28 November 2007
Fortschritt
Wau! Bereits im im Januar ging es hier um den geheimnisvollen Druckbelastungskörper. Damals fiel auf, dass dieses Teil, an dem es wegen seiner Beschaffenheit nicht viel zu bauen geben kann, rundherum eingerüstet ist. Das blieb auch übers Jahr so. Und: Es wurde nicht gebaut.
Sowas beunruhigt einen nur, wenn man nicht aus Berlin kommt. Hier stehen Gerüste gerne mal einfach ein Jahr lang herum. Ich habe keine Ahnung, wozu hier in der Stadt Gerüste aufgestellt oder Baustellen eingerichtet werden - jedenfalls selten, um zu bauen. ²
Gestern stelle ich überrascht fest: Am D. wird gebaut! Hatte noch keine Zeit, die Sache genauer zu untersuchen, aber jedenfalls sind sie auf dem Dach mit dem Presslufthammer ¹ zu gange.
Beachte die Antithese: Dach ↔ Presslufthammer, das schließt sich eigentlich aus. Oder ergibt keinen Sinn. Auf dem Bau darf man sowieso nie nach dem Sinn fragen.
In diesem Fall besteht das ganze Teil aber aus massivem Beton³, vielleicht gibt es da auf der massiven Oberseite ja irgendwas festzudübeln oder es muss eine Betonsanierung ausgeführt werden oder so. Ich harre der Dinge und berichte.
¹ mit Pressluft läuft da schon lange nichts mehr, heute nennt der wissende Handwerker das Gerät "Die HILTI".
² doch schon, es gibt schon auch Gerüste, die zum Bauen benutzt werden: Dort sind sie dafür so schnell, dass man kaum mit den Augen folgen kann
³ der in mir integrierte Anagrammgenerator tippt da doch tatsächlich Beont. Überrascht nicht mal mich, dass die Rechtschreibhilfe wenig damit anfangen kann. Biont - Bernt - benot - betont - beint
* (mir gehen die Randnummern aus) Es gibt hier zum Beispiel die Baustelle des zukünftigen S-Bahnhofs Kolonnenstraße: Die wurde seit zwanzig Jahren (!) angekündigt und in diesem Frühjahr eingerichtet. Seither ist die halbe Straße abgesperrt, es gibt einen undurchsichtigen Bauzaun und eine aufwendige Baustraße zum hypothetischen Herantransport der Bauprodukte. Nur wird nichts transportiert. Es wird auch nicht gebaut.
Kindergartennamensgebung
Gerade wird wieder irgendwo in Deutschland ein möglichst origineller Kindergartenname gesucht. Ich kann das an der Blog-Statistik genau sehen.
Recht oder Gesetz
Einerseits müssen sich Richter in Deutschland sicher mit vielen Nichtigkeiten auseinandersetzen. Andererseits: Vielleicht haben sie das auch verdient.
Was ist wohl von einer Richterin zu halten, die sich die unlogische Argumentation der einen Seite kritiklos zu eigen macht und ihren vermeintlichen Vergleichsvorschlag vorsorglich mit "Beschluss" überschreibt?
Filmkunst
Anscheinend beschäftigen sich derzeit eine ganze Menge Leute mit Zeitrafferfotografie¹. Dank! Dank der technischen Möglichkeiten! Das wäre vor zwanzig Jahren noch sehr aufwändig gewesen. Jetzt stellen sie die Filme davon ins Internet, sozusagen die Erben von Koyaanisqatsi.
Über den Erkenntniswert solcher Filme bin ich noch am Grübeln - aber irgendwie muss ich dieses Blog ja voll kriegen. ²
¹ wer hier eine kleine Lese-Schwäche an sich selbst entdeckt: Zeit-Raffer-Foto-Grafie
² im vorliegenden Fall aber bereits eine Attraktion: Die Umkehrung der gewohnten Wahrnehmung. Üblicherweise erlebt man Bäume als bewegt und Wolken als unbewegt. Hier ist es anders: Die Wolken bewegen sich und die Bäume sind reglos.
27 November 2007
Krankheitscontent
Im Krankenhaus sagen sie immer:
Auch die beste Krankheit taugt nichts!Jedenfalls, die Patienten sagen das.
Yardstick
Kommen wir doch wieder mal zu einem Segelthema: Yardstick.
Sowas kennen nicht nur Segler, es handelt sich um ein Handicap-System für Boote. Auf Berliner Gewässern gerade im Kajütboot-Bereich sehr verbreitet.
Der gemeine Leser denkt jetzt vielleicht, nur weil hier Boote erwähnt werden, handelte es sich um einen Wettbewerb im Segeln. Aber das täuscht. Bei genauer Betrachtung handelt es sich um einen Wettbewerb im Bootekaufen.
Es geht darum, dass zwar viele Menschen bei Regatten teilnehmen möchten, aber natürlich nur, wenn sie auch ganz bestimmt gewinnen. Deshalb sind sie aber noch lange nicht bereit, auch ein vergleichbares Boot zu erwerben. Man will im Rallye-Wagen bei Formel-1-Rennen mitmachen und erwartet selbstverständlich ein gerechtes Ergebnis.
Um dieses sicherzustellen und nicht vergleichbare Boote zu vergleichen, wurde als einfachstes System der Yardstick-Faktor erfunden.
Man könnte umgekehrt argumentieren: Um die Eigner der bereits vorhandenen Boote zur Regattateilnahme zu motivieren... aber die benutzen die vorhandenen Boote zu nichts anderem als zum Regattasegeln nach Yardstick und der Yardstickfaktor spielt beim Kauf keine geringe Rolle. Demnach könnten sie sich auch einfach einer schönen Bootsklasse anschließen. Leider entfällt dann der Vorteil des besseren Faktors. Und die Möglichkeit zur sinnlosen Diskussion.
Irgendjemand legt das Handicap fest, eine Kommission aus mehreren Personen. Es basiert auf den technischen Eigenschaften des Bootes - Länge, Breite, Segelfläche, Gewicht - und auf den Ergebnissen, die damit erzielt werden. Handelt sich also um einen Erfahrungswert. Wenn auf mehreren gleichen Booten gute Segler sitzen, dann werden diese Boote öfter gute Ergebnisse erzielen. Also erhält dieser Bootstyp einen ungünstigeren Wert als einer, wo meist unerfahrene Leute drauf sitzen.
Will ich also sehr gute Ergebnisse sicherstellen, darf ich mir keinesfalls ein schnelleres Boot kaufen! Statt dessen muss ich mir ein Boot zulegen, das notorisch von noch schlechteren Seglern als ich selbst bewegt wird. Sowas lässt sich finden.
Wenn das nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, kann ich Taktik 2 anwenden: Ich erwerbe für viel Geld einen sehr exotischen Bootstyp. So neu und exotisch, dass es noch keine Erfahrung damit gibt. Dann kämpfe ich wie ein Löwe darum, einen "gerechten" Handicap-Faktor zu bekommen. Mit diesem fahre ich ein Jahr herum, und wenn ich alles gewonnen habe, behaupte ich folgerichtig, das ich eben der beste Segler bin.
Die Konkurrenten sehen das naturgemäß anders. Wegen ihrer neidischen Intervention wird das Handicap jetzt abgewertet - umgangssprachlich: Angepasst - natürlich nicht zu stark. Die zuständige Kommission kann nämlich nicht zugeben, wie sehr sie sich hat über den Tisch ziehen lassen.
Im nächsten Jahr gewinne ich immer noch viele Regatten, aber nicht mehr alle. Es kommt zu einer erneuten Anpassung. Damit ist der Vorteil des Bootes dahin. Jetzt muss ich mich nach einem neuen exotischen Boot umsehen. Das ist nicht schwer, da es ja hunderte von Typen gibt, da wird schon bald wieder einer für mich dabei sein.
Falls alles das nicht ausreicht kann ich immer auf Variante C zurückgreifen: Das nachträgliche Gewinnen von Wettkämpfen am Tresen: "Wenn wir das anders gemacht hätten, und uns die anderen nicht so behindert hätten, und wenn anderes Wetter gewesen wäre, und wenn der Kurs anders gelegen hätte, dann hätten wir selbstverständlich gewonnen!"
Oder die Erörterung, warum ich heute geradezu naturgesetzlich gar nicht gewinnen KONNTE: "Ja bei DEM Wind geht das halt nicht mit so einem Boot, da werden halt die anderen einfach bevorzugt!"
Nun ja. Aber alles besser, als mit vergleichbaren Geräten gegeneinander anzutreten.
26 November 2007
Rezeptewelt
Irgendein Dienst schickt seit Monaten Kochrezepte. Gekocht habe ich danach noch nie - ich kann nun mal nicht, was ich soll, Anweisungen befolgen, zum Beispiel.
Da die Rezepte meist aus einfach zu beschaffenden Zutaten bestehen und die Zubereitung sich nicht sehr kompliziert liest, lasse ich das Abo mal laufen. Außerdem könnte sich Stoff fürs Blog ergeben.
Heute kommt wieder so ein "Rezept des Tages" an, welches diesmal allerdings aus der Reihe tanzt:
ÄLPLERMAGGRONENZur Folklore von Kochrezepten gehört, dass auch die hochdeutschesten Autoren, jedweder Umgangssprache ohnmächtig, gerne Dialektausdrücke aus dem vermeintlichen Entstehungsgebiet des Rezeptes einflechten, das klingt so schön authentisch. Grade die Schweiz ist da sehr ergiebig.
Zutaten
1 kg Kartoffeln, festkochend
5 Stk. Zwiebeln
250 g Teigwaren
300 g Speckwürfel (alternativ: Pilze)
250 g Bergkäse, gerieben
200 ml Rahm
80 g Butter
400 ml Bouillon
1 Prise(n) Pfeffer
Mit dem Ursprung von Kochrezepten ist das ohnehin so eine Sache: Eigentlich handelt es sich immer um die selben 8 Vorschläge, nur mal mit Greyerzer-Käse, dann wieder Gruyere, und dann auch schon mal Birma-Tofu, je nachdem, welche Spezialitäten der sponsorende Lebensmittelkonzern grade im Angebot hat.
Älplermaggronen - wer weiß, was sich der Rezeptautor darunter vorgestellt hat. Für den Leser klingt das wie "Makronen von Leuten, die auf der Alpe wohnen". Oder so. Unter Makronen kann man sich bestimmt alles mögliche vorstellen, müssen ja keine süßen Plätzchen aus Kokosrapsel und Vanille sein. So Kokos wächst mutmaßlich eher schlecht auf der Schweizer Alpe. Vanille so ähnlich. Und selbst der Zucker muss aus dem Tiefland importiert werden. So viel zur Tradition des Rezepts.
Aber die Inhaltsstoffe!
250 g Teigwaren - jedes gute Rezept beginnt mit "Man nehme, was man grade so da hat" - weiß doch jedes Kind. Teigwaren zum Beispiel: Nussecken, Ravioli, altes Brot, egal: Hauptsache Teigwaren.
Am Propos Teigwaren: Kleiner Exkurs hier.
300 g Speckwürfel (alternativ: Pilze) - aaah! Das ist doch mal was! Speckwürfelalternative: Pilze! Ganz egal, macht doch keinen Unterschied, Vegetarier wollen auch essen! Nehmen wir halt Pilze statt dem Speck. Und Hühnerflügel statt der Teigwaren.
