09 September 2009

Holz vor der Hütte

Nein, nicht was Ihr jetzt vermutlich denkt...

... gaaanz anders!

Von meinem 45 Jahre alten Schlitten muss ich mich jetzt doch trennen. Der hätte rein ingenieurtechnisch noch einige Jahre länger leben können und wohl noch so einige Lastwechsel mitgemacht. Aber es ist leider so, dass die Holzwürmer in den Berliner Kellern kein Erbarmen kennen, und keine Gnade: Sie machen keinen Unterschied zwischen groben Holzbalken der Kellerdecken, schnöden Apfelsinen-Umzugskisten und dem erinnerungsbeladenen Holz eines Hörnerschlittens. Meines Hörnerschlittens. Ersticken sollen sie dran!

Nun sage ich Ade zum Schlitten meiner Kindheit, der mir bis letzten Winter viele schöne Stunden im Schnee und viele blaue Flecken beschert hat: Ade!















08 September 2009

Jazz

Der Internetmusikdienst Radiovideojazz hat ein Special zu Dizzy Gillespie mit diesem schönen Foto illustriert:


Sehr treffend. Erinnert sich noch jemand an Dizzy?

Radiovideojazz kann ich sehr empfehlen. Die haben außerdem eine Traditional-Ecke, beispielsweise mit einer Ausgabe über Haussa-Filmmusik. Geil!

Jubiläum verschoben

Tja. Grade wähnte ich mich mit meinem kleinen Blog an der magischen 1000-Postinge-Grenze. Hätte ich beinahe übersehen. Und hätte ich nicht gedacht, vor drei Jahren.

Andererseits.

Bei der Durchsicht fiel mir dann auf, dass im Inhaltsverzeichnis auch einige Entwürfe enthalten waren. Und nach jedem Löschen wurde ein Posting weniger angezeigt: Das System zählt die Entwürfe mit. Schade.
Macht aber nix: Dann kommt das Jubiläum eben ein wenig später. Und ich werde es nicht übersehen, sondern bereit sein.

Vielleicht auch nicht.

07 September 2009

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem umso entfernteren Planeten - hundertzwölf Lichtjahre weit weg von der Erde. Der Besatzung des Raumschiffs, welches zu Forschungszwecken dort gelandet ist, ist manchmal langweilig. Und sie leidet auch andere Nöte.

"Oh, Doc, sie haben auch was gebaut? ... was ... äh ... ist das denn?"

"Das ist eine Gebetsmühle..."

"Bitte? Und was machen die Drähte da?"

"... mit Motorantrieb..."

"Was?"

"... sogar solar. Nie mehr aufziehen, keine Batterien, total umweltfreundlich..."

"Doc? Sie sind doch gar nicht religiös - weiß ich genau."

"... vollautomatisch, man muss gar nichts mehr tun."

"Mal ganz abgesehen davon, dass ihr Gott uns hier sowieso nicht sieht..."

"Wieso?"

"112 Lichtjahre von der Erde? Da müsste er schon verdammt gute Augen haben. Egal: Ganz abgesehen davon ist der Sinn einer Gebetsmühle ja wohl der, dass man sie von Hand bedient. Und dabei an den jeweils zuständigen Herrgott denkt. Das ist Spiritualität."

"Na und? Sie bewegt sich doch. Sogar automatisch!"

"DOC!"

"Na gut.

...

...

und wenn ich beim Bauen die ganze Zeit an den Herrn gedacht habe?"

"Haben sie nicht."

"Hab ich doch!"

"Haben sie nicht!"

"Können sie doch gar nicht wissen!"

"Wohl kann ich. Ich kenne sie doch: Sie basteln eine Gebetsmühle und denken dabei an nackte Frauen. Warum auch immer."

"Na und? Das ist auch eine Art Gottesdienst."

"Na ich weiß nicht."

"Ja-wohl, eine Messe zur Ehre der Schöpfung und ihrer Vollkommenheit und..."

"Eine elektrische Gebetsmühle hat damit wirklich nichts zu tun! Das ist Gotteslästerung!"

"Sie müssen reden."

"Na gut, an wen auch immer man glaubt: Das ist Frevel! Natur ist Natur und Stabilbaukasten ist Stabilbaukasten. Und wer beides durcheinanderbringt ist nicht gesund!"

"Mag sein. Wundert sie das? Hier draußen: Drei Männer, auf Jahre allein, 112 Lichtjahre von der Erde, und keine Frau weit und breit. Wundert sie das wirklich?"

"Nein."

Obst und Früchte

Erdbeeren aus Deutschland im September - bin ich der einzige der das seltsam findet?

03 September 2009

Familienbande

courtesy by de.talk.jokes:

>>     Familie Kong ...

>>     Hong, King und Bal


...


... die wohnen im selben Kiez wie Familie Tong:

Kar, Be und Fu.

31 August 2009

Klappe, die fünfzehnte

Wenn die Klobrille hochgeklappt ist - dann muss ein Mann im Stehen gepinkelt haben! Diese messerscharfe Schlussfolgerung ist seit der Kontroverse um das Sitzpinkeln irgendwie Folklore. Woher kommmt das eigentlich? Ist das fundamentalistisch-amerikanisch? Also: Diese messerscharfe, aber eben falsche Logik?

Warum liegt es denn so weit außerhalb jeden Vorstellungsvermögens: Dass auch jemand, der die Bürste benutzt, zuweilen das Runterklappen der Klobrille vergisst?

Scheint mir dasselbe intellektuelle Tiefland zu sein wie die Sache mit dem Multitasking...

29 August 2009

Das langweiligste Instrument der Welt



Ein Lamellophon ist ein Zupfidiophon...

Ja! Jaa! Jaaa!


... hhrrmm hhrrmm ... zum Verständnis: Gestern in der U-Bahn nahm neben mir ein schwarzer Mensch Platz, mit einer Kalimba in der Hand. Ich hielt das zuerst für eine Mbira - mir noch unter der Fuchtel von Stella Chiweshe als DAS LANGWEILIGSTE INSTRUMENT DER WELT bekannt und gefürchtet. Selbst eine Triangel macht mehr Musik.

Der schwarze Mensch neben mir wurde von einer netten jungen Frau gegenüber angesprochen, die er offensichtlich nicht kannte, und die ihm bedeutete, sie wolle das Ding ganz dringend mal anfassen. Die Mbira. Der Mann lachte und reichte das Teil rüber und die junge Frau zupfte daran ganz talentiert herum¹.

Dabei fiel mir der exquisite Klang des Instruments auf, und dass es auch mehr als 5 Knöpfe hatte. Der Nachbar erzählte dann, dass es eine Kalimba ist und dass er die in Frankfurt gekauft hat. Er konnte auch eine richtige Melodie darauf spielen - wäre mit einer Mbira nicht möglich. Irgendwann sind die beiden ausgestiegen, an unterschiedlichen Stationen.




¹ meine Güte, bin ich das, oder wer schreibt da aus mir?

23 August 2009

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Lufthaken. Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem umso entfernteren Planeten - hundertzwölf Lichtjahre weit weg von der Erde. Der Besatzung des Raumschiffs, welches zu Forschungszwecken dort gelandet ist, ist manchmal langweilig.

"Dooooooc!"

"Ja, ja, was ist denn, Käpt'n?"

"Ich habe mich verbrannt."

"Schon wieder an einem Lufthaken?"

"Ja, verdammt!"

"Ich sage ihnen immer wieder, dass sie die Finger davon lassen sollen."

"Na, wozu haben wir die Dinger denn wohl?"

"Jedenfalls nicht, um hier drin Bilder und Regale aufzuhängen. Die sind für Montagearbeiten im Freien..."

"Ich WAR im Freien!"

"... und nur mit äußerster Vorsicht einzusetzen, weil man sich sonst leicht verbrennt."

"Die Behörde sollte uns nur ausgereifte Ausrüstung mitgeben und kein ungetestetes Zeug."

"Seien sie doch froh! Noch vor zehn Jahren war so etwas Science-Fiction: Ein Haken mit einer winzigen Turbine dran und einer Steuerung, der überall in der Luft genau in der Position bleibt, wo man ihn eingeschaltet hat."

"Trotzdem!"

"Sie hätten ihn ja nicht nehmen müssen. Was haben sie überhaupt gemacht?"

"Ich wollte ein Bild aufhängen. Auf der Terrasse! Im Freien! Ja - wohl!"

"Unsere Terrasse da unten vor dem Schiff? Da hätten sie doch auch einen Nagel in die Außenhaut vom Raumschiff schlagen können."

"Wir haben keine Nägel dabei. Das ist nun wirklich zu archaisch ... Nägel!"

"Na gut, dann eine Schraube?"

"Die Hülle vom Schiff ist zu hart, da komme ich mit dem Bohrer nicht durch."

"Na dann eben kleben!"

"Kleber hält nicht auf der Teflonbeschichtung."

"Meine Güte, irgendwas muss doch möglich sein, außer diesen brandgefährlichen Lufthaken!"

"Ist es aber nicht."

"Es muss doch eine moderne Lösung geben. Etwas zeitgemäßes."

"Die Lufthaken SIND die moderne Lösung! Außerdem..."

"Außerdem WAS?!?"

"... sehen sie mal, wenn ich ein wenig an dieser Steuerschraube drehe..."

"Mein Gott, Käpt'n! Wir sind nicht hier, um an der Steuerschraube dieser vermaledeiten Lufthaken zu manipulieren!"

"... aber sehen sie doch mal: Wenn ich  hier dran drehe, geht der Lufthaken immer regelmäßig rauf und runter... "

"Ich will das gar nicht sehen."

"... der hüpft richtig lustig."

"Nein."

