23 März 2008

Comics!


Online-Comics sind ja so eine Sache: Viel ödes Zeug dabei, eine Menge Manga-Schrott, entweder schlecht gezeichnet oder keine interessante Geschichte zu erzählen und oft beides.

Wenn man mal einen gefunden hat, der einem gefällt, kann man auch Überraschungen erleben: Die Comics sind meist nicht kommerziell, aber trotzdem aufwendig. Wenn der Autor einen bezahlten Job gefunden hat, muss man monatelang oder sogar ewig auf die Fortsetzung warten. Bei Argon Zark 2 ist das derzeit so.

Comics werden oft als Kindergeschichten missverstanden - wüsste jetzt gar nicht, wieso eigentlich? Als Erwachsenencomic wird eine Geschichte immer dann bezeichnet, wenn der Inhalt entweder auf Sex oder sinnloser Gewalt basiert.

Also: Nichts gegen Sex. Und auch nichts gegen sinnvolle Gewalt. Vielleicht noch nicht mal was gegen die Kombination aus beidem. Aber Sex oder Gewalt alleine genügen jedenfalls nicht für eine fesselnde Geschichte.

Der Begriff Comic soll hier einfach für gezeichnete Geschichten oder Bildergeschichten stehen. Comics müssen nicht aus Prinzip lustig sein. Das richtige Leben ist aber auch in manchen tragischen Momenten immer wieder lustig. Hingegen funktioniert mutwilliges Lustigsein oft überhaupt nicht, wie man in den abendlichen Comedy-Shows im Fernsehen täglich verfolgen kann.

Ich persönlich habe allerdings mit echten Tragödien im Comic Schwierigkeiten: KZ-Geschichten müssen nicht bebildert werden, denke ich. Es gibt hier durch gezeichnete - erfundene - Bilder keinen Informationszuwachs. Und rein zur Unterhaltung liest man sowas nicht. Nicht mein Fall.

So, wie krieg ich jetzt die Kurve?

Hier folgt Werbung für leichte Kost: Zum einen Argon Zark - der Autor Charley Parker hat den vorangegangenen ersten Comic richtig fertiggestellt und man kann ihn hier lesen. Sehr hübsch gemacht, mit gewissem Wortwitz.



Muss man nicht mögen. Ich aber. Demnächst dann Genius Girl.

Kommentare:

mq hat gesagt…

Über die KZ-(Rahmen-)Geschichten in Spiegelmans Maus erhielt ich einen beeindruckenden Einblick in die komplexe Beziehung zwischen einem ehemaligem KZ-Häftling und seinem Sohn. Ich bin sehr dankbar für dieses Werk, wie auch für die Werke von Will Eisner, in denen Tragödien aus der Zeit der amerikanischen Wirtschaftskrise illustriert werden (z.B. Ein Vertrag mit Gott).

<°((( ~~ hat gesagt…

Ah! Gut! Endlich mal jemand, der sich ernsthaft damit beschäftigt!

Also: Ist gar nicht so, dass ich von einer gezeichneten Bildergeschichte immer erwarte, dass sie lustig ist. Aber Erkenntnis, das wär schön.

Der Superstar-Status von Will Eisner war mir bekannt. Ich fand ihn bisher nicht besonders interessant, weil mir das zu dicht an diesen debilen Superhelden-Strips war. Stelle beim Nachschlagen in Wikipedia aber fest, dass er sich noch mit anderen Themen befasst hat.

Die Maus-Geschichten habe ich im Laden immer mal wieder durchgeblättert und genauso schnell wieder weggelegt - wie gesagt, ich fand darin keinen Erkenntnisgewinn gegenüber den herkömmlichen Medien: Der Themenkomplex ist sehr gut dokumentiert, und bedarf keiner weiteren Dramatisierung, finde ich.

Werde nach dieser Anregung aber das Lesen bei beiden nochmal erwägen.

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