21 April 2008
Die Welt ist verwirrend (2)
Die Sache mit dem Biosprit
Leute, die sonst unterschiedslos den Bau von Atom- oder Braunkohlekraftwerken propagieren, sind plötzlich für Biosprit. Wegen der Umwelt selbstverständlich. Die Kohle- und Atomkraftwerke wollen sie auch schon immer wegen der Umwelt: Die sind heutzutage ja sooo sauber!
Wie umweltfreundlich so ein Kernkraftwerk sein kann, wissen wir seit Tschernobyl.
Aber Biosprit klingt doch gut? Klimaneutral und so? Wenn auch nur 10% Anteil am bösen fossilen Kraftstoff: Immerhin ein Anfang! Von den Auto- und Kernkraftfreunden wird der Biosprit vor allem mit dem Ökoargument angepriesen. Umweltfreundlich Autofahren, yeah! Umweltschutz rules! Nur der ADAC war dagegen: Weil Biosprit womöglich den armen Autos schadet. Naja, vom ADAC hatte man ja nichts anderes erwartet.
Fragt man allerdings weiter, erfährt man: Mit dem Biosprit soll nur der deutschen Autoindustrie das Erreichen der Klimaziele erleichtert werden - sonst könnte sie womöglich weniger Autos verkaufen oder müsste sie sogar teurer machen. Inzwischen spricht sich auch herum, dass für die Produktion des Ethanols gerade ganz Brasilien abgeholzt wird. Hm.
Anderswo wird statt billiger Lebensmittel lieber teurer Kraftstoff angebaut. So weit klar: Voller Tank ist wichtiger als voller Bauch. Und wenn man noch genauer hinsieht: Voller Tank der Reichen gegen vollen Bauch der Armen. Daran erkennt man, was der Mensch wert ist.
Wenn man also für Umweltschutz und weniger Autos auf den Straßen ist, muss man heute gegen Biosprit sein. Ja, sicher, auch noch aus anderen Gründen. Trotzdem. Die Welt ist verwirrend.
...und der ADAC ist inzwischen gar nicht mehr generell gegen Biosprit - er ist eigentlich nur noch gegen die "zu frühe Einführung". So kommt das Weltbild endlich wieder ins Lot.
Die Welt ist verwirrend
In Berlin steht derzeit der Flughafen Tempelhof zur Abstimmung
Billige Flüge sind für den einzelnen angenehm: Er kommt schnell und für wenig Geld in entfernte Ecken der Welt. Oder in nicht ganz so entfernte, dafür aber mit Prestigegewinn und dem Erlebnis von Dynamik und Raum. Leider steht der Flugverkehr seit einiger Zeit im Verdacht, die Ozonschicht massiv zu beschädigen. Mal abgesehen davon, dass er immer schon Lärm und Schmutz verursacht. Wenn man also gegen Klimawandel und für Umweltschutz ist, muss man gegen Flugverkehr sein.
In Berlin steht derzeit der Flughafen Tempelhof zur Abstimmung. Dieser liegt seit etwa siebzig Jahren mitten in der Stadt. Er wird derzeit nur von kleinen und mittleren Flugzeugen genutzt. Er mag unbedeutend sein - dennoch wird er als Konkurrenz zum geplanten Großflughafen Schönefeld am südlichen Stadtrand bewertet.
Und Mobilität ist schön, so lange man sie nicht vor der eigenen Haustür hat, sondern damit nur fremde Menschen belästigt. Mit Flugplätzen ist das nicht anders als mit Autobahnen.
Nun, da sich also seit ein paar Jahren der Großflughafen Schönefeld in Realisierung befindet, ist der Politik aufgefallen, dass der konkurrierende Flughafen Tempelhof mitten in der Stadt liegt. Er muss dringend geschlossen werden - begründet wird dies mit Umwelt- und Sicherheitsbedenken.
An seiner Stelle soll der bestehende Flughafen Schönefeld zu einem großen Luftkreuz ausgebaut werden, wo insgesamt erheblich mehr und größere Flugzeuge starten als heute. Bleibt Tempelhof geöffnet, rentiert sich Schönefeld nicht so schön und ist damit irgendwie gefährdet.
Wenn man also in Berlin für weniger Flugverkehr ist, muss man für die Erhaltung eines Flughafens in der Stadt abstimmen.
Diese Welt ist verwirrend.
Religiöse Eiferer (2)
In dieser kleinen Reihe werden moderne Formen des weltanschaulichen Eifers vorgestellt. Der Mail-Missionar, der DAU-Verhöhner und der Apostrophenwächter, als Beispiel für Fanatiker der Gegenwart: Hohn- und Erniedrigungsprediger im Internet.
B. Der Mail-Missionar
Vorab zur Erläuterung: HTML-Mail sind E-Mails mit formatierter Schrift und/oder Bildern drin, so etwas wie eine Postkarte, nur im Internet.
Der Mail-Missionar verfügt ebenfalls über einzigartiges und vollkommen nutzloses Inselwissen: Er weiß sicher und über jeden Zweifel erhaben, dass man niemals HTML-Mail versenden soll. Sonst weiß er nicht viel. Auf jede öffentliche Hilfeanfrage in Internetforen wie HTML in Emails funktioniert, antwortet er als erster - und zwar mit der Auskunft, dass HTML-Mail grundsätzlich immer und überall auf der Welt unerwünscht ist.
Warum genau, kann er allerdings nicht sagen, er verweist dann oft auf weitere zweifelhafte Quellen, die schon vor langer Zeit überholt waren. Folgt man dem Weg hin zu diesen Quellen, findet man nur singuläre Gründe, warum eigentlich HTML-Mails ungehörig sein könnten:
1. wird auch Spam zuweilen als HTML-Mail versendet. Die Missionare ziehen daraus den nahe liegenden Umkehrschluss, dass formatierte Mails mit Bildern drin immer Spam sein müssten.
2. "Anhänge sind lästig, wenn man nicht weiß, was man damit tun soll." Nun ja, einfach in Ruhe anzeigen lassen, wenn man den Absender kennt - das wäre eine gute Idee. Oder Bilder abschalten und den Mund halten, das ist auch eine einfache Möglichkeit, die heute jedes vernünftige Programm bietet. Aber darauf entgegnen Mail-Missionare gern (sinngemäß), dass man sich schließlich nach ihrem Programm zu richten habe, egal wie abwegig und ungebräuchlich es auch sei.
3. HTML, also unter Umständen sogar Bilder, beansprucht Bandbreite. Gemeint ist: Übertragungsleistung und Speicherplatz. Eine HTML-Mail vom Blogautor mit Hintergrund und Logo kommt so womöglich auf gut und gerne 100kb. Das ist natürlich beängstigend, in Zeiten wo man sich jeden Abend in einer Flatrate Filme mit 2Gigabyte herunterlädt. 2GB sind auch nur 20.000mal so groß. Jeden Abend, Flatrate.
4. "Und HTML hat fast keinen Mehrwert." Genau, fast keinen, außer, eine Mail überhaupt lesbar zu gestalten. Mit Überschriften zum Beispiel, Fett- und Kursivschrift und kleinen Bildchen, ähnlich einer Zeitung, da wird das manchmal auch gemacht. Oder in Briefen.
> Die Alternative sind logischerweise die
>> keilschriftartigen
>> und völlig ungenießbaren Mails der Missionare,
> die auf
>>> jede Gestaltung verzichten, außer >
>> und >>
> für Zitate aus einer vorangegangenen
> Äußerung.
Es gibt sogar verschiedene Glaubensrichtungen der Mail-Missionare. Der Unterschied der beiden wichtigsten Strömungen besteht in der Frage, ob Groß-/Kleinschreibung wünschenswert oder ihrem Gewissen erlaubt ist: Für die einen erhöht sie die "Lesbarkeit" (bzw. was Fanatiker eben darunter verstehen), für die anderen kommt sie als krankes Werkzeug der Gestaltung direkt aus der Hölle.
Wahrscheinlich wegen der unblässigen Predigten der E-Mail-Missionare sind die kostenlosen Mailaccounts der großen Portale ungefragt so eingestellt, dass Mails mit Bildern drin automatisch im Spamordner verschwinden. Man kann das umstellen - wenn man denn jemals davon erfährt. Eine Benachrichtigung erfolgt nämlich nicht.
Der E-Mail-Missionar taucht auf, sobald irgendwo eine Frage zur Gestaltung von Mails gestellt wird. Seine Antwort auf die Frage "Wie kann ich..." ist immer ein donnerndes "DU DARFST NICHT...!". Er will einfach nicht verstehen, schon die Frage nicht. Seine Entgegnung ist deshalb keine Antwort auf die gestellte Frage, sondern eine Predigt und Anklage. Er will auch nicht verstehen, dass jemand, der eine solche Frage überhaupt stellt, sich bereits eine Weile mit dem Thema beschäftigt. Für ihn ist Gestaltung vom Teufel und er wähnt sich im Besitz der Wahrheit.
Hier handelt es sich tatsächlich um eine Frage des Wollens. Es geht um den freien Willen - und er verweigert die Einsicht. Ein paar nebensächliche Schein-Argumente genügen ihm als Auftrag für die Bekehrung der Welt. Wie bereits der DAU-Verhöhner hält sich auch der Mail-Missionar für einen besseren Menschen und leitet daraus die Pflicht ab, allen anderen auf den Nerven herumzutrampeln.
Kein Wunder, dass man in diesem Umfeld binnen kurzem auf den Großmeister der bürgerlichen Rechtschaffenheit trifft, Bastian Sick, der seine Jünger "humorvoll" lehrt, auf die ungebildeten Schichten angemessen herabzusehen.
18 April 2008
Religiöse Eiferer (1)
Wenn man eine Weile im Internet unterwegs war und gern auch die neuen elektronischen Möglichkeiten nutzt, trifft man sie irgendwann alle: Den Mail-Missionar, den DAU-Verhöhner und den Apostrophenwächter. Sie sind die Fanatiker der Gegenwart. Sie sind im Internet das, was die Taliban in Afghanistan und der militante Abtreibungsgegner in den USA ist: Religiöse Eiferer, die ohne jeden Bezug zur Realität auskommen, aber dafür von umso größerem Sendungsbewusstsein durchdrungen sind. An ihren Erkenntnissen soll die Welt genesen.
Allen drei Gruppen gemeinsam ist ein nicht lebensnotwendiges Inselwissen, wobei sie die Erkenntnis verweigern, dass sich die Realität über ihren engen Horizont hinaus erstreckt. Es handelt sich im Fall der genannten Gruppen um Kenntnisse über das Mailversenden-ohne-HTML, über Grundlagen der Computerbedienung und über Apostrophenverwendung.
Gleichzeitig halten sie ihre eigenen begrenzten Erkenntnisse für zwingend notwendig für den Fortbestand der Welt. In der Logik dieser Eiferer hat sich die Realität, Wissen, Wünschen und Handeln der gesamten Menschheit, auf ihr Inselwissen zu beschränken und darf keinesfalls darüber hinaus reichen. Dafür kämpfen sie den Kampf der Gerechten.
In früheren Zeiten wären solche Leute Zuträger bei der heiligen Inquisition gewesen. Sie hätten mit Wonne den unreinen Mailversender und den sündigen Apostrophenfrevler zum Empfang seiner gerechten Strafe auf dem Scheiterhaufen denunziert.
Der Großinquisitor hätte diese Toren im Stillen belächelt und ihrerseits auf den Scheiterhaufen geschickt, sobald sie ihm zu arg auf die Nerven gefallen wären. Diese wünschenswerte Lösung bietet sich aber derzeit nur in wenigen und unattraktiven Ländern mit unzuverlässiger Elektrizität.
Wegen der weitgehenden Abwesenheit von Inquisition und Stasi begnügen sich die Eiferer derzeit mit dem Erstellen schwindelerregender Webseiten zur Belehrung und erforderlichenfalls Beleidigung der ignoranten Mehrheit.
Betrachten wir die einzelnen Typen im Detail:
A. Der DAU-Verhöhner
Der D. hält sich selbst für einen Computer-Profi. Inhaltlich beschränkt sich seine Religion auf eine einzige rhetorische Frage: "Wie kann man nur so blöd sein?" wenn jemand einen Fehler macht, den der D. selbst nicht machen würde. Er ist der Maßstab, per definitionem unerreichbar, und daher muss der andere verhöhnt werden.
Seine einzige und durchaus anerkennenswerte Leistung besteht darin, dass er das Kürzel DAU für "Dümmster anzunehmender User" einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hat. Dass man auch "Benutzer" statt "User" hätte sagen können, ist ihm entgangen. Ein so profanes Wort würde vielleicht seine Weltläufigkeit und sein gefühltes überragendes Fachwissen weniger strahlend zur Geltung bringen.
