31 Oktober 2011

Umstellung

Das smarte Fon ist so smart, dass es selbstverständlich auch die Zeitumstellung kennt, also weiß, wann und in welcher Richtung die Uhr von Sommer- auf Winterzeit umgestellt wird. Aber nicht wie.

Jede Uhr und jeder Taschenrechner kann das heute. Gibt es überhaupt noch Taschenrechner? Egal.

Das smarte Fon hielt bei der aktuellen Umstellung die Zeit einfach an: Es blieb um 1:59h stehen. Und dann nochmal um 2:37h. Interessante Lösung.

Boah, aber vom Handy aus kilometerlange Blogeinträge zu schreiben ist das größte!

Verantwortung heute

Ich muss mich jetzt doch mal über dieses wohlfeile Thema aufregen, das wurmt mich einfach zu sehr. Es geht um die 56 Milliarden Euro, die ein paar deutsche Manager verbummelt haben, und wo ihnen erst nach einem Jahr auffiel, dass sie gar nicht weg sind.

Also: Da hat vor einiger Zeit eine Bank pleite gemacht, weil sie sich in ihrer Gier verspekuliert hatte. Der gemeine Bundesbürger sagt dazu "Na und? Lasst sie halt pleite gehen. So ist Marktwirtschaft!"

Aber aus den Reihen mitleidiger Bundespolitiker hieß es, die Bank sei "too big to fail", die dürfe gar nicht pleite gehen, weil dann vielleicht möglicherweise unter Umständen ein paar andere Sachen vorübergehend nicht so reibungslos funktionieren könnten. Das war Grund genug. Vielleicht ging es ja auch um die vielen Arbeitsplätze der armen gierigen Banker. Deshalb wurde die Bank mit den sinnlosen Milliardenschulden aus Spekulationsverlusten vom Staat übernommen. Hieß schon damals: Der Bundesbürger zahlt für die Schulden der privat organisierten Bank.

Ich würde mir ja mal wünschen, dass der Staat auch einfach eine funktionierende Bank übernimmt, einfach so, eine ohne Schulden, die Gewinn macht. Beispielsweise die Deutsche Bank. Warum nicht? Das entspricht doch dieser Logik, oder? Aber das passiert nie.

Nun erfährt man, dass die nicht mehr ganz insolvente Bank das gewinnbringende Geschäft behalten durfte, und nur die Verluste nominell in ein anderes Buch geschrieben wurden. So geht das. Die Verwaltung der Bücher mit den Verlusten hat man allerdings der Einfachheit halber gleich denen überlassen, die sie verursacht haben. "Es ist ja heutzutage soooo schwer, gutes Personal zu finden!" Jedenfalls solches, das halbwegs bei Trost ist, eigenständig denkt und dennoch bereit ist, sich mit so einer abenteuerlichen Konstruktion wie der BadBank zu beschäftigen. Fand man ja auch nicht. Deshalb hat man die genommen, die man schon hatte, die nachweislichen Versager.

Nun stellt sich heraus, dass diese Leute Plus und Minus nicht auseinander halten können. Es stellt sich außerdem heraus, dass auch ihre Prüfer das nicht können. Und die zwei Instanzen Aufseher der Prüfer. Niemand.

Und dass ihnen die Anzahl der Nullen hinter einer fünf und einer sechs auch nichts sagt. "Nö, wieso? Eine Null, das ist doch - nichts?" In diesem Fall handelte es sich um eine Reihe von neun Nullen, ohne Komma.

Von der einen Instanz weiß man, dass sie immerhin pro Person ein Gehalt von 61.000€ im Monat abgerechnet hat. Vorstände. Für weniger hätte man so jemanden in Deutschland auch gar nicht gefunden. Das lernt man nämlich in der Schule.

Damit kommen wir zur Verantwortung:
Auf was für eine Schule sind diese Leute gegangen? Mit Harald Martenstein fordere ich, dass die Namen der Schulen veröffentlicht werden, die all diesen ahnungslosen Strategen einen Abschluss gegeben haben.¹

Ich fordere außerdem, dass die Namen der Universitäten veröffentlicht werden, die diesen Leuten einen Abschluss gegeben haben.

Und falls einer von denen promoviert sein sollte, fordere ich die Veröffentlichung der Namen der Doktorväter! Man muss doch unsere Kinder vor solchen Bildungsinstituten schützen!

Und noch etwas weiter zur Verantwortung:
In Deutschland wird derzeit nur noch dann verantwortlich gehandelt, wenn ein Fehler Geld kostet, also: Eigenes Geld. Wer in einer Bank oder im Vorstand eines großen Unternehmens fremde Milliarden in den Sand setzt, wird derzeit nur ein wenig getadelt und kündigt dann schlimmstenfalls, weil er das böse böse Betriebsklima nicht mehr erträgt. Anschließend geht er zum nächsten Unternehmen und irgendjemand gibt ihm dort eine ganz ähnlich gelagerte Stelle, nur mit höherem Einkommen.

Ich fordere, dass die Brüder, die die 56 Milliarden verlegt haben, dafür bluten. Na gut, nicht bluten - aber sie sollen zahlen, für den Schaden, jeder, der daran beteiligt war. Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, dafür zahlt man in unseren Breiten. Wahrscheinlich deshalb behaupten mehrere von ihnen vorsorglich schon, es sei doch nur ein Buchungsfehler gewesen, sonst nichts ... klitzekleiner Buchungsfehler...

... der aber auf die Schuldenlast des Staates angerechnet wurde. Heißt: Der Staat hat dafür Schulden aufgenommen und Zinsen gezahlt. Diese Leute sollen nur die Zinsen zurückzahlen und dann können wir die Sache vergessen. Ganz einfach, so regelt man das unter Erwachsenen.

Kann ja auch nicht viel sein, war ja nur ein Buchungsfehler, nicht war? So ein Buchungsfehler, der kann ja gar nicht viel kosten. Peanuts, wie ein großer deutscher Politiker einmal formulierte. Ach, der ist gar kein deutscher Politiker? Na, egal.

Also, was haben wir denn da? 56 Milliarden, für, sagen wir mal grob, ein Jahr. Und der Staat leiht sich Geld für, nur mal angenommen, günstige drei Prozent. Das macht, das macht, kann ja nicht so viel sein, das macht, aha: 1.680.000.000,-€. In Worten: eine Milliarde sechshundertachtzig Millionen Euro.

Naja, ist ja tatsächlich nicht so viel, wie ich schon sagte. Das werden all die hochqualifizierten Finanz-Spitzenkräfte aus dem Ärmel schütteln. Die sind doch auch gar nicht alleine, da waren ja ein paar Dutzend Leute dran beteiligt. Wenn man das auf die Schultern aller verteilt, ganz solidarisch, dann ist das gar nicht mehr so viel. Wird ihnen jeder Bankkaufmann bestätigen.