"Doch. Und an dieser Schraube kann ich die jeweilige Auslenkung verstellen."

"Käpt'n..."

"So winzige Schrauben - ein Glück, dass wir so perfektes Werkzeug dabei haben. Die sind sooo klein, diese Stellschrauben. Mit dem normalen Werkzeug aus dem Baumarkt würde das gar nicht gehen."

"Käpt'n!"

"... sehen sie: So schwingt er höher, und so weniger."

"Käpt'n... diese Schrauben sind doch bestimmt zum Justieren da, oder? Und nicht für das Gegenteil, das sie grade tun."

"Warum denn nicht? Die Schrauben sind da - also kann ich sie doch auch benutzen?"

"... und sich jedes mal die Finger verbrennen..."

"Sehen sie mal: Wenn ich hier dran drehe, dann schwebt der Haken immer im Kreis. Und das Bild schaukelt lustig!"

"Käpt'n!"

"Es gibt sogar eine Schraube für Schnell und Langsam - an so einem kleinen Ding!"

"Jaaa - aaa Käpt'n, auch die Nano-Schraube ist seit langer Zeit erfunden. Die hier können sie sogar mit bloßem Auge sehen."

"Aber die Raumfahrtbehörde hat doch so qualifizierte Leute wie uns geschickt, damit wir so was ausprobieren."

"Hat sie nicht! Wir sollen diesen Planeten erforschen!"

"... und solche Sachen ausprobieren!"

"Nein!"

"Sondern?"

"Die haben uns geschickt, weil sie auf uns am leichtesten verzichten konnten."

"Na, na!"

"Wenn wir nicht zu Hause sind, stören wir sie nicht beim Verwalten ihrer verstaubten Behörde."

"Glauben sie?"

"Und wenn wir verschollen gehen: Um so besser. Dann können sie umso schöner sich selbst und ihren Stillstand verwalten."

"Sie sind ein Pessimist."

"Und sie können sogar eine neue Abteilung gründen: Zur Verwaltung von drei verschollenen Astronauten. Da warten etliche nur drauf."

"Doc, sie sind ein Schwarzmaler! Wenn ich hier fertig bin, sehe ich nach, ob irgendwo noch eine Flasche Chardonnay steht - würde sie das trösten?"

"Ja, danke."

"Gut. Ich frage mich die ganze Zeit, was wohl passiert, wenn ich zwei solche Lufthaken gegeneinander hänge?"

"Soll ich ihre Hand jetzt gleich verbinden oder erst noch abwarten, was dabei rauskommt?"


22 August 2009

Multikulti

Seltsam: In Tegel gibt es Pizza mit Dönerfleisch.

Ich musste lange nach einem passenden Vergleich suchen. Ich glaube, das ist wie Schwarzwälder-Kirschtorte mit Krabben.

Und ich weiß nicht, ob mir das nicht doch zu multi Kulti ist.

21 August 2009

Ich erinnere mich

I.

Ich erinnere mich, wie ich das erste mal jeden Fuß abwechselnd eine Treppe hinunter gelaufen bin, und nicht wie Kleinkinder immer mit demselben Fuß voran. Im Kindergarten war das. Großer Erfolg!

II.

Ich erinnere mich, wie "die Uhr" gelernt habe. Mit fünf. Von den Urgroßeltern. Das sind die, von denen ich das schlechte Blut habe. Und zufällig auch den Familiennamen. Sozusagen meine Uhrgroßeltern.

Wooo-haaa-haaa-haaa, was für ein grauenhafter Calauer! ¹

III.

Ich erinnere mich, wie ich im Kindergarten ein Mädchen ausziehen wollte, und die anderen Kinder dazu aufgehetzt habe. Aus reiner Bosheit. Jenny hieß sie und war sehr nett. Macht man sowas in dem Alter? Weiß nicht, was da mit mir los war. Ich schäme mich noch heute.

IV.

Ich erinnere mich an die erste Mondlandung. Da war ja auch grade dieses Jubiläum, aber: Ich war dabei. Vor dem Bildschirm. Ein hölzernes Schwarz-Weiß-Gerät mit immerhin zwei Programmen - und ich durfte endlich mal lange aufbleiben.

V.

Ich erinnere mich an den Geruch meiner ersten Pizza - nach Tomaten. Und zwar nur Tomaten: Margherita mit Tomaten und Käse war damals auch in Italien noch nicht verbreitet. Aber nicht nur in unserer Kleinstadt, sondern in ganz Deutschland gab es zu der Zeit noch nicht einmal Pizza.

VI.

Ich erinnere mich außerdem an den Geruch der Tante Christa im Kinderhort: Die war auch sehr nett: Jung, hatte blauschwarze Haare und roch immer nach Fisch. Warum auch immer. Nett war sie trotzdem.

VII.

Ich erinnere mich.





... aber ich erinnere mich leider nicht, in welcher unausgepackten Umzugskiste meine geliebten Tintenfische aus dem Wagenbach-Verlag wohl liegen mögen.

¹ und wenn man Kalauer mit C schreibt ist das die Potenzierung der Multiplikation, oder?

20 August 2009

Idole Ideale

Hab ich was verpasst? Irgendwie muss sich das jugendliche Schönheitsideal im letzten Jahr krass verändert haben. Hieß das zu erreichende Optimum bis da hin "Blonder Bulimiefall" sind anscheinend jetzt plötzlich wieder Speckröllchen angesagt. Erstaunlich.

... oder liegt das nur an der sommerlichen Kleidung?

13 August 2009

Lebensweisheit

Philosophische Hilfestellung:
Man muss aus allem erst eine Schuldfrage machen - und dann die Schuld jemandem zuschieben...

...der man nicht selbst ist.

Nahwestliche Lebensweisheit

07 August 2009

Kurzhörspiel

"Nein-nein-nein-nein-nein ... aaaaaaaaaaaah!" ...rrrumms.

06 August 2009

Notizbuch

Hab zur Zeit viel zu tun,
[x] was schön ist, weil ich endlich mal wieder Geld verdiene
[x] was blöd ist, weil ich nicht so schreiben und bloggen kann, wie ich möchte
[ ] ach was, mir fällt sowieso nichts ein...


05 August 2009

Wörterbuch

Ich zähl mal auf:
  • Kastanienaugen
  • Rehaugen
  • Katzenaugen
  • Mandelaugen
  • Kugelaugen
...?

Na und? Die Eskimos haben angeblich auch 200 Wörter für Schnee.

04 August 2009

Universelle Unkenntnis

Wie sind eigentlich die Primzahlen auf dem Zahlenstrahl verteilt? Weiß das hier zufällig jemand? Ist das logarithmisch-ungleichmäßig, ist das zufällig, oder ... hrrmm hrrmm ... gibt's da eine Regel?




nur um die Pointe gleich hier zu töten: Die Regel ist natürlich, das es sich um Primzahlen handelt...

03 August 2009

Rubriken

In der Rubrik "Besonders bescheuerte Einfälle" heute:
Chillischoten schneiden und sich gleich danach ohne Händewaschen die Kontaktlinsen rausnehmen...


02 August 2009

Ein Zukunftsrat

Neulich eine Zeitungsmeldung: Der Frankfurter Zukunftsrat befasst sich auch mit genetisch bedingter Gier. Aha, denkt man sich, und dann: Das läuft doch jetzt wieder genau in derselben Richtung, wie etwa Kriminalität genetisch bedingt sein könnte - und der Kriminelle demnach nichts für sein Verhalten kann - ist auch Gier vielleicht genetisch. Warum denn auch nicht? So eine Meldung schafft es leicht bis in die seriösen Zeitungen.

Der Zukunftsrat heuchelt also Besorgnis und schlägt vor, Entscheidungsträger genetisch zu testen - angeblich, um dadurch Fehlschläge künftig auszuschließen.

Wenn man sich jetzt ansieht, wer der Zukunftsrat denn ist, bzw., wer die Geldgeber des Zukunftsrates sind - nämlich beispielsweise einige Frankfurter Banken - kann man auf sonderbare Gedanken kommen: Etwa, dass deren Interessen eigentlich das genaue Gegenteil sind - nämlich, die besonders gierigen preiswert und sicher für ihre Führungspositionen auszuwählen.

Beim Frankfurter Zukunftsrat ist ihnen das bereits eindrucksvoll gelungen:
  • wir treffen dort auf die Vorsitzende des Kuratoriums, Maria-Elisabeth Schaeffler - genau: Das ist DIE Maria-Elisabeth Schaeffler, die kürzlich mit geschäftlichem Größenwahn ihr Unternehmen an den Rand des Ruins brachte.
  • außerdem auf die Stellvertretende Vorsitzende Kristina Gräfin Pilati. Den Namen kennt man noch aus dem Zusammenhang mit unserem früheren Minister Rudolf Scharping. Diese wiederum ist eine geborene Frau Paul, später Gräfin durch Heirat, inzwischen Frau Scharping - aber den Gräfinnentitel, der nicht ihr Geburtsname ist, hat sie anscheinend behalten können.
  • und als Häuptling thront darüber Mister Gier persönlich, Wolfgang Clement, der sich selbst für DEN FACHMANN FÜR ALLES hält, bei näherer Betrachtung von genau gar nichts tiefere Kenntnis hat und für einen guten Deal bereit ist, wirklich jeden zu verraten ... beispielsweise die Arbeiterpartei, die es ihm aus Mitleid ermöglicht hat, sich nach oben zu schleimen und zu treten.

Die seltsame Pressemeldung hat der Zukunftsrat übrigens auf seiner Webseite nicht mehr verlinkt. War ihnen vielleicht doch peinlich. Heißt aber nicht, dass man sie nicht immer noch findet... (sicherheitshalber habe ich sie mal gepeichert)

27 Juli 2009

Messung?

unendlich
ist eine liegende acht.



