."

"... noch ... mehr ...?"


19 Februar 2013

Tanzmusik

Ich habe schwer das Gefühl, dass ich an dieser Stelle wieder einmal einen Tanz einflechten sollte. Hier Beispielsweise aus Sardinien:



'türlich hauptsächlich wegen der schönen ebenso melancholischen wie hypnotischen Musik und dem Mann, den man kaum zu sehen bekommt und der sich die Seele aus dem Leib singt...

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (6)


Heute: Sprachwissenschaft (6)



"Nun entspannen sie sich mal, Doc!"

"Ich schließe mich jetzt in ihrem illegalen Weinkeller ein und trinke ihn leer! Holen sie mich erst wieder raus, wenn ich tot bin!"

"Kein Grund zur Verzweiflung, Doc."

"Oh doch! Ich bin für meinen Heimweg über Lichtjahre Entfernung auf einen verstockten Ingenieur und einen wahnsinnigen Käptn angewiesen. Das ist ein Grund zur Verzweiflung!"

"Nur wegen der Sprache auf den Birken?"

"Und wegen allem anderen!"

"Ich habe natürlich nicht alle zweiunddreißig Sprachfamilien mit je zehn bis fünfzehn Sprachen von Hand durchprobiert."

"Nicht?"

"Natürlich nicht."

"Wie können sie dann behaupten, dass es ein Ergebnis gibt?"

"Weil es ein Ergebnis gibt."

"Also doch!"

"Nein, ganz anders."

"Wie sonst?"

"Ich habe einen Algorithmus geschrieben, der die Sprachen durchprobiert."

"Das können sie?"

"Sicher. Ist nicht schwer. Wenn man die Sprachen hat."

"Und die Sprachen ... haben ... sie?"

"Sicher. "

"Sie ganz allein? Sie?"

"Ich habe sie mir schicken lassen."

"Schicken?"

"Das ist inzwischen auf der Erde alles sauber digitalisiert."

"Ach so."

"Was dachten sie denn?"

"Ich dachte ... ach, nichts. Das muss doch irrsinnig Rechenleistung kosten?"

"Rechenleistung haben wir."

"Ich meine: Die irrsinnige Rechenleistung muss irrsinnige Energie gekostet haben. Ich staune, dass wir hier im Raumschiff überhaupt Licht haben. Wie haben sie diese riesige Menge Energie dem Ingenieur abgeschwatzt? "

"Ich habe ihn im Lager eingeschlossen und das Programm gestartet."

"Kein Wunder, dass er nicht spricht."

"Der sprach schon davor nicht. War aber sehr hilfreich."

"Und er hat das Programm nicht angehalten?"

"Ich hatte ein System eingebaut, so dass dann seine Programme unwiderruflich auch beendet werden."

"Das hat er zugelassen?"

"Da hatte er keine Wahl. Und er war im Weinlager eingeschlossen."

"Sie haben unseren einzigen Ingenieur mit Alkohol betäubt?"

"Ich nicht. Not kennt kein Gebot. Er hätte ja nicht saufen müssen. Sein Problem."

"Käptn! Wenn Wissenschaftler skrupellos sind, dann ist das bereits schwer zu ertragen. Aber was sie da skrupellos betreiben ist gar keine Wissenschaft."

"Wohl!"

"Intuitives Raten mit gigantischer Rechenleistung ist keine Wissenschaft!"

"Und wenn schon."

18 Februar 2013

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (5)


Heute: Sprachwissenschaft (5)



"Wie haben sie es gemacht? Haben sie ein Programm dafür geschrieben?"

"Wie sollte ich so ein Programm schreiben? Bin ich ein verdammter Linguist?"

"Also, dann haben sie manuell probiert nehme ich an, oder? "

"Ja."

"Wie viele Sprachen mussten sie dafür durchprobieren?"

"Zusätzlich zu den bekannten größeren?"

"Ja."

"Ging so."

"Wie viele? Los, sagen sie es! Geben sie es endlich zu: Wie viele?"

"Zweiunddreißig."

"Zwei-und-drei-ßig Sprachen?"

"Sprachfamilien."

"Sprachfamilien, ist das ein Unterschied?"

"Naja, eine Sprachfamilie besteht aus mehreren Sprachen, die oft kaum äußerliche Ähnlichkeit haben."

"Ist das so?"

"Sicher. Die Familie der uralischen Sprachen zum Beispiel besteht aus zehn bis fünfzehn Sprachen, vielleicht sogar dreißig, je nachdem, wie man zählt."

"Bitte?"

"Na, manche behaupten, dass West-Wotisch und Kukkusi-Wotisch nur verschiedene Dialekte sind und andere nennen sie Sprachen."

"Sie haben zwei-und-drei-ßig solcher Sprachfamilien durchprobiert, die jede aus zehn bis fünfzehn Sprachen bestehen, vielleicht sogar dreißig?"

"Naja, warum nicht?"

"Ohne die geringste Ahnung zu haben, was dabei herauskommt?"

"Und wenn?"

"Wo es dem gesunden Menschenverstand ... ach was sage ich: dem rationalen Raumfahrerverstand unvorstellbar unwahrscheinlich sein muss, dass überhaupt irgend etwas sinnvolles dabei herauskommt!?!"

"Werden sie hysterisch Doc? Soll ich ein Medikament holen?"

"ICH! BIN! HIER! DER ARZT! Und der Kranke sind mit Sicherheit sie!"

"Gar nicht, ich fühle mich prima. Vor allem jetzt, wo ich weiß, dass es wirklich ein Ergebnis gibt, einen Zusammenhang."

"Es gibt keinen Zusammenhang, Käptn! Es kann keinen geben! Hier die Birken und in zwölf ...""

"... hundertzwölf ..."

"Nein! Hier die ... birken ... artigen Pflanzen, die entfernte Ähnlichkeit mit Bäumen auf unserer Erde haben, und in Lichtjahren Entfernung eine sehr seltene Sprache, die seit Jahrhunderten kaum noch jemand benutzt! Es gibt keinen Zusammenhang!"

"Was, wenn doch?"

"Nein!"

"Jetzt, wo ich schon die offensichtliche Ähnlichkeit gezeigt habe, kann ich sicher bald auch die Ursache dafür beweisen."

"Erbarmen, Käptn! Erbarmen!"


17 Februar 2013

Klang und Geräusch

Die Musik, von der man Kopfschmerzen bekommt, ist leider auch überhaupt nichts zum Einschlafen.

Ich habs versucht...


Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (4)


Heute: Sprachwissenschaft (4)



"Wie haben sie überhaupt irgend etwas gefunden? Der Computer kann doch nur vergleichen, was er hat oder schon kennt."

"Der Hersteller behauptet etwas anderes..."

"Ich weiß. Aber der Hersteller lügt. Ein Hersteller, der Wörter wie 'Heuristik' ¹ verwendet, lügt offensichtlich. Und wie haben sie trotzdem etwas gefunden?"

"Der Computer hat zuerst automatisch nach allem möglichen gesucht, Muster, Systeme, und zuerst hat er natürlich die größeren Sprachfamilien getestet."

"Die er kannte. Also zwangsläufig die von der Erde."

"Genau."

"Aber der Computer alleine
hat nichts gefunden, oder?"

"Ähm, nein."

