31 März 2008

Betrachtung zum Wochenbeginn


"Und? Wie war dein Wochenende?"

"Hell - dunkel - hell - dunkel - Montag ..."




wenn man älter wird, vergeht die Zeit eben schneller, und dafür sind noch nicht mal Drogen erforderlich

30 März 2008

Haiku


fernöstliche Kampfsportart

Einsames Auto auf Chaussee -
ein Montagmorgen.


Mist. Vergeigt.
Dann eben was anderes:

auf der bahnhofsuhr ist es
die ganze zeit sechs uhr.

die ganze zeit
und immerzu

auf der kaputten uhr
auf dem verlassenen bahnhof
von golßen, niederlausitz.

28 März 2008

Für zwischendurch


Augenärzte haben die Gewohnheit, ihre Instrumente in Glasvitrinen auszustellen, anstatt sie in geschlossenen Schubladen aufzubewahren.

Schon bei kurzen Wartezeiten im Behandlungszimmer kann einem schwindlig werden, angesichts der exquisiten Auswahl an spitzen und scharfen Metall-Gegenständen, mit denen sie einem offensichtlich im Auge herumfummeln wollen.

Edith, etwas später:
Vielleicht ist das auch nur ein vorgezogener Sehtest, mit besonders groben Mitteln.

Tor zur Hölle

 
Wer jetzt an Dante denkt, liegt hier ausnahmsweise mal gründlich falsch.

In Darvaza, Turkmenistan, wurde vor Jahrzehnten nach Gas gebohrt, dabei stürzte eine gewaltige Kaverne ein und riss alles mögliche mit in die Tiefe. Gas gab es wohl auch. Dieses entzündete sich anlässlich des Unfalls und brennt seither, inzwischen ca. 35 Jahre.



Die Gegend liegt mitten in der Wüste, wo sich nur Touristen hin verirren. Die Detailaufnahmen zeigen, dass durch jede Pore des Grundes Gas dringt. Löschen könnte man das wohl nur schwer - und wenn, würde das Gas eben unverbrannt weiter austreten.

Die Größe dieses Kraters kann man ermessen, wenn man im Film 1/1 der Serie auf den linken Rand achtet, wo oben ein Mensch entlang läuft. Schade, welche Verschwendung. Und bei uns wollen sie Heizpilze verbieten.
 

27 März 2008

Schlafstörung

Meine Socken müssen zur Arbeit. Bedauerlich, dass dafür meine Füße drin stecken müssen. Meinen Füßen wiederum ist das egal - so lange der Rest von mir mitkommt. Ich brülle alle an, dass ich schlafen will. Sie erklären mir, dass die Socken aber zur Arbeit müssen. Es ist drei Uhr früh. Aber gleich morgen lernen wir die Uhr, Freunde!



... "Morgen" ist erst, wenn ich geschlafen habe...

26 März 2008

Ruhm des Reims, eins


warum sollte man nicht
die welt in reimen sich erklären
in konstruierten wörterenden über
ihren zustand sich beschweren?

wer länger hin & her sie wendet
die schließenden vokabeln
findet vielleicht viel sicherer die richtung
bei zweifelhaften zielvorgabeln?


wer wörter knetet tut zumal
nichts schlimmes
egal ob es denn sinnvoll ist

das ist es eher meistens nicht
schlimmstenfalls beleidigungen
eines jeden sinnes
wenn er in abgegriffenen reimen pisst
... ? ... äh: spricht.

wer immer endlos an den wörtern kaut
sie biegt und beugt und glättet und poliert
kommt ab vom eingeschlagenen weg
auf einen pfad der schneckenförmig oder
in schlangenlinien hin zur einsicht führt.


naja, vielleicht auch nicht.
 

23 März 2008

Kreative Negation


Kreativitätstechniken, zum Beispiel


ich kann nur, was ich nicht muss.
leichter fällt mir, was ich nicht soll.
und am besten kann ich, was ich nicht darf.

Das ist nur vordergründig albern. Funktioniert aber. Im Fall des Blogautors jedenfalls.

Das ganze ist einfach und geht so: Man bekommt eine Aufgabe, die ein wenig Kreativität erfordert. Oft fällt einem dann nichts ein, "Sei kreativ!" war noch nie sehr produktiv. Und: Nein, man kann da nicht dran "arbeiten", auch wenn das an Kunsthochschulen gerne behauptet wird. Fleiß hilft nur bei der Bewältigung von Routine - die IDEE muss man zu diesem Zeitpunkt schon gehabt haben.

Wenn einem also nichts einfällt, verkehrt man die Aufgabe am besten einfach ins Gegenteil und schaut mal.

Kann sich keiner was drunter vorstellen? Gut, Beispiele:

Man soll irgend etwas besonders großes entwickeln. Es fällt einem nichts dazu ein. Also versucht man zuerst das Gegenteil, etwas besonders kleines. Dann mehrere kleine. Beim Nachdenken über das Kleine finden sich Erkenntnisse über das Große. Und damit kann man nochmal am Großen probieren.

