22 Januar 2009

Darwin Award (extended version)

Eine Geschichte aus den Darwin Awards erzähle ich immer wieder besonders gern. Ob es sich dabei wirklich um eine urbane Legende handelt - also: Wirklich *wirklich* - dazu kommen wir gleich noch. Zuerst das hier lesen und verdauen.

Story starts here:
Einige Jahre her. Ein Mitarbeiter eines AirForce-Stützpunktes wollte wohl wissen, wie sich ein Auto mit Raketenantrieb fährt. Es gelang ihm, das Antriebsaggregat einer Flugabwehrrakete nach draußen zu schmuggeln. So ein Teil hat ordentlich Bums, immerhin soll es andere Flugzeuge treffen, die mit Überschallgeschwindigkeit fliegen. Genau das richtige also für ein Auto.

Der neugierige Forscher montierte den Raketenmotor aufs Dach seines Autos, fuhr damit an eine lange grade Straße und zündete.

Einige Zeit später fand man den Haufen Schrott, der wohl mal das Auto gewesen war, mit dem unglücklichen Fahrer darin, zerschmettert an einer Felswand mitten in der Wildnis.

Wie Ingenieure später berechneten, musste das Auto mindestens 400km/h erreicht haben. Dafür war es ohnehin nicht gebaut, weder die Lenkung noch die Bremsen. Nach einigen Kilometern machte die Straße einen Knick. Nur fuhr das Auto leider geradeaus weiter. Raketenmotoren lassen sich normalerweise nicht abschalten, sowas braucht man da selten, und das raketengetriebene Fahrzeug bretterte mit enormer Geschwindigkeit auf dem alten Kurs weiter. Bis ein Felsen im Weg stand und die Testfahrt abrupt beendete.
Soweit die Story. Nee, mehr Pointe hat sie vorläufig nicht. Sorry.

AAA-BER!

Wer das alles für übertrieben und allzu abwegig hält und es schon allein deshalb als urbane Legende abtut, sollte mal einen Blick hier drauf werfen:

Und? Was sehen wir? Genau: Einen Flugzeugsitz auf Rädern mit Raketenantrieb. Wer hatte nochmal behauptet, die Geschichte da oben sei doch sehr unwahrscheinlich? Ist sie nicht, wie auch der Blick auf die zugehörige Webseite beweist: Da stehen Dutzende von Kandidaten bereit, die die Sache mit dem Raketentriebwerk sicher gerne selbst probieren würden.

Die menschliche Neugier und völlig sinnloser Forschungsdrang sind unermesslich, wie wir ja bereits seit der Sache mit den Kürbiskanonen wissen.






P.S.: Die Rekordweite im Schießen mit der Kürbiskanone liegt derzeit bei 4.400m. Mit Spezial-Wettkampfkürbissen.

Nicht mehr lange, und endlich wird der Interkontinentalkürbis erfunden.

Doch, da bin ich mir ganz sicher: Man kann dann endlich von sagen wir mal Wisconsin aus Kürbisse in der Kasachensteppe einschlagen lassen. Und kaum jemand könnte einen dran hindern.

21 Januar 2009

Aufblasphemie

aua aua aua - ich sollte es vielleicht doch "Fachblog für besonders schmerzhafte Kalauer" nennen

Neulich bereits einmal hatten wir das aufblasbare Rüstungsgut und in diesem Zuge die Sorge, dass die Hersteller und Händler von Gummipuppen da womöglich ein ganzes Geschäftsfeld komplett übersehen haben könnten (ja, doch, ich mache mir solche Sorgen. Eeeehrlich!).

Aber dafür hat so ein Chefblasphemiker dieses hier erfunden. Boah! Wuuuuu-huuuuu!

Wird diesmal nur verlinkt, weil sonst wahrscheinlich schon morgen die militanten Jünger mit der Uzi hier in der Tür stehen und mich über die richtige Form von Nächstenliebe aufklären.




... und aus gegebenem Anlass von derselben Stelle noch den hier.

20 Januar 2009

-isten unter sich

DIE LINKE verwehrt einer bekennenden Marxistin die Aufnahme in die Partei.

Da muss ich mir die politische Geografie wohl nochmal erklären lassen.





...btw: Ich habe schon ewig nicht mehr solche Anhäufungen dieser ganzen Berufs-"-isten" angetroffen wie bei der Suche nach dieser Fundstelle: Marxisten, Sozialisten, Trotzkisten, Kommunisten. Ist sicher sehr beruhigend, wenn man weiß, wo man hin gehört.

Aber ganz überraschend fehlen in der Sammlung die Moralisten.

Baustellenprotokoll

Da fragt doch jemand die große Suchmaschine:
"wie sieht ein baustellenprotokoll"
Und wird dann an mich verwiesen. Der Arme!


Ich glaube ja nicht, dass so ein Protokoll wirklich mit eigenen Augen sehen kann. Maitre ADS hat vermutlich irgendeine wichtige Angabe vergessen, das "aus" scharweinlich. Er meint: Wie sieht es aus? Nur so eine Annahme aus dem Vermutungsraum heraus.

Nun: Und wie sieht so ein Baustellenprotokoll aus?

Also, ich nehme ja gerne DIN A4-Blätter dafür. Wenns während der Begehung geregnet hat wellt sich das Papier zuweilen und ist fast immer zementstaubig. Öfter mal ist ein Kaffeerand drauf und auch schon mal ein Klecks vom Krabbensalat. Mayonnaise. Und so lange es nicht abgetippt ist, ein wenig unleserlich, meine Schrift ist irgendwie nicht so richtig sozialkompatibel.

Hm?

Doch, doch, so sieht so ein Baustellenprotokoll aus.

19 Januar 2009

Nothilfe - not Hilfe

Café in Schöneberg. Laden fast leer, nur ein paar Gäste, es läuft Radioprogramm. In den Nachrichten eine Meldung:
"... nach der Wahl in Hessen will die FDP ihren gewachsenen Einfluss im Bundesrat klug nutzen..."
Stimme am Nebentisch:
"Wie - die wollen den Westerwelle erschießen und das im Grundgesetz als erlaubte Nothilfe festzimmern?"

Sorgen

... und manche Leute haben wirklich interessante Sorgen ...


Google findet Max Herre

Tss tss, was manche Leute so in Google eintippen...


Das habt Ihr aber nicht von mir, ja? Ich weise nämlich darauf hin, dass sich diese Worte nicht in genau dieser Abfolge hier im Blog befinden.


...warum eigentlich nicht? Muss ich wohl nochmal drüber nachdenken...





edith, kurze Zeit später

Hab drüber nachgedacht, ist mir wieder eingefallen: Sooo viel Aufwand ist der Typ nun doch nicht wert.

18 Januar 2009

Bilden sie mal einen Satz mit ...¹

... musisch ...?

"Wenn ich das höre musisch ganz dringend weg."

???

...oaaaaaahhh...





¹ das ist eine berühmte Serie von Robert Gernhardt: "Bilden sie mal einen Satz mit..."

Klassiker daraus: "... allegorisch!"

Chlor doch: "Nichts wird sich ändern hier auf Erden, bevor nicht alle gorisch werden!"

Und immer wenn ich den mal anbringe fragt garantiert irgendwer: "Und was heißt gorisch?"
Soviel zur Kritik einer Form von Humor.

Aaaaaaahhh!

Hier hat jemand Streamliner zusammengetragen. Fotos davon. Von Autos. Trotzdem.




Schick, nicht? Erinnert mich an das Dymaxion-Car des Architekten-Stars Buckminster Fuller, a.k.a. Bucky. Das wäre dann der mit den Bucky-Balls - aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.


Das D-Car ist eins von vielen Stromlinienfahrzeugen aus den dreißiger Jahren. Das oben abgebildete große Exemplar konnte 11 Personen transportieren, erreichte erstaunliche 193km/h, verbrauchte selbst für gegenwärtige amerikanische Verhältnisse fantastisch wenig Sprit und sollte ursprünglich eine sehr lustige Lenkung bekommen: Bei höherer Geschwindigkeit sollte das Heck komplett abheben, der Wagen waagerecht liegen und mit einem richtigen Seitenruder wie ein Flugzeug gesteuert werden.

Im Film unten sieht man das kleinere Exemplar, nur für etwa fünf Leute, aber dafür enorm wendig. Und sehr schick!


Die Idee hat sich leider nicht durchgesetzt.

17 Januar 2009

Fiktion

Ja, ja, schon wieder Autos. Über das russische Dieselpunk-Blog bin ich auf das italienische Projekt car body design gestoßen, welches Skizzen und Entwürfe in großer Zahl veröffentlicht.

Eins der revolutionärsten ist das Concept Enigma.




Im Studium hieß es in so einem Zusammenhang immer:
"Symmetrie ist eine Ordnung für die dummen!"

16 Januar 2009

Strichmännchentreppenstunt

via: Glaserei

Das hier ist interessant: Strichmännchenfilme.


Bei den Strichmännchenfilmen geht es um maximale Abstraktion. Es gibt zahllose Filme, die beispielsweise Kung-Fu-Film-Kampfszenen parodieren, und dabei maßlos übertreiben. Dieser Film macht dasselbe, nur nicht mit Kampfszenen, sondern Splatter mit Treppenstunts.

Interessant ist dabei eben der Abstraktionsgrad: Der einen Sorte Zuschauer kann der Horror nicht explizit genug sein. Für die kann nicht genug Blut fließen und herausgerissene Eingeweide regnen. Diese Zuschauer wissen - oder behaupten zu wissen - dass so ein Film eben nur ein Schauspiel ist, eine Fiktion. Die Kettensägenmassaker-Freunde.

Der Große Bloguator würde all jene pauschal mit dem Stichwort "stumpf" beschreiben, und ihnen einen maximalen Mangel an Phantasie unterstellen. An eben dieser Stelle, der Phantasie, setzen die Strichmännchenfilme an. Bei diesen muss man sich ALLES vorstellen: Menschen statt Männchen, Blut statt roter Kleckse, Umgebung statt weißem Hintergrund und einem Strich als Treppe. Und es funktioniert.

