25 Juli 2012

Musik und Tön (10)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von T. 9


10. Zwang und Talent zur Kommunikation


dass sein schicksal völlich hoffnungslos is, brauche ick dem idioten ja nich gleich zu sagen, dit merkt er noch früh jenuch. die leute ausm nachbarhaus wolln ihm nich helfen, unser nachbar mit dem andern parkplatz is nich da. die übrijen leute aus unserm haus wissen ooch nüscht. aba dit weeß er noch nich. also fücht er sich in sein schicksal und fängt an, rundrum zu klingeln.

isn ruhijer samstachnachmittach, von unserm balkon aus kann ick immer wieder mal ne klingel hören und denn, wie eener anne jegensprechanlage aufjerecht versucht, die situation zu erklären. hin und wieder wird et dabei ooch mal n büsschen lauter. der knallkopp hat immer noch nich einjesehen, diss er nich jenauso flott wieder wegfahrn kann wie er jekomm is. und wenn die andern dit nich schnell jenuch kapieren denn wird er unjeduldich.

bei uns klingelt et denn ooch. susanne jeht ran an die jegensprechanlage. sie erklärt ihm, dass sie ooch nüscht weeß, aber diss er sich beeilen soll, weil da unten regelmäßich fremde wagen abjeschleppt werden. super, damit hat se gleich ne janz andere spannung rin jebracht. nu is der kerl endlich richtich motiviert.

dabei is da noch nie irjend jemand abjeschleppt worden. wenn man wen fremden abschleppen lässt denn muss man nämlich erst ma selber zahlen. und die polizei brauch man dafür ooch. aber dit weeß der idiot da unten ja nich. weil seine karre sein höchstet heilichtum is macht er sich allmählich wenichstens sorgen. wo der nachmittach schon fast rum is.

nach nur eene kurze weitere denkpause setzt er sich in sein auto und fängt an zu telefonieren. sein schatzi zu hause muss ihm nen abschleppdienst suchen. der soll denn wohl dit auto übern büjel heben. wir hörn wie er am telefon sein eifersüchtijet schatzi zuerst nochmal die janze situation ausführlich erklären muss. da drin hat er ja inzwischen übung, aber die is anscheinend ooch nich so furchtbar helle.

und denn weeß der knallkopp noch jar nich, wat so een abschlepper kostet: dit is schon normal nich billich, an nem werktach. aber mit anfahrt und wochenendzuschlach kommt da janz schön wat zusamm. ick höre so bruchstückhaft wie der zu sein schatzi sacht
"Ist mir egal! Das klage ich von dem Idioten wieder ein, der mich hier eingeschlossen hat!"
da bin ick nu wieder sehr jespannt drauf.


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24 Juli 2012

Wachstum


Meine Kürbisse schlagen aus!

Hm? Nein keine Metapher für irgendwas. Echt nicht! Tatsächlich Grünzeug auf dem Balkon.

Bisher hatte ich immer sowas wie den braunen Daumen.

Was? Nein, auch keine Metapher! Einfach das Gegentum von grünem Daumen, der wiederum eine Metapher für besonderes heimgärtnerisches Talent ist.

Robert Gernhardt hat auch mal einen Satz mit Metapher gebildet¹. Na, wenigstens dafür habe ich Talent.





¹ Bilden Sie mal einen Satz mit...

... Metapher ...:
Herr Kapitän, der Steuermann
hat grade lallend kundgetan,
er brächte jetzt das Schiff zum Sinken -
me taph er wirklich nicht mehr trinken.

Musik und Tön (9)

VII. Staffel - Parkplatznot   Fortsetzung von T. 8


9. Heimsuchung des Heimwerkers


jehe ick also runter, um ihm bescheid zu stoßen
"sajen sie mal - wat machen sie denn da?"

"Geht sie überhaupt nichts an!"

"also, wenn dit nich ihr parkplatz is, denn schlage ick mal vor, dass sie dit janz pronto wieder sein lassen, weil ick sonst die polizei rufen muss. die findet dit bestimt jenauso komisch wie ick. ham sie eijentlich alkohol jetrunken?"

"Ich muss hier weg fahren! Ich habe heute noch einen Termin!"
klaro, samstach nachmittach um vier. da ruft wohl die sportschau.
"nehm se sich ne taxe."

"Das ist mein Auto!"

"aber wohl immer noch nich ihr parkplatz, wa?"
und denn füge ick hilfsbereit hinzu:
"wissense, für mich sieht dit ja so aus als sollte hier keen fremder parken. meinse nich, die leute ham sich wat jedacht bei die janzen teuren schilder und dem büjel? wen hamse denn jefracht, ob sie hier parken dürfen?"
und er brüllt mich an
"Wem gehört dieser Parkplatz denn?"
und ick
"weeß ick nich, ick bin hier nich der parkplatzwächter. aba ihrer isset ja anscheinend nich, wa?"
nu steht er ratlos da mit seine extra anjeschaffte eisensäge die schon wieder so völlich nutzlos is.
"klingeln se doch mal in die häuser hier rundrum, irjendwem wird der parkplatz schon jehören. den könn se ja denn nett um entschuldijunk bitten."
zu dem wort nett kann der sich garantiert nüscht vorstellen. wat besseret scheint ihm aber nu ooch nich mehr einzufallen und er findet sich in sein schicksal.



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23 Juli 2012

Musik und Tön (8)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von T. 7



8. Der Herr hasst die Hilflosen


zwischen die hupanfälle steicht er immer wieder aus und sucht hektisch die janze jegend ab, wahrscheinlich nach irjendwem, der ihm weiterhelfen will. will aber keener. der besitzer von dem auto neben seinem is unser nachbar und außerdem verreist. und ick habe keene lust, er soll ja noch wat lern. vorläufich kommt er also nich weg. so allmählich wird er anscheinend nervös. susanne und ick sitzen bei kaffee und erdbeertorte uffm balkon und beömmeln uns.

wo der anjeber nu nich mehr hupen dürf wird er noch nervöser. spricht jeden uff die straße an, ob er nich die besitzer von dem parkplatz kennt, ooch wahllos wildfremde leute, aber nie besonders freundlich. als autofahrer in not muss man ja nich mehr nett sein. ick habe schon viele solche fälle jetroffen.

je fremder die leute sind, desto wenijer können die ihm helfen. seltsam eijentlich. dabei müsste der doch nur mal bei uns im haus klingeln. denn müsste er aber ooch zujeben, dass er uff dem fremden parkplatz jestanden hat und dabei ürjendwie die janzen schilder und hinweise übersehen konnte. dit will er vermutlich nich. dit is autofahrerlogik: fehler machen immer bloß die andern.

lieber macht der idiot also weiter rabatz und verbreitet hektik unter leuten, die beim besten willen nüscht damit zu tun ham.

denn isser ne weile verschwunden. dauert ne zeitlang und plötzlich höre ick son verdächtijet quietschen von unten, rhythmisch. ick kieke runter und sehe den an unserm büjel rumfummeln. der hat sich inzwischen wohl ne eisensäge besorcht und sächt damit an unserm büjel.

finde ick nu ooch unverfroren. der büjel is ja unschuldich und kann jar nüscht dafür.


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22 Juli 2012

Musik und Tön (7)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von T.6




7. Hilflos auf fremdem Grund


rechts von unserm parkplatz steht noch een auto, links is zaun. also kommt der idiot nich raus: an dem büjel kann er so nich vorbei fahrn. nu will er aber wohl doch endlich los und drückt unjeduldich uff die hupe.

der meint anscheinend, wenn er bloß ausreichend krach macht kommt er janz jenauso bequem wieder weg wie er in den praktischen fremden parkplatz rin jefunden hat. sonst hätte sich dit ja nich jelohnt.

dem is nich so. nach ner weile drückt er minutenlang uff die hupe.

dit jibt ja so leute, die glooben, wenn se nur in ihre karre sitzen und nervich jenuch hupen, denn möchte zügich eener anjeloofen komm und ihnen helfen. nee, muss einfach! wie früher bei mama zu hause, ne andere möglichkeit könn die sich jar nich vorstellen, sie sitzen doch schließlich in ihre karre!
"Ich teile diese Auffassung nicht..."
formuliert unser anwaltsfreund in sone fälle immer janz zutreffend.

und wir wolln ja ooch wissen, wat passiert, wenn ausnahmsweise keener kommt und so nem idioten aus die kacke hilft, die er selber anjerührt hat. als der kaffee uffm tisch steht meint Susanne
"Das ist ein soziologisches Experiment!"
ick sage
"und ick dachte, wir erziehn den idioten bloß n bisschen?"
dit jehupe nervt bald janz schön. da muss ick jetz leider durch. zum glück habe ick susanne, erdbeerkuchen und den kaffee, da kann ick dit hier uffm balkon aushalten.

hin und wieder kieke ick verstohlen über die brüstung. der knallkopp da unten brauch erstma nich zu sehen, wo ick wohne. dass dit unser parkplatz is habe ick ihm noch jar nich jesacht. irjendwann wird er dit schon rausfinden.

aber dit jehupe bemerken die leute ausm nachbarhaus ooch und fragen den limousinenidioten, ob er noch alle beisamm hat.

darüber isser nu wiederum janz überrascht und hört erstmal uff mit hupen. konnte er ja nich wissen, dass dit jemand stört. er möchte jetz doch bloß endlich losfahrn von dem fremden parkplatz den er stundenlang blockiert hat. und jetz soll endlich der komm, der ihm da wieder raus hilft. wie son rotzlöffel in schwierichkeiten. nur mama is anscheinend nich in der nähe.

ick höre, wie er die leute ausm nachbarhaus fracht, ob se wissen, wem der parkplatz jehört. dit wollen die aber jar nich wissen, is ja dit nachbarhaus. außerdem sind se noch neidisch uff unsere schön parkplätze, weil sie selber keene ham. die sind also nich so hilfsbereit und lassen den lieber schmoren. nur hupen dürf er jetz nich mehr.


weiter zum T. 8

Erfolg-Erfolg

Erfolg!

