21 Februar 2008

Wählen wann wir wollen

 
Nur mal so aus ... hrhrhrrrhmm ... staatsbürgerlichem Interesse ... habe ich den Wahlomaten von der Surfpoetenseite in Betrieb genommen. Der ist zwar vielleicht nicht mehr so ganz aktuell (2005), weil sich die politischen Schwerpunkte der Parteien mitunter ... verschieben ... aber trotzdem. Das Ergebnis ist aufschlussreich - und überrascht nicht sehr.

Zitier starts here:

Home FAQ Termine Offene Seite Links Kontakt

Diese Partei musst du wählen:

APPD - Anarchistische Pogopartei Deutschlands

Sie ist die Partei, die am besten zu dir passt. (Oder die, die am wenigsten nicht zu dir passt, also die Partei, die in den den wenigsten Punkten von deinen Vorstellungen abweicht. Sozusagen die Partei, die für dich das geringste Übel darstellt.)


Bist du unzufrieden mit dem Ergebnis? Möchtest du eine andere Partei? Eine Liste aller Parteien, danach sortiert, wie gut sie nicht zu dir passen, kannst du unter folgendem Link einsehen:
Alle Parteien
...


Der Alle-Parteien-Link funktioniert hier nicht. Wer jetzt unbedingt den Rest lesen will, soll den Wahlomaten selbst auf der Surfpoetenseite ausfüllen, das geht schnell und tut gar nicht weh.

Wegen der Vorlieben des Blogautors aber hier noch das Ergebnis für "Alle Parteien":

Home FAQ Termine Offene Seite Links Kontakt

APPDAnarchistische Pogopartei Deutschlands-0.61
FrauenFeministische Partei - Die Frauen-0.67
TierschutzTierschutzpartei-0.74
PARTEIDie Partei-0.75
MLPDMarxistisch Leninistische Partei Deutschlands-0.78
WASGWahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit-0.82
PSGPartei für soziale Gleichheit-0.84
GrüneDie Grünen-0.86
Linke.PDSLinkspartei.PDS-0.86
50Plus50Plus-0.9
GraueDie Grauen Panther-0.9
OffensiveDOffensive D-0.95
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands-0.96
FDPFreie Demokratische Partei-0.96
ProDMPartei Pro Deutsche Mitte /Schill-0.99
FamilienFamilienpartei-0.99
BüsoBürgerrechtsbewegung Solidarität-1.05
CMChristliche Mitte-1.06
CDUChristlich Demokratische Union-1.07
BPBayernpartei-1.07
PBCPartei Bibeltreuer Christen-1.09
CSUChristlich-Soziale Union in Bayern e.V.-1.11
ZENTRUMDeutsche Zentrumspartei-1.14
DeutschlandAb jetzt ... Bündnis für Deutschland Partei-1.14
NPDNationaldemokratische Partei Deutschlands-1.21
REPRepublikaner-1.21


e-Mail (webmaster): tube@surfpoeten.de


Für den Rest der Woche werde ich mich nun fragen müssen, wie die FFF - Föllig Feministische Frauenpartei - in der von mir initiierten Rangliste vor den militanten Tierschützern landen konnte. Zum Glück ist diese Woche nicht mehr sehr lang.

Vielen Dank an Tube und die anderen Surfpoeten!
 

Albanische Sprichwörter


Gestern bei den Surfpoeten ¹

Ein albanisches Sprichwort sagt:
"Wenn du einem Griechen die Hand gibst - zähl hinterher deine Finger nach!"
Genau dieses Sprichwort benutzen auch die Griechen. Bei ihnen handelt es von den Makedonieren - und den Albanern.

Ein albanisches Sprichwort sagt:
"Ein Dorf, das man sehen kann, braucht keine Ortsschilder!"
Hier irrt das albanische Sprichwort. Für den Berliner nämlich schon, also: Braucht es ein Schild. Für ihn ist ein Dorf wie das andere. Den Unterschied macht nur das Schild am Ortseingang. Aber wenn man lange in einem kleinen Ort gelebt hat, weiß man, wie unglaublich wichtig für die Einwohner der Unterschied zum nächsten Ort ist, und dass ihn auch jeder zufällig vorbeieilende Fremde genau kennt.

Ein albanisches Sprichwort sagt:
"Ein Mann kommt nicht mit einem Bart zur Welt."
Wir sagen: "Gut Ding will Weile haben" - und staunen, welche Bedeutung die Albaner dem Bart des Mannes beimessen.

Ein albanisches Sprichwort sagt:
"Und wenn sich die ganze Adria in Joghurt verwandelt - ein Albaner bekommt keinen Löffel." ²
Das ist die tiefe Schönheit der albanischen Sprichwörter: Diese Mischung aus Poesie, Hoffnungslosigkeit und völlig unbegründeter Absurdität.



¹ die Surfpoeten treten jetzt in der Pappelallee 15 auf, im Ballhaus Ost - aber das schnöselige, grundlos anspruchsvolle Publikum ist irgendwie mitgekommen. Dafür haben sie DJ Lt. Surf., den Menschen mit der großartigsten Plattenkiste der Stadt.

² im Beitrag von Robert Weber ging es um Geschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts, die albanischen Sprichwörter kamen nur als schmückendes Beiwerk vor.

19 Februar 2008

Neulich bei Google


Diesmal: Google Maps


...uuund zack: Enter!

...
Ihre Suche nach spülmittelfach öffnet sich nicht bei doberlug-kirchhain ergab keine Übereinstimmungen mit irgendwelchen Zielen.
Aha.
Vorschläge:
  • Vergewissern Sie sich, dass alle Wörter richtig geschrieben sind.
  • Probieren Sie andere Suchbegriffe aus.
  • Probieren Sie allgemeinere Suchbegriffe aus.

Danke. Werde ich dann mal tun.

18 Februar 2008

Verzehr

 
Kürzlich gab's da wohl eine NATIONALE VERZEHRSSTUDIE ¹. Die einschlägige Tagespresse formuliert das Ergebnis kurz und griffig:
"Niedrige Bildung = hohes Gewicht"
Ist das jetzt ein Fortschritt oder eine Rückentwicklung? Ein unberufener aber überaus hellsichtiger Kommentator meint jedenfalls: " 'Dick und Doof' - das waren früher zwei".



¹ ...Sachen gibt's...
...und sie schreiben das doch tatsächlich mit zwei s...

 

16 Februar 2008

Kultur & Kragen

 
Manchmal ist man dann doch gezwungen, ein Standard-Kleidungsstück zu tragen, weil die Kundschaft den eigenen ausgefallenen Kleidungsstil absolut nicht zu schätzen weiß.

Dieses hat der Blogautor heute auf der Innenseite eines gerade erworbenen Hemds gefunden:


Zum einen ist das lustig, weil sich am Design dieser Gebrauchsanweisung seit den späten 50er Jahren nichts geändert hat. Vielleicht ist es auch nur so dermaßen retro, dass man es mit bloßem Auge vom Original nicht mehr unterscheiden kann: Dieselben Schrifttypen, dasselbe Layout mit Eyecatchern, dieselbe einfache, aber effektive Grafik: alles optimiert für die Druckverfahren der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Firma heißt übrigens GILBERTO - ein gewöhnliches Kaufhaushemd.

Das ganze auf griffschmeichelndes Seidenpapier gedruckt, findet man diese Anleitung beim Auspacken in der zweit-inneren Faltenlage des Hemdes.

Womit wir endlich beim Thema angekommen wären: Die Fabrikverpackungen von Hemden. Vielleicht braucht die ja wirklich irgendjemand, diese Fabrikverpackungen. Ich nicht. Ich persönlich brauche nämlich zum Auspacken immer mindestens eine halbe Stunde - vermutlich erheblich länger, als in der Fabrik das Einpacken gedauert hat. Das liegt daran, dass diese Hemden über und über mit Stecknadeln gespickt sind. Das ganze ähnelt einem Kaktus, eine Verpackung, die sich der Erfinder von Bugs Bunny und Wile E. Coyote ausgedacht haben könnte, oder A.C.M.E. selbst.

Das fabrikmäßige Hemdenverpacken liegt im Status wahrscheinlich weit über dem Schnürsenkeleinziehen (siehe dort). Nervig ist es trotzdem. Der Autor dieser Zeilen merkt immer erst wenn er eine schwere Jacke darüber angezogen hat, dass leider noch irgendwo eine Nadel steckt.

 

Jack Pot

 
Ich weiß nicht, warum das immer wieder eine Nachricht ist:
"In Süddeutschland hat heute ein Spieler den Jackpot geknackt."


Viel erwähnenswerter, weil zutreffender, wäre doch:
"Wie jede Woche haben diesmal fünfzehn Millionen treue aber doofe Einzelne beim Lotto gar nichts gewonnen. Weitere fünfzehntausend haben so kleine Beträge gewonnen, dass es nicht einmal den Einsatz einer Woche deckt - in einem Spiel, an dem sie 52 Wochen im Jahr teilnehmen."

 

Vertraulich!


Betr.: PIN & andere Dienstleister
 
Was ist eigentlich davon zu halten, wenn Briefdienstleister PIN regelmäßig Briefe, auf denen 2fach groß und unübersehbar VERTRAULICH! steht, oben auf die Briefkästen abstellt?

Ich meine: Da kann sie doch wirklich jeder sehen, wegnehmen, lesen, aufmachen, verschwinden lassen, kopieren oder so. Dass irgendwas interessantes drin sein muss, steht ja schon außen groß drauf.