Von hässlich nach sexy mit Photoshop

Das moderne Leben im Computerzeitalter bringt so einige Veränderungen mit sich. Im Grunde kann man überhaupt erst seit fünf oder sechs Generationen Portraits massenhaft produzieren. Seit vielleicht vier Generationen hat auch der Laie diese Möglichkeit.

Vor der massenhaften Produktion war Malerei. Vor der Laienproduktion war der Profi, "Der Photograph" ¹.

Seit vielleicht einer Milliarde Jahren existiert Leben auf diesem Planeten, seit 400 Millionen Jahren können Organismen "sehen". Seit einer Million Jahren laufen unsere Vorfahren aufrecht, seit vielleicht hunderttausend Jahren gibt es den modernen Menschen, das sind ca. 3.300 Generationen, oder auch 4.000, je nachdem.

Und wahrscheinlich immer schon gibt es Dumpfbacken, deren Horizont bis zur Kante der vorgeschobenen Stirn reicht, die aber trotzdem weit über den eigenen Erfahrungsbereich hinaus extrapolieren. Deren Weltbild von den Kategorien "hässlich" und "schön" beherrscht wird, ohne über diese Begriffe jemals nachgedacht zu haben. Womit denn auch? Inzwischen können solche Menschen leider sogar Computer bedienen. Das ist ein erstaunlicher Fortschritt - der Softwareerfinder.

Parallel dazu steht eine weitere Entwicklung: Immer schon haben Menschen andere Menschen für schön oder hässlich gehalten. Und immer schon wurden einem anziehenden Äußeren bei Fremden wertvolle innere Eigenschaften zugeschrieben², und umgekehrt.

Erst seit vielleicht vier Generationen ist der Mensch unzufrieden mit seinem eigenen Aussehen. Nein, er ist nicht einfach unzufrieden, er hegt Hoffnung auf Heilung. Es gibt nämlich inzwischen kosmetische Operationen, sowohl am lebenden Körper wie auch an seinem Abbild - per Photoshop. Früher sagte man "Retusche" dazu, und auch das Retuschieren war wieder eine Angelegenheit für den Fotoprofi. Das ist vorbei.

Heute zieht sich ein argloser Amateur eine geknackte Raubkopie von Photoshop aus dem Netz und fängt an zu basteln. Wenn er ein wenig Übung hat, zeichnet er seine Bastelei auf, stellt sie ins Netz und macht seine Einteilung der Welt in "hässlich" und "schön" einem breiten Publikum bekannt.

Der Unterschied zwischen "Wirklichkeit" und "Foto" ist so einem Superretardman schon nicht bewusst. Vom Unterschied zwischen "Wirklichkeit" und "Wahrnehmung" ganz zu schweigen.

Daher wahrscheinlich die leicht undistanzierte Überschrift

"Ugly Girl Sexy Girl Photoshop makes YOU look GOOD"



Gibt noch einen zweiten Teil.

Wer genug Geduld hat, sich den ganzen Film anzusehen, wird bemerken: Mit der klassischen Retusche hat das nichts mehr zu tun. Was da vorgeführt wird, ist eher freie Malerei, wobei das Foto einer Person als Ausgangspunkt für freie Komposition genommen wird. Malen nach Zahlen. Zwischen Vorher und Nachher sind keine Ähnlichkeiten mehr zu erkennen. Nur dass der Autor das gar nicht merkt und sein Werk stolz präsentiert.

Das Ergebnis wirkt noch nicht mal besonders lebendig, eher wie eine schlechte Konstruktion aus einem 3D-Programm.

Tragisch ist eigentlich nur, dass gegenwärtig für viele Zeitgenossen die Grenzen verschwimmen: Schönheit wird für eine absolute Größeneinheit gehalten, und ihre Größe ist messbar in Geld. Retuschierte Fotos werden als Vorbild genommen, Mediencharaktere werden mit echten Menschen verwechselt. Aus 2-dimensionalen Bildern werden die Eigenschaften lebender Menschen hergeleitet. Und unglaublich viele halten den ganzen Vorgang für ganz natürlich und irgendwie unausweichlich. Pah. Dumpfbacken!

...

äh, was? Nee, keine Ahnung was ich damit eigentlich sagen wollte.







¹ ja, das durfte man früher mit ph schreiben.
² auch heute noch sind gutaussehende Menschen vor Gericht erfolgreicher

15 Januar 2009

Fragezeichen

Weiß jemand eine Sprache - irgendeine - in der die Wörter "jut tup" irgendwas bedeuten? Schwedisch? Ibolithisch?

Hm? Och, nur so. Das wird als Suchbegriff immer wieder mal verlangt, und ich glaube, ich sollte der Einfachheit halber eine Verlinkung zu Youtube einrichten.

Da haben Sie wohl nicht richtig gelüftet!

Schimmeltirade, 1. Teil


Für den Anfang ein Gleichnis. Gleichnisse sind immer gut, das steht schon in der Bibel.

Nur mal angenommen: Weil leichtere Autos weniger Treibstoff verbrauchen, produziert eine bekannte Autofirma einen revolutionären Wagen, der nur ein Drittel des üblichen Fahrzeuggewichtes hat, zu einem akzeptablen Preis. Ein Mann kauft so ein Auto und fährt los. Schon beim nächsten Kanaldeckel bricht das Auto auseinander. Der Mann läuft zurück zum Verkäufer und beschwert sich. Der Verkäufer aber:
„Jahaa, Sie hätten selbstverständlich nur Schritt-Tempo fahren dürfen, so leicht wie der Wagen ist. Das weiß doch jeder! Steht sogar in der Betriebsbeschreibung, Seite 237, unten!"

"Wenn ich Schritt-Tempo fahren muss, kann ich auch laufen. Was soll ich da mit einem Auto?"

"Sie wollten den Wagen ja unbedingt haben. Ich kann da nichts für Sie tun, wenn Sie so unangemessen schnell fahren.
Das finden Sie weit hergeholt oder abwegig?


I.
Wenn jemand Schimmel in seiner Wohnung findet und sich an den Verwalter wendet, ist das erste, was er dort zu hören bekommt:
"Da haben Sie wohl nicht richtig gelüftet!"
Hundertprozentig!

Wer mit dem Bau zu tun hat, kennt diese reflexhafte Antwort auf jedes Feuchteproblem.

Die Ursache der Schimmelbildung ist allgemein bekannt: Dauerhaft hohe Feuchtigkeit an einer zu kalten Bauteiloberfläche. Um diese zu vermeiden, scheint es ein Allheilmittel zu geben, nämlich das "richtige Lüften". Behaupten die Fachleute.

Nun ist auch schon seit längerem bekannt, wie "richtiges" Lüften durchzuführen ist. Das gilt als hinreichend erforscht: Es muß stoßgelüftet werden, Dauerlüftung durch gekippte Fenster gilt nicht. Zur Stoßlüftung sind mindestens zwei oder drei mal am Tag alle Fenster für fünf Minuten maximal weit zu öffnen. Nur fünf Minuten! Na, soviel Zeit werden Sie doch haben!

Wer sich das ausgedacht hat, hatte allerdings keine Zimmerpflanzen auf den Fensterbänken. Er kann auch keine Gardinen oder Jalousien besessen haben. Und vor den Fenstern stehen keine Möbel. In den meisten Forschungslaboren trifft das wohl zu.

Der Vorgang wird hier einmal vollständig beschrieben:

Sie stehen morgens auf, eigentlich müssen Sie zur Arbeit. Aber sie müssen ja noch lüften. An einige Fenster kommen sie nicht so gut ran, im Wohnzimmer etwa knien sie sich auf die Couch vor dem Fenster. Zuerst ziehen Sie alle Gardinen beiseite, dann räumen Sie die Pflanzen von allen Fensterbrettern und öffnen alle Fenster Ihrer Wohnung, das kann doch höchstens 20 Minuten brauchen. Sie lassen die Fenster fünf Minuten lang offen stehen, in denen Sie Zeit zum Duschen und Frühstücken haben. Dann schließen Sie alle Fenster wieder, stellen die Pflanzen wieder an ihren Platz und ziehen bei allen Fenstern die Gardinen vor. Wie lange hat dieser Vorgang wohl gedauert? Fünf Minuten? Sicher, zuzüglich der Zeit für das Öffnen und Schließen und das Beräumen der Fensterbretter.

Eigentlich sollen Sie ja möglichst dreimal am Tag stoßlüften, aber wenn das so lange dauert, müssen zweimal genügen. Am Abend vollführen Sie das ganze Schauspiel noch einmal. Mit etwas Übung brauchen Sie insgesamt kaum eine dreiviertel Stunde pro Lüftungsgang, am besten dreimal am Tag. Wenn sich jetzt zufällig doch irgendwo Schimmel bildet, z.B. im innen liegenden Bad, sagt Ihnen irgendein Baumensch garantiert "Da haben Sie wohl nicht richtig gelüftet!"

Findet das irgend jemand angemessen? In einer Epoche, in der Zeit das allerteuerste Gut ist, tun alle so, als sei diese Lüftungsprozession die selbstverständlichste Sache der Welt.

Wichtig ist der Begriff der Angemessenheit, denn dass es prinzipiell möglich ist, so zu lüften, steht außer Frage. Unbestritten ist aber auch, dass die sich häufenden Probleme mit Schimmelbildung dem besseren Dämmstandard unserer Zeit und den dichteren Fenstern entspringen. Dabei ist es grundsätzlich sinnvoll und richtig, Maßnahmen zur Energieeinsparung durchzuführen.

Dennoch: Das eingangs beschriebene Kraftfahrzeug würde niemand kaufen wollen, weil der Vorteil der Kraftstoffersparnis teuer erkauft wäre. So eine Wohnung würde kein Mieter oder Käufer haben wollen, wenn man ihm vorher sagte, dass er täglich eineinhalb Stunden mit Lüftungsarbeiten zubringen soll.

