07 August 2008

Olympia

Schon länger schon will ich über Olympia schreiben - darüber, dass die Spiele 2008 von Anfang an nicht in eine Diktatur gehört hätten, über das geldgierige aber dafür korrupte olympische Komitee, über die verlogenen deutschen Verbandsfunktionäre, über die skrupellose geschäftstüchtige Industrie. Und darüber, dass jetzt die Athleten als einzige aufgefordert werden, Rückgrat zu zeigen, weil all die Arschlöcher, die eigentlich dafür zuständig wären, sich feige um ihre Verantwortung gedrückt haben. Von Tibet ganz zu schweigen. Aber zu Olympia fällt mir einfach nichts ein.

Dafür höre ich heute auf Inforadio einen Beitrag zum Thema der morgigen Eröffnungsfeier. Wie immer, wenn auch den Redakteuren nichts einfällt, werden die Volksmassen befragt: "Werden SIE denn in den nächsten zwei Wochen Olympia kucken?" Die Befragung wird in der Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße durchgeführt und das Ergebnis fällt entsprechend aus: "Nö, ich interessier mich nich für Sport" oder "Wozu denn?" oder "Fußball interessiert mich eigentlich mehr" oder auch "Die sind doch eh alle gedopt, diese Verbrecher!" Aha.

Warum werden solche Interviews der breiten Massen eigentlich immer in Fußgängerzonen durchgeführt? Warum nicht mittags am Brunnen vor der Technischen Universität oder in der Mensa der Humboldt-Uni? Das könnte zu viel realistischeren Ergebnissen führen - möchte ich wetten!

Kommentare:

Oles wirre Welt hat gesagt…

Eben das scheint aber nicht im Interesse der Filmer zu liegen!

bellablog hat gesagt…

letzte frage: weil man die stumpfe masse in den fußgängerzonen vermutet und nicht an universitäten. diese scheininterviews sollen ja unterhalten und nicht zu diskussionen führen.

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