¹ und ich möchte wetten, Salem taucht in der Liste mindestens einmal auf

30 Oktober 2011

Volksmusik

Woah, die hier sind cool: HMBC

Wahrscheinlich bin ich nur wieder der letzte, der von denen hört. Das Video ist auch schon wieder zwei Jahre alt, von 2009. Trotzdem! Mann sind die cool! Nie wieder werde ich über Volksmusik lästern! ... oder jedenfalls nur ganz wenig.

29 Oktober 2011

Janin

Hier wird die Frage behandelt, ob reißerische Werbung mit pornösen Andeutungen als Kaufanreiz wirklich funktioniert. Nun kann man einwenden, dass Pornografie generell trostlos ist und auch gar nicht in der Lage, das vermeintliche Versprechen zu halten. Und wieso überhaupt Pornografie?

Im Gegenzug wird hier die bekannte Beobachtung zitiert, dass im Geschäft in der Regel nur Sachen gemacht werden, die auch funktionieren.

(nein, ich meine das reguläre Geschäft, wo der, der etwas verbockt, nicht nur ein wenig Schimpfe kriegt, sondern auch sein Vermögen, seine Lebensqualität und in Folge zuweilen sogar seine Familie einbüßt. Also nicht das Management von Banken oder Aktiengesellschaften und selbstverständlich nicht die Politik).

Aus der Tatsache, dass immer wieder solche Post wie die folgende eintrifft, kann man eigentlich nur schlussfolgern, dass solche Werbung funktioniert.

Schon die Überschrift ist ein Schmankerl für sich. Ich zieh Tiere:

Die Janin L. moechte es so lange sie will


Achtung, Hatten Sie schon ein mal Furcht bekommen beim Voegeln keine Errektion zu
bekommen?

Moechten Sie Ihr Maedchen wieder richtig rattig werden lassen?

Nunmehr kriegen Sie die Maennerprodukte fuer Standvermoegen von der
genialen WwW Apothehke, stets diskret ohne Rezept.


Mehrere Hunderte Gentlemann shoppen nur hier wegen diesen
logischem Argument:
Die Erhoehung der P-otenz und die extrem guten Feedbacks im Bett.

Jetzt gleich selber ordern:

http://www.viagra-apotheke
 
Ruhig nochmal lesen und langsam einwirken lassen.

Das ist furchtbar in Logik, Rechtschreibung, Argumentation, Grammatik, Wortwahl und allein schon der Schriftsatz treibt einem Tränen in die Augen. Das ist in allem so furchtbar, dass es nicht einmal dem Großen Bloguator gelingt, es noch durch den Kakao zu ziehen.

Beunruhigend ist eigentlich auch nur der Gedankengang, dass es gemacht wird, dass es deshalb wahrscheinlich funktioniert und dass es daher irgendwo auf der Welt genügend Kundschaft geben muss, die sich von so debilen Mitteln dennoch nicht abschrecken lässt. Wie furchtbar!
 

27 Oktober 2011

Erscheinung

Der Große Bloguator™ hat seit kurzem eine Erscheinung. Genau genommen kämpft er mit einer ebenso unwünschenswerten wie aber auch seltsamen und interessanten Absonderlichkeit: In der Wohnung geht häufiger das Telefon nicht. Schnurlos, kabellos, drahtlos und leider auch ohne Kontakt.

Ja, genau, das smarte Fon aus dem Beitrag von neulich. Man kann dann auch keine SMSe versenden oder empfangen. "Kein Netz gefunden." Aber sehr wohl funktioniert zu diesem Zeitpunkt der Internetzugang des Geräts - welcher das selbe Funknetz benutzt.

Außerhalb vom Haus funktioniert alles. Der Fehler tritt unregelmäßig auf und ist selbstverständlich nicht reproduzierbar.

? Fragezeichen ?

Oder stelle ich mir das alles nur wieder zu einfach vor?

26 Oktober 2011

Später

Monate später finde ich auf der Kamera bisweilen Fotos wieder. Seltsame Bilder bei denen ich mir beim besten Willen nicht mehr erklären kann, welcher Dämon mich wohl geritten hat, genau diese Aufnahme zu machen:




24 Oktober 2011

Gardening

Der Herr Frischerfischvonvorgestern vermag in allem immer das Gute zu erkennen, sogar auch in den Menschen. Diese tröstliche Fähigkeit fehlt dem Großen Bloguator™ weitgehend. Obwohl ihm an ein wenig Unordnung im Stadtbild sehr gelegen ist, fällt ihm zu dem abgebildeten Arrangement nur ein:
Spüre die Sehnsucht!


21 Oktober 2011

BIORN

Dies ist die Saga vom heldenhaften Wikinger Biorn, der gewillt ist, im ruhmreichen Kampf zu fallen, damit er in den Wikingerhimmel Walhall kommt und nicht im sterbenslangweiligen Hellheim auf das Ende der Ewigkeit warten muss:



19 Oktober 2011

Bizarr

Das hier ist sowas von bizarr:

Finde ich. Kann man vielleicht ja auch anderer Meinung drüber sein.

18 Oktober 2011

Drugs & Rock'n'Roll

Bei der Glaserei stolperte ich neulich über ein lange nicht mehr gehörtes Stück. Es handelte sich um Hocus Pocus von Focus. Ja, wirklich, so heißt das, die haben das so genannt, ich hab da nichts dazu gedichtet! Eeeeeehrlich!

Der Herr Glaser brachte es mit Drogengebrauch in Zusammenhang, aber nach Auffassung des Großen Bloguators™ sind die Herren da im Bild einfach naturstoned. Die müssen wahrscheinlich gar nichts nehmen, um drauf zu kommen:



Wer allerdings wirklich unter Drogen gestanden haben muss ist der Regisseur dieses bewegten Bilder-Zeugnisses:

17 Oktober 2011

Smarte Fone

Seit einiger Zeit besitzt der Große Bloguator™ ein Smartphone. Nein, nicht von der Sekte zum schimmligen Obst der gerade ihr Hohepriester abhanden gekommen ist. Das wäre nun wirklich zu peinlich. Aber ein Smartphone.

Als erwachsener Mensch ist man im allgemeinen in der Lage, sinnvolles Spielzeug als solches zu identifizieren... nein, ich korrigiere, sind die meisten Erwachsenen natürlich nicht ... jedenfalls auch nicht mehr als Kinder: Sie kaufen Autos, Computer, HiFi-Anlagen, ganz zu schweigen von dem Schrott, den einem die vielen Baumärkte so andrehen.

Weil die Welt mehrere Millionen Jahre ohne smarte Fone fortbestehen konnte gibt es außer mir noch andere Menschen, die eine solche Investition irgendwie unnötig finden. Die entgegengesetzte Fraktion der kritiklosen Technikfreunde kann sich schon gar nicht erklären, wie sich intelligentes Leben auf einem Planeten entwickeln konnte ohne dass dabei Smartfone im Spiel waren.