Er könnte natürlich auf Pflanzen, Gardinen, Sichtschutz und Möbel verzichten und die Wohnung trotzdem nehmen. Aber wie lautet die täglich praktizierte Lösung des Problems? Man sagt es dem Bewohner besser nicht so deutlich. Oder man sagt es deutlich und der Bewohner darf sich über Schimmel nicht beschweren, weil er nie beweisen könnte, dass er "richtig" gelüftet hat. Hat er wahrscheinlich ja auch nicht, weil das sinnvoll kaum geht. Aber selbst wenn hätte er den schwarzen Peter.

Natürlich gibt es schon lange die Möglichkeit, mit einer Lüftungsanlage die in der Abluft enthaltene Energie zurückzugewinnen, "aber was das wieder kostet!" Womit wir beim springenden Punkt wären - Wärmeschutz ist ja schön und gut, nur: Geld kosten darf er selbstverständlich nicht.

Die Kosten für dichte Fenster oder eine Wärmedämmung sind da gerade noch einzusehen, aber dann auch noch eine Lüftungsanlage, "das wird doch viel zu teuer!" Die Logik besteht also darin, lieber zu sparen, Schimmelbildung und Feuchteprobleme zu riskieren und den ehrlichen Mieter zu ärgern, als ein vernünftiges Lüftungssystem einzubauen.


Analog: Man kann ein Auto auch dadurch schadstoffarm machen, dass man eine Kartoffel in den Auspuff steckt.




Anm.:
Ich sollte mir diese Argumentation patentieren lassen, so originell ist die. Aber bei aller zwingenden Logik wird sie am Bau nicht auf viel Einsicht treffen.

14 Januar 2009

Simsalabim!

Achtung! Blutig! Nix für Kinder!



Carl-Einar Häckner, schwedischer Zauberer.

Krabben und aufblasbares Rüstungsgut

Da lernt man in der abonnierten Zeitung, dass bei Winker-Krabben abgebrochene Scheren zwar nachwachsen - aber zu nichts taugen. Und dass dennoch Weibchen und männliche Konkurrenten darauf herein fallen. Man staunt. Aber so Tiere sind ja einfältig.

Kurze Zeit später stößt man auf einen ganz ähnlichen Vorgang im ... wie nennt man das menschliche Gegenteil von Tierreich? ... im humanen Bereich: Aufblasbares Rüstungsgut. Wird angepriesen als "Rüstung für Staaten, die sich so teures Zeug zwar nicht leisten können - aber trotzdem so aussehen wollen, als könnten sie". Verkauft sich angeblich wie geschnitten Brot.


Besonders gut gefällt mir die Radarstation.


Ebenfalls aufblasbar.





Der boshafte Beobachter könnte noch anmerken, dass Beate Uhse da ein ganzes Geschäftsfeld komplett verpasst hat.

13 Januar 2009

Musik - 2 - 3 - 4!

Ding - Hang - Gu - Pang.




Klick doch mal hier.

Helferlein Rechtschreib

Das Helferlein hatten wir hier lange nicht. Aus gegebenem Anlass aber jetzt wieder einmal.

Bei genauer Betrachtung ist es nicht nur ein Helferlein, es sind derer viele, warum auch immer. Warum auch immer jeder Softwareanbieter sein eigene unzulängliche Rechtschreibhilfe entwickeln muss. Und dann auch darauf besteht, diese zu benutzen.

Diesmal: Google.

Wenn man bei Gugel einen seltenen oder ungewöhnlichen Suchbegriff eintippt, nervt einen gerade die große Suchmaschine gerne mit Buchstaben, Wörtern, Begriffen, Zeichenfolgen, die man ihrer eingeschränkten Auffassung nach gemeint haben müsste. Hat man aber in den seltensten Fällen. Die Vorschläge kriegt man trotzdem.

Heute ein besonders schöner: Der Suchbegriff wurde von verschiedenen hintereinander geschalteten Softwarelösungen erfunden, nicht einmal von einem Menschen. Man sollte ja meinen, dass die Programme wenigstens untereinander Verständnis haben, weil sie ja irgendwie ... da drin ... stecken ...?... und wissen müssten, wie so Software manchmal tickt.

Im vorliegenden Fall hat ein menschlicher Jemand einen Suchbegriff in eine Suchmaschine eingetippt, und der anschließend auswertende Besucherzähler hat aus dem Begriff automatisch alle Leerzeichen entfernt. Interessante Methode eigentlich. Künstlerisch interessant jedenfalls.

Die vom Großen Bloguator verwendete Internetbetrachtungslösung¹ bietet eine Möglichkeit an, vorliegende Buchstabenfolgen direkt als Internetadresse einzusetzen. Wenn man also das entstandene Wortgebilde nun wieder in der Suchmaschine aufruft, geschieht folgendes:


... und ich frage mich wirklich, welcher Dödel im Gugel-Wörterbuch den Begriff "gibtesflug" eingetragen hat.


... oder ist das nur ein besonders seltener alemannischer Vorname?







¹ Nur der Vollständigkeit halber: Mozilla Firefox

12 Januar 2009

Statistik

Meist ist man ja genervt von Statistik. Nein, ich lasse die gängigen Bonmots von Churchill und wemauchimmersonst hier einfach mal weg. Es geht um den Umgang mit abstrakten Zahlen, die Wissenschaft vortäuschen, wo bitterstes Unverständnis herrscht.

Aber wenn dem großen Bloguator wirklich gar nichts mehr einfällt, muss er nur in die Suchanfragen der letzten Besucher sehen und hat wieder Stoff für eine ganze Woche.

Damit dieser hier geschrieben werdende Eintrag nicht so lange dauert (Blogökonomie) zitiere ich nur zwei aus der jüngsten Zeit:

Leerzeichen unterschlägt der Counter, die muss man selbst einfügen. Aber meist ist offensichtlich, was die Anfrager wissen wollten - und wie sie es eingetippt haben
was gibts südwestkorso
Genau: Was gibts eigentlich Südwestkorso? Na los, sag schon! Isch mach disch Krankenhaus, sonst!

Außerdem:
wie wat hat ein kühlschrank
Wie? Wat?



Und als Höhepunkt der ersten Staffel der Bonustrack
gedicht zu der geruch
Das klingt aber eigentlich nicht nach einer Frage, sondern eher nach einem Befehl: 'schwill gedischt zu der geruch, du! sonst!

Die Antworten, die man bekommt, liegen dann wieder innerhalb des gängigen Erwartungshorizonts:
  • Geruch von Sex - Gedichte.com
  • GEOlino.de - Der Geruch von Regen (Anonym, 04.03.2006) - Kreativ
Klar doch, kreativ, was denn sonst?
  • Gedicht GERUCH von Manfred H. Freude - e-Stories.de
Viel Spaß mit H. Freude!
  • Duftgedichte Gedichte, Redensarten und Zitate zum Thema Duft
  • Lyrik: Warm Dein Geruch: Umsonst - Gedicht! Per SMS erfreuen!
Der Berliner sagt: Nicht kostenlos - aber umsonst...
  • Gedicht - : - nimand un die annre durch Berns Toni
Von: deutsch.agonia.net/index.php/poetry/1793500/index.html - klingt zwar nicht nach Deutsch, aber sehr überzeugend nach Agonia...
  • Geruch von Sex - Seite 2 - Gedichte.com
... usw. usf.


Kracher!

Edith, grade erst gesehen:
Was habe ich noch im Kühlschrank?
Tja, da würde ich jetzt nicht ausgerechnet Google fragen.

... früher mal wäre man einfach zum Kühlschrank gegangen und hätte die Tür aufgemacht ...

11 Januar 2009

Pre-Franklin-Pop!

Das hier ist einer der großartigsten Comic-Strips, die ich kenne: Er behandelt die Frage nach der Entwicklung der Rock- und später Popmusik ohne die Entdeckung der Elektrizität durch Benjamin Franklin. Sozusagen ein DER erste Steampunk-Comic.

Autor: Hunt Emerson - aus U-Comic Nr. 35 vom Juli 1983.

hier nur die Vorschau - hinter dem verlinkten Bild der formatfüllende Comic:



...und die Parks waren erfüllt von dem Schweigen einer Million steinerner Transistorradios...




...tja liebe Kinder, und was ein Transistor und ein Moog waren, erklärt Euch der Onkel vielleicht, wenn Ihr mal größer seid...

10 Januar 2009

Pre-Franklin ... -Pop ...?

Aberrationen von einem Thema

Die Freude des Großen Bloguators™ am Steampunk ist einigen sicher schon aufgefallen. Wenn man das erklären müsste: Dahinter steckt die Erkenntnis, dass es unüberschaubaren technischen Fortschritt gibt, und dass dieser sogar ganz schön sein kann. Sowie die Ahnung, dass der heute verfügbare Stand der Technik meist für völlig sinnlose Gimmicks eingesetzt wird: Sprechende Navigationssysteme, klingelnde, bimmelnde Autos mit Autofahrhilfen für Technik-Cretins, Wurst mit Bärchengesichtern. Der zynische Betrachter würde sagen: Verschwendung! Leute, die keine Landkarte lesen können, müssen auch nirgendwo hin. Das wäre jedenfalls besser so - die sollten schon nicht Auto fahren dürfen.

Klar, ohne den technischen Fortschritt ist auch der medizinische Fortschritt nicht denkbar. Viele, auch sehr seltene, Krankheiten sind heute heilbar. Allerdings auch solche Erscheinungen wie Fettleibigkeit, zu kleine Brust oder Schlupflid. Wobei: Fettleibigkeit nur hypothetisch, das würde ja eigene Mitarbeit des Patienten erfordern. Zu kleine Brust und Schlupflid wird nur von den Betroffenen für eine Krankheit gehalten - von niemand sonst.

Ohne den technischen Fortschritt ist moderne Kommunikation ebenfalls nicht denkbar: Zum Beispiel ins Internet schreiben, oder Fotos in Chile hochauflösend aufnehmen und diese 20min. später in Berlin stundenlang auf den überlasteten Rechner herunterladen.

