22 November 2014

Immerzu Überfahren

Wenn ich mit dem Fahrrad
unterwegs bin
und es liegt etwas auf dem Weg
dann muss ich drüber fahren.
Jedes mal.
Immerzu.

Ein Blatt Papier
ein Blatt vom Baum
Laub
Pappe
Plastiktüte
ich muss
drüber fahren.
Ich muss.

Vorsätzlich. Mutwillig. Absichtlich.
Und jedes mal. Muss ich.
Immerzu.
Drüber.

Wobei das Überfahren selbst
nicht das Problem ist -
sondern seine Folgen:

Mal liegt unter der Pappe
ein Kronkorken
Zähne nach oben.
Rad platt.
Fahrt gehemmt.

Mal klemmt sich
ein ganzer Karton
unschön unters Fahrrad
und bleibt dort klemmen.
Unschön.

Das geht auch
mit dem Auto:
Karton überfahren
oder Tüte
klemmt unter dem
Unterboden
und bleibt dort hängen
fährt dort mit
lässt nicht los
ums Verrecken nicht!
Bis ich anhalte
und ihn tief unter
dem Unterboden
rausfummle.
Oder sie.

Von selbst geht er nicht wieder.
Oder sie.
Nie.

Die Fahrerei
- meine Fahrerei -
könnte so viel
einfacher sein,
wenn ich nicht
immerzu
Sachen überfahren müsste!

21 November 2014

Schlafstörung


Aufwachen, Blick auf die Uhr:
3:33:33h

Aufwachen, Blick auf die Uhr:
4:44:44h

Aufwachen, Blick auf die Uhr:
5:55:55h

Na super. Wenn die Uhr 6:66:66h zeigt, steh ich auf!

Hölle! Hölle! Hölle!

19 November 2014

Filmkunst

Unter unbeschreiblichen ... hhhrmm hhhrmm  ... Anstrengungen ... ist es mir gelungen, legale Kopien von einigen meiner großen Favoriten herbei zu schaffen. Filmkunst, dai dai!

Es handelt sich einerseits um den Rosaroten Panther, und zwar allererster Teil, noch mit David Niven als charmantem Kriminellen und Peter Sellers als Inspektor Clouseau. Wunderbare Winteratmosphäre in Cortina d'Ampezzo zu Anfang der sechziger Jahre¹.

Und außerdem Der Partyschreck, ebenfalls von Blake Edwards mit Peter Sellers. Es geht um einen indischen Schauspieler, der durch Pech vermischt mit Hilfsbereitschaft und Ungeschick eine Party ins Chaos stürzt - wodurch sie zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.



Eine Figur, mit der sich nach kurzer Eingewöhnungszeit wahrscheinlich die meisten Zuschauer sehr identifizieren können. Was auch an der Situation liegt: Sich auf einer Party wiederzufinden, wo man niemanden kennt und die miteinander bekannten Besucher lieber unter sich bleiben: "Ohomeingottohmeingott! Hoffentlich spricht mich niemand an!"

Ob die Sache gut ausgeht mögen die geschätzten Beobachter selbst beurteilen. Möchte jemand mit mir kucken?






¹ zu Paulchen Panther als persönlichem Superhelden der Jugend des Großen Bloguators™ kommen wir ein andermal

13 November 2014

Autokorrektur

In meinem Kopf läuft mittlerweile eine Software, die die Autokorrektur vom iPhone korrigiert. Sie startet standardmäßig bei bestimmten Absendern.

Ist das wirklich so gedacht? Also, dass der Empfänger wirre Textschnipsel entschlüsseln muss, weil der Absender zuverlässig seine Texte nicht liest, bevor er auf den Absendeknopf drückt? Maximal 160 Zeichen? Wobei wirklich jeder Absender aber den extremen Unfug kennt, den die sogenannte Autokorrektur anrichtet.

Ich frag ja nur. Weil eben eine Nachricht kam, in der "angewendet" geschrieben stand, aber wohl "abgewendet" gemeint war. Also das genaue Gegenteil. Ja, lustig. Fragt man dann nach, heißt es "Autokorrektur eben".

Menschen, die sich per Sprachsteuerung durch die Login-Prozedur ihres Onlinebankings navigieren, Benutzername und geheimes Passwort¹ an der richtigen Stelle platzieren und Überweisungen mit 16-stelligen IBANs vornehmen, sind heute nicht in der Lage, ein simples Zusatzmodul namens Autokorrektur abzustellen?

Merken die alle noch irgendwas? Genau: Autokorrektur ist anscheinend so etwas wie das moderne "Wetter - kann man halt nix machen!" © by Apple.

Die 4-Worte-Nachricht vor dem Absenden nochmal zu lesen scheint jedenfalls keine Option zu sein.







¹ neuerdings gerne auch "das Passwort muss mindestens eine Ziffer, Groß- und Kleinbuchstaben sowie ein Sonderzeichen enthalten!" Damit kommt die Autokorrektur anscheinend mühelos klar. Oder der Anwender.