Heute ist es mir erstmals gelungen, einen Büffelmozzarella aus meinem Kühlschrank noch vor dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums zu essen. Singlehaushalt halt. Aber:

Erfolg!



...hm, äh, ja. Und was mache ich jetzt mit dem Kilo Mangold, das ich gleich im Anschluss an diese Meldung auf dem Markt gekauft habe?


21 Juli 2012

Musik und Tön (6)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von T.5



6. In der Ruhe liegt die Kraft

inzwischen kommt susanne nach hause und faucht gleich los, dass da irjend son idiot unsern parkplatz blockiert. unsere tochter hat se unterwegs bei ner freundin abjejeben und soll se später wieder abholn. vor wut hat se unser auto quer vor unserm parkplatz abjestellt. der büjel is ja sowieso schon oben.
"nur keen streit unnötich vermeiden, wa?"
wie se oben in unsere wohnung ankommt fracht se als erstet

"Warst du das mit dem Bügel, Dicker? Hast Du den Bügel hochgeklappt? Das warst doch du, oder?"
und icke:

"Joh."
und sie grinst breit

"Dachte ich mir schon."
und ick daraufhin
"Na denn is ja für unterhaltung jesorcht, wa?"
ick bin mir sicher, diss se die kleene unbequemlichkeit bald nich mehr bereuen wird. meine susanne is jenauso großzügich wie icke, deshalb verstehn wer uns ja so jut. nu sind wer also jespannt, wat wer da wohl anjerührt haben und packen erstmal die einkäufe aus.

schon nach noch ne weitere jeschlagene stunde jeht draußen dit jehupe los. erst so zaghaft. ick warte ja schon die janze zeit da druff. jehe raus uffn balkon und kieke unauffällich runter. von unserm balkon kann man den parkplatz jut sehen. logenplatz. na denn bin ick mal jespannt.

"Susanne, wolln wer unsern kaffee uffm balkon trinken? wolln wer doch, oder?"
... türlich wolln wer.



zum siebten Teil

20 Juli 2012

Musik und Tön (5)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von T. 4



5. Idiot im Parkverbot

neulich mal, an nem sonnabend vormittach, fährt susanne mit dem auto und unsere kleene weg und ick jehe ne stunde später runter zum einkoofen. steht da n fremder wagen uff unserm persönlichen parkplatz. dit is der, den wir jemietet ham und an dem unsere autonummer hängt. susanne klappt den büjel nich jedet mal wieder ordentlich hoch, dafür musste ja nochmal aussteijen, da ham wer manchmal keene lust zu. da sind ja ooch noch die schilder und selbst der runterjeklappte büjel is nich zu übersehn.

ick sehe also dit fremde auto da und frage den tüpen, der jerade aussteicht, janz scheinheilich

"Ach, hallo, sind sie der neue nachbar?"
Aber er knurrt mich bloß an

"Nein!"
Denn sage ick janz freundlich:

"Kennen sie denn die leute, denen der parkplatz jehört?"
Und er

"Ich steh hier nur fünf Minuten!"
und schließt sein auto ab. Und ick frage ihn, wat er denn macht, wenn die wiederkommen, denen der parkplatz jehört, und uff ihren parkplatz wollen. da blafft er mich an, dass mich dit überhaupt nüscht anjeht.

Ick mache mir ja nur sorjen dass susanne zurückkommt und unser parkplatz is besetzt. und denn denkt sie womöglich, ick habe sie inzwischen verlassen und der parkplatz is längst neu vermietet. und dit sacht ihr denn son unfreundlicher tüp wie der da.

na jut, denke ick mir, fünf minuten sind ja nich lange, jehste erst mal einkoofen.

wie ick nach ne weitere stunde wiederkomme, steht die karre immer noch da. dit is so ne limousine, teuer aber jeschmacklos, so unauffällich jetunt, tierferjelecht, breitbereift, sündich teure alufelgen, übermotorisiert und doppelt dicker auspuff. schleuder für den fortjeschrittenen anjeber, "Für den Herrn mit dem besonders kleinen Penis" nennt dit der erfahrene autoverkäufer.

ick staune schon, wie der mit dit tierferjelechte ding überhaupt über unsern büjel rüberjkomm is, ohne den auspuff abzureißen. der tüp is weit und breit nich zu sehen.

na schön, denke ick mir, "Wolln wer doch die schwelle mal nochn bisschen höherlejen..." und klappe den büjel hoch. ordnung möchte schon sein. "Wir wern ja sehn, wat passiert."

bei den nachbarn is niemand zu sehen. zur sicherheit hole ick aus der wohnung noch ne farblich passende kartoffel. die drücke ick in den auspuff und stopfe mit nem wanderstock ordentlich nach, damit se schön tief und fest sitzt. denn verschwinde ick und harre der dinge.


zum nächsten Teil

19 Juli 2012

Musik und Tön (4)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von T. 3

4. Angebot vs. Parkplatznot

unser haus hat so nen vorjarten, also: hatte früher mal. der is seit lange jepflastert und sieht jenau aus wie bürgersteich. unser hausbesitzer is irjendwann druff jekomm, dass dit ja sein land is und nich die stadt ihrs und hat jesacht:
"dann legen wir da ein paar schöne parkplätze an. wollen sie auch einen?"
dit jeht wohl nich überall, aber bei uns hat et nach einijem hin und her jeklappt. unser hausbesitzer kann janz schön hartnäckich sein. dabei wollte der ooch bloß nich so weit zu seinem auto loofen.

nu ham wer also nen parplatz direkt vorm haus. kostet uns janz wenich, der is nich kleinlich, der vermieter. da muss man übern bürgersteich fahren, wenn man parken will, aber wir sind ja vorsichtich. an jedem platz steht seine autonummer dran. unser hausbesitzer is jung, aber ordentlich, manchmal. ick weeß nich, wo der dit her hat.

und außerdem hat er so ne büjel anbringn lassen, damit da keen fremder ruff fahrn kann. die büjel muss man uffschließen und runterklappen, wenn man parken will, oder wegfahrn. Ick frage ihn
"Is dit nich n bisschen zuviel der liebe?"
Und er:
"Nein, ich will mich doch erst gar nicht mit so Arschlöchern herumärgern!"
und denn hat er ooch nochn schild jekooft "Privater Parkplatz! Nur für Mieter!"

der hat scheints n ziemlichet sicherheitsbedürfnis, unser vermieter. erstaunlich für son jungen menschen. wat der schon für erfahrungen jemacht ham muss... na jedenfalls: an die janze einrichtung is unschwer zu erkenn, dass dit überaus persönliche parkplätze sind, und dass da jemand anderer nüscht druff zu suchen hat...


Abb. ähnlich


zum Teil 5

18 Juli 2012

Musik und Tön (3)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von Teil 2


3. Lohn der Wohn-Situation

wir ham unsere wohnung extra danach ausjesucht. wir ham uns jefracht: kann ick zu fuß einkoofen - komme ick ooch in der nacht jut hin oder weg - is die verkehrsanbindung zuverlässich - möchte ick da tot überm zaun hängen?

und denn ham wer uns für eene wohnung entschieden. wir ham hier ne u-bahn und ne s-bahn in der nähe und zwee buslinien die würklich alle zehn minuten fahrn. dit warn die entscheidungsgründe, danach ham wer uns die wohnung ausjesucht. aba parkplätze jibt et hier fast keene.

dit habe ick denn ooch erstmal bereut, als wer die karre von susannes mutter jeerbt ham: wenn de zurückkommst vom autofahren is nämlich der parkplatz weg. denn kannste vom nächsten parkplatz nach hause jenauso lange loofen als wenn de gleich zu fuß im schwedischen möbelhaus jewesen wärst.

jibt hier bei uns natürlich ooch son paar strategen, die denn nachts uffm bürgersteich parken, aber die ham morgens oft n schönet ticket am auto, glückwunschschreiben vom polizeipräsidenten. hier kommt die polizei schon mal nachts um halb drei und kontrolliert, ob eener zu dicht anne ecke parkt. finde ick ooch fast schon unsportlich. aber nich sehr.

unser jeerbtet auto war also zu anfang nich die reine freude. erst habe ick stundenlang parkplätze jesucht, wenn ick mal wegjefahren war. susanne wollte schon mal wissen, wo ick so lange war.
"Na, ick war zehn minuten lang einkoofen und eene stunde fuffzehn parken."
susanne hat jelacht, aber ick war jedet mal runter mit die nerven. denn hat mich unser vermieter jefracht, ob ick nen parkplatz mieten will. und ick erst
"Nö, wozu denn? Wat solln der kosten? Dit kostet doch bloß noch mehr jeld!"
aber meine susanne hatte nen lichten moment, naja, hat se ja immer, aber diesmal besonders:
"Sei nich blöd, Dicker! Das ist DIE GELEGENHEIT!"
und ick
"... noch mehr kohle mit die karre zu verbrennen wie so schon, wa?"
und sie:
"Du musst doch gar nicht damit fahren. Aber du kannst es ABSTELLEN!"
sie hat denn noch zweemal dazu jeblinzelt und denn war ick ooch überzeucht. ick bin janz leicht zu überzeujen. und dit war ooch völlich richtich.