Leider ermöglicht der technische Fortschritt auch solches Zeug wie das iPhone, den iPod, iTunes, den iStore oder Reden von George Bush und Vlad Putin in Echtzeit am Bildschirm. Sogar die gesammelten Geniestreiche von Gerhard Schröder und seinen ahnungslosen Kumpanen können konserviert werden. Lauter Sachen die niemand braucht und die man besser vergessen hätte.

Steampunk ist sozusagen das Gegenbild dazu: Sehr viel weniger ausgefeilte Technik, aber die dafür sinnvoll eingesetzt. Eine Welt, die lieber zweimal nachdenkt, bevor sie versucht, soziale Probleme mit technischen Mitteln zu lösen. Das ganze zum Ausdruck gebracht durch ästhetische Spielereien mit Messing und dampfgetriebener Mechanik.

... hm? ... öh, nö.

... an sich sollte das hier nur die Einleitungszeile zum Scan von Pre-Franklin Pop! werden ... je nun: Knapp daneben ist auch vorbei, ich setze gleich nochmal an, ja?

Edith, kurze Zeit später

Der Berliner sagt "wie das leben so pinkelt" und meint damit nicht explizit gelbe Schrift im Schnee (vgl. Nichtlustig), sondern einfach nur besonders unwahrscheinlichen Zufall jenseits menschlichen Vorstellungsvermögens. Der Blog-Eintrag von vorgestern muss schon heute wieder korrigiert werden:
Notice to self
Noch durchzuführende Experimente:

- kann man Seifenblasen einfrieren?
- brennt Alkohol auf Eis?
- Benzin?
- Kerosin?
Zufällig gerade heute hier herausgefunden: Man kann. Allerdings kann ich noch nicht sagen, wie. Hat jemand eine verständliche und durchführbare¹ Anleitung?




¹ Experimente von Raumsonden aus zählen nicht dazu

09 Januar 2009

Äääh... güpt'n?

Das da in der Überschrift ist ein Klassiker von Otto. ...? Waalkes, nicht -Versand. Ich weiß den Zusammenhang dieser umwerfenden Pointe auch gar nicht mehr, dient hier nur um die Aufmerk­­sam­keit der gefälligen Betrachterin / Betrachters zu erregen und zu fesseln.

Kürzlich bei einer Diskussion in Nics Blog fiel mir wieder die Sache mit den ägyptischen Vokalen ein. Ich habs ja immer mit den Vokalen. Vokale sind was feines. "In Wales gibt es Ortsnamen, in denen kein einziger Vokal vorkommt." © In Polen und ins­­be­­son­­dere Tschechien bestimmt auch, und wenn da Vokale drin sind, dann stehen sie so, dass unsereiner das doch nicht sprechen kann. Oder sie enthalten Häkchen an den über­raschends­ten Stellen, was meiner Erfahrung nach bedeutet, dass das für die Muttersprachler gar kein Vokal ist.

Und dann ist da noch Ägypten: Die alten Ägypter haben in ihrer Schrift nicht nur einen Vokal weggelassen - sondern gleich alle.

Nicht, dass ich Altägyptisch könnte, schon nicht lesen, und wie man Sachen ohne Vokale spricht kann ich mir auch üüü-­­ber-­­haupt nicht vorstellen. Aber ich will es hier trotzdem versuchen: Etwa so wie ein Auto, bei dem man in voller Fahrt den Rückwärtsgang einlegt ("R wie Rallye"). Nein, genau: Wie ein ungedämmter Papierschredder im Büro - so muss das geklungen haben, wenn die Altägypter ihren Kindern aus dem Buch der Toten Gute-­Nacht-­Geschichten vorgelesen haben. Wahr­schein­lich war Schlaflosigkeit bei altägyptischen Kindern eine verbreitete Erscheinung.

Sprecht mir nach: "... ...?" Ach, nee, lieber nicht, Ihr verletzt Euch nur dabei.

08 Januar 2009

Darwin Awards

Lange nicht mehr rein gesehen - was verpasst!

Beim Darwin Award schwankt man ja immer ein wenig zwischen gänzlich unchristlicher Schadenfreude und echtem Mitleid mit den getriebenen Persönlichkeiten, die da oft gewinnen. Aus gegebenem Anlass hier die Übersetzung eines Teilnahmeversuchs aus Italien.

Erläuterung vorab:
Definition des Ziels beim Darwin Award ist, dass man "durch eigenes Tun und Treiben sein Erbgut aus dem menschlichen Genpool entfernt". Im unsichtbaren Untertitel steht: "... und das ist bei den meisten Kandidaten auch ganz wünschenswert." Bedeutet bei genauer Betrachtung, dass man nicht zwingend dabei sein Leben beendet, sondern es genügt, wenn man sich fortpflanzungsunfähig macht.

Zur Sache:
Was für eine Gruselgeschichte lässt sich wohl aus den Stichworten Porsche Cayenne - Bahnschranke - Stau basteln? Eigentlich nur eine, oder?

Porsche Cayenne kennen die Leser: Das ist nicht nur ein gewöhnlicher SUV (s. aaO.), sondern dieses Monstrum für Leute, denen wirklich nichts groß genug, schwer genug und teuer genug sein kann - ein echtes Statussymbol ohne jeglichen praktischen Mehrwert. Ein zweieinhalb Tonnen schweres bewegliches Schild, das um Mitleid für Minderwertigkeitskomplex bettelt. Wer sowas fährt, schreit nach dem mitfühlenden Zuruf: "Ist deiner wirklich so klein?"

Den typischen Porschefahrer kennen auch die meisten: Nerviges Pack, das selbst im Jahr 2008 noch glaubt, in seiner geleasten und keinesfalls abbezahlten Blechdose den Dispens von jeglicher Verkehrsregel eingebaut zu haben. Porschefahrer telefonieren eigentlich immer. Porschefahrer drängeln eigentlich immer. Und wenn sie beim Falschparken erwischt werden, streiten sie auch eigentlich immer.


Darwin Award 2008:

Am 16 Juli 2008, steht Ivece Plattner, 68, mit seinem Porsche Cayenne im Stau. Dieser wird von einer Ampel verursacht und ist so lang, dass er bis über einen beschrankten Bahnübergang reicht. Der Herr im Porsche bleibt nicht auf der sicheren Seite der Schranke stehen, bis auf der anderen Seite hinter der Schranke genug Platz für sein Auto ist, sondern fährt ungeduldig vor. Wie das Leben so spielt, kommt in diesem Moment ein Zug - die Schranken schließen sich - vor und hinter ihm. Der Mann mit dem Porsche Cayenne ("Geländewagen") kann nicht weg fahren.

Augenzeugen zufolge brauchte der Fahrer eine ganze Weile, bis ihm diese Lage bewusst wurde. Dann sprang er aus dem Auto und lief. Allerdings nicht davon, sondern auf den Zug zu, aufgeregt mit den Armen winkend. Er wollte vermutlich den Zug anhalten, um sein Auto zu retten. Der Ansatz war erfolgreich, dem Auto ist jedenfalls weniger passiert als dem Fahrer: Dieser wurde vom Zug schwer getroffen und 30 Meter weit geschleudert. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.

Anm. des Übersetzers:
Der Kandidat hat trotz seines Einsatzes keinen Preis verdient - wie viele Kinder wollte er mit 68 wohl noch zeugen?

Angeborene Neugier

Notice to self
Noch durchzuführende Experimente:

- kann man Seifenblasen einfrieren?
- brennt Alkohol auf Eis?
- Benzin?
- Kerosin?



Dabei fällt mir wieder ein, dass schwere Verletzungen experimentierender Jugendlicher irgendwie aus der Mode gekommen sind. Früher mal, bevor ich noch jung war, und bis kurz danach, las man jedes Jahr ein oder zwei mal die Meldung, dass irgend ein Halbstarker beim Bau einer Rohrbombe schwer verletzt wurde. So eine Meldung habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Höchstens beim Hantieren mit Böllern aus Weißrussland, aber das ist nicht dasselbe.

Was ist da passiert?

Die werden doch nicht alle dazu gelernt haben, resp. ihre Erziehungsberechtigten. Oder liegt es daran, dass man Dünger und Pestizid nicht mehr so einfach kaufen kann? "Vernunft" muss man doch eigentlich bei der entsprechenden Gruppe nicht erwarten. Die Rohstoffe sollten sich mit wenig Aufwand substituieren lassen, böse Terroristen schaffen das ja angeblich auch. Und in anderen Ländern klappt sowas auch nach wie vor, das ungehemmte Ausprobieren, wie früher schon der Beitrag über den Dödel mit der Kartoffelkanone zeigte. Oder auch die Darwin-Awards, deren unglückliche Preisträger meist aus dem Ausland stammen.

Digitale Online-Experimentierkästen gelten nicht, es kann nicht dasselbe sein, wenn sinnliche Erlebnisse wie Blitz und Donner fehlen, der Geruch von verbrannten Gardinen und die Angst, von irgendwem erwischt zu werden.

Ist das die soziale Entwicklung im Computerzeitalter, wo man Counterstrike spielt, anstatt im eigenen Hof versuchsweise eine Mülltonne anzuzünden?

07 Januar 2009

Verfehlte Karriere



Statt Messias nur Messi-As.


... und bevor noch jemand auf diese großartige Idee kommt:
Kein Profi im Schifliegen sondern einer im Schief-Liegen.

06 Januar 2009

Ergänzung

kurze Zeit später

Ich berichtige: Die Erkältung ist bereits da.


Biblio-

dyssey

Vorwort: Sorry, schon wieder ein Link, die angefangene Geschichte will einfach nicht fertig werden, aber dafür ist schon die nächste Erkältung im Anmarsch. Ende vom Vorwort.


So, und hier scannt jemand einfach nur interessante Bücher und stellt sie ins Netz. Oder - wer weiß wo er sie her nimmt, ist auch egal: BibliOdyssey. Das ist zwar nicht originell, aber sehr schön.