Der gewöhnliche DAU-Verhöhner hat eine Zeitlang bei einer Computer-Hotline gearbeitet oder ist sich sicher, dass er das bei seiner Qualifikation auf jeden Fall hätte tun können. Im letzteren Fall kennt er aus seinem Freundes- und Verwandtenkreis genug DAUs, denen er immer wieder Hilfestellung selbst bei einfachsten Problemen geben musste, um sie aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien.
Ein Klassiker der DAU-Verhöhnung ist der Dialog wegen der Stromversorgung: "Hallo, mein Computer geht nicht." "Ist denn das Gerät mit der Stromversorgung verbunden?" Gemeint ist: Netzstecker drin? "Oh, nein, war er nicht - jetzt geht er!" Damit könnte die Sache schon erledigt sein, jeder macht mal Fehler. Aber der DAU-Verhöhner fühlt sich jetzt verpflichtet, darüber eine himmelschreiende Klage zu verfassen und sie in allen ihm zugänglichen Internetkanälen zu veröffentlichen.
Beim DAU-Verhöhner speist sich der Glaube an die eigene Überlegenheit aus mangelnder Phantasie in Verbindung mit fehlendem Einfühlungsvermögen und lückenhafter Erinnerung. Sowie schwerer Selbstüberschätzung. Der typische D. kann sich nicht an die eigene Lernphase bezüglich des Computers erinnern - er findet es immer noch normal, dass er regelmäßig das Betriebssystem neu installieren musste, weil er zu viel daran herumgefummelt hatte. Im Zweifelsfall klagte er dann über das unzuverlässige Betriebssystem - genau dieses Verhalten nimmt er jetzt allerdings dem DAU übel.
Der DAU-Verhöhner kann sich die Distanz anderer Menschen zur Welt der Computerei nicht vorstellen. Technikferne ist ihm suspekt. Ihm selbst fällt nicht auf, dass er zwar perfekt Betriebssysteme neu aufsetzen kann (sofern es nur immer dasselbe Betriebssystem in einer nicht zu aktuellen Version ist), aber dafür kaum Auto fahren oder Fahrrad reparieren, Regale aufhängen oder ein Laserinterfermometer justieren. Das Essen brennt ihm nur deshalb nicht an, weil er nie kocht sondern lieber Pizza bestellt und gleich aus dem Karton isst.
Zurück zum zitierten Beispiel mit dem Netzstecker: Wegen seiner Wahrnehmungsschwäche ist dem DAU-Verhöhner noch nicht aufgefallen, dass heute hinter jedem Schreibtisch zwanzig Kabel verlaufen, die elektrische Geräte mit Strom versorgen, Lampen, Drucker, Telefone, externe Festplatten, Ladegeräte, Dockingstations, Radios, Uhren, mehr Lampen. Zudem sind abschaltbare Steckdosen inzwischen sehr populär. Heute ist ein abgezogener Netzstecker gar nicht mehr so einfach zu finden.
Wegen seiner mangelnden Phantasie kann der DAU-Verhöhner sich nicht vorstellen, dass jemand, der den Stecker nicht selbst herausgezogen hat, an dieser Stelle erst gar nicht sucht. Er kann sich auch nicht vorstellen, dass man zuweilen vergisst, dass man ihn herausgezogen hat. Er kann sich nicht einmal vorstellen, dass er seine eigenen Fehler vergessen haben könnte. Er kann sich gar nichts vorstellen. Das erleichtert ihm das Leben. Und den fanatischen Eifer.
Zudem gibt es Geräte, die eingeschaltet und mit Stromversorung genauso aussehen wie ausgeschaltet und ohne: Ein schwarzer Bildschirm. Es gibt auch Computerzustände, die dieses verursachen: Eine neues Modul, Grafikkarte, Speicherchip oder dergleichen. Der Anwender hat sowas schon gesehen - aber der DAU-Verhöhner kann sich das beim besten Willen nicht erklären. Er kann nicht glauben, dass jemand, der IHN fragt, andere Erfahrung hat als er selbst oder womöglich MEHR Erfahrung. Deshalb missversteht er schon die Fragestellung - nicht als besonders komplex, sondern als besonders trivial. Statt dessen ahnt er, dass jemand schuld sein muss und das kann ja nur der Anwender sein.
All dies ficht den DAU-Verhöhner nicht an: Für ihn existiert nichts, das er nicht selbst erfahren hat. Und woran er sich nicht erinnern will, ist nie passiert. Folgerichtig verwechselt er lebenslang Ursache und Wirkung: Weil er sich für einen Computerprofi hält ist er sicher, dass er ALLES kennt und weiß. Wenn er etwas nicht kennt, und der Fragesteller widerspricht, muss dieser demnach ein DAU sein.
In der Computerwelt ist die Umgangssprache Englisch. Genaugenommen: Amerikanisch. Das hat zur Folge, dass unzählige Programme, Hilfen und Gebrauchsanweisungen aus dem Amerikanischen übersetzt werden. Das Übersetzen geschieht vermutlich meistens von sprachunkundigen Computerfreaks - oder von computerunkundigen Fremdsprachenfreaks. So kommt es, dass für einfache Sachverhalte oft nicht-bildhafte, gänzlich abstrakte Begriffe verwendet werden (Menü, Ausschneiden) oder viele Dinge erst gar nicht übersetzt werden (Cursor, Icon, Software), hinzu kommen Myriaden kryptischer Abkürzungen. Zudem gibt es - zumindest im Deutschen - keine gemeinsame Terminologie: Gleiche Sachverhalte werden je nach Betriebssystem oder Programm unterschiedlich bezeichnet. Zuweilen bringt sogar schon eine neue Version des gleichen Hard- oder Softwareproduktes eine neue Terminologie mit sich.
Unter diesen Umständen führt die Wahrnehmungsschwäche des DAU-Verhöhners dazu, dass er schon das Namedropping einzelner Teile dauerhaft mit Fachwissen verwechselt.
Wie man im Verlauf dieses Berichts bereits erkennen konnte, ist der DAU-Verhöhner ein wenig einfältig: Wie ein Kind glaubt er, dass alles, was er noch nicht gesehen hat, oder woran er sich nicht erinnern kann, auch nicht existiert. Nur ist er altersmäßig kein Kind mehr und würde das auch bestreiten.
Die DAU-Verhöhnung ist wahrscheinlich eher eine Sonderform des Autismus, welche Information nur in gefilterter Form im Hirn des Erkrankten ankommen lässt. Die Erkrankung gilt zwar als potentiell heilbar, aber die Heilung würde langwierige Behandlung und aufopferungsvolle Pflege erfordern. Dass sich dieser Aufwand aus gesellschaftlicher Sicht überhaupt lohnt, darf getrost bezweifelt werden. Mitleid wäre ebenfalls fehlangebracht.
Der DAU-Verhöhner würde diesen Beitrag niemals zu Ende lesen - schon weil er seiner Meinung nach nicht richtig sein kann.
Und in der nächsten Folge: Der Mail-Missionar
Allen drei Gruppen gemeinsam ist ein nicht lebensnotwendiges Inselwissen, wobei sie die Erkenntnis verweigern, dass sich die Realität über ihren engen Horizont hinaus erstreckt. Es handelt sich im Fall der genannten Gruppen um Kenntnisse über das Mailversenden-ohne-HTML, über Grundlagen der Computerbedienung und über Apostrophenverwendung.
Gleichzeitig halten sie ihre eigenen begrenzten Erkenntnisse für zwingend notwendig für den Fortbestand der Welt. In der Logik dieser Eiferer hat sich die Realität, Wissen, Wünschen und Handeln der gesamten Menschheit, auf ihr Inselwissen zu beschränken und darf keinesfalls darüber hinaus reichen. Dafür kämpfen sie den Kampf der Gerechten.
In früheren Zeiten wären solche Leute Zuträger bei der heiligen Inquisition gewesen. Sie hätten mit Wonne den unreinen Mailversender und den sündigen Apostrophenfrevler zum Empfang seiner gerechten Strafe auf dem Scheiterhaufen denunziert.
Der Großinquisitor hätte diese Toren im Stillen belächelt und ihrerseits auf den Scheiterhaufen geschickt, sobald sie ihm zu arg auf die Nerven gefallen wären. Diese wünschenswerte Lösung bietet sich aber derzeit nur in wenigen und unattraktiven Ländern mit unzuverlässiger Elektrizität.
Wegen der weitgehenden Abwesenheit von Inquisition und Stasi begnügen sich die Eiferer derzeit mit dem Erstellen schwindelerregender Webseiten zur Belehrung und erforderlichenfalls Beleidigung der ignoranten Mehrheit.
Betrachten wir die einzelnen Typen im Detail:
A. Der DAU-Verhöhner
Der D. hält sich selbst für einen Computer-Profi. Inhaltlich beschränkt sich seine Religion auf eine einzige rhetorische Frage: "Wie kann man nur so blöd sein?" wenn jemand einen Fehler macht, den der D. selbst nicht machen würde. Er ist der Maßstab, per definitionem unerreichbar, und daher muss der andere verhöhnt werden.
Seine einzige und durchaus anerkennenswerte Leistung besteht darin, dass er das Kürzel DAU für "Dümmster anzunehmender User" einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hat. Dass man auch "Benutzer" statt "User" hätte sagen können, ist ihm entgangen. Ein so profanes Wort würde vielleicht seine Weltläufigkeit und sein gefühltes überragendes Fachwissen weniger strahlend zur Geltung bringen.
Der gewöhnliche DAU-Verhöhner hat eine Zeitlang bei einer Computer-Hotline gearbeitet oder ist sich sicher, dass er das bei seiner Qualifikation auf jeden Fall hätte tun können. Im letzteren Fall kennt er aus seinem Freundes- und Verwandtenkreis genug DAUs, denen er immer wieder Hilfestellung selbst bei einfachsten Problemen geben musste, um sie aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien.
Ein Klassiker der DAU-Verhöhnung ist der Dialog wegen der Stromversorgung: "Hallo, mein Computer geht nicht." "Ist denn das Gerät mit der Stromversorgung verbunden?" Gemeint ist: Netzstecker drin? "Oh, nein, war er nicht - jetzt geht er!" Damit könnte die Sache schon erledigt sein, jeder macht mal Fehler. Aber der DAU-Verhöhner fühlt sich jetzt verpflichtet, darüber eine himmelschreiende Klage zu verfassen und sie in allen ihm zugänglichen Internetkanälen zu veröffentlichen.
Beim DAU-Verhöhner speist sich der Glaube an die eigene Überlegenheit aus mangelnder Phantasie in Verbindung mit fehlendem Einfühlungsvermögen und lückenhafter Erinnerung. Sowie schwerer Selbstüberschätzung. Der typische D. kann sich nicht an die eigene Lernphase bezüglich des Computers erinnern - er findet es immer noch normal, dass er regelmäßig das Betriebssystem neu installieren musste, weil er zu viel daran herumgefummelt hatte. Im Zweifelsfall klagte er dann über das unzuverlässige Betriebssystem - genau dieses Verhalten nimmt er jetzt allerdings dem DAU übel.
Der DAU-Verhöhner kann sich die Distanz anderer Menschen zur Welt der Computerei nicht vorstellen. Technikferne ist ihm suspekt. Ihm selbst fällt nicht auf, dass er zwar perfekt Betriebssysteme neu aufsetzen kann (sofern es nur immer dasselbe Betriebssystem in einer nicht zu aktuellen Version ist), aber dafür kaum Auto fahren oder Fahrrad reparieren, Regale aufhängen oder ein Laserinterfermometer justieren. Das Essen brennt ihm nur deshalb nicht an, weil er nie kocht sondern lieber Pizza bestellt und gleich aus dem Karton isst.
Zurück zum zitierten Beispiel mit dem Netzstecker: Wegen seiner Wahrnehmungsschwäche ist dem DAU-Verhöhner noch nicht aufgefallen, dass heute hinter jedem Schreibtisch zwanzig Kabel verlaufen, die elektrische Geräte mit Strom versorgen, Lampen, Drucker, Telefone, externe Festplatten, Ladegeräte, Dockingstations, Radios, Uhren, mehr Lampen. Zudem sind abschaltbare Steckdosen inzwischen sehr populär. Heute ist ein abgezogener Netzstecker gar nicht mehr so einfach zu finden.