zum 4. Teil

17 Juli 2012

Musik und Tön (2)

VII. Staffel - Parkplatznot Fortsetzung von T. 1


2. Öffentlicher Nahverkehr

ick finde, zu ne ordentliche stadt jehören busse in nem ordentlich intervall. zehn minuten ist dit maximum, mehr halte ick nich aus. wo die nich so oft fahren will ick jar nich hin! sowat is doch nich zu ertragen!

jibt et aber hier ooch mitten inne stadt: janz große wohnjebiete wo eene einzije buslinie alle zwanzich minuten durchfährt. aba zum nächsten laden isset so weit, dass de zu fuß würklich nich loofen willst. ooch wenn de bloß klopapier koofen willst sollste mit dem bus fahren, der höchstens alle zwanzich minuten fährt. in sone jegend möchte ick nich mal tot überm zaun hängn!

und wat machen die leute? ziehen in die pampa und koofen een auto.
"Ja, ohne Auto geht das doch hier gar nicht!"
und die finden dit ooch janz normal, dass man da ohne auto quasi schon jar nich mehr am leben is. wenn se denn jedet mal zum einkoofen mit ihre karre in die jeschäftsviertel fahren, denn jehen se allen andern uffn zünder: für ne karre reicht ihre kohle, aber die paar groschen fürn parkhaus hamse nich.

da stehn se lieber in der dritten reihe und blockieren die busspur und allet andere ooch.
"Nein? Wieso? Ist doch nur ganz kurz!"
wenn ick se mal drauf anspreche.
"jenau, dit dauert ja bloß zehn minuten und wenn sie hier endlich weg sind kommt der nächste idiot und macht dit jenauso!"
denn sind se empört, wie ick so jemein zu ihnen sein kann, weil sie störn ja jar keen, wenn se n kilometer stau verursachen.

ick fahre selber n bus und habe dit oft jenuch mit solche knallköppe zu tun. der stau hinter die reicht bis zur übernächsten ampel, aber sie ham zum glück nen parkplatz jenau vorm kaufhaus. wenn man im auto drin sitzt, denn sieht die welt gleich janz anders aus wie von draußen.

die janzen tüpen, die inner einfahrt aufm bügersteich parken, wo riesengroß "EINFAHRT FREIHALTEN" druffsteht.
"Nein, wenn ein Auto kommt, dann fahre ich natürlich sofort weg!"
bloß im auto musser sitzen, der da kommt, da drunter gilt nich. bis dahin soll aba jede mutter mit kinderwagen, jeder rentner zu fuß und jedet kind uffm fahrrad um die blödköppe rumkurven, möglichst noch über die straße. und wenn sich die mutter beschwert, denn isse ne hysterische zicke, weil dit is ja nich so schlimm, wenn mal eener zehn minuten uffm bürgersteich parkt, schließlich hamse so die paar groschen fürs parkhaus jespart.

zum Teil 3

16 Juli 2012

Musik und Tön (1)

VII. Staffel - Parkplatznot


1. Haben und Brauchen


Wir ham ja eigentlich een auto. aber ick fahre janz selten damit. meine frau ooch. oder besser: meine frau susanne ooch nich. wir brauchen dit eigentlich nur, wenn wer in urlaub fahrn, da ist dit lästich, mit unsere kleene und so koffer und rucksäcke. im urlaub da is son auto janz praktisch.

oder wenn wer zum möbelhaus fahrn, dit große möbelhaus aus schwedn. oder wenn wer dit alte jerümpel von dit große möbelhaus aus schwedn zum sperrmüll fahrn. dit zeuch, wat wer nu würklich nich mehr brauchen und schon dreimal repariert ham. wenn wer da wirklich keene lust mehr zu ham, denn schmeißen wer den krempel weg, so schön wie der vülleicht mal war.

als unsere kleene aus ihre ersten kinderzimmermöbel rausjewachsen war, da ham wer die wegjeworfen, janz skrupellos. die hatten ihr jeld verdient, wie man so schön sacht. sonst werfen wer nich vülle weg, da sind wir nich so die tüpen für. wir koofen nich alle drei jahre nen neuen fernseher und gleich danach ne couchgarnitur uff sechsunddreißich schlanke monatsraten. so wat brauchen wer nich. wenn wer watt koofen, denn wolln wer dit bar bezahlt ham. wat wer nich bar bezahlen können brauchen wer nich. wir ja nich! unser auto hätten wer ooch in bar bezahlt, aber dit is jeerbt. dit is die alte kiste von susannes mutter.

mamamobil. susannes mutter wollte jar keen neuet auto, aber ihr mann, der wat susannes vater is. der wollte, dass seine frau mit wat ordentlichet rumfährt. in ihre kleene siedlung ist dit wichtich. da kieken die leute, wat man fürn auto hat. und wenn dit auto übern bestimmtet alter is, denn kieken se komisch. naja, in ihre provinz, da wo die wohn, da is sowat wichtich.

größere sorjen ham die leute da nich. aber ohne auto kommste da überhaupt nürjends hin. die sind froh, wenn zweemal am tach een bus fährt - eenmal hin und eenmal zurück. ick spucke hier schon gift und galle wenn der bus nich alle zehn minuten kommt! zwanzich minuten finde ick n unmenschlichen abstand. dit is doch furchtbar: bloß alle zwanzich minuten mal een bus! bis der endlich kommt kann ick längst tot sein! aus langeweile jestorben...


zum Teil 2.

14 Juli 2012

Bewegte Bildchen

Wer schon ein Freund von Allegro non Troppo von Bruno Bozzetto und Popinga wartet von Peter Schössow war, der muss auch das hier mögen. Muss einfach:

via Sailor V. und @klauskandinsky

12 Juli 2012

Fortbewegung

Außerdem liebe ich es, mit offenen Schnürsenkeln herumzulaufen. Wenn man groß genuge Schritte macht, tritt man da schon nicht drauf. Aber es treibt die Leute in den Wahnsinn, wenn sie es sehen. Mich nicht.
"Vorsicht! Ihr Schuh ist offen!"
Sicher doch, ich habe es auch bemerkt.

11 Juli 2012

Helferlein in Brehms Tierreich

Das Helferlein Rechtschreib hatten wir schon lange nicht mehr: All die hilfreichen Programme, die glauben, Gedanken lesen zu können, aber außer einem eigenen verdrehten Bewusstsein leider weiter keinen Beitrag zur Fortentwicklung des Lebens auf diesem Planeten leisten.

Oder vielleicht doch?

Hm? Ach so: Das Wärmedämmgnu, "eine von der Evolution bisher nicht sehr zahlreich hervorgebrachte Antilopenart, die im Zeichen der Energieeinsparung in Mitteleuropa zunehmend an Bedeutung gewinnt".




Wärmedämmgnus werden in den nächsten Jahren in großen Herden in Mineralwolle oder Polyurethanschaum geboren. Essen möchte man sie nicht.

Fieber

Durch unbedachtes Herumklicken am Internet bin ich auf diesen schönen Reisebericht gestoßen:


Foto ©gringo (?)

Sofort erwacht da schon wieder das Reisefieber und meine Sehnsucht nach der Sahara und den angrenzenden Gebieten. Wer kommt mit?

09 Juli 2012

Ergebnis

Möchte eigentlich niemand wissen, wie es da oben aussieht, auf dem Monte Baldo?

Na, so spektakulär ist es eigentlich gar nicht, aber man kommt schwer hin.  Das ganze Massiv hat fünf oder sechs Spitzen, die alle fast gleich hoch sind, so um zwanzig Meter Unterschied. Ich war nur auf den beiden höchsten, dem Punto Telegrafo und der Cima ValDritta.

Der Wettergott beliebte, mich zu prüfen ...


... aber nicht die ganze Zeit


Man trifft wenig Leute. Sehr wenige.


Dafür hat man Wetter.


... und Landschaft...


... und Blick.


Aber auch Wetter.


Ja.

08 Juli 2012

blink182-3


Ich lasse den Abend im Nemo in der Oderberger Str. ausklingen. Das ist so wie meistens: Außerirdisch.

Der Zapfer lässt Edith Piaf laufen und führt dazu eine beeindruckend lustige Performance auf. Das Dunkelbier und die Chips kommen in Überlichtgeschwindigkeit.

Ich staune, dass das Bier wegen der Luftreibung nicht kocht und die Chips nicht glühen. Wer den Großen Bloguator™ nach einem Konzert in Prenzlberg glücklich sehen möchte, der muss ins Nemo kommen.

Das Scheppern in den Ohren lässt am übernächsten Tag nach.

06 Juli 2012

Tätigkeit auf Reisen

So, nun habe ich endlich taugliche Blogging-Software fürs smarte Fon, aber dafür sind die Netzwerktreiber vom Laptop verreckt.