Und damit hier nicht irgend jemand anfängt, frei zu assoziieren: Das ist die vieldeutige Antwort auf die Auskunft "Ich liebe dich unendlich!"

25 Juli 2009

Cargo Cult Vespa

Kürzlich gings hier mal um Cargo-Kulte. Geht es in diesem Blog bei genauer Betrachtung sogar ziemlich oft ... ... ... eigentlich ... fast ... immer? Na, egal.

Und wie bestellt zur Illustration des Begriffs sprang mir dann neulich dieses schöne Teil¹ in den Blick - nein, nicht der Blumentopf. Obwohl...

... na egal, das hier jedenfalls:


Noch eins? Hier:


Das ist so knuffig, dass man eh nichts vermisst - schon gar nicht Fahren im Sitzen.



¹ steht oft in der Kreuzbergstraße, schräg gegenüber vom Wasserfall
² und irgendwann muss ich mich auch noch zum Spielzeugladen neben der Osteria äußern

24 Juli 2009

Ich...

... bin mir jetzt nicht so sicher, warum mir der Ecki diesen Link geschickt hat:



Aber wir sind öfter mal nicht derselben Meinung, meine Freunde und ich. Das macht nichts. Dafür sind sie ja meine Freunde.

23 Juli 2009

Fragebogen

Wenn der <°((( ~~< etwas kann, überhaupt irgendetwas, dann ist es Fragebögenfragenbeantworten. Da trifft es sich gut, dass in der Newsgruppe de.talk.jokes grade wieder ein Fragebogen veröffentlicht wurde, der der Beantwortung harrt - ewiges Schicksal eines jeden Fragebogens.

Zuerst ganz neutral die Aufgabenstellung:
Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann 'befriedigend' besser als 'gut'? - Wie soll sich der Bauer verhalten, wenn seine Frau sagt: 'Sieh zu, daß du Land gewinnst!!' - Was passiert, wenn man sich zweimal halbtot gelacht hat? - Wenn man einen Schlumpf würgt, in welcher Farbe läuft er dann an? - Macht man den Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht? - Was machen die Fahrer von Automatikwagen in einem Schaltjahr? - Heißen Teigwaren Teigwaren, weil sie vorher Teig waren? - Können Stammgäste überhaupt auf einen grünen Zweig kommen? - Welches Shampoo hilft gegen Nikoläuse? - Leiden Bäcker unter Abschiedsschmerz, wenn sie jeden morgen einen Hefeteig gehen lassen müssen? - Kann ich Dunkelbier auch mal im Hellen trinken? - Ist ein Raumschiff, daß mit Frauen besetzt den Orbit durchfliegt, eigentlich "unbemannt"? - Kann ich eine Tagessuppe auch Nachts essen? - Warum hat eine 24-Stunden-Tankstelle überhaupt ein Schloß an der Tür? - Wieso passiert immer genau so viel, wie in die Zeitung paßt? - Können Glatzköpfe auch mal eine Glückssträhne haben? - Aus welchem Material ist eine Holz-Eisenbahn?
Nun ja, wer einen solchen Fragebogen veröffentlicht, der braucht wirklich dringend Hilfe. Hier:
"Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann 'befriedigend' besser als 'gut'?"
Ja.

"Wie soll sich der Bauer verhalten, wenn seine Frau sagt: 'Sieh zu, daß du Land gewinnst!!'"
An den Spieltisch gehen und nach einem dämlichen Aristokraten suchen.

... ach, der Bauer wohnt in Holland¹? Ja dann ... kann er's auch mal mit ehrlicher Arbeit versuchen.

"Was passiert, wenn man sich zweimal halbtot gelacht hat?"
1/2 x 1/2 = 1/4. Man ist dann einvierteltot. Das war einfach.

"Wenn man einen Schlumpf würgt, in welcher Farbe läuft er dann an?"
Blau. Aber wenn ich einen Schlumpf hochwürge - in welcher Farbe laufe ich dann an?

"Macht man den Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?"
See <-> Meer. "Beachte die Wortwahl!"
Ach so, eine Antwort? Logisch: Nein.

"Was machen die Fahrer von Automatikwagen in einem Schaltjahr?"
Co2 produzieren.

"Heißen Teigwaren Teigwaren, weil sie vorher Teig waren?"
Nein, weil sie Teig hätten sein können. Waren liegt an der Müritz. Beachte hier und hier (zur Zeit irgendwie defekt).

"Können Stammgäste überhaupt auf einen grünen Zweig kommen?"
Wer hier hat schon mal einen grünen Zweig gesehen?

"Welches Shampoo hilft gegen Nikoläuse?"
Welches Shampoo hilft gegen Läuse? Rasieren hilft.

"Leiden Bäcker unter Abschiedsschmerz, wenn sie jeden morgen einen Hefeteig gehen lassen müssen?"
Nee. Nein. Nicht. Zeige mir einen Bäcker - nur einen einzigen! - der jeden Morgen einen Hefeteig gehen lässt. Morgen schreibt man groß. Nein, nicht ab morgen sondern "den Morgen".

"Kann ich Dunkelbier auch mal im Hellen trinken?"
Das hängt von Deinem Geschick ab. Ich kann.

"Ist ein Raumschiff, daß mit Frauen besetzt den Orbit durchfliegt, eigentlich 'unbemannt'?"
Was jetzt: "RAUMschiff" - "Orbit" - "fliegt"? Möchtest Du die Frage nochmal anders formulieren? Möchteßt Du, das ich die Frage formuliere? Wieviele ß müßen denn drin sein?

"Kann ich eine Tagessuppe auch Nachts essen?"
Das hängt von Deinem Geschick ab. Willst Du wirklich?

"Warum hat eine 24-Stunden-Tankstelle überhaupt ein Schloß an der Tür?"
Weil sonst die Versicherung nicht zahlt.

"Wieso passiert immer genau so viel, wie in die Zeitung paßt?"
Woher weißt grade DU denn, wie viel in eine Zeitung passt?

"Können Glatzköpfe auch mal eine Glückssträhne haben?"
Träne schreibt man ohne H. Und Glückss.... ach, was solls...

"Aus welchem Material ist eine Holz-Eisenbahn?"
Aus Eisenholz. Habt Ihr das auf Eurer Schule auch nicht gelernt? So wie 1/2 x 1/2 = 1/4? Naja, macht ja nichts.


Sonst noch Fragen?



¹ nein, Ihr Klugscheißer, hier sind nicht die Niederlande gemeint, sondern wirklich "Holland" in seiner Eigenschaft als Holland.

22 Juli 2009

Reisefieber

Grade hat sich ja die Mondlandung zum 40. mal gejährt - großer Anlass zum Feiern.

Warum die Amerikaner damals eigentlich zum Mond wollten, kann ich heute allerdings nicht mehr nachvollziehen: Die hätten nur nach Spandau fahren müssen. Da wären sie noch deutlich weiter von jeder Zivilisation entfernt gewesen...

16 Juli 2009

Völkerverständigerung

Nur wegen des schönen Klanges und wegen des letzten Artikels zähle ich mal auf:
  • Samojeden
  • Nenzen
  • Enzen
  • Chanten und Mansen
  • Nganasanen
  • Selkupen
Ekskurs
Und in einiger Entfernung dazu:
  • Ingrier und Woten, diese sprechen Ingrisch, Westwotisch, Kukkusi-Wotisch, Ostwotisch und(!) Krewinisch. Ich wünschte, ich könnte das.
  • Wepsen
  • Karelen, ihre Dialekte sind *eigentliches Karelisch*, Olonetzisch und(!) Lüdisch, das sind Sprachen mit Palatalen und Frikativen²
  • Mordwinen, die das Ersjanische, das Mokschanische, das Terjuchische und Karatische entwickelt haben
  • Mari, deren Sprache genauso heißt, jedenfalls bei uns
  • Udmurten, mit ihrer agglutinierenden Sprache mit flektierenden Elementen
  • Komi (Völker der...), wo man Syrjänisch oder Permjakisch plaudert - wenn man kann. "Im Komi-Syrjänischen gibt es 16 Fälle und kein grammatisches Geschlecht." Oijoijoi!
Ekskurs Ende.

Und sie haben konjugierbare¹ Negativ-Verben, beispielsweise für das Nichtgehen. Müssen wir uns gar nicht mehr wundern über das, was wir immer für finnischen "Humor" hielten. Lewis Carrol hat das Nichtgeburtstaghaben also vermutlich gar nicht im Rausch selbst erfunden, sondern nur seine Drogen in Gegenwart eines Ungarn verdaut.

Außerdem gibt es den Abessiv, einen Fall, der das Nichtvorhandensein von etwas ausdrückt. Ein wichtiger Zustand, der nach einer eigenen Form ruft. Sowas sollte es auch hier geben, inzwischen wird das wichtiger als ...

Aber das allergrößte: "„Haben“ wird durch das Hilfsverb „sein“ mit dem Lokativ ausgedrückt."
Ich glaube ja, dass Menschen die "haben" durch "sein" ausdrücken können, sehr glücklich sein müssen.




¹ ?!?
² man muss das laut lesen und auf sich wirken lassen: Es geht hier um emotionale Erkenntnis, nicht intellektuelle, sozusagen "gefühltes Wissen"
³ und irgendwann befassen wir uns nochmal mit den indigenen Völkern des russischen Nordens


15 Juli 2009

Völkerwanderung

Der Herkunft nach ist Ungarisch anscheinend eine uralische Sprache. Jetzt laufen vor meinem geistigen Auge seltsame Filme über verwickelte Zeitläufe ab, wenn sich in der U-Bahn hübsche Frauen mit Kastanienaugen auf Ungarisch unterhalten...