Ich verstehe natürlich: Der Name war auf den vielen vielen Briefkästen (genau 18) nicht so einfach zu finden, oder der Empfänger wohnt einfach nicht unter dieser Adresse - sondern im Nachbarhaus.

Ich selbst wohne allerdings unter dieser Adresse und mein Name steht gut lesbar auf dem Briefkasten. Neulich wurde mir trotzdem zum wiederholten male ein Brief auf diese Weise zugestellt: PERSÖNLICH! VERTRAULICH!

Naja, ich bin halt nicht der Herr Zumwinkel und für meine Post von Bank und Finanzamt interessiert sich deshalb anscheinend niemand. Ich staune dennoch, dass EC-Karten und Geheimzahlen manchmal ankommen. Wer sie vor mir noch gelesen hat, kann ich nicht immer sagen.
 

15 Februar 2008

Sinnvolle Dialoge


... in Pornos

Sorry, irgendwie geht's in diesem Blog ziemlich häufig um Porn und so¹. Aber wir sind ja im Internet - da muss das wohl so sein. Und dass hier Kinder mitlesen ist ohnehin sicher nicht zu befürchten.

Grade habe ich einen legendären Dialog wiedergefunden, dessen alle Leser, die ihn noch nicht kennen, teilhaftig werden sollen:

WARUM LIEGT HIER ÜBERHAUPT STROH?




Leider sind beim Transport die Untertitel irgendwie aus dem Film gefallen, deshalb hier noch die Transkription:
"Jaaah, das ist der ... Stromkasten, mit dem wir immer Probleme haben... wenn sie sich den mal ankucken ... könnten!"

"Nun, sehr gern, aber ... warum liegt hier überhaupt Stroh?"

"Hm, und warum ... hast du 'ne Maske auf!"

"Hmmm? ... pühhh ... dann blas mir doch einen."
Womit wieder einmal zweifelsfrei bewiesen wäre: Porno hat mit Liebe ü-ber-haupt nichts zu tun!



Und hier aufs wesentliche gekürzt und mit den Untertiteln IM Film.



¹ na gut, manchmal auch um andere Missverständnisse.
 

14 Februar 2008

Kunst und Demokratie


... und Präsidentengattinnen

I.
Ha! Schon seit längerem kursiert die These, dass sich bei Männern das Geltungsbedürfnis oft umgekehrt proportional zur Körpergröße verhält¹.

Wenn man für diese These noch einen schlagenden Beweis brauchte, muss man sich nur den amtierenden² französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ansehen: Der kleine Herr Gernegroß, denn sich die Franzosen so dringend als Präsidentendarsteller gewünscht haben, braucht ja immer was zum Angeben. Dieses Ziel verfolgt er dadurch, dass er ständig zeigt, dass die Regeln der anderen für ihn nicht gelten.

Aber dicke Uhren und dünne Freunde mit dicken Brieftaschen sowie einem gewissen Hang zur staatstragenden Korruption haben für sein Geltungsbedürfnis noch nicht ausgereicht. Also musste er sich eine verwöhnte Göre mit blauem Blut und hohem Promifaktor suchen und diese in Rekordzeit ehelichen. Genau, Carla Bruni, damals noch Tedeschi. Die Göre widerum steht immer schon auf Alphamännchen, oder solche, die sich dafür halten. Da haben sich genau die richtigen gefunden.

Der jetzige Präsi hat früher gerne gegen die wehrlose Unterschicht gehetzt und ließ diese im Zweifelsfall lieber verprügeln, also die Symptome beseitigen statt an den Ursachen der Unruhe etwas zu ändern. Inzwischen mit präsidialer Allmacht ausgestattet ist es ihm jetzt nicht recht, wenn die Presse alte Fotos von seiner Frau zeigt. Das ist schwierig, weil die ja schon mal als Fotomodell und dann als Popsternchen berühmt war - es existieren einfach wahnsinnig viele Fotos von ihr.

II.
So, soviel zur Vorrede. Es gibt nämlich auch diese sehr interessante Fotogalerie mit der großartigen Webseite, für die hier Werbung gemacht werden soll: LUMAS

Die Galerie handelt mit den Werken vieler beachtenswerter Fotokünstler. Meine großer Favorit ist diese Serie des Fotokünstlers Dirk Brömmel.

Die LUMAS-Galerie steht aber in ganz anderem Zusammenhang hier, weil man nämlich immer noch auf der Webseite DIE PRÄSIDENTENGATTIN NACKT! sehen kann:

Foto: Michel Comte

Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn der kleine Herr Gernegroß amtierende französische Präsident nicht bereits bewiesen hätte, dass er bereit ist, sogar an der Pressefreiheit herumzubiegen, als Ausweg aus der selbst herbeigeführten Chaos Popularität.

Die Abbildung der Präsidentengattin in nackt erweist sich inzwischen fast schon als deutscher Beitrag zur Demokratisierung Frankreichs - wer hätte das gedacht?

Und siehe, auch dieses kleine Blog hat etwas zu beizutragen zu Kunst, Kultur und Menschenrechten in fremden Ländern. Geil, was?



¹ nein, "Körpergröße" insgesamt, nicht einzelne Teile...
² man darf ja sehr gespannt sein, wie lange der noch so amtiert
³ ... ähm ... ? ... vergessen...

...ach, nee, da isses wieder: Das Gegenbeispiel für die eingangs erwähnte These ist Florian Henckel von Donnersmarck. Der ist zwei Meter groß und hat ebenfalls ein durch nichts gerechtfertigtes Geltungsbedürfnis. Soviel zu den Thesen.
 

11 Februar 2008

Stupid Comics

 
Der Autor dieses Blogs ist ja unter anderem ausgemachter Comicfreund und möchte aus schwer erklärbaren Gründen dem Publikum die folgende erstaunliche Liste besonders dämlicher Comics bekannt machen: Stupid Comics Die Liste macht ihrem Namen alle Ehre.

Gefunden über diese sehr ergiebige Linksammelstelle, welche nach den originellsten Kategorien sortiert ist, beispielsweise Drehbücher, Toiletten oder multitoll.
 

Seltsamer Zufall

 
Seltsame Zufälle geschehen ja reichlich. Unsere Stadt ist gar mal nicht so groß, nur 4 Millionen Einwohner - und ich treffe alle Nasen lang jemand, den ich kenne. Selbst wenn ich meinen Bekanntenkreis sehr weitläufig definiere, mehr als ein paar hundert Leute werden's wohl nicht sein. Insgesamt sehr wenige im Verhältnis zu den 4 Millionen. Aber fast jeden Tag treffe ich einen von denen. Seltsam.

Der Online-Buchhandel Amazon hat ein Angebot von ein paar hunderttausend Titeln. Ich schlage Moebius-Comics auf und treffe auf mehrere Bücher, denen ich in letzter begegnet bin. Wieder so ein Zufall: Das Ferkelbuch von neulich, "Is Jazz dead?" und noch zwei andere. Wie viele außer mir interessieren sich wohl dafür?

...

oooooh, aber da erkenne ich: Das ist die History der von mir nachgeschlagenen Bücher, nur dass sie nicht so heißt. Mein Benutzerverhalten, ohne meine ausdrückliche Zustimmung von AMAZON gespeichert, und sei es auch in einem Cookie auf meinem Rechner. Soso. Soviel zum Zufall.
 

Wohnungssuche 2008


vom Gebaren der Vermieter - eine gute Bekannte ist auf Wohnungssuche und erzählt von ihren Erlebnissen. Hörensagen also - aber plausibel

Ausgangslage: Die Wohnungssuche findet in Berlin statt, wir haben hier zur Zeit keine echte Wohnungsnot, aber bestimmte Marktsegmente sind einfach gefragter, beispielsweise bezahlbare 3-4-Zimmerwohnungen in innerstädtischer Lage.

Da in Berlin gerade keine echte Wohnungsnot herrscht, sind die Methoden der meisten Vermieter zur Zeit nicht ganz so kriminell wie früher. Dennoch wage ich die These, dass bei anziehender Nachfrage die Hauseigentümer und Verwalter sofort wieder bereit sind, zu den alten unanständigen Gewohnheiten zurückzukehren. Einige allerdings haben sich nie davon verabschiedet und ihr Geschäftsgebaren nur dem Zeitgeschehen angepasst.

Die gute Bekannte erzählt, sie habe grade eine interessante Wohnung in Moabit besichtigt, Oldenburger nahe Waldenser Straße. Das wird hier deshalb so genau beschrieben, weil es im folgenden wirklich unverschämt ist.

Die Wohnung wird bei 88qm für ca. 700€ angeboten, das ist der Preis in der Innenstadt, nicht besonders billig, aber akzeptabel, wenn der Rest stimmt. Die Wohnung hat die gewünschte Größe und die richtige Orientierung, Abendsonne. Der Ortsteil Moabit liegt sehr zentral, ist dabei aber gleichzeitig sozialer Brennpunkt und Problembezirk, nicht jedermanns Traum: Freilaufende Kampfhunde, Alkoholiker, Schläger und Drogenhändler sind deutlich häufiger anzutreffen als anderswo in der Stadt. Man überlegt sich das vielleicht nochmal.