Ich hab eine nicht unerhebliche Zeit der Reise damit verbracht, auf den Computer ohne Netzwerk Netzwerktreiber zu installieren. Die sind an sich winzig, aber er wollte nur die aller-aller-allerneueste Version akzeptieren. Zum Glück hatte ichs sonst nicht eilig.

Zur Abreise donnert es übrigens seit etwa acht Stunden, diesmal von Norden her. Aber jetzt, pünktlich zum Frühstück, ist das Unwetter auch bei mir am Hotel eingetroffen und es schüttet wie aus Eimern.

Das gibt noch eine interessante Heimfahrt...

Soll:


Ist:

.... aber ich soll mich nicht beklagen, war immerhin eine wunderbare Reise.

04 Juli 2012

Wetterbericht

Vermutlich zu meinen Ehren brennen der Herr vom Monte Baldo und die übrigen Wettergötter hier gerade noch ein phänomenales Feuerwerk ab: Blitz und Donner im Rhythmus von unter einer Sekunde!

Püha, Haufen Zeug, wirklich! Die Einheimischen sind beeindruckt. Zum Glück bisher auf der anderen Seeseite

03 Juli 2012

Reisetätigkeit

Die Geschichten vom Ararat sind noch nicht mal fertig, aber Der Große Bloguator™ ist schon wieder unterwegs. Diesmal am Lago di Garda, für ein paar kurze Tage.

Hotel mit 30 Zimmern und ich bin der einzige Gast - klingt ein wenig nach Shining, nicht wahr?

Beim Frühstück auf der Terrasse erntet gerade ein flauschiges brummendes Rieseninsekt mit Rüssel von der Größe eines kleinen Vogels die Blütenpollen der Geranien ab. Das klingt ebenfalls nach Shining. Oder haben die hier Kolibris?


... hm ...


... flauschiges Rieseninsekt mit zwei Beinen, so groß wie mein kleiner Finger? Fragezeichen? Das IST ein Kolibri, oder? In Norditalien? Fragezeichen?

Oder doch eine Halluzination, weil es hier so schön ist, dass es der unvorbereitete Mensch gar nicht erträgt?

Jahrestage

"Nein, nein, nein, ich will nicht!"
"Du musst!"

Ach Quatsch! Ab morgen gebe ich mir den Titel 'Ältester Jugendlicher der Welt'.
Ein Ehrenzeichen mit möglichst großem Symbolwert muss ich mir aber noch anfertigen.

Vielleicht ein taubes Ohr mit Schimmel dran?


Blink 2. One eight



Aber irgendwann kommen dann doch Blink182. Nach mir und dem Eigentümer sind die drei die ältesten Menschen in der Halle. Deshalb singen sie immer noch so Sachen wie "I want to fuck a dog in the ass" und "your mom can suck our dicks!" Ja, ja.

Aber auch "Whats my age again?"

Ich habe übrigens gelogen: Als die Band anfängt, stehen die allermeisten Zuhörer, auch die auf den Sitzplätzen.

Die Blinks sind so großartig wie erwartet. Ich weiß gar nicht, woher die all die minderjährigen Fans haben. Witzisch ist, dass die minderjährigen Fans vor allem die Klassiker mitsingen, Stücke, die vor über zehn Jahren entstanden sind. Naja, ich kann ja auch alle Beatles-Texte. Und ich warte seit acht Jahren auf Blink182.

Der Sound ist so scheiße wie vorher. So miesen Musikklang habe ich seit 1982 bei Police in der Deutschlandhalle nicht mehr gehört. Die Deutschlandhalle ist inzwischen abgerissen, der Computer und die Lautsprecherbox sind erfunden - aber debile Tontechniker gibt es nach wie vor.

Der Mixer antwortet auf schlechten Sound mit mehr Lautstärke. So haben sie das vor dreißig Jahren auch schon gemacht. Es endet damit, dass die Band sich selbst nicht hört und eher nicht so richtig singt. Dem Publikum ist das ohnehin egal. Nur mir nicht!

Irgendwann habe ich ein Knistern in den Ohren. Ich halte es zuerst für eine Störung der PA. Stelle aber in einem stillen Moment fest: Es sind meine Ohren. Respektive Gehirn, irgendwas hat da jetzt wohl doch Schaden genommen.

Bereits beim ersten Stück fängt eine enthusiastische Horde hinter mir mit Pogo an. Im hinteren Bereich der Stehplätze. Etwa alle vier Sekunden springt mir ein übergewichtiger Halbstarker ins Kreuz.

Ich hatte selbst bei original Punkkonzerten mit original Punkmusik noch nie Angst, meine Brille zu verlieren. Aber hier treiben dieselben Leute Pogo, die vorher den Dumpfbacken von Royal Republic zugejubelt haben. Ich ertappe mich dabei, wie ich ein Stück zur Seite gehe. Fürchte, ich werde alt.

Aber der Anlass entschuldigt alles: Es ist Blink-Konzert!

Die Blinks selbst sind außerirdisch. Der Drummer kann gar nicht genug bekommen und legt ein Mörder-Tempo vor. Welches den ganzen Auftritt über nicht nachlässt. Die anderen beiden sind ebenfalls so gut wie immer, und der Sound ist so schlecht, dass man sie noch nicht einmal versteht, wenn sie sich ohne Musik unterhalten. Einfach nur normal laute Sprache: Man versteht es nicht!

Unter diesem Gesichtpunkt ist der Sound-Mixer ein Künstler, auf Augenhöhe mit Koryphäen wie Joseph Beuys oder Jeff Koons. Im Musikgeschäft will mir gar niemand einfallen, der so wenig kann. Madonna vielleicht.

Rein technisch scheint es seit 1982 keinen Fortschritt gegeben zu haben: Ein debiler Soundmixer ist durch nichts zu ersetzen.

Die Blinks haben den Auftritt ja um ein Jahr verschoben weil die neuen Stücke angeblich nicht fertig waren. Deshalb spielen sie jetzt lauter bekannte Nummern von vor zehn Jahren. Immerhin kann das jugendliche Publikum fast jede mitsingen.

Aber dafür hätten sie den Auftritt wirklich nicht verschieben müssen. Ich hätte sogar zweimal ein Ticket bezahlt. Die jugendlichen Fans vermutlich auch. Sie sind große Klassiker - nur die Blink182s wissen es nicht.

Wie heute üblich werden die Musiker gefilmt und auf Leinwände übertragen. Allerdings mit einer halben Sekunde Verzögerung. Das Bild passt so nicht zum Ton. Insbesondere nicht zum genialen Drummer. Damit ist es überflüssig. Außer mir stört das wahrscheinlich auch wieder niemand.

Es gibt zusätzlich zur Musik noch eine Bildershow über der Bühne: Verfremdete Liveaufnahmen, Comics, animierte Bildchen. Die sind sehr schön, vor allem dann, wenn man Comics gerne hat. Lustiger Weise haben sie überhaupt nichts mit den pöbeligen Provokations-Witzen der Blinks zu tun. Aber lustiger Weise haben die Blinks ja auch nichts mit ihren pöbeligen Provokations-Witzen zu tun.

Sie spielen eine Zugabe und nach knapp eineinhalb Stunden sind alle erschöpft. Die Blinks könnten großartig sein, wenn sie nicht in der Halle spielen, mit einem debilen Soundmixer. Wenn sie nochmal kommen geh ich natürlich wieder hin. Selbstverständlich auch in der Halle. Aber vorher erschlage ich den Mixer.

02 Juli 2012

Blink182

Was man so alles auf Konzerten erlebt.

Seit Jahren will ich Blink182 live sehen. Aber erst habe ich sie um einen Tag verpasst und dann hatten sie sich aufgelöst. Jetzt brauchen sie zum Glück so dringend Geld, dass sie sogar vor MIR auftreten würden. Also, vorletzes Jahr war das so.

Letztes Jahr ließ die Geldnot nach und deshalb wurde der Auftritt erst mal um ein weiteres Jahr verschoben: Angeblich sollten erst noch zwei Stücke fertig werden. "Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit." Jetzt aber!

Die ziemlich große Max-Schmeling-Halle ist ziemlich voll. Wusste gar nicht, dass die Blinks außer mir überhaupt jemand kennt? Lustig: Hauptsächlich Jugendliche, die meine Kinder sein könnten. Gleichzeitig tritt Madonna in der O2-Arena auf. Da bin ich nicht. Madonna find ich eklig.

Wenn man blink182 gugelt, werden die unter "Genre: Punkrock" einsortiert. Die Hälfte des Publikums sitzt.

Der Mixer hat den Soundcheck anscheinend in der leeren Halle durchgeführt. Das ist eigentlich so üblich. Und dann hat er die Einstellungen für die leere Halle optimiert. Beim Konzert ist er ganz überrascht, dass es anders klingt. Nein, wahrscheinlich nicht. Er merkt es nicht einmal.

Auf der Toilette machen sie Madonna-Witze. Für die nächsten fünf Minuten kann ich nun nicht mehr.

Die Vorgruppe klingt nicht nur vom Sound her scheiße, sie macht auch gruselige Musik. Schweinerock. Mein Gott, sind die schlecht!

Auf den Stehplätzen klatscht ein großer Teil begeistert mit. Zweifel melden sich. Bei der überaus billigen Animation beteiligen sich dann fast alle. Sternstunde des schlechten Geschmacks.

