19 Oktober 2009

Dokumentarfilm

Langsame Kamerafahrt, die Kamera fährt und sieht dem Mann ins Nasenloch.

Kommentar aus dem Off: "Nicht rasiert! Man kann ja gar nichts weiter sehen!"

Mann: "Wat hamse denn erwartet - wat wollnse denn da sehen? Mein Jehirn, wa?"

Kommentar aus dem Off: "Ich dachte..."

Das Kind ruft dem Dokumentarfilmer zu: "Soll ich Dir mal einen Trick zeigen? Soll ich?"

Der Dokfilmer will den Trick zuerst erklärt haben, sonst filmt er gar nichts. Das Kind: "Wenn ich dem Papa ins Nasenloch spreche, kommt es zu den Ohren wieder raus!"

Dokfilmer: "Aha! Ihr Kopf leitet Schallwellen um!"

Der Mann: "Nee..."

Kind: "Mama sagt, da ist gar nichts drin. Wenn man dem Papa ganz laut ins Nasenloch ruft, gibt es ein Echo!"

Dokfilmer: "Macht sie das oft? Und dann wird der Schall umgeleitet, ja?"

Der Mann: "Nee..."

Das Kind: "Mama sagt immer 'Resonanz'!"

Dokfilmer: "Wenn wir mit einem Endoskop ganz tief ins Nasenloch fahren..."

Mann: "Untersteht Euch!"

Dokfilmer: "... dann finden wir also - nichts?"

Mann: "Jar nich wahr! Da is schon wat! Nur nich so wat neumodischet."

Dokfilmer: "Was denn dann?"

Mann: "Na nich so'n elektronischet..."

Dokfilmer: "Aha. Sondern ein altmodisches, mechanisches?"

Frau: "Ja, genau! So eins zum Aufziehen."

Dokfilmer: "Was?"

Frau: "Aber ich vergesse das manchmal. Wenn ich tagelang keine Antwort bekomme auf eine Frage, dann fällt es mir irgendwann wieder ein: AUFZIEHEN!"

Dokfilmer: "Ach?"

Mann: "Is jar nich wahr!"

Dokfilmer: "Wirklich?"

Mann: "wat is nu? Wollnse nu 'n Film über mein Alltach drehn oder nich?"

17 Oktober 2009

Aaaaaa-ha-ha-ha-ha!

Das Traditionalien-Versandhaus Manufactum ist ja schon per Definition die konservativste Veranstaltung unter der Sonne. Andererseits: Neben Norwegerpullovern und handgeklöppelten Meisje-Schuhen aus Sandelholz haben sie ein so weites Programm, dass fast jeder irgendetwas sieht, dass er unbedingt haben möchte. Außer Humor: Irgendwie erschien mir das alles zwar immer schön - aber todernst.

Jetzt muss ich erkennen und zugeben, dass die Brüder vielleicht sogar Humor haben.

Was ich zwar nicht brauche, weil mir schon Nachtigallen auf den Zünder gehen, aber als Idee wirklich ... ach egal, seht selbst: Den "Nistkasten Wolfgang S."

16 Oktober 2009

Blog-Jubiläum

Hab natürlich das Blogjubiläum dann doch noch gründlich verpasst: Den tausendsten Eintrag. War ja irgendwie fast zu erwarten.

Eigentlich hätte da doch etwas feierliches oder besonderes stehen sollen, was man zu Jubiläen eben so macht. Aber Der Große Bloguator™ hatte wohl wieder mal anderes im Kopf. Jedenfalls ist er jetzt schon wieder eine ganze Weile vorbei, der tausendste Eintrag. Wen das doch interessiert: Es war die Sache über Blog-Statistik vom 29.9.

Intermezzo

... Intermezzo ist dann, wenn sich grade nichts anderes ergibt, also fast immer. Manchmal auch, weil die Zeit zur Bearbeitung irgendwelcher Einfälle fehlt ...

Nur um das Blog voll zu kriegen, und vor allem wegen der großartigen Fotografie¹:

(via: Der Haken)

Sorry, ich hatte nur das Buch irgendwann mal gelesen, aber den Film nie angesehen - deshalb erst jetzt. Könnte vielleicht auch mal den Kameramann gugeln. Wahrscheinlich ist dieser Clip ohnehin die Kompilation der allerbesten Bilder und die anderthalb Stunden Film dazwischen sind sterbenslangweilig. Nur meine Erwartung... muss ja nicht stimmen.



¹ dieses verkackte Startfoto sehe ich natürlich erst nach dem Einsetzen ins Blog

14 Oktober 2009

Meldung

Misstraue dem Superlativ!

Vorhin im Radio: "... im letzten Jahr in deutschen Betrieben der drittniedrigste Krankenstand seit 1970."

Soso, für den niedrigsten hat's wohl nicht so ganz gereicht? Und für den zweitniedrigsten auch nicht. Aber eine Meldung sollte trotzdem sein.

Und "1970"? Was soll das Datum? Von 2009 aus gesehen ist das keine runde Zahl. Runde Zahlen, Jubiläen sind sonst schon mal Anlass zu sinnlosen Rückblicken. War 1970 etwa der "Beginn der Aufzeichnungen"? Kann ich nicht recht glauben. So was interessiert die Arbeitgeber doch schon immer, Drückeberger und Simulanten waren noch nie gern gesehen.

Oder gab es davor vielleicht andauernd niedrigere Krankenstände? Dann wäre es nur leider keine Meldung mehr wert. Warum nicht "Der niedrigste Krankenstand seit letztem Jahr?"

"Niedriger Krankenstand" wird inzwischen im allgemeinen mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Angst vor Kündigung in Zusammenhang gebracht. Sonst könnte man doch einfach annehmen: Die Leute sind halt gesünder als früher. Ist das nicht eigentlich ganz schön?

Wer also wollte da mit aller Gewalt eine brandaktuelle Nachricht konstruieren?

...


"... Papa? Warum passiert eigentlich auf der Welt immer genau so viel, wie in eine Zeitung passt?"


12 Oktober 2009

Besucher

Oijoijoi! Letzte Besucher!

Das Statistiktool zu diesem Blog wird gern und häufig ausgewertet. Normalerweise ist sich Der Große Bloguator™ sicher, dass er ausschließlich für sich selbst schreibt, gegen das eigene Gedächtnis sozusagen, also: Gegen seine Fähigkeit, auch wichtige Sachen schnell wieder zu verdrängen.

Das Statistiktool zeigt sinngemäß auch, wer da weshalb auf die Seite gefunden hat. Üblich und bereits bekannt und nicht besonders verwunderlich sind die Suchanfragen nach Kindergartennamen, Pferdeporno und seit neuestem auch nach der Deinstallation des Google-Updaters. So weit. Manchmal auch nach Gedichten über schlimme Gerüche.

Die Statistik der letzten 24 Stunden ist allerdings neu und überraschend. Gesucht wurden innerhalb eines Tages
  • Gedichte über Fisch
  • Goldfischli
  • albanische Sprichwörter auf albanisch
  • Kindergartenname schwerbehinderte Kinder
  • Schuhe riechen nach Hundescheiße
  • automatische Türschließer
  • Bronkow Sex
  • Topographie erhöht
  • Baustellenprotokoll
  • Stirn hässlich
  • Organisation indianischer Straßenmusiker (?)
  • Gerüche Gedicht
  • Monolog innere
und dann noch
  • kreativität nqagation ¹

Auf all diese Fragen gibt das Blog mit Sicherheit keine Antwort ... keine Antwort im herkömmlichen Sinne ... aber irgendwie wurden sie hier alle mal behandelt. Erstaunlich, nicht?


Letzte Besucher: Uhrzeit Besucher-IP Herkunft

07.10.2009 13:26 Uhr  79.127.---.---
http://www.google.com/search?hl=en&source=hp&q=gedichte uber fisch

07.10.2009 12:59 Uhr  77.128.---.---
http://freenetsuche.de/dns/index.php?keywords=www.goldfischli

07.10.2009 12:57 Uhr 193.134.---.---
http://www.google.ch/search?hl=de&safe=active&q=albanische sprichw%c3%b6rter auf albanisch&meta=

07.10.2009 11:48 Uhr 91.46.---.---
http://www.google.de/search?hl=de&source=hp&q=kindergartennamen&btng=google-suche&meta=lr%3dlang_de& rlz=1w1dvxe_de&aq=f&oq=

07.10.2009 09:55 Uhr 62.227.---.---
http://www.google.de/search?hl=de&rlz=1r2tsee_de&e i=yknmstvqfcjdsgbf5cxrdg&sa=x&oi=spell&resnum=0&ct =result&cd=1&q=kindergartenname f%c3%bcr schwerbehinderte kinder&spell=1

07.10.2009 09:20 Uhr 78.54.---.---
http://www.google.com/search?hl=de&client=safari&r ls=en&q=schuhe riechen nach hundescheisse&btng=suche&lr=

07.10.2009 08:45 Uhr 80.142.---.---
http://www.google.de/#hl=de&source=hp&q=automatische+t%C3%BCrschlie%C3%9Fer&btnG=Google-Suche&meta=&aq=f&oq=&fp=80c14f30d0d37eb7

07.10.2009 08:34 Uhr 77.235.---.---
http://www.google.de/search?hl=de&lr=lang_de&q=bronkow sex&start=20&sa=n

07.10.2009 07:33 Uhr 160.83.---.---
http://www.google.de/search?hl=de&source=hp&q=topographie erh%c3%b6ht&meta=&aq=f&oq=

07.10.2009 05:33 Uhr 84.19.---.---
http://www.fireball.de/ajax.asp?auswahl=deutschem web&q=googleupdate deinstallieren

07.10.2009 05:28 Uhr 93.196.---.---
http://www.google.de/search?client=firefox-a&rls=o rg.mozilla%3ade%3aofficial&channel=s&hl=de&source=hp&q=baustellenprotokoll&meta=&btng=google-suche

07.10.2009 00:12 Uhr 82.58.---.---
http://www.google.com/search?q=google update entfernen&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