11 November 2014

Zennisches Blog

Über Things-Organized-Neatly bin ich auf dieses Blog einer Frau aus Minnesota gestoßen:
S T I L L
Ein Blog, bei dem der Große Bloguator™ hauptsächlich Assoziationen von Zen, Haiku und solcherlei Sachen hat. Sehr schön -  sehr beruhigend.

Akte

Nun ja, mit 15 Jahren Abstand erscheinen einem die Akte-X-Filme ziemlich absurd. Abwegig. Abseitig? Na jedenfalls irgendwie so, wie eine fiktionale Fernsehserie einem eher nicht erscheinen soll. Tja.

05 November 2014

Träumer

Hier bastelt einer exzentrische Motorrad-Träume: http://solifdesign.blogspot.de/

Die Dinger sind bestimmt nicht jedermanns Sache, aber auf jeden Fall ziemlich einmalig. Und genau das ist es doch, wonach fast jeder Kraftfahrer strebt: Motorfahrzeuge, die nur durch industrielle Fließbandproduktion bezahlbar wurden, die dabei durch ihr Erscheinungsbild aber einzigartigen Geschmack, Ansehen oder Wagemut beweisen sollen.

Die Designs sehen größtenteils gerendert aus, also im Computer gezeichnet. An verschiedenen Stellen auf der Webseite wird immer wieder von der Realisierung gesprochen, aber es gibt nur zwei oder drei Fotos real existierender Fahrzeuge.

Allein die Computer-Renderings sind überaus liebevoll und sehen durchaus prakti­kabel aus. .. wenn man denn einsieht, dass so ein Gerät dann nicht mehr zum Preis eines Serienmotorrades entsteht, sondern eher zu dem eines Einfamilien­hauses. So viel zur Individualisierung im Kraftverkehr.

Viele weitere phantastische Entwürfe hier: http://englishrussia.com/2011/12/02/cars-and-motorcycles-of-the-future

02 November 2014

Küche immer noch

Restaurantkritiker beklagen es zuweilen, wenn dem Koch die Hand ausgerutscht ist: "Versalzen" oder gar "verwürzt" sagen sie dann. Das klingt nicht zufällig ganz ähnlich wie "verwirkt".

Max Goldt fügte dem irgendwann seine Klage über den Gebrauch von Rosmarin hinzu. Durch exzessive Anwendung sei ein Gericht sogar ver-rosmarint.

Neulich war der Große Bloguator in der Lage, dem einen weiteren bedauerlichen Superlativ hinzuzufügen. Die letzte Auberginen-Kichererbsenzubereitung mit Olivenöl war ver-kräuterderprovencet.

Tja.

30 Oktober 2014

Küche heute

Ich hätte Maiskolben haben können.

Stattdessen habe ich etwas kompliziertes gekocht...

... Bratkartoffeln...



... wooo-haaa-haaa-haaa! ... öchött ... hust!

Straight

Damals, vor 30 Jahren, waren sie eine Offenbarung. Aber bereits zehn Jahre später begann einem der Song "Sultans of Swing" von den DireStraights gehörig auf den Sack zu gehen. Das bedeutet: Inzwischen seit über zwanzig Jahren.

Deshalb hat das Stück diese Hinrichtung durchaus verdient:

via Nuschelproktologin bei Twitter

28 Oktober 2014

Durch

Und manchmal gehen sie mit einem durch.

Am 19.08.2014 um 20:39 teilte Torsten S. aus B. dem Großen Bloguator™ eine wichtige Beobachtung mit:

Das Land ist groß im Kommen. Jedenfalls in der Werbung und in Zeitschriftentiteln: Landlust, liebes Land, Landliebe.

Einwurf und Interjectio des Großen Bloguators: "Landesverrat und Land-Ei!"

Neuerdings kommen auch Lebensmittel angeblich vom Land: Landmilch, Landsalami, Landkäse. Jetzt gibt es bei Aldi sogar Landkartoffeln. Merkwürdig - dachte man doch bisher, Kartoffeln würden nur in der Stadt wachsen.

Der Große Bloguator™ beauskunftete diese konkrete Anfrage wie folgt:

Lieber Torsten S.,

(voller Name d. Red. bekannt)

das ist natürlich Quatsch! Landkartoffeln stehen im Gegensatz zu den alther­gebrachten historischen Seekartoffeln!

(welche damals aber noch übertroffen wurden von den Überseekartoffeln)

Es verhält sich genau wie mit echten Erdbeeren und naturidentischen Aromastoffen.

(nur, warum findet sich in Spülmittel echter Zitronensaft, aber in Getränken künstliches Zitronenaroma? Ach, egal…)

Die Seekartoffel wiederum war ein Konkurrenzprodukt zur Seegurke, wobei man sie andererseits gemeinsam auf Seenplatten seervierte.