Die Versager von der Vorgruppe nennen sich Royal Republic. "This next song is exceptionally good for jumping!" Es gibt anscheinend Publikum, dem man das erst sagen muss. Die ersten Besucher jumpen schon, bevor es überhaupt losgeht. Und da heißt es immer, die Jugend sei heute zu anspruchsvoll. Hier im Publikum stehen die anspruchslosesten Leute der Welt.

Der Gitarrist kann noch nicht mal richtig Gitarre spielen. DAS könnte Punkrock sein, drei grauenhaft geschrammelte Akkorde. Aber dafür ist es zu schlecht.

Außerdem zu wenig Akkorde.

Der Sänger macht eine weitere billige Animation, die vierte diesen Abend, die an Schlechtigkeit nicht zu unterbieten ist, zusammen mit dem Drummer. Danach reicht ihm der Roadie die Gitarre zurück. Er musste sie für die Dauer der Animation ordentlich von der Bühne tragen, damit sie das Gesamtbild nicht stört und sich niemand verletzt. Von der riesigen Bühne, die auch für zehn von diesen Hampelmännern zu groß wäre. Und dabei sind die nur zu viert. 
Arbeitsschutz ist wichtig, gerade auch im Rock'n`Roll-Gewerbe! Ich hätte zu Madonna gehen sollen.

Das Mädchen neben mir trägt ein shirt "frierock - freilichtbühen friesack 2011". Jede Band dort aus der Provinz war besser als Royal Republic, ich schwör!

Als es endlich vorbei ist, höre ich, wie neben mir ein junger Mensch brüllt "Hier im Publikum stehen die anspruchslosesten Leute der Welt!" Und empört läuft er davon, völlig außer sich. Er hat offenbar mein Liveblogging mitgelesen während ich es schrieb - so interessant war die Band. Empört ist er trotzdem.

01 Juli 2012

Adoleszenz


Wie sich vielleicht herumgesprochen hat, nimmt Der Große Bloguator™ auf die alten Tage noch einige Veränderungen an seinem Leben vor: Pünktlichkeit, Fleiß und solche Sachen, erst mal versuchsweise.

Das Ausmaß der Motivation dabei lässt sich vielleicht daran ablesen, dass Der Große Bloguator™ heute bleifreies Bier¹ trinkt, um seine Arbeit konzentriert zu erledigen.





¹ a.k.a. "Alkoholmissbrauch"!

28 Juni 2012

Fußball?

Danke!

Pizza amore!

Spaghetti vongole!

Danke!

...eigentlich eine furchtbare Vorstellung, ausgerechnet von Italienern erlöst zu werden. Aber wenn man keine Wahl hat...


Sport, das ist, wenn man sich über einen zweiten, dritten oder vierten Platz freut, weil das der eigenen Leistung entspricht. Wenn man denn eine eigene Leistung beigetragen hat.



Das geht vorüber

Die gegenwärtige Fußballhysterie ist wieder mal besonders furchtbar. Naja, Fußballhysterie ist ja immer furchtbar.

Die aktuelle ist vielleicht vergleichbar mit der eines Autofahrers, der eine leichte Berührung mit der Blechdose eines anderen hatte. In beiden Fällen meinen die Betroffenen dann, dass alle geltenden Regeln des derzeitigen Lebens durch ein so gewaltiges Ereignis aufgehoben sind.

Autofahrer stellen dann ihr nahezu unbeschädigtes Auto mitten auf der Kreuzung ab, besser noch im Gegenverkehr. Sie verbrüdern sich mit dem Unfallgegner und warten kollegial auf die Polizei. Wenn die endlich angekommen ist, führen sie eine Schmierentragödie auf.

Fußballfans schmücken sich von oben bis unten mit nationalen Symbolen, stolpern schon nachmittags und noch nüchtern völlig steuerlos durch die Gegend und bewerfen sich und andere sinnlos mit Riesenböllern. Der Mann, der sich dabei gerade die halbe Hand weggesprengt hat, lacht einen am nächsten Tag aus der Zeitung an.

Alle zusammen saufen und gröhlen fröhlich im nationalen Überschwang und haben keinen Sinn dafür, dass andere das bedrohlich finden könnten. Oder jedenfalls unästhetisch. Sie sind ja in der Mehrheit, da darf man das.

"So sehn Sieger aus ... Schlaaaaaaaaand!!!"

Autokorso, Radau, hunderttausende rasender Cretins.


27 Juni 2012

Kokos feuerhemmend

Zur Abwechslung eine kleine Geschichte aus dem Bauwesen

In zahllosen Berliner Altbau-Treppenhäusern liegt nach der Verhochwertigung zum Zwecke gesteigerter Mieten Kokosbelag. Oft in einem schönen kräftigen Rot, vom Erdgeschoss bis ins vierte Obergeschoss. Sehr edel und gemessen daran nicht teuer - deswegen wird es ja so gern genommen.

Nun ist es so, dass Treppenhäuser im Brandfall als erster Rettungsweg dienen¹. Man nimmt an, dass die Bewohner, wenn es brennt, zuerst versuchen, die Wohnung über das Treppenhaus zu verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Deshalb soll bei einem Brand das Treppenhaus möglichst als letztes Feuer fangen. Doch, doch, das geht schon: Da liegen meist Holzstufen und -geländer vor, die Türen und Fensterrahmen sind aus lackiertem Holz, zudem stehen Kinderwagen und Schuhregalchen herum, ganz zu schweigen von den Papierkörben für den Werbemüll, die man seit einigen Jahren braucht.

Deshalb schreibt die Berliner Bauordnung vor, dass alles, was man zusätzlich einbringt, nicht so leicht brennen darf². Das leuchtet ja auch dem Laien ein, was?  Man nennt das in Fachkreisen: "Keine zusätzliche Brandlast".

Und für den ganz ignoranten Laien: Nein, nur weil da schon brennbares Holz liegt, darf man jetzt NICHT weiteres billiges brennbares Zeug draufpacken! NICHT!
(es gibt einen Haufen Leute, die so denken, ich schwör!)

Also: Wenn man nun einen neuen Fußbodenbelag einbaut, dann muss der schwer entflammbar sein. Kokos ist doch schwer entflammbar, oder?

Genau: Ist es nicht.

Für Schwerentflammbarkeit gibt es klare Regeln und Prüfzeugnisse, B1, und weil das Kokoszeug überall liegt, geht wirklich jeder stillschweigend davon aus, dass es auch schwerentflammbar ist.

Aber, Überraschung: Ist es nicht!

Seit einigen Tagen recherchiert die Kollegin darüber und bekommt von jedem eine andere Antwort. Insbesondere auch von den Herstellern. Weiß man jetzt nicht, ob da auch überall ahnungslose Vollpfosten sitzen, aber möglich wärs schon.

Und wenn man selbst im Internet nach "Kokos + schwer entflammbar" sucht, bekommt man zuerst scheinbar reichlich Antwort. Na, dann muss es das ja doch geben, oder?

Wer den Links folgt, sieht, dass die Wörter "Kokos" und "schwer entflammbar" fast nie im selben Satz auftauchen. Und wenn sie das tun, dann nicht bei den Herstellern, sondern eher bei den Schriftstellern, bei den Leuten, die allgemein über das Bauwesen philosophieren und ihre Gedanken niederschreiben. Aber die Schriftsteller wiederum wissen auch nicht, dass man dafür ein Zeugnis braucht, in dem unzweifelhaft unumstößlich "Schwer entflammbar, Klasse B1" steht.

Nun besteht immerhin die theoretische Möglichkeit, Baustoffe durch Oberflächenbehandlung feuerhemmend auszurüsten, das ist bei verschiedenen Baustoffen durchaus üblich. Heißt zuerst natürlich: Es wird teurer. Noch viel interessanter ist jedoch, dass man bei weiterer Suche keinen solchen Hersteller findet.

Derzeitiger Stand der Erkenntnis: Es gibt gar keinen Kokos-Bodenbelag, der schwer entflammbar ist. Das Zeug wird aber kilometerweise bei fast jeder Treppenhaussanierung in Berlin eingebaut. Nun, vielleicht habe ich da auch irgendetwas ganz falsch verstanden.

Das ist: Interessant!



¹ über den zweiten Rettungsweg reden wir ein anderes mal
² das steht im § 35, Notwendige Treppenräume, Ausgänge:
(5) In notwendigen Treppenräumen und in Räumen nach Absatz 3 Satz 3 müssen
...
3. Bodenbeläge, ausgenommen Gleitschutzprofile, aus mindestens schwerentflammbaren Baustoffen bestehen.


22 Juni 2012

Dokumentar


Aus Gründen der Vollständigkeit hier die Aufnahme meines Objektivdeckels von innen. Aus Gründen der Bequemlichkeit ohne Blitz:
 
 

siehe dazu auch: Dokumentation der Hosentasche

21 Juni 2012

Tunnel


Aber es kommt vor, dass das Licht am Ende des Tunnels tatsächlich der Ausgang ist - und nicht die Scheinwerfer der Lokomotive.


Verordnung

hier am Beispiel der Energieeinsparverordnung - EnEV

Wenn Verordnungsgeber sich äußern, dann formulieren sie gerne einmal so:
(2) In Fällen des Absatzes 1 Satz 2 sind die in § 3 Absatz 3 sowie in § 4 Absatz 3 angegebenen Berechnungsverfahren nach Maßgabe der Sätze 2 und 3 und des § 5 entsprechend anzuwenden.
Der Verordnungsnehmer soll die Verordnung möglichst nicht selbständig und zweifelsfrei anwenden können.