Jetzt habe ich auch eins, seit ein paar Monaten. Hab ich gekauft weils billig war und das alte Telefon kaputt. Und allmählich verliere ich den Verstand - Begeisterung ist irgendwie nicht der richtige Begriff dafür. Das Ding kann genau ALLES: Telefonieren - Fotografieren - Navigieren - Terminieren - Sortieren - Diktieren - Notieren - Informieren - Transformieren - Nivellieren - ALLES!


Vielleicht ist meine Begeisterung nur deshalb so groß, weil man für jede dieser Tätigkeiten bisher ein eigenes Gerät benötigte. Nein, genau genommen zwei: Erst kaufte man eins, das die jeweilige Fähigkeit haben sollte, nach kürzester Zeit war man klüger, und dann kaufte man eins, das die versprochene Tätigkeit auch wirklich annähernd konnte. Jedes dieser Teile bewegte sich etwa im Kostenrahmen des Smartphones. Dafür war es deutlich größer.

Nun war die geschätzte Autorin eines Nachbarblogs kürzlich einmal über Menschen mit Handysocke erstaunt. Aus meinem früheren Leben ohne Smartphone erinnere ich mich ebenfalls dunkel an derartige Gedankengänge:  
"Die Handysocke ist die gestrickte Klorollenverkleidung auf der Hutablage eines Autos. Nur für Leute, die sich kein Auto leisten können".
Ja, so dachte ich damals, und dieser Gedankengang ist bis heute vermutlich durchaus zutreffend. Aber ich denke irgendwie gar nicht mehr so. Ich brauche nämlich auch eine Handysocke.

Verdammt!

Es verhält sich so, dass mein Telefon das Display einschaltet, sobald man die Tastatur aufschiebt (ja, so ein Tastatur-Aufschiebling...). Dann muss man mit den Fingern auf dem Display noch ein kompliziertes Ballett tanzen und irgendwann später sind alle Funktionen zugänglich. Dazu gehören auch Telefon und sämtliche kostenpflichtigen Dienste.

Das Aufschieben und das Ballett gelingt mir in der Hosentasche interessanter Weise jeden Tag, beim Radfahren, bei Konzerten, an der Bushaltestelle, im Supermarkt an der Kasse, überall wo man einige Zeit mit den Händen in der Tasche herumsteht oder sich dynamisch bewegt. Ich habe aus der Hosentasche heraus bereits überaus kryptische SMSe verschickt¹, Leute angerufen und selbstverständlich auch fotografiert. Das Bild oben ist die Nahaufnahme meiner Hosentasche von innen.

Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass ich bisher keine kostenpflichtigen Apps bestellt oder ranzige Boote bei Ebay ersteigert habe. Jetzt hab ich einen primitiven Gummi um das Hightech-Telefon gebunden, damit es sich nicht dauernd aufschiebt. Primitiv.

Ich brauch eine Handysocke!



¹ W.qpfwtq:) e:) :) z:) utsprpk :) :) yvwbq3a

12 Oktober 2011

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (8)


„Aber in der Aufzeichnung sieht man sie Fleisch essen! Hören sie doch erst einmal zu! Möglicherweise denkt der Schleimpilz selbst gar nicht. Aber irgendetwas in ihm spürt die Bedrohung. Das ist seine Selbstverteidigung. Dann spiegelt er ihr Bewusstsein. Und das Unbewusste gleich mit.“

„Was?“

„Er macht mit ihnen das, was sie tun würden, wenn jemand sie grundlos bedroht: Er bestraft sie.“

„Was?“

„Er steuert sie nicht nur fern, weg vom Hanffeld und dem Flammenwerfer - er lässt sie Fleisch essen. Das abwegigste, was ihnen einfallen würde, genau deshalb.“

„Warum sollte er das tun? Meinen sie wirklich, dass so ein großer Amöbenhaufen dermaßen intelligent ist?“

„Wie intelligent?“

„Dass er uns hypnotisieren und fernsteuern kann, uns, die am höchsten entwickelten Lebewesen zwischen hier und unserem Sonnensystem.“

„Glauben sie das wirklich?“

„Nein.“

„Aber nein doch: Eben nicht. Dafür braucht er kein Gehirn.“

„Meinen sie?“

„Irgend etwas entsprechendes kann er doch in ihrem Kopf gefunden und in Gang gesetzt haben: Rache, Vergeltung, Niedertracht. In seiner Bosheit würde ihnen das sehr ähnlich sehen.“

„Doc!“

„Etwa nicht? Einfach nur ein Spiegel. Möglicherweise. Obwohl ... wer weiß ... seien sie froh, dass sie sich nicht selbst verstümmeln mussten oder sich anzünden oder irgend so etwas. Der Schleimpilz nimmt wahrscheinlich, was er in ihrem Kopf findet. Vielleicht sind sie doch friedfertiger als ich ihnen zutraue, Käptn.“

„Ich bringe ihn um, ihren Schleimpilz!“

„Käptn, wirklich, an ihrer Stelle wäre ich damit jetzt noch etwas vorsichtiger...“


11 Oktober 2011

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (7)


„Ich ... ich ... ich kann das nicht sein ... das widerspricht allem, was mir heilig ist ... ich esse kein Fleisch ... ich kann mich daran nicht erinnern ...“

„Aha. Tja. Na dann ... hat das hier wahrscheinlich gar nicht stattgefunden. Ihre Erinnerung ist sicher präziser als die ganze Technik. Unsere Kamera halluziniert."

"Und wenn doch? Nur mal angenommen ...?"

" ... ... eine Erklärung hätte ich dann vielleicht noch.“


„Welche?“

„Sie wird ihnen nicht gefallen.“

„Welche?!?“

„Sie wird ihnen ganz bestimmt nicht gefallen.“

„Welche? Reden sie!“

„Der Schleimpilz liest sicher nicht nur meine Gedanken...“

„Aber er stellt immer nur ihre Gedanken pantomimisch dar. Meine nicht.“

„Vielleicht gefallen ihm meine Gedanken einfach besser.“

„Meinetwegen. Zum Glück.“

„Aber nichts spricht dagegen, dass er auch ihre Gedanken liest, oder die vom Ingenieur.“

„Selbst wenn - was sollte das schon ändern?“

„Was, wenn er ihre Gedanken nicht nur lesen kann?“

„Was sollte er noch können? Damit jonglieren? Sie auf seiner Webseite veröffentlichen?“

„Was, wenn er ihre Gedanken beeinflussen kann?“

„Quatsch! Das Vieh hat nicht mal ein Gehirn!“

"Vieh ist nicht der zutreffende Begriff."

"So? Wie nennen sie das Vieh denn? Harald?"