06.10.2009 23:54 Uhr 95.223.---.---
http://www.google.de/url?sa=t&source=web&ct=res&cd =2&url=http%3a%2f%2fgoldfischli.blogspot.com%2f200 9%2f03%2fgoogle-update-entfernen.html&ei=urzlssb5d dp-_aawiuw1bq&rct=j&q=google updater deinstallieren firefox&usg=afqjcngplhhndft2_bdehzr4dzgph-ldfw

06.10.2009 22:40 Uhr 212.60.---.---
http://www.google.ch/search?ndsp=20&hl=de&lr=&rlz= 1g1gglq_dech347&q=stirn h%c3%a4sslich&start=10&sa=n

06.10.2009 21:38 Uhr 84.170.---.---
http://www.google.de/search?hl=de&client=firefox-a &rls=org.mozilla%3ade%3aofficial&hs=pjg&q=photoshop h%c3%a4sslich&btng=suche&meta=

06.10.2009 20:31 Uhr 77.23.---.---
http://www.google.de/url?sa=t&source=web&ct=res&cd =3&url=http%3a%2f%2fgoldfischli.blogspot.com%2f200 7_06_01_archive.html&ei=di3lso2nkdyosaa7w7wcaw&rct =j&q=organisation indianischer stra%c3%9fenmusiker &usg=afqjcng4gxzsyaymjsqjk22gdybbf2t-bg

06.10.2009 20:07 Uhr 84.138.---.---
http://www.google.de/search?q=ger%c3%bcche gedicht&btng=suche&hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla%3ade%3aofficial&hs=gse&num=20&sa=2

06.10.2009 19:51 Uhr 90.146.---.---
http://www.google.at/search?hl=de&client=firefox-a &channel=s&rls=org.mozilla:en-us:official&hs=ijz&q =monolog innere&start=70&sa=n

06.10.2009 19:19 Uhr 134.100.---.---
http://www.google.de/search?sourceid=navclient&hl= de&ie=utf-8&rlz=1t4gpea_dede290de290&q=kreativit%c 3%a4t nqagation

06.10.2009 18:24 Uhr 79.215.---.---
http://www.google.de/search?q=kindergartenname&ie= utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&cl ient=firefox-a

06.10.2009 15:30 Uhr 141.35.---.---
http://www.google.de/search?q=taskplaner google updater&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de: official&client=firefox-a






¹ ich wäre im Leben nicht drauf gekommen, aber dieses Geheimnis lüftet Google automatisch: "Meinten Sie: kreativität negation". Tatsächlich, dafür ist dieses Blog die zuständige Fachabteilung

07 Oktober 2009

Pfffft...!

Das ist was für den Großen Bloguator™, welcher ein nicht so großer Hundefreund ist¹: Unsichtbare und lautlose Hunde!


Deutsche! Nehmt Euch ein Beispiel! ²

(gefunden beim Woostercollective, und die haben es wiederum direkt vom Hersteller improveverywhere)





¹ "Hunde kann man essen!"

² ...oder esst die Viecher.

06 Oktober 2009

Woooah!

Das hier gefällt Dem Großen Bloguator™. Und zwar weniger wegen des behaupteten umweltpolitischen Ansatzes - der wirkt bei so einer Spielerei nicht sehr glaubwürdig.

Aber die Spielerei selbst ist doch irgendwie sehr überzeugend, und einzig der untote Graf, der zuweilen durch dieses Blog geistert, wird Einwände haben: "Man soll nicht mit dem Essen spielen!"
(er meint: Wenn das Essen mal tot ist, soll man nicht damit spielen. Vorher hat er keine Einwände.)

Blood Lamp from miket on Vimeo.

Gefunden bei ... hm ... weißichnichmehr ... leidtutetmir ... weitere Grundlagen hier.





Und weiter im Kleingedruckten:
Der Effekt wird wohl auf derselben chemischen Reaktion aufbauen wie die Luminolreaktion, von der sämtliche Pathologiesendungen der letzten Jahre leben.

Das wiederum erinnert den Großen Bloguator
an einen Segel-Ausflug zum Ärmelkanal, Bretagne, Fronkreisch. In einem Hafen auf der Insel Groix gabs Organismen, die nachts leuchten, wenn man sie anregt. Eigentlich soll man das nicht, aus rein ästhetischen Gründen, aber am besten ließen die sich einfach dadurch anregen, dass man vom Boot ins Hafenbecken pinkelt...

Edith: Ich korrigiere: Der Hafen war Le Palais und liegt auf der Belle-Ile.
Weiterer Edith: Der Link stammte von Dark Roasted Blend, aus der Link Latte 120.
Joh.
So.


05 Oktober 2009

Bauschaumideen

Aaaaargh!


Zur Erläuterung für den Einsteiger: Eins der Lieblingsthemen in diesem Blog: Wo Unbegabung sich mit Faulheit und eigennütziger Sparsamkeit vereinigt, ist der Bauschaum meist nicht weit...

Musik und Tön


V. Staffel - Radfahrerelegie

5. Einsicht

paar tage später kriege ick ne anfrage von der koordinationsleitung von mein großet verkehrsunternehmen. so heißen die. ob ick irgendwat wüsste, da wär neulich anscheinend n rad untern bus auf meiner linie jeraten.

ick frage "personenschäden?"

die leitung "nee, nur dit rad is im arsch. der kerl is aber würklich n ziemlicher idiot." dit ham se richtich beurteilt, denke ick bei mir, und sage "nee, wenn die kollegen nich wissen, ick kann mich da nich dran erinnern." wir sind ja immer mehrere busse auf eener linie. damit war der fall erledicht.

nochn paar tage später spricht mich n fahrgast an, der oft mitfährt "Wegen dem Unfall neulich, mit dem Rad... wissen sie noch?"

ick misstrauisch: "... ja?"

"Ist da noch was gekommen?"

ick weiter misstrauisch: "nee, nich dass ick wüsste."

und er "Dann ist ja gut. Dieser Radfahrer war so ein unglaubliches Arschloch. Als der merkte, dass das Fahrrad plattgewalzt ist, wollte er unbedingt die Nummer von ihrem Bus haben. Aber irgendwie konnte sich kein einziger der vielen Leute dran erinnern. Nicht mal ihre Stammgäste. Ich auch nicht. Komisch, nicht? Der türkische Junge war inzwischen auch weg und das Arschloch stand da, wutschnaubend, in seinem schnieken Aufzug und mit dem schnittigen Helm auf dem Kopf und mit einem ganz flachen zersplitterten Fahrradgerippe. Ich wusste gar nicht, dass Carbonrahmen so interessant splittern. Der hätte am liebsten losgeheult."

ick gloobe, ick soll doch nich immer sone schlechte meinung von meine fahrjäste haben.

04 Oktober 2009

Musik und Tön


V. Staffel - Radfahrerelegie

4. Diskussionen und längere Hebel

dem radfahrer is jar nüscht passiert. er hat anscheinend doch noch jebremst und is nur übern lenker abjestiegen und hat dabei den jungen mit umjerissen. aber allet heil, keen blut, keene schrammen. fürs klingeln hat die zeit dicke jereicht, fürs anhalten nich. kenne ick sonst bloß von autofahrern.

und der kerl schimpft und is nich zu beruhigen. die andern fahrgäste helfen dem jungen auf und nehmen den in schutz: der konnte dit doch jar nich sehen.

aber der radfahrer will einfach nich aufhören zu pöbeln, dit wird immer schlimmer, und nu zieht er allet an beleidigungen raus, wat man sich denken kann. ick meine, dit hat bestimmt nich mit die türkische herkunft zu tun, dass der junge ausm bus ausjestiegen is und sich von hinten hat umfahren lassen.

um den radfahrer stehn die fahrjäste und bilden so ne art kreis, sind natürlich ooch nochn paar gaffer dazujekomm. ick kann den jar nich mehr sehen, höre ihm aber immer weiter fluchen, schimpfen, pöbeln und drohen, dass er mitm anwalt den jungen verklagen wird wegen sein wertvollet fahrrad und wegen seine jesundheit. so schlecht kann die ja nicht sein, fürs pöbeln reicht et jerade noch. und dasser den ausweisen lassen wird und seine eltern die sozialhilfe kürzen lassen wird und lauter so jemeinet zeuch.

der weeß doch jar nich, ob die eltern von dem jungen nich janz normal arbeiten, wie kommt der idiot uff so wat? der junge is still und kann jar nich widersprechen. ick stehe außerhalb von dem kreis und sehe dit fahrrad da so einsam liegen und höre den kerl pöbeln. dem fahrrad fehlt jar nüscht. aber is würklich n teuret modell, carbon-irgendwat. inzwischen jeht der mir uffn zünder, und zwar sowat von! ick nehme sein rad und lege dit vor die hinterreifen von mein bus.

denn melde ick mich nochmal zu wort und sage laut und vernehmlich "wenn ick hier nich jebraucht werde, würde ick jerne weiterfahren. da warten noch fahrjäste. soll ick noch irgendwen anrufen?" aber der radfahrer beleidicht mich ooch, sacht, ick soll mich verpissen und ick denke, der hat dit einfach nich anders jewollt und steige wieder ein. ick sollte mich ja verpissen.

denn muss ick versehentlich weiterjefahren sein. hat nur janz leise unter die hinterreifen jeknirscht

03 Oktober 2009

Musik und Tön


V. Staffel - Radfahrerelegie

3. Vom Halten an Haltestellen

und denn sind da die janz besonderen torfköppe. jibt leute, die noch mehr recht ham als die messenger. kann man sich nich vorstellen, solche treffe ick aber immer wieder. die benutzen denn zwar den radwech - aber wehe, jemand anderer ooch noch. denn wern die fuchsteufelswild, weil so kann dit ja nich jemeint sein: een verträumter fußjänger, een rentner mit hund, ne mutter mit kind, da fangen manche an zu brüllen wie die gorillakönige, weil dit ihre ansicht nach nich erlaubt is und ihre freiheit einschränkt oder ihre persönlichen rechte beschneidet.

wenn man jenau hinkiekt merkt man: die vertragen einfach nich, dass se für nen andern menschen bremsen sollen. bei solche bin ick denn doch froh, dass die keen auto ham. wenn die mit ihrem auto so fahrn würden wie mit dem fahrrad würden se jeden tach n blutbad anrichten, nur weil se vorfahrt hatten.