Aus nahe liegenden Gründen wird hier ein Beispiel aus der Baukunst gewählt. Ein Architekt namens S. Charles Lee, der in Los Angeles um die Mitte des letzten Jahrhunderts schöne dramatische ein wenig überzogene Perspektiven in Bleistift auf Karton angefertigt hat. Sowas kriegt man heute gar nicht mehr... Bleistifte, Karton ...





P.S.: Man muss sich ein wenig einarbeiten - die Bilder rechts sind Werbung für das Amazon-Antiquariat, darunter kommen die Resource Sites, aber darunter bebilderte Links zu weiteren Büchern, beispielsweise Balletskizzen oder die Americas von 1671

05 Januar 2009

Argh! (Bentolunch II.)

Warum komme ich nicht auf solche Ideen? Hm?


Sachverhalt:
Wir hatten hier bereits einen Bericht über die Bento-Lunch-Boxen mit den liebevoll dekorierten Mittagessen, viel schöner als die einheimische Stulle.

Wir hatten hier außerdem einen Bericht über den Expressmaler Denny Dent, der in Minuten ein berühmtes Jimi-Hendrix-Bild auf einer Brandwand reproduziert. Aber das nur nebenbei.

Und beim Verfolgen abseitiger Links bin ich nun über die Kombination aus beiden gestolpert: Leute, die Bento-Lunches mit Bildern von Plattencovern verzieren. Huh. Aua.


Warum komme ich nicht auf solche Ideen? Hm? Na? Ich erwarte eine Antwort!

04 Januar 2009

Beatles

Kurzmeldung - Eilmeldung

Grade bin ich darüber gestolpert, dass hier jemand anscheinend das gesamte käuflich erhältliche musikalische Werk der Beatles¹ zum Download bereit gestellt hat. Mal sehen, wie lange das gut geht - wünsche ihm aber das beste, und dass das da möglichst lange so stehen bleibt.

Gefunden habe ich das in einem Blog aus den Niederlanden, Fachblog für Beschleuniger und "psychoaktieve kruiden", das eine erstaunliche Sammlung von Musik als MP3 verlinkt. Erstaunlich daran ist nicht nur, dass in Zeiten der Rechtegeierei überhaupt jemand sowas macht, sondern auch die Spannbreite an Stil und Geschmack, die von Goldfrapp und Wynton Marsalis über Santana bis hin zu Modern Talking reicht. Nicht, dass ich das gänzlich ablehnen würde, aber: Warum tut jemand sowas?

Naja, bei einem Fachblog für psychoaktieve kruiden ist diese Frage vielleicht unangebracht.




¹ lustiger Weise hat ausgerechnet die Webseite, die sich ausdrücklich als "offizielle" Beatles-Seite ausgibt, ziemlich wenig mit der Band gleichen Namens zu tun

Ausdauer und Kaffeewasser

Soeben habe ich dasselbe Kaffeewasser zum dritten mal zum Kochen gebracht: Mir fehlt wohl die Geduld. Liegt daran, dass der Schreibtisch einige Schritte vom Wasserkocher entfernt ist und ich nicht ausdauernd genug bin, die 2 Minuten, die es dauert, daneben stehen zu bleiben.

Na, dann sollte es jetzt mal langsam gar sein ... im Sinne von: Gut durch.

03 Januar 2009

Tiefergelegte Roller


Dieser Eintrag könnte auch den kürzeren und genauso sprechenden Titel tragen: Japan! gefolgt von einem wissenden Stöhnen

Beim Durcharbeiten eines japanischen Blogs ist mir ein Beitrag über tiefergelegte, breitbereifte und irgendwie liebevoll personalisierte Motorroller begegnet:


Dass man mit diesen Teilen wirklich fahren kann, glaube ich erst, wenn ichs selbst ausprobiert habe. Also: So fahren, wie man es mit einem gewöhnlichen handelsüblichen Roller vielleicht tun würde. Vielleicht erwarte ich da auch zu viel.

Aber insgesamt sehr ergiebig, dieses Blog. Mit der Siphonophore muss ich mich später nochmal beschäftigen.

02 Januar 2009

Nun: Winter

Na endlich: Mit etwa zweimonatiger Verspätung sind jetzt auch in Berlin die ersten 2 cm (!) Schnee gefallen. Wurde ja langsam mal Zeit!

Daher allen Leserinnen und Lesern¹:
 
Die besten Wünsche und alles Gute im neuen Jahr!


Zum Vergleich: 20 cm Schnee




¹ jawohl: allen fünf!

31 Dezember 2008

Ängste

Angst kann man vor allem möglichen haben. Es gibt für die verschiedensten Ängste lustige Namen: Etwa Arachibutyro­phobie, die Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt - das muss schrecklich sein, führt im Extremfall womöglich sogar so weit, das man gar keine Erdnussbutter mehr essen kann. Dass man andere Leute vom Erdnussbutter­essen abhält. Dass man im Supermarkt vor den Erdnussbutter­gläsern randaliert und gewalttätig werden muss. Schlicht: Dass man verrückt wird.

Es soll aber auch die Angst vor Grün geben. Also einfach vor der Farbe Grün. Stelle ich mir schwierig vor, wenn man sowas hat und bei der Polizei arbeitet, oder als Gärtner. Der Weihnachts­baum­fach­handel bleibt einem damit auch für immer versperrt. Tja. Schade.

Ich selbst habe Angst davor, dass Sachen ins Klo fallen könnten. In meinem Bad gibt es so eine Ablage hinten über dem Klo. Da liegt allerlei drauf: Rasierer, Nagelschere, Wäscheklammern, Seifenblasen­maschine, manchmal auch die Brille, sprich: Sehhilfe. Bei unglücklicher Verkettung der Ereignisse, zum Beispiel leicht ungeschickter Motorik in Tateinheit mit geöffnetem Deckel, könnte eine dieser Sachen ins Klo fallen. Sowas ist eklig. Und deshalb habe ich Angst davor.

Weiß wenigstens jemand den Namen für diese Angst?

29 Dezember 2008

Easy Gruseling

Huh-huh-huuuuh! Wer sich wieder mal gruseln möchte wie in Kindertagen, gibt sich das hier: Ray Conniff, seine fabulösen Singers und sein Orchestra vergewaltigen hier einige der bekanntesten Klassiker der klassischen Musik, zuerst schon mal das erste Klavierkonzert vom Tschaikowski und gleich hinterher das Aus der neuen Welt¹ von Dvorak ... daran kann ich mich noch erinnern, dann habe ich das Bewusstsein verloren...


Aaargh! Schwanensee! mitderhandgegendiestirnschlag Schwanensee! elenderklugscheißer Nix neue Welt! Schwanensee! schwerengegenstandfürgegendiestirnsuch Schwa-nen-see! Aaaargh!





¹ kriegt so gleich einen ganz anderen Klang: "Das Aus der neuen Welt"
Hm? Och, nur so...


² Wer sich für das Aus der neuen Welt interessiert - ich hab hier noch eine seriösere Quelle gefunden:
I: Adagio - Allegro Molto II: Largo III: Scherzo - Molto vivace IV: Allegro con fuoco

Peak

Im Verlauf des Jahres unterhielt ich mich verschiedentlich mit Bekannten über die wirtschaftliche Entwicklung. Es ist ja angeblich so, dass man immer nur eins haben kann: Wohlstand oder Umweltschutz - nach Aussage unserer Politiker, die wiederum wortwörtlich die Meinung der Unternehmer verbreiten, schließt sich das gegenseitig aus. Man *kann* *einfach* *nicht* *beides* *haben*: Wohlstand und Umwelt. Tss tss, so was dummes auch nur zu wünschen, tss tss...

Insofern sah man mit Genugtuung, dass das Öl immer teurer wird. Ja, ja, Heizen wird damit wohl auch teurer. Und plötzlich lohnt sich Wärmedämmung, oder auch simples Mitdenken. Heißt: Wenigstens die Hersteller von Wärmedämmung - und von Mitdenken - werden wohl doch wohlhabender, gerade wegen des unerwünschten Umweltschutzes, den die Verteuerung mit sich bringt.

Stichwort für die ganze Entwicklung war "Peak Oil". Damit ist gemeint, dass irgendwann ein Maximum an Ölförderung erreicht ist, von wo ab es so nicht weiter geht.

Dem großen Bloguator, der in einer Stadt lebt, ist seit langem der Individualverkehr, insbesondere der Autoverkehr, ein Dorn im Auge: Allgemein diffus wegen "Umweltschutz", aber ganz konkret, weil durch den Verkehr die Bewegungsfreiheit jedes einzelnen in der Stadt dramatisch eingeschränkt wird. Nur haben sich alle dran gewöhnt. Und ein Auto ist ja auch ganz schön - so lange man drin sitzt und die Autobahn nicht vor dem eigenen Balkon hat. Und so lange sich immer ein Parkplatz findet, der nur die anderen nervt.

Im Zuge der derzeitigen Krise scheint sich jetzt auch ein "Peak Car" herauszubilden. Tragisch für alle, die immer noch von der Herstellung von Autos leben müssen: Weil ihren Firmenbossen in sechzig Jahren absolut nichts besseres eingefallen ist, als antiquierte Blechdosen zu optimieren, bei denen man 1600kg an jeder Ampel in Bewegung setzt und an der nächsten wieder zum Stehen bringt, wenn man einen Menschen von vielleicht 80kg transportieren will. Wobei sich alle darüber freuen, wie sehr sich mit so einem Fahrzeug heute Sprit sparen lässt.

Eienr der größten Erfolge der Autoindustrie war es ja, dem Publikum einzureden, dass das einzig nachteilige am Auto das ist, was aus dem Auspuff kommt. Und im Grunde die einzigen Kosten sind demnach die für den Sprit.

Mal sehen, ob wir schon am Peak Car sind oder erst demnächst, aber ich würde das begrüßen.

Ich bin auch keine Zielgruppe

Kannte ich bisher nicht - kann ich mich aber voll mit identifizieren. Ja:


Noch Fragen?