250 g Bergkäse, gerieben - womit wir fast beim Gruyere wären. Knapp vorbei. Der aus Markenschutzgründen hier nicht Bergkäse heißt. Man könnte natürlich auch Gruyere nehmen. Bergkäse klingt halt wichtiger und weltläufiger, Gruyere kriegt man ja inzwischen bei jedem Discounter.
Wenn man Bergkäse gugelt, findet man gleich ein paar Stichworte: Allgäuer Bergkäse; Bergkäse, Emmentaler - Sennereigenossenschaft Steibis eG; Feine Bergkäse aus Seelisberg - Käse - Rohmilch; Bündner Bergkäse: Käse Graubünden, Schweiz; Khuoga Guat - Der Käse aus den bergen von Graubünden, Schweiz; www.gunzesrieder-bergkaese.de; Rohmilchkäse aus silofreier Milch; www.tiroler-schmankerl-alm.de
So: War da jetzt irgendeine Käsesorte noch nicht dabei? Also irgendeinen Bergkäse bitte schön, nähere Spezifikation nicht notwendig. Teigwaren? Egal, irgendwelche. Und Pilze, oder Speckwürfel, oder so.
Was eigentlich nur eins illustriert: Eine Verschwörung! Die Beliebigkeit vieler Rezepte, die von geltungsbedürftigen Leuten und geschäftstüchtigen Autoren in Unmassen veröffentlicht werden, um das engagierte Publikum von den wahren Skandalen und Katastrophen der Welt abzulenken. Oder so.
Und 1 Prise(n) Pfeffer!
23 November 2007
Kacke! Mist!
Ischias! Hexenschuss! In einer besonders widerlichen Form. Ab heute nur noch Krankengeschichten.
21 November 2007
Lebensmitteleinzelhandel
...wieder mal...
Außer dem Warentrennstab ist eine gern beobachtete Übung im Supermarkt die Sache mit dem Band: Kasse, Band, dahinter zwei Auslaufspuren zum Einpacken und Beladen der Taschen.
Die eine Auslaufspur liegt genau in Verlängerung des Bandes, für die zweite muss man eine lange Klappe umlegen, eine Art Weiche. Die zweite Spur dient eigentlich als Puffer, damit, während der eine Kunde einpackt, der nächste bereits behandelt werden kann und die beiden sich nicht gegenseitig behindern oder womöglich der Fluss aufgehalten wird: Der Fluss des Geldes in die Kasse. So ist es wohl gedacht.
Dass die Praxis anders aussieht, ahnt man schon dann, wenn in der zweiten Spur immer was blödes herumliegt und stört, stapelweise Prospekte, Plastiktüten, Blumenkästen, besondere Sonderangebote.
Viele Kassiererinnen in Supermärkten sind nämlich Anarchistinnen, die die Absichten des Chefs gerne ein wenig untergraben: "Wider das Establishment!" Wer hätte das gedacht?
Oder sie sind Sadistinnen, die Freude am Quälen der Kunden haben, wenn die am wehrlosesten sind.
Und es mag auch ein wenig Bequemlichkeit mitspielen, weil man ja jeden Handgriff sparen muss, sei er auch noch so einfach.
Aber wahrscheinlich sind die meisten Kassiererinnen in Supermärkten einfach nur anarchistische Sadistinnen. Für die Freude am Quälen mussten sie ihre angeborene Faulheit erst wieder schmerzhaft befreien, die so lange verschüttet war:
Egal wie voll das Band ist - sie legen die Klappe einfach nicht um!
Egal wie viel Zeug der Vordermann da liegen hat, egal, wie lange er braucht, um das Bargeld im Portemonnaie und dann das Portemonnaie in der Jackentasche zu verstauen: Der nächste wird gnadenlos auflaufen gelassen. Keinesfalls die Klappe berühren!
Es bringt Unglück, wenn der Kunde nicht im Schweiße seines Angesichts Joghurtbecher, Konservendosen, Butter und Weinflaschen wahllos durcheinander in seine Taschen werfen muss. Der nächste Kunde wird ihn schon ein wenig anfeuern: Der möchte ja nicht, dass sein Vordermann den teuer bezahlten Balsamico-Essig in der Hektik mit einsteckt.
Die andere Spur ist währenddessen leer, bis auf ein paar nutzlose Prospekte. Und bis auf ein paar nutzlose Sonderangebote, die sonst niemand haben will. Aber keinesfalls die Klappe berühren!
So rächen sie sich für jahrelange Schmach und Myriaden von Erniedrigungen:
"ENTSCHULDIGUNG!!! Könnten sie BITTE!!! noch eine Kasse aufmachen!"
"Oh, ich glaube, sie haben mir 13 Cent zu wenig heraus gegeben..."
"Da stehen 13 Flaschen Underberg auf dem Kassenbon, ich habe doch aber nur 12 gekauft - können sie die bitte abziehen?"
Die schwache Gegenwehr lautet:
"Herr Müller! HERR! MÜL-LER! Ick hab hier'n Storno!!!"
Und deshalb nehmen sie viel lieber das Recht in die eigene Hand. Bzw. das Gegenteil: Sie fassen die Klappe nicht an. Es wird schon den richtigen treffen, den, der für all ihr Unglück verantwortlich ist - den Kunden.
Im nächsten Beitrag zum Thema fragen wir uns, warum die Durchgänge an der Kasse immer so schmal sein müssen, dass man mit einem Wagen gerade so durch passt, aber auf keinen Fall noch jemand an dem Wagen vorbei gehen kann.
Helferlein Rechtschreib
Zu Anfang der Hinweis auf die quantitativ-linguistische Datensammlung zur vermeintlichen Rechtschreibhilfe: Verzeichnis unvergesslicher Verbesserungsvorschläge und auf den Assoziationsblaster.
Im letzten Posting ging es unter anderem um die
Bootsausstellung.
An sich nichts schwieriges, eine Bootsausstellung ist eine Bootsausstellung ist eine Bootsausstellung. Glaubt man als Autor.
Nach Auffassung von Helferlein Rechtschreib ist eine Bootsausstellung aber in Wirklichkeit und unter Anwendung der neuen deutschen Rechtschreibung eine
- Bauhausausstellungoder sogar mehrere
- Bezirksausstellung
- Jahresausstellung
- Europaratsausstellung
- Europaratsausstellungen
Herrscht da eine heimliche Inflation? Wurde die Europaratsausstellung in letzter Zeit abgewertet?
Kleinere Freuden
Kürzlich hörte ich von einem Bekannten, dass er im Studium Gambe gelernt hat:
"Ah! Westafrikanisches Voodooritual zur Austreibung von Callcenteragenten..."
"Nein! Ein altes Saiteninstrument!"
"Was, eine antike Gitarre, so griechisch-römisch?"
"Mittelalter, und man spielt es mit dem Bogen."
"Aha. Und wenn einer zwei Gamben hat - ist der dann ... Bigambist?"
...wooooo-haaa-haaa-haaa. Tusch! Abgang.
...ich schäme mich jetzt noch für diese billige Pointe...
Segeln - Rückblick nach vorn
Leises Klagen
Die Saison ist vorbei? Hatte ich das kürzlich hier verkündet? Pah! Wie konnte ich naiver Stümper sowas behaupten?
!NATÜRLICH! !NICHT!
Es wird zur Zeit allenfalls auf dem Wasser ein bisschen weniger gesegelt, vielleicht.
Dass Segler und Seglerinnen sich gegenseitig heiraten ist ja okay (1 Wochenende). Aber dann will die Segelei auch verwaltet sein, Termine, Pläne, Absichten, Abrechnung. Dafür treffen sich Vertreter aller Regionen an einem zentralen Ort. 600km in jeder Richtung - wieder ein Wochenende.
Kaum ist man zurück, beginnt die Bootsausstellung. Wegen eines Missverständnisses bei der Anmeldung muss der Flottenpräsi persönlich zum Aufbauen hin. Außerdem noch 1x bei der Eröffnung und wahrscheinlich wieder zum Abbauen. Nochmal ein Wochenende. Pah!
Dann mal ein Wochenende bei der Familie, ganz ohne Segeln, und nur 300km in jeder Richtung. Und dann kann ja endlich die beschauliche Vorweihnachtszeit beginnen, mit 20 Weihnachtsfeiern in jeder Woche.
Dazwischen höchstens noch 1 Treffen mit Seglern der Region als Saisonrückblick und zur Abstimmung fürs nächste Jahr, wenn ... es nicht im Dezember so warm wird, dass man wieder segeln muss.
19 November 2007
Planung heute
Ein beliebiger Tag im Büro, Bildschirm, Internet:
"...verdammt! wo ist denn hier ...?"
"wie bist du denn in den fisbroker reingekommen?"
"äh ... sen... sen ... sen..."
"sen stadt um?"
"genau!"
17 November 2007
Analyse
Sorry, werte Leser, ich muss Euch noch mal mit Blogstatistik pesten - aber diese sind wirklich zu gut:
Da hat sich jemand auf das Goldfisch-Blog verfahren, weil er "Bandwurm bei Alpacas" gesucht hat. Klingt seltsam in Mitteleuropa? Ist es gar nicht, wenn man zum Beispiel eine Herde bandwurmgequälter Alpacas betreut. Oder besser noch: Wenn man einen Nachbarn mit Alpacas hat, den man ärgern möchte. Nur dass der Fragesteller hier natürlich nicht die geringste Antwort finden wird, jedenfalls nicht für dieses subtile Problem: Ich weiß keine Bezugsadresse für Alpacakompatible Bandwürmer. Noch nicht.
Genauso verlassen muss sich der gefühlt haben, der "geschichten von scharfen frauen" suchte: Der landet bei einem Posting mit Vampiren, ungeschickten Gehülfen und tollwütigen Nacktschnecken. Natürlich stehen hier im Blog auch lauter Geschichten von scharfen Frauen. Was, noch nicht? Oh-jeeeh! Muss ich gleich nachholen.
... ääääh... jaaa, Mama?
16 November 2007
Meldungen aus der Gegenwart
Und hier einige wichtige Schutzpatrone.
Fangen wir doch bei A an, A wie
Abstinenzler: Martin von Tours
Armenier: Hripsime weiß der Himmel, wie man das spricht
Autofahrer: Elia
oder B wieArmenier: Hripsime weiß der Himmel, wie man das spricht
Autofahrer: Elia
Briefmarkensammler: Gabriel
oder F wieoder S wie
Uiuiui!
Da nun wirklich jede noch so verschwindende Minderheit ihren Schutzheiligen zu haben scheint, wie auch die meisten Mehrheiten, fragt man sich vielleicht schon: Das ist doch bestimmt viel Arbeit, Schutzheiliger von lauter Tollpatschen und so?
Und dann fragt man sich vielleicht aufgeschreckt: Und ich? Was muss ich tun, damit ich nicht auch versehentlich zum Schutzheiligen von irgendwem werde? Und sei er noch so des Schutzheilungstums bedürftig?
Deshalb werde ich vorsorglich einen Termin bei meiner Schutzheiligen vereinbaren, bei Maria von Ägypten, der Schutzheiligen der reuigen Sünderinnen.
Oh, die behandelt nur Frauen? Schade.
Was man nicht alles so macht
Kurzer Rückblick auf die Saison 2007
Dem <°((( ~~< ist es ja immer ein wenig peinlich, wenn er verlockende Angebote ausschlagen muss. Thema dieser Segelsaison war nämlich
Der <°((( ~~< will mal etwas weniger segeln!