letzte woche halte ick an ne haltestelle und lasse meine fahrgäste aussteigen. durch die haltestelle läuft n radwech. sicher, so ne anlage is nich die cleverste, aber jibt et hier in unsere stadt ziemlich oft. ick fahr ooch manchmal rad. wenn ick mitm rad auf sone haltestelle zu fahre und sehe, dass da n bus hält, denn rechne ick damit, dass da gleich n paar leute raus jestolpert kommen. dit is nu mal so, wenn jemand aussteigt. denn fahr ick eben langsamer oder mach nen bogen um die haltestelle.

aber neulich sitz ick in mein bus und halte. ick mach also die tür uff und denn hör ick dit erst klingeln wie verrückt, denn brüllen und denn scheppern. jehe raus und kieke, ob wat passiert is. da is son radfahrer in ne gruppe von fahrgästen jerauscht und jetzt liecht er lang.

neben ihm sitzt son halbstarker mit ausjestreckte beene aufm boden, türke, grieche, irgendsowat. der is janz still und perplex und überlecht, ob er jetzt wieder aufstehen kann und rappelt sich langsam hoch.

der radfahrer steht ooch gleich wieder und lässt nu ne kanonade von schimpfwörtern über dem jungen aus. wat der sich einbildet und wo er überhaupt herkommt und so.

und ick versuche zu deeskalieren und frage erstmal, ob wat passiert is und ob wer n krankenwagen brauchen, oder polizei oder so. aber der radfahrer hört nich auf zu schimpfen und pöbelt auf den jungen ein. da schlage ick aus lauter hilfsbereitschaft vor, dass ick vülleicht wenichstens n psüchiater rufe.

02 Oktober 2009

Musik und Tön


V. Staffel - Radfahrerelegie

2. Information und ihr Transport

fahrradkuriere!

fahrradkuriere sind meine besonderen freunde. quetschen sich mitn affenzahn jegen die einbahnstraße noch durch die kleenste lücke, und wenn denn ne tür uffjeht und sie drüberhängen fluchen se über die rücksichtslosen autofahrer.

die nennen sich selber lieber messenger, die klingt gleich vülle rasanter, und so besonders wichtich wie die sich finden fahrn se ooch. einjebaute vorfahrt jehört bei die zur grundausstattung schon seit vor ihre jeburt.

jibt welche, die ham nich mal bremsen am fahrrad. wenn mir so eener uff die scheibe klebt muss ick würklich keen mitleid haben. tue ick aber trotzdem, selbst mit solche knallschoten, dit kann ick nich unterdrücken. tja, der mensch is wohl so.

ick habe mich mal mit so eenem unterhalten. der konnte dit allet janz jenau erklären: keene bremsen, weil ihm ja vülleicht sowieso allet jeklaut wird, wat nicht anjeschweißt is. keene schutzbleche, keene schaltung, keen licht: wird ständich allet immer jeklaut. mir ja nich. ihm aber anjeblich.

wenn da nüscht dran is, denn muss er dit fahrrad ooch nich immer anschließen. dit spart denn jede tour nochmal dreißich sekunden.

und regeln sind immer bloß für die andern. wenn er sich an die verkehrsregeln hält, denn isser nich jenauso schnell wien kurier mitm auto, sacht er. damit machen die aber werbung, und vülle länger alsn kurier mitm auto dürfs denn nich brauchen, dit merkt die kundschaft irgendwann. also dürf er sich nich an die verkehrsregeln halten, wenn er 'messenger' sein will.

meine jüte, dit telefon und der fax sind doch nu wirklich schon ne weile erfunden! sogar ieh-mail jibt et inzwischen. aber heute kann man sich schon nich mehr erklären, wie die menschheit ohne messenger häuser bauen und bis zum mond kommen konnte.

messenger, echt! fürn botenjungen!

01 Oktober 2009

Zitierte Namen

Zitat Google Maps:
Hohenlepte
Strinum
Straguth
Badewitz
Bärenthoren
Polenzko
Trüben
Pulpsforde.
Nicht erfunden.
Ich schwör!
So wahr ich Gott helfe!

Musik und Tön


V. Staffel - Radfahrerelegie

1. Augen zu und durch!

wenn ick in mein bus sitze starre ick ja den janzen tach in den verkehr. dit is meine arbeit. manchmal macht et spaß, manchmal nich. und manchmal isset komisch. im sinne von seltsam, nich in der bedeutung von lustich.

wenn ick mir so ankieke, wie leichtfüßich manche radfahrer rote ampeln ignorieren ... halber blick links, halber blick rechts, und denn ohne zu bremsen rin in den flutenden querverkehr ... also, wenn ick mir dit so ankieke, denn wundert mich, diss wir hier nur alle 3 tage een toten radfahrer ham und nich jeden tach zwanzich.

viele sind ja janz vernünftich. weil se wissen, dass se manchmal vülleicht recht ham, aber jegen nen haufen schön jeformtet blech jesundheitlich keene schangse.

manche sehen sojar ein, diss se nachts vülleicht schlecht jesehen werden, wenn se in schwarze klamotten ohne licht uff der falschen seite fahrn und dabei telefoniern. aber dit is die minderheit.

nee, isse vülleicht jarnich. man merkt sich eben nur die schlechten sachen besser, weeß ooch nich wieso, wenn man sich ärjert prägt sich dit wahscheinlich einfach besser ein.

aber dit jibt ebend welche, die sind immer im recht. die fahren jenau so mitm rad wie andere leute ihr auto: blick immer stur jeradeaus - und wenn wat schief jeht ham alle andern schuld, aber bestimmt nich sie selber.

fahrradkuriere!

30 September 2009

Dialektik

Der Große Bloguator™ hat an sich viele Einwände gegen ausufernden Individualverkehr. Also, eigentlich nur dagegen, dass die individuell verkehrenden Autos anderen Leuten gehören: Wenn man selbst drin sitzt, ist man ja meist zufrieden damit. Und es sind immer die anderen, die einem die Parkplätze wegnehmen.

Aber als Arschitekt wird Dem Großen Bloguator™ sofort warm ums Herz beim Anblick schöner, unpraktischer Autos. (der CX hat einen Wendekreis in der Größe eines Autobahn-Kleeblatts)


Großer Favorit dabei ist der Citroen SM, den sich der Autor voraussichtlich auch im übernächsten Leben noch nicht wird leisten können:


Alternativ wäre auch der Kombi mit den 6 Rädern willkommen. Dafür in Berlin einen Parkplatz zu finden, geht wahrscheinlich nicht unter sechs Wochen Suche ab. Und da hilft noch nicht mal ein Car Loft - dieses Monstrum passt bestimmt nicht in den Aufzug:


Schade.

29 September 2009

Blog-Statistik

Mit dem Statistik-Tool kann man nicht nur sehen, wie viele, sondern auch woher. Und: Was?

Dass Leute Kindergartennamen suchen, wusste ich ja schon - deshalb wurde hier drüber geschrieben. Schlimme Gedichte sind auch immer sehr gefragt. Aber schlimm dichten müsste doch wirklich jeder selbst können, oder? Andererseits: Wie schlecht muss es einem gehen, der morgens um halb sechs schlimme Gedichte sucht?



Aber einige Suchanfragen sind doch neu und unerwartet originell: "mann hässlich bilder". Warum muss man da Google fragen - wo liegt da die Schwierigkeit? Wer will das wissen? Geh doch mal auf die Straße vor Deiner Haustür. Zu McDonalds. Zu einer Wahlveranstaltung der SPD. Oder schau in den Spiegel.

Und noch besser der hier: "berliner blogger sind die pest". Wissen wir. Ist das eine Frage? Warum tippt jemand eine Antwort in das Suchfeld von Google ein? Soll Google jetzt umgekehrt eine Frage dazu formulieren? (bestimmt hat Google irgendwo so eine Funktion)
Anscheinend gibt Google als Frage zu dieser Antwort die hiesige Blogadresse heraus. Das ist Unwahrscheinlichkeit von fast schon douglasadamshaftem Ausmaß.

Je nun.

28 September 2009

In eigener Sache

... alt wie der Quastenflosser aber sonst eher Flossenquassler ...

Gastbeitrag

Im Gästebewirten zu Hause ist der Goldfisch nicht so der König: Es da nämlich arg staubig. Und selbst dem Herrn der Flusen a.k.a. Der Große Bloguator™ ist so manches peinlich.

Im Blog hingegen ist das viel einfacher: Da staubts nicht so. Vorletztes Wochenende wurde in Berlin mit einem der Leser gesegelt - BLOG berichtete - und hier kommt nun die Gegendarstellung vom bewussten Leser.

Gastbeitrag: DER WOLF

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Segeln mit dem Großer Bloguator™

Dieser Eintrag ist ein Gastbeitrag des kleinenblokommentators™ zum Eintrag "Einladung" des Großen Bloguators™. Der kleineblokommentator™ bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich für das ihm gewährte Schreiberecht.

Wie es so die Wesensart des kleinenblokommentators™ ist, muß er natürlich dem Großen Bloguator™ umfassend widersprechen. Mit dem Großer Bloguator™ zu segeln ist mitnichten ein "zweifelhaftes Vergnügen mit ungewissem Ausgang", wie dieser fälschlicherweise behauptet, sondern ein großes und uneingeschränktes Vergnügen, für das es sich durchaus lohnt, weite Wege auf sich zu nehmen - sofern man einige wichtige Verhaltensregeln beherzigt. Da der kleineblokommentator™ inzwischen bereits zwei Regatten mit dem Großer Bloguator™ segeln durfte, hält er sich für berufen, diese Regeln zu formulieren. Vielleicht kann auch der eine oder andere Blogleser, der erwägt, zusammen mit dem Großer Bloguator™ zu segeln, davon profitieren.