Und jetzt kommen die Bedingungen der Wohnung, Hörensagen, wie schon eingangs erwähnt, meine Bekannte schildert es aber sehr glaubhaft so: Der inserierte Preis für die Wohnung beträgt 710€ sagt der Verwalter, aber naja, der Fußboden müsste doch noch gemacht werden, Dielen schleifen und so. Der Eigentümer würde das erledigen - die Miete beträgt dann 40€ mehr im Monat. Die Mieter könnten das natürlich auch selbst ausführen.

Aber demnächst würde ja die Fassade gemacht, dann wird es viel wärmer und die Heizkosten sinken, vielleicht. Dafür steigt die Miete. Fassade renovieren heißt heute in der Regel: Wärmedämmung anbringen. Erhöhter Wohnwert, das kann auf die Miete umgelegt werden. Die Maßnahme ist bereits beauftragt, nur leider leider kann der Verwalter nichts über die Mieterhöhung sagen. (seltsam: Jeder, der sowas ausführt, schätzt zuerst die Baukosten, holt Angebote ein und rechnet genau, wie hoch die Miete hinterher sein wird - ein paar Mieter widersprechen immer). Also: ein Anstieg der Miete ist sicher.

Und es gäbe einen Staffelmietvertrag. Staffelmietverträge sehen so aus, dass über Jahrzehnte eine Mietsteigerung weit oberhalb der Inflationsrate vereinbart wird, beispielsweise 5% pro Jahr. In fünf Jahren ist also die Miete im Vergleich zur Kaufkraft der Bewohner nahezu unmerklich um etliches angestiegen.

Naja, und außerdem noch ein Kündigungsausschluss für ein Jahr. Gemeint ist: Der Mieter darf nicht kündigen. Also, dürfen darf er schon, aber egal ob er auszieht oder nicht - er muss für ein Jahr die Miete zahlen.

Und dann sollte man noch eine klitzekleine Freistellung wegen der Daten ausfüllen, wirtschaftliche Auskünfte, Schufa und so. Man soll zustimmen, dass sie einen informationstechnisch ausziehen. Das wird Ihnen doch nichts ausmachen, oder?

Herrjeh: Die sind nun wirklich gerissen. Falls jemand ein Beispiel für unangemessene Benachteiligung eines Geschäftspartners sucht - das hier ist eins. Wir rekapitulieren:

    Zwiespältige Gegend
+ ganz schöne Wohnung
+ mittlere Miete, nicht besonders günstig
+ versuchte Mietsteigerung wegen Dielen
+ absehbare verschleierte Mieterhöhung wg. Fassade
+ Staffelmietvertrag
+ Kündigungsausschluss für 1 Jahr
+ Freistellungsverlangen

= besonders gerissenes Verwalterschwein geschäftstüchtige Hausverwaltung

= nicht mieten!

...und dem Vermieter einen verwesenden Kadaver in den Garten werfen.
 

09 Februar 2008

Suchgesuch

 
Könnte sich bitte *der eine Leser* ¹ der Chronik der Kürbiskriege mal hier melden? Einerseits wäre das eine schöne Motivation zur Fortsetzung der Serie. Andererseits wäre der Blogautor sogar bereit, den Erwartungen dieses ... ähm .. sehr überschaubaren, aber auch erlesenen Publikums irgendwie ein wenig entgegen zu schreiben. Ja.


¹ Leserin gilt ggf. auch
 

07 Februar 2008

Du bist Jung und Matt und...


...redest Leuten gerne Angst ein, wenn Du was verkaufen willst. Um dann dein Ansehen wieder aufzubessern machst du Kampagnen, in denen du erzählst, wie toll ihr beide seid, du und Deutschland

III. Epilog


Es gibt eine technische Lösung. Sie sieht nur anders aus.

Die Forderung nach richtigem Lüften ist normalerweise Quatsch, auch wenn die Vermieter und von ihnen bezahlte Sachverständige das immer gerne behaupten. Vermeintlich "richtiges" Lüften (3x am Tag Stoßlüftung) ist aufwändig und lebensfremd, und es verschwendet trotzdem Heizenergie.

Richtig ist: Das Haus wird ordentlich gedämmt, alle Bauteile, ohne Wärmebrücken, die Fenster und Türen werden ordentlich abgedichtet, mit dem Dichtband des oben erwähnte Hersteller zum Beispiel - dafür taugt es nämlich. Und dann wird die Raumluft abgesaugt und über einen Wärmetauscher geführt: Wärmerückgewinnung. Diese Technik muss allerdings der Hauseigentümer bezahlen - was er nicht gern tut.

Kostet bei einem Neubau im Mehrfamilienhaus je Wohnung etwa so viel wie 5 qm Wohnfläche.



Gefunden hier und von dort nach hier - "in Zusammenarbeit mit Jung von Matt" Werbeagentur GmbH.
 

Top 40


...heute wieder mal aus meiner Webstatistik...

Top 40 Suchbegriffe uniq
kindergartennamen479
pferdeporno225
goldfischli212
kartoffelkanone105
reichshauptstadt germania41
kindergartenname39
pimpern37
schlimme gedichte36
federtürschließer33
friedscout25
rede brautvater23
krankenhauswitz22
pferdeschuh17
pin mail13
pferdestiefel13
fernsehtürme13
crellemarkt13
segelmacher12
kindergarten-namen12
pin mail ag11
kacke10
gewinnportal.com9
dauer des geschlechtsverkehrs9
ibolithisch9
schnürsenkel richtig einfädeln9
kürbisallergie9
rede des standesbeamten9
till schweigers kinder8
jut tup8
denny dent8
was macht ihre/n traumfrau/mann aus?8
drachen porno8
foto brautpaar8
rede standesamt8
melonensamen7
charzykowy7
trydelmarkt7
.. dinge würden sie mit auf die einsame insel nehmen?7
schnürsenkel einziehen7
geschlechtsverkehr6

Wie man sich bereits denken konnte, gefallen dem Autor mit seiner Freude am Exotischen besonders diese Umlautersetzungsgeräte - ü und ä - und der trydelmarkt. Dass jemand hier nach Till Schweigers Kindern sucht, ist überraschend. Die Anfragen nach Sex in den ungewöhnlichsten Spielarten eher nicht. Sogar Ibolithisch ist sehr gefragt.

Aber: Habt ihr erkannt, dass da jemand nach Youtube sucht?

06 Februar 2008

Du bist Jung und Matt und...


...siehst deine Aufgabe darin, Sachen zu verkaufen, indem du Menschen Angst machst, weil die Sachen sonst vielleicht schwerer zu verkaufen sind. Hier: Fugendichtband


II.

Also, zurück zum Schimmel: Jede gute Lüge hat natürlich einen wahren Kern, das wissen gerade auch Werber. Das ist wichtig, damit man sie am Ende nicht doch noch verklagen kann: "Ich habe doch aber das Dichtband eingebaut - und jetzt schimmelt es trotzdem?"

Bei genauer Betrachtung schimmelt es unter Umständen sogar "gerade wegen".

Und das geht so: Die Schimmelsorten, die bei uns im Haus üblich sind, lieben ein gleichmäßig feuchtes Ambiente, das ist schon alles, was sie brauchen. Und einen nahrhaften Untergrund - Rauhfasertapete mit kleinen Holzschnipseln drin ist deutlich ergiebiger als nackter Kalkputz.

Im Zweifelsfall, wenn die übrigen Bedingungen besser sind, kann sich mancher Schimmel aber auch aus Nährstoffen aus der Raumluft ernähren, da ist mehr drin als man glaubt, all das, was sich sonst als Staub auf Möbeln niederschlägt. Dann braucht er gar keine Rauhfasertapete.

Jetzt ein wenig Physik, ganz wenig: In der Raumluft ist immer Wasserdampf enthalten, umgangssprachlich sagt man "Luftfeuchtigkeit". Wasserdampf ist gasförmig und man kann ihn nicht sehen. Wenn sich die Luft unter eine bestimmte Temperatur abkühlt, kondensiert das Gas zu Wassertröpfchen, die sich zusammenballen. Erst diese kann man als Lufthauch sehen.

Die spezifische Temperatur nennt man den "Taupunkt", und sie ist abhängig davon, wie viel Feuchtigkeit in der Luft enthalten ist. Je weniger Feuchtigkeit, desto niedriger muss die Temperatur fallen, damit es kondensiert. Viel Feuchtigkeit - Kondensation schon bei höherer Temperatur.

Wenn das oft passiert und das Wasser nicht wegtrocknet, kann ein Bauteil allmählich durchfeuchten - aber dem Schimmel genügt zum Wachstum sogar nur ein gleichmäßiger Flüssigkeitsfilm auf der Oberfläche. Der Vorgang ist derselbe wie bei einer beschlagenen Scheibe.

Es gibt ein paar bekannte Faustformeln und Werte, wann Schimmelbildung wahrscheinlich eintritt: Luftfeuchte im Raum längere Zeit über 65%, Temperatur der Wandoberfläche unter 12,4°C. Die Werte schwanken, je niedriger die Wandtemperatur, desto weniger Luftfeuchtigkeit genügt für das Kondensieren. Und sie sind auch abhängig von der Schimmelsorte: Es gibt wie überall genügsame und anspruchsvolle.

So weit. Bis hier hin alles klar?

Woher kommt nun die Luftfeuchtigkeit eigentlich? Ja, sicher, auch von draußen. Aber das ist der kleinere Teil. Das meiste ist einfach in der Atemluft enthalten, die der Mensch ausatmet. Und seine Tiere. Sowie die Pflanzen, und was vielleicht noch Aquarien verdunsten, Zimmerspringbrunnen, Luftbefeuchter, nasse Wäsche, Geschirrspüler dampfen auch einiges.