Das war leider ein unklarer Vorsatz, denn es endete mit:5 - Plobsheim (umgangssprachlich: Straßburg)
2 - Förmitz (umgangssprachlich: Hof, Bayern)
2 - Goldenes Posthorn (Berlin, Wannsee)
5 - Dümmer (irgendwo im Nordwesten)
5 - Neusiedler See (hinter Wien)
2 - Jezioro Charzykowskie (kurz vor Danzig)
2 - Berlin (Wannsee)
2 - Elbe (Hamburg)
Die Zahlen davor geben die ungefähre Dauer in Tagen einschließlich Anreise an und zeigen, warum überhaupt eine Auswahl notwendig ist. Bei den längeren Regatten ist immerhin jeweils ein Wochenende enthalten.
Man sieht: Selbst die Beschränkung auf das wesentliche führt zu 25 Tagen Segelei, und da sind Trainingstage, Basteltage, Clubwettfahrten und andere Ereignisse noch nicht enthalten.
Bleibt aber festzuhalten: ALLE diese Veranstaltungen waren großartig! Bei jeder hätte der <°((( ~~< was verpasst, wenn er nicht teilgenommen hätte.
Und andere Leute segeln mehr.
die Bootsklasse heißt übrigens Korsar - aber das wissen ja hier inzwischen alle.
15 November 2007
Teile Vorurteile (3)
Heute: Apfelkompott ³
Das schlimmste an Apple-Usern¹ ist ja nicht ihre Schwäche für Apple, sondern ihr Sendungsbewusstsein und ihre Überheblichkeit.
Nur mal angenommen, dass dieses ganze i-Zeugs tatsächlich so viel leistungsfähiger ist als alles, das zu erfinden die übrige Menschheit im Stande war...
...nur mal dieses angenommen: Dann wird diese Leistungsfähigkeit immerhin tüchtig bezahlt - Apple ist nicht billig. Na gut, denkt man sich da neidlos, warum sollen manche für mehr Leistung nicht auch mehr Geld ausgeben?
Das Problem mit den Apple-Nutzern ist aber, dass sie sich selbst hauptsächlich aus diesem Grund für wertvoller halten als das ganze restliche Volk, und verächtlich oder bestenfalls mitleidig auf die anderen herabsehen: "Das funktioniert halt schon alles sehr viel besser..."
Das "...nur IHR niedere Entwicklungsform könnt das ja nicht erkennen!" geben sie einem dabei immer zu verstehen, schlucken es aber aus irgendeinem Grund oft runter.
Ihr Glaubensbekenntnis "Das funktioniert halt schon alles sehr viel besser!" ² tragen sie immer in diesem nasalen Klassenprimus-Ton vor - wo sie doch nie Klassenprimus waren. Genau dieses Gefühl kann man zum Glück kaufen, dank Apple.
Das lustige: Für ein Gerät, das mit 400 Euronen für das bisschen Elektronik ohnehin schon sehr üppig bezahlt ist, verkaufen sie ihre Seele an den Teufel ... äh die Telekom... und unterschreiben schnell noch einen Vertrag über weitere 1.200€ - mindestens. Das kommt jedenfall raus, wenn ich die 24 Monate á 50€ Mindestkosten zusammenrechne. Macht einen Kontrakt von insgesamt 1.600€, damit man die Nase weiterhin so hoch tragen kann wie bisher.
Aber, Glaubensbekenntnis 2. Strophe: "... funktioniert ja schon alles viel besser. Die ganzen Journaille-Idioten wollen das alles nur schlecht reden!"
Das würde ich mir auch einreden müssen, wenn ich grade sechzehnhundert Euronen für irgendein Taschentelefon gelatzt hätte.
Einzige
"Wer das nicht erkennt ist ein Neidhammel! ICH muss nämlich nicht den billigsten Vertrag nehmen! Und ICH fahre auch einen Daimler, nur damit ihr's wisst!"
Danke. Wissen wir jetzt.
¹ Applelogeten ... uuuua-ha-ha-ha ... was für ein billiges, treffendes Wortspiel
² dazu muss man sich gregorianische Choraltöne vorstellen
³ und nächstes mal sprechen wir über Die Teetrinker™
14 November 2007
500 Dinge
Grade bei den Surfpoeten darauf gestoßen: Die Top 500 der Dinge, die besser sind als Fußballgucken. Na, war ja nicht schwer - fast alles auf der Welt ist besser als Fußballkucken. Trotzdem wünschte ich, einige der Vorschläge wären von mir.
Hobby
...allerdings nicht meins...
Man kann Briefmarken aus Japan als Kiloware bestellen. Aber sie sind knapp.
Portale & Plattformen (2.8)
Der Autor dieses kleinen Weblogs hat früher an Kontaktbörsen teilgenommen, in dem Wunsch, jemanden für die Ewigkeit kennenzulernen, eine Frau vorzugsweise.
Dort soll man meist einen Fragebogen ausfüllen, um etwas über sich zu erzählen. Das interessante daran ist nicht nur, was man über sich selbst erfährt, sondern natürlich auch, wie die anderen Teilnehmer diese Fragebögen ausfüllen.
Hier geht es um das Portal FINYA, das zu dieser Zeit nicht ganz so kommerziell und insgesamt schöner war als der konkurrierende Dienst FriedScout. Und FINYA hatte einen erheblich längeren Fragebogen, mit insgesamt 104 Fragen. Der <°((( ~~< hatte zu fast allen etwas zu sagen...
Kurioses
Welche Aberglauben haben Sie schon immer begleitet?
Der frühe Vogel fängt den Wurm ?
Was werden Sie in zehn Jahren sein und machen?
Was ich dann sein werde? Zehn Jahre älter.
Was ich dann mache weiß ich noch nicht genau: Eigentlich hab ich noch nichts vor.
Welche TV-Serie hat Sie von der Kindheit an begleitet?
Mit Schirm, Charme & Melone.
Die Zwei.
Signor Rossi.
Bugs Bunny.
Welche Künstler haben Ihren Geschmack geprägt?
Stranglers, Police, Tschaikovski, Tom Liwa, Beethoven, The Beat, die Beatles, John Cooper Clarke, W. de Kooning, Robert Gernhardt, C. D. Friedrich, Tony Cragg, Kurt Tucholsky, Emma Peel, John Peel, John Steed, John Cleese, Peter Greenaway.
... also, das sind erstaunlich viele Leute mit Doppel-e ... und zwei mit Doppel-o.
Haben Sie jemals etwas in einem Glücksspiel gewonnen?
Nie.
In welchem Jahrhundert würden Sie gerne leben?
Oh, prima, kann ich mir das aussuchen?
Wie würde die Erde aussehen, wenn Sie sie erschaffen hätten?
Sie wäre eine Scheibe:
Oben die guten (ich), unten die bösen (alle anderen).
Die guten wären schrecklich einsam, die bösen würden dauernd von der Unterseite runterfallen.
Deshalb hab ich damals den Auftrag nicht bekommen.
Was halten Sie für die genialste Erfindung?
Die Geschirrspülmaschine. Jawohl!
Over and out.
Das war's vorläufig mit der Reise durch die Welt der Plattformen und Portale. Für weitere erschütternde Tatsachenberichte muss der Autor erst wieder an geeigneten Veranstaltungen teilnehmen und Erkenntnisse sammeln.
13 November 2007
Bohlenkunst
Wen ich auch nicht leiden kann...
Den Bohlen Dieter als "Künstler" zu bezeichnen ist ein Schlag ins Gesicht von jedem, der sich mit Kunst beschäftigt. Es ist im Grund die Verhöhnung des denkenden Menschen schlechthin.
Eigentlich ist Dieter Bohlen erst gar nicht satisfaktionsfähig, selbst gegenüber Zivilisten, selbst wenn man nicht in einer Verbindung schlägt oder veralteten Militärritualen nachhängt. Obwohl er das alles verdient hätte.
Heißt: Eigentlich müsste man hier gar nicht über ihn reden, außer schlecht. Wer ein paar wirksame Flüche zu Ungunsten von uns Dieter weiß, möge sie hier lauthals verkünden.
Jetzt hat ein Richter entschieden: "Dieter Bohlen ist Künstler". Man staunt ja immer wieder, womit sich deutsche Gerichte so alles beschäftigen. Diese Entscheidung ist genauso plausibel wie "Heute nacht um zwölf scheint hier die Sonne!" mit richterlichem Segen drunter.
Aber! Das Herz frohlockt, weil der Auftraggeber des Schleimbeutels Bohlen jetzt so um die 170.000 € an die Künstlersozialkasse nachzahlen muss, Versicherungsbeiträge wohl.
Für den Sender RTL und Bohlen ist das ein Klacks, fragt man sich ja schon, worum die sich da eigentlich streiten. Das zwanzigfache als Nachzahlung hätte mir besser gefallen, zuzüglich einer besonderen Strafgebühr wegen Dummheit. Und darauf noch 80% Aufschlag wegen Mitschuld am Fortbestehen des Phänomens Bohlen. Für die Bohlenfans: Fänohmen.
Wir wollen das Geld der Künstlersozialkasse gönnen und dafür murrend hinnehmen, dass neben Josef Beuys jetzt auch Dieter Bohlen als Künstler anerkannt ist.
09 November 2007
Dings
In meiner Jugend gab es die Dinger noch gar nicht. Jetzt existieren sie seit vielleicht zwölf Jahren, grob geschätzt.
Lange Zeit hatten sie keinen Namen. Ist ja auch nicht verwunderlich - für etwas, das niemand braucht. Andererseits, die CSU hat ja auch einen Namen.
Inzwischen heißen die Dingse jedenfalls: Warentrennstab. Bevor sich dieser etablierte, gab es lustige Ratespiele: "Weiß eigentlich jemand, wie diese Teile heißen, die man im Supermarkt an der Kasse aufs Band legt?"
Doch, doch, liebe Kinder, solche Fragen stellten sich die Leute früher wirklich! Jedenfalls wenn sie auf Partys in der Küche standen und sich anödeten und sich wirklich nichts anderes zu sagen hatten.
Dazwischen hießen die Dingse auch mal "Kundentrennstab". Das kommt der Wahrheit viel näher. So nahe, dass die Marketingfachleute den Begriff lieber nicht weiter förderten. Der Stab ist ja tatsächlich dazu da, um die Kunden von einander zu trennen. Nein, nicht etwa nur ihre Waren auf dem Band, sondern: Die Kunden sollen nicht miteinander reden müssen, oder mit der Kassiererin. Die Kunden sollen nicht sagen müssen: "Achtung, da, ab dem Sauerkraut ist meins!"
Vor allem soll der Stab wohl Stress und Diskussion und Störung des geregelten Kassiervorgangs vermeiden. All das könnte den Umsatz beeinträchtigen und womöglich den Gewinn schmälern. Wenn ein Kunde mal vergisst, anzusagen, und der vorher auch, dann konnte man früher sich oder die Kassiererin guten Gewissens anblaffen "Passen'se doch auf!!!" "Sieht doch'n Blinder, dass das da aufhört!!!" "Ach, sie sind ja zu...!!!"
