30 November 2013

Große Kopulation

Es waren doch gerade wieder Koalitionsverhandlungen, wo eine bekannte Arbeiterpartei allerlei Forderungen vorgetragen hat, und da kommt mir eine alte Geschichte wieder in den Sinn, aus dem Tintenfisch 7 (Jahrbuch für Literatur 1974, Wagenbach Verlag), welchen ich überaus schätze. Schätzte. Nein, immer noch schätze.

Naja, dazu später mehr.

Hier ein unautorisierter Auszug aus einem wunderbaren Buch, welches nur noch antiquarisch erhältlich ist:


Detlef Michel
Geschichten aus einer Arbeiterpartei

Weil das Deutsche Reich Kolonien braucht. verlangt Bismarck im Reichstag Geld für die Einrichtung von Dampferlinien, welche das Reich mit Ostasien, Afrika und Australien verbinden sollen. Die sozialdemokratische Fraktion sitzt im Fraktionszimmer und sagt: "Es ist unser Grundsatz, gegen das Staatsbudget zu stimmen!«
Dann sagt die Fraktion: "Allerdings."
Sie steht auf, läuft mehrmals auf und ab. Dann, wieder anhaltend: "Allerdings ist unter bestimmten Umständen eine Ausnahme realpolitisch zu rechtfertigen."
Die Fraktion setzt sich wieder und verweist auf die kulturelle Bedeutung internationaler Verkehrsbedingungen.

Am 31. Juli 1914 sagt das Kriegsministerium zum Generalkommando: "Nach sicherer Mitteilung hat die sozialdemokratische Partei die feste Absicht, sich so zu verhalten, wie es sich für jeden Deutschen unter den gegenwärtigen Verhältnissen geziemt."
Am 1. August erklärt der Kaiser dem Zaren den Krieg.
Am 3. August erklärt die sozialdemokratische Partei ihre feste Absicht, sich so zu verhalten, wie es sich für jeden Deutschen unter den gegenwärtigen Verhältnissen geziemt. Sie versichert: "Wir lassen in der Stunde der Gefahr das Vaterland nicht im Stich", und überhört Liebknechts Zwischenruf "Sondern was?"
 Als ein Viertel der Mitglieder im Krieg gefallen ist, sagt der sozialdemokratische Parteivorstand: "Durch einen Streik können gutgläubige Arbeiter in das Unglück gestürzt werden."
"Durch einen Streik kann die mühsam aufgebaute Organisation auf das schwerste gefährdet werden"
sagt der sozialdemokratische Parteivorstand, als ein Drittel der Mitglieder gefallen ist.

Im Reichstag steht der Friedrich Ebert. Mit ihm steht der Philipp Scheidemann. Vor dem Reichstag stehen Arbeiter, die auf einmal alle richtig wahlberechtigt sind. "Philipp, sag doch den Leuten was" sagt der Friedrich und schiebt den Philipp vors Fenster. Und weil die vielen Arbeiter den Philipp jetzt sehen, muß er etwas sagen. "Mitbürger!" sagt er, "Arbeiter! Genossen! Das monarchische System ist zusammengebrochen. Der Kaiser hat abgedankt. Es lebe die große deutsche Republik! Ebert bildet eine neue Regierung. Jetzt besteht unsre Aufgabe darin, den vollen Sieg des Volkes nicht beschmutzen zu lassen, und deshalb bitte ich Sie, sorgen Sie dafür, daß keine Störung der Sicherheit eintrete. Mitbürger! Ich bitte euch alle dringend: Verlaßt die Straßen! Sorgt für Ruhe und Ordnung!" Damit geht der Philipp wieder vom Fenster weg. Ein paar Minuten später kommt der Max von Baden in den Reichstag, und der Friedrich schlägt ihm vor, als Reichsverweser im Amt zu bleiben. Der Max sagt: "Aber einen Reichsverweser gibt es nur in der Monarchie. Und der Kaiser hat doch abgedankt" "Ach ja", sagt der Friedrich.