Mahlzeit für Löwen

Hier wieder ein Beitrag für den Darwin Award. Wir erinnern uns: Der Darwin-Award ist die Auszeichnung dafür, dass sich besonders dämliche Leute selbst aus dem menschlichen Genpool subtrahieren und damit die Weitergabe ihres Erbgutes verhindern.

Wenn sie es aber bereits weitergegeben haben, dann können sie auf Ideen wie diese kommen. Der Große Bloguator™, der Hunde ohnehin nicht besonders schätzt, kriegt regelmäßig Wutanfälle, wenn er sieht, wie Leute ihr Kleinkind mit dem doppelt so großen Köter spielen lassen. In Berlin trifft man das häufiger.

Solche Strategen werden natürlich vom Fotografen der folgenden Aufnahme weit übertroffen. Fragt man sich: Haben die Leute ihr Kind dermaßen über? Haben sie es dermaßen ... ... ähm ... ... satt?
"Sieh mal Ole-Theodor, die süße Miezekatze kann man streicheln!"
Und wenn sie darauf angesprochen werden, dass der Löwe lebendes Futter vielleicht doch vorzieht, vielleicht ja nur, weil ihm langweilig ist, oder weil er warme Mahlzeiten schätzt:
"Nö, wieso? Der hat doch zu fressen! Der ist doch satt!"
Rechts im Bild sehen wir den früheren Bruder von Ole-Theodor (ganz in rot), der den Eltern bereits jetzt nicht mehr zur Last fällt.

 

Aus gegebenem Anlass der Hinweis auf den älteren Blogeintrag mit der C-Prominenten und dem Puma.

20 Juni 2012

Richtiges Leben

Wenn ich morgens nach zu wenig Kaffee eilig zur Baustelle stürze, sieht für mich die Welt etwa so aus:

19 Juni 2012

Weltbild

Schöneberg, Lokal, Nachbartisch. Zwei Leute vor Bieren.

"Diese Kreuzberger Alternativspießer gehen mir auf den Sack!"

"Wieso denn?"

"Rassismus ist auch dann Rassismus, wenn er sich gegen Schwaben richtet!"

"Ja, stimmt schon, irgendwo...

... andererseits..."

"... genau: Andererseits! Und darauf einen Dujardin ..."

Schönes Schöneberg!

18 Juni 2012

Absagen & Verlegungen

Wenn man blink182 endlich einmal live sehen will¹, braucht man Geduld und Spürsinn. Zum Glück gibt es ja die Webseite des Veranstalters eventim.de.

¹ jedenfalls, ohne sie direkt in ihrem Übungsraum zu besuchen
² es handelt sich um die Karten für das Konzert von 2011... ... ... ... ...
³ aus gutem Grund bezweifle ich, dass die überhaupt einen Übungsraum haben


Irgendwann haben sogar "Support: The Gaslight Anthem" aufgegeben. Möglicherweise weil ihnen klar wurde, dass sie den Veranstaltungsort ohnehin niemals finden würden. Bereits die dauernden Terminänderungen empfanden sie als persönlichen Angriff. Die Mobbing-Klage läuft noch.



Absagen & Verlegungen

Es wurden 4 Ergebnisse zu Ihren Suchangaben - blink 182 in berlin am 22.06.2011 - gefunden.

4 Events


Event/Künstler bisher
Event geändert / verlegt
blink-182

Die für den 30.06.12 19:00 Uhr in BERLIN geplante Veranstaltung wurde aus dem Veranstaltungsort Zitadelle Spandau in eine andere Location verlegt. Die neuen Veranstaltungsdaten lauten: Max-Schmeling-Halle, BERLIN am 30.06.12 19:30 Uhr. Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit.

Stand: 24.02.12

30.06.12,
19:00 Uhr
Event
blink-182 - Support: The Gaslight Anthem

Die für den 30.06.12 19:00 Uhr in BERLIN geplante Veranstaltung wurde aus dem Veranstaltungsort Kindl-Bühne Wuhlheide in eine andere Location verlegt. Die neuen Veranstaltungsdaten lauten: Zitadelle Spandau, BERLIN am 30.06.12 19:00 Uhr. Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit.

Stand: 21.06.11

30.06.12,
19:00 Uhr
Event
blink-182 - Support: The Gaslight Anthem

Die für den 22.06.11 19:00 Uhr in BERLIN geplante Veranstaltung wurde auf den 30.06.12 19:00 Uhr verlegt. Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit.

Stand: 20.06.11

22.06.11,
19:00 Uhr
Event
blink-182 - Support: The Gaslight Anthem

Die für den 22.06.11 19:00 Uhr in BERLIN geplante Veranstaltung wurde aus dem Veranstaltungsort Kindl-Bühne Wuhlheide in eine andere Location verlegt. Die neuen Veranstaltungsdaten lauten: Zitadelle Spandau, BERLIN am 30.06.12 19:00 Uhr. Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit.

Stand: 19.04.11

22.06.11,
19:00 Uhr

16 Juni 2012

Biologieunterricht

oder: Kleiner Zwischenfall in der Küche

Doch, doch, anderen Leuten passiert das auch. Die meisten geben es nur nicht zu.

Im Küchenschrank des Großen Bloguators™ gibt es Dinge, die sich schon länger dort aufhalten. Sei es, dass beim Einkauf auf dem Markt die Augen wieder einmal größer waren als der Magen (man sagt hier so), verlockende Sonderangebote bei Abnahme von mindestens acht Kilo Datteln. Sei es, dass aus den verschiedensten Gründen die Zeit fehlte, das ganze mühsam herangeschaffte Zeug zu verkochen.

Warum auch nicht: Im Küchenschrank ist es trocken und einigermaßen sicher. Der ideale Platz, um trockene und in rohem Zustand unverdauliche Lebensmittel zu lagern. Kürzlich allerdings beim Blick in den sehr leckeren und bereits halb gegessenen Couscous: "Oh! Vegetarisch war das jedenfalls nicht..."¹

Andererseits erhält der Große Bloguator™ auf seine alten Tage unerwarteten Biologieunterricht: "Ich wusste gar nicht, das es so kleine Rüsselkäfer gibt!"




¹ nur falls sich wieder einmal ein Vegetarier zum Essen einladen sollte. Aber die meisten wissen sowieso, was sie erwartet

15 Juni 2012

Cartoon

Ich weiß noch nicht, wofür man das wirklich braucht, aber: Für das smarte Fon gibt es eine Cartoon-Kamera.



Schick, nicht wahr?


14 Juni 2012

Hipste Bezirke

Prenzlberg und Mitte, das ist da, wo Macbook-Schnösel herablassend auf jeden herabsehen, der mit unhipper Hartware vom Discounter arbeitet. St. Apfelholz ist das Lokal wo sich dieses Pack gern trifft um stumm nebeneinander zu sitzen, auf den Bildschirm des Designerstücks zu starren und wichtig zu tun.

Schöneberg hingegen ist da, wo sich auch der Macbook-Eigner im Cafe vors Klo setzt. Dort ist die einzige erreichbare Steckdose für sein Ladegerät - und ohne dauerhaft fließenden Strom will seine alte Gurke halt nicht mehr so richtig.

Schönes Schöneberg!

11 Juni 2012

Ararat (21) - aber sie überrascht!

Eine weitere Besonderheit der Türkei ist die vorurteilslose Freundlichkeit, mit der man dort überall konfrontiert wird. Ich kann jetzt schlecht sagen, woran es liegt. Beispielsweise trifft man fast überall in der Welt auf eine Art Deutschen-Bonus. Allerdings sieht man dem gewöhnlichen Reisenden ja die Nationalität nicht an, höchstens die grobe Richtung, also, vielleicht "Mitteleuropa".

In den Touristengebieten wird man auch in der Türkei von allen möglichen Händlern, Anbaggerern und Vertickern gequält, die einem irgendetwas andrehen wollen. Das tun sie meist gar nicht so unfreundlich, nur ist es halt schon wegen der Masse anstrengend.

Aber bereits wenige hundert Meter abseits der Touristenströme setzt sich die natürliche Freundlichkeit durch. Fast überall wo man hinkommt, wird man wenigstens mit einem "Hello!" oder "Welcome to Turkey" begrüßt, auch wenn das die einzigen englischen Worte sind, die die Leute können.

Nach den ganzen nervigen Baggerführern muss man dann erst einmal umstellen, da die übrigen freundlichen Menschen einem gar nichts andrehen wollen. Sondern sie sind wirklich nur nett, weil man offensichtlich fremd ist und sich offensichtlich für ihr Land interessiert. Darüber freuen sie sich.

Schwerer Kontrast zu Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern mit ihrem grundsätzlichen Misstrauen allem Fremden gegenüber. Muss ja nicht unbedingt böse Fremdenfeindlichkeit sein, aber eben Argwohn und Misstrauen, Ablehnung, Distanz.

Mir selbst liegt das Reden ja nicht so, die Mitreisenden zettelten bei wirklich jedem Zwischenstopp eine Unterhaltung mit den Einheimischen an. Viele sprachen wirklich kein Englisch oder Deutsch oder irgendeine Fremdsprache, die wir beherrschen würden. Hingegen ist unser Türkisch und auch Kurdisch stark ausbaufähig, also: Wir können kein Wort.