„Aber sie bestreiten nicht, dass er telepathisch begabt ist.“

„Nein.“

„Er materialisiert Bilder, die er in meinem Kopf findet. Daher frage ich mich, ob er in ihrem Kopf einfach nicht viel findet...“

„Werden sie nicht persönlich, Doc!“

„... wenn er sich nun bedroht fühlt, weil sie mit dem Flammenwerfer kommen...“

„Richtig, gut dass sie mich erinnern, ich wollte das noch zu Ende bringen.“

„Da wäre ich vorsichtig! Wenn er sich nun bedroht fühlt, könnte er sie als Gegenmaßnahme vielleicht ... hypnotisiert ... haben?“

„Quatsch! Doc, wenn sie solche Sachen sagen muss ich sie leider wieder zur Annihilation vorschlagen!“

10 Oktober 2011

Hoi!

In der Glaserei bin ich grade auf diesen schon etwas älteren Beitrag gestoßen. Mir gefällt die ganze Animation und der tiefe Humor, der da drin steckt. Und ganz abgesehen davon singt die Frau auch sehr schönen eigenständigen japanischen Jazz:



Von Shizuko Kasagi hatte ich noch nie zuvor gehört. Welch ein Verlust!

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (6)


„Gut, dann zurück zur Kamera.“

„Ach ja, die Kamera am Feld.“

„Sehen sie, sie bauen den Grill auf: Ein Steinring, die Holzkohle, der Grillrost ... sie sind seltsam, Käptn: Ich soll ihnen noch glauben, dass sie Vegetarier sind?“

„Aber wenn ichs doch sage! Und da sehen sie auch den Flammenwerfer: Den habe ich zum Grillanzünden mitgenommen?“

„Sie haben zuerst den Flammenwerfer hingetragen und dann den Gill geholt!“

„Ja, ich vergesse schon mal was.“

„Aber man nimmt das wichtigste doch zuerst, nicht? Den Grill und das Fleisch. Und wenn die Hozkohle nicht anspringen will, dann holt man neue Streichhölzer. Und wenn die nicht genügen, dann holt man unter Umständen den Flammenwerfer.“

„Das ist kein Beweis für irgendetwas. Ich wusste eben gleich, dass es so einfach nicht geht. Das weiß man doch beim Grillen sowieso immer schon vorher.“

„Sehen sie Käptn: Da packen sie da Grillfleisch aus und legen es auf den Grill. Das ist wohl noch gefroren - das sollten sie erst auftauen lassen.“

„Das bin nicht ich! Ich fasse doch kein rohes Fleisch an! Wofür Tiere gestorben sind!“

„Wer sollte das sonst sein? Ich bins nicht, der Ingenieur ist es nicht und der Schleimpilz ist da hinten im Bild. Das sind sie, Käptn, und sie grillen da Fleisch.“

„Nein!“

„Seltsam apathisch sehen sie da aus, das ist schon mehr als entspannt, glasiger Blick überschreitet den Zustand normaler Entspannung deutlich.“

„Ich bin das auch gar nicht! Das ist eine Halluzination!“

„Die Kamera hat keine Halluzinationen.“

„Dann ist es eine Fälschung!“

„Ja sicher. Der Ingenieur, der sich für Menschen überhaupt nicht interessiert, hat das sicher ihnen zuliebe gefälscht.“

„Sie!“

„Na sicher, ich habe das ihnen zuliebe gefälscht, sicher doch!“

„Wer denn sonst!“

„Sehen sie: Und da essen sie das Fleisch!“

„Ich bin das nicht! So hören sie doch! I-c-h! B-i-n! V-e-g-e-t-a-r-i-e-r!“

„Sehr gesittet essen sie da. Zu Hause bei Mami haben sie bestimmt auch immer so ordentlich am Tisch gesessen. Seltsam, von dem Besteck sagt die Inventarliste gar nichts.“

„Dann habe ich vielleicht vergessen, es aufzunehmen.“

„Und was haben sie noch alles vergessen?“

„Fangen sie nicht wieder damit an! Jedenfalls esse ich kein Fleisch!“

„Tun sie doch! Sehen sie doch selbst! Das sind eindeutig sie! Apathisch und gierig! So sieht das aus, wenn man sich jahrelang etwas vorenthält.“

„Ich enthalte mir nichts vor! Mir fehlt nichts! Ich will überhaupt kein Fleisch essen! Ich bin gesund! Es geht mir gut! Fleisch ist widerlich!“

„Das sieht mir auf dem Film aber anders aus. Zwei riesige Pakete Schaschlik verschlingen sie da. Und in Rekordzeit! Kein Wunder, dass sie heute ein Völlegefühl plagt. Bei der Menge würde es mir auch schlecht gehen.“


09 Oktober 2011

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (5)


„Ich werde doch nicht mit dem Flammenwerfer auf das Hanffeld gezielt haben?“

„Jedenfalls gehen sie in die Schneise damit.“

„Und jetzt? Was mache ich da? Können sie das erkennen?“

„Stehenbleiben. Man nennt es stehenbleiben.“

„Ja, aber - wieso? Ich wollte doch dem Schleimpilz das Licht ausmachen.“

„Plötzliche Einsicht?“

„Unwahrscheinlich.“

„Finde ich auch. Sie bleiben da ziemlich lange stehen, finde ich. Und stehen da herum und tun gar nichts. Sie starren nur den Schleimpilz an. Jetzt sehen sie ganz entspannt aus. Ihre Körperspannung ändert sich."

"Was meinen sie damit?"

"Sie haben immer diesen forschen Schritt, sportlich. Und diese aufrechte Haltung. Die geht hier plötzlich weg, sehen sie? Da sinken ihre Schultern, sie stehen irgendwie schluffig. Kein Muskeltonus. Und da kehren sie um. Aha. Sie kehren also wieder um. Da legen sie den Flammenwerfer-Rucksack ab. Und da gehen sie aus dem Bild. Dann passiert erst mal nichts. Sind sie womöglich unterwegs irgendwo auf ein Bier eingekehrt?"

"Nein."

"Haben sie endlich eine Lasterhöhle auf diesem unterentwickelten Planeten gefunden? Was sagt denn das Ortungssystem? Gibt es da eine Aufzeichnung wo die Spelunke liegt?“


„Zurück zum Schiff. Ich bin wohl zurück zum Schiff gegangen. Seltsam dass ich mich an nichts davon erinnere.“

„So, und im Schiff? Was passiert da?“

„Das Logbuch sagt: Lagertür auf. Ich bin wohl noch einmal ins Lager zurück gegangen.“

„Wahrscheinlich hatten sie die Streichhölzer für den Flammenwerfer vergessen.“

„Der hat einen Piezo-Zünder!“

„Also keine Streichhölzer. Was denn dann?“

„Das Inventarsystem sagt: Holzkohle, Grillrost, Tiefkühlfleisch.“

„Tiefkühlfleisch? Haben sie mich angelogen? Vor mir behaupten sie immer, dass sie Vegetarier sind.“

„Bin ich auch! Das muss der Ingenieur gewesen sein, zufällig zur selben Zeit, nur durch die andere Tür. Oder sie! Sie machen mir doch nichts vor, oder?“