Der Oberbefehlshaber fährt mit seinem Adjutanten durch die eroberte Stadt. "Sehen Sie, was der Faschismus zurückgelassen hat?" fragt der Adjutant. "Lassen Sie halten", sagt der Oberbefehlshaber. Sie steigen aus. "Wir stehen vor dem Nichts" sagt der Adjutant. Der Oberbefehlshaber tippt mit zwei Fingern an den Schirm seiner Mütze. "Der Faschismus hat die Arbeiterbewegung zerschlagen", erklärt das Nichts, "und er hat die Industrialisierung vorangetrieben". "Aha", sagt der Oberbefehlshaber. "Das Kapital ist konzentriert wie noch nie" fährt das Nichts fort "und die Arbeiter sind desorganisiert wie noch nie. Ist das nichts?" Anerkennend sagt der Oberbefehlshaber zum Adjutanten: "Das ist ein Nichts wie noch nie."

"Sie haben wichtige Maßnahmen treffen können”, sagt der ausländische Gast zum Staatssekretär, "Sie haben die Bundesrepublik gegründet und in die NATO integriert. Sie haben die Bundeswehr aufgebaut, die KPD verboten und die Notstandsgesetze verabschiedet. Sie können glücklich sein, daß das Volk Ihrer Politik zustimmt." Der Staatssekretär gibt zu bedenken: "Wenn das Volk unserer Politik zustimmen würde, weshalb hätten wir diese wichtigen Maßnahmen treffen müssen?"

Zu kursierenden Gerüchten über das Ausmaß des wirtschaftlichen Wachstums nimmt der Regierungssprecher Stellung: Zugegebenermaßen seien die Verluste beträchtlich. Jährlich würden 17 000 Menschen durch Verkehrsunfälle sterben. Jährlich würden sich 2o.000 neue Fälle von Berufskrankheiten ereignen. Es gebe eine halbe Million Obdachlose, und Jahr für Jahr fänden zwei Millionen Arbeitsunfälle statt. Falsch aber sei die Behauptung, das Land sei von einer sozialen Marktwirtschaft besetzt und befinde sich im Kriegszustand. Richtig sei vielmehr, daß die Zahl der Kriegsversehrten rapide zurückgehe.

Einer Baustelle nähert sich ein systemüberwindender Reformer, nicht achtend auf den Staub, der sich in seine Kleidung setzt. Er tritt an die Walze heran und ruft dem Mann auf der Walze seinen Namen zu und daß jetzt die Wahl stattfände, und daß er kandidiere. Der Mann auf der Walze bittet, ihm nicht zu nahe zu treten wegen der Sicherheit. Der systemüberwindende Reformer öffnet seine Aktentasche, holt ein umfangreiches Paket hervor und ruft: "Wie finden Sie das?"
"Worum gehts denn?"
ruft der Mann von der Walze herab.
"Das Reformpaket. Sie wissen doch, die Wirtschaftskriminalität. Man kann mit der Wirtschaft mehr Schaden anrichten als mit einem Auto. Wechselreiterei, Briefkastenfirmen und so, verstehen Sie?"
Der Mann auf der Walze nickt und ruft: "]a ja, das ist schon so."
"Das liegt an den Gesetzen"
, ruft der systemüberwindende Reformer. "Verstehen Sie? Diese Geschäfte verstoßen ja gar nicht gegen die Gesetze. Die werden ja sogar mit den Gesetzen gemacht. Da müssen neue her." Das ruft er mit großem Eifer und schwenkt sein Paket hin und her.
Der Mann auf der Walze beugt sich herab und ruft: "]a ja, so ist das. Die Gesetze verstoßen gar nicht gegen die Geschäfte. Die werden mit den Geschäften gemacht. Das ist schon so. Da müssen neue Geschäfte her."

Genau, wie schon erwähnt: Aus dem Jahr 1974. Hat jemand den Eindruck, es könnte sich inzwischen etwas geändert haben?