Beides kommt gar nicht mal so selten vor.


... und um es mit Max Goldt zu sagen: Ich bin nicht ungern in Ungarn!

09 Juli 2009

Kunst

Das kleinere Patenkind - sieben - besucht grade so einen Werkkunst-Kurs und bringt von da Tierchen nach Hause. Ich bin hingerissen:



08 Juli 2009

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Space-Chardonnay. Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem umso entfernteren Planeten - hundertzwölf Lichtjahre weit weg von der Erde. Der Besatzung des Raumschiffs, welches zu Forschungszwecken dort gelandet ist, ist manchmal langweilig.

"Käpt'n, haben sie noch was von dem Grog in der Sendeschüssel?"

"Hm? Nein."

"Ich meine das Zeug, das sie da immer kochen."

"Glühwein?"

"Ja."

"Nein."

"Schade."

"Ich dachte, sie missbilligen das?"

"Nicht linear."

"Und das heißt was?"

"Ich missbillige die Vorgehensweise, nicht das Ergebnis."

"Pharisäer!"

"Ja. Wir alle haben unsere Schwächen."

"Ich hätte Chardonnay."

"Kochen sie den auch?"

"Chardonnay trinkt man kalt!"

"Ich weiß - deshalb frage ich ja."

"Und ich erforsche Kommunikation. Wollen sie einen?"

"Wo haben sie eigentlich Chardonnay her? Ich bin mir fast sicher, dass der nicht zur Ausstattung unseres Schiffes zählte."

"Sind sie?"

"Nun, ich erinnere mich nicht, dass im Bordhandbuch etwas von 'Strengstes Alkoholverbot - mit Ausnahme von Chardonnay' stand."

"Oh, diesen Passus muss ich noch einmal nachsehen. Sind sie sicher?"

"Glaube schon, ja."

"Wann haben sie es das letzte mal gelesen?"

"Lenken sie nicht ab! Also: Wo haben sie ihn her?"

"Ich habe den 3D-Erzeuger beschäftigt."

"So! Sie Heuchler! Aber ich darf keine Liebesbriefe herstellen!"

"Ich habe ihn aus einem Archiv hergestellt und nicht wochenlang unsere einzige Datenleitung verstopft."

"Sie haben vor dem Abflug ein Abbild des Weinextraktes gespeichert?"

"Wieso -extrakt?"

"Na, was denn sonst?"

"Doktor! Wein lebt vom Wasser der Region, von der Erde, der Sonne, der Luft - da kann man keinen Extrakt draus ziehen!"

"Wohl kann man!"

"Sie nehmen doch auch keinen Saucenextrakt zum Kochen, obwohl wir welchen im Keller vom Raumschiff haben."

"Das haben sie gemerkt?"

"Ja, an der Inventarliste: Der Saucenextrakt wird nicht weniger, obwohl sie uns zweimal in der Woche exzellent bekochen. Ich weiß das zu schätzen."

"Am Geschmack hätten sie es wohl nicht gemerkt, oder?"

"Weiß ich nicht. Aber ich schätze die Idee."

"Was sagt denn der Ingenieur, wenn sie den Materiegenerator mit so etwas schwerwiegendem wie einer Flasche Wein auf Stunden blockieren?"

"Er flucht. Er schreit. Er brüllt, dass er die Energie wirklich für wichtigere Aufgaben braucht. Und dann trinkt er ein Glas mit."

"Zugegeben, der ist wirklich gut, ihr Chardonnay."

"Ja. Etwas wehmütig, aber wenigstens eine perfekte Kopie von dem auf der Erde. Nehmen sie noch einen Schluck?"

"Gern. Danke."

"Übermorgen habe ich wieder eine Flasche fertig."

"Sagen sie Käpt'n - haben sie vielleicht auch einen Rotwein in ihrem Archiv? Der würde sicher hervorragend zu den hiesigen Tieren passen."



07 Juli 2009

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft

Space-Billard - Raumfahrer lesen Science-Fiction

"Und? Was lesen sie da, Käpt'n?"

"Eine Geschichte von F. Gold."

"Muss ich den kennen?"

"Ist eher was für gebildete."

"Ach so. Deshalb. Worum geht's?"

"Eine Zivilisation, die die Nase voll hat."

"Wie?"

"Was wie?"

"Wie kann eine ganze Zivilisation die Nase voll haben?"

"Ach so. Sie sind mit den Nerven am Ende. Sie merken, wie sie langsam aussterben. Sie haben die höchste Stufe der Zivilisation erreicht, aber dabei ist ihre Fruchtbarkeit auf der Strecke geblieben. Sie können alles - aber sie kommen nicht voran. Und sie werden nicht anerkannt."

"Wie wird man denn anerkannt, so als Zivilisation?"

"Indem man von den anderen Zivilisationen... das interessiert sie doch gar nicht, oder?"

"Doch, sehr! ... es gibt noch andere?"

"Hm? Ja, klar doch!"

"Das ist Science-Fiction, oder?"

"... sie fühlen sich missachtet, weil alles, was sie können und alles, was sie erreicht haben, nicht anerkannt wird. Dabei sind sie den meisten anderen in ihrer Galaxie weit überlegen - finden sie selbst jedenfalls. Sie fallen in eine kollektive Depression."

"Als ganze Zivilisation?"

"Das, was noch davon übrig ist."

"Die, die noch nicht ausgestorben sind?"

"Genau! Und sie beschließen, spektakulär unterzugehen. Also: Nicht einfach unterzugehen, sondern einen fulminanten Schlusspunkt zu setzen."

"... sicher doch..."

"... sie wollen allen anderen beweisen, wie sehr man sie vermissen würde. Und wie überlegen sie waren. Naja, was man als enttäuschte Zivilisation eben so tut."

"Hä?"

"Die, die noch übrig sind, sind in kollektive Depression verfallen, millionenfach. Besonders begabte Leute können so etwas, ist doch nicht unwahrscheinlich. Sie wollen mit einem gewaltigen Knall abtreten. Mit einem übergewaltigen Knall. Sie wolllen Space-Billard spielen. Die enttäuschtesten ihrer Wissenschaftler kommen auf die Idee mit der Kette von Supernova-Explosionen: Eine Kettenreaktion von Sternen-Explosionen, bei der eine die nächste entzündet - und alle zusammen in ihrem Kugelsternhaufen eine gewaltige, lichtjahregroße Leuchtschrift ergeben."

"Aha."

"Die Kunst dabei ist, den Winkel jeweils so zu treffen, dass eine Explosion genügt, um in genau definierter Richtung die nächste auszulösen."

"So ein Quatsch! In welcher Schrift denn?"

"In der internationalen Schrift aller Sonnensysteme der Galaxie."

"Aber eine solche Schrift könnte man doch gar nicht von überall aus lesen!"

"Doc! Es ist eine Geschichte! Fiktion! So wie das
-Fiction in Science-Fiction!"

"So, so. Und wie lautet nun die Botschaft an das Universum und die ignoranten Nachbarn?"

"Sie lautet:
80% der Selbstmörder hinterlassen keinen Abschiedsbrief!
Das kann man jedenfalls lesen, wenn sich das Zentralgestirn der lesenden Zivilisation an der richtigen Stelle im Kugelsternhaufen befindet. Die anderen sehen nur ein gewaltiges Feuerwerk und müssen hoffen, dass es sie nicht trifft."

"Aha. Sagen sie, Käpt'n, diese todmüde Zivilisation mit der fehlenden Anerkennung, das sind doch nicht SIE, oder? Muss ich mir Sorgen machen?"

"Was?"


03 Juli 2009

Kult-Kultur

Cargo-Kult:
Das ist nicht, wenn Leute in rot-gelben Kapuzenkutten in Zwölferreihe niederknien und einen Götzen in Form einer Transportkiste anbeten. Ist es nicht.

Aber fast alles andere.

02 Juli 2009

Geheimdienste und Luxuskarrossen

Aston Martin will bald auch kleinere Autos bauen

Was soll das Q? Wo ist mein Auto?

Das IST ihr Auto, Bond.

DAS ist doch kein Auto! Ich habe Anspruch auf einen Aston Martin. Der steht mir zu! Oder schlimmstenfalls eine von diesen deutschen Neureichen-Kutschen ... wie hießen die gleich? Diese Sportwagen-Attrappen?

"Für den Herrn mit dem besonders kleinen Penis"? Sie meinen BMW?

Genau. Aber ich habe Anspruch auf einen Aston Martin!

Das IST ein Aston Martin!

So? Sieht mir eher aus wie ein Mazda.

... Toyota ...

Und wo sind die Geheimwaffen? Wo ist Thors Hammer? Die Nuklear-Artillerie? Das Periskop?

Hat der Wagen diesmal nicht. Das Budget für Geheimwaffen wurde ... hhrrm hhrrm ... gekürzt. Hätte da sowieso nicht reingepasst. Es gibt einen schönen Getränkehalter. Und wir können ihnen diese nützlichen Sachen mitgeben.

NIESPULVER?!?

Ja. Das ist leicht zu transportieren. Und sehr wirksam! In Gefahrensituationen blasen sie das dem Gegner in die Nase und...

Niespulver... ich fasse es nicht. Und was ist das da in dem anderen Päckchen? Eine Mikrogeheimwaffe?

So etwa.

Aber ... aber ... was soll ich damit? Ich trage keine Schnürsandalen - was soll ich mit einem Reparaturset?

Ich dachte, das würde sie an ihre römischen Vorfahren erinnern.

ICH STAMME NICHT VON DEN RÖMERN AB!

Scherz beiseite: Das ist eine Steinschleuder.

Eine – was?!?

Handgenäht, von Louis Vuitton.