"Dachte ich mir. Und dann haben sie, mit ihrem ausgewählt genialen Raumfahrerverstand, sich daran gemacht und ihre maßlos teure Raumfahrerarbeitszeit eingesetzt, um unserem überaus leistungsfähigen Computer auf die Sprünge zu helfen."

"Wie sie das formulieren klingt das irgendwie negativ, Doc."







¹ "Heuristik bezeichnet die Kunst, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen". Und das sagt ja schon alles.

16 Februar 2013

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (3)


Heute: Sprachwissenschaft (3)



"Aber ich bin ganz gesund!"

"Sind sie nicht! Niemand scannt Baumrinde und beschäftigt damit einen Übersetzungscomputer."

"Na und?"

"Und schon gar niemand tut das so hartnäckig, dass er auch noch zu einem Ergebnis kommt!"

"Aber daran ist doch nichts schlechtes? Wissenschaft erfordert nun mal Ausdauer. Und Kreativität."

"Ich nenne es W-A-H-N-S-I-N-N! Wie um alles in der Welt kommen sie auf so eine Idee?"

"Den Bäumen ist dabei noch nicht einmal etwas passiert. Früher hätte man dafür sicher die Rinde abgeschält und der ganze schöne Baum wäre zum Teufel gewesen."

"Das war nicht die Frage."

"War gar nicht so einfach. Diese Genies erfinden täglich neue Funktionen die kein mittel­­begabter Mensch je braucht. Seit Jahrhunderten können Kameras Panorama-Aufnahmen machen, voll automatisiert. Aber um einen Zylinder, etwa einen Baumstamm, herumgehen und die Oberfläche zu scannen, das hat seit Jahrhunderten niemand vorgesehen."

"Weil es so einen Bedarf nicht gibt."

"Doch. Sehen sie doch!"

"Weil es außer in ihrem kranken Hirn so einen Bedarf nicht gibt, Käptn."

"Ich bin nicht krank."

"Also: Wie kommen sie dann auf so eine Idee?"

"Nun, das Muster, das erschien mir irgendwie einen Sinn zu ergeben."

"... irgendwie einen Sinn, ja?"

"Richtig."

"Ich hoffe, die Steuerung unseres Schiffes ergibt auf dem Heimflug für sie auch irgendwie einen Sinn."

"Aber Doc, haben sie Zweifel?"

"Allerdings! 'Irgendwie ein Sinn'! Und dann sind sie auf den völlig abseitigen Gedanken gekommen, so etwas komplexes wie dieses Rindenmuster mit etwas anderem noch komplexeren wie einer Sprache zu vergleichen?"

"Ja. So ähnlich war es."

"Nur dass das Rindenmuster direkt von hier und die Sprache aus zwölf ... hundertzwölf ... also aus schier unüberwindlicher Entfernung stammt."

"Na, eine Sprache von hier haben wir ja nicht. "

"Gott sei Dank!"

"Noch nicht. Die hirnlosen Tiere sprechen nicht und der Schleimpilz ist leider ein begabter Pantomime. Vielleicht finden wir ja noch mehr."


15 Februar 2013

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (2)


Heute: Sprachwissenschaft (2)



"Und die hiesigen Birken ... sprechen ... das?"

"Wotisch. Erstaunlich, nicht?"

"Woher wissen sie das? Dass diese Birken, also, die
baumartigen ... birkenähnlichen ... Gewächse auf diesem Planeten, dass die..."

"... Wotisch sprechen?"

"Diese Pflanzen sprechen nicht! Das sind auch gar keine Birken. Das KÖNNEN keine Birken sein! Wir ... wir sind zwölf Lichtjahre und ein Sonnensystem von der nächsten Birke entfernt."

"Hundertzwölf Lichtjahre, Doc."

"Sie wissen es doch auch nicht genau, Käptn!"

"Stimmt."

"Aber das können keine Birken sein! Es sei denn, sie hätten wieder verantwortungslose Freisetzungsversuche unternommen."

"Bin noch nicht dazu gekommen."

"Käptn!"

"Na gut, habe ich nicht. Aber sie sehen fast wie Birken aus. Mit diesem interessanten weiß-schwarz-grünen Muster auf dem Stamm."

"Und woher wissen sie, welche Sprache diese birkenähnlichen Gewächse ... also meinetwegen: Diese Birken ... sprechen?"

"Ich habe das Muster auf den Stämmen in unseren Übersetzungscomputer eingegeben."

"Sie haben WAS getan?"

"Was war daran unverständlich?

"Alles!"

"Wie? Ach so, also, ich habe die Stämme abfotografiert, auf eine Fläche projiziert und in den Computer eingegeben. Und der sagt: Wotisch."

"Käptn, unter uns, zwischen Arzt und Patient: Ich könnte sie einfrieren und im Tiefkühler zurück zur Erde bringen."

"Wieso das denn?"

"Das fragen sie noch?"

"Der Ingenieur kann doch kaum fliegen und sie gar nicht. ICH bin der Navigator und Käptn dieses Schiffes! Ich würde mich selbst tiefgefroren zu Tode fürchten, wenn ich wüsste, dass sie beide dieses Schiff steuern."

"Sogar wenn ich es selbst fliege erscheint mir das immer noch sicherer, als die Kiste ihnen in ihrem Zustand zu überlassen."

"Aber warum denn?"

"Sie sind wahnsinnig. "

"Bin ich nicht. Nicht mehr als sie."

"Oh doch! Der Grad ihrer geistigen Fehlentwicklung übersteigt jedes auf der Erde bekannte Ausmaß. Intergalaktischer Irrsinn. Sie sind der wahnsinnigste Mensch im Umkreis von zwölf Lichtjahren."

"Hundertzwölf."

"Sie! Wissen! Es! Auch! Nicht! ... und bei ihrer atemberaubenden Art von Wahnsinn sollte es besonders gleichgültig sein, wie weit wir vom nächsten Wahnsinnigen ihrer Dimension entfernt sind!"


14 Februar 2013

Billy

Ha!

Ich wiederhole: HA!

Für heute, Donnerstagabend um 20.30h, hab ich Karten für Billy Bragg gewonnen. Da tritt er im Funkhaus des RBB in Babelsberg auf.

Das klingt voraussichtlich etwa so (einschließlich Mitgegröhle des Publikums):
oder so (beginnt nach der länglichen Anmoderation bei 45''):

Ich freu mich schon so! Will jemand mitkommen?



... wir sind sogar zum Soundcheck zugelassen - ich glaube, ich werde das ganze Konzert lang heulen... :-) ... der Sender heißt übrigens Radioeins, die Sendung ist von Christine Heise und man kann es dort nachhören.





... aber wenn man besonders nett zu mir ist kann man es auch bei mir nachhören: Ich habe es mitgeschnitten und um die entbehrlichen Teile wie Wetterbericht und Verkehrsmeldungen gekürzt. Und in meinem Mitschnitt kann man auch vor und zurück scrollen.

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft (1)


Heute: Sprachwissenschaft (1)

Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem Planeten, den die ersten Besucher von der Erde "Frankensteins Zoo" getauft haben. Das hat mit den Eigenheiten des Planeten zu tun, die nicht in allen Punkten den menschlichen Erwartungen entsprechen.

