24 Januar 2015

Hinweis

Seit einiger Zeit nerven größere Webseiten mit dem Hinweis darauf, dass sie Cookies verwenden - also den Besucher beobachten, verfolgen und ... hrrrmmm ... hrrrmmm ... ausspionieren. Der Nutzer kann auf so einer Seite nur dann ungenervt weitermachen, wenn er diese Ausforschung akzeptiert.

Nein: ... wenn er einen Haken setzt oder OK klickt - mit Akzeptieren hat das ja nichts zu tun. Sagen wir mal "erzwungenermaßen zur Kenntnis nimmt".

Die entsprechenden Hinweise sind interessanterweise so gestaltet, dass sie auf zwei Drittel der Endgeräte des Großen Bloguators™ gar nicht vollständig angezeigt werden: Sie haben eine betonierte feste Breite, die die Bildschirmbreite der Endgeräte überschreitet. Der OK-Knopf liegt ganz rechts und damit außerhalb des Bildschirms - man kann ihn nicht anklicken.

Fragezeichen?

Am lustigsten ist das bei Google - eine Firma die ihre bloße Existenz dem Internet verdankt, über zehntausende von Mitarbeitern verfügt, genau alle davon Bildschirmarbeiter und Internetfachleute, schier endlose Resourcen und Kapital. Aber kein einziger kann mit gängigen Mitteln einen Hinweisbalken gestalten, der die Breite eines überaus großen Bildschirms einhält. Egal wie breit das Anzeigegerät: Der OK-Knopf liegt rechts außerhalb, so dass man ihn nicht anklicken kann. Das Anklicken läge sogar im Interesse von Google.

Nun ja: Kann man umfassende Inkompetenz schöner illustrieren?

Vor so einem Unternehmen muss man sich nicht fürchten.

 
(zum Größermachen ins Bild klicken - sonst erkennt man nix)
 
 
 
 
 
 
 
 

ja, sicher, es liegt nur daran, dass es in diesem Fall - dem Cookie-Balken bei Blogger - keinen Zeilenumbruch gibt, sehe ich doch auch. Nervt trotzdem, hinter dem Balken liegen nämlich einige Bedienungs-Elemente fürs Blog, etwa die Suche, oder Anmelden.

22 Januar 2015

Noch neulicher im Lidl

Das erinnert mich an den anderen Kunden, den ich mal vor mir in der Kassenschlange sah, mittags. Der legte vier Flaschen Shampoo aufs Band. Sonst nichts.

Dabei sah der Typ eigentlich ganz normal aus.

20 Januar 2015

Neulich im Lidl

Montagmorgens ist da immer besonders exotische Kundschaft. Vor mir an der Kasse ein Riesentyp, so knappe 2m hoch. Trägt das vorgeschriebene "Heavy Biker"-Outfit, oder wie heißen die Leute, die für Hells-Angels gehalten werden wollen, ohne wirklich dabei zu sein?

Jedenfalls: Lederstiefel - Lederhose mit Schnürbindung - ultraschwere Kutte mit aufgenähten Stickern. Unter etlichen Stickern, die zur Bikerfolklore gehören, allerdings auch einer "Menschen helfen Menschen", eher unauffällig unter dem Arm versteckt.

Der Typ selbst hat statt schmieriger eher raspelkurze Haare und es fehlt die Angels-typische Wampe. Er ist einfach nur riesengroß. Als er dran ist legt er nichts aufs Band außer drei Packungen MonCherie.

Ganz lieber Kerl.

Draußen steigt er auf eine 1400er Suzuki, so ziemlich das schwerste¹, das der Motorradmarkt zu bieten hat. Mit tiefem Röhren tuckert er davon.

 

 

 


¹ zulässiges Gesamtgewicht: Knappe halbe Tonne. Leer etwas weniger.

08 Januar 2015

Ordnung

Auszug aus der Berliner Bauordnung BauO Bln¹:

§ 14 Brandschutz
Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

Man muss es den Leuten ja ausdrücklich vorschreiben. Von selbst kommen sie nicht drauf und freiwillig machen sie es nicht.