Trotzdem ist dort mit fast jedem eine Unterhaltung möglich. Ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo sich die meisten Leute aus den unterschiedlichsten Gründen erst gar keine Mühe geben. Allein diese überwältigende Freundlichkeit macht die Türkei zu einem erstrebenswerten Land.

Der Kulturschock, den türkische Gastarbeiter beim Umzug nach Deutschland erlebt haben müssen, übersteigt unter diesen Voraussetzungen jedes Vorstellungsvermögen. Wer die Türkei abseits der Touristengebiete einmal erlebt hat, schämt sich noch nachträglich.

06 Juni 2012

Was diesen Sommer anders ist

Anders sind diesen Sommer die Kartoffeln: Aus Israel. Oder Ägypten. Das hatten wir gerade. Dafür kommen die Erdbeeren derzeit aus Deutschland. Das ist überraschend. Immerhin wachsen Erdbeeren in Deutschland ohne größere Verrenkungen, wenn man nur nicht ausgerechnet im Januar frische Erdbeeren haben muss.

Ich weiß nicht warum, irgendjemand scheint beschlossen zu haben, dass es Spanien noch nicht dreckig genug geht. Und weil es nicht genügt, dass das Land schon keine Kredite mehr bekommt und die spanischen Bauern mit Hilfe rechtloser Wanderarbeiter ihre Umwelt zerstören, werden ihnen plötzlich zur Strafe ihre geschmacklosen Erdbeeren nicht mehr abgekauft. Gründe? Keine Ahnung.

Zur Zeit kann man in Berlin Erdbeeren mit Geschmack kaufen. Wahrscheinlich hat da irgendjemand geschlafen. 

Dafür wird es jetzt endlich Winter: Wir haben Juni und die S-Bahnen fallen aus.

04 Juni 2012

Kartoffelnde Klage

Ich weiß nicht, ist das noch unflexibel oder schon Autismus? Wenn man die Regeln das täglichen Lebens entweder nicht versteht oder im Verstehensfall nicht akzeptiert? Kann man das vielleicht behandeln lassen?

Ein älteres Beispiel: Rund um Berlin wird eine Menge Obst angebaut, unter anderem schmackhafte Äpfel in gewaltigen Mengen. In den neunziger Jahren gab es deswegen eine Zeit, in der man in den Berliner Supermärkten ausschließlich Äpfel aus Neuseeland, Südafrika oder Chile kaufen konnte, nur keine aus Deutschland. Das wäre wohl zu einfach gewesen. Von Brandenburg wollen wir erst gar nicht reden. Hauptsache, das Zeug war zwölftausend Kilometer weit geflogen. Jedenfalls besser als langweilige schmackhafte Äpfel aus Brandenburg.

Zwischendurch war eine scheinbare Besserung eingetreten. Zwischen all den Äpfeln, die wirklich etwas von der Welt gesehen hatten, lag auch wieder die eine oder andere Sorte aus Deutschland. Aber das war natürlich ein Irrtum. Denn heute im Supermarkt: Kartoffeln.

Deutschland, insbesondere Preußen, ist das Land der Kartoffel, und Berlin liegt da irgendwie mitten drin. Welcome to Kartoffel-Country! Die Kartoffel gedeiht hier und ernährt das Volk, so war das mal gedacht.

Geht man also in Berlin ins Geschäft und sucht Kartoffeln. Und was liegt da? Genau: Kartoffeln aus Ägypten und Kartoffeln aus Israel. Sonst keine. Festkochend und halbfest. Ägypten. Israel.

Dürfen die überhaupt nebeneinander liegen ohne dass eine Terrorwarnung ausgerufen wird?

Weil es von Israel nach Ägypten nicht so weit ist, reisen die ethnisch differenten Kartoffeln vermutlich mit ganz verschiedenen Verkehrsmitteln nach Deutschland: Die israelischen mit dem Flugzeug und die ägyptischen mit dem Esel. Oder meinetwegen umgekehrt.

Ach, nein, umgekehrt geht nicht, die israelischen Kartoffeln kommen bestimmt nicht durch den syrischen Zoll. Und nach dem unausweichlichen massiven Luftschlag gegen Syrien, der dann folgen muss, nicht durch den türkischen Zoll.

Wenn es nur darauf ankommt, möglichst abseitiger Gestehungsweg, möglichst umständlicher Transport, dann könnte man doch die Brandenburger Kartoffeln mit dem Schiff nach Berlin bringen. Doch, na sicher geht das! Oder sie von Hartz-Aufstockern auf dem Rücken in die Stadt tragen lassen, das kann doch heute nicht mehr so viel kosten?

Falls der Hartz-Aufstocker immer noch zu teuer ist mietet man halt wen beim Sklavenhalter ... ääähhh ... bei der ... Zeitarbeitsagentur, das ist sogar noch billiger!

Ist das kein Angebot? Auf dem Rücken zu Fuß nach Berlin getragene Kartoffeln? Das muss doch den Supermarkteinkäufern in den Fingern jucken, ein so dermaßen exklusives Angebot!

Nicht?

Ich verstehe die Welt einfach nicht. Ist das schon Autismus? Kann man das nicht behandeln lassen?

01 Juni 2012

Super Mutant

Nein, hier ist nicht die Rede vom Großen Bloguator™, ausnahmsweise mal nicht. Fast nicht. Für richtige Einträge fehlt mir derzeit
[ ] die Zeit
[x] der Vortrieb
[x] sonstiges
obwohl ich schon wieder so viel zu sagen hätte.

So lange das so ist wird die geschätzte Leserschaft auf fremde Erzeugnisse hingewiesen.

Hier geht es um Bildergeschichten der SuperMutant Magic Academy. Sie erzählen das Gegenteil der Geschichten, die man eigentlich erwarten würde: Superhelden mit Alltagsproblemen. Etwa das Paar, bei dem die Frau das Glas mit den Mixed Pickles nicht aufkriegt:


Oder der tragische unkaputtbare Junge:


Die Navigation ist ein wenig lästig, wie bei allen Blogs der Welt, das neueste steht oben und wer die Vorgeschichte lesen will muss ewig suchen. Deshalb als kleine Hilfestellung hier der Link zum ersten Post, und ganz-ganz-ganz weit unten auf jeder Seite gibt es einen Knopf zum Weiterblättern.



29 Mai 2012

Killer!

... ich ... äh ... ja:

24 Mai 2012

Ararat (20) - teile Vorurteile

Kommen wir mal zurück zur Reise...

Was man als Türkeireisender oder deutscher Zeitunglesender auch immer schon mal gehört hat, ist, dass der Osten der Türkei so rückständig ist, dass die Familien ihre Mädchen erst gar nicht zur Schule schicken. Auch unsere türkische Reiseleiterin (aus Bursa) behauptete, dass das in den abgelegenen Dörfern im Osten durchaus vorkomme.

Nun ist Der Große Bloguator™ im Glauben nicht sehr gut: Er glaubt also nix.

Immer wenn wir unterwegs Schüler sahen, erfolgte daher eine Sichtkontrolle - welches diese Behauptung erstmal nicht bestätigte: Da liefen immer genauso viele Mädchen wie Jungs in Schuluniformen herum, leicht zu erkennen an der Schuluniform.


Der behauptete Umstand ist deshalb nicht ausgeschlossen, mag in abgelegenen Dörfern durchaus vorkommen. Es gibt angeblich Gegenden, die im Winter mehrere Monate von der Außenwelt abgeschlossen sind. Da kann man sich so etwas schon vorstellen. Aber da wo wir vorbei kamen: Nicht.




das Foto ist in einer Schule direkt am Fuß des Berges Ararat aufgenommen, zugegeben, nur 5km von der Hauptstraße entfernt - aber auch nur 15km von der Grenze zum Iran

23 Mai 2012

Essen fassen!

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaa-ha-ha-haaaa!

Hier macht sich jemand einen Spaß daraus, seinen Kindern die Welt zu erklären, indem er sie als Pfannkuchen darstellt: Saipancakes

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaa-ha-ha-haaaa!


20 Mai 2012

Mediensegeln reloaded

Vor knapp vier Jahren wurde hier bereits einmal darüber berichtet: Dass Segelei den Massenmedien eigentlich nur zu Olympia überhaupt der Erwähnung wert ist.

Noch werter wäre es vielleicht, wenn die deutschen Segler auch mal eine Medaille mit nach Hause bringen würden. Dann wäre die Segelei den Medien und Sendeanstalten vielleicht sogar genauso viel Aufmerksamkeit wert wie Bogenschießen oder Wildwasser-Kanuslalom. (nichts gegen diese Sportarten! Die sind leider auch unterrepräsentiert)

In dieser Gefahr schweben die deutschen Segler aber in der Regel nicht. Der Deutsche Seglerverband wünscht sich so-so-so sehr eine Medaille, dass die Funktionäre auch mit einer einzigen bronzenen auf den allerletzten Drücker sehr zufrieden sind und sich wieder gegenseitig als die Top-Winner-Typen lobhudeln.

Dabei liegt es wahrscheinlich sogar weniger an den Seglern. Alle vier Jahre kann man wieder das seltsame Schauspiel beobachten, dass auch mehrmalige Weltmeister bei der Olympiade jämmerlich versagen deutlich unter ihrem Niveau segeln. Die Segler wechseln alle vier Jahre, aber das Ergebnis ist eigentlich seit über dreißig Jahren immer dasselbe.