Die ersten Besucher von der Erde sind eine dreiköpfige Raumschiffbesatzung, bestehend aus dem Kapitän, dem Arzt und einem Ingenieur, der nicht spricht. Ein riesiger Schleimpilz wandert, liest Gedanken und formt mit seinem flexiblen Fruchtkörper zuweilen die vorgefundenen Phantasiebilder eins zu eins nach, ein unheimlicher Pantomime.

Im Zuge der ersten relativistischen Reise wird den ersten relativistischen Reisenden immer unklarer, ob dieser Planet und sein Sonnensystem nun zwölf oder hundertzwölf Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Oder irgendeine beliebige andere unüberwindliche Entfernung. Sie werden von Heimweh, Sehnsucht und einer gewissen schöpferischen Unruhe heimgesucht. Manchmal ist ihnen langweilig.




"Hören sie mal, Doc, hätten sie gedacht, dass die hiesigen Birken Wotisch sprechen?"

"Was?"

"Wotisch."

"Was soll das sein?"

"Das ist eine uralische Sprache."

"Uralisch? Käptn, womit beschäftigen sie sich gerade? Ausscheidungen? Stimmt was nicht mit ihrem Stoffwechsel? Ich bin hier der Arzt, wissen sie."

"Ural, nicht Urin! Uralisch, wie das Gebirge namens Ural!"

"So? Das Gebirge namens Ural auf der Erde, ich vermute?"

"Sicher doch, hier gibt es ja keinen."

"Nicht dass ich wüsste. Wir sind auch leider nicht autorisiert, die Geografie hier zu benennen."

"Sehen sie: Kein Ural hier."

"Aber Wotisch?"

"Genau, meine Großmutter sprach Wotisch. Das ist eine Sprache mit einem erstaunlichen Mangel an stimmhaften Frikativen! Meine Großmutter sprach allerdings Westwotisch. Die hiesigen Birken sprechen Kukkusi-Wotisch."

"Die hiesigen Birken sprechen ... zu ihnen. Muss ich mir wieder Sorgen machen, Käptn?"

"Nein. Unsinn! Wieso denn?"

"Weil die Birken zu ihnen sprechen
. Zu mir sprechen sie nicht, nicht einmal mit ausreichend Frikativen."

"Seien sie doch nicht so kleinlich, Doc!"

"Ich bin nicht kleinlich."

"Nur dass die hiesigen Birken Wotisch sprechen, das ist doch ungewöhnlich, nicht?"

"Richtig, Westwotisch. Sehr ungewöhnlich."

"Kukkusi-Wotisch."

"Ist das ein Unterschied? Oder nur ein teuflischer Zungenbrecher, den sie sich ausgedacht haben?"

"Ja. Nein. Natürlich! Das ist so ein Unterschied wie zwischen Finnisch und Ungarisch."

"Wie kommen sie jetzt darauf?"

"Das sind auch uralische Sprachen.
Die uralische Sprachfamilie ist riesig, flächenmäßig."

"Wirklich? Ich staune immer wieder, in welch überraschendem Umfang sie unbrauchbares Wissen mit sich herumtragen, Käptn."

"Nicht wahr? Ich auch."


12 Februar 2013

Skandal

Da wurde doch kürzlich Pferdefleisch in der Lasagne entdeckt. Pferdefleisch statt ... ähm ... Kuhfleisch?

In England ist das ein Skandal.

Vermutlich, weil Pferde die Tiere sind, auf denen sie zur Fuchsjagd reiten.

Humppaaah .... äh ...

... nee, Polka! Glaubich. Ach egal, macht jedenfalls Spaß:



DelaDap hat eine Webseite, lerne mehr.

Hab ich vom Funkhaus Europa, Sonntagssendung, die INDIGO heißt.




je öfter ich mir das Video ansehe, desto hinreißender finde ich die ganze Performance, mal ganz abgesehen von der unechten aber ebenfalls sehr coolen Blondine

11 Februar 2013

Natriumhydrogencarbonat



Natron ist gut gegen Sodbrand und gegen stinkende Schuhe.

Hm? Och, nur so...


10 Februar 2013

Der Postmann


Genau: Wenn der Postmann einmal ... äh ... klopft?


Hin und wieder Englishrussia kucken hilft dem Unverständnis der Welt.



hat zufällig jemand eine Idee wie man verhindert, dass der Player automatisch startet? Nervt ja doch, sorry.

... update, 1 Std. später: Habs herausgefunden. Ist nur halblegal, geht aber nicht anders, die Nervensägen wollen es so.

05 Februar 2013

Nachricht

"EUROPOL DECKT WELTWEITEN WETTSKANDAL AUF!
700 Fußballspiele von Singapur aus manipuliert."

China. Sack Reis.

04 Februar 2013

Die Pest

"Bonuspunkte? Treueherzen? Ja, Entschuldigung, ich muss das fragen..."

"Nein! Nein!! Nein!!! Habichnicht! Willichnicht! NEIN!!!"

Es handelt sich dabei wohl um Rabattsysteme. Nicht dass ich es genau wüsste, nur der Namensgebung nach ist es zu vermuten.

Rabattsysteme sind die Pest - immer schon! Früher noch, als der Urberliner Feinkotztladen Butter-Schwindler ... sorry, schon gehen sie mit mir durch: Es handelt sich um ein FeinKOSTgeschäft. Und sein Name ist Butter-Lindner¹. Jedenfalls, diese Laden-Kette hatte bis in die späten achtziger Jahre hinein Rabattmarken, vermutlich als letztes Geschäft weltweit.

Der Theorie nach dienen Rabattsysteme der Kundenbindung. In Wahrheit schaffen sie nur eine qualvolle Beziehung zwischen einem sadistischen Psycho-Krüppel und einem masochistischen Psycho-Krüppel. Immer.

Für einen Einkauf bekam man bei Butter-Schwindler Rabattmarken im Wert von ca. 3% des Umsatzes, den man unbedacht verursacht hatte. Dafür musste man aber die winzigen und unpraktischen Rabattmarken erstens einkleben und zweitens ins Geschäft zurücktragen. D.h. das vermeintliche Rabattgeschenk machte einem erstens Arbeit und zweitens durfte man es nicht vergessen, wenn man einkaufen ging.

Ich habe in beiden Disziplinen immer jämmerlich versagt, Einkleben UND Zurücktragen, und der stetig wachsende Stapel von Rabattmarkenheftchen in der Schublade erinnerte mich permanent an meine Inkompetenz zu einer so simplen Tätigkeit wie der Verwaltung von ein paar Rabattmarken.

Etwa alle zwei Jahre war der Stapel so weit angewachsen, dass die Schublade nicht mehr zu ging. Weil die Rabattmarken aber konkreten Geldwert darstellten, mochte man sie keinesfalls einfach wegwerfen. Das wäre das naheliegendste gewesen. Statt dessen plagte man sich weitere lange Monate mit einer klemmenden Schublade und der vom Kaufmann aufgezwungenen Notwendigkeit einer unnötigen, überaus sinnleeren Tätigkeit.

Er hätte einem die Sachen einfach 3% billiger geben können - und wir hätten trotzdem dort eingekauft. Ehrlich! Aber irgendjemand dort hatte eine verschrobene Vorstellung von Kundenbindung.

Heute würde man sagen "Auf so eine urdämliche Idee kann nur ein Unternehmensberater kommen!" Sachen, die auf dem Papier gut aussehen und in der Praxis der größtmögliche Stachel im Fleisch sind. Aber damals war diese Branche noch nicht so erfolgreich und der Kaufmann mit seiner Feinkotztkette pestete seine Kundschaft einfach auf der Grundlage eigenen Einfallsreichtums.