Dann musste die Kassiererin aufstehen, den Supermarktleiter rufen, damit der eine Fehlbuchung für ein Tütchen Vanillezucker im System storniert. "Herr Meier, ick hab hier wieder mal'n Storno!" Dabei blickte die Kassiererin den Kunden fies und böse an, weil das ja seine Schuld war, und der Supermarktleiter blickte die Kassiererin fies an, weil sie ja wohl mitschuldig geworden war.
Heute ist es schwieriger, an der Kasse einen Streit anzufangen. Ein wenig jedenfalls. "ICH! ICH stand da! Gehn'se da weg!" "Da müssen'se nicht dauernd wieder wegrennen!" "Gehn'se da weg sonst werd' ich...!" und dann fährt er der Vorderfrau den Einkaufswagen in die Hacken. Gezeter, Geschrei. Das bremst den geregelten Kassiervorgang und wird deshalb nicht gern gesehen.
Mir persönlich sind die Warentrennstäbe schon immer unsympathisch. Genaugenommen: Mir ist die Idee dahinter zuwider. ICH kann mich sogar noch an Zeiten ganz ohne Einkaufsbänder erinnern. Damals wurde nur mit Muskelkraft vorgeschoben. Damals wurde sogar von Hand aus dem einen Wagen in den anderen umgepackt. Jedenfalls: In den Zeiten seit Einführung der Warentrennstäbe habe ich so ein Dings höchstens ein mal angefasst, grob geschätzt. Ekliges Gefühl. Brrr!
Krieg der Welten
Kann sich noch jemand an diesen ersten Höhepunkt der Science-Fiction erinnern? Urspünglich eine Geschichte von H.G. Wells über neidische Marsianer, die die Erde kolonisieren und damit anfangs auch Erfolg haben. Wie jede gute Science-Fiction mit einem realen Kern - der Kolonialpolitik.
Richtig berühmt und heute noch im Gedächtnis ist die Hörspielattacke von Orson Welles: Die ganze Geschichte in die damalige Gegenwart und nach New Jersey verlegt und mit primitiven, aber wirksamen Mitteln inszeniert. Berühmt wurde die Geschichte wegen der Panik in der Bevölkerung, welche die Grundlage für real und eine Live-Reportage hielt.
???
Äh, ja, das wusstet Ihr natürlich alles schon selbst. Diese lange Vorrede zeigt auch nur auf einen Online-Comic, der ganz schön gezeichnet ist und die Sache an Originalschauplätzen wieder aufleben lässt:

Ausgeschrieben nochmal hier: War of the Worlds
... wollte das irgendjemand wissen? Na, egal.
Portale und Plattformen (2.7)
... heute wieder aus dem Fragen-Katalog von Finya, welcher Dienst nicht ganz so platt ist wie der von FriedScout - aber auch ganz schön seltsam: Schließlich treiben sich da Leute wie der Goldfisch herum...¹
Traditionen
Was bedeutet Weihnachten für Sie?
Weihnachtslieder im Radio ab Mitte Oktober.
Sind Sie heimatverbunden?
In der Tat. Ich würde es aber lieber als "sesshaft" bezeichnen.
Welche Traditionen pflegen Sie?
Mich nach einer Trennung herzhaft zu betrinken.
Wie verbringen Sie idealerweise Ihren Geburtstag?
Allein, weinend, unter einer Brücke.
(dazu wären Nebel und Nieselregen atmosphärisch geradezu ideal - hat man im Juli leider selten)
Wie wichtig ist Ihnen Familie?
Einige monotheistische Religionen und Volksparteien legen da großen Wert drauf.
Politik
Was halten Sie von der aktuellen Politik?
Abstand.
Kann ein einzelner Bürger politisch etwas bewegen?
Zählen auch Kanzlerinnen zu den einzelnen Bürgern?
Sind Sie selbst politisch engagiert?
Über Politik und über Nichtwähler könnt ich mich furchtbar aufregen! Genügt das als politisches Engagement?
Kurioses
Wie würden Ihre Schulfreunde Sie heute beschreiben?
- Klugscheisser
- Traumtänzer
- der grosse Blonde
- verdammter Idiot
- Wanderniere
- Besserwisser
- Saupreiss
- Chaot
- Nervensäge
Jedenfalls haben sie das früher immer gesagt. Will denn niemand wissen, wie ich meine Kindergartenfreunde heute beschreiben würde?
Aber warum zur §/$%"!]/%=(§ steht diese Frage in der Rubrik "Kurioses"?
08 November 2007
Stierschweiß
Andere Treppenhäuser werden gewischt. Wegen der Sauberkeit vielleicht.
Unser Treppenhaus wird einmal die Woche mit frischem Stierschweiß getränkt. Wir wissen nicht, wozu. Es sieht genauso aus wie Wischen, aber statt Wasser verwenden sie Stierschweiß.
Ich habe keine Ahnung, wo man sowas bezieht, und wie man es frisch hält - aber der Geruch ist genau so: Stierschweiß.
Das haut den stärksten Macho um. Da werden alle Pheromone völlig wirkungslos, wenn man diesen Geruch erlebt. Ein Tröpfchen Moschusparfüm war gestern - heute ist: 5 Liter Stierschweiß.
07 November 2007
Porno, Kartoffeln und ein Architekt
Die Durchsicht der Blog-Statistik beschert einem immer wieder viele freudige Monete .... nein, leider nicht, sondern: Viele freudige Momente.
So hat zuletzt zum Beispiel jemand nach den Worten "ARSCHLOCH ARCHITEKT" gesucht. In Großbuchstaben. Da kann man sich gut ausmalen, was für Probleme der Mensch hat. In dieser Suche taucht das Goldfisch-Blog ziemlich weit oben auf, weil eine glückliche Fügung beide Wörter im Archiv auf einer Seite zusammengeführt hat.
Nachdem der Goldfisch ja anscheinend schon die ganze Zeit als
DER INTERNATIONALE SPEZIALIST für Kindergartennamen ™
gilt, ist jetzt ein weiteres erstaunliches Fachgebiet hinzugekommen: Die Kartoffelkanone.
Tja. Fragezeichen.
Es ist wie mit vielem Spezialistentum: Man muss gar nicht selber wissen, es genügt, wenn man einen Wissenden zitiert - in diesem Fall ein Filmchen über einen ziemlich dämlichen Kartoffelkanonier von Youtube.
Und inzwischen klappt es endlich auch mit der Pornosuche: Ich dachte schon, es wollte gar keiner kommen. Meistbesuchte Seite in diesem Metier ist der Artikel über DEN! WAHREN!! PORNO!!!™.
Na bitte!
05 November 2007
Links
Linkshänder galten früher ja allgemein als skurrile und unverbesserliche Minderheit. Mit New Age und durch Frauenzeitschriften werden den Linkshändern aber mit der Zeit auch ganz neue Fähigkeiten zugetraut. Heute werden Linkshänder nicht mehr einfach als strukturell Behinderte betrachtet, sondern auch als besonders kreativ. Gerade auch im Bett! Behaupten jedenfalls die Frauenzeitschriften.
Schwacher Trost, da hält sich ja wohl jeder für besonders kreativ, oder?
Inzwischen (ein weiter Begriff, geschätzt seit vielleicht 40 Jahren) werden Linkshänder in Deutschland immerhin nicht mehr wie Aussätzige betrachtet, deren Krankheit dringend behandelt werden muss. Man darf sogar mit der linken Hand schreiben! Eigentlich sollten Linkshänder heute keinen Grund mehr zur Klage haben.
Aber: Es gibt immer noch diese Erfinder von Rechtshänder-Utensilien, die sich gar nicht vorstellen können, dass jemand eine Schere in die linke Hand nehmen möchte. Vermeintlich anatomisch geformte Gegenstände, die von einem großen Teil der Bevölkerung überhaupt nicht bedient werden können. Bohrmaschinen, Rasierer, es gibt eine große Anzahl von Geräten, bei denen die entscheidenden Bedienungselemente nur mit der rechten Hand zu erreichen sind. Wobei es aber nur unwesentlich Gehirnschmalz erfordern würde, die Knöpfe neutral anzuordnen.
Als Linkshänder lernt man von frühester Jugend an vor allem eins: Sich an die beschränkten Erfindungen vermeintlicher Ingenieure anzupassen, deren Horzonit ...aua, aua, aua... eine Rechtshändertastatur... ich nehme noch mal auf:
...lernt man vor allem eins: Sich an die beschränkten Erfindungen vermeintlicher Ingenieure anzupassen, deren Horizont noch nicht mal bis zum nächsten Linkshänder reicht.
Aber man soll den Kopf nicht hängen lassen. Als Linkshänder befindet man sich in überaus prominenter Gesellschaft: Linkshänder waren auch Pablo Picasso, Isaac Newton, Adolf Hilter, Osama bin Laden und Leonardo da Vinci.
Darüber wollen wir jetzt wieder eine Weile meditieren.
Fachhandel für weniger flexible Linkshänder: http://www.linkshaender.de
Elbe
Pause? Näh! Der Autor war nochmal segeln. Diesmal Elbe, Hamburg - Blankenese. Ort des Geschehens: Das Mühlenberger Loch ¹.
Prima, denkt man sich: Eine Regatta mit Strömung - endlich mal was berechenbares!
Flussläufe mit Tideneinfluss sind in der Theorie nämlich einfach. Behaupten jedenfalls einige, klingt auch einleuchtend.
Aber...
... die Theorie geht folgendermaßen: Die Flut drückt das Wasser im Flusslauf bergauf. Es gibt ein Hochwasser, danach fließt das Wasser mit der Strömungsgeschwindigkeit des Flusses plus Ebbe bergab. An den tiefen Stellen fließt das Wasser schneller, an den flachen Stellen langsamer.
Die Flut hat ihr Hochwasser zu einem bekannten Zeitpunkt, gesegelt wird wegen der Wassertiefe nur von 2 Stunden vor Hochwasser bis 2 Stunden nach Hochwasser.
Ganz einfach, nicht? Wenn das Revier groß genug ist, oder die Winddrehungen wenigstens halbwegs absehbar, sollte eigentlich alles klar sein. Oder?
So weit die Theorie. Nun verhält es sich aber leider so...:
1. Die Wassermassen haben eine gewisse Trägheit. Wenn sie einmal in Bewegung gekommen sind, bleiben sie nicht sofort wieder stehen. Heißt: "Hochwasser" bedeutet nicht zwangsläufig "oberer Totpunkt", Stillstand und Abwesenheit von Strömung. Man weiß als Laie aber nicht, wie groß die Verzögerung ist.
2. Wellen und Wind kommen meist aus der selben Richtung. Gegen den Wind heißt auch: Gegen die Wellen - das bremst. Wenn man die Wahl hat, versucht man, lieber gegen wenig Seegang zu segeln als gegen viel Seegang. Oft weisen Regattabahnen Bereiche ohne und solche mit Welle auf. Dann gilt es, abzuwägen ob sich der Weg zum Flachwasser lohnt. Vielleicht bringt eine günstigere Winddrehung ja mehr ein, als die Welle kostet.
3. Man versucht im Segeln gern, die vorhandene Strömung zu nutzen. Heißt unter Tidenbedingungen: Man sucht die Seite auf, wo einen die Strömung weniger bremst oder sogar beschleunigt. Ob es überhaupt eine Strömung gibt, hängt davon ab, ob der obere Totpunkt schon erreicht ist, oder noch nicht. Siehe Punkt 1. "Trägheit".