1. Regel: "Der Großer Bloguator™ hat immer recht". Das klingt jetzt ironisch - ist es aber nicht. Der Großer Bloguator™ hat, was Segeln angeht, wirklich erschreckend oft recht, und wenn man ein sehr mittelmäßiger Segler ist wie der kleineblokommentator™, dann sollte man das akzeptieren und den Weisungen des Großen Bloguators™ folgen. Natürlich hat dieser nicht wirklich immmer immer recht - aber er hat so meistens immer recht, daß man, wenn man als mittelmäßiger Segler mit ihm segelt, Resultate erzielt, die man nicht mal unter Einsatz einer letalen Dosis von Dopingmitteln hinkriegen würde - und das völlig legal.

2. Regel: Der Großer Bloguator™ ist auf die irrige Meinung fixiert, keiner würde ihm zuhören, und keiner würde seine Ratschläge beherzigen. Daher ist es ratsam, ihn bei jeder Gelegenheit - und sei sie auch noch so gering - eindringlich darauf aufmerksam zu machen, daß man grade einen seiner Ratschläge (womöglich entgegen einer eigenen Auffassung) beherzigt hat. So - und nur so - hat der Großer Bloguator™ die Chance zu erkennen, daß er auch als großer Ratschläger™ sehr geschätzt und geachtet wird. Das freut den Großen Bloguator™ und kommt der Stimmung an Bord sehr entgegen.

Beherzigt man diese Regeln, steht höchst erbaulichem Segelvergnügen mit dem Großen Bloguator™ nichts im Wege. Das nämliche zu erheischen sei allen Bloglesern an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen, der kleineblokommentator™ beansprucht allerdings das Vorsegelrecht, sofern des Großer Bloguators™ eigener Klaus keine Zeit oder Lust hat.

Davon abgesehen sind sich der kleineblokommentator™ und der Große Bloguator™ in vielen wesentlichen Punkten grundsätzlich sehr einig. Sie sind beide in der Bootsklasse "Korsar" zuhause und teilen die Anschauung, daß es erstens andere Bootsklassen eigentlich gar nicht zu geben bräuchte¹, und zweitens dem Korsarsegeln eigentlich der Status einer vierten Weltreligion unter weltweitem Verzicht auf die anderen drei gebührte, weil doch die Zugehörigkeit zu keiner anderen Glaubenskongregation ein solches Maß an Glückseligkeit erzeugen kann wie die zu den Korsaren.


¹ Der kleineblokommentator™ kann hier das Widersprechen schon wieder nicht ganz sein lassen und verficht ein gewisses Existenzrecht für den Schärenkreuzer. Weil ja womöglich sogar der Großer Bloguator™ und der kleineblokommentator™ irgendwann in ein Alter kommen, wo man für die hohe Kunst des aufrechten Segelns ein bisschen Bleiunterstützung brauchen könnte.

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Der Große Bloguator™ bedankt sich, sichtlich gerührt, und ergänzt:

- www.korsar.de

- Schärenkreuzer sind Bleitransporter mit Kajüte, aber trotzdem ganz hübsch

27 September 2009

BMWBikes


Sieht aus wie ein Rasenmäher - klingt aber anders.

Wofür braucht man sowas? Kann mir keine Behinderung vorstellen, bei der das hilfreich wäre, noch nicht mal die verbreitete Krankheit penis microscopica (umgangsspr.: zukleinerschniedel)

Taugt das als Golfcar? Darf man denn auf dem Golfplatz inzwischen 160 fahren?

Ich dachte bisher immer, dass Stützräder schon lustig sind ... über harte Biker Stützräderwitze zu reißen ist jedenfalls äußerst ergiebig ... und jetzt kommt jemand mit einer völlig übermotorisierten Konstruktion, die nur aus Stützrädern besteht...

Bike ist die Abkürzung von Bicycle. Und Bicycle heißt "mit zwei Rädern". BMWBIKES. Naja. Jedenfalls stand das außen drauf, als ich es heute gesehen habe. Im Katalog heißen sie dann Quads. Wenigstens das.

26 September 2009

Helferlein Rechtschreib


Zu Anfang wieder der Hinweis auf die quantitativ-linguistische Datensammlung zur vermeintlichen Rechtschreibhilfe: Verzeichnis unvergesslicher Verbesserungsvorschläge und auf den Assoziationsblaster

Die Helferlein hatten wir hier schon lange nicht mehr. Liegt vielleicht daran, dass es in letzter Zeit insgesamt wenigere Einträge gab als sonst. Soll sich bald bessern - wenn man mich lässt.

Bis dahin nur sporadische Sprachbetrachtung - wie überhaupt sporadische Bloggerei. Der Freude darüber, dass sich aus dem einen Blogeintrag der nächste ergibt, wurde hier bereits früher Ausdruck verliehen. Nun sind wir wieder mal an dieser Stelle angekommen.

I.
Beim Verfassen des letzten Eintrages wurde ein gar nicht mal so seltener Ausdruck verwendet
- achtzehnjähriges
Worin denn da der Makel besteht, wollte sich mir nicht gleich erschließen. Das Wort wurde vom Helferlein jedenfalls als verbesserungsfähig eingestuft:
- achtzehnjähriges
Denkt man sich: "Das ist bestimmt wieder was mit der Rechtschreibreform, wo man sich nur noch nicht dran gewöhnt hat". Und ruft aus wissenschaftlicher Neugier die Korrekturvorschläge auf. Diese sind bei besonderem Gleichklang von erstaunlicher Unterschiedlichkeit in ihrer Bedeutung:
- acht zehnjähriges
Wie viele Zehnjährige?
- acht-zehnjähriges
Ach, die sind von acht bis zehn?
- achtzehn jähriges
Jähriges ist bestimmt ein Stadtteil irgendwo im Rheinland. So wie Nippes, Kappes oder Neviges.
- achtzehn-jähriges
Ja, genau! Nur ohne Bindestrich.
- siebzehnjähriges
Fast. Aber darf schon Auto fahren. Und wählen.
Halten wir fest: Vor allem eins kann das Helferlein überhaupt nicht - richtig Zählen.


II.
Damit dieser Eintrag wieder nicht zu kurz wird, noch eine zweite Betrachtung. Quelle ist dieselbe, sie erinnern sich? Der letzte Blogeintrag:
- grenzdebiles
No ja, klingt das nicht durchaus zulässig? Der Grenzdebile, die Grenzdebile, das Grenzdebile, ein grenzdebiles?
Nee. Nein. Nicht.
Sondern:
- grenzenloses
Eben nicht! Sondern nur nahe dran.
- grenzenlos
Noch beinäher.
- Grenzpfähle
Kalt. Ganz kalt...
- umgrenzendes
Öh, nö. Auch nicht.

Schade.

24 September 2009

Fortschritt in Space


für alle, die glauben, dass Fortschritt und Space
schon fast das selbe sind



Foto beim Tagesspiegel ausgeliehen.

"WAS schwirrt da jetzt herum? EIN SCHEINWERFER?"

"Naja. Ich fürchte, ja."

"Sie haben statt unserem Satelliten einen Scheinwerfer in den Orbit geschossen?"

"Die. Ich nicht. Ich habe ihn nicht raufgeschossen."

"Es dauert zwei Monate, bis so ein Satellit auf der Rakete montiert ist - und in der ganzen Zeit hat das keiner gemerkt?"

"Na, ja, die sehen wohl fast ähnlich aus..."

"FAST? ÄHNLICH?"

"... naja, schwarze Kiste, ein paar Kabel, ein paar Klappen ..."

"ÄHNLICH? Ein primitiver Bühnenscheinwerfer und ein Satellit? ÄHNLICH?"

"Ja, hm. Da ist wohl ein Fehler beim Auspacken passiert. Der Lehrling hat..."

"Welcher Lehrling?"

"... na der Lehrling, der das immer macht, Auspacken und so."

"Sie lassen einen Lehrling an unseren Satelliten?"

"Die. Nur zum Auspacken..."

"DIE lassen einen Lehrling unser 30 Millionen teures Gerät auspacken?"

"Naja, beim Auspacken kann doch nichts passieren ... dachten wir ... die."

"Außer dass wir einen Scheinwerfer hochschießen."

"Wir haben uns ja auch gewundert, als wir nach dem Start kein Signal kriegten."

"Genau: Weil ein primitiver Scheinwerfer nun mal nicht sendet. Und auch nicht forscht."

"Ja. Hm."

"Wie haben sie das überhaupt gemerkt? Sie können den Scheinwerfer ja nicht so direkt sehen, von der Erde aus. Der leuchtet ja zur Zeit nicht."

"Der Chefingenieur hat sich einen Fuß gebrochen. Er ist beim Fußball im Lager über eine Kiste gestolpert."

"Im Lager wird Fußball gespielt?"

"Nein."

"Das klimatisierte Lager, wo der Satellit normalerweise bis zur Montage liegt?"

"Nein. Aber wirklich nur manchmal. Die Sachen dort sind doch alle verpackt. Wo sollen die denn sonst Fußball spielen?"

"Gar! Nicht! Wir sind nicht hier zum Fußballspielen! Sie sollen hier arbeiten!"

"Die. Und die hatten doch Pause. Da haben sie eben Fußball gespielt."

"Wir stehen hier unter einem wahnsinnigen Zeitdruck und die Brüder machen Pause?"

"Nur zur Entspannung. Da haben sie eben Fußball gespielt."

"Im Lager!"

"Und dabei hat sich der Ingenieur den Fuß gebrochen."

"Gut!"

"Und um herauszufinden, wen er auf Schmerzensgeld verklagen muss, hat er darauf bestanden, dass die Kiste geöffnet wird. Wir mussten ohnehin suchen. Die Firma die uns den Scheinwerfer geliehen hat, hat uns schon eine Mahnung geschickt, weil sie ihn jetzt endlich zurück haben wollen."

"Wofür leihen wir uns Bühnenscheinwerfer?"

"Der Scheinwerfer war für das Betriebsfest. Die Bühne. Für die Vorführungen."

"Für das Betriebsfest, das ich vor meiner Dienstreise abgesagt habe?"

"Abgesagt?"

"Verboten, genau gesagt. Das war meine Wortwahl: Verboten. Weil wir keine Zeit hatten und mit der Arbeit fertig werden mussten."

"Verboten? Kann ich mich nicht erinnern."