Die Schublade klemmte natürlich weiter. Nach drei Anläufen und einer mehrstündigen Gewaltaktion waren die Marken irgendwann aufgeklebt und konnten in den Laden getragen werden. Dort gab es beim Bezahlen ein sekundenkurzes Erfolgserlebnis als erbärmliche Belohnung für langwährende Qualen, für die man den Kaufmann mit seinen ätzenden Rabattmarken persönlich verantwortlich machen konnte.

Immerhin wusste man damit, dass die Stammkundschaft ihm 3% Nachlass wert wäre. Heute kann man das nicht mehr so genau sagen.
"Bonuspunkte? Treueherzen? Ja, Entschuldigung, ich muss das fragen..."

... die sehr charmante Bedienung im Stammcafé bot mir heute eine Bonuskarte mit Stempeln an ... aaaaaaaargh!





¹ der Laden heißt gar nicht mehr so. Der heißt inzwischen einfach LINDNER. Wahrscheinlich seit über 30 Jahren. Warum merkt man sich sowas so lange?

01 Februar 2013

Benn

"Wer redet, ist nicht tot."
Das ist von Gottfried Benn, und ich werde es in Zukunft all denen entgegen schleudern, die irgendwas am Redefluss der Großen Bloguators™ auszusetzen haben.




aaaach , vielleicht sollte ich es doch vom Kopf auf die Füße drehen und vollzutrefend feststellen: "Wer tot ist, redet nicht!"

30 Januar 2013

Geschäft

Im kleinen Bioladen. Kunde betritt  das Geschäft.
Chef:
"Ah, der Stalker!"
Kunde:
"Ge-nau! Ich komme, um ihre charmante Verkäuferin zu stalken. Falls sie nicht da ist, nehme ich ein Brot."
Chef:
"Doch, sie ist ... komm mal nach vorne, dein Stalker ist da!"
Kunde:
"Oh, sie sind da!"
Verkäuferin:
"Höchstselbst. Und in Farbe!"
Kunde:
"Super - dann nehme ich ein Brot."

Beim Verlassen streift der Kunde mit dem Rucksack ein Regal. Man hört ein Geräusch. Kunde dreht sich um und sucht am Boden.
"Ich dachte, ich hätte was herunter gerissen?"
Kopfschütteln bei Verkäuferin und Chef.
"Echt nicht?"
Erneutes Kopfschütteln.
"Ich bin enttäuscht!"


29 Januar 2013

Kontakt und Kommunikation

Heutzutage muss man die Postfächer des Empfängers mitverwalten, wenn man verstanden werden will.
"Sag mal - du hast mir die Unterlagen immer noch nicht geschickt?!?"

"Doch, vor Stunden schon."

"Ich hab aber nichts bekommen."

"Ich habe aber was geschickt."

"Hier ist nichts angekommen."

"Warte, ich sehe nochmal nach. Ich habe es vor drei Stunden an ...@...de geschickt."

"Was? Doch nicht an DIE Adresse!"

"Die trägt aber sogar Deinen Namen als Domain, ist das nicht richtig?"

"Da sehe ich doch nie rein - da kommt immer nur Spam an! Du musst die andere Adresse nehmen!"

"Aha? Ähm, ja."





der Große Bloguator™ ist bei allem, was auch nur als leiser Vorwurf verstanden werden kann, sehr empfindlich. Sehr empfindlich.

28 Januar 2013

Ängste





Irgendjemand in der Leitungsebene der unteren Landeshydrantenverwaltung musste furchtbare Angst gehabt haben. Furchtbare Angst davor, dass jugendliche Vandalen das passende, wenn auch extrem seltene Spezialwerkzeug für den ramponierten Hydranten vielleicht ja doch dabei haben könnten.

Mit so einem extrem seltenen, im Handel gar nicht erhältlichen Feuerwehr-Drei-Dreikant-Spezialschlüssel würden sie dann sicher versuchen, die Stopfen des ramponierten Hydranten zu entwenden und der kleine rostige Hydrant stünde dann mit Frostriss, aber ohne Stopfen da.

Deshalb mussten die Stopfen mit Stahldraht gegen Diebstahl geschützt werden. Dann würde sie niemand mehr mitnehmen können.

Diese Idee war sehr gut. Wirklich sehr gut. Bis jemand mit entsprechendem Spezialwerkzeug vorbei kam und ein paar sehr kurze Stücke Stahldraht brauchte.


Der Mitarbeiter der Leitungsebene ließ sich erst wieder mit dem Hinweis beruhigen, dass der TÜV des Hydranten kurze Zeit vorher abgelaufen war.

26 Januar 2013

Geschmack

Mein Vater sagt:
"Die meisten Leute würden von der Musik, die du hörst, Kopfschmerzen bekommen."

"Und Du nicht?"

"Nasenbluten."






als Großer Bloguator™ ist man einsam

25 Januar 2013

Kochkurs

Och, warum denn nicht? Ist ja kein Geheimnis... und los:

BORSCHTSCH
  • Kokosfett
  • Weißkohl
  • (Rotkohl)
  • (Paprika)
  • Zwiebeln
  • Würfelbrühe
  • Rote Bete
  • Möhren
  • Sellerie
  • Kartoffeln, festkochend
  • Lauch
  • Distelöl
  • gemahlener Piment, (Koriander)
  • (Lorbeer)
  • Salz, Pfeffer
  • Schmand
  • Essig

Achtung, Einkauf:
  • ein ganzer Weißkohl ist meist ganz schön viel. Wenn sie halbe haben, genügt auch ein halber
  • durch die Vielzahl der übrigen Zutaten kommt ein großes Volumen zusammen, von jedem nur ein oder zwei Stück, oder sehr kleine, bis auf die rote Bete
  • die Sachen in Klammern kann man auch gut weglassen
  • der Rotkohl ist für den Fall, dass die Rote Bete nur so lachsrosa ist und nicht richtig färbt. Geht auch ohne, ist dann aber u.U. nicht so schön rot
  • als Brühe nehme ich triviale Würfel von Maggi, die sind sogar vegan und kriegt man überall
An dem Borschtsch ist eigentlich kein besonderes Geheimnis .... außer, dass es schwierig ist, den Weißkohl anzubraten. Normales Öl taugt dafür nicht, deshalb das Kokosfett.

Aber dann:
  • zuerst alles kleinhacken und nach Sorten trennen - vor dem Kochen! Dauert länger als das Kochen selbst
  • die Wurzeln schälen und würfeln (Rote Bete, Möhren, Sellerie, Kartoffeln)
  • vom Lauch den weißen Teil kappen und in Scheiben schneiden, den grünen Teil der Länge nach (!) halbieren, dann kann man ihn gut zerlegen und waschen
  • bei Brüllhitze den Weißkohl und ggf. Rotkohl und Paprika in Kokosfett kräftig anbraten. Dauert eine Weile, am Topfboden muss brauner Satz sein und der Kohl auch an vielen Stellen richtig dunkelbraun
  • wenn der Weißkohl fast so weit ist, die Zwiebeln mit reinwerfen und anbraten. Sie brauchen aber nur einen Bruchteil der Zeit vom Weißkohl, sonst verbrennen sie
  • rote Bete, Möhren und Sellerie hinzugeben
  • mit Wasser auffüllen bis das Gemüse bedeckt ist
  • 2-3-4 Brühwürfel oder nach Mengenangabe auf der Packung
  • kochen lassen
  • wenn die rote Bete und Möhren angefangen haben weich zu werden, kommen die Kartoffeln dazu
  • zum Schluss den Lauch
  • irgendwann zwischendurch würzen: Piment ist wichtig, aber sehr kräftig!
  • Salz, Pfeffer
  • ordentlicher Schuss Distelöl am Ende macht die Sache geschmeidiger, anderes Öl taugt dafür nicht.
Schmand und Essig stehen beim Servieren daneben, macht man sich selbst auf
den Teller.