Wegen seiner mangelnden Phantasie kann der DAU-Verhöhner sich nicht vorstellen, dass jemand, der den Stecker nicht selbst herausgezogen hat, an dieser Stelle erst gar nicht sucht. Er kann sich auch nicht vorstellen, dass man zuweilen vergisst, dass man ihn herausgezogen hat. Er kann sich nicht einmal vorstellen, dass er seine eigenen Fehler vergessen haben könnte. Er kann sich gar nichts vorstellen. Das erleichtert ihm das Leben. Und den fanatischen Eifer.
Zudem gibt es Geräte, die eingeschaltet und mit Stromversorung genauso aussehen wie ausgeschaltet und ohne: Ein schwarzer Bildschirm. Es gibt auch Computerzustände, die dieses verursachen: Eine neues Modul, Grafikkarte, Speicherchip oder dergleichen. Der Anwender hat sowas schon gesehen - aber der DAU-Verhöhner kann sich das beim besten Willen nicht erklären. Er kann nicht glauben, dass jemand, der IHN fragt, andere Erfahrung hat als er selbst oder womöglich MEHR Erfahrung. Deshalb missversteht er schon die Fragestellung - nicht als besonders komplex, sondern als besonders trivial. Statt dessen ahnt er, dass jemand schuld sein muss und das kann ja nur der Anwender sein.
All dies ficht den DAU-Verhöhner nicht an: Für ihn existiert nichts, das er nicht selbst erfahren hat. Und woran er sich nicht erinnern will, ist nie passiert. Folgerichtig verwechselt er lebenslang Ursache und Wirkung: Weil er sich für einen Computerprofi hält ist er sicher, dass er ALLES kennt und weiß. Wenn er etwas nicht kennt, und der Fragesteller widerspricht, muss dieser demnach ein DAU sein.
In der Computerwelt ist die Umgangssprache Englisch. Genaugenommen: Amerikanisch. Das hat zur Folge, dass unzählige Programme, Hilfen und Gebrauchsanweisungen aus dem Amerikanischen übersetzt werden. Das Übersetzen geschieht vermutlich meistens von sprachunkundigen Computerfreaks - oder von computerunkundigen Fremdsprachenfreaks. So kommt es, dass für einfache Sachverhalte oft nicht-bildhafte, gänzlich abstrakte Begriffe verwendet werden (Menü, Ausschneiden) oder viele Dinge erst gar nicht übersetzt werden (Cursor, Icon, Software), hinzu kommen Myriaden kryptischer Abkürzungen. Zudem gibt es - zumindest im Deutschen - keine gemeinsame Terminologie: Gleiche Sachverhalte werden je nach Betriebssystem oder Programm unterschiedlich bezeichnet. Zuweilen bringt sogar schon eine neue Version des gleichen Hard- oder Softwareproduktes eine neue Terminologie mit sich.
Unter diesen Umständen führt die Wahrnehmungsschwäche des DAU-Verhöhners dazu, dass er schon das Namedropping einzelner Teile dauerhaft mit Fachwissen verwechselt.
Wie man im Verlauf dieses Berichts bereits erkennen konnte, ist der DAU-Verhöhner ein wenig einfältig: Wie ein Kind glaubt er, dass alles, was er noch nicht gesehen hat, oder woran er sich nicht erinnern kann, auch nicht existiert. Nur ist er altersmäßig kein Kind mehr und würde das auch bestreiten.
Die DAU-Verhöhnung ist wahrscheinlich eher eine Sonderform des Autismus, welche Information nur in gefilterter Form im Hirn des Erkrankten ankommen lässt. Die Erkrankung gilt zwar als potentiell heilbar, aber die Heilung würde langwierige Behandlung und aufopferungsvolle Pflege erfordern. Dass sich dieser Aufwand aus gesellschaftlicher Sicht überhaupt lohnt, darf getrost bezweifelt werden. Mitleid wäre ebenfalls fehlangebracht.
Der DAU-Verhöhner würde diesen Beitrag niemals zu Ende lesen - schon weil er seiner Meinung nach nicht richtig sein kann.
Und in der nächsten Folge: Der Mail-Missionar
Theorien Hypothesen
Theoretisch...
... sollte der Bus in zwei Minuten da sein. Aber die Praxis hält sich oft nicht an meine Theorien.
Das ist wie mit dem Unterschied zwischen Marx und Murks:
"Marx ist die Theorie..." ¹
Heute als kostenlose Zugabe kleinen Scherz von der Metaebene:
Eigentlich ist es eher der Unterschied zwischen Marx und Marx: Da ist die Theorie von Karl - und die Praxis von Groucho.
¹ den erzählte man sich damals in der seligen DDR.
Nächstes mal die Sache mit dem Eichhörnchen.
17 April 2008
Schöneberg International
Das schöne Schöneberg hält aber auch Fallstricke bereit.
In den vielen Importläden sind die Waren gerne auswärts beschriftet, beispielsweise Türkisch, mit aramäischen Untertiteln und eingesprochener aserbeidschanischer Übersetzung.*
Das ist zwar mehrsprachig, aber Deutsch, Englisch, Französisch oder Latein sind leider nicht dabei. Andere Sprachen kann dieser Blogautor noch weniger. Was soll's, denkt er sich, so lange Tomaten auf dieser Dose abgebildet sind, kann ja nichts schief gehen. Denkt er sich.
...
... weiß hier zufällig jemand, was man als Singlehaushalt mit einem Kilo Tomatenmark macht? Antwort eilt, die Dose ist jetzt offen.
* jaja, ich weiß, das mag übertrieben klingen für ein Dosenetikett - aber auf der Berlinale im Forum erlebt man solche Sachen tatsächlich
16 April 2008
Intermezzo
... die heilige Hormonella der Baumstümpfe...
... die eilige Heilige der Stützstrümpfe ...
... gebenedeite Freiwillige der Troglodytensümpfe ...
Seufz. Sic.
15 April 2008
Ruhm des Reims, zwei
warum sollte man nicht
in reimen einen film erzählen?
märchen, geschichten oder einen witz?
oder ist dieser gedanke einfach
schlicht zu schlicht?
ist er nicht.
was spricht dagegen, wörter, sätze
auf homophone endungen zu quälen
das klingt doch angenehm und deshalb
kann es ruhig dichten:
das reimen in gedichten von berichten.
man hört dann lieber zu, wenns nur
ein wenig interessant ist
und sich nicht ewig zieht
und dafür braucht es
nicht einmal
im hintergrund musik.
sehr treffend! denn sonst wär es ja
ein lied.
in reimen einen film erzählen?
märchen, geschichten oder einen witz?
oder ist dieser gedanke einfach
schlicht zu schlicht?
ist er nicht.
was spricht dagegen, wörter, sätze
auf homophone endungen zu quälen
das klingt doch angenehm und deshalb
kann es ruhig dichten:
das reimen in gedichten von berichten.
man hört dann lieber zu, wenns nur
ein wenig interessant ist
und sich nicht ewig zieht
und dafür braucht es
nicht einmal
im hintergrund musik.
sehr treffend! denn sonst wär es ja
ein lied.
14 April 2008
Helferlein Rechtschreib
Heute: pageTitle
Beim Formatieren von Internetinhalten werden häufig englische Begriffe verwendet, oder solche von englischer Herkunft (genaugenommen eher amerikanischer). Über Sinn und Berechtigung dieses Umstandes kann man geteilter Meinung sein, wie auch über die Phantasie der Entwickler solcher Instrumente, jedenfalls ist es eine Tatsache. Die normative Kraft des Beknackten. Naja.
Die deutsche Rechtschreibhilfe eines international verbreiteten Programms erkennt diesen Umstand nicht freiwillig an und macht Vorschläge. In diesem Fall zum Terminus
pageTitle
Gemeint war diesmal wieder gar nichts anderes, es ist halt ein abstrakter Befehl. Jedenfalls ist es vom Erfinder wohl so gedacht. Aus ungeklärter Ursache kommt es zu wirklich interessanten Alternativvorschlägen:
Hitlerwagen
Hitlerwagens (?)
Gleitlagern
Gleitlager
Gleitlagers
Nichts davon sehr nahe liegend - und genau deshalb wollen wir das so stehen lassen.
...und wie bereits früher hier will ich noch einmal betonen: Einen kastrierten Esel nennt man MACKER.
11 April 2008
Teilchenphysik
Ich weiß auch nicht, warum es hier immer wieder um Käse geht
Seit einiger Zeit gibt es dankenswerter Weise Käsetheken zur Selbstbedienung. Das ist ein großer Fortschritt im Vergleich zu den früheren Zuständen: Die älteren erinnern sich, dass einem die Verkäuferin am Käsestand grundsätzlich immer noch viel mehr von dem ohnehin viel zu teuren Käse andrehen wollte, als man ohnehin schon bestellt hatte. Das berüchtigte "Darf's ein bisschen mehr sein?" in hinterhältigem Singsang. Ganz gleich, ob aus kaufmännischer Berechnung oder Faulheit - es nervte.
Käse in Selbstbedienung ist also ein Fortschritt. Kleine, fertig abgepackte Käseteile, die man sich nach Art und Größe unbedrängt selbst aussuchen kann.
Sehr schön - könnte das sein. Schade nur, dass diese Teile immer verpackt sind, als müssten sie einen nuklearen Erstschlag unbeschadet überstehen. Oder die liebevollen Zudringlichkeiten von ALIEN.
Weniger polemisch formuliert: Ohne schweres Werkzeug kommt man an den Käse nicht ran. Und die wenigsten von uns haben einen Trennschleifer, eine Kettensäge oder einen siebzehnschneidigen Fräshobel als Grundausstattung in ihrer Küche. Ein herkömmlicher Dosenöffner hilft ja leider nicht. Das wiegt den ursprünglichen Vorteil wieder auf.
Das normale Käsestück ist heute vierfach mit schwerem Zellophan umwickelt. An den gefalteten Stellen liegt die Folie in doppelt so vielen Lagen. Die losen Enden der Folie sind mit einem übergroßen Etikett vollflächig verklebt.
Früher stand auf Etiketten an Lebensmitteln eine handgeschriebene Zahl, welche meist aus drei Ziffern bestand. Sonst nichts. Der Kunde wusste dann schon. Heute sind die Etiketten groß genug um jede Menge lebenswichtiger Informationen abzudrucken: Den Käsenamen (große Schrift), das Gewicht des Stücks, den Preis pro Menge, den Preis des Stücks, die Inhalts- Konservierungs-, Farb- und Zusatzstoffe, den Namen des Supermarkts, einen Aufbewahrungshinweis, das Haltbarkeitsdatum, und dies alles groß genug, dass es mit bloßem Auge lesbar bleibt. Außerdem einen Strichcode für die Kasse. Dieses Etikett, nahezu im DIN-Format, klebt unlösbar auf der mehrlagigen Klarsichtfolie.
Im Altertum, an der Theke mit Bedienung, musste das Verpacken schnell gehen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wie man jetzt erkennt. Während der Kunde früher seine Lebensuhr beim Schlangestehen vor der Theke oder während einer sinnlosen Diskussion mit dem Personal ablaufen sah, verbringt er heute die eingesparte Zeit im Keller oder im Baumarkt, bei der Suche nach tauglichen Gerätschaften zum Öffnen.
In der Gegenwart ist der Vorgang des Verpackens der Käsestückchen wahrscheinlich globalisiert, sie werden wegen der günstigen Lohnkonsten zur Kinderarbeit in die chinesische Provinz, nach Südpakistan oder Chile geflogen und das ist immer noch billiger -einschließlich Verschnitt, Abfall und Transportverlusten - als wenn es eine heimische Fachkraft tut. Aber die hat sich ja in jahrelanger Feinarbeit selbst erledigt.
10 April 2008
Tierischer Besuch
Argh!
Als ich noch im Erdgeschoss wohnte und eine Terrassentür besaß - die natürlich häufig offen stand - bekam ich regelmäßig Besuch vom einen oder anderen Tier: Mal waren es Ameisen, dann wieder Mäuse oder Vögel. Von den größeren ganz zu schweigen, die auch manchmal anklopften. Dem geliehenen Kater war jedenfalls nie langweilig.
Inzwischen wohne ich ein ganzes Stück weit weg und im zweiten Obergeschoss. Dort hatte ich eigentlich mehr Ruhe erwartet. Abgesehen von Obstfliegen. Na, und Wespen. Und Tauben vielleicht.
Zu früh gefreut: Jeden Abend genau einmal flirrt beim Fernsehen irgendwas verschämt vor dem Bildschirm vorbei und ist dann wieder verschwunden. Außerdem entdecke ich neulich beim Blumengießen eine vitale Ameisenpopulation: Sehr munter wuselt und flitzt es durcheinander, als ich einen Blumentopf ein Stück wegrücke. Nun ja, zu früh gefreut eben.
Fressen Ameisen wenigstens Mottenlarven?