Ist mir egal von wo die ist. Sind sie wahnsinnig?

Die ist sehr effektiv. Sie können damit Steine verschießen, alles mögliche was so herumliegt, Schrauben zum Beispiel, falls von ihrem Auto mal eine abfällt. Schon König David aus dem alten Testament...

Schluss damit! Schluss! Schluss! Wo soll ich eigentlich hin, wenn ich in diesem Auto mal so richtig schnackseln möchte? Da ist ja gar kein Platz drin!

In diesem Wagen wird nicht geschnackselt! Sie machen doch nur Flecken auf die Polster. Der ist noch gar nicht abbezahlt.

Aber das ist mein Dienst! Ich muss eben manchmal schnackseln, zum Wohle des Königreichs.

Dann nehmen sie sich ein Zimmer in der Jugendherberge St. Stephan am Wolfgangsee. Die haben günstige Arrangements für Paare und fragen auch nicht mehr nach dem Trauschein.

So?

Und hinter dem Haus gibt es sogar einige Parkplätze für Kompaktwagen.






01 Juli 2009

Kreuzberg

Konstruktive Kritik finde ich schön. Manchmal geben die Leute sich wirklich Mühe. Da liest jemand mein Blog:



Gesehen in Kreuzberg, formerly known as
"the city of desinteresse"

30 Juni 2009

Helferlein Rechtschreib

Das Helferlein war schon lange nicht mehr dran. Wo es doch Sachen immer so schön unterkringelt. Diesmal ein piktoral-subtiler Beitrag zum Thema Redundanz:

Beilagen

Kürzlich habe ich in einer der Beilagen¹, mit denen mich meine sonst durchaus geschätzte Tageszeitung beinahe täglich nervt, eine seltsame Grafik gesehen: Es geht um Defizite von Existenzgründern. Als Freiberufler interessiert man sich für sowas.


Warum da die zweite und die drittunterste Zeile rot eingekringelt sind, weiß ich nicht. Ist mir nicht ersichtlich. Aber bemerkenswert finde ich, dass über die Hälfte dieser Existenzgründer nicht rechnen und/oder nicht lesen können und vor allem dass ein Viertel überhaupt keine Ahnung haben von dem, was sie eigentlich treiben.



¹ diesmal eine "Anzeige des Reflex Verlages" - eine eigene Zeitung in der Zeitung mit sechzehn - in Worten: 16! - Seiten.

29 Juni 2009

Aha!

... ich muss ja auch mal andere Erkenntnisgewinner zitieren dürfen ...


"Der nordpazifische Wirbel braucht drei Jahre für eine Runde."

Man weiß das, weil vor knapp zwanzig Jahren ein Container mit Quietscheentchen unter- und dabei kaputt ging. Seither werden in regelmäßigen Abständen (~ 3 Jahre) Quietscheentchen in Alaska angeschwemmt.

Andere meinen: 11 Jahre. Und Nike-Schuhe.

24 Juni 2009

Gedichte über schlimme Gerüche

Weil so oft danach gegugelt wird, dass man es kaum glauben kann - allerdings noch getoppt von der Suche nach albanischen Sprichwörtern. Hier:

Ein Gedicht über schlimme Gerüche
von Erkan Knuff

(wie auch immer der im richtigen Leben wirklich heißen mag)


22 Juni 2009

Modernes Leben

Manche Suchanfragen an die große Suchmaschine finde ich extrem optimistisch. Etwa, wenn jemand die Buchstabenfolge "hüpfburg gebraucht fisch" in die Tastatur hackt und dann auf "absenden" drückt.

Aber wie üblich bin ich mit dieser Einschätzung wohl allein.



Frisurenhandwerk

Wer schon den Blogautor dieses Netzplatzes Den Großen Bloguator™ für ... hhrrmm hhrrmm ... seltsam ... hält, kann sich zur Justierung seines Seltsamkeitsempfindens ruhig mal folgende Veröffentlichung ansehen: Salon Simona. Ja.

Zeitläufe, Modetrends und Haustiere

Seit ich mit dem dicken Kater - dem größten von allen® - und der weißen Perserkatze der Nachbarin gespielt habe, könnte ich mir eine eigene Körperbehaarung eigentlich ganz sparen.

In der Ära des Rasurwahns wäre das zumindest zeitgemäß, oder?

21 Juni 2009

Mitte

Heute ist der 21.Juni 2009, die kürzeste Nach des Jahres. Ich bin 46 Jahre alt. Hier beginnt die zweite Hälfte meines Lebens.

Genau jetzt.

Ich werde 92 Jahre alt. Könnte. Wenn ich bis dahin durchhalte. Weiß aber nicht, ob das wirklich so wünschenswert ist. Vermutlich eher nicht.

19 Juni 2009

Zyklus

Und im demnächst neu zu startenden Zyklus "Bekloppte Geschäftsideen" heute: Fingernagelkaufhaus. Oder habe ich irgendwas verpasst?

16 Juni 2009

Gebrauchtmöbel


In der Kreuzberger Gastronomie liegen zur Zeit Gebrauchtmöbel schwer im Trend. Das hatten wir zwar alles schon vor dreißig Jahren mal, 1980, ranzige Sofas und zerfallende Korbsessel, und damals war das Punk, aber: Warum soll die Jugend von heute nicht von den Erwachsenen lernen?






Alle Bilder aus der Schlesischen Straße.

Ergebnis

Am Wochenende hab ich zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder bei einer Regatta selbst gesteuert. Am Ende waren wir siebte von zwanzig. Für mich ist das ein bedeutender Fortschritt gegenüber meiner früheren Phase, wo ich immer um den vorletzten Platz erbittert kämpfen musste. Damals selbst entgegen aller statistischen Wahrscheinlichkeit.

Jetzt frage ich mich die ganze Zeit, ob ich das schon als "dazugelernt" ausgeben kann.

15 Juni 2009

Routing und Logik

Früher dauerte eine Reise so lange wie sie dauert. Seit einiger Zeit hat es der Reisende eilig. Weil Eile beim nichts ahnenden Betrachter Wichtigkeit vortäuscht.

I.
Die deutsche Bahn hat in den letzten Jahren Milliarden von Steuergeldern ausgegeben, damit man mit Zügen, die bis zu 300 Stundenkilometer fahren, in kürzester Zeit von Berlin nach Frankfurt brettern kann. Und am Nachmittag wieder zurück. Was man da eigentlich soll, kann man dann hinterher überlegen. Frankfurt/Main. In das andere Frankfurt fahren solche Züge erst gar nicht. In die Landeshauptstädte Magdeburg und Potsdam auch nicht. Oder nur ungern.

Seltsamerweise hat ausgerechnet Berlin Spandau - das Zentrum der Provinz schlechthin - einen eigenen ICE-Bahnhof. Spandau! Dabei wollen Spandauer nichts lieber, als genau da bleiben, wo sie sind. Ausgerechnet die haben jetzt eine 800 Meter lange Hochleistungsbahnhofshalle.

Aber die Bahn muss ja mit dem Flugzeug konkurrieren. Muss einfach. Muss! Da kann man eben nicht überall anhalten und zum Blumenpflücken aussteigen. Wer sich noch an den letzten großen Vorsitzenden der Bahn erinnert, wird noch wissen, dass der am liebsten überhaupt nirgends mehr angehalten hätte - dann kommt man nämlich am schnellsten voran. Die blöden Monsterbahnhöfe in Berlin waren nur sein zerknirschtes Zugeständnis an die Politik. Und wenn schon Zugeständnis, dann wenigstens besonders groß und besonders teuer, war ja nicht sein Geld.

So viel zur Logik der Bahn.

II.
Schon kürzlich war mir aufgefallen, dass die Stadt Hof von Berlin aus inzwischen erheblich schlechter zu erreichen ist als zu besten Zeiten der deutschen Teilung. Wer nach halb sechs am Nachmittag losfährt, kommt frühestens am nächsten Morgen dort an. 300 Kilometer in sieben Stunden. Das hatte man mit der Postkutsche auch geschafft. Oder mit dem Fahrrad. Zum Glück haben wir jetzt Züge, die das rechnerisch in einer Stunde erreichen würden. Deshalb dauert es sieben.

Aber grade eben weist mich ein Kollege auf die Bahn-Verbindung von Berlin nach Graz hin. Auf der Autobahn etwa 950km. Diese Entfernung könnte so ein Milliarden-Hightech-Zug in etwas mehr als 3 Stunden zurücklegen.

Der Kollege möchte gerne einen Nachtzug nehmen. Nachtzüge sind ja nochmal ein Thema für sich. In Zeiten, wo Züge 300 Stundenkilometer schaffen, machen Nachtzüge innerhalb Europas überhaupt keinen Sinn mehr. Grade das ficht die Bahn nicht an, die 300 kmh sind ja nur die Höchstgeschwindigkeit - mit so einem Zug kann man nämlich auch sehr schön Tempo 50 fahren. Und sehr lange.

III.
Nehmen wir mal an, man hätte ab 20Uhr Zeit und Lust, in Berlin loszufahren. Dann kann man um 22.10h in den nächsten Zug steigen und ist am folgenden Tag schon um 14.22h in Graz. Das sind nur 16 Stunden! Und zehn Minuten. Wahnsinn, nicht? Zweimal umsteigen, über München und Bischofshofen.


Aber es gibt auch eine rasend schnelle Verbindung. Bei der braucht man erst um 22.22h einzusteigen und ist insgesamt genau 16 Stunden unterwegs. Wer hätte sich so eine unvorstellbare Geschwindigkeit vorstellen können zu Zeiten der ... sagen wir mal ... der antiken Römer? Na? Genau: Jeder. In der Zeit kann man die Strecke nämlich auch laufen. Mit dem Pferd schafft man das auf jeden Fall. Na gut, ein Schiff, das kommt nicht ganz ran. Graz hat nämlich keinen Hafen.