Klassiker unter Architekten: Aus historischen, rationalen und praktischen Gründen sind Häuser meist rechteckig, gerade und haben senkrechte Wände. Architekten wissen, dass so ziemlich das letzte, was am Bau gefragt ist, Kurven sind. Und gewohnheitsmäßig ist gleich der zweite Strich, den Architekten machen, ein Bogen. Das ganze findet Niederschlag in dem Sprichwort "Wenn der Architekt nichts weiß - malt er'n Kreis!"

Daher die These: Gerade Destruktion ist Grundlage gesunder Kostruktion!

Und die Negation ist die Stiefmutter der Invention? Vielleicht.

Destruktivität als Kreativtechnik. Von der groben Richtung über die Negation hin zum gewünschten Ziel. Oder in die Nähe davon. Oder zur Umdefinition des ursprünglichen Ziels, weil sich dieses als ganz unsinnig erwiesen hat.

Comics!


Online-Comics sind ja so eine Sache: Viel ödes Zeug dabei, eine Menge Manga-Schrott, entweder schlecht gezeichnet oder keine interessante Geschichte zu erzählen und oft beides.

Wenn man mal einen gefunden hat, der einem gefällt, kann man auch Überraschungen erleben: Die Comics sind meist nicht kommerziell, aber trotzdem aufwendig. Wenn der Autor einen bezahlten Job gefunden hat, muss man monatelang oder sogar ewig auf die Fortsetzung warten. Bei Argon Zark 2 ist das derzeit so.

Comics werden oft als Kindergeschichten missverstanden - wüsste jetzt gar nicht, wieso eigentlich? Als Erwachsenencomic wird eine Geschichte immer dann bezeichnet, wenn der Inhalt entweder auf Sex oder sinnloser Gewalt basiert.

Also: Nichts gegen Sex. Und auch nichts gegen sinnvolle Gewalt. Vielleicht noch nicht mal was gegen die Kombination aus beidem. Aber Sex oder Gewalt alleine genügen jedenfalls nicht für eine fesselnde Geschichte.

Der Begriff Comic soll hier einfach für gezeichnete Geschichten oder Bildergeschichten stehen. Comics müssen nicht aus Prinzip lustig sein. Das richtige Leben ist aber auch in manchen tragischen Momenten immer wieder lustig. Hingegen funktioniert mutwilliges Lustigsein oft überhaupt nicht, wie man in den abendlichen Comedy-Shows im Fernsehen täglich verfolgen kann.

Ich persönlich habe allerdings mit echten Tragödien im Comic Schwierigkeiten: KZ-Geschichten müssen nicht bebildert werden, denke ich. Es gibt hier durch gezeichnete - erfundene - Bilder keinen Informationszuwachs. Und rein zur Unterhaltung liest man sowas nicht. Nicht mein Fall.

So, wie krieg ich jetzt die Kurve?

Hier folgt Werbung für leichte Kost: Zum einen Argon Zark - der Autor Charley Parker hat den vorangegangenen ersten Comic richtig fertiggestellt und man kann ihn hier lesen. Sehr hübsch gemacht, mit gewissem Wortwitz.



Muss man nicht mögen. Ich aber. Demnächst dann Genius Girl.

20 März 2008

Konstruktive Destruktion


Eigentlich wollte ich Spam-Mails sammeln, schon länger mal. Aber man kann ja nicht alles sammeln, insbesondere Spam ist vielleicht doch ein ziemlich abseitiges Sammelgebiet. Und auch unspezifisch.

Sammeln kann ich auch nur den Spam, der bei mir ankommt, d.h. der den Spamfilter passiert hat. Und genau das macht ihn interessant.

Um Millionen von Spamfiltern zu überlisten, lassen die Spammer ihre Phantasie walten - von der sie reichlich haben. Jetzt denkt man sich vielleicht ganz arglos "Wenn sie so viel Phantasie haben, könnten sie die doch einsetzen und sich eine richtige Arbeit suchen?" Aber das ist wohl ein anderes Thema. Vorläufig gebrauchen sie sie nur zum Überlisten von Maschinen, die genau das verhindern sollen. Eher destruktiv also.

Zwischendurch eine These: Gerade Destruktion ist Grundlage gesunder Kostruktion! Destruktivität als Kreativtechnik. Von der "groben Richtung" über die Negation hin zum gewünschten Ziel. Oder in die Nähe davon. Oder zur Umdefinition des gewünschten Ziels, weil sich dieses als ganz unsinnig erwiesen hat.

Kleiner Umweg, sorry. Exkurs Ende, zurück zum Thema: Sammeln

Bei mir schlagen hauptsächlich solche Spam-Mails ein, die noch auf keiner Liste stehen, und die eine Maschine auch sonst nicht erkennt. Dass sie dann zuweilen auch kein Mensch versteht, ist wieder eine andere Sache.