25 Dezember 2008

Stille Nacht revisited

Es ist so schön friedlich.

Wer heute, am Abend des 25.12., durch Prenzl'berg² geht, findet leere Straßen vor: Die Pornobrillen-Öko-Schwaben sind anscheinend bei Mama. Das ganze hippe Auskenner- und Abcheckergesocks, das sonst die Gegend um die Danziger Straße verstopft, ist heute zu Hause - wo immer das sein mag. Egal, Hauptsache nicht hier.

So tritt man sich zum Glück nicht auf die Füße: Während der Berliner verzweifelt versucht, der aufmerksamen Zuwendung seiner Eltern zu entkommen ("Sorry, ich hab da noch eine Einladung - neee, tut mir leid, kann ich auf keinen Fall absagen, reist morgen nach... äh... nach ... äh... Neuseeland...") und dann in ein Kino oder eine Bar schleicht, suchen die Hipster-Lemminge anscheinend die heimische Nestwärme um vom Vermehrungs­­erfolg, oder von welchem auch immer, zu künden.

Die Straßen sind weitgehend leer, wie in den Jahren vor der großen Invasion, oder wie in den Bezirken, deren Amüsier-Qualität sich nicht bis zu den Zahnarzttöchtern nach Tübingen und den Professorensöhnchen aus Münster herumgesprochen hat¹.

Heute ist es fast wie ... früher. Hin und wieder trifft man auf der Straße Eltern, die in breitem Berlinisch ihren Nachwuchs zur Schnecke machen oder gegenseitig wegen unerheblicher Kleinigkeiten gnadenlos aufeinander einhacken. Was, wenn nicht das, ist Heimat?

Die Zeitungsverkäufer in den Öffentlichen sprechen ebenfalls mehrheitlich einheimischen Akzent - jedenfalls kein Schwäbisch, zu dem sie einen penetrant belehren, das sei Badisch.





¹ jaja, schon klar, bevor sich wieder einer beklagt: Münster ist nicht so richtig Schwaben. Schwabe ist in Berlin derselbe Menschenschlag, den der Münchner als Saupreiß bezeichnet. Geht dabei auch nur um die Bezeichnung einer unsympathischen zugewanderten zahlungskräftigen Bevölkerungsgruppe, die einem mutwillig auf den Keks geht und alles besser weiß - DAS können nun wirklich WIR am besten.
² ja, genau dieses Prenzl'berg

23 Dezember 2008

Einkauf heute

Nicht dass es irgendwie wichtig wäre, aber: Wenn man heute in so einen modernen freistehenden Supermarkt geht, sucht man zuerst die Einkaufswagen. Und stellt dann fest: Die stehen draußen, auf dem Parkplatz. Man ist dran vorbei gelaufen.

Genauer betrachtet: Man ist nicht dran vorbei gelaufen - weil der Weg eines Fußgängers nicht dran vorbei führt. Wohl aber der eines Autofahrers - der vom Parkplatz kommt. Der Fußgänger, der direkt von der Straße kommt, soll einen Umweg machen, wenn er denn unbedingt einen Einkaufswagen braucht. Jedenfalls ist das bei den LIDLs so, die in letzter Zeit hier aufgemacht haben.

In den Zeiten der optimierten Wege kann das kein Zufall sein. Die Verkaufsstrategen haben inzwischen über alles nachgedacht, alles ist geplant: Welche Waren sich wo befinden, welches Preissortiment in welcher Höhe im Regal steht, wo im Laden das Frischfutter hin kommt, in welcher Richtung der Einkaufsweg sich dreht, welche Süßwaren man in der Quengelzone direkt vor der Kasse findet.

Aber Fußgänger sollen ein Umweg machen, wenn sie einen Wagen haben wollen. Autofahrer nicht. Irgendwann merkt man: LIDL will gar keine Fußgänger als Kunden.

Wer genau hinsieht erkennt, dass dort die Fußgänger noch nicht mal einen ordentlichen Zugang von der Straße haben. Bestenfalls ein Loch im Zaun, das muss genügen. Mit dem Auto bekommt man eine beleuchtete Schranke, kleine Schwellen, sogar Stahlringe um die Laternenen, damit die sich den Autos nicht zu schnell in den Weg werfen.

Aber immerhin: Es gibt auch keinen Fahrradständer, wozu auch? Fahrradfahrer können bestimmt genauso wenig wegtragen wie Fußgänger, die sind als Kundschaft uninteressant, wenn nicht sogar lästig. Solchen Schmarotzern muss man das Leben nicht auch noch erleichtern.

Das ist dann fast schon Demokratie, wenn alle unprofitablen Minderheiten gleich herablassend behandelt werden. Demokratie nach LIDL-Art. Andere Supermärkte sind aber wohl ähnlich.

Nur so eine Beobachtung - nicht, dass es wichtig wäre.

22 Dezember 2008

Teile Vorurteile

- eine folgerichtige Geschichte -

ein Gerücht, aus der Erinnerung, und nicht besonders sorgfältig recherchiert

In Japan gibt es eine Bahn, die einen Berg hinauf fährt.
Weil der Berg steil ist, verläuft der Weg in Serpentinen.
Weil dort wenig Platz ist - Japan - gibt es an den Wendepunkten keine Kurven. Statt dessen fährt der Zug auf ein totes Gleis, eine Weiche wird umgelegt und er fährt in der Gegenrichtung wieder los, weiter den Berg hinauf. Der Zug hat daher zwei Führerstände, an jedem Ende einen.

Aus Sicherheitsgründen - Japan - müssen immer beide Führerstände mit einem Lokführer besetzt sein. Damit man ihn erkennt, und als Zeichen seiner Position, trägt der Lokführer eine schicke Uniform, gebügelt, mit Mütze und weißen Handschuhen.

Weil in Japan Hierarchien wichtig sind, gibt es einen ersten Lokführer und einen zweiten. Der erste Lokführer hat die Aufgabe, den Zug in Fahrtrichtung zu führen. Der zweite Lokführer sitzt im anderen Führerstand, am jeweiligen Zugende, zur Sicherheit. Dort hat er im Regelfall nichts anderes zu tun, als die entschwindende Landschaft aufmerksam zu betrachten.

Weil in Japan Hierarchien wirklich wichtig sind, wird an jeder Kehre gewechselt: Der erste Lokführer hat nämlich die Aufgabe, den Zug immer in Fahrtrichtung zu führen. Daher der Wechsel: Beim Halt steigt jeder der beiden Lokführer aus und geht zum anderen Führerstand am ihm zustehenden Zugende. Dann fährt der Zug weiter bis zur nächsten Kehre. Dort erfolgt der nächste Wechsel.

Weil im zuverlässigen Japan Posten möglichst lebenslang besetzt werden, kann es so vorkommen, dass jemand nahezu sein ganzes Leben lang als zweiter Lokführer rückwärts fährt. Und zwar so lange, bis der Posten des ersten Lokführers frei wird und er aufrückt.

Bis da hin kann er nur aufmerksam der Landschaft beim Entschwinden zusehen und hoffen, dass wenigstens einmal etwas aufregendes passiert.



So weit das Gerücht über die Verhältnisse in Japan. Ich war noch nie dort.

21 Dezember 2008

Robert

Und bevor mich jemand daran erinnern zu glauben muss: So weit reichts grade noch, bis zu diesem Gedicht von Robert Gernhardt, in Anlehnung nach Kuno von Hoffmanstal. Wie ging das gleich noch? Ah, Gugel weiß:

Terzinen ueber die Vergesslichkeit

Noch spür ich ihren Dingens auf den Wangen,
Wie kann das sein, dass diese nahen Tage Dings sind,
für immer fort und ganz vergangen?

Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt
Und viel zu kommnichtdrauf, als dass man klage,
Dass alles gleitet und vornüberrinnt.

Und dass mein eignes ... Na! durch nichts gehemmt
Herüberglitt aus einem Kind?
Ja, Kind, Mir wie ein Hut unheimlich krumm und fremd.

Dann: dass ich auch vor Jahren hundert war
Und meine Ahnen, die im roten Hemd
Mit mir verdingst sind wie mein eignes Haar.

So dings mit mir als wie mein eignes Dings.


Genau.

20 Dezember 2008

Grüße aus...

einem Stadtteil von Mayen

Nein, es liegt nicht am Alter, Alter!

Im übrigen stelle ich derzeit eine kleine Schwäche fest: Das Gedächtnis. Nein, ich bestreite, dass es am Alter liegt!

Also: Zur Zeit vergesse ich immer irgendwas. Genau, das passiert jedem mal, aber hier handelt es sich um jahr-zehn-te-lang geübte Routinevorgänge.

Bevor wieder irgendwer mit so einem blöden Stöckchen kommt: Wenn ich aus dem Haus gehe nehme ich immer - IMMER! - ein paar Sachen mit. Den Schlüssel - das Geld - das Telefon. Telefon erst seit ca. 8 Jahren. Im Winter außerdem ein paar obligate Kleidungsstücke: Jacke - Mütze - Schal.

Aber seit ein paar Tagen vergesse ich immer irgendwas. Dann muss ich wieder raufrennen, zurück in die Wohnung. Dazu hat man aber in den seltensten Fällen Lust. Insbesondere dann, wenn man schon ein wenig spät dran ist, wie Der Große Bloguator™ eigentlich immer.

Vorwärts immer - rückwärts nimmer!

Irgendwas fehlt jedenfalls in letzter Zeit ständig, irgendein blöder Routinegegenstand: Mal das Telefon, mal der Schal, mal das Geld.¹

Kann mir das irgendwer erklären? Lesen hier zufällig Psychologen mit brauch-/anwendbaren Kenntnissen mit? Ich möchte 1. wissen, woran das liegt und 2. wie man das abstellt. Danke.





¹ nun ja, zugegeben, das Phänomen existiert schon seit längerer Zeit bezüglich Sportklamotten: Da fehlt mal das Duschzeug, mal das Handtuch, mal frische Unterwäsche und mal die sauberen Socken. Ist da aber nicht so auffällig: Sport ist nur ein- oder zweimal die Woche ... oder ich habe mich schon lange dran gewöhnt...