29 November 2013

Fast wirklich wahres Leben

 

“Yay! Original vom Architektenvertrag mit Rotweinrändern drauf - das hat Stil!

… ? …

… och, schade, waren nur ein paar dicke Flusen.”

27 November 2013

Neue Zeit

Seit kurzem verkauft mein favorisierter Computerhandel unten an der Ecke auch Bratpfannen.

Fragezeichen?

Bisher lief es doch so, dass die Produktion immer höherer Hightechprodukte immer ferner in den fernen Osten verlegt wurde, vulgo: China. Ursprünglich T-Shirts und giftiges Kinderspielzeug, später Viderecorder, inzwischen die jeweils aktuellste Handygeneration, Raumfahrt ist bereits absehbar.

Wird jetzt der Verkauf immer trivialerer Lowtech-Produkte in die Hightechläden im Westen verlagert?

Immerhin sind die teflonbeschichteten Pfannen aus dem Computerladen viereckig.

... hm? So viereckig wie Microchips, meine ich...




außerdem haben sie ANTIHAFT-Profibräter. Wie man hört hat Uli Hoeneß, der alte Steuerbetrüger, tausend Stück bestellt.

26 November 2013

Phantasie und Vorstellung

Was für eine seltsame Idee:



Aber lustisch doch auch, oder? Stammt von Rollin' Wild, hab ich bei Fräulein StereoSushi gefunden.


dort verlinkt ist außerdem eine schöne Sammlung von filmschnipseln über die Niedertracht der Tiere - viel Katzencontent.

25 November 2013

23 November 2013

Wehklage

“Mein Leben ist voller nicht definierter Entitäten!”
“Was?"
“Doch, wirklich!”

22 November 2013

Radio

Die vom Großen Bloguator bevorzugte Radiostation macht immer wieder aushäusige Aktionen. In dieser Woche wird aus einer Art Lounge am Ernst-Reuter-Platz gesendet. Thema ist die Glückswoche in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, aber darum soll es hier nicht gehen.

Bei der Aktion kann man live an Sendungen teilnehmen und seine liebsten Moderatoren persönlich sehen, auf Wunsch sogar kennenlernen. Das Ereignis wird hier erwähnt, weil die Lounge so hübsch geworden ist: orangelab


Die Aktion von Radio1 geht im orangelab leider nur bis zum Freitag, dem 22.11. Danach gibt es dort aber bis zum Monatsende 30TageKunst mit Live-Musik an jedem Abend.

 

Trivia: Ich bin doch ein wenig zusammengezuckt - direkt gegenüber vom IBM-Gebäude liegt meine alte Schule, das Schiller-Gymnasium an der Schiller Straße. Damals eine der langweiligsten Schulen Berlins. Heute weiß ich nicht¹, habe aber eine Befürchtung…

 


¹ fun fact: Sie haben Latein als zweite Fremdsprache abgeschafft und nennen daher ihre Ehemaligen neuhochdeutsch “Alumni”…

21 November 2013

Gegenwart

Bauhandwerker, die morgens ihr Auto im Halteverbot parken und es dann mit dem Handy routiniert fotografieren, um zu beweisen, dass es gar nicht mal so arg im Halteverbot stand.

20 November 2013

Feiertag

Wer kann mir denn sagen, wie man Buß- und Bettag angemessen feiert? Also, wenn man so ein Leben führt, in dem man sowieso täglich büßt, aber vom Beten nichts hält? Ich will feiern.

ICH WILL FEIERN!

Das ist doch ein *Feier*tag, nicht wahr? Ich wär dann so weit - kanns losgehen?

...

...

... oh, verdammt, und da lese ich auch schon: Nur in Sachsen...  Sachsen!