"Nicht? Vielleicht weil meine Dienstreise drei Wochen gedauert hat?"

"Kann sein..."

"Da haben sie in den drei Wochen das abgesagte Betriebsfest gefeiert, statt unser Equipment zu testen?"

"Nein, äh, wir haben schon getestet, auch."

"Auch? Was für Vorführungen überhaupt, auf der Bühne? Die mit dem Scheinwerfer, sie wissen schon?"

"Naja, jede Abteilung sollte einen Sketch über ihre Arbeit machen, und da..."

"Über die
geheime Arbeit, nehme ich an?"

"Genau. Und da mussten wir doch proben. Die. Und deshalb brauchten wir den Scheinwerfer schon länger, als wir ursprünglich dachten..."

"Und dann kam diese Mahnung, ganz unerwartet."

"Ich hatte doch unterschrieben. So ein Gerät ist unheimlich teuer, mehrere tausend, haben die geschrieben. Für so einen simplen Bühnenscheinwerfer. Die sollten besser nicht so geizig sein. Da ist doch nichts drin. Wenn man sich da unseren Satelliten ansieht..."

"Tatsächlich: Mehrere tausend? Oh-mein-Gott! So viel Geld! Dagegen ist unser Satellit ja geschenkt."

"Ja, genau. Ich hatte doch unterschrieben. Und sie haben gedroht: Wenn wir ihn nicht zurückgeben, muss ich ihn ersetzen."

"Den Satelliten?"

"Den Scheinwerfer."

"Das mit dem Zurückgeben wird jetzt wohl schwierig, was?"

"Was mache ich denn nur?"

"Am besten geben sie denen unseren Satelliten, den brauchen wir ja nun nicht mehr, die Rakete ist ja weg. Und das Wechselgeld lassen sie von dem Lehrling in ein paar Schubkarren hierher bringen."

"Was? Ach so, ja. Ha ha."

"Also: Sie hatten einen Scheinwerfer vermisst und nach dem Start kein Signal vom Satelliten. Und dann hat sich der Chefingenieur den Fuß gebrochen, weil er beim Fußball im Lager über eine Kiste gestolpert ist?"

"Wir mussten den Scheinwerfer doch sowieso suchen. Er wollte, dass wir nachsehen, was in der Kiste ist. Und da haben wir unseren Satelliten gefunden.

"So, so."

"Ja, und da haben wir uns gefragt, was dann wohl in der Rakete war, die da neulich gestartet ist."

"Ach? Haben sie sich gefragt?"

"Ja. Und als der Lehrling von seinem Bildungsurlaub zurück kam..."

"Bildungsurlaub! Den haben hier einige andere viel nötiger."

"... hat er uns die andere Kiste gezeigt, die, die er ausgepackt hat. Die stand da noch. Irgendwie räumt dort nie jemand auf, im Lager. Dann haben wir uns die Kiste genau angesehen und es war die Verpackung von so einem Scheinwerfer für das Betriebsfest."

"Aha. Und der Lehrling, der immer die 30-Millionen-Satelliten auspackt, konnte leider das Wort 'Scheinwerfer' nicht lesen."

"Das war alles chinesisch beschriftet, koreanisch! Taiwanesisch, oder so."

"Aber SIE konnten das alles lesen? Wie ist denn das koreanische Schriftzeichen für Scheinwerfer? Ist das ein zusammengesetztes Zeichen aus dem Symbol für Banknotenbündel und einem Männchen, das sie anzündet?"

"Nein, ganz weit unten stand es auch in unserer Sprache. Ganz klein."

"Englisch?"

"Deutsch."

"Und der Lehrling, der immer die 30-Millionen-Satelliten auspackt, kann so was schwieriges leider noch nicht lesen. Schein-wer-fer."

"Na ja, dafür ist er ja Lehrling..."

"Zum Lesenlernen? Früher lernte man das in der Schule."

"Aber der Junge kann doch nichts dafür..."

" 'Der Junge'? Etwa ihr Sohn? Ist Ihr Sohn etwa 'Der Lehrling, der immer die 30-Millionen-Satelliten auspackt'?"

"Na ja, warum denn nicht?"

"Dieses faule verwöhnte Früchtchen, dem ihre Frau Zucker in den Arsch bläst und der nach der achten Klasse '
keinbockmehraufschule' hatte und abgegangen ist, fasst unsere Satelliten an?"

"Na ja, der Junge sollte doch was lernen..."

"Genau! Lesen zum Beispiel, das wäre eine gute Idee gewesen! Und in der dritten Stunde den Unterschied zwischen einem Satelliten und einem Bühnenscheinwerfer. Jeder Idiot kann das!"

"Mein Junge ist kein Idiot."

"Was? Denn?? Sonst??? Bei dem Vater?"

"Na hören sie mal..."

"Haben sie Angst vor ihrer Frau gehabt? Hat die besorgte Mutter ihnen Prügel angeboten wenn der Sprössling nicht sofort Karriere macht? Oder muss das unbegabte Kind unbedingt noch was dazu verdienen, weil ihr fünfstelliges Einkommen nunmal leider nicht ausreicht?"

"Nein, mein Sohn..."

"Hat Ihre Frau gedroht, dass sie sonst zu ihrer Mutter zurückgeht?"

"Nicht ... ganz. Ihre Mutter ... sollte zu uns ziehen..."

"Was hat das mit ihrem zurückgebliebenen Sohn zu tun?"

"Der Junge ist nicht zurückgeblieben..."

"Nein - sondern leider nur dämlich für vier."

"... sie sollte auf ihn aufpassen, damit er keinen Unsinn anstellt, wenn ich bei der Arbeit bin und meine Frau ihre Besorgungen macht."

"Richtig, ich vergaß: Man muss auf ihn aufpassen, auf den kleinen Jungen."

"Ja, weil er sonst..."

"Oh, ich ahne, was er sonst ... Seit wann macht ihre Frau Besorgungen? Das wäre ja fast wie Arbeit. Ach, ich will es gar nicht wissen! Und da war es natürlich einfacher, wenn wir hier auf ihn aufpassen, zwei Dutzend hochqualifizierter Wissenschaftler als Aufsicht für ihr achtzehnjähriges grenzdebiles Früchtchen?"

"Nein, meine Frau... ich ... ich meine ..."

"Ich schwöre: In der nächsten Rakete sitzen sie, egal was es kostet! Aber ohne Raumanzug! Nein, noch besser: Der Raumanzug wird von ihrem Sohn gewartet. Und das Essen für die Mission kocht ihre Frau! Und ihre Schwiegermutter programmiert die Steuerung. Dann kann gleich ihre ganze Familie hier unterkommen. Haben sie nicht noch einen senilen Schwiegervater? Wir finden bestimmt einen Posten für ihn. Eine Tante mit Alzheimer? Die nehmen wir für den Countdown, unsere Zeitfenster für den Start sind ja immer sehr kurz, da kann das Personal gar nicht billig genug sein."

"Aber so habe ich das doch gar nicht gemeint! Ich wollte doch nur..."

"Sie wollten doch nur für unsere Mission das beste, oder?"

"Genau."

"Und das viele Steuergeld sollte vernünftig eingesetzt sein."

"Genau!"

"Dann sehen sie mal zu, dass sie da oben einen Stromanschluss für ihren Scheinwerfer finden, dann können sie wenigstens die Erde aus dem Orbit beleuchten."

"... aber ich muss den Scheinwerfer doch zurückgeben..."

"Na vielleicht liegt im Lager auch eine Leiter, mit der sie rankommen, dann holen sie ihn einfach wieder runter..."

"Eine so lange Leiter? Ach so: Ha ha...

...

...

aber ... wenn man ihn nicht zurückgeben kann, muss man den Scheinwerfer dann wirklich ersetzen?"

"Sehr wahrscheinlich, ja. Sehr wahrscheinlich."

"Das macht doch bestimmt die Firma?"

"Welche Firma?"

"Na unsere - unser Labor."

"So lange ich hier Chef bin: Nein. Wieso?"

"Haben wir da nicht eine Versicherung, die so etwas bezahlt?"

"Eine Versicherung gegen Dämlichkeit? Leider nein."

"Aber die Firma muss doch ... es war doch unser Betriebsfest ..."

"Sie meinen unser verbotenes Betriebsfest?"

"Äh, ja."

"Wer hat denn unterschrieben: Die Firma oder sie?"

"Ich."

"Sehen sie. Und wer bezahlt dann wohl?"

"Aber wie soll ich das denn machen? Wo soll ich das viele Geld denn hernehmen?"

"Sie meinen für einen Scheinwerfer, der nicht mal die Hälfte von ihrem Monatsgehalt kostet?"

"Ja. Das ist doch unverschämt! Diese Erpresser!"

"Ja. Erpresser."

"Solche Betrüger!"

"Ja. Alles Betrüger. Weil die ihren Scheinwerfer zurück haben wollen. Aber es ist ganz einfach: Sie geben denen ihre Frau, ihren Sohn, ihre Schwiegermutter, alles perfekte Leuchten - und das Wechselgeld bringen sie zurück nach hier. Das wird als Anzahlung für den Satelliten grade reichen."


Geschichten aus der Gegenwart


Höhö, grade in den Nachrichten:
"Lybiens Diktator* Gaddafi spricht vor den UN und zerreißt die Charta der Vereinten Nationen".
Das ist es wohl, was man so gemeinhin Dialektik nennt.





* früher haben die Medien den Diktator immer "Staats-Chef" genannt, so weit ich mich erinnere. Jetzt, wo er trotz einiger kleinerer Verfehlungen schon fast wieder anerkannt ist, scheint sich das plötzlich geändert zu haben. Finde ich fast so seltsam wie den Gaddafi selbst...

23 September 2009

Fragebögen

Grade entdeckt: Da wusste wieder mal jemand mit dem Friedscout Fragebogen nicht weiter. Das kommt häufiger vor, und dann geben die Leute so eine Frage im Google ein und landen hier.

Nee, hier.