4. Wenn der Strom gegen die Windrichtung strömt, bilden sich dort kürzere, mehr oder höhere Wellen als an Stellen ohne Strom. Man will die Strömung nutzen, aber die Wellen vermeiden: Sucht man jetzt die Gegend mit oder die ohne Strömung auf?
5. Die Revierform mit einer Bucht seitlich an einem Flusslauf ist gar nicht so selten. Das Mühlenberger Loch ist so eine: An der Seite der Bucht fließt die Elbe vorbei. Diese versetzt unter Umständen das Wasser innerhalb der Bucht in Drehung, ein sogenannter Neerstrom entsteht. Die Frage ist nur: Wann dreht er sich, und vor allem: In welcher Richtung? Das hängt wieder von der Trägheit des Stroms im allgemeinen ab - siehe Punkt 1. Und von der Trägheit des Wirbels innerhalb der Bucht.
Lösung: Es gibt irgendwie wieder mehrere Lösungen, für jeden Tag eine. Die richtige Lösung erfährt man, sobald einer gewonnen hat - also hinterher.
Auf das letzte Wochenende bezogen: Am ersten Tag kam der Wind genau aus West, es war mehr Wind, und die Seite vom Kurs mit weniger Welle war besser, egal wie günstig die Winddrehungen auf der anderen Seite waren. "Anschlag links" war immer besser, egal bei welcher Winddrehung.
Am zweiten Tag gab es anfänglich Wind aus Nord-West, später West, es war weniger Wind, dadurch kaum Seegang. Dass es eine Strömung gegeben haben muss, erkannte man daran, dass das Startschiff quer zur Windrichtung lag. Wir haben häufiger an den verankerten Bojen nachgesehen - dort war keine Strömung zu erkennen. Der Steuermann sagt hinterher, dass er Strömung bemerkt hat, der Vorschoter sagt, dass nicht. Soviel zur immer wieder empfohlenen eigenen Wahrnehmung.
Am zweiten Tag waren die Verhältnisse umgekehrt zum ersten Tag: In den ersten zwei Wettfahrten führte "mittelrechts" zum Erfolg, "Anschlag links" nicht. In der dritten Wettfahrt war "Anschlag links" ein wenig besser - aber nicht soviel wie am ersten Tag.
Ah, und ich vergaß zu erwähnen: Es war wunderschön!
Bildhafte Erläuterung: Hier fällt es dem Autor wie Schuppen von den Haaren - man hätte sich dieses Satellitenbild auch früher ansehen können...
Größere Kartenansicht
... der Regattakurs verlief nämlich genau zwischen dem Airbus-Gelände rechts und der kleinen Insel links, über die große runde Sandbank in der Mitte. Die beiden Fahrrinnen rechts und links der Sandbank waren vom Wasser aus genau gar nicht zu erkennen, erklären im Nachhinein aber einiges #:-0
¹ zur besseren Anschaulichkeit: Foto von 2006, Segler vor Blankenese, auf besagter Sandbank. Foto courtesy by aufgedrucktem Fotograf und/oder Blankeneser Segelclub
29 Oktober 2007
Erlebnisraum Internet
Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar.
Klicke hier, um den Post aufzurufen.
28 Oktober 2007
Teile neue Vorurteile
Dieselbe Kneipe, derselbe Nachbartisch, wenige Bier später:
"Fußball ist ein Spiel für Idioten!"
"Naja, nicht zwingend. Aber es zieht die Idioten an. Weil es so einfach aussieht wahrscheinlich."
"Fußball könnte so schön sein, ohne die Deutschen."
"Ohne die Deutschen, die Engländer und die Italiener!"
Schönes Schöneberg.
26 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Er überlebt diesen Versuch nicht. Ein Nachfolger versucht es erneut. Es gelingt aber bislang nur, mitten auf dem Ozean eine gigantische Menge Methan zu erzeugen.
XIV. Erkenntnis
Die Detonation war erstaunlich und noch in 80km Entfernung war die Stichflamme zu sehen. Wer in diesem Moment an Deck eines der Arbeitsschiffe stand, überlebte die schlagartige Hitze nicht. Der größte Teil der Folie brannte wegen der enormen Temperatur auf dem Wasser schwimmend ab.
Die Amerikaner vermuteten wegen der Größe zuerst eine Nuklearexplosion. Aber eine Atombombe, die drei Tage nachbrennt, erschien ihnen unwahrscheinlich. Außerdem fehlte der nukleare Fallout. Sie informierten den Präsidenten.
"Nun, gibt es etwas zu berichten?"
"Da ist irgendetwas großes explodiert, sagten wir ja schon am Telefon."
"Und?"
"Nichts weiter. Ihr Ziel ist immer noch nicht zu erkennen. Sie haben alles wieder abgefackelt, was sie vorher dort zusammengebaut hatten. Warum auch immer. Sie wissen ja, wie die Russen sind. Wenn wir besseres Gerät hätten, könnten wir sie sicher besser sehen."
"Sie wollen, dass ich ihr Budget erhöhe - wegen ein paar Schiffen und einer brennenden Folie im Atlantik?"
"Vielleicht war das nur ein Unfall, vielleicht Absicht. Ein großer Plan..."
"Bringen sie mir Ergebnisse, dann reden wir wieder über ihr Budget."
"Aber dafür brauchen wir bessere Geräte!"
"Ja, ja. Danke, meine Herren."
Eine Teufelskreis. Mit dieser Antwort hatten sie schon gerechnet und ließen die Sache auf sich beruhen.
Zur Erinnerung hängten sich die Geheimdienstmänner ein Foto mit dem hübschen Muster des brennenden Ozeans über den Schreibtisch. Schulterzuckend wandten sie sich dann wieder ihrer wichtigen Arbeit des Schnüffelns und Abhörens zu.
Die Lage im Atlantik stabilisierte sich nach einer Weile. Die überlebenden sowjetischen Marineeinheiten fuhren zurück in ihre Häfen. Im Interesse aller Beteiligten wurde nie wieder darüber geredet.
Nach über 30 Jahren intensiver Arbeiten und Versuche hatte man mit hohem Aufwand eigentlich nur eine Vermutung bestätigt:
SO ENTSTEHEN HURRIKANE JEDENFALLS NICHT!
Zum Beispiel Wolfsburg
Weil die Ticketautomaten der Bahn in der Regel schlecht und oft gar nicht funktionieren, stellt die Bahn vor den Automaten jetzt Automaten-Guides auf¹. Der Guide sagt einem dann, dass der Automat kaputt ist. Oder keine Geldscheine annimmt.
Früher hätte einem so jemand einfach eine Fahrkarte verkauft. Aber heute darf er das nicht mehr.
Fahrkartenverkäufern müsste die Bahn vermutlich ein Gehalt zahlen. Aber das Geld hat sie ja nun schon für schlecht funktionierende Automaten ausgegeben. Da betraut sie doch lieber jemanden mit der entwürdigenden Tätigkeit, anderen Menschen das Knöpfedrücken zu erklären.
Oder ist das eine falsche Einschätzung? Wenn erwachsene Menschen debile Tätigkeiten ausführen sollen - bei denen sie anderen Erwachsenen zeigen müssen, dass die noch nicht mal diese debile Tätigkeit zur Zufriedenheit des Automaten ausführen können?
Steht man also vor dem Gerät, das heute keine Scheine annimmt. Und versucht jetzt verzweifelt, 72 Euro in Münzen aufzutreiben. Das ist in Bahnhöfen schwierig, weil Kioske in Bahnhöfen aus Gewohnheit generell nicht wechseln - selbst wenn sie es könnten. Inverse Hilfsbereitschaft.
Wo man sonst Wechselgeld bekommt, weiß der Guide aber auch nicht. Man kann sich ja am Schalter anstellen und dort eine Dreiviertelstunde warten.
¹ so steht es jedenfalls auf dem Dienst-T-Shirt.
² ich habe nicht gewagt zu fragen, der Mann war nett und ich wollte ihn wirklich nicht beleidigen: Weiß jemand, ob das vielleicht 1-€-Kräfte sind? Das würde einiges erklären.
Post!
Manchmal ist man fassunglos: Derzeit wird darüber diskutiert, ob die Konkurrenten der Post ihren Angestellten einen Mindestlohn zahlen müssen. Grundlage: Bislang zahlen sie nur Dumpinglöhne. Zum Beispiel die PIN-AG.
Argument vom Herrn FDP-Westerwelle und anderen Interessierten: Wenn die Konkurrenten ihre Mitarbeiter ordentlich bezahlen müssten, wären sie gegenüber der Post ja gar nicht mehr nicht konkurrenzfähig.¹
Und deshalb sei es unanständig, für die Mitarbeiter der PIN-AG ein angemessenes Gehalt zu fordern.
Aha.
Da weiß ich jetzt gar nicht, was ich an dem Argument mehr bewundern soll: Die Dummheit, oder die Unverschämtheit.
Ich meine: Wenn man ohne Dumpinglöhne nicht konkurrenzfähig ist, stimmt vielleicht irgendwas an der Kalkulation nicht? Dann hat man sich einfach mit einem schlecht durchdachten Geschäftsmodell auf das falsche Marktsegment begeben?
Sinngemäß: Die Sklaverei kann nicht abgeschafft werden, weil der Baumwollanbau dann keinen Gewinn abwirft.
Nur mal so.
Der Springer-Konzern ist übrigens Haupt-Aktionär der PIN-AG. Da weiß man, woher der Wind weht.
¹ "Konkurrenzfähigkeit" ist ein wunderbar abstrakter Begriff. Das muss man sich in den Zeiten der modernen Ökonomie so vorstellen: Man bekommt keinen Auftrag, wenn man nicht die Wettbewerber deutlich unterbietet. Wer "konkurrenzfähig" sein will, lässt sich deshalb zuweilen auf Dumping ein - er bietet unterhalb der Gestehungskosten an.
Aber wer sich auf Dumping einlässt, ist mit Sicherheit unseriös. Er hat nämlich keine tragfähige Kalkulation. Am armseligsten ist, wenn er die an seine Arbeitnehmer weiterreicht.
25 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Er überlebt diesen Versuch nicht. Ein Nachfolger versucht es erneut.
XIII. Eine neue Entwicklung
Die Mannschaft an der Plattform war auf sich allein gestellt. Die routinemäßig auf den Schiffen anwesenden Ingenieure hatten nichts mit der Entwicklung zu tun gehabt und mussten die Legende mit dem Aquafarming glauben. Das war für sie in jedem Falle einfacher und sicherer, als dumme Fragen zu stellen. Schon aus Gewohnheit und zu ihrer Sicherheit stellten sie sich ahnungslos.
Als sich die Folie nach oben wölbte, wurde aber auch ihrer ignoranten Führung klar, dass das nicht beabsichtigt gewesen sein konnte. Sie sann auf Abhilfe. Oder einen Schuldigen, dem man die Verantwortung zuschieben konnte.
"Meine Herren! Was werden sie tun?"
Die angesprochenen Ingenieure waren aus Erfahrung misstrauisch. Ohne ein gravierendes Problem hätte erst gar niemand mit ihnen gesprochen. Sie galten als gebildet und wurden dafür verachtet.
"Wie? Wir? Warum wir?"
"Ja, sie! Sie sind hier die Ingenieure!"
Sie stellten sich vorsichtshalber ahnungslos:
"Gibt es denn ein Problem?"