Die betreffenden Mails zeichnen sich eigentlich immer durch zwei Bedingungen aus:

Der Absendername wirkt "menschlich", d.h., man kann sich - zumindest unter amerikanischen Verhältnissen - vorstellen, dass boshafte Eltern ihre Kinder so taufen. Stichwort "Bekloppte Namen". Dweezil und Cat, Butterfly, Chinchilla und Thursday als Kindernamen sind ja hinlänglich bekannt.

Das zweite Kriterium lautet, dass das Mailthema, der Betreff oder Inhalt, für das Auge eindeutig sind, aber so buchstabiert, dass selbst der Vergleich mit dem Legasthenischen Wörterbuch ins Leer läuft: Pen|s oder Vi@gr@ sind solche Lösungen. Alternativ: Der Betreff ist ein Kunstwort oder so abwegig, dass keine Maschine dahinter Müll vermuten dürfte.

Nebenbedingung: Die Mails werden von einer fremden Domain aus verschickt, damit der Spammer nicht geortet werden kann.

Heute:




Betreff:holismia
Absender: dfg-hnuuttur@gewaltfreiheit.de
Inhalt:Improbable effect on PE!
tastes great......more filling


und ein Link. Mehr nicht.

Von hnuuttur und seiner holismia werde ich sicher in den nächsten Nächten träumen.

19 März 2008

Geiiiles Tool!


Man kann hier seinen Namen aus Buchstabenfotos von Flickr zusammensetzen lassen. (⇒Entry form). Nun ja, wer's braucht...

... ich, zum Beispiel:


17 März 2008

Clips aus der Gruft


Neulich bin ich bei Youtube auf meine alten Helden gestoßen und an den Anbeginn der Zeiten vorgedrungen: Ein frühes Musikvideo, von The Police.

Das ist so natürlich falsch. Musikvideos gibt es im Grunde seit Einführung des Tonfilms, also etwa seit Ende der 1920er Jahre. Aber über geraume Zeit wurden eigentlich immer nur Live-Auftritte von Musikern mehr oder weniger aufwendig abgefilmt. Erstaunlich, weil ja die meisten Musikstücke eine Geschichte erzählen - und die ganze Zeit verließ man sich eben auf die Kraft des Wortes, oder ggf. des Klangs.

Erst Ende der siebziger Jahre kam man auf die Idee, auch in den Bildern der Musikclips eine Geschichte zu erzählen. Hier haben wir anscheinend einen der ersten Versuche (ihr könnt mich ja korrigieren, frühere kenne ich nicht). Interessant ist dabei, wie lustlos und halbherzig der Versuch ist.Oder vielleicht ironisch: Dass sie das irgendwie nicht ernst nehmen wollen. Ende der 70er wusste man schon, wie Geschichten in Bildern erzählt werden, Casablanca und 2001 waren da schon lange große Erfolge. Aber hier scheinen sie nochmal ganz bei Null anzufangen. Der Text des Songs wird nahezu eins zu eins in die Bilder umgesetzt, aber mit atemberaubender Naivität, oder Ironie, je nachdem: Die Aufnahmen in der Schule, der Augenblick am Anfang mit der Schülerin, die Kostüme. Am großartigsten ist aber ihre Unbeholfenheit beim Nachspielen der Handlung - die sie ja immerhin selbst gedichtet haben.

Süß, nicht?

13 März 2008

Spannende Erkenntnisse (2)


Pleonasmus, m. (grch. überflüssig vorhanden sein): Die Verwendung des Bezugsworts mit einem für es ohnehin charakteristischen Merkmal (im Unterschied zur Tautologie unterschiedlicher Wortart): weißer Schimmel, runder Kreis, neu renovieren, zusammenaddieren, tote Leiche, Zugtraktor, menschliches Versagen, vorprogrammieren, diametral entgegengesetzt


Es gibt Leute, die Schmidt heißen.

Es gibt Frauen die Cindy heißen, in Mitteleuropa.

Es gibt ein Oberstufenzentrum Körperpflege in Berlin. Dort werden Friseure und Kosmetiker ausgebildet.¹ Aber auch Maskenbildner und Fachangestellte der Bäderbetriebe.

Es gibt Frauen, die Cindy Schmidt heißen, und das OSZ-Körperpflege besucht haben.



Tautologie, f. (grch. [zweimal] dasselbe Wort [sagen]): (1) In der Logik: wenn etwas aus sich selbst erklärt wird (Zirkelschluß, eine Tautologie ist eine Sache, die tautologisch ist). (2) In der Stilistik: die Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter Wörter derselben Wortart (immer und ewig, einzig und allein, bereits schon).



Zentralinstitut der pleonastischen Tautologinnen: OSZ-Körperpflege





¹ diese Einrichtung an sich will mir allerdings bei genauer Betrachtung als Oxymoron erscheinen - die Welt ist voller Wunder...
 