Heißt: Die Feuchtigkeit in den Räumen macht der Mensch. Je länger er im Raum ausatmet, desto höher steigt die Menge von Wasserdampf in der Luft. Sobald er lüftet und von draußen Luft hereinlässt, sinkt die Feuchtigkeit wieder deutlich, bis zu der Menge, die von draußen kommt.

Aber der Mensch hat es auch gerne warm, darum baut er ja Häuser. Warm kann man es machen, wenn man Wärme erzeugt - oder, indem man sie nicht hinaus lässt.

Wärme erzeugen: Heizung.
Wärme nicht hinauslassen? Dämmung der Wände, oder? Und, najaaaa - möglichst wenig lüften.

Und hier treffen zwei Welten mit sehr unterschiedlichen Interessen aufeinander. Wenig Wärmedämmung: Kalte Wändoberfläche. Wenig Lüftung: Hohe Luftfeuchtigkeit. Wärmedämmung - bezahlt der Bauherr. Heizkosten - der Bewohner. Natürlich will keiner von beiden zahlen.

So, aber wann kommt denn jetzt der Schimmel?

Der muss nicht erst kommen, der ist schon längst da. Die Sporen schwirren fast überall herum und sind so klein, dass man sie ohnehin nur schwer filtern kann. Sie setzen sich irgendwo fest, wenn sie einmal günstige Bedingungen gefunden haben, breiten sie sich wieder aus. Aber eben erst dann.

Die Idee "Schimmel nicht ins Haus lassen" ist völlig abwegig. Es gibt nur einen Spezialfall, in dem das vielleicht gelingt: Wenn man ein neues Haus baut, es vollkommen neu einrichtet und auch sonst keine Andenken aus dem alten Haus mitnimmt. Neue Kleidung nicht vergessen! Und der Besuch muss sich in der Schleuse an der Haustür ausziehen, die Kinder nach dem Kindergarten natürlich auch.

Sinnvoll angewendet ist das Dichtband dieses Schweizer Herstellers unter Umständen gar nicht so schlecht, es bremst die sogenannte natürliche Lüftung. Will sagen: Es lässt die warme Raumluft nämlich nicht hinaus. Und mit ihr die Feuchtigkeit Und welche Folge hat das zuerst? Genau: Die Feuchte in der Raumluft steigt. Man muss jetzt sogar besonders oft die Fenster aufreißen.

Deshalb gilt: Wenn man etwas gegen Schimmel tun will, muss man wirklich andere Maßnahmen ergreifen. Das wollten Matt und die Jungs vermutlich erst gar nicht hören, so lässt sich nämlich kein Dichtband verkaufen. Da schüren sie lieber Angst, Panik, Emotionen, für ein paar Dollar mehr.

Und jetzt sind wir doch da angekommen: Du bist Jung von Matt und GENAU DU bist Deutschland!
 

05 Februar 2008

Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel

 
Dieser Vorgang ist atemberaubend: Ein kirchenkritisches Bilderbuch für Kinder soll auf den Index für Jugendgefährdende Schriften gesetzt werden.

Im Spreeblick ist der Sachverhalt schon sehr schön erläutert: Dieses Ferkel ist kein Antisemit!


Kurz zusammengefasst: Ein Bilderbuch für Kinder gibt sich kirchenkritisch und führt die Fundamentalisten von drei Weltreligionen vor. Warum auch nicht - es gibt sie ja: Die Leute die mit der Angst Geschäfte machen wollen (siehe auch den vorangegangenen Blogeintrag). Weil auch die christliche Kirche darunter ist, sucht das deutsche Familienministerium anscheinend nach einem Grund. Es findet ihn in der Darstellung eines fanatischen orthodoxen Juden. Im Buch werden auch fanatische Christen und Moslems abgebildet, aber die haben in Deutschland nicht ganz denselben Bekenntniswert wie Juden.

Mit der fadenscheinigen Begründung, das Judentum insgesamt werde somit herabgesetzt, beantragt das Familienministerium des bis vor kurzem noch säkularen Staates Deutschland die Indizierung bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften.

Der Gipfel der Heuchelei, Frau Familienminister! Im übrigen eine weitere Beleidigung des Judentums, wenn man es wieder einmal instrumentalisiert, um es als Hebel für ganz eigene Ziele zu verwenden. Wann war das noch gleich das letzte mal passiert?

Oben auf der Spreeblick-Seite ist schon eine Stellungnahme der Buchautoren zu finden, der Verlag hat eine eigene sehr informative Unterstützerseite ins Netz gestellt und abgesehen davon sind beispielsweise die Blogger Deutschlands dazu aufgerufen, diesen Vorgang bekanntzumachen und dem Familienministerium seine unverfrorene Heuchelei um die Ohren zu hauen.

Die Presse äußerst sich hier (Humanistischer Pressedienst) und hier (TAZ) und hier (Tagesspiegel) dazu.

Und vor allem: Hier liegt der Originaltext des Antrags. Auszug:

Begründung:
Das vorstehend bezeichnete Buch ist nach18 Abs. 1 JuSchG geeignet, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden.

Aha? Wo denn? Wenn man den Antragstext liest, staunt man, wie professionell die Beamten missverstehen. "Im Auftrag: Susanne Schuster". Wie geschult sie Aussagen und offensichtliche Absichten des Buches ins Gegenteil verkehren:

In dem Buch werden die drei großen Weltreligionen Christentum, Islam und das Judentum verächtlich gemacht. Die Besonderheiten jeder Religion werden der Lächerlichkeit preisgegeben.

Nein nein, nicht ganz: Es werden die Fundamentalisten dieser Religionen lächerlich gemacht.
Früher hätte man geglaubt, dass diese Art Argumentation ins Reich der spanischen Inquisition gehört ("Wer sich verteidigt, klagt sich an"). Sicher, später hatten auch die Diktaturen des 20. Jahrhunderts solche Ankläger.

Aber dachten wir nicht alle, das sei vorbei? Wo bekommt das Familienministerium solche Leute her? Zum Beispiel Frau Susanne Schuster, die im Auftrag handelt.

Diese Art der bildlichen Präsentation stellt die jüdische Religion als besonders menschenverachtend, grausam und mitleidslos dar.

Um genau zu sein: Sie stellt die Extremisten der jüdischen Religion so dar, und dass dies mit den Extremisten der anderen Religionen im Buch genauso geschieht, hat Frau Susanne Schuster im Auftrag irgendwie übersehen.

In der Gesamtbetrachtung weisen Text und Abbildungen des Buches mithin antisemitische Tendenzen auf. Das Buch ist somit geeignet, Kinder und Jugendliche sozial-ethisch zu desorientieren.

Antisemitisch handelt vor allem, wer das Judentum als Werkzeug für andere Ziele einsetzt, denke ich. Aber gerade das hat in Deutschland Tradition.



In der SZ findet sich eine ganze Serie von Bildern aus dem Buch, die an einer Stelle leider auch mit dem immer sehr wirksamen Nazi-Vorwurf hantiert "erinnert an Karikaturen aus der NS-Zeit", allerdings ohne dass der Autor Karikaturen aus der NS-Zeit auch wirklich kennt, die sahen anders aus. Publikumswirksam, plakativ, billig - und falsch.


Außerdem ist es immer heikel, wenn man von Bildern nur den Ausschnitt veröffentlicht, der einem passt - die Sache mit dem Zusammenhang. Die BILD-Zeitung macht das auch so.

 

04 Februar 2008

Du bist Jung und Matt und...

I.

... hast nicht viel Ahnung von der Welt. Aber immerhin bist du Profi im Dummschwätzen. Dann kommst Du wie die meisten Werber auf seltsame Ideen, die sehr bildhaft einen Sachverhalt ziemlich falsch darstellen. Hm? Nein, nein, es geht diesmal nicht um "Du bist Deutschland", sondern um Schimmel im Haus.

Wenn du Jung und Matt bist, lässt du ein Filmchen wie dieses drehen, das mit Schimmel im Haus genau gaaar nichts zu tun hast. Denn das ist nämlich deine Aufgabe: Zusammenhänge herstellen, wo keine existieren, um Sachen zu verkaufen, die sich mit ehrlichen Mitteln anscheinend nicht verkaufen lassen.

Jaja, genau, Menschen haben Angst vor Schimmel im Haus. Schimmel macht nämlich böse krank, haben sie mal gehört. Böser Schimmel! Sagt nämlich jeder Haushaltsratgeber im Fernsehen:

Schwarzer Fleck = böser Schimmel = schlimmer Krebs = bald tot!

Und wenn einer schon mal Angst hat, kann man dem prima Sachen verkaufen, von denen man behauptet, dass er damit keine Angst haben muss. Zum Beispiel Dichtbänder gegen Schimmel.

Man könnte auch Taschenlampen gegen Verkehrsunfälle verkaufen. Kondome zur Vermeidung von Behinderungen an Kindern. Benzin gegen Angst in der Dunkelheit.


...to be fortcontinued...

Na schön, damit der Firmenname wenigstens einmal ordentlich in diesem Artikel steht: Die Brüder heißen Jung von Matt Werbeagentur GmbH
 

Listen

 
Der Autor dieses kleinen Blogplatzes hält schon das Erstellen von Top-Ten-Listen und Hitparaden für ausgemachten Blödsinn, selbst wenn man diese für sich behält. Und mehr noch ist das Publizieren derselben ausgemachter Unfug: Warum sollten fremde Leute erfahren müssen, was für Vorlieben die übrige Welt so hegt?