 

 


¹ Bauordnung für Berlin (BauO Bln). Vom 29. September 2005 (GVBl. S. 495), zuletzt geändert durch Gesetz vom 29. Juni 2011 (GVBl. S. 315, in Kraft getreten am 10. Juli 2011)

30 Dezember 2014

Weniger

Neulich will ich mir am Automaten ein Ticket ziehen und denke dabei: "Oh mann, du musst unbedingt weniger saufen!"


Erst nach einem längeren Moment der Ratlosigkeit fällt mir auf: "Och - aber die Ränder von dem Automaten siehst du doch scharf?"


Muss ich also vorläufig nichts an den Trinkgewohnheiten ändern.

"Na Gottseidank!"

23 Dezember 2014

Dschingis Khans seine

Was ist eigentlich
aus Dschingis Khans Horden
geworden?

Haben die sich irgendwann gesagt "Ach, Europa - langweilig" und sind dann entspannt nach Hause geritten, nun, da sie es wussten?

"Und auch so wenig Kamele" - auf Reisen vergleicht man ja doch immer mit der Heimat. Kamele hatte Europa damals wirklich nicht zu bieten. Bis heute eigentlich. Hatten sie nicht Grund, enttäuscht zu sein?

"Dauernd dieses Dreckwetter, Regen, wer braucht so was!" Das gefiel ihnen nicht, sie waren anspruchsvolle Reisende, aus einer Gegend wo man nicht jeden Tag vom Regen belästigt wird. Und wenn die europäischen Bauern sagten "Wir brauchen sowas, sonst wächst nix!", dann lachten die mongolischen Horden des Khan.

Sie verachteten das mühselige Hantieren auf dem Feld, nur für ein Paar Rüben, Kohl oder Körner Getreide. Was man zum Leben braucht, konnte man sich doch nehmen! Diese unorganisierten europäischen Bauern waren nicht einmal zu qualifiziertem Widerstand fähig. Dschingis Khans Horden hatten eine Redewendung dafür, "Qualifizierte Niederlage!" und dann lachten alle.

Gelangweilt kehrten sie um und machten sich auf den langen Weg nach Hause.

Auf dem Heimweg kamen sie durch die Gegenden, die sie auf dem Hinweg liebevoll leergeraubt und deren Einwohner sie entweder niedergemetzelt oder als Sklaven verkauft hatten. Wild ließ sich nicht blicken, die unbestellten Äcker waren kaum noch als solche erkennbar.

Ein paar besonders schöne Exemplare von Sklaven hatten sie jedoch behalten. Die fragten sie nun nach Essen. "Wenn wir jetzt gleich anfangen, dann wächst hier schon nächstes Jahr wieder was." Die Reiterkrieger waren entrüstet: "Seid ihr verrückt? Unser Proviant reicht noch bis übermorgen!"

Die ehemaligen Bauern fügten sich Gott ergeben in ihr Schicksal, so wie sie es schon seit jeher gewohnt waren.

21 Dezember 2014

Tradition trifft Moderne

Hier trifft uraltes und gepflegtes Handwerk auf die Segnungen der Sicherheit in der Moderne:


Ein nach jahrhundertealtem Rezept handgefertigter Stoßdämpfer aus bestem Schweinsleder direkt neben dem Hinweis auf hochtechnologische Videoüberwachung. Man findet dieses Ensemble an der Tür des Schöneberger Rathauses in Berlin, wo auch noch andere Sehenswürdigkeiten zu entdecken sind.

16 Dezember 2014

Reiseverbindungen

DieBahn konkurriert ja mit dem Flugzeug. Zu diesem Zweck mussten etliche Milliarden teure ICE-Hochgeschwindigkeits-Verbindungen geschaffen werden. Die Züge fahren so schnell, dass sie in einigen Landeshauptstädten gar nicht halten können. Deshalb bietet DieBahn jetzt die Reise von Berlin nach Hof an, 330km in 9h 7min.

Ich wiederhole: Neun Stunden und sieben Minuten für dreihundertdreißig Kilometer.

Der Preis von 29,-€ liegt unwesentlich über dem einer Busfahrt, aber der Bus würde auch nur 3h 25min. fahren.

Glaubt mir wieder keiner?

DieBahn, das ist übrigens das Unternehmen dem Harald Mehdorn eine ganze Weile vorstand.

15 Dezember 2014

Danebenjob 24

Das folgende kann man völlig kommentarlos stehenlassen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir Nebenjobs24 GmbH – sind das Unternehmen für Suchen der Arbeit­nehmer und Arbeit­geber.