12 März 2008

Spannende Erkenntnisse

 
Wenn man bei Google "formaldehüt" sucht, erhält man ungefähr 19 Ergebnisse.


 

ZEN


aus unserer Reihe "Meditative Tätigkeiten"

Heute: Vom Marktmann verknotete Tüten sinnlos aufknibbeln

09 März 2008

Ferne Welten


Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem Planeten hundertzwölf Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Planet wurde gerade zum ersten Mal von Menschen betreten. Sie haben dabei festgestellt, dass Flora und Fauna der Erde auf den ersten Blick ähneln - jedoch bei genauem Hinsehen sehr anders sind. Der Planet wird deshalb Frankensteins Zoo genannt. Den Raumfahrern ist manchmal langweilig


„DOC!“

„Hallo Käpt'n.“

„Doc! Wollen sie mir erklären, warum unsere Leitung glüht?“

„Was? Wir haben doch keinen Feueralarm - hier brennt doch nichts?“

„Doc, es wäre nett, wenn sie meine ernsten Fragen ernst nehmen könnten. Nein, hier brennt nichts.“

„Ach so? Na dann...“

„Doc - seit zwei Tagen versuche ich Kontakt zur Erde herzustellen...“

„Ja, bitte, tun sie das.“

„... aber es geht nicht, weil seit zwei Tagen unsere Leitung verstopft ist.“

„Oh, das kommt ihnen nur so lange vor. Hier auf Frankensteins Zoo sind doch die Tage viel kürzer.“

„Nein, kommt es nicht. Ich meine durchaus zwei Tage unserer Schiffszeit. Mehr als 48 Stunden. Unserer Zeit. Und die Tage hier sind länger als auf der Erde, nicht kürzer.“

„Außerdem haben wir hier ein anderes subjektives Zeitgefühl: Die Einsamkeit, die Entfernung zu unseren Familien, die Entfremdung...“

„Welche Entfremdung? Sie haben doch gar keine Familie.“

„Klar habe ich Eltern. Und wir haben auch einen Hund.“

„Doc, unsere Leitung zur Erde! Seit zwei Tagen! Voll!“

„Kann doch gar nicht sein.“

„Oh doch! Irgendjemand transportiert riesige Datenmengen von oder zu unserem Raumschiff...“

„Aha?“

„... der Ingenieur spricht mit niemandem freiwillig und meine Daten sind es auch nicht, also...“

„Ja, Käpt'n?“

„Doc! Hier ist weiter niemand außer ihnen! Tun sie nicht unschuldig. Was geht da vor!?!“

„Naja, ich... „

„Ja?“

„...ich...“

„Ja!“

„... ich habe Liebesbriefe ersteigert...“

„Ihre Orientierung ist mir bekannt.“

„... die Liebesbriefe von Alexander Puschkin.“

„Aha.“

„Alexander Puschkin!“

„Aha. Und deshalb glüht unsere Leitung. „

„Nun...“

„Ich hatte ihnen schon letztes mal gesagt, dass unsere Sicherheit vorgeht.! Haben sie etwa wieder ihre Mailadresse angegeben?“

„Nein! Wie könnte ich...?“

„Ganz leicht könnten sie! Letztes mal habe ich einen Monat gebraucht, bis ich den Virus entfernt und die ganze befallene Software repariert hatte. Hundertzwölf Lichtjahre von der Erde entfernt! Weil sie sich Viren schicken lassen!“

„Nein! Wirklich nicht!“

„Wenn das noch mal vorkommt, erschieße ich sie und restauriere sie erst wieder auf der Erde aus ihrem Backup. Und dafür nehme ich ihre virenverseuchten Sicherungskopien!“

„Nein, Käpt'n, ich habe nicht...“

„Was ist jetzt mit unserer Leitung? Was macht der Putschki?“

„Puschkin!“

„Egal wie der Typ heißt - warum geht unser Telefon nicht?“

„Ich habe die Liebesbriefe von...“

„DOC!“

„Also: Ich habe eine Ikone der Lyrik der Menschheit gewonnen - im Original! Die wollte ich nun mal gerne sehen und habe mir einen Platzhalter schicken lassen.“

„EINEN PLATZHALTER? Doc, ich kenne sie - was man so kennen nennt. Sie haben sich eine Kopie schicken lassen, oder?“

„Wenn sie es sagen...“

„Sie sind doch niemals mit einem Platzhalter zufrieden, mit einer simplen Abbildung! Sie lassen sich hier EINE KOPIE ihrer Liebesbriefe schicken - Informationen Molekül für Molekül! Die Daten über zig Milliarden Moleküle, Stück für Stück. DAS Verstopft unsere Leitung!“

„Wenn schon.“

„Und als nächstes wollten sie den 3D-Erzeuger auf unserem Schiff damit beschäftigen, dass er aus den Daten echte Briefe macht, oder?“