Na gut, da mag sich vielleicht doch der eine oder andere Grund finden lassen. Aber das gilt mit Sicherheit nicht für Hitparaden.

Dennoch gibt es auch sinnvolle Anwendungen, nämlich dann, wenn jemand eine Art Lexikon daraus macht und solche Listen sammelt, so wie im folgenden Blog. Weil es beim Goldfischli öfter mal ums Bauen geht, hier ein Beispiel zum Thema:


In Kürze kommt ein Berliner Stadtschloss hinzu.

The Basket-House.

 

03 Februar 2008

"Platin"

 
Nur um das klarzustellen: Der nächste, der mir eine Mitgliedschaft hier ans Herz legt, wird in Kürze einen gewaltsamen und sehr schmerzhaften Tod erleiden.
 

31 Januar 2008

Der Jazz ist tot


Hier soll heute ein wenig polarisiert werden.
Andere machen das ja auch, oder?


Der Jazz ist tot. Oder kann mir einer der Mitleser irgendeine Gruppe oder einen Einzelmusiker nennen, der die Musikrichtung Jazz zur Zeit irgendwie weiter bringt? Mir will einfach niemand einfallen.

Ich meine, schlimme Kopien gibt es bestimmt, und immer reichlich. In anderen Musikrichtungen ja auch: Kann sich noch irgendwer an den furchtbaren Hype von Franz Ferdinand vor ein paar Jahren erinnern? Die konnten doch wirklich nichts. Außer blöden Reimen auf Lachsfisch. Und? Erinnert sich jemand sonst noch an irgendein Detail? Richtig: Da war auch keins. Nur nach Reimen auf Lachsfisch hat sich die Welt verzehrt.

Gleichzeitig versuchten Leute wie Maximo Park und die Kaiser Chiefs auch, gehört zu werden. Sie hatten sogar irgendwie Erfolg - nur eben Bruchteile von dem der Franz Ferdinands. Dabei hatten sie immer eine Harmonie mehr als diese unterbelichteten Hype-Könige. Interessierte niemand.

Die Rolling Stones finden ja auch ihre Anhänger. Bis heute gibt es Millionen von Leuten, die es für unglaublich genial halten, wenn sich Typen im Rentenalter und mit Reptilienteint auf der Bühne zum Affen machen, lebende Fossilien. Dasselbe retardierte Zeug vortragen wie die letzten fünfundvierzig Jahre.

Vier oder fünf Treffer in fünfundvierzig Jahren, das ist elend. Wenig. Aber sie sind wohl Stars. Die Stones mit ihren atemberaubend wenigen Einfällen - ein mickriger Planet im Universum der Beatles. Je nun.

"Aber seht mal! Wir können ausflippen! Wir können auch Drogen nehmen! Sogar viel mehr als ihr!"
"Ah ja?"


Es gibt anscheinend immer reichlich welche, die sowas beeindruckt.

Während vor fünfzig Jahren vom Rat Pack die Coolness erfunden wurde - nicht wirklich erfunden, das passiert ja alle Jahre wieder, aber immerhin - gibt es heute armselige Kopien wie Michael Bublé und Roger Cicero. Die haben erst gar nicht verstanden, dass die tiefere Anmut der Performance nicht im perfekten Absingen debiler Liedchen liegt. Sondern. Sie stellen sich hin, nennen sich Crooner, wie die Großen, und dann singen sie perfekt. Perfekt langweilig. Niemand, der halbwegs bei Trost ist, erträgt dieses Geschleime längere Zeit.

Und der Jazz? Jazz hat ohnehin kein Millionenpublikum, sehr wenige sind damit reich und berühmt geworden. Immerhin hat sich der Jazz entwickelt, die ganze Zeit, und es fand sich immer jemand, der entwickeln wollte. Aber heute?

Der Jazz ist wohl leider tot.
 

28 Januar 2008

Schlechter Gesang...

 
... ist genetisch und daher erblich. Bei Vögeln. ¹

"Aber du bist doch gar kein Vogel" tönen mir da die Stimmen meiner Freunde gleich wieder im Ohr.


¹ nein, da fehlt kein m.
Obwohl.

 

27 Januar 2008

And now for something...

 
...ganz anderes. Wo habe ich nur die letzten Jahre gelebt? So ähnlich wie neulich schon bei den Elektroautos war mir auch im folgenden Fall irgendwie entgangen, wie weit die Brüder inzwischen sind. Zum Beispiel: Repstyles VS Zulu Kings



Rrrrespekkkt, alder!
 

23 Januar 2008

Schwer durchschaubare Vorschläge

 
Wir schreiben Dienstag, den 23. Januar 2008. Per Mail trifft das tägliche Kochrezept ein. Heute: Schokoladenweihnachtstorte¹.

Na, ob die sich noch so lange hält?


Lieber 100goldfischli,
was kommt denn heute in den Kochtopf?
Wir empfehlen:
Schokoladen-Weihnachtstorte

Ach so: In den Kochtopf. Aha.



¹ ich liebe Wörter mit 22 Silben (gefühlt)
 

22 Januar 2008

Schäumen und Träumen II


Aua aua auaaaa!


Vorhin bin ich mitten in eine telefonische Beratungsstunde von Radio 1 reingeraten. Montags haben sie immer Baufragen, und als ich das letzte Mal diesen sehr speziellen Sendeplatz hörte, gab dort ein "öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger" (ö.b.u.v.) sein Wissen zum besten.

So einer ist DAS! FACHWISSEN! IN! PERSON! und per definitionem, sozusagen die Spitzenelite im Auskunftswesen in Baufragen. Da sinkt meine Wenigkeit in Ehrfurcht auf die Knie.

Lausche ich also andächtig den Erläuterungen zu Dielen und Laminat. Laminat ist ja einfach gepresster Schrott aus Holzabfällen und Kleister mit aufgedruckten Fotos - darüber spricht man am besten gar nicht, wenn man vom Bauen Ahnung hat.

Es kommt ein Punkt, wo die Zuhörerin am Telefon¹ nach knarrenden Dielen fragt, und wie man das abstellt. Da bin ich auch sehr gespannt.

Dann bekomme ich beinah einen Herzinfarkt: Der vermeintliche Baugott Fachmann beginnt einen Satz mit "Im Baumarkt gibt es da so einen speziellen Bauschaum..." und wiederholt dann beinahe wörtlich diese unsinnige Behauptung - welche hier aus gutem Grund bereits vor einer Woche verteufelt wurde. Mir wird schwindelig. "... man muss aber den guten Zwei-Komponenten-Bauschaum nehmen!" Ja, ganz bestimmt.

Am Ende vergessen sie leider, den Namen dieses ausgewiesenen Fachmanns nochmal anzusagen.

...

Inzwischen sind einige Stunden vergangen, ich habe mich fast wieder erholt und auf der Webseite vom Radio 1 recherchiert, welcher Bauversager das denn nun wirklich war. Für einen öbuv Sachverständigen ist das ziemlich beschämend. Und bei genauer Betrachtung stellt sich heraus: Diesmal war es gar keiner, sondern der "Profi-Heimwerker" Christian S.².

Profi-Heimwerker, soso. Und genau so sind auch seine Tipps. Na, dann kann ich ja jetzt wieder aufstehen.


¹ über diese unglaublich dämliche Unsitte mit den Call-in-Sendungen reden wir in Kürze mal, ja?
² voller Name der Redaktion bekannt - oder bei Radio 1 zu erfragen.

 

Ewige Regeln

 
Und am 2.397.418ten Tag kam der Herr ungefragt mit seinem Rat:

"Du sollst nicht betrunken computern!"

Wie üblich viel zu spät.
 

20 Januar 2008

Blöde Falle

 
Da ist man im Supermarkt auf der Suche nach Gelierzucker und findet endlich im Regal etwas unter der Bezeichnung "Einmachzucker". Große Freude, weil sowas im Januar nicht zwingend zu den Saisonartikeln gehört.

Kurz vor dem Einsatz in der Küche sucht man die Dosierungsanleitung auf der Packung, und da steht nur was von "schichtenweise zugeben". Aber nicht genau wieviel.

Nach einer weiteren Weile hektischer Suche - im Topf brodelt es schon - wird einem klar: Das Zeug geliert gar nicht.
Einmachzucker ≠ Gelierzucker.
Einmachzucker = überteuerter grobkrümeliger Profanzucker.

Zum Glück waren noch andere Hilfsmittel da. Also: Wenn die Marmelade auch nach Wochen nicht fest werden will, liegt das nicht notwendig am eigenen Ungeschick - sondern könnte durchaus von dem bescheuert beschrifteten "Einmachzucker" kommen.

Ist was?

Nein, der Artikel ist hier zu Ende. Noch Fragen?

Ach so: Was es zur Zeit zu Marmelade zu gelieren gibt...?

Blutorangen, die haben grade Saison. Noch bis Ende Januar.
 

19 Januar 2008

This will NOKIA out!

 
Argh!