Als ich noch im Erdgeschoss wohnte und eine Terrassentür besaß - die natürlich häufig offen stand - bekam ich regelmäßig Besuch vom einen oder anderen Tier: Mal waren es Ameisen, dann wieder Mäuse oder Vögel. Von den größeren ganz zu schweigen, die auch manchmal anklopften. Dem geliehenen Kater war jedenfalls nie langweilig.
Inzwischen wohne ich ein ganzes Stück weit weg und im zweiten Obergeschoss. Dort hatte ich eigentlich mehr Ruhe erwartet. Abgesehen von Obstfliegen. Na, und Wespen. Und Tauben vielleicht.
Zu früh gefreut: Jeden Abend genau einmal flirrt beim Fernsehen irgendwas verschämt vor dem Bildschirm vorbei und ist dann wieder verschwunden. Außerdem entdecke ich neulich beim Blumengießen eine vitale Ameisenpopulation: Sehr munter wuselt und flitzt es durcheinander, als ich einen Blumentopf ein Stück wegrücke. Nun ja, zu früh gefreut eben.
Fressen Ameisen wenigstens Mottenlarven?
Persönlichkeitsspaltung
Wer keinen natürlichen Dachschaden hat, kann sich hier einen holen:
Mit Zattoo kannst du beim Chatten Fussball schauen, Nachrichten gucken, während du E-Mails schreibst, und dir beim Kochen die neuste Episode deiner Lieblingsserie reinziehen. Zattoo lässt dich fernsehen, auch wenn du keinen Fernseher hast.

Jaja, jeder hat schon mal Angst dass er was verpasst, oder? Aber man muss trotzdem nicht jedem Impuls gleich nachgeben.
07 April 2008
Verhältnismäßig
Herrjeh! Manch einer denkt, dass er selbst schon wirklich arge Sorgen hat, vielleicht weil seine freundlichen Großeltern alt, krank und bettlägerig sind. Oder weil er grade seinen Job verloren hat und nicht weiß, wovon er die nächste Rate fürs Haus zahlen soll. Oder weil seine Kinder täglich auf dem Schulweg über eine stark befahrene Straße müssen. Aber dann erkennt er doch und sieht vielleicht ein, dass das geradezu eine Kleinigkeit ist im Vergleich zu Leuten wie diesem hier.
Ich meine: Wie einsam, wie verlassen und hilflos, wie verzweifelt muss jemand sein, bevor er diese Worte in Google eintippt:
auspuff macht schwarzen fleck am boden

Das Gegenteil
Über die Fähigkeit des Autors, immer genau das Gegenteil auszulösen war bereits an anderer Stelle die Rede. Genau genommen eine ausdrückliche Wehklage. So auch heute
Argh! Es ist wieder mal so weit:
VERANLASSEN, DASS LEUTE NICHT TUN
(und zwar mit viel Aufwand)
(und zwar mit viel Aufwand)
Im aktuellen Fall geht es ums Segeln. Der Blogautor ist Chef der Berliner Abteilung der bekannten Bootsklasse.
⇒Chef⇐ heißt in diesem Fall: "Hat die Arbeit, aber nichts zu bestimmen". Bestimmen tut der Sportler selbst. Das ist ja auch irgendwie das Ideal vom mündigen Sportler. Oder grundsätzlich sogar vom mündigen Erwachsenen. Führt aber dazu, dass das Volk zuweilen anders will als die Regierung. Ach, nee, dieser Vergleich führt hier doch zu weit. Ich ziehe den Vergleich zurück.
Eine der Aufgaben des Chefs ist es, neue Teilnehmer zu gewinnen. Das geschieht dadurch, dass man die Vorzüge schildert und Interessenten betreut, auf ihre Fragen eingeht und beim Einstieg hilft, indem man ihnen ein brauchbares Boot verschafft. Ehrlicherweise erklärt man ggf. auch Nachteile.
Immer wieder begegnet man dann Menschen, die sich nicht entscheiden können, bei denen das Nachfragen zum Selbstzweck wird. Die, wenn man schon alles wirklich ausführlich, wirklich sehr ausführlich erklärt hat, mit immer unwahrscheinlicheren und detaillierteren Fragen kommen. Fragen, die einen Preisunterschied von 1,20€ machen, deren Beantwortung aber eine Stunde braucht. Und solche schwerwiegenden Fragen fallen ihnen viele ein ... wenn man sich bis da hin schon viel Mühe gegeben hat, verliert man irgendwann die Freude dran.
Im vorliegenden Fall will also jemand neu einsteigen. Erklärt, dass er ein Boot kaufen möchte und führt mehrere Testfahrten mit fremden Booten von netten Menschen durch. Lässt sich ausführlich beraten, jedes Gespräch mehrere Stunden. Tenor des erfahrenen Beraters ist: "Kauf so ein Boot - und Du wirst glücklich!" Allerdings auf wissenschaftlicher Grundlage.
Weil man sieht, dass er es ernst meint, findet man einen verkaufswilligen Verkäufer, der ein wirklich günstiges Angebot macht und vermittelt ihn an den Kandidaten, der es mit dem Bootserwerb natürlich eilig hat. Dann tut sich monatelang gar nichts. Außer einem Anruf, ob denn dieses Boot wirklich - also: Wirklich wirklich - genau das richtige und günstigste ist, das sich irgendwo auf der Welt erwerben lässt.
Vom Verkäufer weiß man, dass er ebenfalls gutwillig ist und aus Zeitmangel einfach nur sein Boot abgeben will ohne es zu verschenken. Aber schon sehr günstig.
Eine Weile später erfährt man, dass der ahnungslose Verkäufer inzwischen genauso ausufernd bearbeitet wurde, sich Mühe gemacht hat, das verpackte Boot aufgebaut hat, von allen Seiten und in jedem Detail fotografiert und diese Bilder dann an den Interessenten verschickt hat. Danach noch einige Fragen nach sehr unwahrscheinlichen Umständen beantwortet und weitere Fotos geschickt.
Die Segelsaison hat ihren Höhepunkt bereits überschritten, Herbst nähert sich. Nun - denkt man - nachdem er inzwischen ein Vierteljahr in die Suche investiert hat, kann der Interessent eigentlich gar nicht anders als endlich zu kaufen. Der Kaufpreis für ein solches Boot liegt nicht etwa in schwindelerregenden Höhen, sondern etwa bei einem Drittel eines durchschnittlichen Gebrauchtwagens. Für nur das Doppelte des Verhandlungspreises bekäme man bei IKEA schon eine einfache Küche.
Dann bekommt der Blogautor wieder eine Frage gestellt: Was er denn nun tun würde, man sei ja schon eine Weile in Verhandlung und der Verkäufer habe vom ohnehin schon günstigen Angebot ein weiteres Drittel nachgelassen, und ob denn das Boot diesen Preis auch ganz bestimmt wert sei.
Diese Anfrage treibt den Blogautor zur Weißglut, da sich allein die Verkaufsverhandlungen inzwischen seit 3 Monaten hinziehen und der ganze Vorgang ein halbes Jahr. "ICH hätte das Boot vor 2 Monaten gekauft und wäre seither damit gesegelt!"
Beim Verkäufer ist man inzwischen unten durch, weil man ihm einen dermaßen anstrengenden Kunden verschafft hat. Einen weiteren Monat später erfährt man, dass der Verkäufer jetzt einen anderen Käufer gefunden hat und die Sache damit beendet ist. Kann man ja verstehen.
Dann trifft man den Interessenten zufällig auf der Bootsausstellung wieder und erfährt im Nebensatz, dass er inzwischen Geräte der Konkurrenz-Bootsklasse besichtigt. Wo man vorher so viel Aufwand getrieben hat, mag die Frage berechtigt sein, ob man nun stark verärgert oder eher sehr erleichtert sein soll. Jedenfalls ist die Sache vorläufig erledigt. Von der Konkurrenz weiß man aber, dass die sich so einen aufwändigen Service nicht leistet, sondern immer auf die höchst persönlichen eigenen Ziele achtet.
Zu guter Letzt ein Anruf: "Ich habe da jetzt so ein Boot von der Konkurrenz gekauft und ... da weiß man ja gar nicht, wie man das aufbauen soll?" Das ist die Umschreibung für "Willst Du mir nicht weiter helfen auch wenn ich Dich bereits völlig verarscht habe?" weil er nämlich selbst zu der Erkenntnis gekommen ist, dass ihn die Verkäufer über den Verkauf hinaus nicht weiter betreuen wollen.
Jeder Leser wurde sicher schon einmal vor den Kopf gestoßen und kennt das, die Hilfsbereitschaft lässt naturgemäß nach. "Äh, nein ... mit so einem Boot kenne ich mich gar nicht aus." Das ist nicht ganz zutreffend, aber es musste halt eine leicht durchschaubare Ausrede her. "Ach so?" Ja, schade, nicht?
"Aber ... man weiß doch gar nicht, wo jedes Teil so hingehört! Was mache ich denn jetzt?"
"Frag doch mal bei der anderen Bootsklasse nach, die müssten sich doch auskennen..." und vor allem haben sie so einen Kunden wirklich verdient. "Ja, dann, äh, dann brauche noch die Kontaktadresse der betreffenden Leute bei der Konkurrenz, bitte." Hilfsbereitschaft muss ja bestraft werden, finde ich auch. Außer "Ja ... weiß ich jetzt nicht ... bin ich nicht für zuständig ... Telefonbuch vielleicht...?" kriegt man dann nicht allzu viel raus.
Verzweifelt versucht man, die Sache irgendwo zwischen Gedankenlosigkeit und Verhöhnung einzuordnen. Weil der Mann über ein gutes Einkommen verfügt und der Kaufpreis so ungemein wichtig zu sein schien, fragt man aus Höflichkeit und reiner Neugier noch "Und, wieviel hat das neue Boot nun gekostet?" und erfährt: Ziemlich genau das doppelte, bei gleicher Größe.
Solches Verhalten als irrational zu bezeichnen ist wahrscheinlich überzogen, oder?
06 April 2008
Kuntzscht!
Aber hallo!
Da knotet jemand Plastiktüten zusammen und befestigt sie über U-Bahn-Schächten. Und dann: Vita ex machina!
Siehe auch hier. Woostercollective ist überhaupt sehr interessant.
04 April 2008
Wichtiger Kunde!
Heutzutage wird man ständig von fremden Leuten ungefragt mit Einladungen bombardiert, oft nur deshalb, weil einem ein Freund ganz arglos eine Galerie aus dem Urlaub zukommen lassen wollte. Als wäre das allein nicht schon anstrengend genug, haben auch große Unternehmen Probleme mit der Rechtschreibung und einfachem HTML:


Sie sind für Kodak ein wichtiger Kunde. Wir würden Sie gern über Änderungen, neue Produkte und Dienstleistungen sowie Sonderangebote informieren, wenn wir glauben, dass sie für Sie von Interesse sind.
Wenn Sie die E-Mails mit wichtigen Neuigkeiten zu neuen Produkten und Dienstleistungen sowie mit preiswerten Angeboten nicht mehr erhalten möchten, klicken Sie unten auf die Schaltfläche „Abbestellen“.

Da kann ich mir schon denken, was für ein wichtiger Kunde ich für Kodak womöglich bin. Abbestellen.
03 April 2008
... ohne besonderen Anlass ...
Erich Kästner: Sogenannte Klassefrauen
Sind sie nicht pfui teuflisch anzuschauen!
Plötzlich färben sich die "Klassefrauen",
weil es Mode ist, die Nägel rot!
Wenn es Mode wird, sie abzukauen
oder mit dem Hammer blauzuhauen,
tun sie's auch. Und freuen sich halbtot.
Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder, falls man die nicht hat, den Bauch...
Wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelbzugerben,
bis sie Handschuhn ähneln, tun sie's auch.
Wenn es Mode wird, sich schwarzzuschmieren...
Wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren...
Wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie's.
Wenn es gälte, Volapük zu lernen
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen -
morgen könnten wir's bei ihnen sehn.
Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.
Wenn's doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten!
Denn dann wären wir sie endlich los.
Nein, ganz ohne aktuellen Anlass. Wirklich! Im übrigen weiß ich nicht, warum mir die ganze Zeit das Bild von Paris Hilton vor dem geistigen Auge schwebt...
02 April 2008
Regionalzugfahrt
Die Zeiten ändern sich
Heute im Zug: Eine Mutter die total scharf auf den Gameboy ihres 10-jährigen Sohnes ist. Der fragt ganz entspannt "Wann kann ich den denn wieder...?"
"Ich muss das Spiel zu Ende spielen."
Der Sohn erträgt es gelassen. Die Mutter weniger: "WA-RUM GEHT DAS DENN NICHT?!?"