„Na und? Dafür haben wir das ganze technische Zeug doch.“

„Nein, haben wir nicht! Das technische Zeug ist unsere Lebensversicherung! Das soll Essen herstellen oder im Zweifelsfall unsere Körper-Backups restaurieren, meins und das vom Ingenieur - ihres werde ich am besten löschen und den leeren Speicher in den Weltraum schießen.“

„Was regen sie sich denn so auf? Ich wollte eben das Original in den Händen halten, war ja teuer genug.“

„Unsere Sicherheit! Wenn ich nicht mit der Erde telefonieren kann ist unsere Sicherheit gefährdet!“

„Na und? Wir waren doch schon öfter ohne Kontakt.“

„Aber nicht wegen Liebesbriefen.“

„... von ALEXANDER PUSCHKIN!“

„Egal von wem.“

„Das ist nicht irgendwer! Das ist DER....“

„DOC! Es ist mir egal, wer das ist. Unsere Kommunikation mit der Erde ist unterbrochen wegen ihrer verdammten Liebesbriefe!“

„... VON ALEXANDER PUSCHKIN! Und die möchte ich gerne in den Händen halten. In meinen Händen! Persönlich!“

„Doc, unsere Sicherheit...“

„Das sind ORIGINAL BRIEFE von PUSCHKIN!“

„Das sind keine Originale.“

„Wohl!“

„Die Originale liegen auf der Erde.“

„Sie werden Molekül für Molekül hierher geschickt - sie sind völlig identisch mit dem Original!“

„Nein. Die Information über die Moleküle wird hierher geschickt und hier baut sie unser 3d-Erzeuger aus gleichen Molekülen nach. Das ist nicht dasselbe.“

„Trotzdem sind sie identisch. Gleiche Moleküle - selber Aufbau: Kein Unterschied.“

„Doc! Selbst wenn ihr Alexander Puschkin original-unglückliche Tränen auf diese Briefe geweint hat, und selbst wenn die Struktur dieser Briefe mit den getrockneten Tränen Molekül für Molekül hierher übermittelt wird - DAS sind nicht die Originale! Die Originale liegen auf der Erde. Dort werden sie von den Tränen der Verliebten getroffen, dort atmen sie den Staub der Jahrhunderte. Und wenn sie sie hierher mitnehmen wollen, müssen sie das persönlich tun, und sich nicht elektronische Kopien schicken lassen.“

„Trotzdem! Ich will Alexander Puschkins Liebesbriefe anfassen. Fühlen! Mit meinen eigenen Händen!“

„Was sie hier anfassen, auf Frankensteins Zoo, hundertzwölf Lichtjahre entfernt von der Erde, sind Kopien. Und das beste, was sie damit tun können ist: Vernichten. Denn die Originale liegen auf der Erde. Und nur sie tragen die Sehnsucht, die Liebe, und den Wahnsinn, der ihr innewohnt.“

„Käpt'n, ich dachte sie sind Naturwissenschaftler?“

„Bin ich.“

„Käpt'n, sie überraschen mich immer wieder...“

„Ja, schon gut. Wann kann ich wieder telefonieren?“

„Heute abend, wahrscheinlich.“


 

Freudscher Fehlleser

.

Neulich in den Tiefen von Windows: Sprach- und Religionseinstellungen

Über Freud und seine Schule kann man ja denken was man will. Insbesondere dann, wenn man davon nicht die geringste Ahnung hat, wie der Autor dieses Blogs. Aber immerhin gab der Herr einem berüchtigten Phänomen seinen Namen - und Vulgärfreudianer versuchen seit Generationen zu deuten:

Den Freudschen Versprecher.

Kennen alle, nicht wahr? Das ist, wenn man etwas verfängliches, zweideutiges, missverständliches nicht einfach denkt und für sich behält, sondern ausspricht. Verfänglich, zweideutig und missverständlich aber nur für den Zuhörer. Man selbst weiß ja meist sehr wohl, was man sich dabei gedacht hat.

In so einem Fall unterstellt der Vulgärfreudianer in einem blitzartigen Reflex, der Sprecher habe das nicht nur gesagt, sondern auch vorher gewünscht. Dieser Reflex ist meist auch der einzige, den die Vulgärfraudianer haben. Im Gegenzug verstehen sie weder die tragende Idee hinter Ironie noch das Stilmittel absichtlicher Entstellung von Worten zur besseren Wahrheitsfindung - im Grunde ist ihnen das Konzept von "Humor" als ganzes unverständlich.

Mit der Zeit kommt man darüber hinweg, dass Menschen zwar auf derselben Erde, sogar im selben Zimmer, aber in unterschiedlichen Welten leben können: Während man selbst durchaus beabsichtigt einen sprachbasierten Scherz versucht hat, wird einem vom Gegenüber "Freudsche Fehlleistung" unterstellt.

Als Jugendlicher wundert man sich noch darüber, und ist ein wenig betrübt, wenn diese Unterstellung von einer gutaussehenden jungen Frau vorgetragen wird. Aber mit dem Alter findet man sich damit ab.