„Wie käme ich dazu?“

„Einfache Bosheit? Na gut, zurück zum Inventarsystem: Weiter fehlt nichts. Doch, da, zehn Minuten später wird noch eine Flasche Grillsoße entnommen.“

„Hoho, sie und Grillsoße aus der Flasche! Hoho! Unser Feinschmecker nimmt Grillsoße aus der Flasche!“

„Die ist nicht für mich! Was soll ich damit? Ich esse schon kein Fleisch. Und ich würde unter Garantie keine Grillsoße aus der Flasche trinken!“

„Na, vielleicht wird auch noch ein Glas entnommen? Was sagt das System?“

„Nichts. Weiter ist hier gestern nichts passiert.“

„Dann sehen wir mal im Ortungssystem, ob sie mit dem Zeug wirklich in die Küche gegangen sind.“

„Ich esse kein Fleisch! Keine toten Tiere! ... und auch keine lebendigen, falls sie gerade zu dieser besonders naheliegenden Pointe ansetzen wollen! Ich bin damit auch nicht in die Küche gegangen, sondern wieder zum Hanffeld. Wahrscheinlich sollte das ein Köder werden. Ich kann mich zwar nicht erinnern, aber ein Köder wäre eine logische Erklärung.“

„Wofür?“

„Ein Köder für den Schleimpilz, logisch! Um Ihn aus dem Hanffeld zu locken!“

„Käptn, sie wissen doch überhaupt nicht, was der frisst ... ach was, der frisst gar nicht! ... also, wovon der sich ernährt.“

„Von meinem Hanf!“

„Und dann ködern sie ihn mit Steaks?“

„Das Inventarsystem sagt 'Schaschlik'.“

„...und dann ködern sie ihn mit Fleisch?“

„Ja. Hm. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern.“

„Gut, dann zurück zur Kamera.“

„Ach ja, die Kamera am Feld.“

Gipfel

Das hier ist so poetisch ... so! Das ist der Gipfel der Poesie. Gewissermaßen der unbestreitbare unzweifelhafte zertifizierte poetische Hammer!

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Ob man es sieht, ich nicht weiß¹: Es handelt sich um Eis.
Um menschenförmige Eiswürfel, die langsam vergehen, wenn sie in freier Natur ausgesetzt werden.

Hab ich von Flickr, Foto von Christopher Jonassen: Nele Azevedo for Article 10 - biennale for electronic and unstable art, Stavanger




¹ "Grammatik gelernt bei Yoda du hast..."

08 Oktober 2011

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft


Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (4)


„Gut, Doc, können wir jetzt wieder zum Logbuch zurück kommen?“

„Das Logbuch?“

„...und die Inventarliste, ja. Wir wollten wissen, was ich gestern getan habe.“

„Was sagt das Inventar? Ich sehe hier, dass sie den Flammenwerfer entnommen haben, Käptn. Was wollten sie denn damit?“

„Den Flammenwerfer? Was soll ich mit dem Flammenwerfer? Ich habe keine Ahnung!“

„Wollten sie ihr ganzes Hanffeld auf einmal rösten?“

„Sicher nicht.“

„Oder das was noch davon übrig ist.“

„Wieso?“

„Sie erinnern sich nicht? Der Schleimpilz fräste eine Schneise in ihren Hanf.“

„Ich bringe ihn um, ihren Schleimpilz!“

„Ah, sie erinnern sich also doch. Gut, und was haben sie mit dem Flammenwerfer gemacht?“

„Das können wir mit dem Ortungssystem des Telefons verfolgen. Aber ich sehe nichts außer dem direkten Weg vom Schiff zum Hanffeld.“

„Sie wollten also tatsächlich den Schleimpilz umbringen?“

„Gut möglich!“

„Ich weiß nicht, ob ich diese Idee nun wirklich besonders pragmatisch finden soll, oder noch viel dämlicher als die mit dem automatischen Inventarsystem.“

„Ich habe sie nicht gefragt, Doc!“

„Ich weiß. Wenn es nichts anderes zu sehen gibt können wir ja jetzt zu der Kamera am Hanffeld umschalten. Und da sind sie auch schon!“

„So sehe ich aus?“

„Außer ihnen und mir sind hier ja nicht so viele. Wie der Ingenieur aussieht, werden sie wohl noch wissen. Meine Güte, sie bewegen sich wie der Held in einem dieser billigen historischen Westernfilme. Besonders billig. Wo die Männer alle so ein Männchensyndrom zu haben scheinen und stumpf und breitbeinig durch die Gegend stolzieren. Nur haben sie in den echten historischen Western selten einen Flammenwerfer dabei. ... und da ist ja auch der Schleimpilz! Mitten im Hanffeld.“

„Ich werde doch nicht mit dem Flammenwerfer auf das Hanffeld gezielt haben?“

„Jedenfalls gehen sie in die Schneise damit.“

Americas Cup 2011 (6)

Der aktuelle Americas Cup 2011 (offiziell heißt er ja 2013), bringt ein paar neue Regeln mit sich. Hier eine Auswahl der Neuerungen im Vergleich zum letzten Event.

1. Ganz neue Kurse. Nach dem Start geht es auf einem Reach-Gang bis zur ersten Tonne, dort auf einen Vorwindkurs, ein paarmal nach Luv und Lee und dann nach einem letzten Downwind um die Tonne auf einem Reach-Gang zurück zur Zielline, die mit der Startlinie nahezu identisch ist. Es gitb aber auch immer wieder einmal neue Kurse.

2. Es wird so etwa Halbwinds gestartet. Das hat zur Folge, dass sich bereits an der ersten Tonne nach wenigen hundert Metern das Feld weit genug entzerrt hat, dass jeder seinen eigenen taktischen Plan verfolgen kann. Zumindest im Fleet-Race.

3. Es gibt eine Grenze des Kurses, über die nicht hinausgesegelt werden darf. Wer es dennoch tut, bekommt einen Penalty. Die Grenze ist mit rot eingefärbtem Wasser markiert.

Nee, Quatsch, natürlich nicht, das sieht nur auf der inzwischen verfügbaren Videotechnik so täuschend echt aus. Die Boote haben irgendwelche Anzeigegeräte mit GPS an Bord, die ihnen ansagen, dass die Grenze in der Nähe ist. Ab diesem Moment - 3 Bootslängen vor der Grenze - haben sie auch das Recht zum Wenden gegenüber einem Boot, das eigentlich Wegerecht hat. So eine Art abgewandeltes "Raum Land". Im letzten Rennen ist es passiert, dass bei einer Bö ein Boot an der Luvtonne nicht abfallen konnte - sonst wäre es mit Druck in eine Welle gebrettert und gekentert. Also ist die taktische Option, über die Grenze hinaus weiter zu fahren und lieber einen Penalty zu kassieren. Besser als Kentern.