Der Sohn: "Du musst auch mal lenken..."
Die Mutter "Wieso! Das muss doch auch so gehen!"
Und der Sohn ganz hilfsbereit "Taste B - weißt Du doch." Ganz ohne Besserwisserei.
Die Mutter spielt, verzweifelt, konzentriert, der Ton ist an, es düdelt so nervige Gameboy-Musik. Der Sohn: "Kannst Du die Musik leise machen?"
"Ja! Gleich! Nur noch das Spiel zu Ende...!"
Der Sohn setzt die Walkmanhörer auf und verabschiedet sich in eine andere Welt.
Eine Mutter, die total süchtig mit dem Gameboy ihres Sohnes spielt. Ein Sohn, der seine Mutter bittet, leise zu sein. Das hätt's zu meiner Zeit mal geben sollen.
01 April 2008
In Korea
haben die Mädels andere Hobbies als bei uns
Vor zwanzig Jahren habe ich mal die japanischen Kodo-Trommler gesehen. Das war auch nicht übel - fand ich damals. Die Mädels hier sind möglicherweise davon inspiriert und haben dabei doch eine sehr ansprechende eigene Performance, weiß leider nicht mehr darüber. Schade auch, dass man sie nicht in Großaufnahme sieht.
Wer was darüber bescheid weiß, soll sich bitte melden!
Und wer schon mal dabei ist, soll sich dringend noch dieses hier reintun: http://www.youtube.com/watch?v=oTQfny8rmXM das läuft ohnehin gleich im Anschluss an den kleinen Film oben.
Püha!
31 März 2008
Betrachtung zum Wochenbeginn
"Und? Wie war dein Wochenende?"
"Hell - dunkel - hell - dunkel - Montag ..."
wenn man älter wird, vergeht die Zeit eben schneller, und dafür sind noch nicht mal Drogen erforderlich
30 März 2008
Haiku
fernöstliche Kampfsportart
Einsames Auto auf Chaussee -
ein Montagmorgen.
Mist. Vergeigt.
Dann eben was anderes:
auf der bahnhofsuhr ist es
die ganze zeit sechs uhr.
die ganze zeit
und immerzu
auf der kaputten uhr
auf dem verlassenen bahnhof
von golßen, niederlausitz.
28 März 2008
Für zwischendurch
Augenärzte haben die Gewohnheit, ihre Instrumente in Glasvitrinen auszustellen, anstatt sie in geschlossenen Schubladen aufzubewahren.
Schon bei kurzen Wartezeiten im Behandlungszimmer kann einem schwindlig werden, angesichts der exquisiten Auswahl an spitzen und scharfen Metall-Gegenständen, mit denen sie einem offensichtlich im Auge herumfummeln wollen.
Edith, etwas später:
Vielleicht ist das auch nur ein vorgezogener Sehtest, mit besonders groben Mitteln.
Tor zur Hölle
Wer jetzt an Dante denkt, liegt hier ausnahmsweise mal gründlich falsch.
In Darvaza, Turkmenistan, wurde vor Jahrzehnten nach Gas gebohrt, dabei stürzte eine gewaltige Kaverne ein und riss alles mögliche mit in die Tiefe. Gas gab es wohl auch. Dieses entzündete sich anlässlich des Unfalls und brennt seither, inzwischen ca. 35 Jahre.
Die Gegend liegt mitten in der Wüste, wo sich nur Touristen hin verirren. Die Detailaufnahmen zeigen, dass durch jede Pore des Grundes Gas dringt. Löschen könnte man das wohl nur schwer - und wenn, würde das Gas eben unverbrannt weiter austreten.
Die Größe dieses Kraters kann man ermessen, wenn man im Film 1/1 der Serie auf den linken Rand achtet, wo oben ein Mensch entlang läuft. Schade, welche Verschwendung. Und bei uns wollen sie Heizpilze verbieten.
27 März 2008
Schlafstörung
Meine Socken müssen zur Arbeit. Bedauerlich, dass dafür meine Füße drin stecken müssen. Meinen Füßen wiederum ist das egal - so lange der Rest von mir mitkommt. Ich brülle alle an, dass ich schlafen will. Sie erklären mir, dass die Socken aber zur Arbeit müssen. Es ist drei Uhr früh. Aber gleich morgen lernen wir die Uhr, Freunde!
... "Morgen" ist erst, wenn ich geschlafen habe...
... "Morgen" ist erst, wenn ich geschlafen habe...
26 März 2008
Ruhm des Reims, eins
warum sollte man nicht
die welt in reimen sich erklären
in konstruierten wörterenden über
ihren zustand sich beschweren?
wer länger hin & her sie wendet
die schließenden vokabeln
findet vielleicht viel sicherer die richtung
bei zweifelhaften zielvorgabe
wer wörter knetet tut zumal
nichts schlimmes
egal ob es denn sinnvoll ist
das ist es eher meistens nicht
schlimmstenfalls beleidigungen
eines jeden sinnes
wenn er in abgegriffenen reimen pisst
... ? ... äh: spricht.
wer immer endlos an den wörtern kaut
sie biegt und beugt und glättet und poliert
kommt ab vom eingeschlagenen weg
auf einen pfad der schneckenförmig oder
in schlangenlinien hin zur einsicht führt.
naja, vielleicht auch nicht.
23 März 2008
Kreative Negation
Kreativitätstechniken, zum Beispiel
ich kann nur, was ich nicht muss.
leichter fällt mir, was ich nicht soll.
und am besten kann ich, was ich nicht darf.
Das ist nur vordergründig albern. Funktioniert aber. Im Fall des Blogautors jedenfalls.
Das ganze ist einfach und geht so: Man bekommt eine Aufgabe, die ein wenig Kreativität erfordert. Oft fällt einem dann nichts ein, "Sei kreativ!" war noch nie sehr produktiv. Und: Nein, man kann da nicht dran "arbeiten", auch wenn das an Kunsthochschulen gerne behauptet wird. Fleiß hilft nur bei der Bewältigung von Routine - die IDEE muss man zu diesem Zeitpunkt schon gehabt haben.
Wenn einem also nichts einfällt, verkehrt man die Aufgabe am besten einfach ins Gegenteil und schaut mal.
Kann sich keiner was drunter vorstellen? Gut, Beispiele:
Man soll irgend etwas besonders großes entwickeln. Es fällt einem nichts dazu ein. Also versucht man zuerst das Gegenteil, etwas besonders kleines. Dann mehrere kleine. Beim Nachdenken über das Kleine finden sich Erkenntnisse über das Große. Und damit kann man nochmal am Großen probieren.
Klassiker unter Architekten: Aus historischen, rationalen und praktischen Gründen sind Häuser meist rechteckig, gerade und haben senkrechte Wände. Architekten wissen, dass so ziemlich das letzte, was am Bau gefragt ist, Kurven sind. Und gewohnheitsmäßig ist gleich der zweite Strich, den Architekten machen, ein Bogen. Das ganze findet Niederschlag in dem Sprichwort "Wenn der Architekt nichts weiß - malt er'n Kreis!"
Daher die These: Gerade Destruktion ist Grundlage gesunder Kostruktion!
Und die Negation ist die Stiefmutter der Invention? Vielleicht.
Destruktivität als Kreativtechnik. Von der groben Richtung über die Negation hin zum gewünschten Ziel. Oder in die Nähe davon. Oder zur Umdefinition des ursprünglichen Ziels, weil sich dieses als ganz unsinnig erwiesen hat.
Comics!
Online-Comics sind ja so eine Sache: Viel ödes Zeug dabei, eine Menge Manga-Schrott, entweder schlecht gezeichnet oder keine interessante Geschichte zu erzählen und oft beides.
Wenn man mal einen gefunden hat, der einem gefällt, kann man auch Überraschungen erleben: Die Comics sind meist nicht kommerziell, aber trotzdem aufwendig. Wenn der Autor einen bezahlten Job gefunden hat, muss man monatelang oder sogar ewig auf die Fortsetzung warten. Bei Argon Zark 2 ist das derzeit so.
Comics werden oft als Kindergeschichten missverstanden - wüsste jetzt gar nicht, wieso eigentlich? Als Erwachsenencomic wird eine Geschichte immer dann bezeichnet, wenn der Inhalt entweder auf Sex oder sinnloser Gewalt basiert.
Also: Nichts gegen Sex. Und auch nichts gegen sinnvolle Gewalt. Vielleicht noch nicht mal was gegen die Kombination aus beidem. Aber Sex oder Gewalt alleine genügen jedenfalls nicht für eine fesselnde Geschichte.
Der Begriff Comic soll hier einfach für gezeichnete Geschichten oder Bildergeschichten stehen. Comics müssen nicht aus Prinzip lustig sein. Das richtige Leben ist aber auch in manchen tragischen Momenten immer wieder lustig. Hingegen funktioniert mutwilliges Lustigsein oft überhaupt nicht, wie man in den abendlichen Comedy-Shows im Fernsehen täglich verfolgen kann.
Ich persönlich habe allerdings mit echten Tragödien im Comic Schwierigkeiten: KZ-Geschichten müssen nicht bebildert werden, denke ich. Es gibt hier durch gezeichnete - erfundene - Bilder keinen Informationszuwachs. Und rein zur Unterhaltung liest man sowas nicht. Nicht mein Fall.
So, wie krieg ich jetzt die Kurve?
Hier folgt Werbung für leichte Kost: Zum einen Argon Zark - der Autor Charley Parker hat den vorangegangenen ersten Comic richtig fertiggestellt und man kann ihn hier lesen. Sehr hübsch gemacht, mit gewissem Wortwitz.

Muss man nicht mögen. Ich aber. Demnächst dann Genius Girl.
20 März 2008
Konstruktive Destruktion
Eigentlich wollte ich Spam-Mails sammeln, schon länger mal. Aber man kann ja nicht alles sammeln, insbesondere Spam ist vielleicht doch ein ziemlich abseitiges Sammelgebiet. Und auch unspezifisch.
Sammeln kann ich auch nur den Spam, der bei mir ankommt, d.h. der den Spamfilter passiert hat. Und genau das macht ihn interessant.
Um Millionen von Spamfiltern zu überlisten, lassen die Spammer ihre Phantasie walten - von der sie reichlich haben. Jetzt denkt man sich vielleicht ganz arglos "Wenn sie so viel Phantasie haben, könnten sie die doch einsetzen und sich eine richtige Arbeit suchen?" Aber das ist wohl ein anderes Thema. Vorläufig gebrauchen sie sie nur zum Überlisten von Maschinen, die genau das verhindern sollen. Eher destruktiv also.
Zwischendurch eine These: Gerade Destruktion ist Grundlage gesunder Kostruktion! Destruktivität als Kreativtechnik. Von der "groben Richtung" über die Negation hin zum gewünschten Ziel. Oder in die Nähe davon. Oder zur Umdefinition des gewünschten Ziels, weil sich dieses als ganz unsinnig erwiesen hat.
Kleiner Umweg, sorry. Exkurs Ende, zurück zum Thema: Sammeln
Bei mir schlagen hauptsächlich solche Spam-Mails ein, die noch auf keiner Liste stehen, und die eine Maschine auch sonst nicht erkennt. Dass sie dann zuweilen auch kein Mensch versteht, ist wieder eine andere Sache.
Die betreffenden Mails zeichnen sich eigentlich immer durch zwei Bedingungen aus:
Der Absendername wirkt "menschlich", d.h., man kann sich - zumindest unter amerikanischen Verhältnissen - vorstellen, dass boshafte Eltern ihre Kinder so taufen. Stichwort "Bekloppte Namen". Dweezil und Cat, Butterfly, Chinchilla und Thursday als Kindernamen sind ja hinlänglich bekannt.
Das zweite Kriterium lautet, dass das Mailthema, der Betreff oder Inhalt, für das Auge eindeutig sind, aber so buchstabiert, dass selbst der Vergleich mit dem Legasthenischen Wörterbuch ins Leer läuft: Pen|s oder Vi@gr@ sind solche Lösungen. Alternativ: Der Betreff ist ein Kunstwort oder so abwegig, dass keine Maschine dahinter Müll vermuten dürfte.
Nebenbedingung: Die Mails werden von einer fremden Domain aus verschickt, damit der Spammer nicht geortet werden kann.
Heute:
Betreff: holismia Absender: dfg-hnuuttur@gewaltfreiheit.de Inhalt: Improbable effect on PE!
tastes great......more filling
und ein Link. Mehr nicht.
Von hnuuttur und seiner holismia werde ich sicher in den nächsten Nächten träumen.
19 März 2008
Geiiiles Tool!