19 Dezember 2008

Helferlein

 
Man soll ja nicht immer nur hämisch lästern, soll man nicht. Manchmal genügt es auch, wenn man sich vorbehaltlos wundert - fast schon im Sinne von "bewundern". Nämlich in diesem Fall, wo das Helferlein Rechtschreib doch tatsächlich in der Buchstabenansammlung "hprblemlos" das beabsichtigte "problemlos" erkannt hat.

Rrrrespekkt!
 

18 Dezember 2008

Anregung

 
Ich muss mich mal von dem Trugschluss verabschieden, dass bei anregenden Getränken "besonders dunkel" auch immer "besonders gehaltvoll" bedeutet: So linear ist dieser Zusammenhang nämlich nicht.



...hm?

Äh, ja: Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
 

Oha!

Was einem nicht alles entgeht

Erst vor kurzem habe ich die Künstlerin Jean Shin kennengelernt ... also: Nicht persönlich, sondern ihre Arbeit: Sie beschäftigt sich mit Geweben und Collagen aus gefundenen Dingen. Beispielsweise eine Art temporäres Parkett aus Einweg-Esstäbchen oder ein endloses Band aus Computer-Tastaturtasten.

Persönlich mag ich die Soundwave ganz gerne: Sie spricht von der Kurzlebigkeit von Musik und vom Geschmack, der durch eine Plattensammlung zum Ausdruck kommt.


Wobei es allerdings nahezu Frevel ist, Vinylplatten einzuschmelzen. Zudem denken die meisten inzwischen beim Stichwort Musik vermutlich eher an CDs, MP3, gute alte Tape-Cassetten oder schlicht an ein Klavier. Wie dem auch sei: Ein schönes Gebilde.

Mich erinnert dieser Anblick allerdings schwer an Hokusais Bild vom Tsunami - die Perspektive, der sich überschlagende und brechende Wellenkamm. Da das Kunstwerk 2007 datiert ist, nehme ich an, dass der Künstlerin auch der große Tsunami von 2004 im Kopf herumspukte.


Und damit erfüllt das Werk zumindest eine meiner Erwartungen an Kunst: Sie regt die Phantasie an.

Trivial, nicht?

Genau.

17 Dezember 2008

Musik und so

Bei der Suche nach einem Beispiel für den Bolero, also für DEN Bolero von DEM Ravel, bin ich auf die folgende überraschende Resource ... hrmhrmm ...Quelle ... gestoßen:

Nämlich das Department of Special Collections der Donald C. Davidson Library, University of California, Santa Barbera

Hier werden alte Tonaufnahmen auf Walzen digitalisiert und dann der Welt wieder verfügbar gemacht. Auf diese Weise kann man beispielsweise überaus nervigen Jazz von 1918 kennen lernen - falls man vergessen haben sollte, wo der Jazz seinen Namen her hat.

16 Dezember 2008

Man bekommt...

... ein seltsames Bild von Japanern, wenn man arglos einem Comic-Link folgt und dann auf Sachen wie diese stößt:


Mir ist noch nicht mal richtig klar, aus welchem Material diese Teile bestehen - Latex? Porzellan? - aber der Detailreichtum ist doch bewundernswert ... sonderbar.

Dabei schwingt immer die Frage mit: Was macht man damit? Stellt man sich sowas ins Regal?

Und zum eingangs erwähnten seltsamen Bild von den Japanern: Wie ist man, wenn man sich sowas ins Regal stellt - verzweifelt? Borderliner? Einsam? Macho? (meinetwegen auch ein Lesbo-Macho) Oder einfach nur total unbefangen und völlig mit sich im reinen und ein ganz neutraler aufrichtiger Bewunderer des schönen Körpers?



Zu dieser Ratlosigkeit eine Verständnishilfe, die auch für viele andere derartige Erzeugnisse gelten mag:

B.) Golombs Merksätze zur Verwendung mathematischer Modelle

4. Verwechseln Sie nie das Modell mit der Realität.
        (Merksatz: Versuch nicht, die Speisekarte zu essen.)

15 Dezember 2008

Die Bayern wieder

Ich hätte mir ja gewünscht, dass all diese bayrischen Geistesgrößen¹, die jetzt das Maul so weit aufreißen, sich schon früher mal melden: Wenn überall in Deutschland - mit Ausnahme Bayerns - alle möglichen Minderheiten von Faschisten angegriffen wurden, hat man seltsamerweise dazu nie etwas aus Bayern gehört. Außer vielleicht der Frage, was alle diese Minderheiten hier eigentlich zu suchen hätten.

Fragt man sich schon, wie weit Bayern eigentlich von Deutschland entfernt liegen mag, oder wo seine Staatenlenker in den letzten Jahren wohl gelebt haben. Jedenfalls haben anscheinend weder Zeitungen noch Rundfunk bis nach Bayern gereicht.

Was den Geistesgrößen jetzt aber ganz schnell wieder einfällt ist, demokratische Verfahren außer Kraft zu setzen, um die NPD zu verbieten.





¹ ...ah, wer sich über diesen völlig ungerechtfertigten Ausbruch wundert, ich vergaß zu erwähnen: "Ich kenne meine Pappenheimer - ich bin ja selber einer."

Türblattaußennaße

Suchbegriffexegese

Zum Verständnis muss man sich die Grafik wohl in Originalgröße ansehen: Einfach drauf klicken.



Nase schreibt man mit ohne ß ¹.

Irgendwelche Pfälzer unter uns? Ich meine Fensterpfälzer ... Leute, die wo Fenster pfälzen?


¹...und an sich wäre an dieser Stelle Gelegenheit, einen unsinnigen und völlig überflüssigen Streit über den Unterschied zwischen SZ und Scharf-S vom Zaun zu brechen.
² Ein Falz wäre die Falte im Türblatt und Türrahmen, die dafür sorgt, dass die Zugluft einen Umweg machen muss und dass es dadurch weniger zieht. Aber sowas meint der Autor der obigen Tabelle ja nicht.
³ Wie man etwas pfälzt weiß ich nicht.

12 Dezember 2008

Unwichtige Zwischenfrage

- berufsmäßige Neugier -

Warum wohl liefert das Charité-Facility-Management eine neue Kücheneinrichtung in einen neuen Dachausbau in einer unbedeutenden Schöneberger Nebenstraße?

Zur Erläuterung einige rethorische Fragen:
CFM → Hausmeister der Charité-Liegenschaften?
Distanz Charité - Schöneberg > 6km
Dachausbau Schöneberg ≠ Charité-Liegenschaft?
Neue Kücheneinrichtung = Privatwohnung ≠ Facility-Management?


... nur so, die unbezähmbare Neugier  eben ...

09 Dezember 2008

Trommlerwirbel

Nichts liegt mir ferner als Weihnachten, und nichts liegt mir näher als ein Umweg. Also: So das übliche Pflicht-Weihnachten, Baum, Hetze, Streit, Völlerei. Nun, nichts gegen jedes einzelne dieser Elemente, aber bitte mit eine gewissen Überraschungsmoment, und nicht ewig vorhersehbar kalenderabhängig gruselig.

Das ist auch schon ein schönes Stichwort: Gruselig - man weiß eh nicht mehr, ob es sich jetzt noch um Halloween oder schon um Weihnachten handelt. Aber es ergab sich auf Umwegen neulich die Suche nach einem Musikbeispiel für einen dieser Klassiker. Man weiß ja schon seit Jahren, dass dieses eins der meist verwendeten Musikstücke der Neuzeit ist.

Kann man mögen oder nicht. Oder man gibt sich im Sinne eines neurologischen Experiments einfach mal ein paar Stunden nur das. Auf diesem speziellen Sender auch ohne das ewige Dazwischengeplapper des Moderators, der sich ein einziges mal still zurück hält und Musik und Künstler für sich sprechen lässt.

Und hier sollte sie sein, aus höchst weihnachtlichem Anlass - und wenigstens ein-mal rechtzeitig:

(powered be SkreemR)

Gemeint sind die seltsamsten Erzeugnisse der weihnachtlichen Drummer-Boy-Industrie. Und, ja, richtig: Ich finde die rumpelige Abney-Park-Einspülung nicht viel seltsamer als die klebrige Darstellung von der hübschen Tori Amos.

Funktioniert jetzt so, dass man sich am besten den Foxytunes-Player im Firefox installiert und dann einfach beim ersten Song auf Start drückt.
Jaaa-ja, ich weiß, das erfordert mehr eigene Mitwirkung, als so mancher Leser aufzubringen in der Lage ist. Aber. Auf direkte Links verzichte ich doch lieber, damit mich die Freunde der Rechte der Musikindustrie nicht noch in ewige Armut und Verdammung stürzen...

Bastard-Pop

Kürzlich auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt spielte eine Amateur-Big-Band mit ziemlich großer Gebläseabteilung lustige Mash-Up-Musik.

Vielleicht nur eine Art musikalisches Deja-vue des Großen Bloguators. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie zwar eine Vielzahl guter Bläser, aber nur einen einzigen Drummer mit arg begrenztem Repertoire zur Verfügung hatten.

Zuerst erscholl weihnachtliche Besinnlichkeit auf dem Dampfkochtopf: Sie spielten sich zum Drummer Boy die Seele aus dem Leib - erstaunlich schon, dass nach dieser Vorstellung keiner hyperventiliert bewusstlos liegen blieb. Und dass das bei unkonzentriertem Hinhören verblüffend ähnlich nach Ravels Bolero ² klang.

So ein Weihnachtsmarkt ist ja kein Konzertsaal: Man selbst unsterhält sich und hört nur halb hin, außerdem gibt es reichlich Störgeräusche von sabbelnden Nachbarn, quengelnden Kindern, Gluckern des Glühweins, startenden Flugzeugen bis hin zum Rauschen der Gaslaternen.