Behindertenparkplatz

Whoaaaa - die Welt ist voller Idioten. Na gut, das ahnten wir ja bereits. Also, die Idioten sind weniger die Leute, die solche Bilder im Internet veröffentlichen und kommentieren:

Es handelt sich um einen Journalisten namens Tobias Gillen, der das Foto mit dem unschuldigen Satz begleitete “Ich möchte dieses Bild - in all seinen Facetten - einfach mal unkommentiert wirken lassen”.

Foto ist bei Spiegelonline ausgeliehen - ich gebs zurück, wenn sie es wieder brauchen!

Gillen musste das Bild wegen der unerwarteten Reaktion der Idioten nach zwei Tagen löschen. Ein solches Foto führt nämlich dazu, dass die Mehrheit der Betrachter genau einen Schluss daraus zieht. Die Idioten sind auch mit Argumenten nicht davon zu überzeugen, dass es vielleicht noch eine andere Erklärung gäbe. Dann müssten sie vielleicht zugeben, dass sie sich geirrt haben.

Wer den Haufen Idioten erleben will, muss nur die Kommentarseiten irgendeiner Zeitung oder ähnlicher Medien besuchen. Erstaunlich häufig lassen die Kommentatoren im Zuge ihrer Anonymität die Sau raus, aber beweisen gleichzeitig das Fehlen jeglichen Vorstellungsvermögens oder überhaupt von logischem Denken.

Wie kommen wir nun zum Erkenntnisgewinn, einem der Hauptanliegen dieses Blogs? Genau: Wir gehen systematisch vor.

Zuerst die Bestandsaufnahme: Was sieht man da eigentlich?
Auf dem Foto sehen wir einen Teil der Fassade eines Bürogebäudes mit verschiedenen Hinweisen, dass DieGrünen dort ein Büro betreiben. Weiterhin sehen wir direkt davor zwei überteuerte übermotorisierte Kraftfahrzeuge, sogenannte “Sport"wagen (“…für den Herrn mit dem besonders kleinen Penis!”), welche auf Flächen parken, die als Behindertenparkplätze gekennzeichnet sind.

Dann die Analyse: Was mag das bedeuten?
Der eingangs erwähnte Journalist lässt das Foto unkommentiert. Er mutmaßt nicht über die Eigentümer der Autos und unterstellt gar nichts. Welche Schlüsse kann man nun also aus diesem Foto ziehen?

Die Kommentar- und Forenidioten schlussfolgern daraus - und in ihren Augen kann es gar nicht anders sein:
  • Diese Autos müssen den Grünen gehören!
  • Die Grünen fahren übermotorisierte Protzkutschen!
  • Die Grünen parken auf Behindertenparkplätzen!
  • Die Grünen predigen Wasser und trinken selbst Wein!
  • Der Fotograf will mit solch suggestiven Fotos das Ansehen der Grünen zerstören!
  • Wer solche Fotos veröffentlicht, wird von Sozialneid angetrieben!
  • Wer solche Fotos gut findet, wird von Sozialneid angetrieben!
  • Die Sozialneider können sich so schöne Autos nur einfach nicht leisten!
Die von Bildungspolitikern ständig geforderte Medienkompetenz würde doch zu folgendem veranlassen: Recherche. Sowie der Frage “Gibt es noch eine andere mögliche Erklärung?”

Medienkompetenz ist in Deutschland noch schwer ausbaufähig. Insbesondere bei deutschen Internetnutzern. Insbesondere auch beispielsweise bei deutschen Gymnasiasten, bei denen Medienkompetenz angeblich inzwischen zum Unterrichtsstoff gehört und die besonders gerne das Internet nutzen.

Achtung, ab hier folgt jetzt Realität. Wirklichkeit! Wer die nicht erträgt, soll auf keinen Fall weiterlesen!