Ich kann das NOKIA-Gewinsel nicht mehr hören! Wenn man einen Großkonzern mit viel Geld aus der Ferne an einen Standort lockt, dann bleibt der eben genau so lange, wie das Geld fließt. Anschließend macht er die Bude zu. Na und? Wer darüber überrascht ist, hat wirklich nichts verstanden - der ist ein Dummkopf, oder er ist ein Heuchler. Wahrscheinlich beides. Auf jeden Fall sollte er den Mund halten.

Dass Firmen Geld verdienen wollen, ist ja nicht ganz neu. Und wenn Konzerne das in der Fremde tun, anstatt bei sich zu Hause, haben sie ihre Gründe. Jedenfalls darf man annehmen, dass die NOKIA-Manager die Verträge lesen, bevor sie sie unterschreiben. Im Gegensatz zu, sagen wir mal, einem deutschen Politiker oder Fördermittelverteiler. Dass da irgendwelches Geld zurückgezahlt werden muss, ist äußerst unwahrscheinlich.

Ein mittelständischer einheimischer Unternehmer hätte den Standort möglicherweise nciht ganz so schnell verlassen, aus persönlichen Gründen vielleicht. Aber wer konnte das denn ahnen?

An die kleinen und großen Förderskandale will sich jetzt wieder niemand erinnern, an die deutschen Konzerne, die über Jahrzehnte keinen Cent Steuern zahlen, an den Milchunternehmer Müller, der mit Fördermitteln Arbeitsplätze vernichtet hat. Vor der Wende schon wurden im Bundesgebiet Zigarettenfabriken geschlossen und mit Fördermitteln und weniger Arbeitsplätzen in West-Berlin wieder aufgemacht. Das ist diesen NOKIA-Winselanten alles ganz neu, ja?

Und jetzt, wo wieder mal eine Milchmädchenrechnung nicht aufgegangen ist, ist der Jammer groß. Argh!
 

17 Januar 2008

Parkettkeramik

 
In der Statistik vom Blog entdeckt man immer wieder bemerkenswerte Dinge: Da hat jemand nach "parkett keramikbeschichtung" gesucht.

Hallo?

Manchmal wissen die Leute wirklich nicht, was sie zuerst wollen sollen. Wünschen darf man sich ja, am besten alles auf einmal, egal wie sinnvoll, was?

...

naja, und der nächste sucht "Trittschalldämmung an der Decke Altbau".

Ich ahne zwar, was er will, aber zuerst stellt man sich dabei doch einen vor, der mit den Füßen an der Decke rumläuft. Und die Nachbarn von oben haben sich beschwert über das Geräusch, dieses ständige "plopp - plopp - plopp" das die Saugnäpfe machen.

???

Och, nur so.

Aber was jemand sucht, der "bretter germania" googelt, kann ich mir beim besten Willen nicht erkären.
 

15 Januar 2008

The Roches

 
Kennt irgendwer die Roches?

Mir scheint, die sind sehr zu Unrecht und unverschuldet unbekannt geblieben. Dabei gibt es die bereits recht lange.



Den Rest könnt Ihr diesmal selbst recherchieren.
 

14 Januar 2008

Finde 3 oder 4 Fehler...

...in folgender Abbildung:



Das Beispielfoto ist ein Zitat von der Webseite Richtig schön kochen. Könnte man auch als Verbesserungsvorschlag missverstehen. Muss man aber nicht.

Ideen und Einfälle

 
Seltsame Ideen I

Wooohaahaahaa! Harald Martenstein hat grade in der Zeit einen wunderbaren Artikel über "Keinohrhasen" geschrieben, den neuen Film mit Till Schweiger und Nora Tschirner, und andere spielen da wohl auch noch mit.

Der Harald M. beschreibt in seinem Artikel die seltsame Idee, diesen Film mit der Freigabe "FSK ab 6" zu versehen. Lest Ihr am besten selbst.

(via ix). ¹


Seltsame Ideen II

Dann kommt man auf den Gedanken, "Stille Tage in Clichy" zu gugeln. Da war doch was? Davon hat jeder schon mal gehört - aber keiner weiß was genaues. In diesem Fall erhebt sich die drängende Frage: Darf - soll - muss man dabei Schweinkram assoziieren?

Gut, kaum ist Gugel angeworfen, taucht aus der Erinnerung auch so wieder auf: Es handelt sich um ein Skandalbuch von Henry Miller, das inzwischen ein paar Mal verfilmt wurde. Nicht dass ich das gelesen hätte. (wieso eigentlich nicht? weiß ich jetzt auch nicht mehr)

Die seltsame Idee dabei: Gleich als sechstes von 14.300 Ergebnissen (ungefähr) trifft man auf einen Link namens "POWERMETAL.de - Video: Stille Tage in Clichy - Special Edition".

Das überrascht mich dann doch sehr, dass sich heutzutage Powermetalfans für Literaturverfilmungen interessieren. Ich muss dringend an meinen Vorurteilen arbeiten.


Seltsame Ideen III

Die Spammer haben häufig seltsame Ideen, ich weiß auch nicht wieso. Neulich war da dieser Witzbold, der mir vorschlug, ich sollte doch mal ausprobieren, dass man nur einmal lebt (und er schreibt mir immer noch).

Diesmal ein anderer mit einem ganz spektakulären Einfall:
"Subject: Herr Goldfisch - wollen Sie arbeiten ? Garantierter Jahresverdienst von 250 Euro!"

Doch so viel, ja? Das ist ja ein Waaaahnsinns-Angebot! Und ich brauche dafür wirklich nur zu arbeiten, hm? Kein Haken dran? Aber wie soll denn das gehen?

"Hallo Herr Goldfisch,

sind Sie auf der Suche nach einem Nebenverdienst?
Verdienen Sie jetzt Geld mit Umfragen! Bequem, schnell und einfach von Zuhause aus! Wir garantieren Ihnen mindestens 250 Euro Jahresverdienst!

Jetzt anmelden und verdienen..."


Warum nochmal sollte ich das tun?

250,- Euro in der Stunde, das wäre in Ordnung. Was? Sicher, ich weiß ja, das klingt unbescheiden. Aber ich treffe immer wieder Leute, die wirklich so viel abrechnen.

250,- Euro in der Woche: Naja, damit liegt man über dem Sozialhilfesatz. Es gibt in Deutschland Menschen, die tatsächlich für so wenig arbeiten müssen. Unanständig ist es trotzdem. Unanständig wenig.

250,- im Monat. Zugegeben, die meisten Schüler bekommen etwas weniger Taschengeld. Aber wenn man Kost und Logis frei hat?

250,- Euro im Jahr? Was soll das werden? Eine Spamleserverhöhnung? Der Wertverlust der Hardware, welche man zum Lesen des Spams benutzt, ist höher als der Spammer einem da als "Verdienst" verspricht. Ganz zu schweigen davon, dass man womöglich Papier und (!) einen Stift für diese Tätigkeit braucht.

Also?

Spammer haben seltsame Ideen...



¹ die Sache mit der FSK-Freigabe erklärt sich vielleicht am einfachsten, wenn man den folgenden Artikel gelesen hat:
STERN - Voll Porno!
Till Schweigers Kinder werden dort aber nicht explizit erwähnt.
 

Moderne Zeiten

 
Wau! Mir war völlig entgangen, dass die Brüder inzwischen so weit sind: 350km Reichweite, Ladezeiten unter drei Stunden, sieben verschiedene Hersteller.

Es geht hier um Elektrofahrzeuge. Genaugenommen: Autos mit Elektromotor. Geschwindigkeit bis 400km/h.

Der hier ist sehr schick: Lightningcar
Der hier auch: Tesla Roadster

Dieser hier beschleunigt schneller als ein Ferrari und ein Porsche: Der Wrightspeed X1




Aber am besten ist der hier: ELIICA.
Ein Viersitzer in revolutionärem Design. Der würde vielleicht auch mit nur vier Rädern gut aussehen. Leider nur einer von zwei Prototypen einer japanischen Universität - sieht aber sehr professionell aus. Und mit diesem Ding fahren sie 400km/h.



Naja, leider ist das Problem beim Auto ja nicht nur das, was hinten rauskommt.
 

13 Januar 2008

Träumen und Schäumen


Dieser Artikel erscheint hier vor allem deshalb, weil man solch hanebüchene Tipps nicht nur von halbwüchsigen Schülern erhält, sondern zuweilen auch von Leuten, die sich für Bauhandwerker halten

Hier gings ja öfter schon um Bauschaum. Aus diesem Anlass hier ein weiterer Hinweis: Wenn Bauschaum für etwas bestimmt auch nicht geeignet ist, dann dafür:

Bauschaum gegen knarrende Holzfußböden

Meine Eltern wohnen in einem Altbau mit altem Dielenfußboden. Das ständige Knarren beim Drüberlaufen ging uns auf die Nerven. Mein Vater bekam folgenden, hilfreichen Tipp:

Da sich ja unter den Dielen ein Freiraum befindet, der dazu führt, dass die Dielen sich beim Drüberlaufen bewegen und aneinanderreiben, muss dieser gefüllt werden. Man braucht dafür einen Bohrer und Bauschaum. Je nachdem wie groß die Fläche ist, macht man mit dem Bohrer ein oder mehrere Löcher. Den Abstand muss man selbst ausprobieren. In diese spritzt man dann den Bauschaum. Die Menge, je nachdem wie groß der Hohlraum ist, muss man selbst ausprobieren. Der Schaum dehnt sich ja dann aus, wird hart und gibt somit den Halt. Bei uns knarrt keine Diele mehr.