Die Landkartoffel also ist eine eher neue Erfindung der Nahrungs­mittel­industrie. Um ihr ein wenig historisches Gepräge zu geben wurde das Gerücht in die Welt gesetzt, die "Land"kartoffel sei von Christoph Kolumbus aus Amerika importiert worden, auf dem Seeweg. Und genau deshalb sei sie angeblich ebenso gesund wie die klassische Seekartoffel.

(vgl. d. sog. Flugrose - aus Kenia auf dem Luftweg per Flugzeug eingeführte gewöhnliche Zuchtrose)

In Zeiten da Kartoffälscher noch echte Seekartoffeln fälschten, indem sie Landkartoffeln umetikettierten, wurde die Kartoffelnase eingesetzt, um den Betrug aufzudecken. Heute gibt es die DNS-Analyse und auch die Kartoffelnase wurde für überflüssig erklärt. Stattdessen setzt man Trüffelschweine ein, aber für andere Aufgaben.

Traurige Welt!

21 Oktober 2014

Ente

Heute morgen fällt die Zeitung aus dem Briefkasten auf den Boden. Zu erkennen ist ein Entengesicht. Erster Gedanke beim Großen Bloguator™:
Ohmeingott! Donald Duck ist tot!
War dann aber gar nicht Donald, sondern Dagobert. Und er ist auch nicht tot.

20 Oktober 2014

Ordnung

Kraftbetriebene geneigte Hebebühnen sind keine Rampen.

Garagenverordnung GaVO 2011

15 Oktober 2014

Monti Fiori

Das hier ist angenehm durchgedreht auf höherem Level:

Und wer hätte gedacht, dass der italienische Schlager nochmal zu Ehren kommt?

11 Oktober 2014

Kleine Bitte

Ich hätte da gern mal etwas erklärt. Warum druckt jemand so unglaublich triviale, redundante und insgesamt überflüssige Informationen auf eine Lebensmittelpackung?


Ich wiederhole ohne die anspruchvolle Formatierung:
Sonnensüße Orangen - süß
aromatischer Duft - ideal zum Essen
*
Aha. Süße Orangen, süß. Aus dem Lebensmittelladen, mit Aroma und Duft, zum Essen - na klar, wie sollte der Kunde das sonst auch merken? Kommt man ja von selbst nicht drauf.

In meinem Kopf wird dieser Text von einer begeisterten jungen Frauenstimme im Radio vorgetragen und etwa sechzig mal am Tag wiederholt: "Die Idee!"

Neulich mal stand auf einer Packung mikroskopisch kleiner Kirschtomaten "Zum Naschen". Hätte auch niemand gedacht, wenn man für eine Hauptmahlzeit etwa viertausend dieser sündig teuren Dinger braucht, dass man die vielleicht ""nascht".

Die Orangen waren dann übrigens zwar süß, aber holzig.

... aaaaaargh!





* wieso sind da eigentlich keine Ausrufezeichen? Wäre doch genug Platz gewesen. Da gehören doch Ausrufezeichen hin!

09 Oktober 2014

Gut gegeben

Das hier gefällt mir gut:

 
 Hab ich von einer Webseite, die es mit den Quellenangaben auch nicht so besonders genau nimmt.

Alev Korun ist eine österreichische Grünen-Politikerin, ihr Facebook-Profil findet man hier.

08 Oktober 2014

Quelle

Der Große Bloguator™, erklärter Freund der Alliteration in der Konversation, ist hier auf eine ergiebige Quelle gestoßen: ARCORs Fachportal für Promi-Bashing namens Modesünde der Woche.

Zur Illustration der illegitimen Insinuation hier ein paar Beispiele (Rufzeichen sind selbstverständlich Teil des Originals)

- Böses Blackout! (über Hillary Duff)

- Loser-Look! (über Diane Kruger)

- Tüll-Tumult bei Lena Dunham

- Styling Sünde! Cara Delevingnes Spitzen-Schreck

- Klamotten-Katastrophe! Ketten-Chaos bei Amber Rose

- Marisa Tomeis Feinripp-Fehltritt

- Gothic-Graus bei Leona Lewis

- Grauen in Grün! Paula Abduls Frosch-Fiasko

- Trend-Terror! Rita Oras Tutu-Trauma
(der Text beginnt dann noch mit "Balla-Balla-Ballerina")

- Huch! Hosen-Humbug bei Jennifer Lopez

usw.

und hier zwei ganz besondere stilistische Kracher, sozusagen Abscheu-Alliteration-zum-Quadrat:

- Mode-Missgriff! Kim Kardashians Morgenmantel-Misere

- Couture-Chaos! Lindsay Lohans Ketten-Katastrophe

Man muss vermutlich außerordentlich enttäuscht sein vom Leben, um mit dermaßenem Erfindungsreichtum unwichtige Gestalten ehrzuverletzen.

 

 

 


hab nocheinmal nachgesehen wegen der Autorenschaft dieser Artikel. Darunter steht:

© CONCON Content Consulting GmbH / Nadja Schaer

Vermuten wir also, dass es Frau Schaer ist, welche vom Leben so außerordentlich enttäuscht wurde. Muss ja auch mal gesagt werden.

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