Die Bahn schlägt einem eine noch verwegenere Route vor. Subjektiv vielleicht nicht der direkteste Weg. Aber man macht ja gerne einen kleinen Umweg, wenn man damit nur Zeit spart. Zeit! Sparen! Insgesamt ist angeblich heute ohnehin nur noch der reich, der Zeit hat. Auf Geld kommt es doch wirklich nicht mehr an.

Die Bahn schlägt also vor, dass man erst um 23h in Berlin in den Zug steigt. Der fährt nach Hamburg, 250km im Nordwesten von Berlin. Graz liegt genau im Süden. In Hamburg hat man mitten in der Nacht zweieinhalb Stunden Aufenthalt, von 0.43h bis 3.18h. Das reicht grade so zum Umsteigen und für einen Kaffee, wenn man tatsächlich jemanden findet, der einem um diese Zeit einen Kaffee verkauft. Dann setzt man sich in den Zug nach Fulda und rastet dort wieder ein Weilchen. In Fulda erklimmt man um 6.56h den Zug nach München, hat in München eine weitere halbe Stunde Aufenthalt sowie Zeit zum Innehalten und Meditieren und kommt nochmal genau sechs Stunden später in Graz an.

Immerhin ohne Umsteigen zwischen München und Graz. Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, kann von Berlin aus Graz in atemberaubenden 17 Stunden und 22 Minuten erreichen. In Worten: Nur 17:22h! Dieses Tempo hätte sich vor 20 Jahren niemand vorstellen können. Wahnsinn, nicht?

Und so ein ahnungsloser Idiot hat vor Jahren noch über die ultraschnelle Eisenbahn-Direkt-Verbindung Berlin - München über Hannover gelacht.

IV.
Wie gesagt, für die Fernverbindungen hat die deutsche Bahn in den letzten Jahren Milliarden ausgegeben. Konkurrenz mit dem Flugzeug!

Aber bis vor einem Jahr dachten wir alle auch, dass eine Milliarde eine Menge Geld sei. Die Bahnfahrt in einer Richtung kostet deshalb nur noch 170Euro und ist damit fast geschenkt.


Die österreichische Bahn empfiehlt einem den Zug durch Tschechien, von Berlin über Wien, dauerte früher schon 10 Stunden, aber in Zeiten der immer weiteren Beschleunigung des Lebens inzwischen zwölf.

Graz hat übrigens einen Flugplatz. Von Berlin nach Graz fliegt man in 3 Stunden und zahlt ab 160Euro.


V.
Wer jemals über die Kompetenz deutscher Politiker und deutscher Manager nachdenkt kann sich vor Augen halten, dass nach Milliardeninvestitionen heute Hightech-Hochgeschwindigkeits-Züge ein Durchschnittstempo von 55km/h möglich machen. Nach Überzeugung des lange geachteten Spitzenmanagers Mehdorn ist die kürzeste Verbindung sicherlich Berlin - Peking - Graz.





12 Juni 2009

Von wegen Alzheim!

Aaaaaaaaaaaah! Endlich kenne ich es: Das Wort für
Wenn man nur runter geht
um den Müll wegzubringen
sollte man nicht vergessen
den Müll mitzunehmen!
Das Wort dafür ist destination-amnesia, also etwa Das Ziel unterwegs aus den Augen verlieren.
Diese Engländer¹ haben für alles ein Wort.

Und dabei bekommt die Sache noch eine andere, schönere Bedeutung, wenn man nur ein Satzzeichen dazwischen ändert:
destination: amnesia
Es fährt ein Zug nach Nirgendwo...




¹ ... und ihre Kolonien ...

08 Juni 2009

Reihen

Aus unserer Reihe Belanglose Bilder heute:

 "Beliebiger Hof in Kreuzberg"



Und:

 "Beliebiger Hof in Kreuzberg II"



07 Juni 2009

Karneval 09 (4)

Karneval in Berlin - und im Sommer

IV.
Um zehn ist auf den Bühnen Schluss mit Livemusik, damit die Anwohner auch mal schlafen können. Aber unverstärkt und im Park gehts noch lange weiter - mit den verschiedensten Perkussionsgruppen. Wegen des schaurigen Regens halten nur zwei Gruppen durch. Die erste besteht aus einem Dutzend Berlinern und orientiert sich an brasilianischer Trommelei.

Zufällig hat eine Freundin eine Freundin dabei, und die wiederum ihren Cousin, beide aus Brasilien. Ich und meine deutschen Freunde können zu der Trommelei tanzen - aber die beiden Brasilianer können dazu singen: Die kennen den Text!

06 Juni 2009

Karneval 09 (3)

Karneval in Berlin - und im Sommer

III.
Danach wurde auf der orientalischen Bühne eine türkische Zigeunerband aus Australien angekündigt. In Berlin, Deutschland, Mitteleuropa. Da ist selbst nach meinem Geschmack der Multikulti-Anspruch schwer überstrapaziert - sowas kann nix werden!

Deshalb weiter zur Latinauta-Bühne, also Latino-Irgendwas als Sammelüberschrift dieser Abteilung. Dort spielte so eine franko-spanische Zigeunergruppe, ca. 10 Leute, mit feurigen Flamenco-Tänzerinnen und allem Schnickschnack¹. Hätte ich mir nach dieser Beschreibung bestimmt nicht angetan. War aber sehr unterhaltsam, verbreitete tolle Stimmung und hatte so gut wie nichts mit Latino-Irgendwas zu tun - außer dass sie manchmal anscheinend auf Französisch gesungen haben. Macht ja nichts.

Nach der letzten Zugabe bin ich weiter und kam wieder an der orientalischen Bühne vorbei, wo eine Gruppe großartigen orientalisch gefärbten Ethno-Jazz - oder so - spielte. Sehr überzeugend, sehr virtuos und dabei sehr locker. Geil! Das waren die türkischen Zigeuner aus Tralien. Wer die nicht gesehen hat, hat was verpasst! Geil!


¹ muss ich etxtra erwähnen, dass die vermeintlich franco-spanische Zigeunerband anscheinend mehrheitlich aus Berlin kommt?


05 Juni 2009

Karneval 09 (2)

Karneval in Berlin - und im Sommer

II.
Die nächste Band auf der Afrika-Bühne kam aus Ghana und spielte Reggae. Nicht überragend, aber nicht wirklich schlecht. Als es zum zweiten mal innerhalb kurzer Zeit regnete suchte ein Haufen Zuschauer unter so einem riesigen quadratischen Schirm Schutz. Und sie standen alle genau im Quadrat, genau bis zum Rand wo das Wasser runter tropfte. Alle swingten im gleichen Takt mit den Hüften, eine wogende, schaukelnde, quadratische Masse.

Als es zum dritten mal innerhalb von zwei Stunden regnete war es dem Publikum endgültig scheißegal - alle waren inzwischen durchgeweicht, aber niemand wollte sich die Laune verderben lassen und die Leute tanzten eben ungerührt im Regen. Zu Reggae.

04 Juni 2009

Karneval 09 (1)

Karneval in Berlin - und im Sommer


Der Berliner Karneval ist die großartigste Veranstaltung überhaupt. Ich freue mich buchstäblich das ganze Jahr darauf. Einerseits ist er tatsächlich eine lebensgroße Darstellung von echtem Multikulti. Und zwar nicht als hohles Lippenbekenntnis, mit dem die Macht der existierenden Verhältnisse widerwillig hingenommen wird. Sondern. Zum Beispiel ein funktionierendes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur - Menschen, die wirklich neugierig darauf sind, wo der andere herkommt, und was er vielleicht kann.

Ein paar Eindrücke:

I.
Eine westafrikanische Band, die um halb fünf, exakt zur vorgesehenen Zeit, anfängt - ich komme ein paar Minuten zu spät und denke "Das sind die pünktlichsten Afrikaner nördlich der Antarktis..." Ihre Performance ist großartig und zudem mit neckischen Tänzerinnen, die fröhlich aber unaufdringlich alles schwenken, was sie haben. Wo die herkommen hat man sich anscheinend nicht so. Sehr perkussionslastig, wie der ganze Berliner Karneval. Die Band kommt aus Westafrika - Voodoo-Land - und ihre Percussion lenkt den Herzschlag.

Genauer als "Westafrika" kann man ihre Herkunft auch nicht beschreiben: Die Musiker kommen aus Burkina Faso, Guinea, Senegal und Kamerun. Afrikanischer Multikulti. Als sie alle vorgestellt werden brüllt einer neben mir ziemlich  ohne Zusammenhang "KAMERUUUUUN!" Das war in Berlin der Schlachtruf, als sich bei der Fußball-WM vor 19 Jahren endlich eine afrikanische Band bis ins Viertelfinale vorspielen konnte. Dass sich daran immer noch jemand erinnern kann... KAMERUUUN!

Am Ende stellt sich heraus, dass diese wirklich großartige Band gar nicht die im Programmheft angekündigte ist, sondern eine Ersatzmannschaft. Und wahrscheinlich waren sie schon für zwei Uhr bestellt. Sie hießen LaVaNa - LaNaDa - oder so. Weiß das noch wer?

03 Juni 2009

Hochbegabung

In Deutschland wünschen sich 88,3 Prozent aller Eltern mit akademischer Bildung¹ ein hochbegabtes Kind. Das hochbegabte Kind ist sozusagen der Mercedes unter den Kindern.