Die ernsthafte Recherche mehrerer Medien ergibt:
Die Autos gehören nicht etwa den Grünen. Sondern Mitarbeitern der Immobilienfirma, die das Bürogebäude vermietet, unter anderem an die Grünen. Diese Firma hat dort Behindertenparkplatzschilder angebracht, weil die wirksamer vor unverschämten Fremdparkern schützen als gewöhnliche Schilder. Auf den Parkplätzen, die sie als Behindertenparkplätze ausgewiesen hat, parkt die Immobilienfirma nun ihre eher behinderten­ungeeig­neten über­motori­sier­ten “Sport”wagen.
Das sagt eigentlich schon eine ganze Menge.

Oder, wie der glückliche Fahrer des SUV es einmal gegenüber seinem Kind erläuterte:
“Ohne die Behinderten hätten wir doch gar keine Parkplätze!”

sowie dem sozialneidischen Bekannten, der in einem ähnlichen Fall dereinst bemerkte:
"Nö, wieso? Geistige Behinderung zählt doch sicher auch?"




der Vollständigkeit halber ein paar Quellen:

der erweiterten Vollständigkeit halber das Stichwort “bitchy resting face”. Dabei geht es darum, dass Leute ihre Fantasie nicht unter Kontrolle haben und irgendetwas Böses in den Gesichtsausdruck ihres Gegenübers hinein interpretieren, der einfach nur so natürlich gewachsen ist, mit hängenden Mundwinkeln oder zusammengezogenen Augenbrauen

17 November 2013

Eau de Klosett

Gerade ist jemand  mit einem furchtbaren Rasierwasser unter meinem Balkon vorbeigegangen. 

Mein Balkon liegt im zweiten Stock... ich meine: Wie furchtbar muss ein Rasierwasser sein, damit man es noch auf fünfzehn Meter Entfernung riecht?

16 November 2013

These

Der Irrtum ist Grundlage aller Liebe.

...

...

... hm?

Och, nur so...

Kurzer Test

Ubuntu ist undankbar - wie der Name schon andeutet. Linux-Zeug für Leute, die gerne basteln. Es geht immer mal was anderes nicht: Geht der Browser, dann nicht das Blogging-Tool, geht das Blogging-Tool, dann nicht der Kontakt zum smarten Fon. Geht das smarte Fon im großen und ganzen, dann nicht die USB-Verbindung zur Virtual-Box. Irgendwas ist eigentlich immer.

... nein, ich korrigiere: Das Blogging-Tool funktionierte genau einmal. Seither ist es nicht mehr ans Laufen zu kriegen. Wie überraschend. Es ist mir aber gelungen, das alte Bloggingtool zu beleben. Immerhin. Das wollte vorher nicht.


Kunst und Bildgut

Schöneberg ist ja auch der Stadtteil der Künstler und Gebildeten...

Lokal, abends, Gespräch unter Erwachsenen am Nachbartisch:

"Wenn ich eine Frau beeindrucken will zeige ich ihr meine Comicsammlung."

"Und?"

"Hat noch nie geklappt. Aber ich versuche es immer weiter."

Schönes Schöneberg!

15 November 2013

Ähm…

… sorry, schon wieder ein Film. Nicht sehr originell, ich ahne es, aber …

… VOLLBILD! HD anschalten! JETZT! SOFORT! NA LOS!

14 November 2013

wolf zwei

wolf wondratschek sagt. früher begann der tag mit einer schusswunde. aber früher ist vorbei. früher ist nicht jetzt. jetzt ist jetzt.

wolf wondratschek sagt nicht: ein rätsel. das rätselhafte ist rätselhaft. das faszinierende am rätselhaften ist das unverständliche. sagt er nicht.

vielleicht habe ich es auch nur noch nicht gefunden.

13 November 2013

Mondmond

zum Verständnis¹ siehe hier


 

und dann wenn

der mond vorbei ist

wird es nicht dunkel

sieht man die gelben lichter

die die dunkle brücke beleuchten

sieht man die lichter der autos

die die dunkle straße beleuchten

sieht man die leute in dunkler

kleidung nach hause stolpern

im zwischenlicht zwischen finsternis

und nacht.

 


¹ Verständnis!