Dabei ist der Nachweis des Fehlschlusses ganz einfach: Der Weg vom Wort zurück zum Gedanken ist klar. Man hat vorher gedacht, was man anschließend sagt. Der Weg vom Gedanken zum Wunsch hingegen ist keineswegs zwingend: Nicht alles, was sich der Mensch vorstellen kann, wünscht er sich auch. Unter anderen auch der Blogautor klopft ständig Wörter auf ihre Anagramm-Eignung und Sätze auf ihre Missverständlichkeit ab - und verwendet diese.

Zuweilen macht sich die Vorstellungskraft aber selbständig und der Autor dieser Zeilen fragt sich: Wofür könnten Religionseinstellungen am Computer wohl gut sein?

07 März 2008

Streik


Zur Zeit streikt ja der öffentliche Dienst. Hier in Berlin merkt man das an der BVG: Es fährt nichts öffentliches mehr. Wer jetzt kein Auto hat, ist am Arsch... hat es etwas schwerer, irgendwo hin zu kommen.

Wen die Gewerkschaft ver.di damit wirklich quälen will, ist mir schleierhaft - und der Gewerkschaft anscheinend auch nicht recht klar. Ich würde den öffentlich Bediensteten durchaus ein wenig mehr Geld gönnen - aber wenn sie sich solche Deppen als Vertreter suchen, kommen mir Zweifel und ich bereue meine fehlgeleitete Solidarität.

Im richtigen Leben funktioniert ein Streik ja so: Der bestreikte Betrieb gehört einem Unternehmer. Der Unternehmer verspricht seinem Kunden, irgendeine Ware zu liefern. Meist ist das Versprechen ohnehin schon mit einem Liefertermin verbunden. Wenn gestreikt wird, verschiebt sich der Liefertermin. Das Geld kommt später. Das tut ganz weh - das schöne Geld!

Oder der Kunde ärgert sich und stellt dem Unternehmer seinen Schaden in Rechnung. Oder er geht ab jetzt woanders hin. Der Unternehmer ist vielleicht sogar seriös und würde ganz ohne äußeren Druck seine Verträge gerne einhalten, einfach so, solche Leute soll's ja geben. Ein Streik behindert das und deshalb wirkt der Streik tatsächlich als Druckmittel gegen den Unternehmer: Streik heißt "kein Geld" und das wirkt.

Beim Streik bei der BVG verhalten sich die Grundlagen zufällig ein wenig anders: Es gibt nämlich keinen Unternehmer. Jedenfalls keinen verantwortungsbewussten. Der Leitung der BVG ist völlig egal, ob und wann ihre Kundschaft ans Ziel kommt. Sie hat ein paar Vorgaben, und so lange sie die auf dem Papier erfüllt, muss sie sich nicht verantworten. Die eigentliche Kundschaft hat nämlich außer "zu Fuß!" keine Druckmittel, und diese Drohung ist nicht besonders schmerzhaft.

Der Berliner Finanzsenator Sarrazin als Auftraggeber ist für sein sensationelles Mitgefühl berühmt. Seine Einstellung lautet etwa "Wer auf die BVG angewiesen ist, ist selbst schuld. Laufen ist gesund!" Ihm ist es durchaus recht, wenn der öffentliche Nahverkehr weniger kostet, mit etwas Glück kann man ihn sogar ganz einsparen. Das Konstrukt "Gemeinwesen" ist dem Finanzsenator fremd - er versteht es nicht und hört auch nicht zu, wenn es ihm jemand erklären will. Die BVG kennt er nur aus Berichten seiner Putzfrau, und von den Empfängen, zu denen er manchmal eingeladen wird.

Die BVG-Oberen würden nie auf die Idee kommen, die unter ihrer Führung angebotene Dienstleistung selbst in Anspruch zu nehmen. Sie werden mit der Firmenlimousine zur Arbeit gefahren, wie früher der Junker. Einzelheiten werden delegiert. Falls man ihnen grob vorsätzliches Fehlverhalten nicht nur vorwirft, sondern auch gerichtsfest beweisen kann, lassen sie sich mit einer großzügigen Abfindung in den Vorruhestand schicken. Ob Geld vom Kunden in der Kasse ankommt, muss sie nicht kümmern - ist ja Streik. Ob Kunden irgendwo ankommen - egal, den Ärger hat die Basis, der Busfahrer. Aber der ist ja im Streik. Auch kein Problem. Ob der Kunde sich wehrt, oder sich beschwert: Bei wem denn? Streiken ja alle, Callcenter, Kassenschalter, Zugabfertiger. Jeder der für den Streik verantwortlich gemacht werden könnte verkriecht sich - oder ist dank seiner Position ohnehin für den Kunden nicht zu sprechen.