Man kann hier seinen Namen aus Buchstabenfotos von Flickr zusammensetzen lassen. (⇒Entry form). Nun ja, wer's braucht...
... ich, zum Beispiel:

18 März 2008
Spannende Erkenntnisse (3)
In Wikipedia gibt es eine ganze Kategorie Fiktives Tier. Dort steht Alfred Jodocus Kwak direkt neben Anubis.
17 März 2008
Clips aus der Gruft
Neulich bin ich bei Youtube auf meine alten Helden gestoßen und an den Anbeginn der Zeiten vorgedrungen: Ein frühes Musikvideo, von The Police.
Das ist so natürlich falsch. Musikvideos gibt es im Grunde seit Einführung des Tonfilms, also etwa seit Ende der 1920er Jahre. Aber über geraume Zeit wurden eigentlich immer nur Live-Auftritte von Musikern mehr oder weniger aufwendig abgefilmt. Erstaunlich, weil ja die meisten Musikstücke eine Geschichte erzählen - und die ganze Zeit verließ man sich eben auf die Kraft des Wortes, oder ggf. des Klangs.
Erst Ende der siebziger Jahre kam man auf die Idee, auch in den Bildern der Musikclips eine Geschichte zu erzählen. Hier haben wir anscheinend einen der ersten Versuche (ihr könnt mich ja korrigieren, frühere kenne ich nicht). Interessant ist dabei, wie lustlos und halbherzig der Versuch ist.Oder vielleicht ironisch: Dass sie das irgendwie nicht ernst nehmen wollen. Ende der 70er wusste man schon, wie Geschichten in Bildern erzählt werden, Casablanca und 2001 waren da schon lange große Erfolge. Aber hier scheinen sie nochmal ganz bei Null anzufangen. Der Text des Songs wird nahezu eins zu eins in die Bilder umgesetzt, aber mit atemberaubender Naivität, oder Ironie, je nachdem: Die Aufnahmen in der Schule, der Augenblick am Anfang mit der Schülerin, die Kostüme. Am großartigsten ist aber ihre Unbeholfenheit beim Nachspielen der Handlung - die sie ja immerhin selbst gedichtet haben.
Süß, nicht?
13 März 2008
Spannende Erkenntnisse (2)
Pleonasmus, m. (grch. überflüssig vorhanden sein): Die Verwendung des Bezugsworts mit einem für es ohnehin charakteristischen Merkmal (im Unterschied zur Tautologie unterschiedlicher Wortart): weißer Schimmel, runder Kreis, neu renovieren, zusammenaddieren, tote Leiche, Zugtraktor, menschliches Versagen, vorprogrammieren, diametral entgegengesetzt
Es gibt Leute, die Schmidt heißen.
Es gibt Frauen die Cindy heißen, in Mitteleuropa.
Es gibt ein Oberstufenzentrum Körperpflege in Berlin. Dort werden Friseure und Kosmetiker ausgebildet.¹ Aber auch Maskenbildner und Fachangestellte der Bäderbetriebe.
Es gibt Frauen, die Cindy Schmidt heißen, und das OSZ-Körperpflege besucht haben.
Tautologie, f. (grch. [zweimal] dasselbe Wort [sagen]): (1) In der Logik: wenn etwas aus sich selbst erklärt wird (Zirkelschluß, eine Tautologie ist eine Sache, die tautologisch ist). (2) In der Stilistik: die Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter Wörter derselben Wortart (immer und ewig, einzig und allein, bereits schon).
Zentralinstitut der pleonastischen Tautologinnen: OSZ-Körperpflege
¹ diese Einrichtung an sich will mir allerdings bei genauer Betrachtung als Oxymoron erscheinen - die Welt ist voller Wunder...
12 März 2008
ZEN
aus unserer Reihe "Meditative Tätigkeiten"
Heute: Vom Marktmann verknotete Tüten sinnlos aufknibbeln
09 März 2008
Ferne Welten
Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem Planeten hundertzwölf Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Planet wurde gerade zum ersten Mal von Menschen betreten. Sie haben dabei festgestellt, dass Flora und Fauna der Erde auf den ersten Blick ähneln - jedoch bei genauem Hinsehen sehr anders sind. Der Planet wird deshalb Frankensteins Zoo genannt. Den Raumfahrern ist manchmal langweilig
„DOC!“
„Hallo Käpt'n.“
„Doc! Wollen sie mir erklären, warum unsere Leitung glüht?“
„Was? Wir haben doch keinen Feueralarm - hier brennt doch nichts?“
„Doc, es wäre nett, wenn sie meine ernsten Fragen ernst nehmen könnten. Nein, hier brennt nichts.“
„Ach so? Na dann...“
„Doc - seit zwei Tagen versuche ich Kontakt zur Erde herzustellen...“
„Ja, bitte, tun sie das.“
„... aber es geht nicht, weil seit zwei Tagen unsere Leitung verstopft ist.“
„Oh, das kommt ihnen nur so lange vor. Hier auf Frankensteins Zoo sind doch die Tage viel kürzer.“
„Nein, kommt es nicht. Ich meine durchaus zwei Tage unserer Schiffszeit. Mehr als 48 Stunden. Unserer Zeit. Und die Tage hier sind länger als auf der Erde, nicht kürzer.“
„Außerdem haben wir hier ein anderes subjektives Zeitgefühl: Die Einsamkeit, die Entfernung zu unseren Familien, die Entfremdung...“
„Welche Entfremdung? Sie haben doch gar keine Familie.“
„Klar habe ich Eltern. Und wir haben auch einen Hund.“
„Doc, unsere Leitung zur Erde! Seit zwei Tagen! Voll!“
„Kann doch gar nicht sein.“
„Oh doch! Irgendjemand transportiert riesige Datenmengen von oder zu unserem Raumschiff...“
„Aha?“
„... der Ingenieur spricht mit niemandem freiwillig und meine Daten sind es auch nicht, also...“
„Ja, Käpt'n?“
„Doc! Hier ist weiter niemand außer ihnen! Tun sie nicht unschuldig. Was geht da vor!?!“
„Naja, ich... „
„Ja?“
„...ich...“
„Ja!“
„... ich habe Liebesbriefe ersteigert...“
„Ihre Orientierung ist mir bekannt.“
„... die Liebesbriefe von Alexander Puschkin.“
„Aha.“
„Alexander Puschkin!“
„Aha. Und deshalb glüht unsere Leitung. „
„Nun...“
„Ich hatte ihnen schon letztes mal gesagt, dass unsere Sicherheit vorgeht.! Haben sie etwa wieder ihre Mailadresse angegeben?“
„Nein! Wie könnte ich...?“
„Ganz leicht könnten sie! Letztes mal habe ich einen Monat gebraucht, bis ich den Virus entfernt und die ganze befallene Software repariert hatte. Hundertzwölf Lichtjahre von der Erde entfernt! Weil sie sich Viren schicken lassen!“
„Nein! Wirklich nicht!“
„Wenn das noch mal vorkommt, erschieße ich sie und restauriere sie erst wieder auf der Erde aus ihrem Backup. Und dafür nehme ich ihre virenverseuchten Sicherungskopien!“
„Nein, Käpt'n, ich habe nicht...“
„Was ist jetzt mit unserer Leitung? Was macht der Putschki?“
„Puschkin!“
„Egal wie der Typ heißt - warum geht unser Telefon nicht?“
„Ich habe die Liebesbriefe von...“
„DOC!“
„Also: Ich habe eine Ikone der Lyrik der Menschheit gewonnen - im Original! Die wollte ich nun mal gerne sehen und habe mir einen Platzhalter schicken lassen.“
„EINEN PLATZHALTER? Doc, ich kenne sie - was man so kennen nennt. Sie haben sich eine Kopie schicken lassen, oder?“
„Wenn sie es sagen...“
„Sie sind doch niemals mit einem Platzhalter zufrieden, mit einer simplen Abbildung! Sie lassen sich hier EINE KOPIE ihrer Liebesbriefe schicken - Informationen Molekül für Molekül! Die Daten über zig Milliarden Moleküle, Stück für Stück. DAS Verstopft unsere Leitung!“
„Wenn schon.“
„Und als nächstes wollten sie den 3D-Erzeuger auf unserem Schiff damit beschäftigen, dass er aus den Daten echte Briefe macht, oder?“
„Na und? Dafür haben wir das ganze technische Zeug doch.“
„Nein, haben wir nicht! Das technische Zeug ist unsere Lebensversicherung! Das soll Essen herstellen oder im Zweifelsfall unsere Körper-Backups restaurieren, meins und das vom Ingenieur - ihres werde ich am besten löschen und den leeren Speicher in den Weltraum schießen.“
„Was regen sie sich denn so auf? Ich wollte eben das Original in den Händen halten, war ja teuer genug.“
„Unsere Sicherheit! Wenn ich nicht mit der Erde telefonieren kann ist unsere Sicherheit gefährdet!“
„Na und? Wir waren doch schon öfter ohne Kontakt.“
„Aber nicht wegen Liebesbriefen.“
„... von ALEXANDER PUSCHKIN!“
„Egal von wem.“
„Das ist nicht irgendwer! Das ist DER....“
„DOC! Es ist mir egal, wer das ist. Unsere Kommunikation mit der Erde ist unterbrochen wegen ihrer verdammten Liebesbriefe!“
„... VON ALEXANDER PUSCHKIN! Und die möchte ich gerne in den Händen halten. In meinen Händen! Persönlich!“
„Doc, unsere Sicherheit...“
„Das sind ORIGINAL BRIEFE von PUSCHKIN!“
„Das sind keine Originale.“
„Wohl!“
„Die Originale liegen auf der Erde.“
„Sie werden Molekül für Molekül hierher geschickt - sie sind völlig identisch mit dem Original!“
„Nein. Die Information über die Moleküle wird hierher geschickt und hier baut sie unser 3d-Erzeuger aus gleichen Molekülen nach. Das ist nicht dasselbe.“
„Trotzdem sind sie identisch. Gleiche Moleküle - selber Aufbau: Kein Unterschied.“
„Doc! Selbst wenn ihr Alexander Puschkin original-unglückliche Tränen auf diese Briefe geweint hat, und selbst wenn die Struktur dieser Briefe mit den getrockneten Tränen Molekül für Molekül hierher übermittelt wird - DAS sind nicht die Originale! Die Originale liegen auf der Erde. Dort werden sie von den Tränen der Verliebten getroffen, dort atmen sie den Staub der Jahrhunderte. Und wenn sie sie hierher mitnehmen wollen, müssen sie das persönlich tun, und sich nicht elektronische Kopien schicken lassen.“
„Trotzdem! Ich will Alexander Puschkins Liebesbriefe anfassen. Fühlen! Mit meinen eigenen Händen!“
„Was sie hier anfassen, auf Frankensteins Zoo, hundertzwölf Lichtjahre entfernt von der Erde, sind Kopien. Und das beste, was sie damit tun können ist: Vernichten. Denn die Originale liegen auf der Erde. Und nur sie tragen die Sehnsucht, die Liebe, und den Wahnsinn, der ihr innewohnt.“
„Käpt'n, ich dachte sie sind Naturwissenschaftler?“
„Bin ich.“
„Käpt'n, sie überraschen mich immer wieder...“
„Ja, schon gut. Wann kann ich wieder telefonieren?“
„Heute abend, wahrscheinlich.“
Freudscher Fehlleser
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Neulich in den Tiefen von Windows: Sprach- und Religionseinstellungen
Über Freud und seine Schule kann man ja denken was man will. Insbesondere dann, wenn man davon nicht die geringste Ahnung hat, wie der Autor dieses Blogs. Aber immerhin gab der Herr einem berüchtigten Phänomen seinen Namen - und Vulgärfreudianer versuchen seit Generationen zu deuten:
Den Freudschen Versprecher.
Kennen alle, nicht wahr? Das ist, wenn man etwas verfängliches, zweideutiges, missverständliches nicht einfach denkt und für sich behält, sondern ausspricht. Verfänglich, zweideutig und missverständlich aber nur für den Zuhörer. Man selbst weiß ja meist sehr wohl, was man sich dabei gedacht hat.
In so einem Fall unterstellt der Vulgärfreudianer in einem blitzartigen Reflex, der Sprecher habe das nicht nur gesagt, sondern auch vorher gewünscht. Dieser Reflex ist meist auch der einzige, den die Vulgärfraudianer haben. Im Gegenzug verstehen sie weder die tragende Idee hinter Ironie noch das Stilmittel absichtlicher Entstellung von Worten zur besseren Wahrheitsfindung - im Grunde ist ihnen das Konzept von "Humor" als ganzes unverständlich.