11 November 2013

Wolf

Jetzt erst, erst jetzt, in einem fortgeschrittenen Lebensjahrzehnt, in einem Lebensjahr für Fortgeschrittene, entdecke ich Wolf Wondratschek. Ich habe mit dem Klassiker begonnen, "Früher begann der Tag mit einer Schusswunde". Da heißt es unter anderem - unter anderem, es stehen auch noch andere Sachen drin:

Die Beschreibung der Ewigkeit enthält nur die Wiederholung des Zufalls.

Ja. Jawohl, so ist es. Genau!

Etwa nicht?

 


ich habe nie behauptet, dass ich verstehe, was er da schreibt

09 November 2013

Tamar

Was hat mich bloß geritten, als ich neulich 200g konzentrierte Tamarindenpaste gekauft habe?

Ja, sicher, es war ein sehr hübsches und gemütliches Fachgeschäft für Tamarindenpaste. Trotzdem.

Fragezeichen?

08 November 2013

The Deep

 

Vollbild! HD einschalten! Jetzt sofort!

 

Nicht wahr?

07 November 2013

Wirtschaft morgen

Wenn aus der Welt, in der wir wohnen, irgendwann noch einmal etwas werden soll, dann muss es etwa so laufen:
"Wenn sie bitte noch hier unterzeichnen möchten - und schon sind sie Mitglied des Vorstands unserer bedeutenden Gesellschaft. 25.000 Mitarbeiter unter ihrer Führung!"
 
"Sicher, sehr gerne... Moment! Halt! Was heißt denn das hier?"
 
"Was denn?"
 
"Hier steht 'Der Unterzeichner haftet mit seinem gesamten Privatvermögen, mit seinen Immobilien, mit seinem privat bewohnten Haus, mit seinem Kraftfahrzeug sowie mit dem Spielzeug seiner Kinder...' ? Was genau ist damit gemeint?"
 
"Ach - kann man daran etwas missverstehen?"
 
"Ich meine ... was soll das bedeuten?"
 
"Das heißt, wenn das Unternehmen in eine Schieflage gerät, dann haftet jedes Vorstandsmitglied und falls Schulden vorhanden sind, wird zur Begleichung zuerst sein Eigentum herangezogen. Eventuell vorhandene Vermögenswerte werden dann verkauft."
"Aber ... doch nicht ... mein Haus ... und mein Auto?"
 
"Warum denn nicht? Das ist eine sehr große Verantwortung und Vermögen ist Vermögen. Ohne Ansehen. Der Vorstand entscheidet über die Zukunft von 25.000 Mitarbeitern, Jahresgehalt eine halbe Million. Ein wenig Risiko ist damit immer verbunden. Das soll dem Vorstand bewusst sein."
 
"Aber... das Spielzeug meiner Kinder?"
 
"Vermögen ist Vermögen. Das Gesetz macht keinen Unterschied. In diesem Vertrag ist das nur besonders plastisch formuliert."
 
"Aber ... so kann das doch nicht gemeint sein ...?"
 
"Wenn sie Vorstandsmitglied einer Gesellschaft mit 25.000 Mitarbeitern werden wollen, Jahreseinkommen eine halbe Million, dann müssten sie hier bitte unterzeichnen."
 
"Ja ... äh ... ich ... äh ..."
 
"Gut, dann nicht. Vielen Dank."

05 November 2013

Gewalt und Vernunft

Da behaupte nochmal einer, die russische Seele sei grobschlächtig, irgendwie. Also: Ist sie vielleicht schon, wenn sie zur Waffe greift.

Ich persönlich habe gar nichts gegen Gewalt - sofern sie von mir ausgeht. Oder sofern sie sich gegen die richtigen Arschlöcher richtet.

Aber wann jemals hätte man in Deutschland von einem gewalttätigen Streit über Philosophen gehört? In Deutschland strecken bewaffnete Gymnasiasten ihre unbewaffneten Mitschüler nieder. Oder Hells Angels abwechselnd die von der anderen Fraktion und ihre eigenen Exkumpane.