24 Januar 2013

Abnehmen

Verfeinerung des Konzepts "Abnehmen durch Erkältung" indem man jede Mahlzeit durch eine Packung Hustenbonbons ersetzt.


23 Januar 2013

Täglich

Mehrmals täglich ins eigene Blog schauen, ob nicht jemand etwas interessantes geschrieben hat.

Der einzige Autor dieses Blogs sein.

20 Januar 2013

Alternative

Als Alternative zu den kommerziellen und in vieler Hinsicht verdächtigen Betriebssystemen gilt Linux. Der Große Bloguator™ setzt es in seiner Erscheinungsform UBUNTU ein. Es kann fast alles, was andere Betriebssysteme auch können und ist anwenderfreundlich, in Maßen.

UBUNTU hat nämlich eine klitzekleine Schwäche: Man braucht daneben immer einen zweiten Rechner mit Internetzugang, um im Internet nachzuschlagen, warum der erste Rechner nicht geht und wie man ihn wieder zum Laufen bringt. Außerdem braucht man die erforderliche Neugier und Geduld.

Und wenn man nur genug Zeit aufgewendet hat läuft er irgendwann tatsächlich wieder, vielleicht.



Update, kaum 10min. später (sic!)

Nach dem Einspielen der letzten Systemaktualisierung zeigt sich beim Starten statt des Browsers mit der erwarteten Webseite das folgende schöne Poster und dann geht es erst einmal nicht weiter:


Wer diese Meldung ohne weitere Rückfrage versteht hat sowieso eine Behandlung nötig.

Es braucht dann nur noch ca. 90min. (sic!) und mehrjährig-leidvolle Ubuntu-Erfahrung, um das Programm halbwegs (d.h. ohne die alten Lesezeichen) wieder in Gang zu setzen. So viel zu Sinn und Nutzen alternativer Software.

19 Januar 2013

Helferlein

Das Helferlein Rechtschreib vom Firefox hat echt Humor:


Will sagen: Cimbernstraße kann man nicht richtiger buchstabisieren, Dachaufbau vermutlich schon.

17 Januar 2013

Spaßvögel

Das schöne Schöneberg ist voller Spaßvögel:


... und der Große Bloguator™ ist wohl einer von ihnen.

15 Januar 2013

Meldung

Eben im Radio:
"...damit sterben in der amerikanischen Armee derzeit mehr Soldaten durch Selbstmord als bei Kampfeinsätzen."
Aha.

Wäre es demnach umgekehrt besser?

09 Januar 2013

Lebensumstände

Heute morgen war ich zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin auf der Baustelle.

... Fragezeichen? ...

... gratt gratt gratt ...
¹

Ich beginne an mir zu zweifeln...








¹ eingetragenes Comic-Akronym für Kopfkratzen

... hm? Nee, nicht Kropfkatzen!

07 Januar 2013

Reale Gegenwart

Mal abgesehen davon, dass derzeit wieder einmal die Technik auffällig gehäuft unter meinen Händen zerbröselt, ist gerade erneut etwas vollkommen irrsinniges passiert.

Unten im Wohnhaus hängen die Briefkästen in einem engen Durchgang. Die Müllabfuhr brettert mit den großen fahrbaren Mülltonnen unermüdlich dagegen und hat meinen Briefkasten weitgehend zerstört. Deshalb habe ich die verbeulte und lose herumfliegende Tür mit Tape fixiert, meinen Namen sorgfältig überklebt und gut lesbar rangeschrieben, dass sich mein neuer Briefkasten etwas weiter vorne im selben Hausflur befindet.

Die Müllabfuhr bretterte weiter gegen den zerstörten Briefkasten. Dabei muss sich die festgeklebte Tür gelöst haben. Irgendjemand hat sie aufgehoben, die Überklebung abgerissen und die total verbeulte Tür mit dem nunmehr wieder lesbaren Namen in irgendeinen anderen zerstörten Briefkasten quer hineingeklemmt.

Das muss etwa vor vier Wochen gewesen sein. Dieses Datum trugen jedenfalls die Schriftstücke und auch die Zeitung dort drin, als ich gestern das Malheur bemerkte.

Eingeworfen wurden die Briefe und die Zeitung von den Briefträgern und Zeitungsboten, die seit langer Zeit Briefe und Zeitung in meinen neuen gut sichtbaren Briefkasten drei Meter weiter vorn geworfen haben. Der neue Briefkasten hängt immer noch da, ist groß, auffällig und deutlich lesbar beschriftet.

Ja, es waren mehrere wichtige Schriftstücke dabei.


06 Januar 2013

Sichtweise


Zuweilen besitzt M$-Windows eine ganz überraschende eigene Sicht auf die Dinge:



Und da heißt es immer, dass das Problem doch sicher vor dem Computer sitzt.


05 Januar 2013

Weisheit zum Wochenende

Der Weise Kung-Fu-Zeh¹ sagt:
Es genügt nicht, Sachen zum Kochen auf den Herd zu stellen.
Man muss die Herdplatte auch einschalten!







¹ also known as Der Große Bloguator™

04 Januar 2013

Verdammt

Der neue Büro-Rechner - ich betone: BÜRO-RECHNER! - hat 64bit und kann HD-Videos. Damit könnte kann man beispielsweise Segelvideos vom Americas-Cup auf dem 27-Zoll-Bildschirm in allerhöchster Qualität und gestochener Schärfe ansehen.

Oh, verdammt!

Das wird im neuen Jahr einiges an Charakterfestigkeit erfordern, wenn an diesem Bildschirm auch noch gearbeitet werden soll...








der neue Rechner wurde angeschafft, weil auf dem alten das anspruchsvolle CAD-Programmm nicht mehr so flüssig läuft. Lustiger Weise lst das einzige, was auf dem neuen Rechner nicht so recht zum Laufen zu bringen ist, das CAD-Programm.

31 Dezember 2012

Rück

Ich nehme mal an, dass auch ich schnell noch einen Jahresrückblick schreiben sollte, so kurz vor Schluss. Das gehört sich wohl so und ist auch gut fürs persönliche Befinden.


Also: Glücklich gewesen - unglücklich gewesen - Leben geändert - Chance ergriffen - auf die Schnauze gefallen - gerade am Auferstehen - fünfzig geworden.


In der kurzen Langform:

Leben geändert, pünktlich geworden, früher aufgestanden, weniger gesegelt, mehr gearbeitet, Wohnung aufgeräumt.

Unglücklich verliebt, glücklich auf den Bergen, am Ararat gewesen und auf dem Monte Baldo am Lago di Garda. Weniger gesegelt, aber immerhin ganz gut.