Natürlich gab es ein Problem. Aber dieses Wort wurde nicht gern benutzt.
"Nein! Natürlich nicht! Aber diese Beule unter der Folie..."
"Ja?"
"...diese Beule sollte da sicher nicht sein..."
"Nein? Nicht?"
"Nein! Vermutlich nicht!"
"Aber was sollte statt dessen sein?"
"Das frage ich sie! Das herauszufinden ist ihre Aufgabe!"
"Aber wir sind keine Experten in Aquafarming..."
Keiner durfte zugeben, dass er mehr vermutete.
"Glauben sie, ich? Sehe ich aus wie ein Bauer?"
"Unser Aufgabengebiet sind die Schiffe."
"Und mein Aufgabengebiet ist das Auslöschen dieser Imperialisten! Trotzdem sind wir hier."
"Wir kennen nur unsere Schiffe."
"Diese Folie schwimmt auch."
"Aber das ist doch ein Unterschied..."
"Für sie nicht! Das ist ein Befehl!"
"Und was sollen wir tun?"
"Machen sie diese Blase weg! Sofort!"
So erging nach reiflicher Erwägung der Leitung im Atlantik die Anweisung, nunmehr Löcher in die Folie zu schneiden, damit das Methan entweichen könnte. Man wollte wenigstens den Anschein erwecken, eine doch irgendwie nützliche Struktur geschaffen zu haben, auch wenn niemand wusste, was er mit dieser Struktur anfangen sollte.
Aber noch bevor die Arbeiten begannen, hatte sich die Folie an einem Rand gehoben und der Wind das entweichende Methan auf eins der Schiffe zugetrieben. Dort wurde wohl auch geraucht.
→ weiter zum 14. Teil
24 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Er überlebt diesen Versuch nicht. Ein Nachfolger versucht es erneut.
XII. Ein Übermittlungsfehler
Auf Grund eines "Übermittlungsfehlers" - das war die akzeptierte Sprachregelung für alkoholbedingtes Koma - war die Folie mit der Silberschicht nach oben ausgelegt worden.
Die entwickelnden Ingenieure waren wegen der hohen Geheimhaltungstufe und der überaus einfachen Idee zu Hause gelassen worden, in ihrem abgeschirmten Wissenschaftsdörfchen am Rand der Tundra. Aber alle, die die Arbeit zu überwachen hatten, wussten nur vom Aquafarming.
Bemerkt hatten dies die Verantwortlichen erst auf Satellitenfotos, die eigentlich als Beweis der Leistungsfähigkeit der sowjetischen Militärmaschinerie dienen sollten. Leider zu spät.
Letztlich hatten sie mit gigantischem Aufwand eine Umweltkatastrophe herbeigeführt. Oberhalb der Fläche bildete sich ein Mikroklima - nur anders als gewünscht: Die Silberfolie strahlte das Sonnenlicht zurück, es wurde kühler und regnete wieder häufig. Daran konnte sich nur deshalb niemand erinnern, weil vom letzten Hurrikan-Versuch niemand dabei war.
Unterhalb der Folie wurde das Wasser nicht nur bitter kalt, auch sämtliche Pflanzen starben ab, da das Sonnenlicht sie nicht mehr erreichte. Das tote Material ging in Fäulnis über und Methan bildete sich in großen Mengen. Die Gasblase ließ die Folie sich allmählich nach oben wölben, wie eine riesige Kuppel, mehrere Dutzend Meter hoch.
Die Ingenieure wurden in ihrem Wissenschaftdörfchen am Rande der Tundra so dermaßen abgeschirmt, dass sie telefonisch nicht erreichbar waren. Im Wissenschaftsdörfchen gab es sicherheitshalber gar keinen Strom. Es dauerte also eine ganze Weile, bis man sie zu dem Problem überhaupt befragen konnte.
→ weiter zum 13. Teil
20 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Er überlebt diesen Versuch nicht. Sein Nachfolger sieht sich mit anderen Tücken konfrontiert
XI. Ein neues Projekt
Die Oberseite der Folie war nicht gleichmäßig schwarz, sondern wurde in einer Spirale immer heller. Beginnend bei einem radialen Strahl von tiefschwarz um den Mittelpunkt herum zu hellgrau.
Damit sollte sich die gewünschte Rotation der Windhose von selbst einstellen: Das dunkelste Schwarz erwärmte sich zuerst, und dann um den Mittelpunkt herum nach und nach die etwas hellere Fläche. Diese zeitliche Verzögerung sollte die Drehung quasi von selbst in Gang bringen.
Die Folie war im Grunde einfach herzustellen, nur dass es eben riesiger Mengen bedurfte. Insgesamt umfasste der Plan letztlich eine Fläche von immer noch sehr ehrgeizigen 50km², weil man es diesmal wirklich richtig machen wollte.
Diese Fläche musste in kurzer Zeit ausgelegt sein, damit nicht die eine Seite schon wieder versank, während die andere Seite noch gar nicht fertig war.
Es waren tonnenschwere Rollen von 20m Breite und mehreren Metern Durchmesser produziert und auf verschiedene Schiffe gebracht worden. Auf eine solche Rolle passten stolze 6.600m². Das sah auf den ersten Blick sehr gut aus. Auf den zweiten Blick misst ein Quadratkilometer immerhin 1.000.000m².
Das hieß, dass man je Quadratkilometer nur etwa 165 Rollen brauchte. Auf jedes Schiff passten zwar viel mehr Rollen, aber das Zeitfenster für das Auslegen war sehr klein. Immerhin ändert sich im Atlantik alle paar Tage das Wetter von Flaute auf Sturm.
Da sich in dieser Zeit nicht mehr als ein paar dutzend Rollen ausbringen ließen, brauchte man eine große Anzahl von Schiffen, von denen ständig mindestens ein Drittel einsatzfähig waren.
Außerdem mussten die Bahnen in der richtigen Reihenfolge miteinander verbunden werden, wegen der unterschiedlichen Färbung, so hatten es die Ingenieure vorgesehen. Es gab einen Verlegeplan auf dem Zahlen standen welche die Rollen bezeichneten.
Insgesamt waren es etwa 2.500km Nähte. Die Nähte wurden von kleinen Motorbooten aus hergestellt. Diese fuhren zwischen zwei Bahnen entlang, nahmen die Kanten auf und verschweißten sie miteinander. Ein Motorboot schaffte nur etwa 200m am Tag und man hatte ein Zeitfenster von 3 Tagen - mit etwas Glück. Das bedeutete, dass man hunderte Motorboote brauchte, auf denen rund um die Uhr gearbeitet wurde. Auch diese mussten mitten in den Atlantik geschafft werden, betreut, versorgt, repariert.
Wegen der verschiedenen Schwierigkeiten brauchte es fünf Anläufe, bis das 50km² große Feld halbwegs hergestellt war. Dabei waren riesige Mengen der Folie abhanden gekommen, weggeschwommen, davongeweht, sowohl als ganze Rolle wie auch schon abgerollt und schwimmend. Es hatte etliche Verletzte gegeben. Die Motorboote waren oft in die Folie getrieben worden und hatten mit den Schiffsschrauben mehr aufgeschlitzt als verbunden. Wenigstens konnte man hier auf dem Atlantik nichts für den privaten Bedarf abzweigen.
Die Militär-Ingenieure hatten wie immer diese Verluste in Höhe von 73% im voraus einkalkuliert - alles lag im Plan. Noch Monate später kollidierten japanische Fischtrawler mit seltsamen im Meer treibenden Walzen und meldeten schlimme Havarieen. Das kümmerte nun wirklich niemanden, schließlich schwammen auch eine Menge Container in den Weltmeeren. Und selbst von den alten Plattformen waren noch welche übrig.
Nach dem erfolgreichen Auslegen gab man das ehrgeizige Projekt allerdings dann wegen eines irreparablen Fehlers widerwillig auf: 50 Quadratkilometer mit der glänzenden Seite nach oben - die Folie lag falsch herum.
→ weiter zum 12. Teil
Teile Vorurteile
Beim Bier höre ich in der Kneipe vom Nachbartisch:
"Hundehalter sind Spießer. Oder Perverse. Die meisten wahrscheinlich beides."
Der ewige Konflikt zwischen den Hundefreunden ... und allen anderen.
19 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Er überlebt diesen Versuch nicht.
X. Ein neues Projekt
Einige Jahre später war der neue Generalsekretär schon lange nicht mehr neu. Er war auch nicht mehr mit dem politischen Überleben beschäftigt - sondern mit dem rein physischen. So lange sich die Führung auf keinen neuen einigen konnte, mussten die Ärzte ihn mit allen Mitteln am Leben halten. Das war kein Spaß, für keinen der beteiligten. Niemand erwartete von diesem Generalsekretär noch eine politische Entscheidung. Deswegen wurde er zum zweiten Hurrikanprojekt gar nicht erst gefragt.
Jahre nach dem ersten fehlgeschlagenen Versuch fand ein Bürokrat den Plan in einer Schublade und witterte einen großen Karrieresprung. Wegen der erfolgreichen Geheimhaltung hatte er nicht die geringste Vorstellung vom Ausmaß des damaligen Fehlschlages.
Ohne allzugroßes technisches Verständnis befand der Bürokrat, jetzt sei man sicher der Herausforderung gewachsen. Auf sein Geheiß anlysierte man die Fehler und unternahm nun einen Anlauf, der mit geringerem Aufwand eine viel größere Fläche einbeziehen sollte. Man dachte da an etwas in der Größenordnung von 100 Quadratkilometern.
Dem lag eine alte militärische Erkenntnis aus der Zaren- und der Stalinzeit zu Grunde: Nämlich, dass man mit primitiven Mitteln aber großen Stückzahlen bisweilen mehr erreicht als mit anfälliger Hochtechnologie, die zudem nur in kleinsten Mengen zur Verfügung steht. Wobei aber auch die unseligen Pontons nicht einmal in der ruhmreichen Sowjetunion wirklich zur Hochtechnologie gezählt wurden. Nur: Das wusste ja niemand mehr.
Jedenfalls erinnerte man sich nicht ungern an all die Feldschlachten, in denen unzählige Soldaten gnadenlos aber erfolgreich verheizt worden waren, um winzige Geländegewinne zu erzielen. Später dann, im Krieg gegen Nazi-Deutschland, waren die großen Zahlen von veralteten Geschützen, Flugzeugen und zuverlässigen Panzern ausschlaggebend gegenüber der überlegenen, aber anfälligen deutschen Technik.
Die neue Idee zur Erzeugung von Hurrikanen war denkbar einfach: Man produzierte schwimmfähige Kunststoff-Bahnen, welche auf der einen Seite schwarz und auf der anderen Seite silbern glänzend waren, mit einer Dämmschicht dazwischen. Die schwarze Seite sollte sich in der Sonne stark aufheizen, die Dämmschicht dafür sorgen, dass die Hitze nicht an das Wasser darunter abgegeben wurde. Die Silberfolie hatte zuerst eine ähnliche Aufgabe gehabt und wäre eigentlich im Zusammenhang mit der Dämmschicht überflüssig gewesen, aber da sie auch den Bewuchs von unten für eine Weile verminderte, ließ man sie eben im Programm. Das sollte sich rächen.