Wir freuen uns, Ihnen unsere Dienste auf der Suche nach Arbeits­plätzen zu bieten. Bitte senden Sie Ihre CV als Antwort auf dieses Schreiben. Wir werden Sie in kurzer Zeit die beste aktuelle Arbeits­plätze in verschiedenen Bereichen finden. Wir arbeiten eng mit den größten Baustellen der Welt, wie z.B. monster.com, eurojobs.com.

Wir haben eine gemeinsame Basis der Arbeit­geber und Arbeit­suchende. Unsere Firma ist ein weltweit führendes Unternehmen bei der Suche nach Jobs und Arbeitgeber über das Internet und soziale Netzwerke.

Mit modernsten Technologien hat man die Möglichkeit die meisten genau die richtigen Leute für Arbeitgeber und  Arbeitnehmer zu findn.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Wir sind glücklich, Ihnen helfen, geeignete Arbeitsplätze zu finden. Wir warten auf Antwort von Ihnen und warten auf Ihre CV.

Beste Grüße,
Thomas Winckelmann
Human Resource Management
Nebenjobs24 GmbH
Tel./Fax.: 021195987533

Ich hab da nicht dran gedreht, ich schwör! Nur auf meine Arbeitskraft werden sie wohl vorläufig noch verzichten müssen.

08 Dezember 2014

Gutscheine

Wenn man die Webseite seines Bankinstituts an einem Montagmittag besucht, erwartet man nicht unbedingt Gutscheine:





ja, ja ja, schon gut! Zur Entlastung der Mitarbeiter der Commerzbank: Die Gutschein-Einblendung stammt vom automatischen Proxy, den Der Große Bloguator™ als Add-on im Firefox installiert hat.

06 Dezember 2014

Inselgentrifiz jetzt

Heimatkunde extended


Im hiesigen Bioladen haben sie sich inzwischen an ihre anstrengende Kundschaft gewöhnt. Jetzt verachten sie dich, wenn du nicht 34 Gramm laktosefreien Käse oder Chlorreiniger aus kontrolliert biologischem Anbau kaufst. Oder wenn du nicht die glutenfreien Müsliriegel für dein Arschlochkind umständlich mit einer besonders exotischen Kreditkarte bezahlen willst.

Das ist nicht mehr ganz so schönes Schöneberg. Hat aber auch was. Wir sind hier tolerant.





weiteres Kennzeichen: Steigende Dichte von 50-jährigen Typen in Designerjeans. Mit Piratenkopftuch.

"Designer"-Jeans... pöööh ... das sind so liebevoll handzerfledderte oder zielgerichtet kaputtgewaschene Hosen aus blauem Baumwollstoff mit seltsamen Ornament-Stickereien drauf. Für den Preis einer solchen Hose bekam man hier bis vor kurzem noch einen maßgeschneiderten Anzug. Inzwischen leider auch nicht mehr.

05 Dezember 2014

Arbeitsthese

Wenn ich ein Büro mit 20 Mitarbeitern hätte, ich wäre der schlechteste Chef der Welt.

Ich so, Chef: "Wollt ihr nicht endlich einen Betriebsrat gründen?"

Mitarbeiter: "Nö, wieso? Geht uns doch gut?"

Ich so, Chef: "Aber... ich beute eure Arbeitskraft aus!"

MA: "Is nich so schlimm. Kommen wir mit klar."

Ich so, Chef: "Ich will einen Ansprechpartner!"

MA: "Wozu?"

Ich so, Chef: "Für Verhandlungen!"

MA: "Du zahlst doch schon nach Tarif, was willst du denn noch verhandeln?"

Ich so, Chef: "Na, die Urlaubspläne, zum Beispiel!"

MA: "Machen wir doch schon lange untereinander aus."

Ich so, Chef: "Aber - das könnt ihr doch nicht machen! Ich werde eure Arbeit nach Indien outsourcen! China! Nordkorea!"

MA: "Mach ruhig."

Ich so, Chef: "Aaaaaaargh!"

Zum Glück habe ich kein Büro mit 20 Mitarbeitern. Ich würde mich nur ärgern.