Kann man ja verstehen, passiert uns allen mal, dass wir ein wenig sprachlos sind. Einige Zeit später sehe ich in der Blog-Statistik, dass diese Woche wieder einer ratlos war. Etwa bei "Wofür würden Sie Ihr Leben riskieren?" Sowas weiß man normalerweise nicht. Ist auch ganz gut so. Man kommt zum Glück selten in die Verlegenheit.

Trotzdem: Manch einem schwant schon, dass es vielleicht als unoriginell ausgelegt werden könnte, wenn er da reinschreibt "meine Frau/Kinder". Etliche schreiben das trotzdem. Die anderen lassen das Feld leer - oder tippen die Frage stattdessen Wort für Wort in die Suchmaschine. Ich weiß ja nicht, was sie da erwarten. Dass Gugel erklärt, wofür man sein Leben riskieren würde?

Nun, eine Frage lasse ich grade noch durchgehen. Aber neulich hat anscheinend einer gleich den ganzen Fragebogen auf diese Weise abgearbeitet. In der Statistik tauchten jedenfalls ein halbes Dutzend der Fragen auf. Da würde ich zu gerne dabei sein, wenn er sich mit der Menschin trifft, die auf die so gefundenen Antworten hereingefallen ist.

Vermutlich ist das so, wie wenn man in der Schule die Hausaufgaben grundsätzlich von anderen abschreibt: In der Prüfung steht man dumm da. Aber manchen ist ja nix peinlich.

Ach, ich weiß nicht.

Frauen suchen angeblich auch immer Männer mit Humor. Behaupten sie. Keiner weiß, wieso eigentlich, also: Wieso sie das behaupten. Mark Benecke hat das neulich als faustdicke Lüge entlarvt. "Er muss mich zum Lachen bringen" könnte man in Frauenprofilen schon fast als Voreinstellung setzen, bei der Frage nach dem Traummann.

Die Soziologie hat allerdings wohl kürzlich herausgefunden, dass die beobachteten Frauen sich am Ende für die sichersten Pointentöter entschieden haben. Tja. Ich bin auch lange drauf hereingefallen. Sicher, die Kontaktanzeigenfrauen suchen einen Mann mit Humor - aber mit ihrem Humor. Das ist dann so eine Art Oxymoron, schätze ich.


22 September 2009

Dieser Sommer


anlässlich der eindrucksvollen gewittersaison

ein gewitter zieht herüber
und es kracht.
die sicht wird trüber
und die hölle öffnet ihren schlund,

überall blitzezucken.
rumpeln ringsumher, es macht
dir sehr was aus
wie nahe einer einschlägt und
schwerer regen lässt die welt beinah ertrinken
sturzbäche schießen jetzt vom dach
selbst die laternen fangen an zu sinken
und du denkst über eine arche nach

ein kleines schlauchboot wenigstens
das dich ein weilchen
auf den fluten hält
dann hast du noch ein wenig zeit
darüber nachzudenken
über dein ende
über langsames versinken
über ertrinken und über den
ungerührten fortbestand der welt.

musik - zwo - drei - vier:
es fährt ein boot
nach nirgendwo...

21 September 2009

Teufel und Beelzebub

Ich weiß nicht, ich ziehe den Eintrag zurück, ist mir beim nochmaligen Durchlesen doch zu moralinsauer. Oder nicht? Weiß nicht. Kann man nicht irgendwie halb durchstreichen? Na, egal.


Sorry, nicht mehr so ganz aktuell, hatte versehentlich unveröffentlicht im Archiv gelegen, soll aber nicht ungelesen bleiben


Grade bin ich bei Myspace über eine Google-Anzeige gestolpert:
Da würde der unbedarfte Bundesbürger jetzt vielleicht islamische Fundamentalisten vermuten, von Saudiarabien finanziert und vom Iran bewaffnet. Aber: Weit gefehlt! Es geht nämlich um
Christliche Politik für Deutschland
Appell an Bundespräsident Köhler

www.Aktion-Kig.de
Sind wir inzwischen hier in Deutschland so weit? Da hatten wir eben noch den Wahlsieg von Obama gefeiert und gehofft, dass die staatlich finanzierte christlich-fundamentalistische Heuchelei in den USA endlich vorbei ist, und jetzt sowas.

Hinter dem Link findet sich eine Webseite mit dem schönen Titel "Blasphemie". Na da bin ich aber mal gespannt! Und tatsächlich: Man wird nicht enttäuscht
Willkommen bei Kinder in Gefahr

eine Aktion der DVCK e.V.
Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur
Aha, es geht nicht um die Beleidigung der Petitionssteller selbst, sondern die von ihnen rechtmäßig vertretenen wehrlosen Kinder...

...das ist ja immer so: Wenn Nazis einen Ausländer zusammenschlagen, dann tun sie das aus Sorge um Deutschland, oder weil der Migrant irgendwem einen begehrten Dreckjob wegnehmen könnte, den deutsche Arbeitslose sowieso aus Prinzip ablehnen. Und nicht etwa aus Langeweile und Überheblichkeit, oder weil Nazis sowieso zu blöd wären auch nur eine Fremdsprache zu lernen.

Und die "Kinder in Gefahr"-Erwachsenen beklagen sich zum Wohle der Kinder über eine sadomasochistische Darstellung des Evangeliums und nackte Darsteller, die sich gegenseitig geißeln. Hallo? Hab ich da irgendeine dieser packenden Episoden aus der Bibel falsch in Erinnerung?

Leben, Leidensweg und Kreuzigung? Die Römer werden sich sicher ein feines Sakko angezogen haben und den bekleideten Jesus nur mit einer gaaaanz weichen Peitsche nur gaaaanz wenig gegeißelt haben, und das Kreuzigen tat auch gar nicht weh. Oder wie erzählen diese Leute ihren Kindern das?

Aber so voll der Empörung fällt der Blick des Großen Bloguators™ auf "Blasphemie-Intro          Last page update: 21-Jun-2008 17:21". Aha, so eilig scheint das mit der Seelenrettung dann doch nicht zu sein. Und Männer denken beim Stichwort "Blasphemie" sowieso oft an was anderes.

Trotzdem weiß man nicht ob man lachen soll oder weinen, wenn man sich die Themen unter "Aktuell" oder "Hintergrund" ansieht:

  • Stoppt endlich Bravo!
    Bundesweite Protestaktion von "Kinder in Gefahr" gegen die sog. Jugendzeitschrift Bravo

  • Unmoral zahlt sich nicht mehr aus: Playboy in Finanznot

  • Strategien, um Kritiker der politischen Forderungen der Homo-Lobby mundtot zu machen

  • Gender- und Homosexuellen-Ideologen im Europäischen Parlament auf dem Vormarsch

  • Maßnahmen gegen Homophobie sind völlig überflüssig

  • Unter dem Deckmantel von Homophobie und Diskriminierung: Kommt eine Religionsverfolgung?

  • ZDF: Entwickelt sich das Zweite Deutsche Fernsehen zum Erotik-Sender?

  • Aktion „Kinder in Gefahr“ begrüßt Suspendierung des katholischen Dekans, der ein Homo-Paar segnete.

Das Christentum - eine Religion der Liebe, nicht wahr? Angesichts dieser Homophobie und übrigen mittelalterlichen Einstellungen hat man hier den Beweis, wie sehr in Deutschland Schulen und andere Institutionen an diesen Leuten versagt haben. Jetzt, wo alles zu spät ist, wünscht man sich fast etwas weniger Demokratie und Freiheit für diese Gestalten, und stattdessen ein paar schöne Umerziehungslager, wo sie sich zusammen mit den ebenso fehlgeleiteten Nazis an Gott und Homosexualität abarbeiten können.

17 September 2009

Einladung

Am letzten Wochenende war ich mit einem der Leser segeln. Blogleser, meine ich, nicht Weinleser oder was einem da sonst so in den Sinn kommt. Das war nicht nur sehr schön, sondern zudem erfolgreich: Danke Wolf!¹

Nach dem Segeln wird traditionell geduscht, weil man nach einem Tag in luftdichten Segelklamotten mit Gummiunterwäsche riecht wie ein Iltis aus Buna. Unter der Dusche kam ich zufällig auf mein kleines Blog zu sprechen, weil irgendein Umstand der Segelei hier auch bereits kommentiert wurde. Dabei stellte sich heraus, dass drei der vier unter der Dusche anwesenden Männer zu meinen Lesern zählten. Damit hätte ich nicht gerechnet. Gigantisch! Fast alle meine Leser in einem Raum!

Jetzt frage ich mich, wie ich das mit der Blogwerbung wohl am geschicktesten anstelle. Also, die lesenden Männer kenne ich ja jetzt.

Hiermit lade ich alle mitlesenden Frauen zur Blogdiskussion beim gemeinsamen Duschen ein!



...na, ist das nichts?!?



¹ der Leser hat für dieses zweifelhafte Vergnügen mit ungewissem Ausgang einen weiten Weg auf sich genommen, was ich sehr zu schätzen weiß

Kategorie: Bescheuerte Ideen...

Der Eintrag in diese Kategorie sollte besser heißen: "Besonders bescheuerte Ideen, die diesmal sogar nicht von mir sind". Nein, es geht dabei nicht um Wrestling. Seht selbst:

16 September 2009

Der technische Fortschritt

Nicht mal mehr Einrad fahren muss man noch selbst. Das übernehmen jetzt auch die Roboter:



Soundtrack: Zager & Evans, In the Year 2525
In the year 5555
Your arms are hanging limp at your sides
Your legs got nothing to do
Some machine is doing that for you

11 September 2009

Knopfauge sei wachsam!


Die Marder sind unter uns
Darf man so ein billiges Wortspiel anschlagen, wenn es einen der großartigsten deutschen Filme zu erkennbar ernstem Thema impliziert? Hm, Wiglaf Droste würde das sicher tun. Ich nicht. Ich fang nochmal an:
Der Mördermarder jagt den Mardermörder
Das ist nicht ganz so ernst und vom Robert Gernhardt und damit völlig unverfänglich. Aber zutreffend. Grade ist mir hier in Schöneberg wieder so ein respektloser knopfäugiger Quälgeist über den Weg gelaufen. Ein Bilderbuchmarder mit dichtem Fell und buschigem Schwanz - und anscheinend ziemlich gut genährt - verschwand eben unter einem Auto. Mal sehen, ob ich morgen früh den fluchenden Besitzer treffe.
Der Mördermarder jagt den Mardermörder...
... Autos überfahren Tiere, Marder zerlegen KFZ-Innereien. Damit wäre die Gerechtigkeit fast schon ausgeglichen. Wenigstens in diesem Fall schlägt die Natur kreativ zurück, wenn auch viel zu selten. Warum können Igel, Karnickel und Rehe das nicht auch?