→ weiter zum 11. Teil
Straßenfenster
Ich wünsche mir ein fenster
von dem aus ich die straße sehen kann
immerzu und
den ganzen tag
die leute auf der straße
wie sie zur arbeit gehen oder zum friseur
die nassen bürgersteige nach dem regen
und die müllabfuhr
immerzu wünsche ich mir das und
den ganzen tag möchte ich die straße sehen
von der couch aus
möchte ich die strasse sehen
durch das fenster
die füsse hochgelegt
mit einem bier in der hand
oder einem kaffee
und draussen hasten die leute
vorbei.
ich wünsche mir ein fenster
von dem aus ich die straße sehen kann.
18 Oktober 2007
Kuntzscht
Was mich immer schon fasziniert ist kinetische Kunst. Immer schon. ¹ Als Unfall wird sowas gern im Zeichentrickfilm verwendet. Aber kennt jemand dieses hier?
Der Lauf der Dinge
Die Schweizer Künstler Fischli & Weiss haben sich jahrelang mit Kettenreaktionen beschäftigt und kleine Filme davon gedreht.
Es scheint eine ganze Reihe davon zu geben, vorläufig hab ich nur diese hier gefunden. Ich erinnere mich an einen, der mit deutlich weniger Feuer auskam.
Hier gibt es sogar eine Art Perpetuum Mobile der Kettenreaktion.
Internet und Verlinkung sind eine erstaunliche Sache. Von da kommt man dann nämlich zu virtuellen Animationen - warum auch immer.
Die Japaner müssen natürlich alles kleiner, besser und perfekter nachbauen. Ich hab leider nicht die geringste Ahnung, wofür sie da Werbung machen.
¹ und die Segelei und Spielzeugeisenbahnen sind nicht sehr weit entfernt davon. Wirklich!
Mondwohnung
Ich wünsche mir eine wohnung
von der aus ich den mond sehen kann.
die ganze zeit.
den halbmond und
die zunehmende sichel und
den vollmond wie er in der abenddämmerung
riesig über der stadtautobahn aufgeht.
die ganze zeit.
die ganze zeit
wünsche ich mir das
und die ganze zeit
möchte ich den mond sehen
ich wünsche mir eine wohnung
von der aus ich den mond sehen kann
17 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. In Folge eines auf natürlichem Weg entstandenen Sturms schwimmen nun herrenlos gewordene Gerätschaften in großer Zahl in der See.
IX. Nachwehen
Nach Kollisionen retteten sich immer wieder Seeleute havarierter Fischkutter auf die noch lange im Atlantik treibenden Plattformen. Dort verdursteten dann die meisten.
Die Überlebenden wurden wahnsinnig, bevor sie gefunden wurden.
→ weiter zum 10. Teil
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Die Gegenseite beobachtet die Sache mit ratloser Gelassenheit
VIII. Eine Naturkatastrophe
Als die letzten Bremssschirme noch auf Schiffen zur Plattform transportiert wurden, fegte ein gewaltiger auf herkömmliche Weise entstandener Sturm die ganze Struktur hinweg. Der immens hohe Seegang riss die Verbindungen der Pontons auseinander. Die vielen Pontons schlugen gegeneinander sowie gegen die Schiffe und versenkten alles, was sie trafen. Der General befahl:
Weitermachen! Durchhalten!
Nach drei Tagen Sturm warfen die Arbeiter den General über Bord. Dann retteten sich die wenigen verbliebenen Arbeiter und Wissenschaftler in die wenigen verbliebenen Schiffe und fuhren zurück in die Heimat.
Im Büro des Leiters des amerikanischen Geheimdienstes war man nach wie vor ratlos. Die großen Propeller ergaben nun gar keinen Sinn mehr - genau wie der ganze Rest. Es fanden weiter regelmäßige Treffen zur Unterrichtung bedeutender Entscheidungsträger statt, auch wenn man nicht viel zu berichten hatte. Diesmal gab es allerdings eine Neuigkeit:
"Nun meine Herren? Was macht der Russki im Atlantik?"
"Abgereist."
"Aha. Und die Insel?"
"Pulverisiert."
"Gut... ... ...kann man uns etwas nachweisen?"
"Wir hatten noch nicht mal die Finger drin!"
"Oh. Schade!"
"Ja, schade."
Im Nordatlantik trieben noch auf Jahre hinaus einige tausend der übrig gebliebenen Plattformen. Für lange Zeit stellten sie ein erhebliches Risiko für die Schifffahrt dar. Sie waren sehr schwer zu orten, da sie nur wenig über die Wasseroberfläche ragten, Von Satelliten waren sie als einzelne Hindernisse ebenso wenig erkennbar, wegen ihrer dunklen Farbe und da sie exakt die Temperatur des Meerwassers hatten.
Nach Kollisionen retteten sich immer wieder Seeleute havarierter Fischkutter auf die Plattformen. Dort verdursteten dann die meisten.
→ weiter zum 9. Teil
Aber auch sonst...
Grade die Suchwortstatistik vom Blog durchgesehen und amüsiert festgestellt: Es hat jemand ein besonders aufschlussreiches Suchwort eingegeben:
stasi,stasi,stasi,stasi,stasi,stasiÜber die Beweggründe kann man jetzt sinnieren: Da sucht bestimmt einer besonders dringend stasi.
Oder er ist einer der berüchtigten Tastaturstotterer, die nicht einfach ARSCHLOCH! schreiben können, sondern dafür ein paar Anläufe brauchen.
Oder seine Tastatur klemmt: Die stasi-Tasten sind alle fest, nur die Eingabe-Taste flutscht.
Fragen über Fragen.
P.S.: Ich finde mich wieder bei "Ergebnisse 791 - 800 von ungefähr 2.610.000 für stasi,stasi,stasi,stasi,stasi,stasi." Das sagt ja auch wieder viel. Hm. Ich weiß nur nicht was.
16 Oktober 2007
Spam
Die Spammer sind hier ja schon öfter wegen ihrer originellen Ideen aufgefallen. Heute gibt mir Lacy Bass den Ratschlag
"Man Lebt nur einmal - probiers aus!"Darüber denke ich jetzt schon die ganze Zeit nach.
Wegen solcher Sätze kann ich oft nicht richtig schlafen...
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Die dabei auftretenden Hindernisse werden zuweilen durch andere Hindernisse abgelöst.
VII. Eine neue Aufgabe
Die Masten bestanden aus drei Röhren, die mit Abstand zu einem Gittermast zusammengeschweißt worden waren. Am oberen Ende befand sich ein schwerer Bagger-Motor mit einem riesigen Propeller. Jeder Mast war 60m hoch, alle paar Meter einer auf einem Schiff. Die Schiffe waren allerdings nicht sehr breit, größere hatte man in der Eile nicht auftreiben können. Also mussten die Schiffe seitlich an den Pontons befestigt werden, damit sie mit diesem hoch liegenden Schwerpunkt nicht kenterten. Dann konnte es losgehen mit der Produktion von Hurrikanen.
Fand der General. Es zeigte sich wieder eine unerwartete Erscheinung: Wenn die Rotoren eine Weile liefen, setzte sich die ganze Insel in der Gegenrichtung in Bewegung und ging in eine Drehung über. Das reduzierte nicht nur die Wirksamkeit der Rotoren, sondern hatte vor allem unerwünschte Effekte zu Lasten der Festigkeit, da nun ganz neue und nicht berechnete Kräfte auf die Insel einwirkten. Man musste die Drehung stoppen.
"Meine Herren, wenn die Drehung stört, tut gefälligst etwas dagegen! Dawai! Ich war nur einige Tage weg, zum Jahrestag der Revolution und habe dem Generalsekretär baldigen Erfolg versprochen! Und jetzt das. Warum passiert hier nichts?"
"Wir haben bereits die Maschinen der Schiffe in Gegenrichtung laufen lassen."
"Und warum laufen sie jetzt nicht mehr?"
"Die Struktur vibriert."
"Na und? Stört euch das beim Schlafen, ja? Das hier ist kein Mausoleum. Vibriert sie halt. Schlafen könnt ihr wenn ihr tot seid!"
"Durch die verschiedenen Motoren der Schiffe und Windmühlen wird die ganze Struktur aus Schiffen und Plattformen in Schwingung versetzt und beginnt, sich loszureißen ..."
"Das muss aufhören! Stellt das ab! Das ist ein Befehl!"
"Nun, das ist nicht so einfa..."
"WAS? Wisst ihr, wie kurz der Weg von hier ins Arbeitslager ist? Da könnt ihr den Permafrost aufhacken und Eisenerz abbauen, mit den bloßen Händen!
"Aber... aber das hier ist schon wie im Arbeitslager..."
"Du hast ja keine Ahnung. Im Gulag wirst du dich hierher zurücksehnen. Los! Versucht etwas anderes! Wisst ihr nichts besseres?"
"Wir..."
"ICH HÖRE!"
"Nun ja, wir könnten vielleicht unter Wasser eine Bremse einbauen - einen Treibanker. Eine Art Fallschirm im Wasser."
"Wie lange dauert das?"
"Kommt drauf an wie viele Näherinnen..."
"ALLE! Ich will ein Resultat sehen!"
Sie begannen, in der ganzen ruhmreichen Sowjetunion Stoff zusammenzutragen. Auch die Produktion von Kleidung erlebte einen landesweiten Einbruch. Die gigantischen Mengen von Stoff zu Treibankern zusammenzunähen brauchte allerdings seine Zeit.
→ weiter zum 8. Teil
Testkäufer
Ist Euch in letzter Zeit was aufgefallen? Jugendliche Ermittler & so? Ich meine: Ist Euch mal aufgefallen, was das in einer zivilisierten Gesellschaft für eine furchtbar dämliche Idee ist? Kinder als "Testkäufer" - gemeint ist aber: Lockvögel.
In der Diskussion fallen dafür verschiedene Namen, zum Beispiel Spitzel. Ein Spitzel ist einer, der ein ohnehin geplantes Verbrechen verpetzt. Sowas wäre ja noch fast in Ordnung. Aber hier geschieht etwas ganz anderes. Hier sollen gezielt "Testkäufer" losgeschickt werden um zu sehen, ob Kinder vielleicht legale Suchtmittel verkauft bekommen. Das klingt schön harmlos, nicht? Testkäufer...
Wo soll das hinführen? Wenn man erst Verbrechen provozieren muss, um sie zu beweisen, ist man da, wo die STASI aufgehört hat, oder die spanische Inquisition.
Jetzt wird darüber diskutiert, dass solche Einsätze vielleicht die Entwicklung der minderjährigen "Testkäufer" beeinträchtigen könnte. Warum nur? Wäre dann doch alles gesetzlich geregelt? Und es wird vorgebracht, dass man Minderjährige gar nicht erst in eine derartig gefährliche Situation wie den Alkohol- oder Zigarettenkauf bringen dürfe. Oder nur unter gesetzlicher Aufsicht und mit psychologischer Betreuung.
Immerhin wollten sie die Kinder nicht zwingen, das Zeug dann auch auszutrinken und aufzurauchen. Trotzdem. Haben die alle ein Rad ab? Wo leben diese Leute denn?
Der Vorschlag kam von unserer Familienministerin Ursula von der Leyen, dem reichen Mädchen. Ich frage mich, wo sie das gelernt hat - bei ihrem Vater? Der hat auch schon mal jugendliche Demonstranten geohrfeigt. Jawohl! So muss man das machen!