Aber in Deutschland prügeln sich keine Supermarktkunden wegen Immanuel Kant¹. Deshalb rufe ich Euch aus voller Brust zu:  
"Bildungspolitiker aller Bundesländer - denkt mal drüber nach!"




¹ sehr schnell hingegen prügeln sich deutsche Supermarktkunden wegen eines Sonderangebots bei Aldi

03 November 2013

Falsch!

Der Superlativ von Falsch? Nein, nicht “fälschesten”, dafür braucht es schon mehr. Hier:

Gehen Sie auf und schlugen uns mit Ihrem besten Schuss. Am zweiten Gedanken ... nicht. Diese Hella Slingshot ist der real deal. Es ist genau wie die Holz Waffen der Sie als Kind machen, aber mit einem zusätzlichen Hauch von aufgewachsen Handwerkskunst. Jeder one-of-a-kind Schleuder ist handgefertigt in San Francisco von gegabelten Ästen, sorgfältig lackiert, schlangen in Hanf, und ausgestattet mit einem ledernen Beutel Projektil mit natürlichen Latex Schläuche und Nachahmung Sehne. So greifen ein, Kopf draußen, und verursachen einige Störenfriede nur vorsichtig sein, oder du wirst dein Auge schießen.

Aua, aua, auaaa! An diesem Absatz ist so ziemlich alles falsch, will mir scheinen.

Und da haben wir früher noch über ungeschickt übersetzte koreanische Gebrauchsanweisungen gelacht. Immerhin ging es damals noch um hochkomplexe Geräte wie  Uhren, Taschenrechner oder womöglich Videorecorder. Aber wir erkennen: Die Deppen wohnen überall.

Hab ich aus dem ETSY-Katalog. Wie man leicht erkennt geht es um handgefertigte Schleudern, sogenannte Zwillen. Ich weiß ja nicht, wie dieser Typ aufgewachsen ist - wir sind als Kinder jedenfalls nicht auf die Idee gekommen, an einer Zwille Latex-Schläuche (?) anzubringen, Projektil-Beutel aus Leder zu nähen und die Zwille womöglich zu lackieren (!!!).

Aber der Typ wohnt in San Francisco und ist zu dämlich, nebenan zu klopfen und seinen eingewanderten deutschen Nachbarn zum Korrekturlesen zu bitten.

02 November 2013

Kuh-huh-huhhl!!!

Oberkuhl!

Eine Bikebude in Beijing¹ baut diese kuhlen Dinger. Grundlage ist anscheinend ein Motorrad namens Chang Jiang 750:



Die Bikebude nennt sich Bandit9. Welcher chinesische Aberglaube auch immer dahinter stecken mag ...




... und die Chang Jiang 750 wird zu einem unglaublichen Preis nach Deutschland importiert. Da ist selbst zu Fuß noch teuerer.



¹ ja, es handelt sich tatsächlich um das Beijing in China

01 November 2013

Segelfilmschen

genaugenommen: Surf~

In den letzten Jahren sind Segelfilme in der Regel nahezu ungenießbar. Das liegt daran, dass irgendwelche Hirsel die von Natur aus eher gemächliche Segelei in hektischen Zehntel-Sekunden-Schnitten darstellen und mit dröhnender Dumpf-Dumpf-Musik unterlegen. Glaubt mir wieder niemand? Na, etwa so.

Doch, so ist das in der Regel!

Und dann kommt dieses Surfvideo, das alles anders macht, obwohl man bei den herrschenden Bedingungen sicher ebenso hektische Schnitte und Musik anbringen könnte. Tun sie aber nicht. Sehr stimmungsvoll!


Hab ich beim Segelreporter gefunden: http://segelreporter.com/

Bazille go home!

Verdammt! Die nächste Grippe ist im Anrollen. Das wäre dann die fünfte !!! in diesem Jahr. Ist es zu fassen?

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