An der Ausstattung liegt es angeblich ebenfalls nicht. Bei der letzten Olympiade berichteten deutsche Segler, wie neidisch die anderen Nationen auf das klimatisierte und überaus komfortable Segelzentrum der Deutschen im tropischen Quingdao seien. Unter den Neidhammeln auch die späteren Medaillengewinner, deren Nationen die Kohle anscheinend irgendwo anders ausgegeben haben. Als Segler weiß man so wenigstens, wo der Verbandsbeitrag bleibt, den jeder Verein für seine Mitglieder abführt.

Zurück zu den Medien: Dieses Jahr haben sie wieder eine Chance, mit erbärmlicher Berichterstattung zu glänzen. Die Segelei findet nicht etwa in einem Stadion in London statt, sondern ein paar Kilometer von London entfernt, und womöglich ganz überraschend auf dem Wasser. Der Hubschrauber, mit dem sonst die Fußballstadien höchst informativ von oben gefilmt werden, ist zufällig für den Transport feister Funktionäre fest gebucht und im Budget der Sendeanstalt bisher auch gar nicht eingeplant. Überraschung!

Vielleicht werden sie diesmal Beiträge vom chinesischen Fernsehen übernehmen und synchronisieren, weil die englischen zu teuer sind und sich beim besten Willen kein kompetenter deutscher Kommentator mit geeigneter Yacht findet, der die Sache auch gleich ein wenig hätte organisieren können.


18 Mai 2012

So geil!!! Americas Cup...

Leserinnen und Leser mögen den überenthusiastischen Titel dieses Eintrags verzeihen



Seit etwa zwei Jahren liegt der Große Bloguator™ den übrigen Seglern mit dem dringenden Wunsch in den Ohren, auf der Lagune von Venedig zu segeln. Die erwähnten übrigen Segler mochten auf diesen Vorschlag bislang nicht eingehen.

Aber jemand anderer muss schon vor einer ganzen Weile davon gehört haben. Vor einigen Wochen wurde hier über die AmericasCup-Segelei vor Neapel berichtet. Allein das war schon ein segelspectatorischer Höhepunkt, die Landschaft, das Wetter, alles.

Anscheinend, um auf dieses ohnehin nicht zu übertreffende Ereignis noch einen drauf zu setzen, sind die Organisatoren auf den verwegenen Einfall gekommen, eine solche Veranstaltung in Venedig abzuhalten.

Das ist an sich eine wenig naheliegende Idee, weil Venedig an der Ostküste liegt und bei uns normalerweise Westwinde vorherrschen. Aber sie haben Glück und derzeit wird in Venedig bei Ost- und Südwind gesegelt. Mit Booten ohne Blei unten dran, mit richtigen Booten also.

Und sie haben es doch tatsächlich geschafft, Rennen im Canale di San Marco¹ abzuhalten, also mitten in der Stadt, mit dem Ziel vor San Marco. Whoah! Dabei haben sie schon wieder Glück und der Wind weht aus genau der einen Richtung, die man dafür brauchen kann.

Zuerst ein paar Standbilder zur Verdeutlichung der Lage und am Ende den Film dazu.

Dass die gelben Kringel die Bahn markieren, wird jedem  Interessierten klar sein.


Die Startlinie ist noch nicht einzeichnet, sie liegt auf halbem Weg zwischen den beiden Bahnmarken ganz hinten. Es folgt ein Halbwindgang Richtung Norden...


... die hinterste Tonne runden alle gleichzeitig an Backbord, dann um die Tonne ganz rechts, die an Steuerbord gelassen wird, und von da aus zu dem Gate...


... und dann ein paar Runden Up-and-Down direkt vor dem Arsenale mit der Ziellinie vor San Marco.



Ssssso geil!!!

 
So, derzeit haben sie das Video noch nicht umbenannt in "FullReplay" wie die anderen. Hoffentlich ändern sie nicht nochmal die Adresse.




¹ öhm, wie heißt das große Ding? Heißt der wirklich so? Bin mir nicht mal so ganz sicher...

17 Mai 2012

Ararat (19) - Kopftuch kaum


Unter anderem geht man auf Reisen, um sich seinen Vorurteilen zu stellen. Na so etwa.

Vom östlichen Osten der Türkei heißt es immer, dass er sehr konservativ sei, viel konservativer als das "westlich orientierte" Istanbul. Jedenfalls hat man als Türkeireisender irgendwas in der Art schon mal gehört.

Wenn man dann da ist, im östlichsten Osten der Türkei, hart an der Grenze zum Reich des Bösen (Iran <20km) stellt man fest, dass auf der Straße erheblich weniger Kopftuchmädchen zu sehen sind, als beispielsweise im ganz westlich orientierten Berlin.

Das mag daran liegen, dass auf der Straße gar keine Mädchen zu sehen sind. Aber nur abends, tagsüber schon.


Hab jetzt leider nur ein Foto von DoguBeyazit im Regen, mit überhaupt keinen Menschen auf der Straße. Ansonsten ist es das knuddeligste Städtchen unter der Sonne - wir kommen noch dazu.

16 Mai 2012

Fertig

Irgendetwas macht mich zur Zeit fertig. Müdigkeit in Kombination mit Schwächeanfällen und allgemeiner Unlust in epischem Ausmaß.

Die Arbeitsbelastung kann ich als Ursache schon mal ausschließen. Deshalb weiß ich nicht, ob es vielleicht der Neid auf die Segelkollegen ist, deren Trainingserfolge in wunderbarer Landschaft durch Äintschie zeitnah aufs ansprechendste dokumentiert werden: Direkt zur Galerie vom dritten Tag.

Oder einfach die dauernden Witterungsumschwünge mit täglichen Temperaturstürzen im zweistelligen Bereich. Ich bin so müde.

Als nächstes werde ich jetzt die frisch gekochte Kaffeekanne direkt ansetzen und in einem Zug austrinken.

14 Mai 2012

Werbung

Ich frage mich, ob den Werbetreibenden eigentlich klar ist, dass durch die CarGlass-Pest alle darauffolgenden Spots wertlos werden: Weil man selbstverständlich während des CarGlass-Spots den Sender entweder wechselt oder das Radio ganz aus macht. Und erst wieder dann anschaltet, wenn der Werbeblock mit Sicherheit vorbei ist.

Also, Werbetreibende: Euer Geld ist völlig wertlos rausgeworfen, falls auf dem Sender auch CarGlass wirbt - niemand wird Eure Spots hören, weil sie alle vorher abschalten.

Vielleicht interessieren sie sich ja wenigstens für ihr eigenes Geld.

10 Mai 2012

Ararat (ohne Nummer)

Gemerkt? Die älteren verstümmelten Beiträge werden so allmählich mit Fotos aufgefüllt. Beispielsweise Ararat (11) - die Sache mit dem türkischen Süßstoff.

09 Mai 2012

Ararat (18) - Bergtour

Bis ganz oben habe ichs leider nicht geschafft. Dafür muss ich dann doch noch ein wenig üben. Oder im Sommer kommen, ohne Ski, das wären dann 15kg weniger. Die man auf über 5.000m schleppt.

Immerhin konnte man von da, wo ich hingekommen bin, den Iran sehen (hinten) ...


 ... den Little Ararat (links) ...


... und den Gipfel vom Big Ararat (klein, Mitte):



Nur halt leider von unten. Immerhin!

Americas Cup - Neapel

Der Große Bloguator™ segelt in der Regel auf einem einzigen Rumpf und hat auch nie mehr Rümpfe dabei. Er hat keine Angst, dass sein Boot mal umfällt und findet Schaukelei und Akrobatik eher erstrebenswert. Folgerichtig pflegt er gewisse Vorbehalte gegen Stützrumpfboote.

Dass man das allerdings auch auf mehreren Rümpfen haben kann, muss er nach dieser Episode aus Neapel neidlos anerkennen. Für die interessierten Leserinnen und Leser: Da ist gar nicht so furchtbar viel Wind, es bilden sich nur vereinzelte Schaumkämme, d.h. dass es mit durchschnittlich 4 und in den Böen 5 Bft. wehen mag, das sind normalerweise sehr segelbare Bedingungen. Aber die Welle ist enorm hoch, kurz und daher anscheinend auch steil und dieser Seegang macht die Sache sehr holprig.

Die Boote bleiben in der Wende buchstäblich stehen und selbst diese ausgebufften Segelprofis können auf dem Vorwindkurs nicht einfach abfallen und mit dem Gennacker wedeln. Man sieht, wie es Artemis einmal gestresst tut, unterschneidet und sich prompt überschlägt.

Im Film gibt es zwei Rennen, der erste Start ist etwa bei Min. 15:


Für Segler sehr spannend.

 

08 Mai 2012

Ararat (17) - Schmuddelkinderblues

Den Schmuddelkinderblues kennen vielleicht einige.

Unterwegs habe ich eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt: Es ist mir gelungen, in ein neu gekauftes Kleidungsstück einen Fleck zu machen, noch bevor ich es das erste mal angezogen habe. Neuer Rekord.

Und beim ersten Mal Tragen gleich noch vier weitere. Weiß das hier jemand: Gehen Erdbeerflecken mit Waschen raus?

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