Einen vermeintlich ordentlichen Auftrag angenommen und einer furchtbaren Täuschung aufgesessen. Die Aufgabe hat sich zum Albtraum entwickelt - da muss man dann durch und dauert wohl noch ein halbes Jahr. Vermutlich stärkt es den Charakter. Hoffentlich.

Alle meine großen Helden live auf der Bühne gesehen: Erdmöbel, Blink182, die Aeronauten, und noch ein paar Überraschungen wie HMBC und TuNeYaRdS.

Auf dem Wiesenfest in der Heimatstadt gewesen und in der Abendsonne mit dem Riesenrad gefahren. Gleich anschließend im Bierzelt wieder mal gründlich abgestürzt. Der Große Bloguator™ wird wohl nie erwachsen.

Kurz vor Jahresende noch eine dreckige Erkältung eingefangen und inzwischen fast wieder genesen. Und jetzt auf dem Weg zum Kamm des Mittelgebirges und dort auf der Spitze vom Nirgendwo in sehr sympathischer Gesellschaft Silvester feiern.

Joh. So weit.

Allen Lesern, Freunden und Verwandten vielen Dank für all die Hilfe, Unterstützung und Interesse und einen guten Rutsch!

28 Dezember 2012

Zu guter Letzt

So nähert sich das alte Jahr dem Ende: Der Große Bloguator™ headbangend* zu Bach, geniös dahergeswingt vom Jacques Loussier Trio.

Und, ist das ein gutes Ende?

... ich denke schon!




* abseits der Jugendsprache: "sein Haupthaar schüttelnd ohne allzu viel Haupthaar"
** und Nebenerkenntnis an dieser Stelle: Kleine hochgestellte Einsen kann das überkluge Telefon leider nicht.

25 Dezember 2012

Weihenacht

Eine der unangenehmeren Begleiterscheinungen von Weihnachten ist es, dass all die sowieso schon nervigen Schnorrer und Behelfsmusikanten ihr Recht auf Weihnachten beim zufälligen Passanten besonders gnadenlos einklagen. Ihre herzerweichenden Geschichten und zahnschmelzzersetzende Musik tragen sie mit noch mehr Tremolo vor, dafür sind die Stücke noch länger und lauter, und wirklich jeder arglose U-Bahn-Fahrgast erhält jetzt eine persönliche Ansprache.

Außerdem suchen an Weihnachten mehr Menschen das persönliche Gespräch. Koste es, was es wolle. Am Heiligabend 2012, vormittags an der Kasse im Supermarkt, zuckt Der Große Bloguator™ zusammen. Jemand hinter ihm in der Schlange spricht den denkwürdigen Satz "Kennen Sie Möhrchen-Witze?"

Häschen-Möhrchen-Witze "Hattu ...? Muttu ...!" wurden vor über 30 Jahren, also fast zwei Generationen, erfunden und waren damals schon das Gegenteil von witzig. An sich sollten sie sogar Grundbestandteil der Definition von Unwitzig sein.

Der arme Mensch in der Schlange an der Kasse an Heiligabend im Supermarkt hat also dringenden Gesprächsbedarf.

Aber bei aller christlichen Nächstenliebe: So wird das nix.


24 Dezember 2012

Unwenig

Meine bedeutende Unwenigkeit. Da will man die ganze Zeit ein wenig abnehmen, bewegt sich, treibt Sport, achtet auf die Ernährung, isst wenig Fett aber dafür viel Obst, und was tut sich auf der Waage? Genau gar nichts.

Und dann stellt man mit Erstaunen fest: Bereits eine ordentliche Erkältung bringt vier Kilo in einer Woche!

Aha?




versteht sich, dass ich als zukünftiger Abnehm-Papst jetzt das Konzept "Sinnvoll abnehmen durch Erkältung" ausarbeiten muss. Die Hauptmahlzeiten bestehen jeweils aus einer Packung Hustenbonbons.

23 Dezember 2012

Übersetzung

Musste ich doch kürzlich überrascht feststellen, dass dieses wunderbare Stück immer noch bei weitem nicht die Verbreitung gefunden hat, die es verdient: Das kennt doch noch nicht jeder! Es handelt sich um den Abschlussvortrag an einer Schule für Gebärdensprache.

Anscheinend habe ich Anfang letzten Jahres, als es durch alle Blogs wanderte versäumt, es ebenfalls hier aufzunehmen und zu promoten. Dann hole ich das eben jetzt nach:

"Fuck You" in Gebärdensprache



Der Vollständigkeit halber hier auch die Untertitel zum selbständigen Mitlesen.
Die eingesprochene pandjabische Übersetzung besorge ich bei nächster Gelegenheit.

Fuck You

(Chorus)
I see you driving 'round town
With the girl i love and i'm like,
Fuck you!
Oo, oo, ooo
I guess the change in my pocket
Wasn't enough i'm like,
Fuck you!
And fuck her too!
I said, if i was richer, i'd still be with ya
Ha, now ain't that some shit? (ain't that some shit?)
And although there's pain in my chest
I still wish you the best with a...
Fuck you!
Oo, oo, ooo

Yeah i'm sorry, i can't afford a ferrari,
But that don't mean i can't get you there.
I guess he's an xbox and i'm more atari,
But the way you play your game ain't fair.

I picture the fool that falls in love with you
(oh shit she's a gold digger)
Well
(just thought you should know nigga)
Ooooooh
I've got some news for you
Yeah go run and tell your little boyfriend
(chorus)

Now i know, that i had to borrow,
Beg and steal and lie and cheat.
Trying to keep ya, trying to please ya.
'Cause being in love with you ass ain't cheap.

I picture the fool that falls in love with you
(oh shit she's a gold digger)
Well
(just thought you should know nigga)
Ooooooh
I've got some news for you
i really hate yo ass right now
(chorus)

Now baby, baby, baby, why d'you wanna wanna hurt me so bad?
(so bad, so bad, so bad)

I tried to tell my mamma but she told me
"this is one for your dad"
(your dad, your dad, your dad)
Uh! Whhhy? Uh! Whhhy? Uh!
Whhhy lady? Oh! I love you oh!
I still love you. Oooh!
(chorus)

... wieda ma janz schön lang jeworden dit Posting...

Fortrückschritt

Früher ...

... viele meiner Geschichten beginnen inzwischen mit "früher" ...

also früher, als wir noch nicht gnadenlos alles im Computer gezeichnet haben, sondern einfach einen Stift und ein Blatt Papier in die Hand genommen haben, war das Ergebnis weniger präzise. Aber dafür hatte man es sofort in der Hand, und brauchte sich nicht erst einen Drucker zu suchen, um es den Anwesenden mit auf den Heimweg zu geben.

Tja.


22 Dezember 2012

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft

Diesmal wieder: Kommunikation


"Ähm, Doc, was machen sie eigentlich, wenn sie jeden Abend in ihrem Zimmer vor dem Spiegel grimassieren und sich verrenken?"

"Das wissen sie?"


"Ja."


"Habe ich versehentlich die Tür offen gelassen?"


"Die Kamera in ihrem Zimmer..."


"Ich dachte, die hätte ich zugehängt?"


"Die andere Kamera."


"Die andere?"