AARGH!!! So ein Depp! So ein Depp! So ein Depp! Das hält mit Sicherheit nicht länger als ein Jahr. Dafür hat man jetzt mit tödlicher Sicherheit den Trittschall in die Decke eingeleitet - selbst wenn es vorher eine Trennung gab.

Glaubt mir wieder keiner, weil im Baumarkt doch immer so schöne Geschichten auf den Werbetafeln stehen? Klar doch. Und jeder kennt einen, der sich damit ganz genau auskennt und ganz bestimmt weiß, dass man es so machen kann. Vertraut diesen Schwätzern nicht - auch wenn die selbst an ihren Unfug glauben! Und auch wenn das erst neulich im Internet stand!

Also: Warum soll das nicht gehen? Weil Bauschaum keine Punkt-Belastungen verträgt. Was der Bauschaum kann: Dinge in Position halten. So lange diese Dinge sich nicht bewegen.

Bauschaum ist ein Material, das aus Gasbläschen besteht, welche von einer dünnen Schicht Kunststoff umgeben sind, Schichtstärke einige hundertstel Millimeter. Die Kraftübertragung wird also von dieser dünnen Schicht übernommen und funktioniert deshalb, weil es so viele sind, Stege zwischen den Bläschen, tausende je Quadratzentimeter.

Durch die Feinheit der Schicht ist diese ganz leicht zu zerstören. Ausprobieren: Wenn die glänzende Oberfläche nicht da ist, kann man ganz leicht mit Fingernägeln drin herumkratzen. Wenn man drauf herumkratzt, wird die feine Tragschicht nicht verformt, sondern zerstört und bildet sich auch nicht zurück. Genau das tun auch die Dielen, wenn sie sich bewegen. Anfangs wird nur wenig von der Schaum-Struktur zerstört, dann immer mehr, bis nach überschaubarer Zeit der alte Zustand wieder hergestellt ist.

Bauschaum ist nämlich nicht elastisch. Soll er auch gar nicht, sonst würde er die Sachen nicht in Position halten. Allerdings schrumpft er meist mit der Zeit etwas ein, und weil er nicht elastisch ist, reißt dann die Oberfläche des Bauschaums von dem Teil ab, das sie halten soll. Deshalb werden Bauschaumverbindungen an Fenstern auch nicht winddicht. Jedenfalls nicht auf Dauer. Sondern nur so lange, bis der Handwerker die Baustelle verlassen hat.

Die Decke, die er beschreibt, sieht im Querschnitt so aus:


Die Grafik stammt von der sehr empfehlenswerten Seite www.holzfragen.de, welche von den Sachverständigen Rüpke und Dr. Kürsten betrieben wird. In vielen Altbauten besteht die oberste Schicht aus Dielen statt "Parkett auf Blindboden"

Der junge Mann oben, mit dem Bauschaum, möchte also den oberen Hohlraum mit Schaum ausfüllen, und zwar deshalb, weil sich die Dielen, obwohl sie auf die Balken genagelt sind, beim Betreten bewegen. Wenn er Glück hat, passiert gar nichts.

Der ausdehnende Schaum kann natürlich auch durch den Druck die Dielen anheben. Für die absoluten Idioten gibt es dazu ein neues Produkt: Einen Schaum, der keinen Druck erzeugt. Dass so einer nicht allzuviel bewirkt - außer Ebbe im Geldbeutel - kann man sich vielleicht denken.

Wenn der junge Mann Pech hat, sind die Dielen stabil, aber die mittlere Holzlage - sog. Staken - bricht durch. Dort wurde nämlich immer nur minderwertiges Holz verwendet. Dann brettert die Schüttung, welche häufig nicht aus Lehm, sondern aus loser Schlacke besteht, auf die untere Decke. Diese wiederum trägt nicht besonders gut.

Es kann einem aber auch passieren, dass stellenweise gar keine Zwischenlage vorhanden ist und der Bauschaum die Unterdecke von den Balken löst. Das ist bestimmt lustig.

Also: Finger weg von solchem Unsinn!
 

12 Januar 2008

Melonensamen

 
Weiß hier zufällig jemand, was man mit Melonensamen oder gemahlenen Zwiebelsamen macht? Oder wofür man geröstetes Reismehl braucht?

Ich nicht.

Schönes Schöneberg.
 

10 Januar 2008

Regelwerk

 
Wegen der Pferdegeschichte von neulich fällt die Blogstatistik derzeit ziemlich einseitig aus.

Bei der Auswertung der Besucherwünsche gerät man u.a. auf solche Webseiten wie diese hier. Nun ja, jeder Mensch braucht ein Hobby.

Und "Hobby" ist hier auch das Stichwort: Wer keine solchen Interessen hat, mag die erwähnte Webseite als ein wenig langweilig empfinden, ich ja auch.

Aber er kann dort mal auf "Regelwerk" gehen und darüber sinnieren, wie in Deutschland selbst zweckfreie Sachen wie ->Spaß<- schriftlich, ausführlich und explizit geregelt werden.

Das klingt dann schon sehr nach Buchhalterporno.
Kann man sich exotischeres vorstellen?



betr. Spaß und Regelwerk: Ja doch, anderswo mag es das auch geben. Aber ich bin in der Blogstatistik eben noch nie auf Karnevalsvereine gestoßen
 

Winterreisebericht

 

An sich ist ja zuerst die Heimatstadt dran. Andererseits läuft die nicht weg, fürchte ich. Daher wollen wir aus klimatischen Gründen den Reisebericht vom Jahreswechsel vorziehen. Wer will schon mitten im Juli Wintersportberichte lesen?

Zum Jahreswechsel war der Blogautor zu einem Ausflug in unbekanntes Terrain unterwegs: Ein Wintersportgebiet in Tschechien.

Das ist genau wie es klingt - eher unspektakulär. Und sowas hat unsereiner doch viel lieber als Disneyland auf der Alm.

Der Ausflug also: Er führte in einen Ausläufer des Riesengebirges, der auf deutsch Iser-Gebierge genannt wird, tschechisch "Iserka". Man fährt in die östlichste deutsche Ecke, nach Zittau. Hinter der Grenze noch dreißig Kilometer und man ist da. Der Name der Ortschaft lautet Albrechtice, nahe bei Tanvald. Von Berlin nicht weit weg.

Gemessen an der deutschen Hauptstadt scheint die Ecke jedenfalls sehr schneesicher, 20cm überall.

"Wie schön dass hier so viel Schnee liegt!"
"Pech! Letzte Woche war viel mehr."
"Aber 20cm sind doch gut?"
"Bis vorgestern lagen 40cm. Wir hatten zwei Tage Regen".
"Für uns sind 20cm Schnee viel."
"VIEL ist hier ein Meter siebzig!"
"Oha!"


An sich sind die Berge in der Gegend gar nicht hoch, aber die Täler sind tief eingeschnitten, so dass sich dennoch der Eindruck von Gebirge einstellt. Leider hing der Himmel immer sehr tief und der rechte Weitblick wollte nicht kommen. Trotzdem ist die Gegend ganz schön.


Am Anreiseabend fiel feiner Tau, der sich durch die Kälte in feine Kristalle verwandelt hatte. Die glänzten im Licht der Laternen und es wirkte, als hätte jemand in der Höhe feines Magnesiumpulver ausgeschüttet.

Die leichten Kristalle lagern sich auch an den glattesten Flächen an feinen Unebenheiten ab. Am nächsten Tag lag also Reif auf allem, etwa auf den Grabsteinen des Friedhofes.

Der Friedhof hatte ohnehin eine ganze Geschichte zu erzählen: Heute ist die ganze Gegend rein tschechisch. Auf den alten Grabsteinen stehen aber etwa zur Hälfte deutsche Namen.


Und auch sonst ist der Friedhof sehr pittoresk - aber das sind sie ja fast alle.


 

09 Januar 2008

Gewalt

 
Und wenn es mal gar keine vernünftige Lösung zu geben schien sagte der Kollege immer:

"MIT GEWALT ... kann man auch einen Bullen melken."

Recht hat er.
 

08 Januar 2008

Quiz

 
Kürzlich im Quiz des Tagesspiegel ...

Frage 4:
Wie lautete der Beiname des englischen Königs Richard I. ?

o Löwenherz
o Hasenfuß
o Schweinebauch


Na? Richard I. Schweinebauch?
 

07 Januar 2008

Steampunk

 
Sagt jemandem hier der Begriff "Steampunk" was? Kannte ich bis vor kurzem auch nicht. Das ist sozusagen Dampfmaschinen- Ästhetik im 21. Jahrhundert. Nennen wir als Beispiel mal Jules Verne, auch wenn der 19. Jahrhundert ist, kommt schon so ungefähr hin, Jules Verne kennt ja auch jeder. Oder vielleicht erinnert man sich noch an den Film "Wild Wild West" mit Will Smith, der gibt den ganzen Gedanken eigentlich sehr gut wieder.

Jedenfalls interessieren sich so einige Leute dafür und bauen zuerst kleine seltsame Gegenstände und dann Webseiten, auf denen sie präsentiert werden. Am besten fängt man mit einer dieser Seiten an:

http://www.datamancer.net/steampunklaptop/steampunklaptop.htm

wo man einen Steampunk-Laptop und andere Dinge bewundern kann, oder besser noch

http://www.brassgoggles.co.uk

welches ein sehr schöner Einstieg ist und eine Art Web-Zentrale des Steampunkgedankens.