03 Dezember 2014

Wetterlage

Kürzlich, am Tag vor dem ersten Advent, haben wir nochmal etwas richtig bescheuertes gemacht: Wir waren segeln.

Wer sich von Dreckwetter abhalten lässt ist sowieso kein richtiger Segler. Aber an diesem Tag herrschten -2° Luft- und 8° Wassertemperatur, und zwar: Celsius. Und ordentlicher Wind. Wir haben gebadet. Aaaaaargh!

Der blöde Kahn ist auch gleich durchgekentert und die üblichen Verfahren zum Aufrichten und Weiterfahren funktionierten diesmal leider nicht so richtig. Ganz unnötig fiel er auch nochmal zur anderen Seite um.

Wie kalt es wirklich war wurde uns auf dem Heimweg so richtig klar: Erst zeigten sich Schneeflocken. Dann bildete sich Eis auf dem Deck. Jeder Wassertropfen gefror. Es spritzt viel auf so einem Boot. Auf einem spiegelglatten schaukelnden Boot kann man sich nicht mehr sicher bewegen. Es rutscht einem auch schon mal das Ruder durch die Hand, weil es gefroren ist. Aaaaaargh!

Irgendwie wollten die Trimmeinrichtungen nicht so richtig arbeiten. Nach einer Weile wurde uns klar: Alle Schoten und Leinen froren allmählich ein und wurden fest. Außerdem vereisten die Klemmen und dann geht nichts mehr, entweder nicht mehr auf oder nicht mehr zu.

Nachdem uns, der Mannschaft, auch alle Hände und Füße einfroren, waren wir froh, wieder an Land zu sein. "Glück ist ein Segelclub mit einer warmen Dusche!" Und: Wir haben wieder was zu erzählen!

Zur besseren Anschaulichkeit:

Das schlangenförmige Ding, das aus dem Deck kommt und nach oben läuft, ist ein Spanngummi fürs Trapez. Er ist in gedehntem Zustand eingefroren.

 

Leider bisschen unscharf: Die Pickel sind Eis auf dem Deck. Das Deck ist unter normalen Umständen glatt und spiegelt. Die dünne Leine ist die Spinnakerschot und normalerweie auch gespannt und gerade.

 

Die Schot, die da aus dem Kasten mit der blauen Rolle kommt, steht senkrecht nach oben. Der rote Seilschäkel bleibt in der Waagerechten in Form. Hier sieht man auch das Eis besser.

24 November 2014

Wetterfrösche

Finde den Fehler in folgender Abbildung:

Na?

 

...

 

... Hinweis:
Die unteren drei Wetterstationen liegen in Luftlinie jeweils etwa 500m von einander entfernt (Lago di Garda). Sie zeigen angeblich aktuell gemessenes Wetter in Windrichtung, -stärke und Temperatur.

 

 

 

 


die oberen drei liegen in Berlin und sind ca. 10km auseinander

22 November 2014

Immerzu Überfahren

Wenn ich mit dem Fahrrad
unterwegs bin
und es liegt etwas auf dem Weg
dann muss ich drüber fahren.
Jedes mal.
Immerzu.

Ein Blatt Papier
ein Blatt vom Baum
Laub
Pappe
Plastiktüte
ich muss
drüber fahren.
Ich muss.

Vorsätzlich. Mutwillig. Absichtlich.
Und jedes mal. Muss ich.
Immerzu.
Drüber.

Wobei im Überfahren selbst
nicht das Problem liegt -
sondern in den Folgen:

Mal liegt unter der Pappe
ein Kronkorken
Zähne nach oben.
Rad platt.
Fahrt gehemmt.

Mal klemmt sich
ein ganzer Karton
unschön unters Kettenblatt
und bleibt dort klemmen.
Unschön.

Das geht auch
mit dem Auto
selbstverständlich:

Karton überfahren
oder Tüte
klemmt unter dem
Unterboden
und bleibt dort hängen
fährt dort mit
lässt nicht los
ums Verrecken nicht!
Bis ich anhalte
- Seitenstreifen Autobahn -
und ihn tief unter
dem Unterboden
rausfummle.
Oder sie.

Von selbst geht er nicht wieder.
Oder sie.
Nie.

Die Fahrerei
- meine Fahrerei -
könnte so viel
einfacher sein,
wenn ich nicht
immerzu
Sachen überfahren müsste!

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