So, jetzt hab ich's:
Vom Marder lernen heißt siegen lernen!
Jawohl.

10 September 2009

Emowitze?

"Warum ist es sinnlos, Emos einen Witz zu erzählen?"
"Die weinen schon vor der Pointe."
Hm, seltsam. Das tun meine Freunde auch. Aber die sind keine Emos.

Könnte natürlich auch an meinen Witzen liegen.

09 September 2009

Holz vor der Hütte

Nein, nicht was Ihr jetzt vermutlich denkt...

... gaaanz anders!

Von meinem 45 Jahre alten Schlitten muss ich mich jetzt doch trennen. Der hätte rein ingenieurtechnisch noch einige Jahre länger leben können und wohl noch so einige Lastwechsel mitgemacht. Aber es ist leider so, dass die Holzwürmer in den Berliner Kellern kein Erbarmen kennen, und keine Gnade: Sie machen keinen Unterschied zwischen groben Holzbalken der Kellerdecken, schnöden Apfelsinen-Umzugskisten und dem erinnerungsbeladenen Holz eines Hörnerschlittens. Meines Hörnerschlittens. Ersticken sollen sie dran!

Nun sage ich Ade zum Schlitten meiner Kindheit, der mir bis letzten Winter viele schöne Stunden im Schnee und viele blaue Flecken beschert hat: Ade!















08 September 2009

Jazz

Der Internetmusikdienst Radiovideojazz hat ein Special zu Dizzy Gillespie mit diesem schönen Foto illustriert:


Sehr treffend. Erinnert sich noch jemand an Dizzy?

Radiovideojazz kann ich sehr empfehlen. Die haben außerdem eine Traditional-Ecke, beispielsweise mit einer Ausgabe über Haussa-Filmmusik. Geil!

Jubiläum verschoben

Tja. Grade wähnte ich mich mit meinem kleinen Blog an der magischen 1000-Postinge-Grenze. Hätte ich beinahe übersehen. Und hätte ich nicht gedacht, vor drei Jahren.

Andererseits.

Bei der Durchsicht fiel mir dann auf, dass im Inhaltsverzeichnis auch einige Entwürfe enthalten waren. Und nach jedem Löschen wurde ein Posting weniger angezeigt: Das System zählt die Entwürfe mit. Schade.
Macht aber nix: Dann kommt das Jubiläum eben ein wenig später. Und ich werde es nicht übersehen, sondern bereit sein.

Vielleicht auch nicht.

07 September 2009

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem umso entfernteren Planeten - hundertzwölf Lichtjahre weit weg von der Erde. Der Besatzung des Raumschiffs, welches zu Forschungszwecken dort gelandet ist, ist manchmal langweilig. Und sie leidet auch andere Nöte.

"Oh, Doc, sie haben auch was gebaut? ... was ... äh ... ist das denn?"

"Das ist eine Gebetsmühle..."

"Bitte? Und was machen die Drähte da?"

"... mit Motorantrieb..."

"Was?"

"... sogar solar. Nie mehr aufziehen, keine Batterien, total umweltfreundlich..."

"Doc? Sie sind doch gar nicht religiös - weiß ich genau."

"... vollautomatisch, man muss gar nichts mehr tun."

"Mal ganz abgesehen davon, dass ihr Gott uns hier sowieso nicht sieht..."

"Wieso?"

"112 Lichtjahre von der Erde? Da müsste er schon verdammt gute Augen haben. Egal: Ganz abgesehen davon ist der Sinn einer Gebetsmühle ja wohl der, dass man sie von Hand bedient. Und dabei an den jeweils zuständigen Herrgott denkt. Das ist Spiritualität."

"Na und? Sie bewegt sich doch. Sogar automatisch!"

"DOC!"

"Na gut.

...

...

und wenn ich beim Bauen die ganze Zeit an den Herrn gedacht habe?"

"Haben sie nicht."

"Hab ich doch!"

"Haben sie nicht!"

"Können sie doch gar nicht wissen!"

"Wohl kann ich. Ich kenne sie doch: Sie basteln eine Gebetsmühle und denken dabei an nackte Frauen. Warum auch immer."

"Na und? Das ist auch eine Art Gottesdienst."

"Na ich weiß nicht."

"Ja-wohl, eine Messe zur Ehre der Schöpfung und ihrer Vollkommenheit und..."

"Eine elektrische Gebetsmühle hat damit wirklich nichts zu tun! Das ist Gotteslästerung!"

"Sie müssen reden."

"Na gut, an wen auch immer man glaubt: Das ist Frevel! Natur ist Natur und Stabilbaukasten ist Stabilbaukasten. Und wer beides durcheinanderbringt ist nicht gesund!"

"Mag sein. Wundert sie das? Hier draußen: Drei Männer, auf Jahre allein, 112 Lichtjahre von der Erde, und keine Frau weit und breit. Wundert sie das wirklich?"

"Nein."

Obst und Früchte

Erdbeeren aus Deutschland im September - bin ich der einzige der das seltsam findet?

03 September 2009

Familienbande

courtesy by de.talk.jokes:

>>     Familie Kong ...

>>     Hong, King und Bal


...


... die wohnen im selben Kiez wie Familie Tong:

Kar, Be und Fu.

31 August 2009

Klappe, die fünfzehnte

Wenn die Klobrille hochgeklappt ist - dann muss ein Mann im Stehen gepinkelt haben! Diese messerscharfe Schlussfolgerung ist seit der Kontroverse um das Sitzpinkeln irgendwie Folklore. Woher kommmt das eigentlich? Ist das fundamentalistisch-amerikanisch? Also: Diese messerscharfe, aber eben falsche Logik?

Warum liegt es denn so weit außerhalb jeden Vorstellungsvermögens: Dass auch jemand, der die Bürste benutzt, zuweilen das Runterklappen der Klobrille vergisst?

Scheint mir dasselbe intellektuelle Tiefland zu sein wie die Sache mit dem Multitasking...

29 August 2009

Das langweiligste Instrument der Welt



Ein Lamellophon ist ein Zupfidiophon...

Ja! Jaa! Jaaa!


... hhrrmm hhrrmm ... zum Verständnis: Gestern in der U-Bahn nahm neben mir ein schwarzer Mensch Platz, mit einer Kalimba in der Hand. Ich hielt das zuerst für eine Mbira - mir noch unter der Fuchtel von Stella Chiweshe als DAS LANGWEILIGSTE INSTRUMENT DER WELT bekannt und gefürchtet. Selbst eine Triangel macht mehr Musik.

Der schwarze Mensch neben mir wurde von einer netten jungen Frau gegenüber angesprochen, die er offensichtlich nicht kannte, und die ihm bedeutete, sie wolle das Ding ganz dringend mal anfassen. Die Mbira. Der Mann lachte und reichte das Teil rüber und die junge Frau zupfte daran ganz talentiert herum¹.

Dabei fiel mir der exquisite Klang des Instruments auf, und dass es auch mehr als 5 Knöpfe hatte. Der Nachbar erzählte dann, dass es eine Kalimba ist und dass er die in Frankfurt gekauft hat. Er konnte auch eine richtige Melodie darauf spielen - wäre mit einer Mbira nicht möglich. Irgendwann sind die beiden ausgestiegen, an unterschiedlichen Stationen.




¹ meine Güte, bin ich das, oder wer schreibt da aus mir?

23 August 2009

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Lufthaken. Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem umso entfernteren Planeten - hundertzwölf Lichtjahre weit weg von der Erde. Der Besatzung des Raumschiffs, welches zu Forschungszwecken dort gelandet ist, ist manchmal langweilig.

"Dooooooc!"

"Ja, ja, was ist denn, Käpt'n?"

"Ich habe mich verbrannt."

"Schon wieder an einem Lufthaken?"

"Ja, verdammt!"

"Ich sage ihnen immer wieder, dass sie die Finger davon lassen sollen."

"Na, wozu haben wir die Dinger denn wohl?"

"Jedenfalls nicht, um hier drin Bilder und Regale aufzuhängen. Die sind für Montagearbeiten im Freien..."

"Ich WAR im Freien!"

"... und nur mit äußerster Vorsicht einzusetzen, weil man sich sonst leicht verbrennt."

"Die Behörde sollte uns nur ausgereifte Ausrüstung mitgeben und kein ungetestetes Zeug."

"Seien sie doch froh! Noch vor zehn Jahren war so etwas Science-Fiction: Ein Haken mit einer winzigen Turbine dran und einer Steuerung, der überall in der Luft genau in der Position bleibt, wo man ihn eingeschaltet hat."

"Trotzdem!"

"Sie hätten ihn ja nicht nehmen müssen. Was haben sie überhaupt gemacht?"

"Ich wollte ein Bild aufhängen. Auf der Terrasse! Im Freien! Ja - wohl!"

"Unsere Terrasse da unten vor dem Schiff? Da hätten sie doch auch einen Nagel in die Außenhaut vom Raumschiff schlagen können."

"Wir haben keine Nägel dabei. Das ist nun wirklich zu archaisch ... Nägel!"

"Na gut, dann eine Schraube?"

"Die Hülle vom Schiff ist zu hart, da komme ich mit dem Bohrer nicht durch."

"Na dann eben kleben!"

"Kleber hält nicht auf der Teflonbeschichtung."

"Meine Güte, irgendwas muss doch möglich sein, außer diesen brandgefährlichen Lufthaken!"

"Ist es aber nicht."

"Es muss doch eine moderne Lösung geben. Etwas zeitgemäßes."

"Die Lufthaken SIND die moderne Lösung! Außerdem..."

"Außerdem WAS?!?"

"... sehen sie mal, wenn ich ein wenig an dieser Steuerschraube drehe..."