Wen quält also ver.di? Bestimmt nicht den BVG-Vorstand, bestimmt nicht den öffentlichen Arbeitgeber. Die Kundschaft leider schon. Aber so weit muss man als dogmatischer Gewerkschafter vermutlich nicht denken - irgendwer muss eben Opfer bringen! Und am besten ist das jemand anderer, nicht der Gewerkschafter selbst.

Wahrscheinlich steigen etliche zweifelnde Fahrgäste sogar wieder dauerhaft aufs Auto um. Nur unverbesserliche Romantiker sehen darin einen Nachteil. Der engagierte Gewerkschafter denkt sich aber: "Wieso denn? Weniger Kundschaft macht weniger Arbeit - genau das ist doch unser Ziel!"

Deutsche Politik heute


Die Hessen haben den Koch verdient- und Dagmar Metzger wird seine Innenministerin

Aber das ist inzwischen das kleinere Problem. Das größere ist Dagmar Metzgers politische Heimat: Wenn ich mir ansehe, welches schmierige Gesindel die SPD in den letzten Jahren angezogen hat, stehen mir die Haare zu Berge. Früher mal, in den achtziger Jahren vielleicht, hätte man solche Leute allenfalls in einer Bananenrepublik erwartet. Das klingt doch alles eher nach Nigeria und Zimbabwe als nach Mitteleuropa:

- Schröder, der Ex-Kanzler, ist mit einem Massenmörder befreundet und bezeichnet ihn als "lupenreinen Demokraten" - folgerichtig macht er heute beste Geschäfte mit ihm. Und wir haben uns früher über Strauß mit dem vergleichsweise Kleinkriminellen Gspusi Pinochet aufgeregt.

- der Ex-Innenminister forciert während seiner Amtszeit zuerst den maschinenlesbaren Ausweis und bekommt jetzt Geld von den beiden Firmen, die ihn herstellen. Das ist ihm keineswegs peinlich, er findet, das sei ein ganz alltäglicher Vorgang. Bravo, Schily!

- der Ex-Wirtschaftsminister Clement reitet erst auf seinem Parteibuch in die Aufsichtsräte verschiedener Unternehmen und rät dann von der Wahl seiner eigenen Partei ab. Beschimpft gerne Arbeitslose.

- der Berliner Finanzsenator Dr. Sarrazin ist nebenher Mitglied im Aufsichtsrat von 8 Unternehmen, bezieht selbst geschätzte 200.000 im Jahr und rechnet den Beziehern von Sozialleistungen ganz ernst jeden einzelnen Bissen vor, 3,78€ am Tag müssten nämlich für Essen völlig genügen. Er selbst hat 548€ am Tag, aber davon muss der arme Mann auch oft sein Essen bezahlen.

- die Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger ("Am meisten verabscheue ich Lügen") lässt sich erst wählen, ergattert noch den einen oder anderen schönen Posten und verweigert ihrer Parteichefin dann die Unterstützung - ganz klar aus Gewissensgründen, was denn sonst? Wer also Leute wie Koch haben will, muss eigentlich SPD wählen.


Allgemeine Leitlinie:

Du bist nur deinem Gewissen verpflichtet -
sobald du dein Schäfchen im Trockenen hast



Da fragt man sich doch: Muss man schon so korrupt sein, wenn man in die SPD eintreten will, oder kann man das auch durch Workshops und Fortbildungen innerhalb der Partei lernen?

Genügt es, wenn man den unbedingten Willen zur legalen Korruption nur auf dem Antragsformular ankreuzt - oder muss man das womöglich belegen? Haben die sowas wie eine Probezeit, innerhalb derer man seine Unehrlichkeit irgendwie beweisen kann? Kennt sich da jemand aus?

Insgesamt benimmt sich die Spitze der Arbeiterpartei wie zu besten Zeiten des Feudalismus. Aber sicher unterliege ich da nur einem verbreiteten Irrtum: Der Begriff "Ehrlichkeit" steht nämlich gar nicht im Parteiprogramm der SPD.




Die Hompepage der ehrlichen Dagmar Metzger ist derzeit zufällig nicht erreichbar. Wie man in einem Kommentar lesen kann, ist sie Aufsichtsratsmitglied bei HSE, einem hessischen Stromversorger, Tochter der Thüga, und diese dann Tochter der EON - in der wiederum der Herr Clement Aufsichtsrat ist. So schließt sich ein besonders ehrlicher Kreis.


 

06 März 2008

Benny Lava?


Beim geschätzten Herrn svenk wurde der Blogautor neulich mit einem neuen Rezeptionsverfahren konfrontiert. Grundlage ist der Konsum einiger heiliger Drogen (svenk nennt es herzlos "zugekifft") und das daraufhin überraschend eintretende intuitive Fremdsprachenverständnis.

... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ???

Jaja, schon gut! Es geht so: Da sehen sich Leute Musikvideos in einer Sprache an, die ganz bestimmt nicht ihre Muttersprache ist, und die sie auch nicht ansatzweise irgendwo gelernt haben. Sie fühlen sich in die Atmosphäre hinein - also: So richtig hinein - und können plötzlich Wörter und sogar ganze Sätze verstehen. Die schreiben sie als Untertitel unter das Video und veröffentlichen es wieder.