4. Wer zuerst an der Luvtonne ist hat Vorfahrt, egal von welcher Seite er den Wind hat. Es gilt das Erreichen des 3-Bootslängen-Kreises der Tonnen. Dasselbe gilt anscheinend auch an den Lee-Marken. Im richtigen Leben ist das ja anders.

5. Penalties werden so abgearbeitet, dass das Boot langsamer fährt, und zwar so, dass es zwei Bootslängen verliert. Die Schiedsrichter geben dann ein Signal der Aufhebung. Ich hab noch nicht raus, ob sie es nur optisch kontrollieren oder ebenfalls per GPS.

Die neuen Regeln dienen anscheinend auch dazu, die Segelei für Nichtsegler leichter erklärbar und verständlich zu machen. Die Publikumswirksamkeit ist ein wichtiger Aspekt beim gegenwärtigen Cup.

07 Oktober 2011

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft



Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (3)



„Auf dem Film vom Hanffeld ist vorläufig nichts zu sehen, Käptn. Das automatische Logbuch sagt, sie haben die Tür zum Laderaum geöffnet. Warum sehe ich nichts? Wo ist das Bild vom Laderaum?"

"Da haben wir zur Zeit keine Kamera, die steht ja am Hanffeld."

"Aha? So ... aha ..."

"Wer braucht schon Bilder vom Laderaum?"

"Wir, beispielsweise? Jetzt?"

"Äh, ja. Aber das lässt sich rekonstruieren!"

"So? Wie?"

"Wir haben doch die automatische Inventarliste vom Lager, auf der sieht man den Stand der Vorräte, ob etwas entnommen wird."

"Aha. Stimmt. Na gut. Und die automatische Inventarliste vom Lager ... Moment ... etwas vorspulen ... da ... da hat seit Monaten niemand mehr hinein gesehen?“

„Na und? Dafür ist es ja automatisch.“

„Aber wenn uns plötzlich etwas fehlt?“

„Das ist auch automatisch.“

„Automatisch automatisch?“

„Die Bestandskontrolle meldet sich von selbst. Auf der Erde würde der Kühlschrank direkt im Supermarkt anrufen und Bier und Chips bestellen. Hier meldet sich die Bestandskontrolle bei mir. So lange sie sich nicht meldet sehe ich nur selten rein.“

„Ist das schon immer so?“

„Eine ganze Weile. Es wird permanent der Bestand von Soll und Ist verglichen. Habe ich programmiert.“

„Die Soll-Stückzahlen auch?“

„Ja, klar.“

„So, und wenn etwas fehlt, das sie nicht vermissen?“

„Was soll denn das sein?“

„... sondern etwas, das beispielsweise ich vermisse? Nur einmal so als Beispiel?“

„Ach, sie meinen Pornos?“

„Ich meine Verbandszeug, beispielsweise! Haben sie das auch programmiert?“

„Verbandszeug schon.“

„Und Pornos?“

„Auch. Ich weiß ja, was sie vermissen.“

„Wissen sie nicht. Aber egal. Und OP-Besteck?“

„Seit wann brauchen sie OP-Besteck?“

„Ganz selten.“

„Dann ist ja bestimmt noch welches da.“

„Und wenn nicht? Haben sie das programmiert?“

„Nein.“

„Sind sie verrückt? Sie können doch nicht so ein System einrichten ohne es der Besatzung mitzuteilen!“

„Kann ich schon.“

„ABER DANN FUNKTIONIERT ES NICHT!“

„... unter Umständen ...“

„UNTER UMSTÄNDEN FUNKTIONIERT ES DANN NICHT! JA-WOHL!“

„Wir haben ja noch den 3D-Erzeuger, der baut uns das neu...“

„Aber das dauert Stunden! Und sie müssen erst mit dem Ingenieur verhandeln, ob er ihnen die Energie dafür gibt! ... oder ob er sie lieber für eines seiner ultra-bescheuerten dumpfen Ballerspiele verschwendet...“

„Er spielt Rollenspiele...“

„KÄPTN! SO SIEHT KEINE VERANTWORTUNGSVOLLE SCHIFFSFÜHRUNG AUS!“

„Na gut, ich werde drüber nachdenken.“

„TUN! SIE! DAS!“

„Gut, Doc, können wir jetzt wieder zum Logbuch zurück kommen?“

„Das Logbuch?“

„...und die Inventarliste, ja. Wir wollten wissen, was ich gestern getan habe.“


06 Oktober 2011

Überraschung!

Gestern habe ich eine neue Pfanne ausgepackt.

Da war ein Aufkleber auf der Anti-Haft-Beschichtung.

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft



Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (2)


Wir waren beim Käptn des Raumschiffs stehen geblieben, der vom Doc auf einer Wiese liegend angetroffen wird, mit lückenhafter Erinnerung und dem zweifelhaften Ruf des heimlichen Trinkers.

"Sehen sie hier irgendwo Flaschen, Doc?“

„Nein. Seltsam. Haben sie hier noch etwas zu tun?“

„Ich? Nein. Was soll ich hier? Ich weiß ja nicht mal, wie ich hierher gekommen bin.“

„Na gut, sammeln wir das ganze Zeug ein und gehen zurück zum Raumschiff.“

„Aber langsam, Doc, irgendwas ist mit meinem Bauch. Ich bin total vollgestopft.“

„Sagen sie, haben sie noch ihre Kamera hier draußen, mit der sie das Hanffeld bewacht haben?“

„Ja, die steht da hinten.“

„Und läuft sie noch?“

„Kann schon sein, ich hab sie nicht ausgeschaltet.“

„Sehr vorausschauend - man kann nie genug Information haben."

„Um ehrlich zu sein: Ich habe es wohl nur vergessen.“

„Sie vergessen eine Menge in letzter Zeit, Käptn.“

„Nichts Wichtiges! Unwichtige Dinge vergisst man eben, es kommt nicht drauf an, wir haben ja genug Speicherplatz. Zeichne ich eben ein wenig Natur auf.“

„Na gut, zeigen sie doch mal die Aufnahme.“

„Wie weit soll ich zurück spulen? Hm, wie lange war ich denn weg?“

„Weiß ich nicht, ich habe sie erst vor zwei Stunden vermisst.“

„Oh, das Logbuch vom Schiff sagt: Achtundzwanzig Stunden! Das heißt, sie haben mich sechsundzwanzig Stunden lang nicht vermisst? Sind sie wahnsinnig? Da hätte sonstwas passieren können!“

„Käptn! Ich habe noch andere Aufgaben, und die meisten davon sind wichtiger als die, den Käptn zu vermissen um ihn von irgendwelchen Dummheiten abzuhalten!“

„Na schön, also fangen wir mal vor achtundzwanzig Stunden an, was ist da passiert?“


05 Oktober 2011

Grünes Outing-Update

...ein kryptischerer Titel ist mir aber wirklich lange nicht eingefallen...