Angeblich war die Vorlage schon abgestimmt mit dem Justizministerium. Da haben sich Leute abgestimmt, die es wirklich besser wissen sollten. Und auch Frauen von der SPD fordern eifrig mit.
Jedem halbwegs gebildeten deutschen Erwachsenen links von der NPD sollte klar sein, dass Provokateure mit gesetzlichem Auftrag jedenfalls das Ende der Demokratie bedeuten. Egal ob erwachsen oder minderjährig. Wer solchen Scheiß unterstützt, hat in deutschen Parlamenten nichts verloren - genau wie die NPD.
Im Spiegel-Forum zum Thema sind aber noch noch mehrere Teilnehmer meiner Ansicht. Hätte ich nicht gedacht...
Hier ist noch ein Artikel. Naja, es wird wenigstens darüber geredet - das ist doch schon was.
Anmerkung kurz vor Schluss: Öffentlich gemacht hat diese Sache die Financial Times Deutschland und einen Auszug aus der Original-Entwurf des Jugendschutzgesetzes haben sie auch: Hier.
15 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Diese sind weitgehend ahnungslos.
VI. Fragen und Rätsel
Währenddessen gab es ein weiteres Treffen der Geheimdienstler im Büro des amerikanischen Präsidenten. Mit professioneller Gelassenheit versuchten die Beamten den Fehlschlag ihrer professionellen Neugier zu überspielen.
"Gibt es etwas neues im Atlantik?"
"Wir können sehen, was sie treiben. Aber wir verstehen es nicht. Vielleicht machen sie im großen Stil Versuche mit Drogen. Oder sie bilden Elitesoldaten an einem besonders geheimen Ort aus. Oder sie haben einen noch schlimmeren Gulag entwickelt als zu Stalins Lebzeiten."
"Warum das?"
"Zuerst mussten einige tausend Leute mit den Händen große Tafeln über dem Kopf halten und damit im Laufschritt hintereinander her rennen. Tagelang. Strafexerzieren bei unseren Marines ist dagegen die reine Erholung."
"Ach was - das kann ich mir nicht vorstellen. Ich war selbst dabei. Aber sie haben mich rausgeworfen."
"So? Das steht gar nicht in ihrem Dossier..."
"WAS FÜR EIN DOSSIER?"
"Äh, nichts... bleiben wir doch beim Thema, Herr Präsident. Nach dem Strafexerzieren mussten sie mit LKW fahren. Darauf waren noch größere Platten montiert. Wir nehmen an, dass das Zielübungen waren. Oder sowas."
"Mit Elitesoldaten als Zielscheiben?"
"Die LKW-Fahrer sind gefahren wie die Verrückten. Oder sie waren betrunken. Immer im Kreis, am Rand der Plattform entlang, immer im Kreis, Runde um Runde. Es sind unheimlich viele verschwunden. Wahrscheinlich vom Rand gekippt. Aber sie haben es lange durchgehalten."
"DAS IST ES! Die wollen da unauffällig irgendwas versenken!"
"Glauben wir nicht."
"Atommüll!"
"Nein."
"Nein?"
"Haben wir gemessen. Keine Radioaktivität."
"Wie oft haben sie gemessen?"
"Oft."
"Abhörmikrofone!"
"Nein."
"Woher wollen sie das wissen?"
"Wir haben Laster raufgeholt. War ziemlich kompliziert. In einigen saß noch der tote Fahrer. Und sonst nichts. Nur ein Gestell mit einer großen Blechtafel hinten drauf. Und die Elitesoldaten waren nicht in dem Zustand wie unsere."
"Das beutet?"
"Irgendwie sind die nicht so gesund wie unsere. Weniger Muskeln, schwielige Hände, als müssten die im Training hart arbeiten. Vielleicht wollten sie die einfach loswerden. Besonders harte Auslese. Wofür auch immer."
"Terroristen?"
"Hatten wir zuerst erwogen. Aber nicht die geringste Spur von Sprengstoff. Oder überhaupt von Waffen."
"Ungewöhnlich."
"Dafür ist jetzt ist schon wieder eine neue Aktivität im Gange. Irgend etwas ganz großes."
"Was denn nun wieder?"
"Es muss etwas sehr wichtiges sein: In der halben Sowjetunion bricht die Versorgung zusammen, weil sie Resourcen abziehen. Aber keiner sagt uns, wofür. Außer Aquafarming."
"Halten sie mich täglich auf dem laufenden!"
Der Präsident liebte diese bedeutungsschwangeren Sätze. Sie bestätigten ihm seine Macht, auf die er so lange hatte warten müssen.
"Jawohl."
Die Sache mit den Propellern hatten sie ihm noch nicht erzählt. Sie brauchten noch etwas Material für die nächsten Tage.
→ weiter zum 7. Teil
Autoraste
Autobahnraststätte, mittags. Wir beide haben zwei mal Pommes bestellt, außerdem eine mittelkleine Wurst, die zufällig auf einem viel zu großen Extra-Teller liegt. Die schon etwas ältere Bedienung versucht zuerst, unsere Sachen den 4 Leuten am anderen Tisch anzudrehen. Die wollen zum Glück keine Pommes. Dann rufen wir, dass das vermutlich unser Essen ist.
DAS ALLES IST FÜR SIE?Naja, so riesig sind die Portionen nun wirklich nicht. Aber sie ist völlig überwältigt.
In den Pommes steckt jeweils ein Cocktail-Spieß, außerdem hat sie genau ein Besteck dabei, wohl für die Wurst. Wir fragen, ob wir ein zweites Besteck bekommen könnten, eigentlich nur, weil wir uns die ziemlich kleine Wurst teilen wollten.
BESTECK?!?Sie sieht uns mit weit aufgerissenen Augen an. So als hätten wir sie gerade gefragt, ob sie sich auszieht und für uns auf dem Tisch tanzt, samstagmittags, hier in der Autoraste.
Dass jemand vielleicht die Pommes mit Besteck essen möchte kann sie sich noch nicht mal vorstellen.
11 Oktober 2007
Hurrikane
Irgendwann im kalten Krieg kommt ein General der ruhmreichen Sowjetarmee auf die Idee, durch den gezielten Einsatz von Wirbelstürmen die Amerikaner niederzuringen. Das schlechte Wetter ist auch schon da, aber der Wirbel will sich nicht drehen.
V. Experimentierphase
Nach dem ersten Versuch mit den Handsegeln gaben sie es sofort wieder auf: Die Arbeiter hätten hunderte Kilometer laufen müssen. Der Wirkungsgrad war auf der untersten Schicht der Atmosphäre am geringsten und zudem überlagert vom Wind, der die so in Bewegung gesetzte Luft einfach zur Seite davon blies.
Dann fanden sie eine Lösung mit den Lastwagen, die sie zum Transport auf der Plattform hatten. Auf die Lastwagen konnte man dutzendmal größere Segel montieren, die Lastwagen fuhren um ein vielfaches schneller als die Arbeiter laufen konnten und ihre Reichweite war um ein vielfaches größer.
Aber die Plattformen waren nicht für das Schnellfahren mit Lastern ausgelegt. Es mussten ohnehin erst Fahrspuren über die Fugen hinweg gebaut werden. Durch die Erschütterung brachen die Plattformen manchmal wieder auseinander oder die Verbindungen lösten sich. Man wollte aber wenigstens einen Achtungserfolg erzielen und wies die Fahrer an, noch erheblich schneller zu fahren als vorher. Dabei machte sich wieder das Alkoholproblem bemerkbar.
Als etwa die Hälfte der Laster vom Rand gerutscht und im Meer versunken war, gab man diesen Plan auf.
"Genosse General - es klappt nicht. Ich gehe freiwillig in den Gulag."
"Du willst desertieren? Kommt nicht in Frage! Erst bringst du das hier in Ordnung. Du hast mir das hier eingebrockt. In den Gulag kommst du nachher immer noch."
"Wir wissen nicht mehr weiter."
"Was soll das werden? Befehlsverweigerung? Willst Du gleich hier erschossen werden? Oder soll ich dich unter der Plattform kielholen lassen? Dann kommst du in sechs Wochen als grünes Fischfutter wieder hoch."
"Meinetwegen."
"Es kann doch nicht so schwer sein, etwas Luft zu bewegen. Jeder Föhn kann das. Jeder Propeller eines Flugzeugs macht das. Soll ich dir mal meinen Föhn zeigen? Gutes japanisches Erzeugnis."
"Sie haben einen Föhn dabei?"
"Lenk nicht ab!"
Der Ingenieur ging. Die Idee mit dem Propeller hatte ihm zu denken gegeben. Einige Stunden später kam er wieder.
"Es gibt noch eine Möglichkeit."
"Welche?"
"Sie ist sehr aufwendig."
"Ich frag dich zum letzten mal: WELCHE! MÖGLICHKEIT?!?"
"Wir bauen riesige Propeller auf Stäben."
"Aha. Gute Idee. So wie bei Flugzeugen, ja?"
"Sie müssen größer sein. So wie bei Hubschraubern. Ganz großen Hubschraubern."
"Gut. Dann nehmen wir eben Huschrauberpropeller."
In den nächsten Monaten wurden an die ruhmreiche Rote Armee Dutzende Hubschrauber ohne Rotor ausgeliefert. Die Rotoren wurden woanders gebraucht.
"Wir müssen außerdem die Rotoren auf großen Masten anbringen."
"Gut. Große Masten."
Dafür konnte man Rohre verwenden, wie sie zum Pipeline-Bau hergestellt wurden. Die bedeutende "Trasse der Freundschaft", die überaus wichtige Erdgas-Pipeline, welche durch ganz Sibirien führen sollte, kam im nächsten Vierteljahr um ganze zweihundert Meter voran. Damit fehlten ihr nur noch 2.700 Kilometer bis zu den Abnehmern.
"Wir brauchen starke Motoren."
"Wir werden welche finden."
Die Produktion großer landwirtschaftlicher Fahrzeuge kam unerwartet zum Erliegen. Alles wurde in den Nordatlantik verschifft.
"General..."
"WAS?!?"
"Äh, General..."
"Rede!"
"Ähm... Genosse General... naja, wir können die Masten nicht auf unseren kleinen Plattformen aufstellen. Dafür sind sie nicht gemacht."
"Was heißt das jetzt wieder?"
"Unsere Masten sind 60 Meter hoch und sehr schwer. Wenn wir sie auf die Pontons stellen, fallen sie entweder mit den ganzen Pontons um oder sie stanzen ein Loch hinein."
"Das sagst du mir jetzt?"
"Wir machen das auch zum ersten mal."
"Vorher klang es einfacher. Damals warst du ganz sicher, nicht?"
"Ich lerne doch auch nur dazu..."
"Da habe ich Zweifel. Was brauchst du jetzt noch?"
"Auf Schiffen könnten wir die Masten aufstellen. Und wenn wir die Schiffe seitlich an die Pontons anschließen, fallen sie nicht gleich um, glaube ich."
"DU GLAUBST?"
"Ich lerne doch auch nur dazu. Und es war sehr wenig Zeit."
"Also gut. Schiffe."
An die Fischereiflotten der Küsten und Binnenreviere der Sowjetunion wurde im nächsten Jahr kein einziges Fangschiff ausgeliefert. Das bedeutende Projekt "Aquafarming" hatte Vorrang.
→ weiter zum 6. Teil
Abonnieren
Posts (Atom)