"Sie wissen schon, die Sicherheitsvorschriften für Raumfahrer. Und irgendwann sehe auch ich einmal versehentlich im Kontrollraum auf ihren Monitor, selbst wenn ich es vermeiden will. Die letzten Tage fiel mein Blick auf ein merkwürdiges Schauspiel."


"Aha."


"Doc, wir sind doch hier unter uns: Was treiben sie da? Versuchen sie, ihren Namen zu tanzen, aber in Keilschrift?"


"Richtig: Ich kommuniziere!"


"Wir alle kommunizieren ständig. Wollen sie auf das telepathische Niveau von unserem hirnlosen Schleimpilz kommen?"


"Das würde ich mir niemals anmaßen!"


"Was denn dann?"


"Ich kommuniziere."


"Sie erwähnten es bereits."


"Ich meine: Ich übe Kommunikation für unsere Rückkehr auf die Erde."


"Doc, entgegen allen früheren Annahmen sind auf der Erde seit unserer Abreise nicht tausend Jahre vergangen, sondern genauso zwölf Monate wie für uns. Plusminus ein paar Sekunden. Man kommuniziert dort nicht mehr wie in der Steinzeit. Aber auch nicht wie die uralte lebensmüde Zivilisation aus dem Buch von neulich. Man spricht dort immer noch einfach miteinander, in herkömmlicher Form, man nennt es Text."


"Käptn, Kommunikation ist doch viel mehr."


"Sicher: Ihre Spammails und der Trojaner den sie eingeladen haben."


"Nein! Wenn ich kommuniziere, dann auf allen Kanälen, nicht einfach nur Wörter und Sprache. Ich sehe und höre nicht nur Text, ich nehme Modulation wahr, laut und leise, barsch und weich, ich..."


"Ähm, Doc, wegen der Verrenkungen vor dem Spiegel...?"


"Ich übe also Kommunikation. Wenn wir zur Erde zurückgekehrt sind, dann werde ich zwei Jahre in Gesellschaft eines verstockten Ingenieurs und eines anarchischen Navigators verbracht haben. Dann bin ich zur normalen Kontaktaufnahme mit einer Frau mit Sicherheit nicht mehr fähig!"


"Sind sie doch jetzt auch nicht."


"Ja, danke für diesen belebenden Hinweis! Aber ich kommuniziere doch mit allen Sinnen und über alle Kanäle, und ich möchte als humorvoller Wissenschaftler erkannt werden. Ich arbeite mit der Mimik, wie im Stummfilm, und gestikuliere auch so. Natürlich ironisch."


"Sie meinen: Caligari, Das Kabinett des Doktor?"


"Meinetwegen auch Caligari. Aber erkennbar ironisch!"


"Na sicher doch."

"Ich nehme ja auch die viele anderen Kanäle der Menschen wahr, ich schätze den Geruch der meisten, wenn sie frisch geduscht sind..."


"Woher sollten sie den kennen?"


"Ich bin Arzt, Käptn, da erlebt man so manches."


"Ach so, richtig."


"Ich sehe die angegriffene Haut, sehe die Unruhe in den Augen, ich höre an ihrer Stimme, wenn sie gestresst sind, oder glücklich. Das alles muss ich wieder lernen, bis ich zurück bin."


"Mit Verrenkungen vor dem Spiegel?"


"Naja, so ähnlich, mein Konzept ist noch nicht perfekt. Und in unserem Handbuch steht darüber nichts. Daran hat wohl vor der Abreise niemand gedacht."


"Interessant, ein selbstgestricktes Wiedereingliederungsprogramm für einsame Raumfahrer."

"Genau! Warum nicht?"

"Hm, Doc, Mimik und Gestik wie im Stummfilm?"


"Ja, genau."


"Schön, kommen sie mal ans Fenster, da können sie viel lernen."


"Was gibts denn da draußen?"


"Ich glaube, unser Schleimpilz spielt Nosferatu."



21 Dezember 2012

Das Ende, oder


Verdammt, ich warte!

Was ist jetzt?

20 Dezember 2012

Witzisch

Wenn man das neue Windows 8 einrichtet und den bekannten Startknopf auf dem Bildschirm haben will, muss man ein Programm installieren, das von einer fremden Firma stammt und das man überhaupt erst irgendwo herunterladen muss. Witzisch!

Das Programm nach dem man suchen muss heißt Classic Shell.

18 Dezember 2012

Ferne Welten

Geschichten aus der Zukunft

In einer gar nicht einmal so fernen Zukunft kreisen moderne Astronauten auf einem sonderbaren Planeten durch ein merkwürdiges Sonnensystem. Dabei wälzen sie durchaus irdische Probleme.


"Sagen sie mal, Doc, sie sind doch eigentlich nicht schon immer allein?"

"Was? Wieso? Ich habe doch sie, Käpt'n ... ha ha?"

"Doc, ich meine wegen ihrer permanenten Suche nach Frauen: Da sind sie doch nicht schon immer allein?
"

"Nein. Aber es fühlt sich irgendwie so an. Die Frauen wollen mich nicht.
"

"Klingt unwahrscheinlich: Sie sind gebildet, haben ein hohes Einkommen...
"

"...genau: Und ich bin schon mal zwei Jahre am Stück unwiderruflich von zu Hause weg...
"

"Das empfinden viele Frauen womöglich gar nicht als Nachteil."


"...und unser hohes Einkommen beeindruckt auch keine, so lange es erst nach der unbeschadeten Rückkehr von der Reise ausgezahlt wird.
"

"Na na, Doc, da frage ich mich wirklich: Denken sie selbst so materialistisch oder unterstellen sie das den begehrten Frauen?
"

"Ich unterstelle niemandem irgendwas. Um ehrlich zu sein: Ich verstehe die Frauen, die ich begehre, einfach nicht."


"... begehren sie aber dennoch ...?
"

"So ist es."


"Ach was, das ist doch Selbstmitleid!
"

"Was? Ein Beispiel aus meiner Studienzeit. Ist schon eine Weile her - aber nach wie vor gültig.
"

"Da bin ich gespannt!
"

"Ich hatte eine sehr charmante Kommilitonin. Nachdem wir uns kennengelernt hatten, haben wir ein halbes Jahr lang mehrere Stunden am Tag miteinander verbracht. Jeden Tag."


"Sie meinen: In der Uni?
"

"Sicher, und auch danach, abends, Wochenenden. Jeden Tag. Ein halbes Jahr lang. In der ganzen Zeit versuchte ich, herauszufinden, ob sie einen Freund hat."


"Kann doch nicht so schwer sein. Warum haben sie nicht einfach gefragt?
"

"Sicher. Nicht schwer. Warum habe ich nicht einfach gefragt? Ich konnte eben nicht."


"So, so.
"

"Sie schien ja immerhin Interesse an mir zu haben - hätte sie sonst so viel Zeit mit mir verbracht?
"

"Ja."