Sieh an, wer hätte das gedacht? Nachdem noch gestern Abend ein Kompromiss zur Autobahn angedroht worden war, ist schon heute morgen wieder alles ganz anders. Wie gesagt, ich selbst bin gar nicht gegen den Autobahnausbau. Aber nach den klaren Worten, die die Grünen dazu geäußert haben, war ich zumindest irritiert.

Liegt nur daran dass ich denke, wenn man Prinzipien hat, muss man sich auch dran halten. Dabei hat der Regierende Wowereit den Grünen in ihrer Prinzipientreue ein wenig geholfen: Sie wären ja schon zu einem klitzekleinen Kompromiss bereit gewesen, aber Wowereit wohl nicht. Nur 700m statt 3,3km Autobahnverlängerung, das war ihm anscheinend zu wenig. Warum ein bisschen nehmen - wenn man gar nichts haben kann?

Was auch immer den Regierenden da geritten hat, vielleicht war er einfach von dem Widerstand überrascht und hatte mit ähnlich willfährigem Einsatz gerechnet, wie er ihn vom letzten Koalitionspartner¹ kannte. Und dann hat er sich gesagt: "Unvereinbare Positionen kann ich auch mit der CDU haben. Aber da ist die Mehrheit wenigstens sicher." Ja, für mich klingt das auch nicht sehr logisch, aber so ähnlich muss es wohl gewesen sein.

Fragt man sich vielleicht, ob es für beide Seiten überhaupt nötig war, sich so beinhart auf eine Position festzulegen, die Grünen vor der Wahl, Wowereit nach der Wahl. Aber versprochen ist versprochen.

Nach der Absage schieben sich alle gegenseitig die Schuld zu. Lustig. Sich beim jeweils unwilligen Gegenüber darüber zu beschweren, dass er unwillig ist. Soweit ich übersehe nimmt es außer ein paar SPD-Mitgliedern niemand den Grünen übel, dass sie den Kuhhandel nicht mitmachen.

Je nun, manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Mit einem derartig sturen Koalitionspartner hätten sie ohnehin wenig bewegen können. Das hat hoffentlich weniger mit Fundamentalopposition als mit Einsicht zu tun. Jetzt regieren die Grünen nicht mit und haben wider Willen ein reines Gewissen. Dafür sind sie nicht umgefallen - auch wenn sie eine Zeit lang ganz sichtbar gewackelt haben.

Und wenn ich der einzige in der ganzen Stadt bin: Mir imponiert sowas. Das habt Ihr gut gemacht!




¹ verdammt, auch wenn es nicht um Wowereit geht will ich immer Kopulation statt Koalition schreiben - was hat das bloß zu bedeuten?

Ferne Welten - Geschichten aus der Zukunft



Heute: Rache ist ein Gericht, das oft von anderen genossen wird (1)



„Ach, da sind sie, Käptn! Was machen sie hier - Nickerchen in der Natur? Bewachen sie im Schlaf ihre Hanfplantage?“

„Ich ... oh ... Doc ... wo bin ich?“

„Sie sind auf Frankensteins Zoo, einem Planeten weit außerhalb des irdischen Sonnensystems, zwölf Lichtjahre von zu Hause entfernt und ...“

„Ja, schon gut, Doc, das weiß ich noch. Aber wie komme ich hier auf die Wiese? Haben sie mich hierher gebracht als ich geschlafen habe?“

„Ich? Nein. Ich habe sie gesucht. Sie waren nicht an ihrem Platz, nirgends im Raumschiff und ich habe sie erst gefunden, als ich ihr Sprechgerät orten konnte. Warum schlafen sie hier, so weit weg vom Schiff? Wenn sie hier ungeschützt schlafen könnten sogar die hirnlosen Tiere sie erwischen, obwohl die so langsam sind.“

„Ich weiß es nicht mehr. Vielleicht bin ich schlafgewandelt?“

„Das tun eigentlich nur Kinder.“

„Kann so etwas vorkommen, dass man im Erwachsenenalter beginnt, schlafzuwandeln?“

„Möglich ist alles mögliche. Und bei dieser Gelegenheit haben sie im Schlaf auch gleich den Grill aufgebaut, ja?“

„Den Grill?“

„Na da, hinter ihnen. Sie haben sogar irgendwo Holzkohle aufgetan. Haben sie hier doch irgendwo einen galaktischen Baumarkt gefunden? 'Ein Zehnerpack Dübel für unsere Rakete und einen Sack Holzkohle, bitte'?"

"Ich? Einen Baumarkt? Ich kaufe doch keine Holzkohle im Baumarkt!"

"Nicht. Aha. Wo haben sie sie denn her?“

„Habe ich irgendwann neulich mal gemacht, weil ich etwas Gemüse grillen wollte.“

„Stimmt, sie sind ja Vegetarier. Sehr stilvoll: Echte Holzkohle! Und mit wem haben sie hier gegrillt?“

„Wieso?“

„Da liegen Kühlfleischverpackungen.“

„Nicht von mir. Ich habe keine Ahnung.“

„Waren die letzten fünf Gläschen Chardonnay etwa schlecht?“

„Ich weiß es nicht mehr. Und so viel trinke ich nun auch nicht! Sehen sie hier irgendwo Flaschen?“

04 Oktober 2011

Link

Wer hat mich denn bei Facebook verlinkt?


Direkt zum Beitrag über obergrobe Ladegoter kommt man hier.



... verdammt, die Rechtschreibhilfe!

03 Oktober 2011

Grünes Outing

Ja, ich gebe es zu und oute mich hier: So lange es sie gibt war ich nun Sympathisant der Grünen. Inzwischen haben die vieles richtig und so einiges falsch gemacht. Sie haben beispielsweise den Umweltschutz im Bewusstsein der Bevölkerung verankert, und auch noch verschiedene andere Dinge. Für Fundamentalisten hatte ich andererseits noch nie irgendwas übrig, egal von welcher Religion. Und was ich ihnen immer noch nicht verzeihe sind die Regierungsjahre im Bund mit dem vermeintlichen Wirtschaftsauskenner Schröder, einem der schlimmsten Blender, die Deutschland je hervorgebracht hat. Aber das haben die Grünen inzwischen wohl auch selbst gemerkt.

Nun haben sie bei der letzten Landes-Wahl in Berlin ein paar Federn gelassen und Stimmen an eine Partei verloren, die mit ziemlich genau der Einstellung ankommt, wie sie früher mal die Grünen hatten. So weit, so gut.

Aber es geht im Land Berlin ans Regieren und die SPD - ausgerechnet die Partei vom großen Zerstörer Schröder - sucht einen neuen Koalitionspartner. Der soll möglichst schwach sein, sonst taugt er nicht. Wer sich erinnert: Die LINKE hat in den paar Jahren der Berliner Regierungsbeteiligung so ziemlich sämtliche Ideale verraten, die sie jemals behauptet hat. Hatte jemand etwas anderes erwartet? Aber das ist jetzt leider vorbei. Die LINKE kann in Zukunft aus der Opposition heraus wieder lautstark unerfüllbare Forderungen stellen.