Mit der Zeit kommt man darüber hinweg, dass Menschen zwar auf derselben Erde, sogar im selben Zimmer, aber in unterschiedlichen Welten leben können: Während man selbst durchaus beabsichtigt einen sprachbasierten Scherz versucht hat, wird einem vom Gegenüber "Freudsche Fehlleistung" unterstellt.
Als Jugendlicher wundert man sich noch darüber, und ist ein wenig betrübt, wenn diese Unterstellung von einer gutaussehenden jungen Frau vorgetragen wird. Aber mit dem Alter findet man sich damit ab.
Dabei ist der Nachweis des Fehlschlusses ganz einfach: Der Weg vom Wort zurück zum Gedanken ist klar. Man hat vorher gedacht, was man anschließend sagt. Der Weg vom Gedanken zum Wunsch hingegen ist keineswegs zwingend: Nicht alles, was sich der Mensch vorstellen kann, wünscht er sich auch. Unter anderen auch der Blogautor klopft ständig Wörter auf ihre Anagramm-Eignung und Sätze auf ihre Missverständlichkeit ab - und verwendet diese.
Zuweilen macht sich die Vorstellungskraft aber selbständig und der Autor dieser Zeilen fragt sich: Wofür könnten Religionseinstellungen am Computer wohl gut sein?
Neulich in den Tiefen von Windows: Sprach- und Religionseinstellungen
Über Freud und seine Schule kann man ja denken was man will. Insbesondere dann, wenn man davon nicht die geringste Ahnung hat, wie der Autor dieses Blogs. Aber immerhin gab der Herr einem berüchtigten Phänomen seinen Namen - und Vulgärfreudianer versuchen seit Generationen zu deuten:
Den Freudschen Versprecher.
Kennen alle, nicht wahr? Das ist, wenn man etwas verfängliches, zweideutiges, missverständliches nicht einfach denkt und für sich behält, sondern ausspricht. Verfänglich, zweideutig und missverständlich aber nur für den Zuhörer. Man selbst weiß ja meist sehr wohl, was man sich dabei gedacht hat.
In so einem Fall unterstellt der Vulgärfreudianer in einem blitzartigen Reflex, der Sprecher habe das nicht nur gesagt, sondern auch vorher gewünscht. Dieser Reflex ist meist auch der einzige, den die Vulgärfraudianer haben. Im Gegenzug verstehen sie weder die tragende Idee hinter Ironie noch das Stilmittel absichtlicher Entstellung von Worten zur besseren Wahrheitsfindung - im Grunde ist ihnen das Konzept von "Humor" als ganzes unverständlich.
Mit der Zeit kommt man darüber hinweg, dass Menschen zwar auf derselben Erde, sogar im selben Zimmer, aber in unterschiedlichen Welten leben können: Während man selbst durchaus beabsichtigt einen sprachbasierten Scherz versucht hat, wird einem vom Gegenüber "Freudsche Fehlleistung" unterstellt.
Als Jugendlicher wundert man sich noch darüber, und ist ein wenig betrübt, wenn diese Unterstellung von einer gutaussehenden jungen Frau vorgetragen wird. Aber mit dem Alter findet man sich damit ab.
Dabei ist der Nachweis des Fehlschlusses ganz einfach: Der Weg vom Wort zurück zum Gedanken ist klar. Man hat vorher gedacht, was man anschließend sagt. Der Weg vom Gedanken zum Wunsch hingegen ist keineswegs zwingend: Nicht alles, was sich der Mensch vorstellen kann, wünscht er sich auch. Unter anderen auch der Blogautor klopft ständig Wörter auf ihre Anagramm-Eignung und Sätze auf ihre Missverständlichkeit ab - und verwendet diese.
Zuweilen macht sich die Vorstellungskraft aber selbständig und der Autor dieser Zeilen fragt sich: Wofür könnten Religionseinstellungen am Computer wohl gut sein?
07 März 2008
Streik
Zur Zeit streikt ja der öffentliche Dienst. Hier in Berlin merkt man das an der BVG: Es fährt nichts öffentliches mehr. Wer jetzt kein Auto hat,
Wen die Gewerkschaft ver.di damit wirklich quälen will, ist mir schleierhaft - und der Gewerkschaft anscheinend auch nicht recht klar. Ich würde den öffentlich Bediensteten durchaus ein wenig mehr Geld gönnen - aber wenn sie sich solche Deppen als Vertreter suchen, kommen mir Zweifel und ich bereue meine fehlgeleitete Solidarität.
Im richtigen Leben funktioniert ein Streik ja so: Der bestreikte Betrieb gehört einem Unternehmer. Der Unternehmer verspricht seinem Kunden, irgendeine Ware zu liefern. Meist ist das Versprechen ohnehin schon mit einem Liefertermin verbunden. Wenn gestreikt wird, verschiebt sich der Liefertermin. Das Geld kommt später. Das tut ganz weh - das schöne Geld!
Oder der Kunde ärgert sich und stellt dem Unternehmer seinen Schaden in Rechnung. Oder er geht ab jetzt woanders hin. Der Unternehmer ist vielleicht sogar seriös und würde ganz ohne äußeren Druck seine Verträge gerne einhalten, einfach so, solche Leute soll's ja geben. Ein Streik behindert das und deshalb wirkt der Streik tatsächlich als Druckmittel gegen den Unternehmer: Streik heißt "kein Geld" und das wirkt.
Beim Streik bei der BVG verhalten sich die Grundlagen zufällig ein wenig anders: Es gibt nämlich keinen Unternehmer. Jedenfalls keinen verantwortungsbewussten. Der Leitung der BVG ist völlig egal, ob und wann ihre Kundschaft ans Ziel kommt. Sie hat ein paar Vorgaben, und so lange sie die auf dem Papier erfüllt, muss sie sich nicht verantworten. Die eigentliche Kundschaft hat nämlich außer "zu Fuß!" keine Druckmittel, und diese Drohung ist nicht besonders schmerzhaft.
Der Berliner Finanzsenator Sarrazin als Auftraggeber ist für sein sensationelles Mitgefühl berühmt. Seine Einstellung lautet etwa "Wer auf die BVG angewiesen ist, ist selbst schuld. Laufen ist gesund!" Ihm ist es durchaus recht, wenn der öffentliche Nahverkehr weniger kostet, mit etwas Glück kann man ihn sogar ganz einsparen. Das Konstrukt "Gemeinwesen" ist dem Finanzsenator fremd - er versteht es nicht und hört auch nicht zu, wenn es ihm jemand erklären will. Die BVG kennt er nur aus Berichten seiner Putzfrau, und von den Empfängen, zu denen er manchmal eingeladen wird.
Die BVG-Oberen würden nie auf die Idee kommen, die unter ihrer Führung angebotene Dienstleistung selbst in Anspruch zu nehmen. Sie werden mit der Firmenlimousine zur Arbeit gefahren, wie früher der Junker. Einzelheiten werden delegiert. Falls man ihnen grob vorsätzliches Fehlverhalten nicht nur vorwirft, sondern auch gerichtsfest beweisen kann, lassen sie sich mit einer großzügigen Abfindung in den Vorruhestand schicken. Ob Geld vom Kunden in der Kasse ankommt, muss sie nicht kümmern - ist ja Streik. Ob Kunden irgendwo ankommen - egal, den Ärger hat die Basis, der Busfahrer. Aber der ist ja im Streik. Auch kein Problem. Ob der Kunde sich wehrt, oder sich beschwert: Bei wem denn? Streiken ja alle, Callcenter, Kassenschalter, Zugabfertiger. Jeder der für den Streik verantwortlich gemacht werden könnte verkriecht sich - oder ist dank seiner Position ohnehin für den Kunden nicht zu sprechen.
Wen quält also ver.di? Bestimmt nicht den BVG-Vorstand, bestimmt nicht den öffentlichen Arbeitgeber. Die Kundschaft leider schon. Aber so weit muss man als dogmatischer Gewerkschafter vermutlich nicht denken - irgendwer muss eben Opfer bringen! Und am besten ist das jemand anderer, nicht der Gewerkschafter selbst.
Wahrscheinlich steigen etliche zweifelnde Fahrgäste sogar wieder dauerhaft aufs Auto um. Nur unverbesserliche Romantiker sehen darin einen Nachteil. Der engagierte Gewerkschafter denkt sich aber: "Wieso denn? Weniger Kundschaft macht weniger Arbeit - genau das ist doch unser Ziel!"
Deutsche Politik heute
Die Hessen haben den Koch verdient- und Dagmar Metzger wird seine Innenministerin
Aber das ist inzwischen das kleinere Problem. Das größere ist Dagmar Metzgers politische Heimat: Wenn ich mir ansehe, welches schmierige Gesindel die SPD in den letzten Jahren angezogen hat, stehen mir die Haare zu Berge. Früher mal, in den achtziger Jahren vielleicht, hätte man solche Leute allenfalls in einer Bananenrepublik erwartet. Das klingt doch alles eher nach Nigeria und Zimbabwe als nach Mitteleuropa:
- Schröder, der Ex-Kanzler, ist mit einem Massenmörder befreundet und bezeichnet ihn als "lupenreinen Demokraten" - folgerichtig macht er heute beste Geschäfte mit ihm. Und wir haben uns früher über Strauß mit dem vergleichsweise Kleinkriminellen Gspusi Pinochet aufgeregt.
- der Ex-Innenminister forciert während seiner Amtszeit zuerst den maschinenlesbaren Ausweis und bekommt jetzt Geld von den beiden Firmen, die ihn herstellen. Das ist ihm keineswegs peinlich, er findet, das sei ein ganz alltäglicher Vorgang. Bravo, Schily!
- der Ex-Wirtschaftsminister Clement reitet erst auf seinem Parteibuch in die Aufsichtsräte verschiedener Unternehmen und rät dann von der Wahl seiner eigenen Partei ab. Beschimpft gerne Arbeitslose.
- der Berliner Finanzsenator Dr. Sarrazin ist nebenher Mitglied im Aufsichtsrat von 8 Unternehmen, bezieht selbst geschätzte 200.000 im Jahr und rechnet den Beziehern von Sozialleistungen ganz ernst jeden einzelnen Bissen vor, 3,78€ am Tag müssten nämlich für Essen völlig genügen. Er selbst hat 548€ am Tag, aber davon muss der arme Mann auch oft sein Essen bezahlen.
- die Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger ("Am meisten verabscheue ich Lügen") lässt sich erst wählen, ergattert noch den einen oder anderen schönen Posten und verweigert ihrer Parteichefin dann die Unterstützung - ganz klar aus Gewissensgründen, was denn sonst? Wer also Leute wie Koch haben will, muss eigentlich SPD wählen.
Allgemeine Leitlinie:
Du bist nur deinem Gewissen verpflichtet -
sobald du dein Schäfchen im Trockenen hast
sobald du dein Schäfchen im Trockenen hast
Da fragt man sich doch: Muss man schon so korrupt sein, wenn man in die SPD eintreten will, oder kann man das auch durch Workshops und Fortbildungen innerhalb der Partei lernen?
Genügt es, wenn man den unbedingten Willen zur legalen Korruption nur auf dem Antragsformular ankreuzt - oder muss man das womöglich belegen? Haben die sowas wie eine Probezeit, innerhalb derer man seine Unehrlichkeit irgendwie beweisen kann? Kennt sich da jemand aus?
Insgesamt benimmt sich die Spitze der Arbeiterpartei wie zu besten Zeiten des Feudalismus. Aber sicher unterliege ich da nur einem verbreiteten Irrtum: Der Begriff "Ehrlichkeit" steht nämlich gar nicht im Parteiprogramm der SPD.
Die Hompepage der ehrlichen Dagmar Metzger ist derzeit zufällig nicht erreichbar. Wie man in einem Kommentar lesen kann, ist sie Aufsichtsratsmitglied bei HSE, einem hessischen Stromversorger, Tochter der Thüga, und diese dann Tochter der EON - in der wiederum der Herr Clement Aufsichtsrat ist. So schließt sich ein besonders ehrlicher Kreis.

06 März 2008
Benny Lava?
Beim geschätzten Herrn svenk wurde der Blogautor neulich mit einem neuen Rezeptionsverfahren konfrontiert. Grundlage ist der Konsum einiger heiliger Drogen (svenk nennt es herzlos "zugekifft") und das daraufhin überraschend eintretende intuitive Fremdsprachenverständnis.
... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ???
Jaja, schon gut! Es geht so: Da sehen sich Leute Musikvideos in einer Sprache an, die ganz bestimmt nicht ihre Muttersprache ist, und die sie auch nicht ansatzweise irgendwo gelernt haben. Sie fühlen sich in die Atmosphäre hinein - also: So richtig hinein - und können plötzlich Wörter und sogar ganze Sätze verstehen. Die schreiben sie als Untertitel unter das Video und veröffentlichen es wieder.