Abgesehen von der bei svenk erwähnten Version der Russischen Nationalhymne mit schwedischen Untertiteln im folgenden ein besonders überzeugendes Beispiel.



Dieses Beispiel hat nur den kleinen Makel, dass es wegen der unterirdischen dramatischen Choreografie auch schon ohne Worte verständlich ist.

Trotzdem: Hingehen!


Auf Youtube kann es einem dabei leicht passieren, dass man ein deja vu hat. Zitat: "I'll eat wasabe on my dude". Gibt's sowas auch in deutsch?

Zen...


... oder die Kunst, ein Weißbier zu trinken.





aus meiner Reihe "Buchtitel die dringend noch geschrieben werden müssen"

05 März 2008

Och, nur so...

 
Jeder Blogger hat die Kommentatoren, die er verdient. Ich zum Beispiel habe gar keine.



... naja, fast...
 

Topographie



... und siehe, so spricht der Herr:
"Denn wer sich erhöht, der wird erniedrigt werden. Und wer sich erniedrigt, der wird erhöht werden. Immerdar. Jawohl."
Bei dem "immerdar" und "jawohl" bin ich mir nicht mehr so ganz sicher, wegen der Genauigkeit des Zitats, und man soll doch immer präzise zitieren. Aber der Rest. Und den würde ich gern noch ein wenig erläutert haben.

Frage jetzt: Wie sind denn da eigentlich so die Tarife? Also: Wie weit muss man sich denn erniedrigen, bis man endlich mal erhöht wird? Reichen zehn Jahre nicht, oder zwanzig? Das ist doch ne ganze Menge, das muss doch was wert sein?

Oder wird das gar nicht in Länge gemessen, zeitlich, sondern mehr in Tiefe? Soziale Tiefe mein ich: Bis wie tief unten muss man sich denn durcharbeiten, bis man dann erhöht wird?

Und wann erfolgt die Belohnung - in der Sprache des Herrn: Die Erhöhung? Weltlich gesprochen: Die Auszahlung? Erfolgt die sofort, oder muss man Kündigungsfristen einhalten? Reicht einmaliges Aufschlagen am Boden der Tatsachen oder muss man sich erst eine geraume Weile in der Scheiße aufhalten? Und: Gilt das automatisch - oder hätte ich das womöglich vorher vereinbaren müssen - am Eingang zu meinem Leben? Ich glaube nämlich, das hab ich verpasst.

Wie "nicht geschäftsfähig zählt nicht als Ausrede"? Was soll das heißen? Wie machen das die anderen, die, die von der Erhöhung schon zu Lebzeiten erwischt werden, und wer weiß, wie das erst im Himmelreich wird? Hatten die einen verantwortlich handelnden Vormund, der ihnen sagte "Ich erniedrige dich jetzt mal zehn Minuten, du bist ja noch jung, du merkst das doch gar nicht, da tut das noch nicht weh, und dann gilt das für dein ganzes restliches Leben"?

Zählt nicht vielleicht doch auch "konkludentes Handeln", also, dass man sich so benimmt, und die anderen wissen dann schon? Müsste doch auch gelten beim Herrn, der wird doch schon auch wissen? Nein? Dann mache ich nicht mit! So!

03 März 2008

Arbeitsmarkt


Radionachrichten
"... macht sich ein Reinigungsprozess in der Statistik bemerkbar: Wer nicht tatsächlich für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, wird nicht mehr als arbeitslos gezählt..."

Das klingt erst mal vernünftig - so lange man nicht drüber nachdenkt. Aber dafür sind wir ja nicht hier. Also, Exegese: Was will uns dieses bedeuten?


Heißt das eher

a.) "... wird nicht mehr gezählt - erhält aber trotzdem Leistungen..." ¹

oder vielleicht doch

b.) "... würde gerne Geld verdienen, aber kann nicht - erhält trotzdem keine Leistungen und wird deshalb nicht gezählt" ²

              ...?

Die älteren unter den real existierenden Mitlesenden können sich vielleicht noch dunkel an den Aufschrei erinnern: "Womöglich steigt die Zahl der Arbeitslosen auf über 1 Million!" Das war Anfang der siebziger Jahre und im alten Westen. Als die Million dann nach jahrelanger Panikmache endlich erreicht war, kümmerte es keinen mehr.

Zwischendurch lag die Zahl der Arbeitslosen im - mittlerweile größer gewordenen Prognosegebiet - bei über 4 Millionen. Aber derzeit verzeichnen wir den ersten langen zusammenhängenden Zeitraum seit dem Krieg, in dem die Zahl der Arbeitslosen zurückzugehen scheint.

Warum das so ist, sehen wir oben.




¹ umgangspr.: über 50
² vulgo: Hausfrau.
 

kostenloser Counter