16 März 2013

Trampelpfade

Das hier ist hübsch: Olifantenpaadjes.

Elefantenpfad ist das niederländische Wort für Trampelpfad, in Englisch sagen sie angeblich desire lines, also "Wunschlinien".

Was macht den Trampelpfad aus? Er entsteht da, wo kein Weg ist. Allerdings kennen wir ihn hauptsächlich aus dem städtischen Raum - und Trampelpfade entstehen da, wo die Planer keine Wege vorgesehen haben. Das ist ein Unterschied. Gemeint ist: Die Planer hätten durchaus Wege vorsehen können, wenn sie nur nicht so entsetzlich hochnäsig oder unbedarft wären.

In der Stadt ist der Trampelpfad meist eine Abkürzung, die an einer Stelle entsteht, wo ein Weg sein könnte - aber unverständlicher Weise keiner ist. Wo sich die Planer über eine grundsätzliche menschliche Regung hinweggesetzt haben: Den Wunsch, Energie zu sparen¹. Dieses Verhalten ist wohl eine entscheidende Grundlage der Evolution, hat sich aber noch nicht überall herumgesprochen.

Man sieht sich die Bilder an und freut sich darüber, dass sich das Leben doch selbst organsiert, anstatt von bornierten Planern ins Nirgendwo geführt zu werden. (der Film ist da auch sehr aufschlussreich)


... allein schon dieses Foto, wo der Passant zusätzlich mit Hilfe einer rot-weißen Drohkulisse genötigt werden soll, dem abseitigen Wegeverlauf Folge zu leisten.




¹ wenn man sich als Planer in seiner allumfassenden Weisheit missachtet fühlt, kann man dieses Verhalten aber auch mit dem Stichwort "Faulheit" abwerten

...btw: Ein missgünstiges Schicksal sorgt dafür, dass in weiten Teilen Berlins die Radwege von Leuten geplant und unterhalten werden, die selbst am liebsten mit dem Auto fahren.

Kommentare:

mq hat gesagt…

S.a. Schwarmintelligenz.

100 Goldfischli hat gesagt…

Ich bin mir nicht sicher, dass "Schwarmintelligenz" das richtige Synonym für "Selbsthilfe im persönlichen Personennahverkehr" ist.

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