Nun biedern sich die Grünen als Koalitionspartner an und das wäre auch nicht so schlimm, wäre da nicht die Verlängerung der Berliner Stadtautobahn. Um Renate Künast von kurz vor der Wahl zu zitieren: "Mit uns wir die A100 nicht gebaut!" An so einem Satz gibt es eigentlich nicht viel auszulegen.

Dem steht nur der Bürgermeister Wowereit entgegen, der sich auch nach der Wahl wieder darauf festgelegt hat, dass die A100 unter seiner Regierung auf jeden Fall gebaut wird, mit wem auch immer.

Einer der sympathischen Züge der Grünen war bisher ihre Authentizität. Das ist neuhochdeutsch für "Ehrlichkeit". Damit scheint es nun vorbei zu sein: Insbesondere auch Renate Künast möchte so dringend mitregieren, dass die Autobahn, ihr Hauptwahlkampfthema, gar nicht mehr so wichtig zu sein scheint. Da werden seltsame Kompromisse gesucht - das Politbüro der SED nannte so etwas immer "Sprachregelung", wenn die real existierende Welt nicht zum verordneten Weltbild passte.

Dummerweise merkt die Klientel der Grünen, dass derzeit nur eine "Sprachregelung" gefunden werden soll, und keine klare Haltung im Sinne des vorher behaupteten Standpunktes. Dabei ist es ganz einfach: Mitregieren oder Stadtautobahn. Nicht und. Nicht ein bisschen. Auch kein vielleicht später. Oder dieser saublöde Schachzug, so zu tun als könnte man die Gelder vielleicht ein ganz klein wenig umwidmen - da hat der Geldgeber nämlich keinen Spielraum und alle Beteiligten wissen es auch. Nein, auch kein geheucheltes "Man kann ja mal fragen...". Sollten sie es wirklich nicht wissen, dann sind sie für die Regierung sowieso beim besten Willen nicht geeignet.

Ich selbst habe gar keine Einwände gegen die Autobahnverlängerung. Aber wenn die Berliner Grünen nach ihren klaren und unmissverständlichen Ansagen jetzt umfallen, weil sie unter Wowereit unbedingt ein bisschen mitregieren wollen, werden sie für mich unwählbar. Und das kann ich mir auch bis zur nächsten Wahl merken.


edith, kurze Zeit später
Es wird immer spannender: Die Grünen und die SPD haben sich angeblich geeinigt - aber sie sagen nicht, worauf. Fragezeichen? "Diese Geheimvereinbarung ist in Deiner Stadt leider nicht verfügbar"? Mir war ganz entgangen, dass jetzt auch die Grünen an der Existenzberechtigung der Piraten arbeiten.

Radioeins hat in diesem Zusammenhang endlich wieder mal Autobahn von Kraftwerk gespielt, eins der großartigsten Musikstücke, die je erfunden wurden. Sie haben leider einem furchtbaren Mix herausgekramt, anstatt die 22min-Originalfassung...

Americas Cup 2011 (5)

Das Finalrennen in Plymouth war hammermäßig spannend! Ist es immer noch, man kann es ja in der Mediathek weiter ansehen.

Das Rennen fand bei einem Grundwind von 5 Bft. statt, mit Böen bis zu 7 Bft.! Es gab Zeiten, wo die unkenterbaren alten AmericasCupper, die Bleitransporter und Zwanzigtonner, bei Windstärken über 4Bft. nicht starteten. Hätten vielleicht kaputt gehen können.

Dieses Rennen ist für den Segelinteressierten der Gipfel an Unterhaltung: Bereits vor dem Start ereignen sich mehrere Kenterungen und eine Kollision. Mehrere Gekenterte richten aber ihre Boote wieder auf und fahren weiter. An der Spitze entwickelt sich ein heißer Dreikampf zwischen den echten Könnern, die sich bis aufs Messer beharken. Bei sieben Windstärken. Respekt! Dahinter gibt es noch zwei Matchraces von Zweiergruppen, die sich ebenfalls nichts schenken.

Und die Spannung bleibt bis zum Zieldurchgang des letzten Bootes, welches das Zeitlimit noch erreichen muss.

Der Hammer! Für jeden Sportsegler unbedingter Ankuckbefehl!

Hm? Na schön, dann bette ich es halt hier ein. Eigentliche Action fängt erst bei ca. 24:30 an:

02 Oktober 2011

Americas Cup 2011 (4)

Beim Finalrennen in Plymouth war wieder einmal besonders viel Wind. Im Interview der Bugmann vom Team ORACLE-Spithill:
"Are you wearing protective clothing today?"

"Yes, you're gonna protect yourself everywhere today...!"

Wobei der der Interviewer vermutlich einfach nur "Trockenanzug" meinte, der Segler sich aber wohl eher "Fightsuit" wie beim AmericanFootball wünschte. Bei solchem Wetter wird man immer ordentlich gebeutelt.

Die Boote sind knappe 7 Meter breit. Wenn sie sich nirgends festklammern können. fallen die Segler bei den Kenterungen also aus 7 Meter Höhe ins Wasser - oder aus 3 Meter Höhe auf das Rigg. Das klingt für mich furchtbar. Es gibt bereits Filmaufnahmen davon, wie Leute auf den Mast krachen, oder auf den Flügel. Der Mast ist dabei gebrochen, der Segler wunderbarer Weise nicht.

Ich mag dieses empfindliche Carbonfaserzeug nur bedingt, aber dafür ist es jedenfalls gut. In Plymouth sind bei den Kenterungen auch wieder mehrere Segler durch den Flügel gefallen. Dabei hat immer die Folie oder auch innere Streben nachgegeben - wir wollen mal hoffen, dass das so bleibt.

Kenterungen gehören zum Segeln dazu und sind auch lustig, so lange niemand sich verletzt. Gewinnen kann allerdings nur der, der nicht kentert. Oder einmal weniger als die anderen.


ah, noch eine Anmerkung: In der herkömmlichen Segelei darf man während des Rennens keinerlei fremde Hilfe annehmen. Das ist blöd, wenn man gekentert ist und der Mast im Grund steckt, dann ist das Rennen vorbei.

Die AC-Segler dürfen sich allerdings beim Aufrichten von ihrem Team-Motorboot helfen lassen und dann weiter segeln. Falls sie noch Lust dazu haben und nicht schon das nächste Rennen begonnen hat.

01 Oktober 2011

Mechanik

Ich bin ja ohnehin sehr für mechanischen Unfug zu haben: Es muss gar nicht sinnvoll sein - es genügt, wenn es Spaß macht. Unter diesem Aspekt ist diese Idee dermaßen geil, dass es mir glatt die Sprache verschlägt:





via Glaserei und Dirk Olbertz

Leider ist mein Japanisch nicht so fließend, dass ich die Erläuterungen in diesem Blog nachvollziehen könnte.

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