Und dann gleich anschließend Jingle Bells, das sich aber irgendwie schwer nach Lambeth Walk anhörte, oi!¹

Kann einer der Leser das mal mixen?

Und, weil das hier ja keine Radiostation ist, demnächst eine Compilation der seltsamsten Drummer-Boys, die mir bei der Suche nach einem geeigneten Beispiel begegnet sind. Versprochen! (so beginnen meine Drohungen immer)





¹ hatten wir auch schon mal hier
² hier in einer entsetzlichen Rondo-Veneziano-Version, irgendwie ganz dicht an der Ästhetik des Midi-files
³ so, und jetzt bin ich gespannt, ob das hier mit den Soundlinks so klappt, wie ich's mir vorstelle
- mir gehen die kleinen hochgestellten Zahlen aus: Link-Dank an Äintschie für den Weihnachtsmarkt
- neeneenee, aus Rücksicht auf die Rechte-Geier nehme ich die direkten Mp3-Links mal lieber vorläufig raus, bis sich eine bessere Lösung findet

04 Dezember 2008

Schriftverkehr

Vorbemerkung: Dem Autor und Großen Bloguator ist beim Camping in Gesellschaft dereinst aus verschnarchter Gutgläubigkeit Unachtsamkeit ein Zelt in Brand geraten... dennoch wird er zuweilen von mitleidigen Menschen privat eingeladen. Im folgenden ein elektronisches Antwortschreiben an so einen barmherzigen Mitbürger

Lieber Sportfreund,

zuerst bedanke ich mich höflich und wortreich für das, was ich als Einladung zu einer privaten Veranstaltung gründlich mißverstehe. Deswegen habe ich allerdings noch einige kleinere Anmerkungen und Fragen.
Sportfreund_XXX@aol.com schrieb:
Sehr verehrter Sportsfreund Goldfisch,
die Position N 48° 15,938 E 012° 46,010 solltest Du am 23.8. um 1900 MESZ ansteuern.
Handelsübliche Navigationssysteme für das autobahnisierte Binnenland sehen die Eingabe in östlicher Länge und nördlicher Breite leider nicht vor. Mein batterieloses tageslichtbetriebenes GPS auf Zellulosebasis umfaßt in entfaltetem Zustand eine Fläche von ca. 1,83 qm.

Könnte ich die Adresse bitte noch einmal in Mark und Pfennig ...Verzeihung, die Euro-Schwäche ... könnte ich bitte Straßennamen und Hausnummer sowie ORTSNAMEN  bekommen? (umgangssprachlich: Die Postanschrift)

In Gebieten niedriger geographischer Dichte (= Ortschaft ist in kaum einer Karte verzeichnet) sind u.U. auch Telefonnummern von Nutzen. Eine Buschtrommel gehört zur Notfallausrüstung unseres Fahrzeugs, Feuer versteht sich von selbst, Leuchten am nördlichen Himmel bedeutet die baldige Ankunft des Erlösers - so in etwa.

Nach der Ankündigung Deines Besuchs habe ich sofort sämtliche Wertgegenstände und alles zerbrechliche beseitigt, einer Teilnahme steht nichts mehr im Wege. Feuerlöscher sind besorgt. Der freiwilligen Feuerwehr wurde ein bundesweit gefürchteter Pyromane angekündigt.
Mein Vorschlag wäre, den schlagkräftigsten Löschzug dieses Weilers zum Fest einzuladen. In Arbeitskleidung. Die rechtzeitige Installation einer Sprinkleranlage ist angeraten. Waldbrandpatschen sollten bereitliegen. Brennbare Güter (Baustoffklasse B1) sind im Keller zu lagern.  Kinder fahren besser ins Ferienlager.

In Museen werden gefährdete Kulturgüter dadurch vor Brandschäden bewahrt, daß man den entsprechenden Raum bis zur Decke mit reinem CO² flutet. Dies ist eine kostengünstige und umweltfreundliche Maßnahme. Sie hat nur einen kleinen Nachteil. Finden sich auf dem Anwesen außer dem Eigentümer noch andere gefährdete Kulturgüter?

Wofern alle diese Maßnahmen eingehalten werden, kann - mit etwas Glück - nichts anbrennen. durch Rohkost läßt sich das Entflammungsrisiko beim Kochen weiter senken. Der preußische Feuerteufel merkt schlussendlich an: Einige Regionen werden sich noch Hochwasser wünschen! Wie weit ist denn der Fluss entfernt? Sind die Nachbarn in der spontanen Bildung von Eimerketten unterwiesen?

Auch ein weiterer Sportsfreund gab bereits eine vorsichtige Absichtserklärung zur Teilnahme ab. Nach einem tragischen Viel-zu-spät-Start vor 2 Jahren wäre ein
neuer Versuch angezeigt.
Der Weg ist das Ziel. Der Sportsfreund will einen neuen Versuch waging, soweit ich verstanden habe.
In meinen Datenbanken habe ich den bewussten Sportfreund leider nicht notiert. Da Du mir als emsiger Funktionär bekannt bist, möchte ich Dich um Information und nochmalige EINLADUNG DES INTERESSENTEN bitten. Sollten in diesem Deinem Kielwasser noch andere PYROFreunde Richtung Bayern segeln, sind diese selbstverständlich herzlich willkommen.
SOLCHE Pyrofreunde sind nicht leicht zu finden und daher pfleglich zu behandeln.
Andere Freunde des pyromantischen Stils trifft man schon öfter: Steuermann Klaus D. aus M. wünscht, getrennt und mit der Bahn anzureisen. Wo müsste er denn da hin (Angabe der nächsten geeigneten Bahnstation genügt)?
Da ich mich auf die Anstrengungen dieses EVENTS durch eine Meditationswoche mit
Löschübungen in der Südtiroler Bergwelt vorbereite, bin ich derzeit nicht
erreichbar. Gib mir bitte per elektronischer Datenübertragung Bescheid, ob Du und wenn ja mit wieviel Sportskollegen Du hier ansegelst.
Vorläufig haben nur der Kollege A. und Klaus D. aus M. ihr Kommen zugesichert. Außer der Adresse wäre auch die Startzeit beim Kirchenwirt hilfreich: Wann denn? Gibt es die Möglichkeit, bei Regen im Haus zu nächtigen (Luftmatratze - feuerfester Tresor) oder eine zum Zelten geeignete Wiese in flacher Hanglage?
Mit den üblichen Grüssen
Worin bestehen eigentlich die "üblichen" Grüße?
Sollen wir am Freitag das übliche Grüßen üben?
Gisbert
Grüßbert?

Nein, Verzeihung, ich muss mich korrigieren, die Zielzeit 1900 MESZ war ohne weitere Hilfsmittel und verhältnismäßig einfach auf die hiesige Position umzurechnen.

Für kurzfristige Antwort zu heißestem Dank verpflichtet,
mit sportlichem, zudem aber freundlichem Gruß

Carsten, der <°((( ~~<
 

02 Dezember 2008

Aaaaaa-krasia!

Aaaah! Seit gestern weiß ich das Wort dafür! Man kann auch beim Pub-Quiz durchaus was lernen.
Will ich jetzt nicht mit dem Lernen in Fernseh-Quizshows gleich setzen, in denen man Günther Jauch Millionär wird. Sondern oberhalb, also: Besser, mehr.

Hm? Äh, ja, genau: Akrasia. Das ist, wenn man die logische, richtige und angemessene Handlungsweise in einer Situation kennt - und etwas anderes tut. Der Fachmann (ich) weiß: Die Betroffenen tun nicht mal das Gegenteil, sondern einfach irgendwas. Vermutlich nur, um nicht das logische, richtige und angemessene tun zu müssen. Warum auch immer. So ist das eben mit den Krankheiten: Bei mancher weiß man nicht, wofür sie gut ist.

Sagte ich Krankheit?




Ah, nein, falsch, falsch! Alles falsch! Es gibt ein Wort dafür, Akrasia, aber dieses beschreibt eine eher akademische Fragestellung der Philosophen. Nämlich, ob man etwas tut, obwohl man etwas anderes für besser hält. Sowas ist natürlich Quatsch. In dem Moment, wenn man handelt, hält man ja die ausgeführte Handlung für die bessere.¹

Trotzdem kann man diese hypothetische Frage selbstverständlich philosophisch behandeln, dafür ist die Philosophie ja da.

Im täglichen Leben begegnen einem hingegen dauernd Leute, die rational denken und dann irrational handeln, obwohl wirklich alle Fakten wie auch Argumente objektiv dagegen sprechen. Das geschilderte Problem wird bei Wikipedia eher unter "kognitiver Dissonanz" eingeordnet. Klingt auch viel schöner, finde ich... und wende mich der dissonanten Kognition zu.


¹ es sei denn, man steht - wie Der Große Bloguator™ - zuweilen neben sich, beobachtet sich bei irgendeinem Irrsinn und fragt sich "Was zur Hölle tust du da?". Aber das ist ja nicht die Regel, oder?

01 Dezember 2008

Intermezzo

Im Grunde sollte das hier gar kein hauptberufliches Link-Posting-Blog werden. So wars jedenfalls nicht gedacht, ursprünglich. Sondern.

Aber ist es nicht ein Zeichen besonderer Flexibilität, wenn man auch mal vom ursprünglichen Plan abweichen kann? Nee, nä? Eher nicht.

Ich bitte zumindest dafür pauschal um Verzeihung ... ist aber auch egal: Auf Wegen, die inzwischen wirklich nicht mehr nach­­zu­­­voll­­ziehen sind, bin ich kürzlich über dieses außerirdische Stück (Link zur Erläuterung) gestolpert:



...und weiß gar nicht, was ich daran mehr bewundern soll: Die Iwan-der-schreckliche-Kostüme, die verstaubte Fernsehballett-Choreografie, die sehr hübschen Schauspielerinnen oder den Sowjet-Funk aus den frühen siebzigern mit dem zentralen Röhren-Schweine-Synthesizer. Ganz zu schweigen von der krassen Auflösung dieses Rätsels am Schluss. Russisch kann ich nämlich immer noch nicht.

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