Speziell für solche Fälle hat sich der Verein MENSA gegründet. Zugangsvoraussetzung ist ein Intelligenzquotient von über 130. (der Fachmann für erfolgsorientiertes Grübeln und das Erfinden von gänzlich neuen Problemen sagt dazu: "Intelligenz ist, was man mit IQ-Tests misst...") Der Verein MENSA ist angeblich ziemlich kleinlich, was die Aufnahmebedingung angeht: Mit 130 IQ-Punkten darf man mitmachen, mit 129 nicht.

Heute im Radio eine Erziehungssendung zum Thema "Hochbegabte Kinder" und eine Expertin von MENSA. Zuschauer dürfen anrufen (wenn ich was hasse im Radio, dann sind es Call-in-Sendungen, bei denen die anderen Dumpfbacken, die grade vor dem Radio sitzen ... erwähnte ich bereits, oder?).
Gleich als zweites ein Mann: "Wir haben einen hochbegabten Sooohn - und wir haben das Probleeem, dass das im schulischen Bereich nicht anerkannt wird!"
Und die MENSA-Expertin: "Ja, äh..."
"Ja, genau, das wird nämlich nicht anerkannt! Dabei ist unser Sohn hochbegabt!"
"...und ... haben sie das wissenschaftlich anerkannt testen lassen?"

Und der Zuhörer: "Wir haben das schon überall testen lassen, sogar bei unabhängigen Instituten..."
Sowas heißt im Klartext üblicherweise "unabhängig von wissenschaftlicher Nachprüfbarkeit".
Und die MENSA-Expertin: "Ja, äh..."
Und der Zuhörer weiter: "Genau! Das wird einfach nirgends anerkannt! Es gibt ganz oft das Phänomeeen, dass Menschen an diese Hochbegabung nicht glauben! Kennen sie das?"
Und die MENSA-Expertin: "Ja, das haben wir ganz oft... was ... was heißt das denn genau?"
"Die Schule erkennt das einfach nicht an! Die sagen, dass unser Kind nur stört!"

Und die MENSA-Expertin: "Naja, es gibt da Familien, die haben so eine Leidensgeschichte hinter sich - das geht sogar bis hin zum Schulwechsel..."
"Wem sagen Sie das! Haben wir al-les schon hinter uns...! Und dabei wird die Hochbegabung unseres Kindes nirgends anerkannt! Und dabei ist er jetzt auf der weiterführenden Schule!"

Wo sonst? Er meint: Kann man das nicht noch ir-gen-dwo anderes testen lassen? Damit die Hochbegabung endlich anerkannt wird! Und die Logik dahinter ist etwa: Ein Kind, das in der Schule sogar stören kann muss doch einfach hochbegabt sein, oder?


Ich habe früher in der Schule auch ein ganz klein wenig gestört, aber vielleicht einfach zu wenig. Ich persönlich mache jetzt den MENSA-Test hauptsächlich deshalb nicht, weil ich die 129 fürchte. Vielleicht sogar die 127. Meine Frustrationstoleranz ist überaus niedrig. Nur 127 womöglich, und dann noch nicht mal bei MENSA mitmachen dürfen - das ertrage ich nicht. Ich mache den Test erst, wenn sie mich ehrenhalber und ohne blöde Vorbedingungen aufnehmen. Wenn der Präsident von MENSA geknickt auf mich zukommt und eingesteht: "Herr Goldfisch, wir haben bei Ihnen nur hundertneunundzwanzig komma drei drei gemessen - an unserem Test muss etwas falsch sein!"

Wenn es so weit ist, lasst es mich einfach wissen, denn ich werde großherzig sein, und ich bin auch nicht beleidigt, wenn der Test nicht richtig funktioniert. Wir alle machen Fehler.




¹ Dieter Bohlen hat angeblich ein Einser-Abitur. Meiner einer staunt, dass der Typ überhaupt einen Schulabschluss bekommen hat. Da kann man mal sehen, mit wie wenig Verstand man in Deutschland Abitur machen kann - anders ausgedrückt: Wie verschoben die Messlatte anscheinend ist. Oder sagen wir mal so: Deutschland ist da, wo Leute wie der Bohlen ein Abitur bekommen und nicht zu hunderttausend Jahren Zwangsarbeit wegen inoperabler charakterlicher Defizite verurteilt werden.

Aber Günther Oettinger hat sogar einen Studienabschluss.

01 Juni 2009

Reihe

Aus unserer Reihe "Sinnlose Tätigkeiten" heute:
USB-Sticks defragmentieren...

25 Mai 2009

Feuerteufel

In Seglerkreisen ist Der Große Bloguator™ als Feuerteufel berüchtigt. Wie es sich mit Gerüchten meist so verhält beruht dieser Ruf auf einer einzigen unglücklichen Begebenheit, welche leider unter Zeugen stattfand:
 
In einer Mischung aus Euphorie und Unbesonnenheit wurde Kaffeewasser in einem Zelt auf einem Gaskocher aufgesetzt und dann nicht ausreichend beaufsichtigt. Die ursprünglich über den First geschlagene Zelttür wurde vom Wind heruntergeweht, schaukelte noch zweimal über den Kocher und blieb dann daran hängen. Daraufhin entzündete sie sich und brannte mit Teilen des Zeltes ab. In der Nähe gab es allerdings Feuerlöscher, die von Zeltnachbarn exzessiv benutzt wurden.

Bei der Rückkehr des Feuerteufels Großen Bloguators™ stand dort ein rauchendes, ramponiertes Zelt-Gerippe, dem 4qm Zeltbahn fehlten, und das dafür mit einer beißenden weißen Staubschicht bedeckt war. Das Löschpulver kroch in alle Hautrisse und Poren und brannte entsetzlich... war zum Glück der letzte Tag des Zeltaufenthaltes. Und ist inzwischen 6 Jahre her. Verschiedene Teilnehmer erinnern sich leider immer noch daran und geben die Geschichte weiter.¹

So weit. Erst kürzlich fiel mir die unglückliche Kontinuität der Ereignisse auf: Mir ist nämlich früher schon mal ein Motorrad abgebrannt. Selbstentzündung. Und später beging meine Waschmaschine auf dieselbe Weise einen Selbstmordversuch. Die konnte aber gerettet werden. Die Technik hasst mich! Oder misstraut mir. Und hasst sich.

Das alles ging mir wieder durch den Kopf, als ich diesen Beitrag bei English Russia sah: Da hat sich ein nagelneuer Ferrari kurz nach Verlassen des Autohauses in Rauch und Asche aufgelöst. Die Feuerwehrleute standen bewundernd drum herum und hatten nichts wichtigeres zu tun als Fotografieren. Die Besitzerin war schockiert. Ich glaube, ich muss sie dringend kennenlernen.



¹ dem Zelt geht es inzwischen wieder sehr gut. Nach der Reparatur durch eine diesbezüglich überaus begabte Bekannte sieht es sogar besser aus als vorher. Die makellos eingesetzte neue Zeltbahn wirkt wie vom Designer dahin entworfen.

22 Mai 2009

Bauschaum, die 401te

Zuweilen bin ich ganz überrascht, wenn jemand mit mir einer Meinung ist. Das kommt seltener vor, als ich mir wünsche - aber vielleicht doch öfter, als ich befürchte. Zusammenhang: Hier im Blog kommt es immer wieder zu freudlosen Predigten über Bauschaum und seine Anwender, die Bauschäumer.

Bauschaum ist der materialisierte Glaube, man würde irgendetwas ohne Anstrengung und gleichzeitig ganz ohne Kenntnisse erreichen. Natürlich wünscht sich das jeder. Aber wenn man halbwegs bei Verstand ist, wünscht man sich ja auch Weltfrieden und den Menschen ein Wohlgefallen. Wenn man halbwegs bei Verstand ist, weiß man allerdings auch, dass das nix wird.

Typische Eigenschaft von Bauschaum ist, dass er das kritische Denkvermögen irgendwie dämpft... ausschäumt? Es ist einfach zu verführerisch. Und dabei rauscht es auch noch so schön, wenn der Schaum aus der Tube quillt, und kribbelt ein wenig in den Fingern.

Und jetzt zurück zum Thema: Der klassische Heimwerker hält Bauschaum für die Lösung von ALLES. Er glaubt, so ziemlich jedes Problem ließe sich mit Bauschaum lösen. Früher war Silikon das Wundermittel. Wenn etwas nicht passt - Bauschaum. Wenn man keine Fenster einbauen kann - Bauschaum. Türzargen - dasselbe. Und wenn Dielen knarren - natürlich Bauschaum! Was denn sonst? Silikon und Bauschaum ersetzen Wissen, Können und Geduld.

Der echte Heimwerker versteht nur, was er verstehen will. Weitere Eigenschaft des typischen Heimwerkers ist, dass er Fachleuten nix glaubt - und sei es noch so stichhaltig begründet - wohl aber anderen Heimwerkern. Und dass er sein Wissen beseelt weitergibt, wie auch das seiner Bastelkumpane, die auch alle mal einem richtigen Handwerker beim Entladen seines Fahrzeugs zugesehen haben und deshalb folgerichtig glauben, sie könnten seine Arbeit selbst doch eigentlich genauso gut.

Also: Es hilft nix, es ist egal, man kann sich den Mund fusselig reden. Daher als Zeugnis eine weitere Diskussionsrunde zum Thema: "Kann man mit Bauschaum das Knarren von Dielen verhindern?": Sinnlos Bauschaum dielen.

Nein, man kann nicht.

21 Mai 2009

Kreuzberg aktuell

Manchmal steht man ja neben sich. Mir ging das vorgestern den ganzen Tag lang so: Alles, was ich angefangen habe, ging schief. Nicht nur aus Unaufmerksamkeit, aber schon auch.