Und wenn Leute schon mal so gepolt sind, kommen sie auch auf die Idee, ferngesteuerte Modellpanzer mit Dampfantrieb zu bauen.



Das klingt alles ein wenig seltsam? Ach was, die bauen sogar dampfgetriebene Tausendfüßler!
 

06 Januar 2008

Aus meinem Lexikon


das Fremdwörterbuch ist leider beim Umzug in irgendeiner bisher ungeöffneten Kiste versackt. Bis es wieder auftaucht werden hier einige immer wieder gestellte Fragen aus dem täglichen Leben beantwortet. Kleine Erläuterungen aus dem Universallexikon: 1. Auflage, 1986, VEB Bibliografisches Insitut Leipzig*
Fernschreibmehrkampf: nachrichtensportl. Einzelwettkampf, der sich aus Leistungsschreiben (maximale Anschlagzahl bei geringster Fehlerquote; Zeit 10min), Fernschreibbetriebsdienst (Bewertung von Fehlern) und anderen wehrsportl. Disziplinen zusammensetzt. Träger ist in der DDR die GST.
Jaja, die wehrsportl. Disziplinen...


*hab ich mal geschenkt bekommen
 

05 Januar 2008

4 Stunden Spielzeit

 
Grade bemerkt, dass im Supermarkt an der Kasse Kondome liegen. Das ist selten geworden in den letzten Jahren: Alle Nasen lang stolpert man über Werbung für AIDS, die blödesten Scherze müssen herhalten um zu zeigen, wie unverfänglich und lustig sowas doch ist, Gummis und Latex, Obst und Gemüse - aber zu kaufen gibts die Dinger im freien Handel gar nicht mehr.

Dieser Supermarkt hat also noch Kondome. Sogar direkt neben der Kasse, da wo bei den anderen Händlern die Süßigkeiten liegen, Stichwort "Quengelzone". Sonst wärs mir vielleicht auch nicht aufgefallen, aber vor der Kasse wartet man ja ein Weilchen und hat Zeit zur inneren Einkehr. Wem das zu anstrengend ist, der lässt den Blick schweifen.

Und sie haben ein ganzes Sortiment an Kondomen, mindestens sieben verschiedene Packungen. Der Blick des arglosen Betrachters schweift über diese unerwartete Vielfalt und bleibt plötzlich an einem sehr überraschenden Statement hängen: "4 STUNDEN SPIELZEIT!"

Was?!? Das ist dann aber schon erstaunlich. Was ist denn da noch drin, außer Viagra? Sind die aus Stahlwolle gestrickt? Extradick für besonders hohe Belastung? Mit Keramikbeschichtung und anderen neuartigen Werkstoffen, Kohlfaser, Kevlar, Teflon, Nanopartikel und noch ein Haufen Zeug aus der Raumfahrt?

Gibt es denn überhaupt Menschen, die dafür geeignet sind? Ich meine: Vier Stunden Spielzeit! Vielleicht sollten die Dinger doch lieber in der Sportabteilung liegen. Rubrik: Extremsport. Jedenfalls nicht bei den Funsportarten, mit Fun hat das bestimmt nichts zu tun, klingt eher nach Leistung.

So pendelt beim Warten an der Kasse das Gedankenknäuel des Berichterstatters hin und her, zwischen Aufwallung und Bestürzung, als er dem Ständer nahe genug ist (wooo-haa-haa-haa! Was denkt ihr jetzt? Der Verkaufsständer, mensch! So sagte man früher...) ... wo war ich? Ah, da: .... als er der Auslage nahe genug kommt und erkennt: Da liegen Videocassetten zwischen den Kondomen - in genau demselben Design wie die Billyboys.

Wer die da hingelegt hat, und aus welchem Anlass und was ihm dabei vielleicht durch den Kopf gegangen sein mag, darüber können wir jetzt wieder eine Weile meditieren.
 

04 Januar 2008

Pferdeporno

 
Sein Leben als Deckhengst war viel trauriger, als man erwarten würde. Oft sollte er es mit Stuten treiben, die er nicht mochte. Dazu hatte er keine Lust. Dann wurde an ihm herumgemacht und man versucht ihm zu "helfen". Als ob er Hilfe nötig gehabt hätte - bei der richtigen Stute!

Mit den Gespielinnen redete er nie viel, dazu war gar keine Zeit. Ständig wurden sie zur Eile angetrieben. Die meisten sah er auch nur einmal. Und einigen hatten wohl genauso wenig Lust wie er - anscheinend akzeptierten sie den Akt mit ihm als lästige Pflicht.

Es gab etliche, die ihm nicht gefielen: Manche sahen einfach nicht gut aus, entsprachen nicht im geringsten seinem Schönheitsideal. Er konnte sich nicht vorstellen, was deren Besitzer trieb, ausgerechnet von diesen Pferden Nachkommen zu wollen. Aber da musste er durch.

Dann waren da die lustlosen, denen zu ihrem Job die Motivation völllig fehlte. Dabei hätte er gedacht, dass Kinderkriegen doch keine so schlechte Aufgabe war, wenn die Alternative im Besuch beim Pferdemetzger bestand.

Und dann waren da die überheblichen. Die erkannte er schon am Geruch: Sie rochen nach Mädchenpensionat, nach Höhere-Töchter-Gestüt, nach Lyceum für Pferde.

Üblicherweise begrüßte man sich nur förmlich und hielt kurzen Smalltalk.

"Hallo."
"Ja, hallo"
"Na, auch wieder da?"
"Ja. Muss ja."
"Aha. Ja. Na dann wolln wir mal, was?"
"Ja."


Das hielt er für die Grundregeln des Anstands, die die Zusammenarbeit unter Pferden sehr erleichtern konnten. Aber die überheblichen versuchten immer wieder, ihn zu demütigen:

"Hallo."
"Was? Nur du?"
"Ja. Allerdings!"
"Mach schnell! Wenn du überhaupt einen hochkriegst..."


Dann ärgerte er sich doch und kriegte garantiert keinen hoch. Das erleichterte die Sache nicht eben, er wurde ja nicht einfach aus seinem Job entlassen. Der Besitzer der Stute hatte schließlich dafür bezahlt. Also durften sie erst wieder gehen, wenn es zum Akt gekommen war. Oder wenn es so aussah, als ob es dazu gekommen sei. Aber das wollten die überheblichen nie einsehen. Statt dessen verhöhnten sie ihn weiter:

"Ich habs ja gleich gewusst! Ich weiß gar nicht, warum sie einen wie dich dafür nehmen..."
"Hör mal, ich war jahrelang Champion!"
"Ja, im Laufen, was?"
"Allerdings!"
"Jedenfalls nicht im Aussehen."


Das war dann anscheinend auch ihr einziges Kriterium. Oberflächlich. Wahrscheinlich war ihr übriges Leben entsetzlich leer. Es hatte keinen Sinn, wenn er ihnen die Lage zu erklären versuchte:

"Wenn ich keinen hochkriege, dauert die Sache nur länger - aber ohne lassen sie uns nicht nach Hause..."

Das wollten sie nicht hören oder nicht verstehen. Er fragte sich, warum einige das taten, und ob sie wirklich auf den Traumhengst warteten. Sie verhielten sich hartnäckig so, als hätten sie ein Anrecht auf den Märchenhengst. Was aber weit von ihrer Lebenswirklichkeit entfernt lag. Logik war jedenfalls nicht ihre Stärke.
 

03 Januar 2008

Internetzeitalter

Angefangen hat der Autor dieses Blogs mal mit einem Mailaccount bei einer Berliner Firma namens TRANSMEDIA. Damals war das ein aufstrebendes junges Unternehmen der Internetblase mit einem günstigen Angebot.

Der Autor dieses Blogs ist - wie angeblich die allermeisten Deutschen - bezüglich des Wechsels von Angeboten eher träge. Nicht so die Internetblase. Daher wurde er nach halbjähriger Vorwarnzeit, ohne eigenes Zutun, aber immerhin auch ohne verwaltungstechnische Formalitäten, Inhaber einer Mailadresse @mediascape.de , da TRANSMEDIA inzwischen von einem größeren Unternehmen namens MEDIASCAPE übernommen worden war.

Die Umleitung der alten Adresse funktionierte noch lange Zeit sehr gut und wurde erst abgeschaltet, als Mediascape in einem weiteren Unternehmen aufging. Von da an sollte die Mailadresse die eingängige Endung @broadnet-mediascape.de erhalten. Der Blogautor gedachte ohnehin nicht, diesen Blödsinn mitzumachen, "Wer weiß, was da noch kommt..." und behielt die alte Mailadresse bei, vorsichtshalber.

Da liest er dieser Tage die folgende Notiz:

Aktuelle Meldung: Verschmelzung von Broadnet auf QSC wirksam


Hamburg, 31. Oktober 2007. Die Verschmelzung der Broadnet AG, Hamburg, (ISIN DE0005490866) auf die QSC AG, Köln, (ISIN DE0005137004) ist heute durch Eintragung in das Handelsregister der QSC AG wirksam geworden. Die Broadnet AG ist damit erloschen; ihre ehemaligen Aktionäre sind nunmehr Aktionäre der QSC AG.

und muss an das alte Bonmot denken:
Du weißt dass du im Zeitalter des Internet lebst, wenn du in den letzten drei Jahren an demselben Schreibtisch in demselben Gebäude dieselbe Tätigkeit als Angestellter von vier verschiedenen Firmen ausgeführt hast.

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