"Mein Gott, Käpt'n! Wir sind nicht hier, um an der Steuerschraube dieser vermaledeiten Lufthaken zu manipulieren!"

"... aber sehen sie doch mal: Wenn ich  hier dran drehe, geht der Lufthaken immer regelmäßig rauf und runter... "

"Ich will das gar nicht sehen."

"... der hüpft richtig lustig."

"Nein."

"Doch. Und an dieser Schraube kann ich die jeweilige Auslenkung verstellen."

"Käpt'n..."

"So winzige Schrauben - ein Glück, dass wir so perfektes Werkzeug dabei haben. Die sind sooo klein, diese Stellschrauben. Mit dem normalen Werkzeug aus dem Baumarkt würde das gar nicht gehen."

"Käpt'n!"

"... sehen sie: So schwingt er höher, und so weniger."

"Käpt'n... diese Schrauben sind doch bestimmt zum Justieren da, oder? Und nicht für das Gegenteil, das sie grade tun."

"Warum denn nicht? Die Schrauben sind da - also kann ich sie doch auch benutzen?"

"... und sich jedes mal die Finger verbrennen..."

"Sehen sie mal: Wenn ich hier dran drehe, dann schwebt der Haken immer im Kreis. Und das Bild schaukelt lustig!"

"Käpt'n!"

"Es gibt sogar eine Schraube für Schnell und Langsam - an so einem kleinen Ding!"

"Jaaa - aaa Käpt'n, auch die Nano-Schraube ist seit langer Zeit erfunden. Die hier können sie sogar mit bloßem Auge sehen."

"Aber die Raumfahrtbehörde hat doch so qualifizierte Leute wie uns geschickt, damit wir so was ausprobieren."

"Hat sie nicht! Wir sollen diesen Planeten erforschen!"

"... und solche Sachen ausprobieren!"

"Nein!"

"Sondern?"

"Die haben uns geschickt, weil sie auf uns am leichtesten verzichten konnten."

"Na, na!"

"Wenn wir nicht zu Hause sind, stören wir sie nicht beim Verwalten ihrer verstaubten Behörde."

"Glauben sie?"

"Und wenn wir verschollen gehen: Um so besser. Dann können sie umso schöner sich selbst und ihren Stillstand verwalten."

"Sie sind ein Pessimist."

"Und sie können sogar eine neue Abteilung gründen: Zur Verwaltung von drei verschollenen Astronauten. Da warten etliche nur drauf."

"Doc, sie sind ein Schwarzmaler! Wenn ich hier fertig bin, sehe ich nach, ob irgendwo noch eine Flasche Chardonnay steht - würde sie das trösten?"

"Ja, danke."

"Gut. Ich frage mich die ganze Zeit, was wohl passiert, wenn ich zwei solche Lufthaken gegeneinander hänge?"

"Soll ich ihre Hand jetzt gleich verbinden oder erst noch abwarten, was dabei rauskommt?"


22 August 2009

Multikulti

Seltsam: In Tegel gibt es Pizza mit Dönerfleisch.

Ich musste lange nach einem passenden Vergleich suchen. Ich glaube, das ist wie Schwarzwälder-Kirschtorte mit Krabben.

Und ich weiß nicht, ob mir das nicht doch zu multi Kulti ist.

21 August 2009

Ich erinnere mich

I.

Ich erinnere mich, wie ich das erste mal jeden Fuß abwechselnd eine Treppe hinunter gelaufen bin, und nicht wie Kleinkinder immer mit demselben Fuß voran. Im Kindergarten war das. Großer Erfolg!

II.

Ich erinnere mich, wie "die Uhr" gelernt habe. Mit fünf. Von den Urgroßeltern. Das sind die, von denen ich das schlechte Blut habe. Und zufällig auch den Familiennamen. Sozusagen meine Uhrgroßeltern.

Wooo-haaa-haaa-haaa, was für ein grauenhafter Calauer! ¹

III.

Ich erinnere mich, wie ich im Kindergarten ein Mädchen ausziehen wollte, und die anderen Kinder dazu aufgehetzt habe. Aus reiner Bosheit. Jenny hieß sie und war sehr nett. Macht man sowas in dem Alter? Weiß nicht, was da mit mir los war. Ich schäme mich noch heute.

IV.

Ich erinnere mich an die erste Mondlandung. Da war ja auch grade dieses Jubiläum, aber: Ich war dabei. Vor dem Bildschirm. Ein hölzernes Schwarz-Weiß-Gerät mit immerhin zwei Programmen - und ich durfte endlich mal lange aufbleiben.

V.

Ich erinnere mich an den Geruch meiner ersten Pizza - nach Tomaten. Und zwar nur Tomaten: Margherita mit Tomaten und Käse war damals auch in Italien noch nicht verbreitet. Aber nicht nur in unserer Kleinstadt, sondern in ganz Deutschland gab es zu der Zeit noch nicht einmal Pizza.

VI.

Ich erinnere mich außerdem an den Geruch der Tante Christa im Kinderhort: Die war auch sehr nett: Jung, hatte blauschwarze Haare und roch immer nach Fisch. Warum auch immer. Nett war sie trotzdem.

VII.

Ich erinnere mich.





... aber ich erinnere mich leider nicht, in welcher unausgepackten Umzugskiste meine geliebten Tintenfische aus dem Wagenbach-Verlag wohl liegen mögen.

¹ und wenn man Kalauer mit C schreibt ist das die Potenzierung der Multiplikation, oder?

20 August 2009

Idole Ideale

Hab ich was verpasst? Irgendwie muss sich das jugendliche Schönheitsideal im letzten Jahr krass verändert haben. Hieß das zu erreichende Optimum bis da hin "Blonder Bulimiefall" sind anscheinend jetzt plötzlich wieder Speckröllchen angesagt. Erstaunlich.

... oder liegt das nur an der sommerlichen Kleidung?

13 August 2009

Lebensweisheit

Philosophische Hilfestellung:
Man muss aus allem erst eine Schuldfrage machen - und dann die Schuld jemandem zuschieben...

...der man nicht selbst ist.

Nahwestliche Lebensweisheit

07 August 2009

Kurzhörspiel

"Nein-nein-nein-nein-nein ... aaaaaaaaaaaah!" ...rrrumms.

06 August 2009

Notizbuch

Hab zur Zeit viel zu tun,
[x] was schön ist, weil ich endlich mal wieder Geld verdiene
[x] was blöd ist, weil ich nicht so schreiben und bloggen kann, wie ich möchte
[ ] ach was, mir fällt sowieso nichts ein...


05 August 2009

Wörterbuch

Ich zähl mal auf:
  • Kastanienaugen
  • Rehaugen
  • Katzenaugen
  • Mandelaugen
  • Kugelaugen
...?

Na und? Die Eskimos haben angeblich auch 200 Wörter für Schnee.

04 August 2009

Universelle Unkenntnis

Wie sind eigentlich die Primzahlen auf dem Zahlenstrahl verteilt? Weiß das hier zufällig jemand? Ist das logarithmisch-ungleichmäßig, ist das zufällig, oder ... hrrmm hrrmm ... gibt's da eine Regel?




nur um die Pointe gleich hier zu töten: Die Regel ist natürlich, das es sich um Primzahlen handelt...

03 August 2009

Rubriken

In der Rubrik "Besonders bescheuerte Einfälle" heute:
Chillischoten schneiden und sich gleich danach ohne Händewaschen die Kontaktlinsen rausnehmen...


02 August 2009

Ein Zukunftsrat

Neulich eine Zeitungsmeldung: Der Frankfurter Zukunftsrat befasst sich auch mit genetisch bedingter Gier. Aha, denkt man sich, und dann: Das läuft doch jetzt wieder genau in derselben Richtung, wie etwa Kriminalität genetisch bedingt sein könnte - und der Kriminelle demnach nichts für sein Verhalten kann - ist auch Gier vielleicht genetisch. Warum denn auch nicht? So eine Meldung schafft es leicht bis in die seriösen Zeitungen.

Der Zukunftsrat heuchelt also Besorgnis und schlägt vor, Entscheidungsträger genetisch zu testen - angeblich, um dadurch Fehlschläge künftig auszuschließen.

Wenn man sich jetzt ansieht, wer der Zukunftsrat denn ist, bzw., wer die Geldgeber des Zukunftsrates sind - nämlich beispielsweise einige Frankfurter Banken - kann man auf sonderbare Gedanken kommen: Etwa, dass deren Interessen eigentlich das genaue Gegenteil sind - nämlich, die besonders gierigen preiswert und sicher für ihre Führungspositionen auszuwählen.

Beim Frankfurter Zukunftsrat ist ihnen das bereits eindrucksvoll gelungen:
  • wir treffen dort auf die Vorsitzende des Kuratoriums, Maria-Elisabeth Schaeffler - genau: Das ist DIE Maria-Elisabeth Schaeffler, die kürzlich mit geschäftlichem Größenwahn ihr Unternehmen an den Rand des Ruins brachte.
  • außerdem auf die Stellvertretende Vorsitzende Kristina Gräfin Pilati. Den Namen kennt man noch aus dem Zusammenhang mit unserem früheren Minister Rudolf Scharping. Diese wiederum ist eine geborene Frau Paul, später Gräfin durch Heirat, inzwischen Frau Scharping - aber den Gräfinnentitel, der nicht ihr Geburtsname ist, hat sie anscheinend behalten können.
  • und als Häuptling thront darüber Mister Gier persönlich, Wolfgang Clement, der sich selbst für DEN FACHMANN FÜR ALLES hält, bei näherer Betrachtung von genau gar nichts tiefere Kenntnis hat und für einen guten Deal bereit ist, wirklich jeden zu verraten ... beispielsweise die Arbeiterpartei, die es ihm aus Mitleid ermöglicht hat, sich nach oben zu schleimen und zu treten.

Die seltsame Pressemeldung hat der Zukunftsrat übrigens auf seiner Webseite nicht mehr verlinkt. War ihnen vielleicht doch peinlich. Heißt aber nicht, dass man sie nicht immer noch findet... (sicherheitshalber habe ich sie mal gepeichert)

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