Schraubenladen in Kreuzberg. Ein Einkauf dort dauert immer eine Stunde: Viertelstunde warten, Viertelstunde Verlesen des Einkaufszettels, dann verschwindet der Schraubenmann in den Tiefen des Lagers, Viertelstunde, und dann noch eine Viertelstunde für die Abrechnung. Egal was man kauft: Immer eine Stunde. Ein Artikel oder vierhundert. Sie haben einen extra Wartetisch mit Stühlen, und einen Kaffeeautomaten. Im Schlossereifachgeschäft! Fehlt eigentlich nur noch das Abo vom Lesezirkel.

Ich stehe in der Schlange und warte. Kommt einer rein, in meinem Alter, Fahrradkleidung. Ist ja Kreuzberg. "Ist das ihr Rennrad da draußen?" Der sagt SIE zu mir. Kreuzberg, in meinem Alter - oh mann!

"Äh, ja, das rote?" "Ist das Absicht dass das Schloss dranhängt und offen ist?" Sage ich halt auch SIE zu dem. "Sie wollen doch bloß meinen Platz in der Schlange, oder?" "Nein! Eeeehrlich!" "Wirklich ehrlich?" "Bestimmt!" "Kann ich zurück an meinen Platz in der Schlange wenn ich wieder reinkomme?" "Ja, versprochen!"

Ich also raus und finde mein Fahrrad so vor:


Muss man erstmal schaffen, den Schlüssel rumdrehen und dann weggehen bevor der Bügel runterfällt, das dauert ja nur eine Zehntelsekunde. Oh mann.

Aber andere stehen die ganze Zeit neben sich, glaube ich. Immer. Beim Wieder-Reinkommen sehe ich das Schild an der Tür:


Wirklich durchgehend geöffnet? Die ganze Zeit? Echt?!? Super! Echte Kundennähe!




Vielleicht sollte ich noch erläutern, dass ich bereits einen Tag vorher um genau 15.46h an genau dieser Tür gescheitert war.


20 Mai 2009

Sonnenschutz

Man soll ja nicht über die Kollegen lästern - sonst hat man besonders viel Grund zur Reue, wenn es einen selbst wieder mal trifft.
Andererseits.


Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich durchs Bürofenster genau auf das Dachgeschoss im Nachbarhaus. Berliner Altbau, Seitenflügel, über dem vierten Obergeschoss. Und dort kann ich seit einiger Zeit zuschauen, wie sich die hier abgebildete Sonnenschutzanlage langsam aber stetig zerlegt.


Das liegt daran, dass nie jemand das Ding hoch fährt, aber der Wind darauf keine Rücksicht nimmt und dennoch unablässig daran rüttelt. Das hält auf Dauer der beste Sonnenschutz nicht aus. Zumal, wenn er ein wenig unzureichend konstruiert ist, und wahrscheinlich doch über die eine oder andere scharfe Kante verfügt, an der sich das Tuch langsam aufschlitzt.

Wie wir erkennen können, ist das bei den drei Tuchbahnen im rechten Feld bereits geschehen. Wenn es windig ist kriegt man sehr einleuchtend vorgeführt, dass es bei den anderen Bahnen auch nicht mehr lange dauern kann.

Der Ästhet unter den Konstrukteuren hätte auch zu bemängeln, dass die ganze Anlage ein wenig unbeholfen vor das Fenster gebastelt ist. Von Leuten, die eigentlich Profis sein sollten - solche Anlagen im fünften Stockwerk kann kein Amateur, sowas gibts nicht im Baumarkt. Noch nicht.

Wie es sich wohl hinter permanenten flatternden Tuchbahnen lebt, darüber kann man spekulieren. Kennt hier zufällig jemand die Rosa-Panther-Filme? Der Gegenspieler von Inspektor Clouseau ist nicht etwa ein Krimineller, sondern der Inspektor Dreyfuss, der von Clouseau in den Wahnsinn getrieben wird. Dreyfuss hat diverse schlimme Ticks.

Etwa so stelle ich mir die Bewohner dieses Dachgeschosses vor. Wahrscheinlich eine Eigentumswohnung, und die Leute dachten, sie erwerben etwas besonders wertvolles. Der Kaufpreis legte diesen Schluss bestimmt nahe.

Am besten daran ist aber ein erstaunliches Detail: Das riesige Fenster zeigt genau nach Süden. Volltreffer der Kollegen Arschitekten. Vermutlich wurde die Südlage noch als besonders werterhöhendes Merkmal angepriesen.

Jeder Laie ahnt und jeder Architekt weiß ... sollte wissen ... dass sich Dachgeschosse bei Sonnenschein besonders gut aufheizen. Das Stichwort heißt "Barackenklima" und beschreibt einen konstruktiv schwer auszuräumenden Mangel an Speichermasse. Wenn man hingegen ein Gebäude solar beheizen will, stellt man eine Glaswand vor die massiven Bauteile. Die Sonnenwärme kommt rein, geht aber nicht gleich wieder raus.

Das dämlichste, was man also bei einem Dachgeschoss tun kann ist, eine großflächige Verglasung zu bauen. Zumindest nach Osten, Süden oder Westen.

Die Sonnenschutzanlage die hier allmählich zerfällt, ist der Offenbarungseid für so ziemlich alle, die an diesem Werk beteiligt waren - und zeigt irgendwie eine Art selbstregulierende Gerechtigkeit. Das hat man selten am Bau.

17 Mai 2009

Brot

... normalerweise heißt "Vollkorn", dass beim Mahlen des Getreides die wertvollen Bestandteile nicht vor dem Verkauf rausgefischt und woanders verscherbelt werden...

Vor ein paar Tagen habe ich in der Bäckerei Beumer & Lutum ein Roggenmischbrot gekauft, Vollkorn. Lecker. Aber ich muss mal fragen, ob sie dieses Brot nicht auch mit gemahlenem Getreide backen können. Die Hälfte der Bestandteile dieses Brotes hatte jedenfalls nie eine Mühle gesehen. Solche Implantate gibts auf der ganzen Welt nicht, mit denen man solche Körner klein kriegt!

Vielleicht wird die Bäckerei auch direkt von der Zahnarztinnung gesponsort. Wenn man sich nicht sowieso beim Verzehr einige Zähne abbricht denkt man so doch wenigstens daran, wieder einmal einen gründlichen Check der Kauleiste machen zu lassen.

Da fällt mir die Frage von Max Goldt ein: "Wann endlich werden die deutschen Bäcker lernen, dass die Körner in das Brot gehören und nicht oben drauf?" Ich frage ergänzend: "Und wann endlich werden die Öko-Bäcker zum Verzehr bestimmte Körner endlich wieder mahlen?" Schon geschrotet wäre ein Fortschritt.

Sag mir doch einmal, Herr Bäcker
dieses Brot ist wirklich lecker -
warum musst du mich so quälen?
Glaubst du dass aus stabilen Stählen
meine Zähne angefertigt sind?

Ich fürchte, dieser Bäcker spinnt.
Das hat mit den Kollegen er gemeinsam
hart ist gesund und
ungesund macht einsam
jedenfalls im Müsli-Öko-Vollkorn-Bio... Bio ... dings...?

...ach, Käse, reimt nicht. Lasse ich das eben mit dem Reimen. Biotop! So!

16 Mai 2009

Erscheinung

Es gibt immer ein erstes mal. Kürzlich habe ich zum ersten mal in meinem Leben in einer Unterhaltung das Wort "sitt" fallen hören, fast ganz ernst und ohne Häme vorgebracht und sogar im richtigen Zusammenhang: "Nowasdringney?" "Nein danke, ich bin sitt." Das mit dem richtigen Zusammenhang ist unter diesen Umständen ja schon unwahrscheinlich.

"Sitt" zählt immer noch zu den eher seltenen Wörtern im deutschen Sprachraum. Erstaunlich insbesondere, wenn man bedenkt, dass es bereits vor zehn Jahren auf Initiative der Duden-Redaktion erfunden wurde, die ihren Duden anscheinend nicht voll kriegte. Jedenfalls nicht voll genug. Dabei verhält es sich genau wie mit dem Hals und dem Bier: Sitt ist man oft zu spät.

15 Mai 2009

JCC - Psycle Sluts

... ich habe dieses Jahr noch gar keine Werbung für John Cooper Clarke gemacht, den ich so sehr schätze.

Fiel mir auf, als ich ihn¹ Anfang der Woche zum ersten mal seit etwas mehr als 25 Jahren(!) im Radio gehört habe. Danke, Wolfgang Doebeling!

Und: Ich will auch diese Droge haben, die einen auf solche Ideen kommen lässt.

Dringend!

Eilt!



O-Ton:
Hello there.
This site is now under new management and as an opening gesture would like to offer as a free download the bootleg album "Ou est la maison de fromage"

¹ und: Laut!

14 Mai 2009

Wettbewerbe

Meine Arbeit verschlägt mich derzeit regelmäßig vom schönen Schöneberg ins nicht ganz so schöne aber umso angesagtere Kreuzberg. Richtig: Umgebung Schlesisches Tor...

Hier läuft grade ein Besonders-scheußliche-Sonnenbrillen-Contest. Wahrscheinlich kann man irgendwas gewinnen wenn man sich optisch dermaßen verstümmelt, nehme ich an.

Das gabs in Prenzlberg-Mitte vor fünf Jahren auch schon mal. Damaliges Top-Style-Accessoire: Die Insektenaugen-Sonnenbrille. Mit der sah jeder Prenzlberger aus wie eine Gottesanbeterin nach dem fünften Bier. Also wie ein ganz besonderer Idiot.

In Kreuzberg im Moment der absolute Renner ist das Modell "Paris Hilton".

Eins ist mal sicher: Die Menschheit lernt auf Dauer nicht dazu.

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