"Was? Ja, so klug bin ich heute auch. Damals nicht.
"

"Sie hätten ja auch fragen können...
"

"Ja, Käptn! Wollen sie nun die Pointe hören oder nicht?
"

"Kommt denn noch eine?
"

"Also, wir verbrachten über einen längeren Zeitraum ungemein viel Zeit zusammen. In dieser ganzen langen Zeit erwähnte sie nie einen Freund, Mann oder irgendwas. Auch keine Frauen. Daraus zog ich den Schluss, dass sie sich für mich interessiert.
"

"Ein ganzes halbes Jahr lang!?!
"

"Ja, klar, warum denn nicht?
"

"Weil das nicht so läuft?
"

"Ja. Mag sein. Jedenfalls kommt sie eines Tages von einer Reise zurück, ich stehe am nächsten Morgen mit Blumen vor der Tür, so als Überraschung, Gruß, Zeichen meiner Zuneigung und alles. Sie macht auf, lässt mich rein, ruft noch "Vorsicht nackter Mann!!!" und da lerne ich ihn kennen: Lars, den Langweiler. DER uninteressanteste Mensch unter der Sonne! Ich kenne inzwischen sogar mehr als eine Sonne..."

"Angeber!"

"Auf den gesamten zwölf Lichtjahren hierher ist mir kein dermaßen langweiliger Mann begegnet!"

"Es sind hundertzwölf Lichtjahre. Und ihnen konnte niemand begegnen bei unserer Reiseform."

"Ja, ja ... aber sie wollte Lars den Langweiler!"

"Kein Wunder, dass sie ihn nie erwähnt hat, oder, Doc?
"

"Jetzt, wo sie das so sagen... vielleicht. Ich war jedenfalls bedient.
"

"Aber warum denn? Auch andere Mütter haben schöne Töchter!
"

"Weiß nicht. Ich kann das nicht. Ich bin nicht so. Ich bin Raumfahrer. Ich habe immer ein Ziel. Ich wollte genau diese, und nicht irgendeine, die zufällig gerade günstig zu haben ist.
"

"Ach so. Und?
"

"Nichts und. Sie hat den Versager sogar geheiratet. Sie war über fünf Jahre mit ihm zusammen, bis wir uns aus den Augen verloren haben.
"

"Na, ist das nicht Strafe genug?
"

"Die Strafe traf vor allem mich: Ich konnte gute drei Jahre lang gar nichts mehr mit einer Frau anfangen. Wissen sie noch, wie lang sich drei Jahre anfühlen, wenn man jung ist?
"

"Haben sie nicht mal einen Mann probiert, wenigstens aus Verzweiflung?
"

"Männer interessieren mich nicht. Ich war drei Jahre lang allein.
"

"Aber das kannten sie doch schon?"

"In der Tat: Das kannte ich schon.
"

"Sehen sie!"


"Kann der 3D-Erzeuger eigentlich auch Branntwein?
"


16 Dezember 2012

Schweine!

Ich zieh Tiere:
Preis: EUR 19,99 Kostenlose Lieferung ab EUR 20 (Bücher und Blu-ray-Filme immer versandkostenfrei), 
Link


Es kostet halt 19.99 und nicht 20EUR und es sind gewöhnliche DVDs, nicht Blueray-Scheiben. Falls sich jemand fragt, warum der Große Bloguator™ zuweilen auf Kaufleute schimpft: Deshalb.




bei genauer Betrachtung kostet damit das Paket, das so aussieht, als ob man gegenüber der runden Summe einen Cent spart, abhängig von der Versandart mindestens 2,99EUR mehr als die runde Summe. Herzlichen Glückwunsch!

12 Dezember 2012

Ich erinnere mich außerdem

Ich erinnere mich ...

... an den Waggonankuppler auf dem Kleinstadt-Bahnhof meiner Kindheit. 4 Gleise und ein Abstellgleis. Der Waggonankuppler stellte sich immer zwischen die Puffer des stehenden Waggons, während der andere beladene sehr schwere Güterwaggon auf ihn zugerollt kam. So lange er genau in der Mitte zwischen den Puffern stand konnte ihm ja voraussichtlich nichts passieren.

Schon als Kind machte ich mir Sorgen, wenn ich das sah. Schon als Kind war mir klar, dass ihm im Schadensfall wohl nicht zu helfen sein würde: Falls irgendetwas schief ginge, wenn er zwischen die Puffer geriete - roter Matsch.

Waggonankuppler war kein sehr angesehener Beruf. Obwohl jedwede Tätigkeit im Zusammenhang mit Eisenbahn damals noch in hohem Ansehen stand: Waggonankuppler nicht.

Vielleicht deshalb stellte er sich weiter zwischen die Puffer. Zur Erhöhung seines Ansehens erhöhte er die Gefahr.

Heute gibt es keine Waggonankuppler mehr. Wahrscheinlich aus diesem Grund.




später vielleicht eine Terzine über den Prellbock. Später vielleicht.

10 Dezember 2012

Hammersonntag (2)

... ich bin der geneigten Leserschaft ja noch den zweiten Teil vom Hammersonntag schuldig (vom Ararat wollen wir mal gar nicht reden)...

Der zweite Teil vom Hammersonntag bestand aus einer Aufführung der Neuköllner Oper:
Frerk, du Zwerg!
Da geht es sinngemäß um ein Kind, das gemobbt wird. Aber ohne erhobenen Zeigefinger oder Gebrauchsanweisung für das Leben fremder Leute.

Ich war mit den Patenkindern und ihren Eltern da und sehr überrascht: Es hat nämlich allen vieren gefallen. Das muss man ja erst mal hinkriegen mit Kunst: Eine Sache, die sowohl Kinder wie Erwachsene begeistert.

An der Aufführung in der Neuköllner Oper ist alles toll: Die Schauspieler, die alles können, singen, tanzen, schauspielen. Das minimalistische Bühnenbild in wenigen klaren Farben. Die Musik, die von einer One-Man-Band hergestellt wird. Das Stück selbst, das bis auf die Pointe ziemlich lebensnah ist. Super.

Ich habe es zufällig zweimal gesehen, könnte aber gleich morgen wieder hingehen. Ich wiederhole:

!!! SUPER !!!


09 Dezember 2012

Neues Leben

Neuerdings ständig pünktlich zu sein ist auch Mist - man wartet dann immer auf die anderen.

08 Dezember 2012

Ich erinnere mich

Ich erinnere mich an den Biologielehrer meiner Kindheit, etwa siebte Klasse. In der ersten Stunde des Schuljahres stellte er die Frage "Was tun wir mit gebrauchten Taschentüchern?"

Meine ziemlich naheliegende Antwort "Na, wegwerfen?" galt natürlich nicht.

Er rief nämlich aus "Verbrennen!"

Dass er die allgegenwärtigen Bazillen und Mikroben ein für alle mal vernichten wollte fand ich nicht mal abwegig, auch schon in der siebten Klasse. Nur die Schärfe seines Vorschlags erschien mir übertrieben, und auch ein wenig unpraktikabel. Zu Hause hatten wir Zentralheizung - mussten wir jetzt extra zum Verbrennen der Taschentücher einen Schmelzofen anschaffen?

Ich fragte sicherheitshalber noch einmal "Öcht?"

Aber er rief daraufhin voller Engagement für sein Fach "Aber natürlich! Verbrennen!"

Es war ihm bitter ernst. An diesem Punkt hat mein kindlich-ursprüngliches Vertrauen in unbewiesene Autoritäten weiteren schwerwiegenden Schaden genommen.

02 Dezember 2012

Wissen

Nette Menschen schenken mir manchmal was. Bücher, beispielsweise. Neu erworbenes Wissen diesmal:
Wenn man einem weiblichen Borstenwurm das Gehirn entfernt, wird er zu einem Männchen.
Das wird ja auch von Menschen zuweilen behauptet.

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