03 Juli 2013

Tragik

Seit kurzem hat der Lidl an der Ecke vom Büro auch Brot. Also, kein Fabrikbrot in der Plastiktüte wie sonst beim Discounter, sondern frisches Brot. Leider ist es das beste Brot weit und breit. Das ist tragisch.

Gleich daneben gibt es ein kleines Cafe. Die verkaufen ebenfalls Brot. Aber es ist bei weitem nicht so gut wie das vom Lidl. Natürlich kann man auch noch zu Soluna fahren und neun Euro für das Kilo Brot bezahlen. Das ist dann auch gut.
Ist das nicht furchtbar? Ich schätze es nicht, wenn mein Weltbild ins Wanken gebracht wird. Schon gar nicht von Lidl!

 


...über die automatische Schneidemaschine guillotine Brotkreissäge, die von der dumpfen Lidl-Kundschaft mit beunruhigender Begeisterung bedient wird, wird noch ein anderes mal zu reden sein...

Kommentare:

Moss the TeXie hat gesagt…

Die eigentliche Tragik dieser Erzählung liegt darin, das Brot nicht beim Bäcker kaufen zu können, sondern nur in Supermärkten oder anderen Lebensmittelabgabestellen. Ich würde da ja konsequent zum Selberbacken übergehen. Ist auch billiger.

100 Goldfischli hat gesagt…

Meine Rede!

Oder im Gesamtzusammenhang ganz unpoetisch:
Es handelt sich hier ja nicht um unausweichliche Tragik, sondern um vermeidbare Perfidie.

Das perfide an der verlockenden Einladung von Lidl ist doch wieder einmal, dass sie mit Dumping-Angeboten auch noch die letzte lebensfähige Marktnische an sich reißen, und damit aber Sozialstruktur zerstören.

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