Abgesehen von der bei svenk erwähnten Version der Russischen Nationalhymne mit schwedischen Untertiteln im folgenden ein besonders überzeugendes Beispiel.
Dieses Beispiel hat nur den kleinen Makel, dass es wegen der
Trotzdem: Hingehen!
Auf Youtube kann es einem dabei leicht passieren, dass man ein deja vu hat. Zitat: "I'll eat wasabe on my dude". Gibt's sowas auch in deutsch?
Zen...
... oder die Kunst, ein Weißbier zu trinken.
aus meiner Reihe "Buchtitel die dringend noch geschrieben werden müssen"
05 März 2008
Och, nur so...
Jeder Blogger hat die Kommentatoren, die er verdient. Ich zum Beispiel habe gar keine.
... naja, fast...
Topographie
... und siehe, so spricht der Herr:
"Denn wer sich erhöht, der wird erniedrigt werden. Und wer sich erniedrigt, der wird erhöht werden. Immerdar. Jawohl."Bei dem "immerdar" und "jawohl" bin ich mir nicht mehr so ganz sicher, wegen der Genauigkeit des Zitats, und man soll doch immer präzise zitieren. Aber der Rest. Und den würde ich gern noch ein wenig erläutert haben.
Frage jetzt: Wie sind denn da eigentlich so die Tarife? Also: Wie weit muss man sich denn erniedrigen, bis man endlich mal erhöht wird? Reichen zehn Jahre nicht, oder zwanzig? Das ist doch ne ganze Menge, das muss doch was wert sein?
Oder wird das gar nicht in Länge gemessen, zeitlich, sondern mehr in Tiefe? Soziale Tiefe mein ich: Bis wie tief unten muss man sich denn durcharbeiten, bis man dann erhöht wird?
Und wann erfolgt die Belohnung - in der Sprache des Herrn: Die Erhöhung? Weltlich gesprochen: Die Auszahlung? Erfolgt die sofort, oder muss man Kündigungsfristen einhalten? Reicht einmaliges Aufschlagen am Boden der Tatsachen oder muss man sich erst eine geraume Weile in der Scheiße aufhalten? Und: Gilt das automatisch - oder hätte ich das womöglich vorher vereinbaren müssen - am Eingang zu meinem Leben? Ich glaube nämlich, das hab ich verpasst.
Wie "nicht geschäftsfähig zählt nicht als Ausrede"? Was soll das heißen? Wie machen das die anderen, die, die von der Erhöhung schon zu Lebzeiten erwischt werden, und wer weiß, wie das erst im Himmelreich wird? Hatten die einen verantwortlich handelnden Vormund, der ihnen sagte "Ich erniedrige dich jetzt mal zehn Minuten, du bist ja noch jung, du merkst das doch gar nicht, da tut das noch nicht weh, und dann gilt das für dein ganzes restliches Leben"?
Zählt nicht vielleicht doch auch "konkludentes Handeln", also, dass man sich so benimmt, und die anderen wissen dann schon? Müsste doch auch gelten beim Herrn, der wird doch schon auch wissen? Nein? Dann mache ich nicht mit! So!
03 März 2008
Arbeitsmarkt
Radionachrichten
"... macht sich ein Reinigungsprozess in der Statistik bemerkbar: Wer nicht tatsächlich für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, wird nicht mehr als arbeitslos gezählt..."
Das klingt erst mal vernünftig - so lange man nicht drüber nachdenkt. Aber dafür sind wir ja nicht hier. Also, Exegese: Was will uns dieses bedeuten?
Heißt das eher
a.) "... wird nicht mehr gezählt - erhält aber trotzdem Leistungen..." ¹
oder vielleicht doch
b.) "... würde gerne Geld verdienen, aber kann nicht - erhält trotzdem keine Leistungen und wird deshalb nicht gezählt" ²
...?
Die älteren unter den real existierenden Mitlesenden können sich vielleicht noch dunkel an den Aufschrei erinnern: "Womöglich steigt die Zahl der Arbeitslosen auf über 1 Million!" Das war Anfang der siebziger Jahre und im alten Westen. Als die Million dann nach jahrelanger Panikmache endlich erreicht war, kümmerte es keinen mehr.
Zwischendurch lag die Zahl der Arbeitslosen im - mittlerweile größer gewordenen Prognosegebiet - bei über 4 Millionen. Aber derzeit verzeichnen wir den ersten langen zusammenhängenden Zeitraum seit dem Krieg, in dem die Zahl der Arbeitslosen zurückzugehen scheint.
Warum das so ist, sehen wir oben.
¹ umgangspr.: über 50
² vulgo: Hausfrau.
29 Februar 2008
Allergie
Ich habe ja noch nie von einer Allergie gegen Wandfarbe gehört - aber es gibt ein Mittel dagegen: Spezielle Allergiker-Wandfarbe von Keimfarben¹
Stelle ich mir schrecklich vor, gegen Wandfarbe allergisch... herrjeh. Ob man da wohl sonst für immer in Häusern ohne Wände leben muss, sein Leben lang? Ohne Türen hatten wir ja schon - aber ohne Wände? Zum Glück gibt es ja jetzt diese Wandfarbe.
¹ und: Nein, den Namen habe ich mir nicht ausgedacht, die Firma heißt wirklich so.
Saisonbeginn
Nicht dass ich zuviel Zeit hätte - aber jetzt kann die Segelsaison bald mal wieder anfangen.
So langsam fehlt mir nämlich was: Blaue Flecke, aufgeschlagene Hände, Muskelkater. Ach ja: Und die regelmäßige Erkältung.
???
Doch, ja, sowas kann einem sehr fehlen. Schon.

Jaaa-aaa!
Photo ist - wie üblich - vom Soeren
28 Februar 2008
Hinweis
an alle, die sich für Webdesigner halten: Wenn man was macht, das am Bildschirm gelesen werden soll, dann bitte so. Das funktioniert nämlich. Man kann trotzdem alles erkennen. Und dennoch ist der Inhalt hübsch gestaltet - wobei das eine mit dem anderen eben gar nichts zu tun hat. So.
Warum hier solche Hinweise stehen? Weil es zuweilen auch so gemacht wird. "Jetzt durchblättern" drücken und staunen. Steinzeit heute.
Und weil viele Webseiten nur auf den ersten Blick besser aussehen. Aber vielleicht ist das ja Absicht - man soll gar nicht zuviel erfahren. Gut aussehen am eigenen Bildschirm reicht völlig.
"Tested and fully functional at 2048 x 1600."
issuu.com/
¹ ganz recht, der nebenberufliche Pessimist erkennt da natürlich schnell: "funktioniert an meinem Bildschirm, zufällig"
Vorstellungsvermögen
Also ich weiß nicht, manchmal im Internet ist meine Phantasie einfach überfordert...

... stellen Sie sich vor der Mund Ihres Sklaven ist ein Abguss... Mit diesem hochqualitativen Lederknebel, exklusiv aus Japan, wird diese schmutzige Fantasie wahr. Die Mundöffnung ist aus massiven, verchromten Metall. Eine kurze Metallröhre an der Innenseite macht jeden Versuch sich Ihren Taten zu entziehen zwecklos. Selbstverständlich können Sie Ihren Sklaven mit dem Gummiverschluss auch komplett zum Schweigen bringen...! Durchmesser der Öffnung: 38mm, Lederdicke: 4mm
Dieser Artikel wird in Japan von einem renommierten Lederer der dortigen SM Szene per Handarbeit gefertigt. Es handelt sich um hochqualitatives Leder mit höchster Verarbeitung. Jedes Stück ist eine Einzelanfertigung. Die Produktionszeit kann, wenn nicht auf Lager, bis zu 2-3 Wochen betragen...

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Albträumer
Ohjeee! Es gibt zu Wordpress eine spezielle Comic-Blogging-Oberfläche: Comicpress. Nein, das ist natürlich überhaupt nicht "Ohjeee!" Sondern, dass sich dort haufenweise Links zu Comic-Blogs finden. Sehr gefährlich. Ohjeee!
Über dieses gerät man auf irgendwelchen Wegen an französische Fliegen mit Albträumen:

Helferlein Rechtschreib
... er mal wieder...
Geschrieben ward dieses:
kostenvoranschlag
Gemeint war nämlich: kostenvoranschlag, nur mit großem K vorne. Wie üblich folgt sogleich ein scharfer Hinweis auf die unerträgliche Falschheit dieser Form. Und das unermüdliche Helferlein schlägt gleich wieder mehrere denkbare Alternativen vor:
- KostenvoranschlagJa, sicher, brav! Das hast Du fein gemacht!
- KostenvorahnschlagDas weniger. Also: Weniger fein. Ja, richtig, mit AHNEN hat das schon auch etwas zu tun. Nein, nicht Vorfahren, sondern Vor-Ahnung bezüglich der Kosten. Aber wer redet schon so?
- KosteenvoranschlagAha. Nun, wenn Kakteen die Mehrzahl von Kaktus sind - was sind dann wohl Kosteen?
27 Februar 2008
Milch
Wenn man im Internet nach einem Produkt sucht, das einem im richtigen Leben besonders gut gefallen hat, kann man was erleben. Beispiel: Die Butter eines Herstellers namens "Milchland"
Kerrygold - Original Irische Butter Kerrygold kommt aus dem grünsten Milchland Europas - Irlands Kühe liefern wohl den besten Rohstoff: unverfälschte, ...... ach ja, grüne Auen, liebliche Kühe, sumpfige Weiden. Oder
Blindflugbeispiele Einkaufen: künftig im Blindflug? Selbst im Milchland Schweiz wird heute nicht alle Butter aus Schweizer Milch hergestellt. Heute finden Sie auf. der Butter die Aufschrift «Hergestellt in ...Ach nee, das will ich gar nicht wissen! Dann doch lieber
Deutschland muss Milchland Nr. 1 in Europa bleiben!Jawohl! Ein dreifaches HURRA! auf den Milchnationalismus!
.... die inzwischen marktschädlich ausgestaltete Interventionsmöglichkeit für Butter und ...Wenn ich über solche Sätze nachdenke, verrenke ich mir nur das Gehirn - und morgen hab ich da wieder eine Zerrung oder Muskelkater.
milch im Swissmilk - Schweizer Milchproduzenten SMP - Schweizer Milch, Rahm ...... Butter / Rahm, Käse), die Milchverarbeitung sowie den Milchkonsum. ... wird die jüngsten Besucher mit auf Abenteuerreise ins Milchland nehmen. ...Wenn man sowas sieht fragt man sich, welche Drogen in dieser Milch ab Werk enthalten sein mögen. Und zum Schluss
Bio-Milch-Land BayernDER Superlativ des Superlativs.
26 Februar 2008
Kleinere Weisheiten
In Notfällen gibt es nur eins, das noch besser ist als Geistesgegenwart: Abwesenheit des Körpers
Nanpu Shanghai
Ding ding!
Hab was neues entdeckt, das hier ist nur'n Test - ein Texteditor für's Blog.


"Nanpu Shanghai"
Soooo ... Vorschau?
Aha. Geht.
Text größer ...
Text kleiner?
Na sehnse - et jeht doch!
In Shanghai steht angeblich dieser schöne Kreisel da - ein Monument betörender Sinnlosigkeit.
Das Foto sitzt noch nicht richtig, muss ich wohl nochmal ran.
Done.
25 Februar 2008
Pizdaus
Neulich schon mal bin ich auf pizdaus gestoßen, einen Bildersammeldienst. Im Internet ist das an sich nichts neues, jeder Idiot veröffentlicht heute seine nichtssagenden Schnappschüsse weltweit im Netz.

Der Unterschied der durchschnittlichen Flickeraner zu pizdaus sind nicht die Themen, sondern die außergewöhnliche Qualität, die die Bilder haben - und die schiere Menge, in der dort gute Bilder zu sehen sind: Es gibt anspruchsvolle Fotografie, Landschaften, Portraits, Tiere, Ästhetik, Sozialkritik, technischen Schnickschnack wie HDR oder Langzeitbelichtungen, Spaßbilder, Spielbilder, haufenweise Katzencontent, Collagen und bearbeitete Bilder, aber die meisten eben außergewöhnlich gut.
Ansehen!
21 Februar 2008
Umkehrschluss
Wenn man wirklich möchte, dass etwas bestimmtes getan wird, muss man es nur einer Horde Sechzehnjähriger verbieten.
Wenn Du möchtest, dass eine Aufgabe wirklich liegen bleibt - gib sie mir.
...und ein kastrierter Esel heißt MACKER...
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